Magazin 197603

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Magazin 197603

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umSOHOU

Schnelle Rettungsdienste

Über eine interessante Studie zum

Thema " Rettungsdienste" berichtet

das Zentralorgan des Deutschen Roten

Kreuzes in seiner Januar-Ausgabe.

Danach sind in 70 Prozent aller

Notfälle die Rettungsfahrzeuge innerhalb

einer Minute nach der Unfallmeldung

bereits unterwegs.

Daß im Rettungsdienst in der Bundesrepublik

nicht der Zufall entscheidet,

beweist das DRK mit einer Studie,

die das Institut für Rettungsdienst

und Krankentransport vorlegte.

Nach dieser Untersuchung, der über

120000 Einsätze der deutschen Rettungsorganisationen

zugrunde liegen,

sind spätestens drei Minuten nach

einer Unfallmeldung alle für den Einsatz

in Frage kommenden Rettungsfahrzeug

ausgerückt.

Fast drei Viertel aller Notrufe in der

Bundesrepublik erreichen eine Rettungswache,

von der das Rettungsfahrzeug

abrückt. Nur 27 Prozent

der Einsätze werden von anderen

Orten abgerufen, d. h. durch Funkmeldung

oder Telefonat weitergeleitet.

Au f der Grundlage einjähriger Beobacbtungen

der bundesdeutschen

Rettungsdienste fand das Bonner

Institut heraus, daß die Einsatzorte

Au tobahn, Bundes- und Landstraße

nur 2,5 Prozent der Gesamtheit aller

Einsatzorte ausmachen. Dort vollziehen

sich immerhin 20 Prozent aller

Verkehrsunfälle.

H Ilfsorganisationen besorgt

Anläßlich einer Sitzung der Bundesärzte

der vier Hilfsorganisationen

Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches

Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe

und Malteser-Hilfsdienst äußerten

die Beteiligten ihre ernste Sorge über

die einschneidende Kürzung der Zuschüsse

des Bundes für die Ausbildung

der Bevölkerung in Erster Hilfe.

Die auffällige Senkung der Zahl der

Verkehrsunfalltoten im Jahre 1975

ist nach Auffassung der Bundesärzte

der Hilfsorganisationen und des Bundesarztes

des Deutschen Feuerwehrverbandes

nicht zuletzt auf die intensive

Ausbildung der Bevölkerung

in Erster Hilfe und in den Lebensrettenden

Sofortmaßnahmen sowie den

ständigen Einsatz freiwilliger Helfer

an besonders gefährdeten Straßen

und Autobahnen zurückzuführen.

Die Bundesärzte vertraten die Meinung,

daß die zuständigen Behörden

alles tun sollten, um die freiwilligen

Hilfsorganisationen auch zukünftig

in die Lage zu versetzen , diese Dienste

für die Bevölkerung leisten zu

können.

THW auf der Internationalen

Handwerksmesse in München

Das Technische Hilfswerk ist auch

auf der 28. Internationalen Handwerksmesse

in München in der Zeit

vom 13. bis 21 . März mit einem Stand

zum Thema "Technische Hilfeleistungen

an Versorgungsleitungen" vertreten

. Wie in den vorausgegangenen

Jahren, so wird der repräsentative

Stand von der Dienststelle des Landesbeauftragten

des THW für Bayern

nach eigenen Entwürfen gestaltet.

Ausschnitte aus der Arbeit des Instandsetzungsdienstes

sollen den

Besuchern einen Einblick in die vielfältigen

Möglichkeiten des THW zur

technischen Hilfeleistung bei größeren

Unglücken, Notfällen und Katastrophen

geben. Es werden die Teilbereiche

" Freileitungsbau" und "Einsatz

einer Gas-Wasser-Gruppe" gezeigt.

Ergänzt werden die Darstellungen

durch eindrucksvolle Bild- und

Texttafeln.

Auf Si,enensignal Radio

einschali.an?

Auf der Konferenz der Innenminister

von Bund und Ländern hat das Land

Hamburg - nach der Erfahrung bei

der Sturmflutkatastrophe - den Vorschlag

unterbreitet, ein einheitliches

Sirenensignal einzuführen, bei dessen

Ertönen die Bürger das Radio einschalten

sollen. Auf diesem Wege

könnte die Bevölkerung nach Meinung

des Landes Hamburg schneller

über Katastrophen informiert werden.

Lehrgangszeitplan 1976 der Katastrophenschutzschule des

Bundes in Ahrweiler

Der Lehrgangszeitplan der Katastrophenschutzschule des Bundes in Ahrweiler

- veröffentlicht in den Ausgaben 11 und 12/75 des ZS-MAGAZIN - ist zu

berichtigen und zu ergänzen.

Nr. Veranstaltung

Folgende Lehrgänge sind zu streichen:

A 38 Fortbildungslehrgang für Zugführer des ABC­

Dienstes

A 80 Ausbildungslehrgang für Zugführer-Anwärter

des ABC-Dienstes

A 84 Fortbildungslehrgang I für Führungskräfte

des Veterinär-Dienstes

A 115 Fortbildungslehrgang für Zugführer

Folgende Lehrgänge sind zusätzlich aufzunehmen:

A 38a Sonderlehrgang für Maschinisten des

Dekontam inations-Mehrzweck-Fahrzeuges (DM F)

A 50a Sonderlehrgang " Trinkwasseraufbereitung

(Krupp-Anlage)"

A 80a Sonderlehrgang für Maschinisten des

Dekontaminations-Mehrzweck-Fahrzeuges (DMF)

A 115a Sonderlehrgang "Trinkwasseraufbereitung

(Krupp-Anlage)"

in der Zeit

vom bis

5. 4. 9. 4.

21 . 6. 2. 7.

5. 7. 9. 7.

27. 9. 1. 10.

5. 4. 15. 4.

(1. 3.)

26. 4. 30. 4.

(22. 3.)

21 . 6. 2. 7.

(17. 5.)

27. 9. 1. 10.

(23. 8.)

An den vier Sonderlehrgängen für Maschinisten des Dekontaminations-Mehrzweck-Fahrzeuges

(DMF), Lehrgang Nr. A 34, A 38 a, A 58 und A 80 a, können

auch Unterführer und Zugführer des ABC-Dienstes teilnehmen. In diesen

Fällen genügt die Fahrerlaubnis Klasse 3.


Wider die Unvernunft

Waldemar Herzberg, THW-Helfer im

Ortsverband Meldorf, war während

der Sturmflut katastrophe im Einsatzdie

Erfahrungen mit seinen Mitbürgern

sind offensichtlich nicht die

besten, wenn die leidige Neugier

im Spiel ist. Herzberg schrieb eine

ironische " Dankadresse" in Form

eines Leserbriefes an die " Dithmarscher

Landeszeitung", die auch das

ZS-MAGAZIN nachstehend veröffentlicht,

weil die Situation jedem Helfer

in jeder Hilfsorganisation nur zu bekannt

ist:

" Als THW-Helfer, der vier Tage aktiv

bei der letzten Sturmflut geholfen

hat, möchte ich mich bei allen Schaulustigen

bedanken. Ich danke allen,

die die Straßen am Meldorfer Hafen

mit ihren Fahrzeugen verstopften.

Ich danke allen, die mit ihren Familien

als Fußgänger gemütlich die

ganze Straßenbreite zum Hafen einnahmen

und so viele unserer Fahrzeuge

behinderten. Ich danke allen,

die auf dem Deich standen und uns

beim Sandsäcke-Schleppen im Weg

standen, nur weil sie das Loch im

Deich sehen wollten. Ich danke allen,

die uns im Weg standen und möchte

sie bitten, bei der nächsten Sturmflut

ihre Fahrzeuge und Familien so aufzustellen,

daß wir nicht helfen können,

denn dann können wir alle ,live'

miterleben, wie der Deich bricht und

können allen, die es nicht miterlebt

haben, von diesem Schauspiel erzählen.

Liebe Schaulustige, nochmals recht

herzlichen Dank. Bis zur nächsten

Sturmflut!"

Innenausschuß des Bundestages:

Katastrophenschutz

verbessern

Die Leitung und der Führungsbereich

beim Katastrophenschutz müßten

wegen dort herrschender Mängel

umstrukturiert werden. Das habe

sich nach den Erfahrungen bei der

Waldbrand katastrophe in Niedersachsen

und bei den Flutschäden im

Raum Hamburg als notwendig erwiesen

. Zu dieser Feststellung kam der

Innenausschuß bei der Beratung des

Haushaltsplanes 36 - Zivile Verteidigung.

Der Ausschuß forderte, daß

im Haushalt 1977 entsprechende

Maßnahmen getroffen werden. Eine

Konzeption für Führungsangelegenheilen

im Katastrophenschutz und

den Einsatz von Großgeräten will

der Ausschuß erarbeiten, sobald wei-

tere Anhörungen des Bundesrechnungshofes

abgeschlossen sind.

In der Stellungnahme heißt es, daß

die Haushaltsmittel für die zivile Verteidigung

in den letzten Jahren so

gekürzt worden sind, daß die Erfüllung

der gesetzlichen Aufgaben zweifelhaft

erscheine. Der Ausschuß erwarte,

daß der Betrag von rund 21

Millionen DM aus dem Verkauf von

Lebensmittelvorräten der Zivilverteidigungsreserve

für den Bereich des

Katastrophenschutzes bereitgestellt

wird.

Diese Mitteilungen machte die Pressestelle

des Deutschen Bundestages.

Luftrettungsstaffel Bayern

mit 100 Flugzeugen

Die Luftrettungsstaffel Bayern, seit

1973 fester Bestandteil der Katastrophenschutzplanung

des Landes, ver-

fügt auf 25 bayerischen Flugplätzen

über 101 Flächenflugzeuge mit insgesamt

277 Piloten. Neben der Polizeihubschrauber-Staffel

Bayern, der

Grenzschutzfliegerstaffel Süd und

der Bundeswehr kann die Luftrettungsstaffel

- eine Vereinigung von

Luftsportvereinen und Piloten - eingesetzt

werden bei akuten Notfällen,

aber auch zur Überwachung des Verkeh,s,

bei Hochwasser- und Waldbrandgefahr

wie im Umweltschutz

(Verschmutzung von Gewässern

u. a.). Ein entsprechender Alarmierungsplan

wurde Anfang Februar

den zuständigen bayerischen Ministerien

übergeben. Die Flugzeuge der

Staffel sind übrigens in 30 bis 60

Minuten nach Alarmierung startbereit.

Leiter der Luftrettungsstaffel ist Ernst

Schramm, Schwabach, der im vergangenen

Jahr seine Aufgabe von

Oberst a. D. Heyer als Nachfolger

übernommen hat .

Sparkasse spendete Betreuungszug für das DRK

Aus Überschüssen der vergangenen

Jahre hat die Städtische Sparkasse

Bremerhaven 100000 DM gespendet,

um dem örtlichen Kreisverband des

Deutschen Roten Kreuzes einen Betreuungszug

zu schenken. Der Zug

besteht aus einem zum Erste-Hilfe­

Wagen umgebauten Wohnwagen,

einem 5,6-t-Lkw mit überbauter Lade-

Präsident Dr. Kolb

gab kritische Analyse

Eine kritische Analyse des gegenwärtigen

Standes der Maßnahmen zum

Schutz der Zivilbevölkerung und zur

künftigen Entwicklung - unter BerÜCksichtigung

der knappen Haushaltsmittel

- gab der Präsident des

Bundesamtes für Zivilschutz, Dr. Paul

Wilhelm Kolb, vor dem Innenaus-

fläche, einem Feldkochherd mit Zubehör

und einem Kombi mit einer

Tri nkwasse raufbe reitu n9san lage.

Bremerhavens Oberbürgermeister

Bodo Seige dankte der Sparkasse

für die großzügige Spende, die der

Seehafenstadt eine wertvolle Hilfe

bringe. Sicherlich ist dies ein nachahmenswertes

Beispiel.

schuß des Deutschen Bundestages.

Dem Ausschuß liegt zur Beratung

ein Gesetzentwurf der Bundesregierung

zur Änderung des Ersten Gesetzes

über Maßnahmen zum Schutz

der Zivilbevölkerung (1 . ZBG) vor.

Durch dieses neue Gesetz sollen

zum Teil unübersichtliche Regelungen

beseitigt und die Bestimmungen

an die moderne Konzeption des Zivilschutzes

mit seiner Verwendung in

Friedenszeiten angepaßt werden.

3


4

Nach Ansicht von Präsident Kolb

ist man bei den ursprünglichen Planungen

ab 1968 in der Abschätzung

der Möglichkeiten " zu euphorisch"

gewesen. Es habe bis Anfang 1973

gedauert, um halbwegs brauchbare

Unterlagen für Bezugsgrößen für

die Organisation der Fachdienste

und die Aufgabenverteilung zwischen

Bund und Ländern zu erhalten. Hier

habe es unterschiedliche Auffassungen

und daher Reibungen auch unter

Einheiten des Zivilschutzes gegeben.

Er kritisierte, daß man zwar gewußt

habe, daß der Friedenskatastrophenschutz

für den Verteidigungsfall verstarkt

werden müsse, es aber vermieden

wurde. dieses deutlich zu sagen.

Nachdem früher ein Verhältnis im

Aufwand für die zivile und militärische

Verteidigung von 1: 20 als wünschenswert

bezeichnet wurde, sei

man Jetzt de facta bei einem Verhältnis

von nur 1: 50 angelangt. Zu bedauern

sei , daß durch Sparbeschlüsse

insbesondere das Schutzbauprogramm

auslaufe. Von den

Aufgaben wurden ansonsten genannt:

das Warnsystem, Hilfskrankenhäuser,

Schutz von Kulturgut, Hubschrauberrettungsdienst,

Reaktorsicherheit

sowie technische und personelle

Ausrüstung. Ausgegangen wurde

gegenwärtig von 600000 Mann im

Katastrophenschutz.

Hochsaison ist immer

Ob Sommer, ob Winter - in den Bergen

herrscht für die Bergwacht stets

Hochsaison. Nicht nur Touristen und

Skifahrer, auch manch erfahrener

Bergsteiger gerät in Bergnot. Die

Bergwacht des Roten Kreuzes steht

Oberkreisdirektor dankt

dem THW

Der Oberkreisdirektor des Landkreises

Stade, Thassilo v. d. Decken,

bedankt sich als zuständiger Katastrophenabwehrleiter

beim THW-Landesbeauftragten

Niedersachsen für

die Hilfe, die die Einheiten des THW

- 35 Ortsverbände waren bei der

Sturmflut im Einsatz - geleistet haben

. Der Oberkreisdirektor schreibt:

" Die Sturmfluten im Januar 1976

hatten im Land Kehdingen im Landkreis

Stade so verheerende Folgen,

daß die Gefahren und die Schäden

nicht mehr mit den Kräften bekämpft

werden konnten, die dem Landkreis

Stade für den Katastropheneinsatz

zur Verfügung stehen. Es war für

die Bevölkerung des betroffenen

Gebietes und tür die Einsatzleitung

des Landkreises beruhigend, erneut

zu erfahren, daß man sich in Katastrophenfällen

dieses Ausmaßes in

der kürzestmöglichen Zeit auf die

gut ausgebildeten und ausgerüsteten

Helfer des Technischen Hilfswerkes

im ganzen Land verlassen kann . Die

Führer und Helfer der einzelnen

THW-Verbände haben hier so mannigfach

Hilfe geleistet, daß ihre Leistungen

nicht im einzelnen erwähnt

werden können. Dies alles ist unter

sehr harten äußeren Bedingungen

dann bereit, Hilfe zu bringen.

Häufige Übungen beweisen die hohe

Einsatzbereitschaft der Bergwacht.

Unser Foto, aufgenommen während

einer solchen Übung, zeigt, wie ein

Verletzter zu Tal gebracht wird.

und ohne Rücksicht des einzelnen

auf private Interessen in vorbildlichem

Einsatz geschehen.

Ich möchte Sie daher bitten, den

herzlichen Dank des Landkreises

Stade allen beteiligten THW-Verbänden

aus dem Bereich des Landesverbandes,

soweit sie nicht aus dem

Landkreis Stade stammen, zu übermitteln."

Helmut Schuch neuer Leiter

der BYS.Yerwaltungs·

abteilung

Der seit August 1975 vom Bundesministerium

des Innern zum Bundesverband

für den Selbstschutz, Bundeshauptstelle

in Köln, abgeordnete Regierungsdirektor

Helmut Schuch ist

zum 1. Februar zum Bundesverband

versetzt worden. Der 37jährige Vollju-

rist war bisher mit der Leitung der

BVS-Verwaltungsabteilung beauftragt.

Mit Wirkung vom 5. Februar

wurde der neue Abteilungsleiter zum

Leitenden Verwaltungsdirektor befördert

und mit Erlaß des Bundesministers

des Innern zum Stellvertreter

des Direktors in seiner Eigenschaft

als Geschaftsführendem Vorstandsmitglied

bestellt. Schuch, mit dessen

Ernennung die Spitze der Bundeshauptstelle

des Verbandes nunmehr

wieder in allen Positionen besetzt

ist, begann seine berufliche Laufbahn

nach dem zweiten juristischen

Staatsexamen als Assessor in der

Innenverwaltung des Landes Baden­

Württemberg ; seit 1970 war er

im Bundesministerium des Innern

tätig. Als Regierungsdirektor wurde

Schuch dann aufgrund eines Vorstandsbeschlusses

des BVS nach

Köln zur BundeshauptsteIle des Verbandes

abgeordnet.


22 500 Erdbebenopfer

Die Welt ist tief betroffen

Erschütternde Berichte aus dem Katastrophengebiet Mittelamerikas

Selten hat eine Katastrophenmeldung

in der ganzen

Welt eine solch tiefe Bestürzung

hervorgerufen wie

jene vom 4. Februar aus

dem mittelamerikanischen

Staat Guatemala. In der

Nacht zum Mittwoch gegen

drei Uhr erschütterte ein

Erdstoß, der die beträchtliche

Stärke von 7,5 auf der

sogenannten " Richter-Skala"

erreichte , weite Teile

Mittelamerikas - einen rund

3200 Ki lometer langen

Landstreifen von Mexiko

über Guatemala und EI

Salvador bis nach Honduras.

Das Zentrum des Bebens

lag nur 40 Kilometer

von der Hauptstadt Guatemala

City entfernt und richtete

in dieser Stadt die wohl

größten Schäden an .

Hunger, Durst,

Seuchen

Die ersten Berichte über

die Katastrophe ließen zunächst

befürchten, daß etwa

2000 Menschen ums Leben

gekommen seien, noch

Tage später war das volle

Ausmaß des Erdbebens

unbekannt. Amtliche Berichte

der guatemaltekischen

Behörden beziffern

nunmehr die Anzahl der

Toten auf 22 500, 74 000

Menschen wurden bei dem

Beben, das sich noch Tage

später in kleineren Erdstößen

fortsetzte, ve rletzt. Besonders

tragisch ist die

Tatsache, daß 30 000 Kinder

ihre Eltern verloren haben.

Etwa zwei Millionen Menschen

wurden obdachlos.

Die Bevölkerung Guatemalas

ist bedroht von Wasserknappheit,

Hunger und

Seuchen. In Guatemala

City wurde nahezu jedes

zweite Haus dem Erdboden

gleichgemacht. Während

alle modernen Betonbauten

kaum oder nur leicht beschädigt

wurden, richtete

das Beben unvorstellbare

Schäden in den Armenvierteln

mit ihren leichtgebauten

Unterkünften an . In

den Trümmern irrten tagelang

verstörte und weinende

Menschen auf der Suche

nach ihren Angehörigen

herum. Polizisten und Soldaten

mußten eingesetzt

werden, um die Habe der

betroffenen Bevölkerung

vor Plünderern zu schützen.

Tausende flohen vor neuerlichen

Erdstößen aus den

Städten auf das Land, die

Zurückgebliebenen übernachten

aus Angst unter

freiem Himmel.

Rund 220000 Wohnungen und Hä user sind bei dem

schweren Erdbeben in Guatemala zerstört worden.

Appell an das Ausland

Sowohl in Guatemala City

wie auch in den ländlichen

Bereichen - in der Hauptstadt

lebte eine Million

Menschen, fast ein Fünftel

der Gesamtbevölkerung -

fehlte es an ärztlicher Betreuung

und Unterbringungsmöglichkeiten

für

die vielen tausend Verletzten.

Der Mangel an Medikamenten,

Blutplasma und

Lebensmitteln veranlaßte

die Regierung, einen HilfsappeIl

an das Ausland zu

richten. Flugzeuge brachten

aus den benachbarten Staaten

Mexiko, Venezuela,

Equador und Kolumbien

sowie aus den USA erste

Hilfslieferungen.

Bundesrepublik half

sofort

Die betroffene WeItöffentlichkeit

reagierte spontan:

Im Anschluß an die Sofortmaßnahmen

- so kaufte

die dortige Botschaft der

Bundesrepublik für 100 000

DM Medikamente und Lebensmittel

und ließ die Güter

mit einem Flugzeug

der mexikanischen Luftwaffe

ei nfliegen - fließt

ein breiter Strom von Hilfsgütern

nach Mittelamerika.

Das DRK sandte als erstes

2400 Zelte, 1 000 Wolldekken

und zwei Tonnen Verbandstoff,

die Bundesrepublik

spendete Medikamente

im Werte von 3,5 Millionen

DM und beteiligte sich an

einem Katastrophenfonds

der Europäischen Gemeinschaft.

Der Bundestags-Unterausschuß

"Humanitäre

Hilfe" ließ sich berichten,

5


Nach Schätzungen des Ro ten Kre uzes in Genf wurden zwei

Mlillon"n Menschen durch die Katastrophe obdachlos.

daß die BundesrepublIk

das erS' e europäische Land

gewesen sei . das schnell

und unllurokratisch geholfen

habe. Der Schwerpunkt

der deutschen Hilfe liegt

bei der Beschaffung von

Medikamenten, Lebensmitteln

und Unterkunftsgeräten.

Mit Erleichterung hatte

man übrigens aufgenommen.

daß die rund 2000

in Guatemala lebenden

Deutschen die Katastrophe

unversehrt überstanden

haben.

Die Hilfe fur die vom Roten

Kreuz," Genf geschätzten

zweI Mitrionen Obdachlosen

brachte In Guatemala neue

Probleme. Der Flughafen

der Hauptstadt war zeitweise

uberfüllt von Frachtflugzeugen.

der Weitertranspor'

der Güter erst

möglich, nachdem die USA

große Hubschrauber nach

Mittelamerika entsandt hatten.

Nach Meinung von

Experten fehlen auf dem

Land weiterhin Notunterkünfte,

zumal die Temperaturen

bis auf zwölf Grad

gesunken sind .

Anteilnahme in aller

Welt

In allen Teilen der Welt

nahm und nimmt man Anteil

an dieser schwersten Erdbeben

katastrophe der letzten

Jahre. Der Deutsche

Bundestag gedachte

6

Bilder wie dieses Foto einer obdachlosen Mutter gingen um

die Welt und lösten Anteilnahme und spontane Hilfe aus.

Viele Einwohner Guatemalas kehren nicht in Ihre Häuser

zu rück und leben in notdürftigen Unterkünften.

Guatemalas zu Beginn

seiner 221. Sitzung am 12.

Februar.

Bundestagspräsident Frau

Renger (die Abgeordneten

erheben sich):

"In der vergangenen Woche

ist Mittelamerika, hauptsächlich

die Republik Guatemala,

von mehreren außerordentlich

starken Erdbeben

heimgesucht worden,

die sich gestern wiederholt

haben. Die Katastrophe

hat verheerende Ausmaße

angenommen. Mit Erschütterung

haben wir die Berichte

über die hohe Zahl

der Opfer und Betroffenen,

über den Umfang der Zerstörung

und über die daraus

entstandene Notlage aufgenommen.

Noch konnte die

Zahl der ums Leben Gekommenen

nicht vollständig

ermittelt werden, doch ist

zu befürchten, daß sie mehr

als 18000 Menschen beträgt.

Ein Vielfaltiges beträgt

die Zahl der Verletzten

und Obdachlosen. Darum

verdienen die Spendenaufrufe

der deutschen und

internationalen Hilfsorganisationen

große Aufmerksamkeit,

Unterstützung und

Beachtung. Dem so schwer

betroffenen Volk von Guatemala,

seinem Parlament

und seiner Regierung spreche

ich namens des Deutschen

Bundestages meine

tiefempfundene Anteilnahme

aus."


Willi Rittgen / Fotos: Günter Sers

Ein zentrales Schaltorgan

Aufgaben von Sprechfunkzentralen im Rettungsdienst

Um ein Nachrichtensystem zu verdeutlichen

und durchschaubar zu machen,

bedarf es der zusammenfassenden

Betrachtung von Organisation, Aufgaben,

Technik und Betrieb.

Dieser Beitrag versucht, die spezifischen

fernmeldetaktischen, technischen

und betrieblichen Anforderungen,

die an das Betriebspersonal der

Funkzentralen gestellt werden, aufzuzählen;

er soll der Informationserweiterung

und -vertiefung dienen.

Allgemeines

Im Bemühen, den Brand- und Katastrophenschutz

sowie den Rettungsdienst

einschließlich des

Krankentransports zu aktivieren, zu

koordinieren und effektiver zu gestalten,

sind länderinterne Zie le gesteckt,

angestrebt und gefunden worden.

In vielen Fällen wurde durch die Zusammenfassung

der organisationseigenen

samaritären Einsatzstellen zu

einer gemeinsamen Sanitätsleitstelle

(Rettungsleitstelle) oder durch die

Einrichtung gemeinsamer Führungsund

Einsatzzentralen bei den Berufsfe

uerwehren oder dort, wo die Voraussetzungen

für eine Zusammenlegung

gegeben waren, eine sinnvolle, kostensparende,

zentralisierende Integration

herbeigeführt.

Aus allen praktizierten Systemen läßt

sich erkennen, daß der gleiche Grundgedanke:

"den Rettungsdienst auf

eine breite Basis zu stellen, um

höchst mögliche Wirksamkeit zu erreichen",

sic h nur verwirklichen läßt.

wenn die organisatorischen Gegebenheiten

für eine umfassende Abdekkung

der Versorgungsgebiete, eine

ausreichende Zahl von Einsatzzentrale

n, Rettungsfahrzeugen und -einrichtu

ngen sowie moderne FernmeIdemittel

als Melde-, Alarm- und Führungsmittel

zur Ve rfügung stehen.

Organisation

Vielerorts wurden Rettungsdienstbereiche

(Funkverkehrsbereiche) geschaffen,

deren betriebliche Mittel-

punkte überregionale Fu nkzentralen

(Rettungsleitstellen) sind.

Auf örtlicher Ebene, entsprechend

den lokalen Bedürfnissen, errichtete

man Rettungswachen (Funkzentralen)

als Orts-, Kreis- oder Bezirksleitstellen,

die fernmeidemäßig den Rettungsleitstellen

nachgeordnet wurden.

Entscheidend für die Größe der Rettungsbereiche

(Versorgungsbereiche)

und die Standortwahl der RettungsleitsteIlen

war die Struktur des Versorgungsbereiches

unter dem Gesichtspunkt

des wirtschaftlichen, industriellen

und verkehrstechnischen Gefüges,

wobei folgende Kriterien mitbestimmend

in die Planung einbezogen wurden:

- die industriellen Ballungsräume

(Gef ah rent rächtig keit),

- die Zahl de r den Rettungsbereich

durchziehenden Autobahnen und ihre

verkehrsbedingten Schwerpunkte (Unfall

häufigkeit),

- das gesamte Straßennetz (Knotenpunkte

und Belegung),

- der Versorgungsraum und die Einzugsgebiete

der Universitätskliniken

und Krankenhäuser,

.. .. -

.. ...

- die Zahl der verfügbaren Einsatzkräfte

und -mittel,

- die funkgeographischen Verhältnisse

(Errichtung von Relaisfunkstellen zur

Funkabdeckung des Versorgungsbereiches),

- das Vorhandensein postalischer

Leitungswege (Erweiterungen und

Ergänzungen),

- der Bestand an Führungs-, Melde-,

Alarm-, Vermittlungs- und Abfrageeinrichtungen,

- die räumlichen (baulichen) Verhältnisse

u. a. m.

Die an diesen Kriterien sich orientierende

Auswahl der Rettungsleitstellen

haben zugleich den Aufgabenkatalog

beeinflußt. Sie sind in abgewandelter

Form auch die Leitlinien für die Aufgabenstellung

der regionalen Funkzentralen.

Aufgaben

Die Vielzahl der Aufgaben kann nicht

allumfassend - nach bestimmten Regeln

und Rezepten mit programmierten

Patentlösungen - aufgezählt oder

Durch die Zusammenfassung organisatIonseigener f lnsatzleltstellen zu gemeinsamen

RettungsieltsteIlen oder durch die Einrichtung gemeinsamer Füh ­

rungs- und Einsatzzentralen, dort, wo die Voraussetzungen gegeben sind,

läßt sich eine sinnvolle, kostensparende Integration herbeiführen.

7


--

Oie moderne Techn ik ermöglicht ein e Zusammenfassung von Führungs-, Melde-,

Alarm-, Vermittlungs- und Abfrageeinrichtungen au f engstem Raum in

denkbar bester Obersicht. Von Rettungsleitstellen aus lassen sich alle Einsätze

im ReUungsdienstberelch schneller und sicherer lenken.

gar katalogisiert werden. Die wechselnden

EinsatzsituatIOnen erfordern

angepaßte Entscheidungen, wenn ein

Erfolg der Maßnahmen garantiert werden

soll. Die Regeln einer guten Betriebsführung

ergeben sich in besonderem

Maße aus dem Wissen. dem

Können. den Fertigkeiten und betrieblichen

Erfahrungen des Personals.

Die Rettungsleitstellen mit ihren nachgeordneten

Funkzentralen, Rettungswachen

und Einsatzfahrzeugen bilden

Sprechfunkverkehrsnetze, die auf zugewiesenen

Kanälen (Frequenzen)

ihren Sprechfunkverkehr abwickeln.

Mehrere Sprechfunkbetriebsstellen

zusammengefaßt stellen einen Funkverkehrskreis,

mehrere Funkverkehrskreise

einen Funkverkehrsbereich

dar. Die Verkehrsabwicklung geschieht

in den meisten Fällen - bedingt durch

die Ausbreitungsbedingungen elektromagnetischer

Wellen und die Topographie

des Landes - über Relaisfunkstellen.

Oie Rettungsleitstellen und ihre regionalen

Funkzentralen sind zuständig

für'

- die Einhallung der Dienstvorschriften

, Betriebsanweisungen und aller

rechtlichen Bestimmungen auf dem

Gebiet des FernmeldeweseM;

- den Erlaß von Zusatzregelungen

in ihrem Bereich. die jedoch nicht

im Widerspruch zu den Dienstvorschriften

stehen, diese aufheben oder

verandern dürfen;

- die Einteilung nachgeordneter Betriebsleitungen;

8

- das Erstellen von Funkplänen und

-skizzen sowie sonstigen Übersichten;

- die Rufnamen- und Kanalverteilung

(Freq uenzvertei lu ng);

- die Bildung von gemeinsamen oder

separaten Funkverkehrskreisen, wenn

es aus taktischen, betrieblichen oder

technischen Gründen notwendig ist;

- die Annahme. Aufnahme, Beförderung,

Obermittlung und Weitergabe

von Nachrichten;

- die Herstellu ng und Aufrechterhaltung

von Sprechfunkverbindungen

zu den festen (Relaisfunkstellen) und

beweglichen SprechfunkbetriebssteIlen

des Fu nkverke hrsbereichs/-kreises

und für die Sicherung des Nachrichtenaustauschs

zwischen den Verkeh

rsk reisteilnehmern unterei nander.

Sie haben:

- die Einsatzbereitschaft des Persona

ls, der Anlage n und Einrichtungen

innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs

sicherzustellen,

- ständige Anrufbereitschaft (Rundum-die-Uhr-Besetzung)

zu halten,

- Notrufe abzufragen und Hilfeersuchen

anzunehmen,

- die Alarmierung nach vorgegebenem

Alarmplan durchzuführen,

- den Einsatz von Rettu ngsfahrzeugen

(Straße, Wasser, Luft) anzuordnen,

- Einsatzschwerpunkte abzuwägen ,

wobei Bergung aus Lebensgefahr

Vorrang vor allen anderen Einsätzen

hat,

- die Beendigung des Einsatzes anzugeben,

- die Leitung und Koordinierung aller

Einsatz- bzw. Hil fskräfte nach ausschließlich

taktischen GeSichtspunkten

durchzuführen,

- für die Zusammenarbeit der im Rettungsdienst

mitwirkenden Organisationen

und Institutionen zu sorgen,

insbesondere bei Katastrophenfällen,

- die Verbindung und die Zusammenarbei

t mit dem ärztlichen Not- und

Rettungsleitstellen und ihre regionalen Funkzentralen haben die Einsatzbereitschaft

des Personals, der Anlagen und Einrichtungen inn erhalb ihres Zuständigkeitsbereich

es sicherzustellen und durch eine Rund-um-die-Uhr-Besetzung

eine ständige Erreichbarkeit zu garantieren.


Bereitschaftsdienst zu gewährleisten,

- die Zusammenarbeit (NachbarsChaftshilfe)

mit angrenzenden Sanitäts-,

bzw. Rettungsleitstellen und

Rett ungswachen (auch über die Landesgrenzen

hinaus) zu sichern,

- den Nachrichtenaustausch und die

Zusammenarbeit mit Funkdiensten

anderer Bedartsträger (z. B. Polizei)

zu ermöglichen,

- bei Großeinsätzen und in Katastrophenfällen

Spezialfahrzeuge des

Brand- und Katastrophenschutzes,

des TH W, des Berg-, Wasser- und

Luftrettungsdienstes (im Rahmen ihrer

Kompetenzen) anzufordern,

- nach dem durch Meldung und Information

gewonnenen Lagebild selbständige

Entscheidungen zu treffen,

- nach Einsatzerfordernis die Rettungshubschrauber

des Katastrophenschutzes,

ggf. die Hubschrauber der

Polizei, bzw. SAR-Hubschrauber der

Bundeswehr nach Anweisungen anzufordern

und ihnen - soweit wie möglich

- Flugunterstützung zu geben

(Hubschrauber sind im Sprechfunkverkehr

vorrangig vor anderen Fahrzeugen

zu bedienen),

- einsatzbedingte Führungsfunkverkehrskreise

einzurichten und evtl.

Querverkehr sicherzustellen.

Oie Rettungsleitstellen und ihre

regionalen Funkzentralen

sind verantwortlich tür:

- die erste Verbindungsaufnahme

(Verke h rse röffn u ng),

- die Abwicklung des Sprechfunkverkehrs

nach bestehenden Dienstvorschriften,

Richtlinien und Anweisungen;

bei Verstößen ist für Abhilfe zu

so rgen,

- das Aufnehmen, Befördern und Weiterleiten

von Nachrichten und das

Melden von Verzögerungen an den

Aufgeber,

- die Wiedereröffnung nach langen

Verkehrspausen,

- die Beendigung des Funkeinsatzes,

.- die Wahrung der Funkdisziplin

(Fu nkü berwachu ng),

- die Beobachtung der Verschlußsachenanweisungen,

- Tonbandaufzeichnungen zum Zwecke

der Dokumentation,

- die Führung von Betriebsunterlagen

(Fu, Fe, Fs) und Betriebsnachweisungen

zur Regelung des Dienstbetriebes,

- die Herstellung von Überleitverbindungen

Funk/ Draht - Draht/Funk,

- den reibungslosen Ablauf des Fernsprechverkehrs

und die damit in Verbindung

stehende Vermittlungstätigkeit,

- die Zuteilung von Ausweichkanälen

(Reservekanälen) bei Ausfall, Störungen,

Üb ungen.

Es wird erwartet, daß das BetrIebspersanal:

- über seine Weisungsberechtigung,

Verantwortung, Anordnungsbefugnis

- bei klarer Kompetenzabgrenzung -

unterrichtet ist,

- sich seinerseits darauf verlassen

kann, daß die Anordnungen von allen

Beteiligten ohne Verzug befolgt werden,

die Organisationen die Arbeit

des Fernmeldepersonals unterstützen

und ggf. Durchsetzvermögen gegenüber

ihren freiwilligen Helfern beweisen,

- über die Übertragung der Anordnungsbefugnis

(Stellvertreter) informiert

ist,

- über Kenntnisse der wichtigsten

fernme lderechtlichen Gesetze und

Bestimmungen verfügt und nach dem

Fernmeldegeheimnis und dem Fernmelde-Anlagen-Gesetz

(FAG) verpflichtet

ist.

vorhandener Einrichtungen (Potential)

bekannt ist,

- die Ausstattung der vertügbaren

Einsatzfahrzeuge (DIN), ihre Einsatzmöglichkeiten,

ihre Leistungsfähigkeit

und -grenzen bekannt sind ,

- das Leistungsvermögen des Personals

der Einsatzfahrzeuge (Ausbildung

und Kenntnisse) nach dem Grundsatz:

"Der richtige Mann zum richtigen

Einsatz! " zu bewerten ist,

- Publlkumsanfragen zu beantworten

sind (Blutspendetermine, Ausbildung

in Erster Hilfe, chemische Vergiftungen,

Was ist zu tun? Wer kann he lfen?

Gegenmittel usw.),

- aufgrund fachlicher Schulung aus

den eingegangenen Meldungen eine

Lageübersicht gewonnen und daraus

Entscheidungen getroffen werden,

- Ortskenntnisse (Straßen, Anfahrtswege,

Standorte von Kliniken, Ret-

Eines der Hilfsmittel zur Unterstützung der Leitung und Koordinierung des

personellen und materiellen Potentials ist diese Karte, auf der sich wesentliche

Ziele, wie Autobahn, Bahnhöfe, Bahnübergänge, Flugschneise n, Feuerwach

en, Krank enhä user, Polizeistationen, Was serwerke u. ä., auf Knopfdruck

in Farbe darstellen lassen.

Es ist notwendig, daß:

- die Fernmeldebetriebsgrundsätze

und -verfahren beherrscht werden,

- die Aufgaben, die Organisation und

die Gliederung der eigenen und mitbeteiligten

Hilfskräfte bekannt sind,

- das Ineinandergreifen und Zusammenspiel

der Kräfte - um richtig handeln

und entscheiden zu können ­

erkannt ist,

- die Zahl, Größe und der Umfang

tungshubschrauber u. ä. m.) bekannt

sind ,

- Hilfeleistungen - wie immer sie auch

davon erfahren - anbieten.

Da s Betriebspersonal sollte technisch

in der Lage sein:

- die Funktionsfähigkeit der Betriebs-,

Reserve-, Zusatzanlagen und -einrichtungen

(Relaisfunkstellen, Alarm- und

Gefahrenmeldeanlagen, Alarmgeber,

9


Zur Ausstattung der gemeinsamen Leitstelle Mettmann, NW, In der alle Aufnahmen

zu diesem Beitrag entstanden, gehören auch Dia-Projektoren, mit

denen sich z. B. Ausschnitte der Grundkarte, die mit zusätzlichen farbig gestalteten

Informationen versehen sind, sowie identische Luftbild'otos zur besseren

Detailorientierung projizieren lassen.

Notruf-Abfrage 110/ 112, Vermittlungen,

Wähl- und Direktverkehr, Notstromversorgung

usw.) zu prüfen;

- Pflege- und Wartungsaufgaben,

die keine besonderen technischen

Kenntnisse erfordern, durchzuführen

(Instandsetzungen nur soweit Wissen

und technische Voraussetzungen gegeben

sind);

- die komplexen Fernmeldeanlagen

und -ei nrichtungen bis zur Grenze

ihrer Leistungsfähigkeit voll auszuschöpfen,

- bei Stbrungen, Teil- oder Totalausfall

drahtgebundener bzw. drahtloser

Fernmeldeeinrichtungen, Netzausfall

u. a. m. in kürzester Frist für Abhilfe

zu sorgen,

- die Maßnahmen, die durch Falschalarm,

Irreführungen, Blockaden und

Zerstörungen zu treffen sind, einzuleiten

und sich für Abhilfe einzusetzen.

Darüber hinaus sollten vom Betriebspersonal

taktische Aufgaben, beweglich,

anpassungsfähig, entsprechend

der Situation, gelöst werden.

Das Betriebspersonal sollte:

- Weisungen erteilen und Einsätze

nach taktischen Gesichtspunkten -

unter Beachtung der Rationalität -

anordne n,

- das dem Einsatzort nächststehende

geeignete Fahrzeug, ohne Beachtung

der Organisationszugehörigkeit. einsetzen

,

10

- dafür sorgen, daß der Unfall-lNotfall

patient, Kranke oder sonstwie Geschädigte

in das - seinen Verletzungen

und Symptomen nach - zuständige

Krankenhaus und nicht in das

nächste beste eingeliefert wird;

- aus den Meldungen erkennen, ob

der Einsatz eines Notarztes, Rettungshubschraubers

oder ob überhaupt

ärztliche Hilfe erforderlich ist, ob die

Betreuung und Versorgung durch

den Rettungssanitäter nicht ausreicht

oder es sich nur um einen Transport

handelt, wobei der Fahrzeugeinsatz

sich nach der Transportmöglichkeit

(sitzend, liegend, akute Gefahr usw.)

richtet;

- die Benutzung des Sondersignals

mit Blaulicht an die Fahrzeuge erteilen,

wenn angefordert bzw. dies sich

aus dem Vorkommnis ableiten läßt;

- eigene Au sfälle an Personal, Fahrzeugen,

Einrichtungen sowie besondere

Ereignisse (Unfälle) melden;

- Transportverweigerungen durch

den Geschädigten oder dessen Angehörige

dem Veranlassenden (Arzt,

Krankenhaus, Behörde) melden;

- das Aufnahmekrankenhaus (Klinik)

über die voraussichtliche Ankunftszeit

benachrichtigen, wobei Hinweise nach

Schwere und Art der Verletzung,

Krankheit, Zustand des Geschädigten,

evtl. welche Maßnahmen zur Erstversorgung

getroffen wurden , von Nutzen

sind ;

- eingehende Meldungen auf ihre

Vollständigkeit überprüfen:

• Wer ruft an?

• Was ist geschehen?

• Wo ist es geschehen?

• Wann ist es geschehen?

• Wie haben Sie davon erfahren?

• Welche Maßnahmen sind getroffen

worden?

Nachweisunge n und

Unterlagen

Die Fülle der bisher aufgezeichneten

Aufgaben läßt erkennen, daß sich

nicht immer ganz eindeutig eine

Grenze zwischen taktischen, technischen

und betrieblichen Aufgaben

ziehen läßt. Die Aufgaben werden

erweitert durch eine Reihe zu führender

Nachweisungen, listen, Verzeichni

sse, Übersichten, Vordrucke u. a. m.

Dazu gehören:

Betriebsbuch (Wachbuch) für die

Dienstübergabe evtl. mit Checkliste

für tägliche, turnusmäßige Überprüfungen;

- Führung eines zentralen Bettennachweises

mit Veränderungsanzeigen;

- eine Aufzeichnung der Krankenhäuser

und Spezialkliniken mit Bewertung

nach Aufnahmekapazität, Leistungsfähigkeit

und Ausstattung mit medizinisch/

technischem Gerät;

- eine Übersicht über den ärztlichen

Notfall- und Bereitschaftsdienst;

- eine Aufzeichnung der Zahnärzte,

Apotheken und Hebammen (Sonntag-,

Feiertag-, Nachtdienst);

- ein Verzeichnis der Vergiftungs-,

Verbrennungs- und Blutspendezentralen

mit ihren Beratungsstellen (Dienstzeiten,

Vorwahl, Rufnummer);

- ein Druckkammerverzeichnis (Wo,

Welche - mit Standortangabe, Dienstzeit,

Vorwahl, Rufnummer) zur Abberufung

bei Tau chunfällen;

- Organisationsplan, Gliederungsbild;

- Wagenzustandsanzeige (besetzl,

frei, Unterkunft, Reparatur, Stand-,

Einsatzort);

- Auftragsbuch für Vorbestellungen

(Kranken-, Medikamente-, Blutkonserven-,

Organtransport);

- zentraler Alarmplan (FunkaIarmierung);

- Indikationskatalog für Krankheitserkennungen;

- Dienstplan;

- Stadtplan, Straßenverzeichnis, Kreisund

Landkarte mit Eintragung der

Hubschrauber-Aktionsbereiche, Kartenausschnitte

(Autobahnen, Schwerpunkte,

besonders gefährdete Einzel-


objekte, Fabriken, Knotenpunkte)ideal

mit Vergrößerungs- und Projektionsmögfichkeit

- Karte des Rettu

ngsdienstbereichs;

- Luftbildaufnahmen.

Für den Fernmeldeverkehr soillen

folgende Fernmeldebetriebsunterl agen

geführt werden bzw. vorhanden

sein:

- Dv 814 (810) " Der Sprechfunkverkehr",

- Meterwellen-Richtlinien der BOS,

- Dienstanweisung,

- Betriebsbuch,

- Nachweisung, Sammelmappe, Quittungsbuch,

Störungsbuch, Funkplan,

Fernmeldeskizze, Schlüssel- und

Tarnunterlagen (wenn angeordnet),

ggf. Kennwortverzeichnis, Rufnamen-,

Rufkombinations- und Frequenzübersicht,

Bedienungsanleitungen, Nachrichtenvordrucke,

Dienstbehelfe.

Geräteausstattung

Die Geräteausstattung der Funkzentralen

und der mobilen Einheiten ist sehr

wesentlich tür die Leitung, Leistung

und die Hilfsmaßnahmen im gesamten

Rettungsdienst. Aus der Differenziertheit

der ländereigenen Regelungen

- wobei die Kostenfrage eine bedeutende

Rolle spielt - ist nur eine sich

nach den Aufgaben angepaßte Grundausstattung

zu erkennen. In den meisten

Fällen verfügen die Einsatzzentralen

und ihre nachgeordneten Stadtoder

Kreisfunkzentralen über Funkgerätetische,

die mit folgendem Hauptgerät

ausgestattet sind:

Mit Hilfe des Tonbandgerätesatzes können alle Funk- und Telefongespräche

auf Tonträger aufgenommen we rden.

- 2 Vielkanal-Sprechfunkgeräte

(Fu G 7b),

- 1 Notrufabfrageanlage für den Feuerwehr-Notruf

112 mit Verbindungsmöglichkeit

zur Notrufabfrage 110

der Polizei,

- 1 Alarmgebereinrichtung,

- 1 Fernsprechnebenstellenanlage,

- 1 Tonbandgerät(e),

- 1 Verstärkeranlage.

Die Fahrzeuge (Land, Wasser, Luft)

haben vorwiegend Vielkanal-Sprech-

Im Führungsraum angebrachte Telefonhauben sollen bel Hochbetrieb Stö rungen

anderer im Raum anwesender Stabsmitglieder verhindern.

funkgeräte FuG 7 b oder auf 20-kHz

umgerüstete Mehrkanal-Sprechfunkgeräte.

Einzelpersonen, Teileinheiten

und Einheiten sind zu Alarmierungszwecken

und für einseitig gerichtete

Nachrichtenübertragung mit FunkmeIdeempfängern

ausgerüstet. Eine einheitliche

Geräteausstattung aller Bundesländer

wi rd wohl nie zu erreichen

sein und immer ein Wunschdenken

bleiben. Wünschenswert wäre jedoch,

allein aus der zwangsgegebenen Länder-Zusammenarbeit

in Katastrophenfällen,

daß bei Neubeschaffungen von

Fernmeldegeräten diese den Pflichtenheften

der Technischen Kommission

(TK) des Arbeitskreises 11 "Öffentliche

Sicherheit und Ordnung" der

Innenminister der Bundesländer entsprechen.

Bewegliche SprechfunkbetriebssteIlen

Von zentraler Bedeutung sind die

Rettungssanitäter und Krankentransportfahrer,

ohne die ein funktionierender

Rettungsdienst nicht möglich ist.

Oie bisherigen Aufzeichnungen wären

daher unvollkommen, wenn nicht zu

den Anforderungen, Erwartungen und

Aufgaben etwas ausgesagt würde,

zumalvon ihrer Aufgeschlossenheit.

ihrem fachlichen Wissen und dem

Willen zum Handeln eine optimale

Hilfeleistung abhängig ist. Man darf

davon ausgehen, daß nur ausgebildetes

Personal, das einen Befähigungs-

11


- --

Um ein Höchstmaß an Wirksamkeit zu erzielen, müssen Karten des Kreisgebiets,

ebenso wie alle Kartenauszüge, den sich wandelnden Gegebenheiten

angepaßt und auf dem neuesten Stand gehalten werden.

nachweis durch Prüfungsabschlüsse

erbraoht hat, das die Fahrzeugausstattung

mit ihrem medizinisch/ technischer"

Gerät und die Hilfsmillel kennt

und in der Lage ist, damit umzugehen,

eingesetzt wird .

Obe,.tes Gebot bei allen Einsätzen

sollte sein: " Sicherheit geht vor

Schnelligkeit!"

Oie Aufgaben im einzelnen:

- Das Personal meldet seine Einsatzbereitschaft,

seine Eintreffzeit am Einsatzort,

die Beendigung seines Auftrages

mit Absichtserklärung an die Zentrale;

- der erhaltene Auftrag ist unverzuglieh

zu bestätigen und auszuführen,

soweit nicht andere Gründe dem entgegenstehen;

- freigewordene Fahrzeuge bieten

ihre Hilfe an ;

- übernimmt das Personal einen Auftrag

aus eigener Anschauung oder

wird es durch Hilfeersuchende darum

gebeten, so meldet es dies der Einsatzstelle;

.

- es gibt nach Auftragserledigung

einen in Stichworten abgefaßten Be­

richt (örtlich verschieden);

- es führt ein Einsatztagebuch (Fahrtenbuch).

das Detailangaben (Auftraggeber,

Name, Anschrift des Patienten,

Arzt, erfolgte Dienstleistung u. a. m.)

enthaltBn sollte ;

- es unterstützt die Arbeit der Zentralen

und vermeidet jeden überflüssigen

Sprechfunkverkehr.

12

Verbesserungen

Davon ausgehend, daß das. was technisch

möglich, nicht immer zweckmäßig

sein muß und eine Bewertung

der Einrichtungen und Anlagen der

Funkzentralen nicht allein nach dem

technisch möglichen, sondern nach

den vertretbaren Kosten und dem

praktischen Nutzen erfolgen sollte,

ergeben sich - will man der Entwicklung

folgen - realisierbare, konstruktive

Verbesserungsmöglichkeiten.

Es sind dies:

- Anerkennung und gesetzliche

Grundlagen für den Berufszweig der

Rettungs: und Transportsanitäter;

- überschaubare einheitliche Grundlagen

und Begriffe;

- Au sbau von öffentlichen

Fernsprecheinrichtungen, insbesondere

des münzfreien Notrufs:

- Erweiterung und Ergänzung vorhandener

Fernmeldewege in postalisch

wenig versorgten Gebieten (ländlichen

Flächenbereichen, Stadtrand- und

Parkanlagen, Badeseen, Verkehrsknotenpunkten

usw.);

- rationelle Nachrichtenübermittlung

durch Verwendung von Ruf- und Zustandsanzeigegeräten

nach dem Mehrtonfolge-System;

- Vergrößerung der Anruf- und Fehlrufsicherheit;

- Id entifizierung sendender Funksteilen

(Kennungsgeber) und Störer;

- Erleichterung der Funküberwachung;

- optische Anzeigen in den Zentralen

mit Vergrößerungs- und Speichermöglichkeiten;

- Abrufung von gespeicherten Daten

durch Tastendruck vom Fahrzeug

aus;

- maximale Ausnutzung der Übertragungskapazität,

Dieser Tageslichtprojektor, wegen der besseren Handhabung in die Tischplatte

eingelassen, dient u. a. im Führungsraum bei der Vorbereitung von

Großeinsätzen.

-


- automatische Uberwachungseinrichtungen

bei Relaisfunkstellen, die den

Teil- oder Totalausfall signalisieren;

- Tonrufumschaltung der Betriebsauf

die Reserveanlage mit Ausstrahlung

eines intermittierenden Tonsignais

(ein in rhythmischen Abständen

sich wiederholendes Tonsignal, das

dem Verkehrskreisteilnehmer die Inbetriebnahme

der Reserveanlage anzeigt);

- detaillierte Anweisungen für Aufnahme

und Abwicklung grenzüberschreitenden

Sprechfunkverkehrs

in Katastrop henfällen und bei überregionalen

Hilfeersuchen (Rufname,

Frequenz, Verkehrsart und -form, Betriebsart

usw.);

- Verwendung von Entkopplern und

Antennenweichen für den Mehrfachbetrieb

von Sende- und Empfangsanlagen

über eine Antenne zur Kostenersparung;

- einheitliche Funkrufnamen (erneute

Inangriffnahme trotz Scheitern bisheriger

Initiativen);

Oie integrierte elektronische Datenstation

mit direkten Verbindungen

zum Landeskriminalamt, Straßenverkehrsamt

und anderen Behörden

hat sich auch schon in Fällen von

Brandbekämpfung und Schadensverhinderung

bewährt.

- Gebührenregelung nach dem

Grundsatz: " Gleiche Pflichten, gleiche

Rechte!".

Ausblick

Niemand wird bezweifeln, daß die

vielseitigen Aufgaben nach Art, Umfang,

Organisation, Technik und Betrieb

der Sprechfunkzentralen im Ret-

tungsdienst nur von hauptamtlichem,

ständig verfügbarem, qualifikationsgeprüftem

Personal zu bewältigen sind.

Inwieweit die freiwilligen Hilfskräfte

der Organisationen mitunter an Wochenenden,

Sonn- und Feiertagen

in Funkzentralen mitwirken können

(Haftung), wird von den gesetzlichen

und vertraglichen Voraussetzungen

abhängig sein. Es darf als bekannt

angenommen werden, daß neben der

personellen Besetzung die Personalund

Sachkosten ein schwer zu überwindendes

Hindernis darstellen. Damit

wird zugleich verständlich, daß ein

forcierter Ausbau des Rettungsdienstes

in all seinen Zweigen sich nur

schrittweise vollziehen läßt.

Die Richtigkeit der Maßnahmen in

allen Ländern ist durch die bisherigen

Erfolge bestätigt worden.

Es gilt heute, das Erreichte zu festigen

, das Vorhandene zu verbessern ,

mit der Entwicklung Schritt zu halten

und die eingeschlagene Richtung

zum Nutzen aller fortzusetzen .

13


Klaus Schumann

THW sprengte Kläranlage in Bensheim

Ein "dicker Brocken"

Autobahn mußte gesperrt werden - 156 kg Sprengstoff gezündet

Die 1948 in Bensheim an

der Bergstraße erbaute mechanische

Kläranlage diente

zwanzig Jahre lang der

Stadt zur Reinigung des

Abwassers und wurde nunmehr

durch eine moderne

mecharisch-biologlsche

Anlage ersetzt. Da der Stadt

fur die Beseitigung der alten

Kläranlage keine Mittel zur

Verfügeng standen, wurde

an das Technische Hilfswerk

die Bitte herangetragen,

ob die Beseitigung der Anlage

im Rahmen einer

Sprengübung möglich wäre.

Ein "dicker Brocken"

Bei der ersten Ortsbesichtigung

stellte sich heraus,

daß es sich um ein recht

großes Objekt handelte,

bestehend aus einem Tropf-

körper mit 19 m Durchmes- I den von den Sprengberechser

und 7 m Höhe, einem tigten die notwendigen Be-

Wasserturm mit 3 m rechnungen durchgeführt

Durchmesser und 8 m Höhe, " od den zuständigen Bezwei

Klärbecken mit je 9 m höraen eingereicht. Gleich-

Durchmesser und insge- zeitig begannen die vorbesamt

60 m Wasserlauf. Die reitenden Arbeiten. So war

THW-Ortsverbände Bens- erforderlich, rund 1000

heim und Darmstadt über- Sprenglöcher bis zu einer

nahmen gemeinsam die Tiefe von 80 cm - teilweise

Sprengung des Objektes. unter schwierigsten Bedin-

Nach Rücksprache mit dem gungen - zu bohren. Fünf-

THW-Landesverband wur- zig Helfer der THW-Ortsver-

Fünfzig THW-He lfer rückten an zwei Samstagen an, um die Großsprengung der alten Kläranlage vorzubereiten.

14


1 000 Sprenglöcher - bis zu 80 cm tief - mußten zum Tell

unter schwierigen Bedingungen gebohrt werden.

bände Bensheim und Darmstadt,

ausgerüstet mit zwölf

Bohrhämmern, bewältigten

an zwei Samstagen diese

Aufgabe.

Autobahn wurde

gesperrt

Für den Tag der Sprengung

waren umfangreiche organisatorische

Maßnahmen

notwendig. Beteiligt waren

drei Ortsverbände des THW,

das DRK, die Autobahnpolizei

- die zeitweise Sperrung

der vorbeiführenden Autobahn

mußte vorbereitet

werden - , die örtliche Polizei

, ein Polizeihubschrauber

und die Autobahnmeisterei.

Über eine vom THW erstellte

Funkzentrale (sieben FuG

7 b und acht FuG 10)

konnte vor und während

der Sprengung direkter

Kontakt zu allen wichtigen

Punkten gehalten werden. Zwölf Bohrhämmer waren im Einsatz.

Nachdem der Polizeihub-

Alle Metallteile wurden vorbeugend entfernt. Das Besetzen der Sprenglöcher.

15


schrauber das Sperrgebiet

nochmals zur Kontrolle

überflogen, die Autobahnpolizei

die Sperrung der

Autobahn geMeldet, der

dienstaufsichl sfu hrende

Sprengmeister sein .. Okay"

signalisiert hatte , löste

Sprengmeister Grenzer

die Sprengung aus: insgesamt

156 kg Ammongelit 3,

verbunden durch 1000 m

Sprengschnur und gezündet

durch 150 Zünder,

detonierten.

Planmäßiger Ablauf

Die Sprengung verlief programmgemaß.

Das THW

hat organisatorisch und

fachlich viel gelernt und

mit dieser Großsprengung

wieder einmal bewiesen,

daß es in der Lage ist, auch

große und schwierige Aufgaben

zu lösen.

Angesichts der Größe und

des Umfangs der Sprengung

brachte das Deutsche

Fernsehen einen Bericht,

der Süddeutsche Rundfunk

sendete vorn Ort des Geschehens

" live", die Tagespresse

der umliegenden

Städte berichtete ausführlich

von dem Ereignis.

Letzte Lagebesprechung vor der Sprengung (von links nach rechts): Sprengmelster

Grenzer, Zugführer Gesell, THW-Ortsbeauftragter Schumann und die Sprengmeister

He itzenröder und Pfeifer.

Die Sprengung - erste Phase.

Oie Sprengung - zweite Phase. Das Gelände der alten Kläranlage nach der Sprengung.

16


Dipl.-Ing. Siegfried Wittke, Oberfinanzdirektion Berlin, und Oberregierungsrat Heinz Tepper,

Senator des Innern, Berlin

Das Land Berlin übernahm die beiden ersten

Mehrzweckanlagen

Drei Jahre Bauzeit und 4,5 Mi". DM Kostenaufwand für zwei öffentliche Großschutzräume

Nach elwa dreijähriger Bauzeit konnten

im August 1975 die ersten beiden

öffentlichen Schutzräume im sogenannten

Bauprojekt " Kurfürstendamm-Karree"

in die Verwaltung und

Unterhaltung des Landes Berlin übernommen

werden . Der Kostenaufwand

für die zivilschutzbedingten Einrichtungen

betrug rund 4,5 Mill. DM . Die

Durchführung der im Rahmen der

Verwaltung und Unterhaltung erforderlich

werdenden Maßnahmen obliegt

aufgrund des § 8 Nr. 7 der Durchführungsverordnung

zum Polizeizuständigkeitsgesetz

in der Fassung vom

3. Februar 1975 (GV BI. Bin S. 783 ff.)

der Abteilung Bauwesen des örtlich

zuständigen Bezirksamts Charlottenburg

von Berlin.

Zivilschutztaktische

Lagebeurteilung

Ausgangspunkt für die Errichtung

dieser Zivilschutzbauten waren die

Ergebnisse der Beobachtung des

8augeschehens und der zivilschutztaktischen

Lagebeurtei lung. Die seinerzeit

von der Senatsverwaltung des

Innern durchgeführte Bestandsaufnahme

für die Umgebung des Schutzraumstandorts

Uhlandstraße 30-32

ergab, daß der Einzugsbereich zu

einem Kerngebiet der Stadt gehört,

das als Geschäfts-, Handels- und Vergnügungszentrum

mit starker Verkehrsbelastung

(des sich dort kreuzenden

Durchgangs- und Anliegerverkehrs)

gekennzeichnet ist. Zu nennen

sind insbesondere 3 Theater, 2 Behörden,

3 Schulen, 15 Hotels, mehrere

Filmtheater sowie zah lreiche Restaurants

und Bars. Den Einzugsbereich

passieren 6 Autobuslinien mit mindestens

einer Haltestelle und einem Wagenabstand

von 10 bis 15 Minuten

(der in den Hauptverkehrszeiten durch

zusätzliche Wagen verdichtet wird),

2 U-Bahnlinien mit 2 Bahnhöfen und

1 S-Bahnlinie mit 1 Bahnhof. Es war

daher geboten, sich nachdrücklich

um die Errichtung öffentlicher Schutzräume

an dieser Stelle zu bemühen,

zumal der bereits fortgeschrittene

Wiederaufbau im Citybereich kaum

noch Schutzbauchancen übrig ließ.

Planung und Bau

Im Herbst 1969 begann die " Theaterbau

KG Gesellschaft tür Planung von

Vergnügungsunternehmungen mbH

& Co" (ab 1974 in Kurfürstendamm­

Karree GmbH & Co. Betriebs-KG"

umbenannt) mit den Bauarbeiten am

sogenannten "Kurfürstendamm-Karree"

.

Ein 17geschossiges Hochhaus bildet

das Kernstück des Komplexes, zu

dem auch 2 Theater am Kurfürstendamm

206-209 und ein Parkhaus mit

ca. 1 600 Wageneinstellplätzen in der

Uhlandstraße 30-32 gehören. Im Mai

1972 wurde die Baugrube für das aus

2 Kellergeschossen, einem Erdgeschoß

und 9 Obergeschossen bestehende

Parkhaus ausgehoben. Mit den

Hochbauarbeiten wurde dort im Juli

1972 begonnen. Am 31 . Dezember

1974 waren die Hochbau- und Installationsarbeiten

bis auf kleinere Nacharbeiten

beendet.

Die Tiefgarage im 2. KeIlergeschoß, Fast 3 600 Personen finden in zwei ge­

Irennten Schulzrä umen im Notfalle Schutz, Unser Bild zeigl einen Aufenlhalts

be re ich mit Lüftungskanälen, Lautsprecheranlage, Oberströmventilen

und Deckenmarkierungen tür die Montage der Bettenstützen.

Druckfeste Stahlbeton-Schiebetore trennen die Schutzräume I und 11 .

17


Platz für fast 3 600 Personen

Die Tiefgarage im 2. KeIlergeschoß

ist als Mehrzweckanlage konzipiert

worden. Im Krisenfalle kann dieser

Bereich in 2 öffentliche Großschutzräume

umgewandelt werden. Der

Schutzraum I faßt 1 439 Personen

(ursprungliche Planung: 1 385 Personen),

der Schutzraum 11 kann 2 153

Personen beherbergen (ursprüngliche

Planung 2 115 Personen). Beide

Schutzraumbereiche sind durch

druckfeste Schiebetore getrennt.

Durch Stahlbeton-Drehtore wird der

Bunkerbereich von der Außenwelt

abgeschirmt.

Der Planung und Ausführung dieser

Zivilschutzraume lagen die " Bautechnischen

Grundsätze für Großschutzräume

des Grundschutzes in Verbindung

rrit Tiefgaragen als Mehrzweckbauten"

- Fassung November 1971 -

zugrunde. Danach müssen derartige

Anlagen im Falle eines ABC-Walleneinsatzes

Schutz bieten gegen herabfallende

Trümmer (Trümmeriastannahmen

je nach Gebäudehöhe und

Bauweise zwischen 1 000 kpm 2 und

5000 kpm'), radioaktive Niederschläge,

biologische Kampfmittel, chemische

Kampfstoffe und Brandeinwirkung

mit Rauchgastemperaturen von

400 C über einen Zeitraum von 6

Stunden. Die Schutzräume müssen

für einen Daueraufenthalt geeignet

sein urd einen Lebensmlttel- und

Trinkwasservorrat für 14 Tage aufnehmen

können. (Anmerkung: Schutzraumanlagen

des "verstärkten Schutzes"

müssen nach § 3 des " Gesetzes

über bauliche Maßnahmen zum Schutz

der Zivilbevölkerung" ISBauGI vom

9. September 1965 noch zusätzlich

die Eigenschaften besitzen , einem

Luftstcß von 3 atü = 3 kpcm' = 30 000

kpm' standzuhalten und die radioaktive

Anfangsstrahlung unmittelbar

nach einer Atomwaffenexplosion abzuschirmen.)

Die Stromversorgung

Die Versorgung mit elektrischer Energie

erfolgt zunächst aus dem öllentliehen

Stromnetz der Bewag. Nach

Ausfall dieses Netzes wird der Strom

mit Hi fe von Netzersatzanlagen erzeugt.

Zu diesem Zwecke besitzt jeder

der beiden 5ch utzräume ei n wassergekühltes

Notstromaggregat mit einer

Generatornennleistung von 165 kVA

(cos q> = 0,8) . Die Generatoren werden

von 0 eselmotoren mit 185 PS Leistung

und 1 500 Umdrehungen/ Minute

angetrieben. Jeder Schutzraum verfügt

über einen Kraftstoffvorratsbehälter

18

mit einem Fassungsvermögen von

13125 I Dieseltreibstof!. Damit kann

14 Tage lang ein ununterbrochener

Vollastbetrieb aufrecht erhalten werden.

Der Schmierölvorrat beträgt

150 I je Anlage.

Bei Ausfall der Netzersatzanlage kann

mit batteriegespeisten Handleuchten

für 4 Stunden eine Notbeleuchtung

sichergestellt werden. Außerdem besteht

die Möglichkeit, bei Ausfall eines

Notstromaggregats Strom aus dem

zweiten Schutzraum zu beziehen. Dabei

können nur die wi Chtigsten Verbraucher

versorgt werden. Alle

De r Schleusenwärterplatz für die

zweite Schleuse.

. L.:.L --.:..-_-



Leuchtstofflampen (65 Watt) sind mit

einer 15-Watt-Birne kombiniert. die

dann als Notlicht dient.

Die Stromkreise sind mit Automaten

abgesichert. Zur Elektroausstattung

gehören noch Hockerkocher in den

Küchen sowie Kochendwassergeräte

in den Rettungsräumen.

Die Sanitäranlagen

Die Versorgung der Schutzräume mit

Wasser erfolgt zunächst aus dem Netz

der Berliner Wasserwerke. Jeder

Schutzraum besitzt einen Tiefbrunnen,

mit dessen Hilfe ca. 70 m'/ h aus

40 m Tiefe gefördert werden können.

Das für Trinkzwecke benötigte

Brunnenwasser wird in einer Enteisenungsanlage

aufbereitet. Das zu

KÜhl-, Spül- und Waschzwecken erforderliche

Wasser wird über einen

offenen Zwischenlagerbehälter direkt

zu den Verbrauchsstellen gepumpt.

Dabei dient das Brauchwasser zunächst

als Kühlwasser für die Oberflächenkühler

der Lüftungsanlagen und

die Netzersatzanlagen, wobei sich

die Wassertemperatur von ca. 12 0 C

auf ca. 27" C erhöht. Anschließend

wird es zu den Waschräumen, Duschen

und Toilettenanlagen geleitet.

Überschüssiges Brauchwasser, das

nicht an diesen Entnahmestellen verbraucht

wird, gelangt direkt zur Abwasserhebeanlage.

Jeder Tiefbrunnen

hat 2 Hochdruck-Kreiselpumpen

(0 = 70 m'/ h; Hs = 6,0 m WS : Ho =

58,5 m WS) und als Reserve 2 Hand-

Beobachtungsfenster, Türsteuertafe l, Zä hlvorrichtung, Raumüberdruckmesser

und Gegensprechanlage gehören zur Einrichtung des Schleusenwärterplatzes.


membranpumpen (0 = 24 m'/ h; Hs =

8,0 M WS ; Hd 12,0 m WS) . Bei Versagen

eines Brunnens kann die Wasserversorgung

über eine Verbundleitung

zum zweiten Brunnen sichergestellt

werden. Aufgrund einer Forderung

der Bauaufsicht ist an jeden Brunnen

eine Feuerlöschleitung angeschlossen

worden, durch die jeweils 48 m'/ h

Brunnenwasser gefördert werden können.

Oie Gesamtlöschwassermenge

beträgt also 96 m'/h.

Als weitere Sicherheit sind Trinkwasservorräte

tür einen Zeitraum von 14

Tagen anzulegen, wobei ein Bedarf

von 2,5 Liter Wasser pro Tag und Person

zu decken ist. Die vorhandenen

Vorratsbehälter sind ortsgeschweißte

Stahltanks mit einer Schutzbeschichtung.

Der Schutzraum I besitzt einen

Tank mit 52 m' Inhalt. Im Schutzraum 11

stehen 2 Tanks mit 47,5 m' und

22,5 m' Inhalt, so daß hier der Sollwert

um 5 m' geringfügig unterschritten

wird. Ursprünglich ist hier nur mit

einer Belegung durch 2000 Personen

gerechnet worden.

An sanitären Einrichtungsgegenständen

sind Tiefspülklosetts mit Druckspülern,

Urinalbecken mit hochhängenden

Sammelspülkästen, Waschrinnen

aus Betonwerkstein, Doppelspülausgußbecken

und elektrische Kochendwasserautomaten

80 I Inhalt

in den Küchen , Brausetassen und

Waschbecken in den Rettungsräumen

und Dekontaminationsbrausen in den

Schleusen montiert worden. Kompakt-Druckerhöhungsanlagen

(0 =

10 m'/ h, H = 37 m WS) mit Druckkesseln

(Inhalt 750 I) sorgen für die Vorhaltung

eines ausreichenden Wasserdruckes

im Rohrnetz.

Das Abwasser wird in jedem Schutzraum

mit Hilfe einer Schmutzwasserhebeanlage

in das öffentliche Kanalisationsnetz

geleitet. Sollte dieses

Netz zerstört werden, so kann das

Schmutzwasser über Ausweichleitungen

direkt ins Freie gepumpt werden.

Diese Leitungen enden im Einfahrtsbereich

des Parkhauses und sind an

der Austrittsöffnung mit einer Froschklappe

und im Bunkerinnern mit ein·em

Absperrschieber versehen. Neben

den elektrisch betriebenen Abwasserpumpen

sind auch Handpumpen zur

SichersteIlung eines Notbetriebs vorhanden.

Die Lüftungsanlagen

Die Schutzräume I und 11 haben je

eine Lüftungsanlage. Diese Anlagen

sind so konzipiert, daß sie in Friedenszeiten

die Tiefgarage belüften gemäß

§ 14 der " Verordnung über Garagen"

vom 12. Dezember 1973. In Krisenzei-

Das Schleuseninnere mit Dekontaminationsbrause,

Beobachtungsfenster,

Oberströmventil und Gegensprechanlage.

ten werden sie auf Schutzraumbetrieb

umgeschaltet. Hier sind zwei Betriebsfälle

zu unterscheiden:

a) Normallüftung

b) Schutzlüftung.

Der Normalluftbetrieb wird durchgeführt,

solange noch keine Schutzmaßnahmen

gegen ABC-Waffenwirkungen

erforderlich sind. Hierbei sollen 9 m J

Außenluft pro Stunde und Person

über ein normales Luftfilter angesaugt

und in einer Mischkammer der durch

Blick in die Lüftungszentrale.

einen Umluftventilator umgewälzten

Raumluft beigemischt werden. Die

Luft wird in einem Zuluftkastengerät

durch einen wasserbetriebenen Luftkühler

abgekühlt. Die Zuluftmenge

berechnet sich aus der Forderung,

daß im Schutzraum eine höchstzulässige

Effektivtemperatur in den Grenzen

zwischen 26" C bei 100 % relativer

Feuchte und 30 0 C bei 50 % relativer

Feuchte herrschen soll. Der Sauerstoffspiegei

muß 0 , ,= 19 % und der Kohlensäurespiegei

CO" = 2 % betragen.

Im Schutzluftbetrieb wird die Außenluft

zunächst durch ein 2 m hohes Sandfilter

(Füllmenge: 1 m' Ouarzporphyr

2/ 5 auf 1 m' AußenluftI min im Schutzluftbetrieb)

und anschließend durch

Raumfilter (Luwa, Typ R 10), die aus

einem Schwebstoffilterteil und einem

Gasfilterteil bestehen, gesaugt, ehe

sie in die Mischkammer gelangt. Da

hierbei ein höherer Förderdruck aufzubringen

ist und die Außenluftrate

auf 1,8 mJ/ h und Person zu reduzieren

ist, erfolgt die Ansaugung durch 2

andere Ventilatoren, die sogenannten

Schutzluftventilatoren. Von der Mischkammer

wird die Luft durch das Zuluftkastengerät

(mi t normalem Filter

und dem wasserbetriebenen Luftkühler)

als Zuluft durch das Kanalnetz

im Schutzraum verteilt. Tritt eine Überlastung

des Sandfilters ein, z. B. nach

mehrstündiger Ansaugung von durch

Brandeinwirkung erhitzter Außenluft ,

so kann durch eine Bypass-Schaltung

die Luft ersatzweise durch 2 Feinfilter

der Filterklasse C geleitet werden,

ehe sie in die Raumfilter eintritt.

Die Fortluft wird zum Teil aus dem

Toilettenbereich abgesaugt und zum

19


8-m-Bandes und den Empfang von

LMKU (Kathrein, Typ 700 041) sowie

je 2 Breitband-" Grundplane"-Antennen

mit Fiberglasgegengewichtsstäben,

davon eine auf dem Parkhaus

und eine auf dem 17geschossigen

Hochhaustrakt windgeschützt montiert.

Jede Antenne hat ein bi s zum

jeweiligen Schutzraum durchgehendes

Verbindungskabel.

Nicht immer ohne

Schwierigkeiten

Berlin verfügt nunmehr über zwei

öffentliche Schutzräume, die sowohl

zivilschutztaktisch als auch zivilschutztechnisch

der heutigen Schutzbaukonzeption

entsprechen. Das Verhältnis

der Bauzeit zum Umfang des Bauprojekts

vermittelt den Eindruck, als sei

hier ein Vorgang in völligem Gleichmaß

und ohne nennenswerte Schwierigkeiten

abgelaufen. Ein Rückblick

in die Baugeschichte macht jedOCh

deutlich, daß verschiedene verwaltungs-

und bautechnische Probleme

sowie finanzielle Schwierigkeiten der

Bauträgerin und schließlich auch die

mißliche Haushaltslage des Bundes

wiederholt dazu gezwungen haben,

den Fortgang des Bauprojekts mit

aller Energie zu betreiben. Die fertiggestellten

Mehrzweckbauten sind das

Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen

von engagierten Funktionsträgern

und der einvernehmlichen Zusammenarbeit,

insbesondere zwischen den

beteiligten Stellen in Berlin. Der Bürgermeister

und Senator des Innern

Neubauer hat dies in einem Schreiben

an den amtierenden Leiter der Oberfinanzdirektion

Berlin mit folgenden

Worten gewürdigt:

" Heute darf ich noch einmal die

Schwierigkeiten in Erinnerung rufen ,

durch die das Projekt zeitweilig sogar

in Frage gestellt schien, die aber

durch den erfreulichen Einsatz Ihrer

Mitarbeiter in Verwaltung und Technik

schließlich überwunden werden konnten

. Für diese erforderlichen Bemühungen

danke ich Ihnen und allen

beteiligten Mitarbeitern Ihrer Behörde."

Es gilt jetzt, die Ausstattung der

Schutzräume mit Geräten und Zubehör

zu veranlassen , Kostenregelungen

für die etwaige friedensmäßige Mitbenutzung

von SChutzraumeinric htungen

durch den Grundstückseigentümer

zu treffen und schließlich das Problem

der Aufstellung und Ausbildung eines

Schutzraumbetriebsdienstes der Lösung

entgegenzuführen.

Au sschnitt au s dem Sanitätsraum

mit Brausetasse, Handwaschbecken

und Ko chendwassergerät.

Ein bescheidener Anfang

Was erreicht werden konnte, ist ein

bescheidener Anfang, dessen Wert

sich erst mit der weiteren Entwicklung

des Zivilschutzes abzeichnen wird .

Es ist nicht zu übersehen, daß der

Finanzkraft der öffentlichen Handinsbesondere

im gegenwärtigen Zeitpunkt

- enge Grenzen gesetzt sind.

Ebensowenig kann es zweifelhaft sein,

daß die Durchführung der erforderlichen

Vorkehrungen zum Sch utze der

Zivilbevölkerung auch aus anderen

als finanziellen Gründen nur über

längerfristige Zeiträume möglich ist.

Deshalb besteht Grund zu der Annahme,

daß die Überzeugungskraft des

Zivilschutzes wohl nicht so se hr auf

spektakulären Erfolgen, sondern eher

auf einer kontinuierlichen und zielstrebigen

- wenngleich auch langsamen

- Entwicklung beruht. Ein Schritt

auf diesem Weg wäre vielleicht eine

in zivilschutztaktischer und zivilschutztechnischer

Hinsicht dauerhaft angelegte

SchutzbaUkonzeption, die auch

Grundlage einer längerfristigen Finanzplanung

sein kann . Nicht wegzudenken

ist dabei eine ständige, umfassende

und rechtzeitige Unterrichtung

der Länder und Gemeinden über die

im Bund sich abzeichnenden Entwicklungstendenzen,

damit die auf dem

Gebiete des Schutzraumbaus für Werbung

und Planung zuständigen Stellen

ihre Maßnahmen danach anzupassen

vermögen.

Oie Tiefbrunnenanlage mit zwei Hochdruck-Kreise lpumpen, die je 70 Kubikmeter

pro Stu nde leisten, sowie einer Handmembranpumpe (24 m 3 / h).

21


den Bevölkerungs- und Luftschutz

erforderlich erscheinen. Auf dieser

Grundlage wurden in den Folgejahren

eine Reihe von Erlassen und Durchführungsbestimmungenherausgegeben.

Das Zivilschutzgesetz selbst ist

durch das Gesetz vom 31 . 12. 1963

uber die Protection Civile neu gefaßt

worden.

Danach sind dem für die Protection

Civile verantwortlichen Innenminister

außerordentliche Rechte verliehen.

Die Bestimmungen des Gesetzes enthalten

die Grundsätze der Protection

Givile, die Kodifizierung und Angaben

über die verfügbaren Mittel. Der König,

d. h. die Regierung, kann im Kriegsund

Krisenfall eine Verpflichtung der

Bürger zum Dienst im Zivilschutz anordnen.

Die Koordinierung aller Maßnahmen

- zwischen Ministerien und

sonstigen staatlichen Einrichtungenübernimmt

der Innenminister. Wenn

erforderlich, können der Innenminister

"nd die ihm unterstellte Organisation

oer Protection Civile sowie die Bürgermeister

und die Fachbeamten der

öffentlichen Dienste bereits im Frieden

Personen und Sachwerte nach dem

Requisitionsrecht heranziehen. Der

Staat und die Gemeinden sind aber

verpflichtet, Entschädigungen zu zahlen.

Außerdem haben der Innenminisl

er und die nachgeordneten Organe

der Protection Civile die Möglichkeit

- vornehmlich bei Katastrophen -

Räumungen oder Aufenthaltsbeschränkungen

zu veranlassen . Selbstv"rständlich

bekennt sich auch Belg,en

zu dem NATO-Grundsatz des

" stay put", d. h. " Bleibe zu Hause".

Im Frieden tritt die Protection Civile

normalerweise nur bei größeren Unfällen

und Katastrophen in Aktion, dann

elw8, wenn die kommunalen Hilfsdienste,

vor allen Dingen die Feuerwehren,

überfordert sind. Die Verantwortung

für Aufstellung und Unterhalt der Feuerwehren

liegt bei den Gemeinden.

DIe Koordinierung auf regionaler

Ebene erfolgt durch den Provinzkommandeur,

der die kommunalen Feuerwehren

im Bedarfsfall auch auf regionaler

bzw. Provinzebene zusammenfassen

und einsetzen kann . Provinzgrenzen

spielen dabei keine Rolle. Da der

Staat den Gemeinden erhebliche Zuschüsse

für die Feuerwehren gibt,

hat er auch Einfluß auf eine Standardisierung

der Ausrüstung und auf

die Besetzung der Führungspositionen.

Die Organisation

Die Protection Civile ist eine staatliche

Organisation, die der Gliederung des

Königreiches in 9 Provinzen und 589

24

Ausbildung an der nationalen Zivllschutzschule

In Florlv.l: Bergung.

Gemeinden mit ausgedehnten Selbstverwaltungsbefugnissen

Rechnung

trägt. Organisationsmäßig werden

unterschieden:

• zentrale Dienste auf Landesebene,

• regionale Dienste in den Provinzen,

• lokale Organisation in den

Gemeinden.

Die zentralen Dienststellen

Verantwortlich für alle Vorbereitungen

und Maßnahmen der Protection Civile

ist der Innenminister. Die Durchführung

der Aufgaben, die den Zivilschutz,

den Brandschutz und den

zivilen Ersatzdienst umfassen, obliegt

der Generaldirektion für den Zivilschutz

im Innenministerium. Die Generaldirektion,

die in Brandschutz-, Zivilschutz-

und Verwaltungsabteilung

gegliedert ist, bearbeitet und überwacht

u. a.:

• Abfassung der Gesetzestexte und

Verordnungen,

• langfristige und kurzfristige Haushaltsplanung,

• Organisation, Ausrüstung und Ausbildung

der Protection Civile,

• Erstellung von Rettungsplänen für

Gebiete oder Einrichtungen, die besonders

gefährdet erscheinen,

• Zusammenarbeit und Koordinierung

des Zivilschutzes mit Hilfsorganisationen

wie dem Belgisehen Roten Kreuz

sowie den Nachbarländern.

Teile der Generaldirektion bilden zugleich

das nationale Zentrum für den

Zivilschutz. Diese Führungsstelle befindet

sich im Frieden im Innenministerium,

kann aber bei Katastrophen

und anderen größeren Einsätzen in

die nationale Befehlsstelle verlegt

werden.

Der Generaldirektion für die Protection

Civile sind unmittelbar unterstellt:

• die Zivilschutzschule in Florival,

an der die Kader des Zivilschutzes

ausgebildet werden, und zwar das

hauptberufliche wie auch das freiwillige

Personal,

• 4 Mobile Kolonnen, die ständig für

Einsätze zur Verfügung stehen, wenn

die Unterstützung der Feuerwehren

oder anderer kommunaler, provinzialer

oder staatlicher Dienste erforderlich

ist (in diesen Mobilen Kolonnen leisten

u. a. auch Kriegsdienstverweigerer

ihre Dienstzeit ab),

• 9 Provinzbüros der Protection Civile,

• das Sammellager und zentrale

Werkstätten.

Zum hauptberuflichen Personal der

Protection Civile gehören 584 Beamte

und Angestellte, davon im nationalen

Zivilschutzzentrum 25, in der Schule

in Florival 29, im Lager und in den

Werkstätten 17, in den 9 Provinzialbüros

80 und in den 4 Mobilen Kolonnen

insgesamt 434 Personen.

Die Protection Civile in den

Provinzen und Regionen

Der Zivilschutz auf Provinz- und Regionalebene

umfaßt im wesentlichen:

- Führungseinrichtungen,

- Anlage des Warn- und Alarmierungswesens,

- ABC-Dienste,

- Rettungsdienste.

Die 9 Provinzbüros werden je von

einem Direktor oder einem von ihm

eingesetzten Beamten ge leitet; sie

können im Bedarfsfalle eigenverantwortlich

handeln. Festangestelltes

Personal organisiert, koordiniert und

kontrolliert die örtlichen Hilfsmittel

für die Ausbildung der Kader und den

Einsatz der Protection Civile. Eine

der Hauptaufgaben ist die Ausarbeitung

der Einsatzpläne der verschiedenen

beteiligten Organisationen, die

Koordinierung des Einsatzes sowie

die Kontrolle und die Entlöhnung der

Kriegsdienstverweigerer, die ihren


Sofortmaßnahmen am Unfallort gehören ebenfalls zum Ausbildungsprogramm

der Zivilschutzschule.

Zivildienst in den Hilfsorganisationen

leisten. Die Büros gliedern sich wie

Kommandostäbe, sie verfügen über

Alarm- und Fernmeldezentralen, von

denen aus die unterstellten Einrichtungen

- insgesamt 47 Regionalzentren

und 199 Einsatzzentren - geführt

werden. Auf diese Weise ist ein Weisungsstrang

von der Generaldirektion

im Innenministerium bis in die Einsatzzentren

sichergestellt.

Die Protection Civile In den

Gemeinden

Der Zivilschutz ist nur in Gemeinden

vertreten , die auch Sitz eines regionalen

oder zonalen Einsatzzentrums

sind. Die Gemeinden stellen im allgemeinen

keine eigenen Zivilschutzdienste

auf, so daß die Bevölkerung auf

den Selbstschutz, die kommunalen

Feuerwehren und die Sanitätseinrichtungen

der Gesundheitsdienste angewiesen

ist. Nur größere Gemeinden

verfügen neuerdings auch über örtliche

Zivilschutzleiter, die in erster Linie

die Bürgermeister und Fachdienste

bei der Planung und Koordinierung

der Einsätze beraten und unterstützen

sollen. Grundsätzlich wird die Protectien

Civile erst eingesetzt, wenn die

kommunalen Kräfte (Feuerwehren,

Belgisches Rotes Kreuz u. a.) Unterstützung

benötigen.

Warnung und Alarmierung

Das Warn netz der Protection Civile

arbeitet mit der Luftlagezentrale der

Luftwaffe und dem Meß- und Meldesy-

stem des Institutes für Hygiene und

Seuchenbekämpfung, das für die

Überwachung der Radioaktivität der

Luft zuständig ist, zusammen.

Die Auswertung aller eingehenden

Meldungen, die Warnung, Alarmierung

und Unterrichtung der Bevölkerung

und der dem Warn netz angeschlossenen

Behörden sowie die Anordnungen

der zu ergreifenden Schutzmaßnahmen

erfolgen über ein nationales

Alarmzentrum. Warnmeldungen über

den Rundfunk werden ebenfalls von

diesem Alarmzentrum aus veranlaßt.

Die Alarmzentren in den Provinzen

sind in den Provinzbüros der Protecti

on Civile untergebracht. Diesen Befehlsstellen

gehören neben dem Alarmierungsbeamten

und einer ABC-Meldegruppe

auch Beamte derjenigen

Dienststellen an , die für die Koordinierung

von Hilfs- und Rettungsoperationen

verantwortlich sind.

Wenn die Lage es erfordert, gibt das

Provinz-Alarmzentrum einen Auslösebefehl

an die Alarm- und FernmeIdezentralen

in den Regionen. Dort können

die vorhandenen 1150 elektrisch

betriebenen Sirenen in den Städten

und größeren Gemeinden fernbedient

und sowohl zentral als auch regional

und lokal ausgelöst werden. Allerdings

sind die Regionalzentren in der Regel

hierzu nicht selbst befugt. Eine wichtige

Position im Warn- und Alarmierungssystem

nehmen die 150 zivilen

ABC-Beobachtungs- und Meldeposten

(postes fixes) ein. Sie sind fall-out-geschützt

untergebracht, technisch vollständig

ausgerüstet und nachrichtenmäßig

über die Regional- und Provinzbüros

mit dem nationalen Alarmzentrum

verbunden. Darüber hinaus

existieren noch motorisierte ABC-Beobachtungs-

und Meldeposten.

Im Warnwesen ist haupt- wie nebenamtliches

Personal tätig. Die nebenamtlich

tätigen Personen stehen im

Notfall innerhalb von drei bis acht

Stunden zur Verfügung. Das belgisehe

Warn- und Alarmsystem verfügt über

ein eigenes, festes Fernmeldenetz

sowie über Fernmeldeverbindungen,

die erst im Bedarfsfall von der Post

zugeschaltet werden . Hinzu kommen

Sprechfunk-Anlagen.

Der Schutzraumbau

und Räumung

Nach Art. 2 des Zivilschutzgesetzes

von 1963 kann die Regierung die Errichtung

besonderer Schutz räume

vorschreiben. Entsprechende Ausführungsverordnungen

sowie die Festlegung

optimaler Schutznormen sind

noch in Bearbeitung, so daß bisher

nur einige U-Bahnstationen in Brüsse l

die Mindestbedingungen für den öffentlichen

Schutzraumbau erfüllen.

Ferner stehen in den Großstädten

einige öffentliche Schutzräume aus

der Zeit des letzten Krieges bereit,

die zum Teil auf die neuzeitlichen

Verhältnisse umgerüstet worden sind.

Obwohl in Belgien noch kein systematischer

Bau öffentlicher und privater

Schutzräume in Angriff genommen

wurde, ist im Verteidigungsfall lediglich

die Verlegung bestimmter, kleinerer

Personengruppen aus den Ballungsgebieten

vorgesehen. Wegen

der dichten Besiedlung bieten sich

nur sehr wenige Gebiete für eine Aufnahme

von Flüchtlingen an . Allerdings

können Innenminister und Generaldirektor

der Protection Civile zum

Schutze der Bevölkerung bestimmte

Städte oder Gebiete räumen lassen,

die besonders gefährdet erscheinen.

Umgekehrt ist die Untersagung jeglicher

Bevölkerungsbewegung möglich.

Hilfs- und Rettungsmaßnahmen

der Protection Civlle

Mit Ausnahme des Alarm- und Warnwesens

sind die Vorkehrungen zum

unmittelbaren Schutz der Zivilbevölkerung

in Belgien nicht befriedigend.

Umso größere Bedeutung kommt den

Hilfs- und Rettungsmaßnahmen zu.

In diesem Bereich unterscheidet die

Protection Civile

• den Selbstschutz des einzelnen

Bürgers, •

• die örtlichen Dienste der Gemeinden,

d. h. kommunale Feuerwehren,

Sanitätsdienste und Werkschutz,

25


staatlichen Gesundheitswesens erfolgt

durch den Provinzgouverneur.

Der Personalbedarf für den Sanitätsdienst

der pe wird friedensmäßig

durch Freiwillige des Roten Kreuzes

und vom Militärdienst befreite Männer,

über die der Innenminister verfügen

kann , gedeckt. Im Verteidigungsfall

können auch ausgebildete Sanitätssoldaten,

die von den Streitkräften

nicht mehr benötigt werden, für den

Sanitätsdienst im Zivilschutz herangezogen

werden.

Sanitätsmittel, medizinisches Gerät

und Pharmazeutika sind in gewissem

Umfang unter staatlicher Kontrolle

eingelagert. Dabei wird eine weitgehende

Dislozierung des Sanitätsmaterials

angestrebt. Bestandslisten über

Pharmazeutika sowie medizinische

und chirurgische Ausrüstungsgeräte

wurden angelegt, dabei sind auch

die Bestände in den Herstellerbetrieben

erlaßt worden.

Einsatzleitung und OSR-Pläne

Bei dem gemeinsamen Einsatz von

Zivilschutzkräften und Feuerwehren

oder anderen privaten oder öffentlichen

Organisationen sind grundsätzlich

die Behörden der inneren Verwaltung

für die Koordinierung zuständig.

Für die Leitung am Einsatzort gilt

aber, daß hier in erster Linie jene Organisation

koordiniert, die aufgrund

der Schulung ihres Personals und

ihrer Materialausstattung auf den gegebenen

Hilfsfall spezialisiert ist.

Für den Einsatz der Organisationen

und Einheiten bei häufig wiederkehrenden

oder vorhersehbaren Unglücksfällen

hat der Innenminister

besondere Einsatzpläne, die OSR­

Pläne (Organisation de Secours Rapides)

erstellt. In jedem dieser Pläne

ist ein Koordinator festgelegt, dem

die oberste Einsatzleitung bei einem

im Plan bezeichneten Unglücksfall

obliegt. Zum Koordinator wird meistens

der Provinzdirektor der pe oder

eine andere Persönlichkeit bestimmt,

die in ihrer Normalfunktion oder aufgrund

ihrer besonderen Qualifikation

hierfür geeignet erscheint. Jeder

OSR-Plan sieht die Übertragung von

Kompetenzen auf den Koordinator

und die Einrichtung einer Befehlsstelle

mit Lagezentrum vor.

Notruf ,,900"

Eine weitere Möglichkeit der schnellen

Hilfe im Provinzbereich ist durch die

Schaffung des Notrufs ,,900" gegeben.

Über den Notruf ,,900" kann nicht

nur die Hilfe bei Verkehrsunfällen,

sondern jegliche Hilfe - in begründeten

Fällen - von Privatpersonen oder

öffentlichen Einrichtungen telefonisch

angefordert werden. Diese Hilfsbegehren

laufen bei den Feuerwehren der

größeren Gemeinden ein. Allerdings

können die Zivilschutzkräfte der Provinzen

- im Gegensatz zu den Mobilen

Kolonnen - von den Notrufzentralen

nur alarmiert werden, wenn ein OSR­

Plan dies vorsieht oder Katastrophen

von nationalem Ausmaß vorliegen.

In diesen Fällen erfolgt die Leitung

und Koordinierung des Einsatzes nach

OSR-Plan.

Die Deckung des personellen

und materiellen Bedarfs der

Protectlon Civile

Im Frieden ist die pe auf Freiwillige

angewiesen, soweit sie nicht hauptoder

nebenberufliches Personal einstellen

kann. Nach dem Kriegsdienstverweigerungsgesetz

kann allerdings

die Wehrpflicht in stehenden Einheiten

der pe abgeleistet werden. Der Bedarf

an haupt- oder nebenberuflichem

Personal sowie an Freiwilligen unter

60 Jahren, die sich auf jeweils drei

Jahre verpflichtet haben und nicht

zum Militärdienst herangezogen werden,

ist bei den Zivilschutzeinheiten

je nach geographischer Lage zwischen

20 bis 60 Prozent gedeckt.

Der Materialbedarf der örtlichen Zivilschutzeinheiten

ist zu etwa 40 Prozent

gedeckt. Der Rest wird im Bedarfsfall

durch Requisition ausgeglichen. Die

Brandbekämpfungseinheiten der Mobilen

Kolonnen sind zu 90 Prozent

mit Geräten ausgerüstet. Der Bedarf

an Rettungs- und Fernmeldegeräten

ist zu über 60 Prozent gedeckt.

Das Ausbildungswesen der

Protection Civile

Die Ausbildung des Zivilschutzpersonals

und des Personals der kommunalen

Feuerwehren erfolgt nach Richtlinien

des Innenministeriums, des Personals

für das Sanitäts- und Gesundheitswesens

des Zivilschutzes in Verantwortung

des Gesundheitsministers

unter Mitwirkung des Belgischen Roten

Kreuzes.

Dem Innenminister stehen an Ausbildungseinrichtungen

zur Verfügung:

• die nationale Feuerwehrschule für

die Führungskräfte der kommunalen

Feuerwehren,

• die Zivilschutzschule für die Ausbildung

der Kader des Zivilschutzpersonals.

An der Zivilschutzschule werden nicht

nur Instrukteure und Zivilschutzleiter

ausgebildet, die dann die Freiwilligen

an Ort und Stelle schulen, sondern

auch das Personal der öffentlichen

und privaten Einrichtungen sowie

Offiziere der Streitkräfte, der Gendarmerie

und der kommunalen Feuerwehren,

Schwerpunkt der Ausbildung

ist praktisches und technisches

Training.

Die Finanzierung des

Zivilschutzes

Der Zivilschutz wird von Staat finanziert;

dabei fließen den Gemeinden

und Provinzen erhebliche Mittel zu.

Auch die kommunalen Feuerwehren

werden zu 75 Prozent vom Staat finanziert,

der zentral die Ausrüstung

beschafft. Hierdurch werden erhebliche

Beträge eingespart und eine

Standardisierung der Ausrüstung erreicht.

Darüber hinaus subventioniert

der Staat den kommunalen, aber unter

Provinzaufsicht stehenden " Rettungsund

Unfalldienst 900".

Zusammenfassung

Der belgische Zivilschutz basiert im

Frieden auf Freiwilligkeit, in Krisenzeiten

sowie bei Großkatastrophen können

Regierung und Gemeinden männliche

Bürger zu Dienstleistungen heranziehen.

Oie zum unmittelbaren Schutz der

Zivilbevölkerung getroffenen Maßnahmen

(etwa der Schutzraumbau) sind

noch nicht befriedigend. Der Schwerpunkt

des belgischen Zivilschutzes

liegt in der Aufstellung und Ausbildung

von freiwilligen Hilfsdiensten,

verstärkt durch Angehörige des öffentlichen

Dienstes, die zum Zivilschutzdienst

verpflichtet sind. Bemerkenswert

sind:

• die Bildung regionaler Eingreifzentren,

• die Existenz jederzeit verfügbarer

Alarmeinheiten in diesen Zentren zum

Einsatz bei Unglücksfällen, Bränden

u. a.,

• die Vorbereitung von OSR-Plänen

für mögliche Katastrophenfälle,

• die Einrichtung eines Notrufsystems

,,900" innerhalb des Fernsprechnetzes.

Wirksamstes Einsatzmittel der pe

sind die "Colonnes Mobiles", rund

um die Uhr einsatzbereit und flexibel

in Aufbau und Ausrüstung. Der praktische

Einsatz dieser Einheiten bereits

im Frieden sichert einen hohen Ausbildungsstand

und besondere Wirtschaftlichkeit.

27


Henning Barwig / Fotos: Kurt Hilberath

Heiße Renner - kühle Technik

Das Technische Hilfswerk bot in Essen einen Querschnitt

aus seinem Aufgabenbereich

Anläßlich des 25jährigen

Bestehens der Bundesanstalt

Technisches Hilfswerk

fand vom 29. November

bis 7. Dezember 1975 ei ne

Geräteschau - verbunden

mit praktischen Vorführungen

- in den Essener Messehallen

statt. Diese Ausstellung,

die als Rahmenprogramm

zur "Jochen­

Rlndt-Show" veranstaltet

wJrde, veranschaulichte

dEim Besucher die Aufgaben

und Einsatzmöglichkeiten

der einzelnen THW-Fachdionste.

Die vielen tausend

Besucher, die an diesen

Tagen die " Jochen-Rindt­

Show" mit ihren " heißen

Rennern" besuchten, zeigten

auch für die kühle

Technik des THW ausgepragtes

Interesse.

Für die großangelegte Aus-

Optischer Mittelpunkt der umfassenden Geräteschau des

THW in Essen war ein 470 qm großer " See", auf dem die

8-t-Fähre und ein Mehrzweckboot "schwammen".

stellung stand nur eine sehr

kurz bemessene Vorbereitungszeit

zur Verfügung.

Oie Ausrichtung war vom

Direktor des THW dem Landesverband

Nordrhein­

Westfalen übertragen worden;

die Durchfuhrung lag

Im wesentlichen in den

Händen des THW-Ortsverbandes

Essen.

In vielen Tag- und Nachtstunden

wurde von den

freiwilligen Helfern aus Essen

unter Mithilfe der benachbarten

Ortsverbände

die 7500 qm große Ausstellungsfläche

in der Halle

für die Schau hergerichtet.

Den Besuchern wurde ein

Querschnitt aus dem Aufgabenbereich

des THW geboten

, beginnend mit einer

Foto- und Modellausstellung

einschließlich eines

Oie THW-Fahrzeuge der " neuen Generation" - Schaufellader, Gerätekraftwagen 72 und die Prototypen der MKW ­

wurden auch von manchem THW-Helfer erstmalig fachkundig begutachtet.

28


Informationsstandes am

Haupteingang der Halle.

Im optischen Mittelpunkt

der Ausstellung stand ein

470 qm großer "See", auf

dem ein Clschlängel der

Abwasser-CI-Gruppe des

Ortsverbandes Oberhausen

ausgelegt war. Ein Mehrzweckboot

und eine Fähre

von B t Tragfähigkeit veranschaulichten

die Möglichkeiten

zur Überwindung

von Gewässern. Eine Brükke,

6 t Tragfähigkeit, überspannte

mit einer freien

Stützweite von 9,20 m den

See.

Alle zwei Stunden fanden

an den besucherstarken

Wochenenden die praktischen

Vorführungen der

Einsatzgruppen statt, kommentiert

vom technischen

Einsatzleiter der Ausstellung

. So zeigten in kleinen

--

Die Trinkwasseraufbereitungsanlage - stets ein effektvoller

Anziehungspunkt.

Praktische Vorführungen ergänzten die Geräteschau:

hier die Feldschmiede in Betrieb.

Übungen die Rohr-Gas­

Wasser-Gruppe und die

Abwasser-CI-Gruppe ihre

Fertigkeiten, der Bergungsdienst

demonstrierte das

Heben und Bewegen schwerer

Lasten mit Hilfe von

Derrik-Kran und Hydro-Heber

und führte an einem

zweigeschossigen "Trümmerhaus"

die Berg ung Verletzter

aus Höhen vor.

Wie üblich fanden die Arbeiten

mit der Sa uerstofflanze

starke Beachtung. Die Zuschauer

bedankten sich

bei den Akteuren mit spontanem

Bei fall. Der Einsatz

des Ve rkehrshilfe-Kombis

war besonders für die motorisierten

Interessenten eine

anschauliche Darstellung.

Fahrzeuge der " neuen Generation",

wie Schaufellader,

Dreiseitenki pper und

Gerätekraftwagen 72, fan-

Die Abwasser-ÖI-Gruppe demonstrierte das Absteigen

in die "Unterwelt" unter Atemschutz.

29


Wolfgang Baron, Leiter der KSL NW, Wesel / Fotos: Günter Sers

Merkmale und Aufbau der

Planübungen im Katastrophenschutz

2. Teil

Der didaktische Aufbau

der Planübungen

Das Übungsziel

Im Übungsziel konkretisiert sich der

Übungszweck im einzelnen. Vom

Übungsziel ausgehend und auf dieses

wieder hinlenkend muß sich der Aufbau

jeder Planübung gestalten.

Das Übungsziel ist als Ausbildungsziel

oder noch konkreter als Lehrziel festzulegen,

damit das Erreichen des Zieles

kontrollierbar bleibt. Mit ihm sollen

Thema und Aufgabensteilung der Plan·

übung formuliert werden.

Das Übungsziel einer Planübung kann

verschiedener Art sein: z. B.

fachdienstliche Zielsetzung,

fu nktionale Zielsetzung,

organisatorische Zielsetzung,

darstellende Zielsetzung.

Der Übungsrahmen

Der übungsrahmen wird im wesentlichen

schon durch das Übungsziel

abgesteckt. Es ist darauf zu achten,

daß der Übungsrahmen dem Üb ungs·

ziel angemessen bleibt. Der Übungs·

rahmen wird im einzelnen durch das

angenommene Schadensereignis oder

durch zugrundegelegte komplexe

Schadensereignisse bestimmt.

Diese bedingen wieder die mit dem

Übungsziel beabsichtigten Maßnahmen.

In einem Übungsrahmen, der

dem Einsatz einer Bergungsgruppe

angemessen wäre, läßt sich schwerlich

der Einsatz einer Bergungsbereitschaft

besprechen und üben. Das ist aber

der häufigere Fehler bei der Anlage

von Planübungen.

Als Hinweis für den Übungsrahmen

kan n gelten, daß z. B. der Einsatzbefehl

des Bereitschaftsführers (Fachführers,

Techn. Einsatzleiters) exakt den

Übungsrahmen für eine Planübung

auf Zugebene gibt oder der Zugführe

rbefehl de n Rahmen für die Planübung

einer Gruppe.

Vom Übungsrahmen hängen daher

auch Umfang und Aufwand einer Planübung

ab.

Der Übungsablauf

Der Übungsablauf ist so festzulegen,

daß er auf das Übungsziel hinführt.

Er soll den Übungsrahmen keinesfalls

-\ ..

i .

In Planspielen und ähnlichen Spielarten übernehmen die Teilnehmer die Rol·

len aller er10rderlichen korrespondierenden Führungsfunktionen, die sich aus

der Lage ergeben und möglichst praxisnah zu erfüllen sind.

Planübungshelfer befassen sich u. a. mit der technischen Vorbereitung des

Karten-, Anschauungs- und Obungsmaterials. Auch sonst wird von ihrer Geschicklichkeit

und Wendigkeit das äußere Bild und das Gelingen einer Planübung

beeinflußI.

31


überschreiten und muß sich so

"transparent" vollziehen. daß Ereignisse

und Maßnahmen stets in logischer

Folge und zeitlich aufeinander

abgestimmt erkennbar bleiben. Daher

ist der zei liehe Ablauf besonders

sorgfältig zu planen und im Zeitplan

möglichst in paralleler Anordnung

der Vorgänge festzulegen .

Das Obungsergebnis

Im Obungsergebnis sollte das Übungsziel

bestätigt werden. Das Übungsergebnis

kann nur durch objektive Kontrolle

an hand des festgelegten Ausbildungszieles

bzw. Lehrzieles der Planübung

ermittelt werden. Dabei soille

überprüft werden, ob und inwieweit

die gesteckten Ziele in bezug auf die

Durchführenden. in bezug auf die

Teilnehmer und ggf. in bezug auf die

"Sache". z. B. auf eine beabsichtigte

Problemlösung. erreicht worden sind.

Sind sie flicht oder nur teilweise erreicht.

sollten die Gründe dafür untersucht

und entsprechende Schlußfolgerungen

daraus gezogen werden. Es

wird dringend empfohlen. in jeder

Planübung am Schluß angemessene

Zeit zur Aussprache mit den Tei lnehmern

einzuplanen. Der Leitende sollte

dazu eine sachliche Kritik der Teilnehmer

herausfordern und daraus

seine Er


zufügen und hervorzuheben. Dieser

Teil kann - aber muß nicht einer Planübung

hi nzugefügt werden. In der

Entwicklung der Lage soll einerseits

auf die Entwicklung zum Schadensereignis

hin eingegangen, zum anderen

aber auch die schrittweise Entwicklung

der Abwehrmaßnahmen deutlich

gemacht werden. Dabei kommt es

darauf an zu zeigen, daß mit der Eskalation

der Gefahrenlage auch die Eskalation

der Gefahrenabwehr nicht

nur Schritt ha lten, sondern diese möglichst

noch überholen muß. Hierbei

soll u. a. überzeugend die Herstellung

der Einsatzbereitschaft der Katastrophenschutz-Dienste

von nur karteimä-

Schadenlage (Schadensereignis -

EInsatzmaßnahmen)

Dieser Teil bildet im allgemeinen den

Höhepunkt der Planübung und enthält

den eigentlichen Gegenstand und

Inhalt der humanitären Aufgabe. Voraussetzung

für eine realistische Schadenlage

ist immer, daß Art und Umfang

des Schadensereignisses / der

SchadensereignIsse und der nach

Stärke sowie Ausstattung beabsichtigte

Einsatz der Fachdienste miteinander

im Einklang stehen. Der Einsturz

eines Hauses rechtfertigt und

ermöglicht z. B. nicht den Einsatz

einer ganzen Bergungsbereitschaft.

Die Darstellung eines Schadensereig-

Schadensereignisses / der Schadensereignisse

zugleich auch die Schadenlage

in einem bestimmten Zusammenhang

deutlich machen und ohne

weiteres schon die Grundlage fur die

Entscheidungsfmdung und Befehlsgebung

bilden. Im übrigen kommt es

in der Schadenlage besonders darauf

an, die Funktionsabläufe, d. h. die

Systematik des Tätigwerdens zur Rettung

und Hilfeleistung nach den allgemeinen

Grundsätzen und Grundlagen

der Führung erkennbar werden

zu lassen.

Die Schadenlage darf aber nicht zum

Selbstzweck werden. Weitschweifige

Einlassungen über Ihre Ursachen und

Von der tebendlgen Schilderung und der möglichst ptastlschen Darstellung der Geschehnisse und Maßnahmen In der

Planübung hängt weitgehend die Motivation der Teilnehmer tü r das Verständnis der humanitären Aufgabe und für

die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit ab.

ßig erlaßten Helfern zu präsenten Einsatzformationen

in Mindeststärke dargeste

11 werden. Zugleich können ferner

die Probleme der Zusammenfassung

("Versammlung" ) und der Heranführung

der Kräfte und Mittel an das

Schaoengebiet demonstriert werden.

In dieser Phase der Planübung sollte

im übrigen begreifbar gemacht werden

, daß eine Alarmierung der Einhei·

ten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes

nicht identisch zu sein

braucht mit der Herstellung ihrer Einsatzbe'eitschaft.

34

nisses kann in Planubungen größeren

Umfangs, z. B. für Stabsmitglieder,

die nächstliegende AufgabensteIlung

kennzeichnen. die z. B. darin bestehen

könnte, durch Beschaffung und Auswertung

von Informationen und Schadensmeldungen

- ggl. auch durch

Erkundungsergebnisse - zunächst

ein möglichst zusammenhängendes

Bild der Schaden lage zu erstellen,

das erst dann die Beurteilung der

Lage und Entschlußfassung zuläßt.

In Planübungen mit begrenzten Rah·

men soll die Darstellung des

über Einzelheiten ihrer Entstehung

sind zur Rettung und Hilfeleistung

für die betroffenen Menschen - und

daher auch in der Planübung - nicht

von Interesse. Sie könnten nur in Aus·

nahmefällen unmittelbaren Einfluß

auf das Tätigwerden der KatS-Dienste

nehmen.

Dagegen soll die Schadenlage - soweit

nach Art und Umfang der Planübung

zweckmäßig - auch die wei tere

Ausdehnung und mutmaßliche Entwicklung

der Gefahren und Schäden,

insbesondere aber auch unmittelbare


und mittelbare Folgeschäden erkennen

und abschätzen lassen.

Je nach dem Übungsziel und dem

beabsichtigten Übungsablauf sollen

sich aus der Schadenlage die notwendigen

Einsatzmaßn ahmen ergeben.

Dabei müssen auf das Nächstliegende

bezogene, aber auch die weiterliegenden

Absichten vorbereitende Sofortmaßnahmen

besonders herausgestellt

werden. Sie können u. a. durch kurze

Vorbefehle veranlaßt werden. Mit ihnen

sollten ggf. zugleich auch Aufgaben

und Prinzipien der Selbsthilfe

bzw. des Selbstschutzes zum Tragen

gebracht und die Bedeutung entspreche

nder Maßnahmen hervorgehoben

werden. Sofortmaßnahmen werden

immer dann erforderlich sein , wenn

Zeit für ergänzende Informationen

über die Schadenlage (Erkundung)

- insbesondere tür das Erkennen des

Schwerpunktes - sowie für das Heranführen

und Entfalten der Kräfte und

Mittel der KatS-Dienste gewonnen

werden muß.

Den Einsatzmaßnahmen gehen Entscheidungsfindung

und Entschlußfassung

für die Kräfteverteilung mit dem

Ziel der Schwerpunktbildung sowie

für die dazu erforderliche Organisation

der Führung (Regelung der Unterstellungsverhältnisse)

voraus.

Alle diese Führungsfunktionen gipfeln

schließlich in der Befehlsgebung.

Ihr muß in jeder Planübung ein ausrei-

chender Spielraum gegeben werden,

damit auch die Befehlstechnik praktisch

geübt werden kann. In PIanbesprechungen

kann es dazu für ungeübte

Teilnehmer sehr förderlich sein,

u. a. die Befehle zunächst in kleineren

Gruppen erarbeiten und anschließend

gemeinsam erörtern zu lassen .

Je nach dem Übungsziel wird im

Rahmen der Einsatzmaßnahmen auch

der Einsatzüberwach ung große Bedeutung

zukommen. Sie sollte in Planübungen

für Stabsmitglieder und

in Stabsrahmenübungen besonders

hervortreten. Unter dem Begriff der

Einsatzüberwachung werden u. a.

die Überwachung der Schadenlage

(Folgeschäden), der Kräfteverteilung

(Verstärkungen, Ablösungen), die notwendig

werdenden Betreuungsmaßnahmen

(Registrierung) aber auch

die ständige Überwachung der FM­

Verbindungen (Informationsfluß) und

aller Versorgungsmaßnahmen zusammengefaßt.

Nicht zuletzt soll durch

die Einsatzüberwachung auch die

Erfüllbarkeit gegebener Einsatzbefehle

und getroffener Einsatzmaßnahmen

überprüft, Friktionen bei der Durchführung

der Befehle und Hindernisse

im Zusammenwirken der Fachdienste

behoben und letztlich der beabsichtigte

Erfolg der Einsatzmaßnahmen

unter Kontrolle gebracht werden. Die

ErfolgSkontrolle soll daher auch eine

Planübung beschließen.

Hier besprich t der Fachdienstleiter Bergung mit den Lehrgangsteilnehmern

an einem Modell die Probleme, die bei der Bergung aus Hochhäusern und

auch bei der Brandbekämpfung entstehen.

Die Mitwirkenden und ihre

Funktionen

Leitende

Vom Leitenden gehen Idee und Impuls

zur Planübung aus. Das setzt voraus,

daß der Leitende die Planübung auch

selbst erarbeitet.

Dazu gibt er Anregungen und Denkanstöße

für die Planung und Stoffsammlung,

gleichermaßen wie in seinen

leitenden Funktionen in der Durchführung

der Planübung. Ihm obliegt die

Interpretation der Inhalte in den einzelnen

Teilen wie auch der Zusammenhänge

in den Schadensereignissen,

in der Organisation der Führung

und in den Einsatzmaßnahmen. Von

der lebendigen Schilderung und von

der möglichst plastischen Darstellung

der Geschehnisse und Maßnahmen

in der Planübung hängt weitgehend

die Motivation der Teilnehmer für das

Verständnis der humanitären Aufgabe

und für die Bereitschaft zur aktiven

Mitarbeit ab. Dazu werden vom Leitenden

mit einem hohen Maß an Phantasie

und Überzeugungskraft zugleich

auch fachliche Beherrschung der Materie

und didaktisch-methodische Gewandtheit

verlangt.

Schließlich obliegt dem Leitenden

die Auswertung und Beurteilung der

erbrachten Ergebnisse sowie die Erfolgskontrolle

im Hinblick auf die angenommene

Lage wie auch in didaktischer

Hinsicht auf die Planübung

selbst.

Die Leitungsgehilfen

Die Leitungsgehilfen unterstützen

den Leitenden durch die Erarbeitung

fachlicher, fachdienstlicher und organisatorischer

Details und entlasten

ihn durch Übernahme der Leitung

in fachdienstlichen Teilbereichen.

Sie sollen dazu auch Erläuterungen

und Interpretationen zu einzelnen

fachlichen Problemen geben. Das

erfordert eine enge Zusammenarbeit

mit dem Leitenden und ein Eingehen

auf seine Zielvorstellungen. Leitender

und Leitungsgehilfen bilden daher

stets ein Arbeitsteam.

Nicht zuletzt sind die Leitungsgehilfen

(ist ein Leitungsgehilfe) auch für den

äußeren Rahmen und die organisatorische

Abwicklung der Planübung sowie

für die Betreuung der Teilnehmer verantwortlich.

Die Planübungshelfer

Je nach Art und Umfang der Planübung

werden für die Erarbeitung,

Vorbereitung und Durchführung einer

Planübung ein oder mehrere Planübungshelfer

benötigt. Es sollen

handwerklich und fachlich versierte

35


Mitarbeiter sein, denen die technischen

Vorbereitungen des Karten-,

Anschauungs- und Übungsmaterials

übertragen werden. Ihnen obliegt die

Installierung der Übersichts- und Lagekarten,

die Vornahme zeit- und lagegerechter

Veränderungen bei einem

Szenenwechsel und überhaupt die

Lagekartenführung, soweit nicht Teilnehmer

damit beauftragt werden. Sie

haben Schreib- und sonstiges Arbeitsmaterial

bereitzulegen und die

vorbereiteten Planübungsunterlagen

nach Weisung auszugeben. Von dem

Mitdenken, der Geschicklichkeit und

Wendigkeit der Planübungshelfer wird

das äußere Bild und das Gelingen

einer Planübung oft wesentlich beeinflußt.

Schlußbemerkung

In der Ausbildung der Führungskräfte

der Katastrophenschutz-Dienste haben

36

Blick in die verbunkerte Befehlsstelle

eines OKD an läßlich einer Rahmenübung,

bei der die Führungskräfte

die zu den einzelnen Zeitabschnitten

gegebenen SituatIonsschilderungen

aus ihrer persönlichen Beurteilung

und hinsichtlich ihrer zu erfüllenden

Führungsaufgaben zu analysieren

und in situationsgerechtes Handeln

umzusetzen haben.

Ptanübungen einen hohen Wert. Um

sie für die Ausbildung und Fortbildung

sinnvoll einsetzen und in vollem Um ­

fang nutzbar machen zu können, muß

man ihre Merkmale und ihren Aufbau

kennen . Dann wird man auch die unterschiedlichen

Bezeichnungen und

Begriffe richtig verstehen und anwenden.

Oie vorstehenden Ausführungen, die

auf Einzetheiten der Anlage und

Durchführung der Planübung bewußt

verzichteten , wollten im übrigen Vorurteile

abbauen und vorbereitetes

Interesse für Planübungen im Katastrophenschutz

wecken. Abschließend

ist noch hinzuzufügen, daß sich diese

Art der Ausbildung auf der Standortebene

erfahrungsgemäß auch für die

planerischen und organisatorischen

Vorbereitungen des Katastrophenschutzes

in den Kreisen und krfr.

Städten stets sehr vorteilhaft ausgewirkt

hat.


Das Telefon wird 100 Jahre alt

Ein Rückblick auf eine stürmische Entwicklung

Was wäre der Katastrophenschutz

ohne den Fernmeldedienst?

Dieser erfüllt

zwar seiner Funktion

nach keine unmittelbaren

Rettungsaufgaben, sonde rn

leistet Hilfsaufgaben

für den koordinierten

und gelenkten Einsatz

der Hilfskräfte; doch

als Führungsmitlel ist

der Fernmeldedienst

ganz einfach unentbehrlich,

weil er einerseits die

Fernmeldeverbi ndungen

zwischen der Führung

und den Einheiten bzw.

Einrichtungen herstellt,

andererseits aber auch

für entsprechende Verbindungen

der Einheiten

und Einrichtungen des

Katast rop he nsch utzes

untereinander sorgt.

Ohne die bahnbrechende

Entwicklung des Fernmeldewesens,

das vor 100

Jahren seinen Anfang

nahm, wäre heute weder

im Katastrophenschutz

noch im Rettungswesen,

weder bei der Polizei

noch bei der Bundeswehr

und anderen wichtigen

Institutionen ein schnelles

und planvolles Handeln

möglich. Schon darum

lohnt es sich, auf die

Entwicklung, die die

öffentliche Fernsprechtechnik

bei uns genommen

hat, zurückzublicken.

18 Millionen Fernsprecher

in Betrieb

Nach den bereits 1861

vorausgegangenen Experimenten

zur elektrischen

Te lefonie durch den Deutschen

Philipp Reis meldete

am 14. Februar 1876

der amerikanische Taub-

Hundert Jahre Fernsprechgeschichte symbolisiert die junge Dame, die in der einen

Hand ein Siemens-Telefon au s der Zeit um 1880 hält, wä hrend der Hörer am anderen

Ohr zu dem neuen Fernsprecher der Deutschen Bundespost gehört.

stummenlehrer Alexander

Graham Bell in Washington

einen .. elektromagnetischen

Fernhörer" zum Patent

an. Durch Zeitungsnotizen

über die Vorführung

solcher Apparate auf

der Weltausstellung in

Philadelphia kamen erste

Nachrichten darüber

nach Deutschland. Zwei

daraufhin aus Amerika

beschaffte Telefone beeindrucktenGeneralpostmeister

von Stephan so sehr,

daß er sich von Siemens

für weitere Versuche

zusätzliche Geräte anfertigen

ließ. Schon 1878

wurden dann in Berlin

täglich bis zu 700 Telefone

einer verbesserten Ausführung

produziert - heute,

ein Jahrhundert später,

sind in der Bundesrepublik

Deutschland rund 18

Mill ionen Fernsprecher

in Betrieb.

Von der manuellen

Vermittlung zum

Wähleramt

Das erste öffentliche

Fernsprechamt mit 48

Anschlüssen wurde am

, . April 1881 in Berlin

erÖffnet; zur manuellen

Vermittlung der Gespräche

dienten Klappenschränke.

Ende 1881 gab es bereits

458 Fernsprechteilnehmer,

drei Jahre später über

2000. Ein Gespräch kostete

damals 50 Pfennig. 1897

wurden von neun großen

Fernsprechämtern schon

20 Millionen Ferngespräche

nach den von Berlin aus

erreichbaren 380 Orten

mit FernspreChanschlüssen

37


nledersOOHsen (9

Informieren - Lehren

Um Rückschau auf das Arbeitsjahr

1975 zu halten und die gemeinsame

Aussage tür Information und Ausbildung

für 1976 festzulegen, hatte die

Dienststelle Celle die ea Lehrkräfte

zu einer Arbeitsgemeinschaft eingeladen.

In der Begrüßung hob der

Dienststellenleiter die hervorragenden

Leistungen der vergangenen Jahre

auf dem Gebiet der Ausbildung und

Information hervor. Diese Leistungen

konnten nur erreicht werden, indem

ein gutes Verhältnis zwischen Helfern

und der Dienststelle gepflegt wurde.

Fachliches Wissen , Lehrgeschick

und Einsatzbereitschaft sind weitere

Grundpfeiler des Erfolges. Der Umgang

mit Schülerinnen und Schülern

der verschiedenen Schularten stelle

den Se-Lehrer vor immer wechselnde

Situationen, Beamte, Soldaten und

Bürger dagegen verlangen eine andere

Gestaltung des zu vermittelnden

Lehrstoffes. Um den Leistungsgrad

zu erhalten und zu erweitern, bedarf

es der laufenden Schulung. Aus diesem

Grunde hatte der Dienststellenleiter

den Helfervertreter Realschullehrer

Mauer gebeten , einen Vortrag

über die Grundsätze des Lehrens,

den Umgang mit jungen Menschen

und die Vorbereitung des zu vermittelnden

Lehrstoffes zu halten. Äußerst

aufschlußreich war die Darlegung

der körperlichen und geistigen Entwicklung

der Menschen seit der

Jahrhundertwende. Der Vortragende

brachte viele lehrreiche und interessante

Beispiele aus seiner langjährigen

Tätigkeit als Pädagoge, die in

eine lebhafte Diskussion mündeten.

. Aktuelle Themen

Zu einem Zivil- und Katastrophenschutzseminar

hatten sich Vorstandsmitglieder

der CDU-Frauenvereinigung,

des Landvolkes und der

Erwachsenenbildung aus dem Regierungsbezirk

Stade in Cuxhaven getroffen.

Obwohl viele von ihnen wegen

der Sturmflutvorhersage die

Nacht vorher zum Tage gemacht

hatten. konnte die Bezirksvorsitzende

der CDU-Frauenvereinigung, Brigitte

Langenhagen, 34 Teilnehmerinnen

begrüßen. Der Termin am 21 . Dezember

ließ an aktuellen Anlässen nichts

zu wünschen übrig: Obernormale

Hochwasserstände, gebrochene Deiche

, Sturmflutwarnungen in Radio

und Lautsprecherdurchsagen waren

selbst im Tagungslokal wahrnehmbar.

Kein Wunder, daß die Diskussionsbeiträge

immer wieder auf den Katastrophenschutz

zurückkamen. Oie Referenten

MdL A. Teyssen, Fachgebietsleiter

Kaufner, BVS-Lehrerin Heidemarie

Meyer und Dienststellenleiter

Eversmann konnten jeweils in ihren

Referaten mit diesem aktuellen Thema

beginnen. Als aufmerksamer Gast

nahm auch der CDU-Bundestagskandidat

Dr. Wolfgang von Geldern an

der Veranstaltung teil. Die Teilnehmerinnen

brachten übereinstimmend

zum Ausdruck, daß sie sich durch

dieses Seminar bereichert fühlten

und schon in nächster Zeit an einem

Grundlehrgang teilnehmen möchten.

Nachruf

Am 20. Dezember verstarb an den

Folgen eines Unfalls die Köchin der

BVS-Schule Voldagsen, Frau Martha

Handelsmann.

Sie begann ihre Tätigkeit am

2. 9. 1958. Als Vertreterin der Gruppe

der Arbeiter im BVS vertrat sie seit

1961 deren Interessen im Hauptpersonairat.

Der Verband verliert eine

langjährige Mitarbeiterin, die durch

ihre temperamentvolle Art, ihr besonderes

Engagement und steten Frohsinn

wesentlich dazu beigetragen

hat, daß die BVS-Schule Voldagsen

zu einem gern besuchten Mittelpunkt

wurde. Ihre ständige Bereitschaft,

sich auch für die persönlichen Belange

der Mitarbeiter einzusetzen,

war ein Zeichen ihrer besonderen

menschlichen Verbundenheit. Der

schmerzliche Verlust, der uns alle

bewegt, ließ eine Lücke entstehen,

die schwer zu füllen ist. Am 27. De-

zember wurde sie in Behrensen beigesetzt.

Die Kolleginnen und Kollegen

der BVS-Schule in Voldagsen und

der Landesstelle sowie eine große

Zahl von Freunden gaben ihr das

letzte Geleit.

Am 14. Dezember 1975 verstarb in

Peine der im Ruhestand lebende

ehemalige Hauptsachgebietsleiter

(Personal) der Landesstelle Niedersachsen

Hans-Werner von Sydow.

Er trat 1952 dem BLSV bei und leitete

bis zu seiner hauptamtlichen Einstellung

die Kreisstelle Peine. In dieser

Zeit hat er wesentlich zum Aufbau

dieser Dienststelle beigetragen. Als

Hauptsachgebietsleiter hat er im Stab

der Landesstelle bis zu seiner Pensionierung

im Jahre 1964 erfolgreich

gewirkt. Oie Landesstelle wird sein

Andenken ehrend bewahren.

A. Gohlke geehrt

Die Dienststelle Cuxhaven verabschiedete

ihren langjährigen Mitarbeiter

Albrecht Gohlke, dem zunächst

Bereichsbeauftragter Werner Willms

die Ehrennadel des Verbandes überreichte.

Dienststellenleiter Heinrich

Eversmann würdigte die Verdienste

dieses Helfers, der seit einem Jahrzehnt

immer anwesend war, wenn

es galt, auszubilden, aufzuklären

oder den BVS-Obungsplatz zu betreuen.

Im Namen der Stadt Cuxhaven

übermittelte Stadtrechtsrat

Hans-Peter Conrady den Dank und

überreichte ein Geschenk. Weitere

Geschenke seiner ehemaligen Mitarbeiter

machten auch äußerlich deutlich,

daß mit Albrecht Gohlke ein

geachteter und beliebter Mitarbeiter

satzungsgemäß ausscheiden mußte.

Aus dem Kreis der zahlreich erschie-

39


Preis träger des "Selbstschutz· Testes" beim Empfang im Jülicher Ra thaus

mit (v. r.) Amtsrat Hucko, Stadtdirektor Schröder und BVS-Dienststellenleiter

Jansen.

auch in Zukunft seine besondere

Aufmerksamkeit widmen. BVS­

Dienststellenleiter Jansen hob

die gute Unterstützung durch die

Stadtverwaltung hervor. Stadtdirektor

Schröder und Amtsrat Hucko. Leiter

des Ordnungsamtes, seien tatkräftige

Förderer des Selbstschutzes. Neben

zahlreichen Veranstaltungen der

Öffentlichkeitsarbeit in Hauptund

Realschulen, Gymnasien und

berufsbildenden Schulen werden

in Jülich regelmäßig Grundlehrgänge

in den Abendstunden durchgeführt.

Oie Teilnehmer an diesen Kursen

kommen meist aus den Aufklärungsveranstaltungen.

Von den 32855

Bürgern Jülichs besuchten 1351

einen Selbstschutzgrundlehrgang.

50 000 Besucher kamen

In Zusammenarbeit mit dem Zivilschutzamt

und den Katastrophenschutz-Einheiten

der Stadt Hagen

wurde die Ausstellung " Rund um

den Katastrophenschutz" gezeigt,

die Gerhart Baum eröffnete. Die

Zelte der Organisationen und die

"Zwischen Rhein und Weser" berichtete

ausführlich übe r die Demonstration

der Landesstelle in der

Ständigen Fertighaus-Ausstellung

halbstündlich wechselnden Vorführungen

fanden das Interesse von

etwa 50000 Besuchern. So setzte

die Hagener Feuerwehr ihre 30-m­

Drehleiter ein und führte abends

im Scheinwerferlicht Abseil-Übungen

vor. Das THW zeigte das Durchschweißen

eines Betonblocks mit

der Sauerstofflanze. Besondere

Attraktion war die Landung des

ADAC-Hubschraubers " Christoph 8"

sowie die des Bundeswehr-Hubschraubers

innerhalb des Ausstellungsgeländes.

Als Höhepunkt

kann man eine von der Feuerwehr

und der Polizei arrangierte " Unfall­

Simulation" unter Mitwirkung des

leitenden Arztes am Marienhospital,

Professor Dr. Stoffregen, werten:

Zwei Autos " stießen " auf dem

Ausstellungsgelände zusammen.

Der Arzt hatte das gesamte Unfallgeschehen

und die Hilfsmaßnahmen

auf einem Tonband eingefangen,

so daß sie über die Verstärker-Anlage

des Ausstellungs-Geländes täuschend

echt wiedergegeben werden konnten.

Viele Zuschauer empfanden die

Übung als beklemmende Wirklichkeit.

Anerkennung gefunden

Nach Abschluß der Sonderausstellung

" Rund um den Katastrophenschutz"

in Oberhausen erreichte

"Der Mensch in der Gefahr", eine

Ausstellung von Skizzen Henry Moores

, wurde in RecklinghalJsen gezeigt.

Zu r Erö ff nung in der Kassenhalle

der Stadtsparkasse fanden

sich u. a. ein: (v. I.) BVS-Fachgebietsleiter

Merten, BVS-Landesstellenleiter

Kopsieker, der Leiter des

Zivilschutzamtes, Hennecke, Sparkassendirektor

Peters und Bra nd ­

amtmann Schlüter.

die Landesstelle folgendes Schreiben

der Stadtverwaltung:

" Die hinter uns liegende Ausstellung

,Rund um den Katastrophenschutz'

war nach Ansicht der Beteiligten,

Ehrengäste und sonstigen Besucher

recht erfolgreich. Sie hat ihren

Zweck, die Einwohner Oberhausens

über die vielseitigen Aufgaben

des Katastrophenschutzes zu informieren

und dabei besonders in

der Öffentlichkeit zu verdeutlichen,

daß hier eine sinnvolle und fördernde

Zusammenarbeit zwischen den

Hilfsorganisationen, dem Bundesverband

für den Selbstschutz und

der Stadt Oberhausen praktiziert

wird, erfüllt. Das ist auch durch

mehrere Presseveröffentlichungen

bestätigt worden.

Ich darf mich bei Ihnen für Ihre

Mitarbeit bei der Ausstellung, die

wesentlich zum Gelingen beigetragen

hat, herzlich bedanken und Sie

bitten, diesen Dank auch an Ihre

Mitarbeiter und Helfer zu übermitteln,

insbesondere an Herrn Kirfel , der

die Ausstellung in Ihrem Namen

eröffnet hat."

in Oberbarmen. Das Modell des

Schutzraumes wird bis 1979 zu sehen

sein. Es werden also viele hun ·

derttausend Bau inte ressenten über

die vielfältigen Möglichkeiten des

Schutzraumbaus inform iert. " Christoph 8" landete auf dem Ausstellungsgelände in Hagen.

L-________________________________________ _ _

41


Aus NW kurz berichtet

Mlnden. 143 Selbstschutzlehrgänge

mit 3 475 Teilnehmern - mit dieser

Bilanz ist 1975 für die BVS-Dienststelle

seit 1966 das erfolgreichste

Jahr. Selbstschutzbeauftragter Karl

Brinkmann hält damit die personellen

Möglichkeiten für ausgeschöpft. Eine

Steigerung sei beim besten Willen

nicht möglich. Der Auffassung, daß

für die hohe Zahl Führerscheinbewerber

verantwortlich sind , muß widersprochen

werden; sie stellen nur

ein Viertel der Absolventen.

Gelsenkirchen. In der " Stadt der

tausend Feuer" haben BVS und Autohaus

Schmidt ein Beispiel für die

Möglichkeiten einer Zusammenarbeit

demonstriert. Der Händler bot seinen

Kunden einen Pannenkurs an , der

mit Informationen über Sofortmaßnahmen

am Unfallort kombiniert war.

Ma rI. Unter dem Motto " Der Mensch

im Mittelpunkt" zeigte die BVS­

Dienststelle Recklinghausen im Informationszentrum

der Insel Marler

Stern eine Tafelausstellung. Ergänzt

wurde diese Ausstellung mit der Aussage

" Hilfe durch Selbstschutz" sowie

mit weiteren Tafeln der Dienststelle

Recklinghausen mit dem Thema

" Das geht jeden an ". Die Ausstellung

in dem Einkaufszentrum wurde von

960 Bürgern besucht.

Aachen. Die BVS-Dienststelle ist

mit ihrer Arbeit zufrieden. Nach dem

200. Grundlehrgang konnte Dienststellenleiter

Erich Janke den 4000.

Lehrgangsteilnehmer auszeichnen.

Im Silzungssaal des Finanzamtes

Aachen-Rothe Erde nahm Roswitha

Feldhäuser aus Übach-Palenberg

"Familienunternehmen"

Die ideale Verbindung von Einsatz

für den BVS und Familienleben

nat Fachlehrer Hans Runge von

der Dienststelle Heidelberg gefunden.

Er berichtet: " Unsere familiären

Verhältnisse lassen es zu, daß

rnelne Frau und ich uns gemeinsam

dem BVS zur Verfügung stellen

können. Dies ist keinesfalls ein

besonderer Verdienst, im Gegenteil

sind wir sehr dankbar, daß wir

nach meiner vorzeitigen Pensionie-

42

zwei Geschenke entgegen. Janke

überreichte einen Feuerlöscher für

das Auto, Oberstadtdirektor Dr. Heiner

Berger ein Verbandkissen. Das

Finanzamt Rothe Erde ist beim Aufbau

des Behördenselbstschutzes

vorbildlich: Allein 1975 kamen 130

Mitarbeiter zu Lehrgängen.

Wermelskirchen. Im Rheinisch-Bergisehen

Kreis arbeiten die Hilfsorganisationen

gut zusammen. Damit die

Kooperation auch im Ernstfall funktioniert,

sollen alle Organisationen

Mitte dieses Jahres mit einer einheitlichen

Einsatzkarte ausgestattet werden.

Die Einsatzbefehle können dann

mIt Hilfe eines Koordinatennetzes

unmißverständlich nach einer

Zahlenkombination erteilt werden,

die Verwechslungen ausschfießt.

ReckfInghausen. Erstmalig im

Dienstbereich wurde eine Ehrenurkunde

für 20fähnge Mitarbeit ausgehändigt.

Die Urkunde überreichte

Dienststellenleiter Peter Eykmann

(MdL) fur ihre treue Mitarbeit an Frau

Jutta Eggers, die ihre ehrenamtliche

Tätigkeit 1954 in der Ortsstelle Bremen

aufnahm und seit 1966 in Recklinghausen

aktiv ist. In Veranstaltungen

und Lehrgängen hat Frau Eggers

ihr Wissen und Können als

BVS-Fachlehrerin und Rednerin mit

Erfolg eingesetzt. Weiter erhielten

für 10jährige Mitarbeit folgende Mitarbeiter

die Ehrenurkunde: Siegfried

Marx (Datteln), Herbert Reschke (Waltrop)

und Albert Hase (Recklinghausen).

Köln. Im Dezernat 111 der Stadtverwaltung

überreichte Beigeordneter Edmund

Fey in Anwesenheit des BVS­

Bereichsbeauftragten Leufgens dem

rung eine so verantwortungsvolle,

nützliche und gemeinsame Tätigkeit

gefunden haben. Zwar fasse ich

jetzt öfter einmal zu Hause im

Haushalt mit zu , dafür steht mir

aber meine Frau manchmal bis

zu vier Vormit1age in der Woche

als Helferin in den Schulen getreulich

zur Seite. Gerade beim Grundlehrgang

sind wir schon nach kurzer

Zeit so gut aufeinander eingespielt,

daß sich dies auch auf die Ausbildung

und Methodik sehr vorteilhaft

auswirkt, so zum Beispiel bei praktischen

Übungen in Klassen mit

langjährigen Leiter der Öffentlichkeitsarbeit

der BVS-Dienststelle,

Hanns Chantrain. eine Ehrenurkunde

als Dank und Anerkennung für die

zum Wohle der Allgemeinheit geleistete

über 20jährige Mitarbeit. Chantrain

ist Träger der Ehrennadel und

besitzt u. a. Auszeichnungen der Civil

Defence Canada und der Protection

Civile Frankreich.

Rheda -Wied enbrück. Unter der

Schirmherrschaft von Bürgermeister

Fritz Stratmann stand die Ausstellung

" Der Mensch im Mittelpunkt", die

von der Gütersloher BVS-Dienststelle

in der Schalterhalle der Kreissparkasse

gezeigt wurde. Der Bürgermeister,

selbst aktiver Feuerwehrmann,

bejahte die Schau, weil sie den Bürger

darauf aufmerksam mache, wie

er sich schützen kann . Dienststellenleiter

Heinrich Bäurich betonte: "Wer

Hilfe erwartet, muß auch selbst bereit

und in der Lage sein, Hilfe zu geben."

Der tätige Einsatz sei entscheidend.

Mönchengladbach. " Oberstes Gebot

aller Unterweisungen ist das Bemühen

des Verbandes, die vorhandene

Bereitschaft des Bürgers zum Helfenwollen

in ein funktionierendes

Helfenkönnen umzuwandeln" , so

umreißt Adelbert Michalski, in der

BVS-Dienststelle für Öffentlichkeitsarbeit

zuständig, die AufgabensteIlung.

Daß in Mönchengladbach erfolgreich

gearbeitet wird, belegen

folgende Zahlen: An 127 Selbstschutzlehrgängen

nahmen 2 145 Personen

teil. Bei Selbstschutzübungen

wurden 90 Mitarbeiter von Behörden

als Einsatzkräfte gezählt. 34 Veranstaltungen

des Referates Öffentlichkeitsarbeit

wurden von 627 interessierten

Bürgern besucht.

Jungen und Mädchen. Warum

ich überhaupt von uns berichte?

feh wollte eine Anregung geben,

ob nicht vielleicht auch andere

Mitarbeiter gemeinsam als Eheleute

tätig werden wollen. Es ist wirklich

ein Idealzustand fur die Ausbildung.

Bei den Schulleitungen stoßen

wir bei unserer Vorstellung zu

Beginn zunächst auf Erstaunen,

dann aber jedesmal auf freudiges

Verständnis für die Durchführung

unserer Ausbildung und deren

Gestaltung."


Auf Anforderung des Kommandeurs

des Fernmeld e-Regim ents 31 ,

ObersUeutnant Schulze-Th esing,

Frelslng, sprach Dienststellen leiter

lYillibald Schma lzl (BVS-Dienststelle

München-Land) vor 27 Offizieren

iJber das Thema : Oie Zivilverteidigung

und der Zivilschutz in der BRD.

Der Vortrag fand im Rahmen der

Offiziers weiterbildung statt.

In den Ruhestand

Friedrich Wilhelm Jäger, Fachbearbeiter

für die Ausbildung der Dienststelle

Bamberg. ging am 31 . 12. 1975

nach mehr als 1 Ojähriger Tätigkeit

in den wohlverdienten Ruhestand.

In einer Feierstunde wurde ihm

die Dankurkunde der BundeshauptsteIle

überreicht. Der Bereichsbeauftragte

und Vorsitzende des Personalrates,

Konrad Weigl, brachte in

einem Schreiben seine guten Wünsche

für den Ruhestand zum Ausdruck.

Jäger Wird der BVS-Dienststelle

Bamberg als ea Fb 11 1 sowie

als Fachlehrer und Redner auch

weiterhin zur Verfugung stehen .

Im Rahmen dieser Feierstunde

konnten an Helfer und Bedienstete

3 Ehrenurkunden für 15jährige

und 8 Ehrenurkunden für 10jährige

Mitarbeit überreicht werden.

Mit Eduard Frenz,

dem Bereichsbeauftragten

in Augsburg,

ist einer der

dienstältesten

Mitarbeiter

im Bereich der

Landesstelle

Bayern in den

Ruhestand getreten.

Im Mai 1954 begann er in der Gemeinde

Großäechsendorf im Land-

kreis Höchstadt/Aisch als Fachberater

und übernahm im Februar 1956 die

Leitung der Kreisstelle, gleichzeitig

leitete er die 3. Fahrbare Schule,

deren Tätigkeitsgebiet ganz Nordbayern

war. 1959 wurde er als Sachbearbeiter

zur Landesstelle versetzt. Ein

Jahr später wurde er zum leiter der

Bereichsstelle München-Ost berufen.

In Augsburg war er seit dem 1. Oktober

1962 tatig, zuerst als BezirkssteIlenleiter

und zuletzt als Bereichsbeauftragter.

Auf dem Personalvertretungssektor

gehörte er viele Jahre

dem Bezirkspersonalrat und 15 Jahre

dem Hauptpersonalrat an. Die Verdienste,

die sich Eduard Frenz im

Laufe der Jahre erworben hat, wurden

bei seiner Verabschiedung von

verschiedener Seite gewürdigt, im

Dezember vom Hauptpersonalrat

in Anwesenheit des Direktors Franke

in Essen, in Augsburg vom Regierungspräsidenten

Frank Sieder und

im Januar während einer Dienststellenleiter-Tagung

in Tutzing vom Landesstellenleiter

Konrad Hinderberger.

In seiner Abschiedsrede betonte Eduard

Frenz, daß er dem Bundesverband

für den Selbstschutz stets verbunden

bleiben werde.

SOHL8SWIG"'HOLST8In C!)

Dank und Anerkennung

Herzliche Worte des Dankes und

einen schweren Zinnteller mit

Schleswig-Holstein-Motiven konnte

Waldemar Plewig auf einer Dienststellenleiter-Besprechungentgegennehmen

. Anlaß dieser Ehrung war die

Tatsache, daß Plewig, Leiter der Pinneberger

Dienststelle des BVS, mit

Erreichung der Altersgrenze aus dem

Staatsdienst scheiden muß. LandessteIlenleiter

Franz Beiter würdigte

die Arbeit Plewigs und hob dessen

Ve rdienste um das Hamburger Randgebiet

hervor. Einziger Trost sei, daß

Waldemar Plewig nach seiner Pensionierung

noch zwei Jahre als ehrenamtlicher

Mitarbeiter für die Offentlichkeitsarbeit

weiter in der

Dienststelle Pinneberg tätig sein wird.

" lc'1 mochte meine Arbeit - auch

wenn sie mal um Ecken ging und

holperte", sagte Plewig bei der Verabschiedung.

Immerhin hatte er

schon 1965 die seinerzeit vakante

Stelle des Kreisstellenleiters des da-

44

maligen Bundesluftschutzverbandes

übernommen. " Ich sah meine Aufgabe

darin, den Stab bewährter

ehrenamtlicher Helfer zu fördern

und allmählich die alte durch die

junge Generation zu ersetzen."

Er selbst ist Jahrgang 1911 und bezeichnet

sich als "unbequemen Untergebenen".

Deshalb machte er sich

seine Arbeit auch nicht leicht. Sein

Ziel: "In jeder Situation müssen wir

auf einen Notfall vorbereitet sein.

Das gilt nicht nur für den Kriegsfall,

sondern viel mehr im täglichen leben!"

Der Zinnteller, den Plewig von seinen

Kollegen der Landes- und Dienststellen

zum Abschied bekam, soll einen

Platz zwischen seinen Jagdtrophäen

erhalten. Wandern, Hege und Pflege

des Wildes bei befreundeten Pächtern,

Briefmarkensammeln und natürlich

der BVS sollen seine Ruhestands-Hobbys

werden.

Oie Dienststelle Pinneberg wird vom

Dienststellenleiter von Itzehoe, Gustav

v. Gruenewaldt, vorläufig mitbetreut.

Zwischen Nord· und Ostsee

Neumünster. Im Hotel "Tannhof"

führte der BVS eine Informationstagung

" Selbstschutz" mit leitenden

Persönlichkeiten aus Industrie, Handel

und Gewerbe durch.

" Nach dem Gesetz ist der Selbstschutz

in die freie Verantwortung

eines jeden Bürgers gestellt. Wenn

alle Menschen bereit sind, den

Selbstschutz zu praktizieren, bedeutet

das einen erheblichen Sicherheitszuwachs.

" Dies betonte Fachgebietsleiter

Dieter Hoberg in seinen Ausführungen

über Wesen und Sinn des

Selbstschutzes und die Aufgaben

des BVS im großen Rahmen der Zivilverteidigung.

Unter dem Thema "Der Mensch in

der Katastrophe" brachte Ministerialrat

Dr. med. Klaus Zur vom Ministerium

für Soziales und Gesundheit

den Zuhörern die ewige Auseinandersetzung

des Menschen mit Gefahren

aller Art ins Bewußtsein. Den zunehmenden

Bedrohungen musse zuneh-


me nd ein wirksamer Schutz entgegengestellt

werden.

Über Öffentlichkeitsarbeit und Ausbildungstätigkeit

des BVS informierte

der Leiter der BVS-Dienststelle Neumünster,

Harald Mick. Zur Veranschaulichung

seiner auf die Praxis

der Selbstschutzarbeit gerichteten

Darlegungen zeigte die Fahrbare

Ausbildungsstelle Neumünster des

BVS Ausschnitte aus dem Ausbildungsprogramm.

Mit dem Appell,

der Bejahung des Selbstschutzgedankens

dessen praktische Verwirklichung

folgen zu lassen, beschloß

Mick die Veranstaltung, die aufgrund

der geführten Diskussionen und Gespräche

ein Erfolg für die Arbeit der

BVS-Dienststelle zu werden scheint.

Pinneberg. Einen Informationsbesuch

im Kernkraftwerk Stade unternahmen

die Mitarbeiter der BVS-Dienststelle

Pinneberg. Groß war die Überraschung,

als sie die Genehmigung

bekamen, auch den Bereich des

" Containments" - sozusagen das

Herz der Anlage mit dem Reaktorzu

besichtigen. Die knallgelbe

Schutzbekleidung übergestreift,

konnten sich die Teilnehmer von

den vielfältigen Sicherheitsmaßnahmen

überzeugen. Komprimierte Informationen

, eine Dia-Schau, Fragen

und Antworten rundeten die Besichtigung

ab. Beeindruckendstes Experiment:

Eine Armbanduhr mit Leuchtzifferblatt

ließ den Geigerzähler weitaus

mehr ausschlagen als das Hauptdampfrohr

unmittelbar hinter dem

Reaktor.

Personalien

Als ehrenamtlicher Mitarbeiter tür

die Öffentlichkeitsarbeit der LandessteIle

wurde Redakteur Eberhardt

Post, Mitglied der schleswig-holsteinischen

Landespressekonferenz,

gewonnen.

Reinhard Penner, bisher ehrenamtlicher

Mitarbeiter der BVS-Dienststelle

Kiel, arbeitet seit dem 2. Februar

hauptamtlich in der BVS-Dienststelle

Lübeck.

Am 2. Januar 1976 ging Waldemar

Plewig als hauptamtlicher Leiter der

BVS-Dienststelle Pinneberg in den

Ruhestand. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter

in der Öffentlichkeitsarbeit

bleibt er aber weiterhin seiner bisherigen

Wirkungsstätte treu.

Zur Wahrnehmung der Dienstgeschäfte

des Sachgebietsleiters für

Personal- und Haushaltsangelegenheiten

wurde Regierungsoberinspektor

Horst Tröger vom Wehrbereichsgebührnisamt

I, Kiel , mit dem Ziel

der Versetzung zur Landesstelle abgeordnet.

Er soll die Arbeit des pensionierten

Verwaltungsamtmannes

Carl Papendieck übernehmen.

8aarlanD 0

Neujahrsempfang

des Ministerpräsidenten

Auch in diesem Jahr waren Angehörige

der BVS-Landesstelle und der

Dienststellen zum Neujahrsempfang

von Ministerpräsident Dr. Franz Josef

Röder, der am 9. Januar in der

Staatskanzlei stattfand, eingeladen

worden. Der Ministerpräsident ließ

sich in ein längeres Gespräch mit

ihnen ein und forderte sie auf, in

den Bemühungen nicht nachzulassen,

der Bevölkerung des Saarlandes

in allen Belangen eines wirksamen

Selbstschutzes wie bisher helfend

zur Seite zu stehen.

Oskar Wachsmuth

schied aus dem Dienst

Landesstellenleiter Ernst Krakowsky

verabschiedete am 16. Januar in einer

Feierstunde Fachgebietsleiter 11 4

Oskar Wachsmuth, der nach Erreichen

der Altersgrenze mit Ablauf

des Monats Januar aus dem Dienst

des BVS schied. Krakowsky ging

zunächst auf den beruflichen Werdegang

von Oskar Wachsmuth ein und

zeichnete hierbei besonders die Stationen

auf, die der Scheidende im

Dienste für die Allgemeinheit im RLB,

BLSV und BVS zurü ckgelegt hat.

Dann würdigte der Landesstellenleiter

Ministerprä sident Dr. Fra nz Josef Röde r inmitten seiner BVS-Gäste: (v. 1.)

Norbert Canaris, Klaus Thöne - der Gastgeber - Frau Ca naris, La ndesstellenleiter

E. Krakowsky, Dienststellenleiter Kliebenstein mit Fra u.

die Verdienste, die sich O. Wachsmuth

in seiner BVS-Zeit erworben

hat. Die nachweisbaren Erfolge in

der Öffentlichkeitsarbeit, die zahlreichen

und mit großem Erfolg durchgeführten

Tagungen und Seminare und

letztlich auch der gute Ruf, den der

BVS im Saarland hat, sind mit das

Verdienst des jetzt in den Ruhestand

tretenden Fachgebietsleiters. Ernst

Krakowsky dankte Oskar Wachsmuth

für seine so erfolgreiche Arbeit,

wünschte ihm für die Zukunft alles

Gute und übergab ihm die Dankesurkunde.

Anschließend dankte Christian Koch

als Vertreter des Personalrates Oskar

Wachsmuth im Namen aller Angehörigen

der Landesstelle für die in all

den Jahren stets bewiesene erfreuliche

Zusammenarbeit und übergab

ihm ein wertvolles Geschenk, das

ihn an die gemeinsame Zeit beim

BVS erinnern möge.

Oskar Wachsmuth ging in seiner

Abschiedsrede noch einmal auf seine

40jährige Berufstätigkeit ein und

gab insbesondere einen umfassenden

Überblick auf seine Zeit im BVS. Er

betonte, daß er sich immer bemüht

habe und stets besten Willens gewesen

sei , die ihm übertragene Aufgabe

so gut wie möglich zu erfüllen. Hierbei

sei er von allen Mitarbeitern tatkräftig

unterstützt worden.

45


Bilanz in Dudweller

Auf Einladung von Dienststellenleiter

Ludwig Kliebenstein trafen sich

die Mitarbeiter aus Dudweiler zu

einem jahresabschließenden Zusammensein.

Mit Unterstützung der

Leiter der Hauptschule, des Staatlichen

Gymnasiums und der Hauswi rtschaftlichen

Berufsschule konnten

in diesen Schulen 14 Grundlehrgänge

mit 228 Teilnehmern und 12 Aufklärungsveranstaltungen

mit 202 Teilnehmern

durchgeführt werden.

Hierzu dankte Kliebenstein im

besonderen den BVS-Lehrern Walter

Pitz und Dieter Bold sowie dem

Ausbildungshelfer Hans Demuth

für ihren Einsatz. Vier Mitarbeiter

besuchten weiterführende Lehrgänge

bei der Landesschule in Birkenfeld

und der Dienststellenleiter einen

bei der Katastrophenschutzschule

des Bundes in Ahrweiler. In den

Dienststellenräumen in der Turnschule

wurden 11 Arbeitsgemeinschaften

mit 89 Teilnehmern durchgeführt.

Für langjährige ehrenamtliche

Tätigkeit im BVS wurden drei

Mitarbeitern Dankurkunden überreicht.

Außerdem waren drei Dudweiler

BVS-Angehörige zu Empfängen

beim Ministerpräsidenten eingeladen

worden.

HOmBUrG •

Grundlehrgang im Pastorat

Seit fünf Jahren absolvieren alle

Konfirmandinnen und Konfirmanden

des Pastors Dr. Frankowski in

Reinbek einen Se-Grund lehrgang,

der von der BVS-Dienststelle Bergedort

durchgeführt wird. Um die

Bergung von Verletzten möglichst

realistisch üben zu können, hat

Bergen eines Verletzten aus dem

Personenkraftwagen

Dienststellenleiter Hans-Detlef

Meyer mit einer Autofirma am Ort

vereinbart, daß jeweils ein durch

Unfall stark beschädigtes Kraftfahrzeug

zur Verfügung gestellt wird.

Außer den jungen Lehrgangsteilnehmern

zeigte sich auch die örtliche

Presse sehr interessiert und brachte

einen ausführlichen bebilderten

Artikel über einen Lehrgangsverlauf.

Persönliches

Mit Wirkung vom 1. Januar 1976 hat

Landesstellenleiter Franz Beiter Frau

Helmi Umlandt zur kommissarischen,

ehrenamtlichen Leiterin des Fachgebietes

11 5 (Frauenarbeit im BVS) berufen.

Helmi Umlandt ist seit dem

1. November 1963 Helferin des Verbandes

und war bisher in der BVS­

Dienststelle Hamburg-Harburg als

Fachbearbeiterin 11 5 tätig. Nach Absolvierung

de r vorgeschriebenen

Fachausbildung wurde Frau Umlandt

im Jahre 1965 als Aufklärungsrednerin

berufen und bestand im gleichen

Jahr die Prüfung zur Lehrberechti-

gung an der Bundesschule. Aufgrund

ihrer langjährigen Mitarbeit und ihrem

nie versagenden Einsatzwillen

wurde Frau Umlandt im Mai 1973

mit der Ehrennadel des BVS ausgezeichnet.

Hans-Ulrich Kühnke t

Im Alter von 72 Jahren verstarb der

ehemalige BVS-Helfer Hans-Ulrich

Kühnke. Er war von 1941 bis 1944

in seiner Heimatstadt Stettin im RLB

als Leiter der LS-Schule tätig. Nach

dem Kriege wurde er in Hamburg

ansässig. Bereits am 28. 4. 1954

wurde He rr Kühnke aktiver Mitarbeiter

im BLSV. Im Laufe der Jahre hat

er verschiedene Funktionen ausgeübt

und war zuletzt Beauftragter des

Teilabschnitts Bergedort-Lohbrügge.

Für seine außerordentlichen Verdienste

wurde ihm im Mai 1974 die Ehrennadel

des BVS verliehen. Die

Helferinnen und Helfer der BVS­

Dienststelle Bergedort werden

Hans-Ulrich Kühnke ein ehrendes

Angedenken bewahren.

Bremen •

Präsident der Akademie ZV

in Bremen

Auf Einladung des Senators des Innern

war der Präsident der Akademie

für zivile Verteidigung, Dr. Dr. Ulrich

Eichstädt, Gastreferent eines Informationsvortrages

in Bremen. Ziel der

Landesregierung war es, " die Verwaltung

in verstarktem Maße auf ihre

Aufgaben in Krisensituationen vorzubereiten."

Anläßlich dieses Aufenthaltes

in Bremen war Dr. Dr. Eichstädt

46

Dr. Dr. Ulrich Elchstädt im Gespräch

mit Mitarbeitern der BVS-Landesstelle

Bremen.

noch zu Gast bei der BVS-Landesstelle

Bremen und besichtigte die

Tafelausstellung " Der Mensch im

Mittelpunkt" im " Haus des Sports".

Vorsorgende Maßnahmen

sind notwendig

Die Deiche an der Weser und ihren

Nebenflüssen Ochtum und Lesum

haben bei den Sturmfluten im Januar

gehalten. Damit habe sich wiederum


gezeigt, wie wichtig es ist, rechtzeitig

geeignete vorsorgende Maßnahmen

zu treffen. Zugleich habe damit die

Arbeit an den Deichen während der

letzten 20 Jahre ihre Bestätigung

gefunden. Sie basierte auf der Auswertung

der Holland-Sturmflut 1953

und den Erfahrungen, die bei der

Sturmflut vom Februar 1962 an der

Nordseeküste und an Weser und

Eibe gewonnen wurden.

Das erklärte der Vorsitzende der bremischen

Katastrophenschutz-Leitung,

Senatsdirektor Dr. Hans-Jürgen

Kahrs, auf einer Vortragsveranstaltung

der BVS-Landesstelle im " Haus

des Sports" , auf der zugleich eine

Bi lanz der Arbeit im Jahr 1975 gezogen

wurde.

Zwölf ehrenamtliche Helfer der

Dienststelle Bremen wurden wegen

mehr als zehnjähriger aktiver Tätigkeit

geehrt. Fachgebietsleiter Dlethelm

Singer überreichte Ihnen Im

"Haus des Sports " Dankesurkunden.

Dr. Kahrs unterstrich vor den BVS­

Mitarbeitern und den Vertretern von

DRK, ASB, MHD , JUH und THW, der

Feuerwehr und der Parteien die Bedeutung

der guten Zusammenarbeit

mit allen freiwilligen Hilfsorganisationen

für den Katastrophenschutz.

Er erinnerte daran, daß er im Februar

vorigen Jahres dem BVS bei einem

Pressegespräch einen Aufruf an die

Einwohner überreichte, sich durch

den BVS im Selbstschutz ausbilden

zu lassen. Danach habe man sich

gemeinsam um die Intensivierung

des Behörden-Selbstschutzes bemüht.

Als nächster Schritt in dieser

Richtung werde nun ein Gespräch

zwischen dem Senator für Wirtschaft,

der Handelskammer in Bremen, der

Industrie- und Handelskammer Bremerhaven,

dem BVS und der Behörde

des Innensenators folgen .

Besonders deutlich zum Ausdruck

kam im vergangenen Jahr die gute

Zusammenarbeit der freiwilligen

Hilfsorganisationen bei den " Tagen

der offenen Tür", und zwar in der

Mehrzweckanlage am Sedanplatz

in Bremen-Vegesack und in dem

wieder hergerichteten Hochbunker

an der Admiralstraße. Viele Bürger

nutzten die Gelegenheit, um diese

Einrichtungen des Zivilschutzes zu

besichtigen, und sie konnten sich

im Schutzbau Admiralstraße von der

Zusammenarbeit der im KatastrophenSChutz

mitwirkenden Organisationen

überzeugen.

Seine Dankesworte an die ehrenamtlichen

Helfer verband Senatsdirektor

Dr. Kahrs mit der Feststellung: "Ich

weiß, warum ich Ihnen als Vorsitzender

der Bremer Katastrophenschutz­

Leitung danke. Das ist keine Pflichtübung.

Wir können aber bessere

und sichere Maßnahmen treffen ,

wenn wir wissen, daß sich viele Helfer

mit uns gemeinsam verpfliChtet haben,

für die Sicherheit der Stadt einzustehen.

Das wollte ich bei dieser

Gelegenheit noch einmal besonders

betonen! "

Im Verlauf der Veranstaltung wurden

zwölf ehrenamtliche BVS-Helfer für

mehr als zehnjährige aktive Tätigkeit

für ihren Verband geehrt. Fachge-

bietsleiter Diethelm Singer überreichte

ihnen Dankesurkunden. Ferner

erlebte der im Auftrag des Bundesinnenministeriums

hergestellte

Film " Schutzbündnis" seine Erstaufführung

in Bremen .

Wie THW-Landesbeauftragter Kluge

mitteilte, habe sich der Erfolg der

Informationsarbeit des BVS auch

bei der Meldung von freiwilligen Helfern

bei der letzten Sturmflut gezeigt.

Oben: Attraktion der Ausstellung

,,1 10 Jahre Deutsche Gesellschaft

zur Rettung Sch iffbrüchiger" In Bremen

war der noch funktionsfähige

Leinenwagen (pferdebespannt),

einst in Maasholm/ Ostsee stationiert.

- Unten: Die Rakete trägt

bis zu einer Entfernung von 500 m

eine dünne Schießleine über das

gestrandete Schill hinweg zum

Nachziehen weiterer, stärkerer

Leinen.

rH81nLonOIVPFOLZ 0

Ober Strahlenschutz

informiert

Der Pfeddersheimer Hausfrauenverband

hatte das Kernkraftwerk in

Biblis besichtigt; nun wollten die

Mitglieder wissen, was " im Falle

eines Falles" getan werden kann.

Auf Einladung' des Ortsverbandes

waren BVS-Dienststellenleiter Lehn

und Fachbearbeiter Schneider

gekommen, um die Frauen über

Strahlenschutz zu informieren.

Der Verband konnte an diesem

Abend auch Dienststellenleiter

Herrmann begrüßen.

Jeder Erfindung standen die Menschen

mit einer gewissen Abneigung

gegenüber. Die friedliche Nutzung

der Kernenergie ist nicht mehr

aufzuhalten, denn unsere Zivilisation

fordert einen ständig steigenden

Energiebedarl. Ober mögliche

Gefahren und Schäden wurde

offen gesprochen, auch wie man

sich ihnen gegenÜber verhält. An

Bildtafeln wurden die einzelnen

Strahlen-Arten mit ihrer verschiede-

nen Gefährlichkeit und Durchdringlichkeit

erläutert. Der vorgeführte

Film über Schutzmaßnahmen bei

Strahlengefahr zeigte, daß man

sich mit einfachen Mitteln vor Schäden

bewahren kann.

Behörden ausgebildet

Die Stadtverwaltung Mainz, Hauptamt

- Abteilung Zivilschutz, hat in Zusammenarbeit

mit der BVS-Dienststelle

drei zweitägige Grundlehrgänge

im Rathaus durchgeführt, an denen ./

47


Ehrung für Tri ers Stadtoberhaupt: (v. I.) Oberbürgermeister Harnisch, Lan ­

desstellen leiter Heldmann, Oienststellenleiter Linden und Bereichsbeauftragter

Mende.

sich neben 75 Angehörigen der

Stadtverwaltung 13 Bedienstete

anderer Behörden beteiligt haben.

Ein anschließender Fachlehrgang

von 20 Stunden, an dem sich 21

Teilnehmer aus verschiedenen

Behörden beteiligt haben, befaßte

sich ausschließlich mit ABC­

Schutzmaßnahmen.

BVS-Ehrennadel

für OB Harnisch

Der Bundesverband für den Selbstschutz

hat Oberbürgermeister Harnisch

(Trier) mit der Ehrennadel des

Verbandes ausgezeichnet. LandessteIlenleiter

Heldmann nahm die Ehrung

vor. Anwesend waren der Dezernent

für Zivil- und Katastrophenschutz,

Beigeordneter Kalck, Fachgebietsleiter

Schwarz, Bereichsbeauftragter

Mende, der Leiter der Trierer

Dienststelle, Linden, Leitender Baudirektor

Körholz, Oberst a. D. Schmieden

und Amtsrat Kittel.

Landesstellenleiter Heldmann stellte

heraus. daß Oberbürgermeister Harnisch

den Fragen des Katastrophenschutzes

weit mehr aktives Interesse

entgegengebracht habe, als seine

gesetzliche Verpflichtung voraussetze.

Er habe sich für die Verbreitung

des Selbstschutzgedankens in der

Bürgerschaft eingesetzt und insbesondere

dem Aufbau des betrieblichen

Selbstschutzes bei der Stadtverwaltung

und anderen Behörden.

aber auch privaten Betrieben, besondere

Aufmerksamkeit gewidmet.

Oberbürgermeister Harnisch dankte

für die Auszeichnung und betonte.

daß es nicht leicht sei . freiwillige

Helfer zu gewinnen. Deshalb habe

er gerne Gelegenheiten wahrgenommen,

Auszeichnungen an verdiente

Helfer zu überreichen. Der Verbreitung

des Selbstschutzgedankens

diene auch die derzeit laufende Aufklärungsreihe

in den Ortsbeiräten.

48

Alle diese Arbeit sei jedoch nicht

denkbar ohne die Arbeit der zuständigen

Mitarbeiter und der BVS­

Dienststelle.

Aufklärung im Ortsbezirk

Im Verlauf einer Aufklärungsveranstaltung

in Trier hielt BVS-Dienststellenleiter

Linden einen Einführungsvortrag

über Bedeutung und Aufgaben

des Selbstschutzes sowie über

die Öffentlichkeitsarbeit des BVS.

Nach einer kurzen Ansprache erklärten

sich die Sprecher der einzelnen

Gruppen im Ortsbeirat Mariahof bereit,

jeweils dem Ortsverband einen

" Selbstschutzbeauftragten" zur Weitermeldung

an den BVS zu melden,

die Bestrebungen des BVS zu unterstützen

und im Ortsbezirk Mariahof

eine Aufklärungsveranstaltung durchzuführen.

Im Ortsbezirk Trier-Süd erörterte

BVS-Dienststellenleiter Linden den

Begriff "Selbstschutz" und seine

Aufgaben. Der Vertreter des Zivilschutzes,

Kittel, übermillelle die Bitte

der Verwaltung. im Selbstschutz aktiv

mitzuarbeiten und für Mitarbeiter

zu werben. Der Ortsbeirat war einstimmig

der Auffassung, daß eine

Aufklärungsveranstaltung über den

Selbst- und Zivilschutz alsbald im

Ortsbereich Trier-Sud durchzuführen

sei. Dabei sollte gemei nsam versucht

werden, viele Interessenten für die

Selbstschutzausbildung zu gewinnen.

Gezielt sollten auch die Kulturvereine

angesprochen werden. Die erste Informationsveranstaltung

unter Beteiligung

der Mitglieder der Gesangvereine

St. Matthias und SI. Medard

sowie der Kolping-Familie sollte im

Frühjahr 1976 durchgeführt werden.

Hieran wird auch der Ortsbeirat beteiligt

sein. Diese erste Veranstaltung

sollte mit der Thematik "Gefährdeter

Alltag" beginnen.

Informationstagung

Auf Einladung der BVS-Landesstelle

trafen sich in Edenkoben Bürgermeister,

Ortsbürgermeister sowie Sachbearbeiter

für den Zivil- und Katastrophenschutz

aus dem Landkreis

Landau-Bad Bergzabern und Offiziere

der Bundeswehr. Bei dieser zweitägigen

Tagung wurden durch Bereichsbeauftragten

H. Mende (Trier), den

Leiter des Fachgebietes für Öffentlichkeitsarbeit,

V. Schwarz, sowie

dem Leiter des Fachgebietes für Organisation,

E. Heinrich, die Aufgaben

der Gemeinden bei der Vorbereitung

und Durch führung des Zivilschutzes,

des Katastrophenschutzes und des

Selbstschutzes behandelt. Referenten

waren ferner Branddirektor Dipl.-Ing.

Müller von der Bezirksregierung

Rheinhessen-Pfalz sowie Oberstleutnant

a. D. Kraft, der in Wort und Bild

die Waffenwirkungen und ihre Gefahren

für die Zivilbevölkerung vor Augen

führte. Mit Filmen. in denen gezeigt

wurde. welche Gefahren drohen

und wie man sich dagegen schützen

kann, wurden die Vorträge ergänzt.

Über Selbstschutz referierte BVS­

Dienststellenleiter Herbert Wittmer

(Pirmasens) ausführlich.

Ausstellung in Saarburg

In der Eingangshalle der Geschwister-Scholl-Berufsschule

In Saarburg-Beurig

zeigte der BVS eine Tafelausstellung,

die Bürgermeister

Dr. Houy eröffnete. Die Ausstellung

informierte über den Katastrophenund

Selbstschutz; die Tafeln gaben

einen umfassenden Überblick über

den Einsatz der örtlichen Katastrophenschutzdienste

und über Hilfsmaßnahmen.

Dienststellenleiter linden

sowie seine Sachbearbeiter gaben

Informationen über den Zivilschutz.

In den Schulklassen wurden

Fachvorträge gehalten, die sehr gut

besucht waren.

Feuerwehr in Fortbildung

30 Angehörige der freiwilligen Feuerwehr

beteiligten sich an einem BVS­

Lehrgang, der sich über 12 Doppelstunden

erstreckte. Er wurde von

Willy Schröter, Fachbearbeiter der

BVS-Dienststelle Pirmasens, geleitet

und endete mit einer Abschlußprüfung.

Der Lehrgangsstoff erstreckte

sich von der Al armierung bei Katastrophenfällen.

über vorbeugenden

Brandschutz bis zur Rellung und

Transport von Verletzten.


Ausbildungsunterlagen wird voraussichtlich

beibehalten. Die Abdrucke

v,erden jedoch unregelmäßig erscheinen,

mehr als ein Blatt umfassen

!.tnd nur im THW-Bereich versandt

werden.

Durch die neue Regelung wird sichergestellt,

daß auch in Zukunft

wichtige Ausbildungsthemen über

das ZS-MAGAZIN allen THW-Helfern

zugänglich bleiben und gesammelt

werden können.

Aus der Oberpfalz berichtet

Neunburg v. W. Die Helfer des OV

Neunburg v. W. führten ihre erste

Sprengung durch: drei " Findlinge"

in der Gemarkung Nefling. Sie wurden

dabei von Sprenghelfern des

OV Schwandorf unterstützt, die mit

entsprechender Ausstattung tatkraftig

mithalfen. Die Landespolizeistation

übernahm im Zusammenwirken mit

THW-Helfern die Sicherung des Gebietes.

Oberviechtach. Technisches Hilfswerk

und Rotes Kreuz führten bei

strahlend schönem Wetter eine gemeinsame

Schauübung durch, die

im Rahmen einer Veranstaltung der

Kolping-Familie auf dem Marktplatz

ver Hunderten von Zuschauern stattfand.

Die Veranstaltung sollte einen

Teil der Mittel beschaffen, die zur

Teilnahme am Musik-Festival In Harrogate

(Eng land) notwendig sind.

Dort wollten die Oberviechtacher

ihre Heimat und - neben einer Ka ­

pelle aus Nauheim - die Bundesrepublik

in einem internationalen Wettbewerb

vertreten. Die THW-Helfer bewiesen

mit der Teilnahme an dieser

Hilfsaktion echten Bürgersinn und

demonstrierten die Leistungsfähigkeit

des Ortsverbandes.

e ham. THW-Helfer des Ortsverbandes

sprengten unter der Leitung von OB

Dr -Ing. Karl Michalek und THW­

Sprengmeister Dietrich Kasseckert

(Regensburg) den 34 m hohen Kamin

de r einstigen Lederfabrik Balwi in

Furth i. W., Ortsteil Grabitz.

Sprengmeister Kasseckert hat sich

häufig erfolgreich an Brücken, Stahlbetonbauten

und Schornsteinen versucht.

3,5 kg Sprengstoff legten den

Ba lwi -Schornstein wie vorgesehen

um. Die Sprengung erfolgte in enger

Zusammenarbeit mit Beamten der

50

Vorbereitung der Sprengung.

Der Kamin stürzt.

Grenzpolizeistation Furth i. W., die

die Absperrung und Sicherung des

Geländes übernahmen.

OB Michalek nahm die Gelegenheit

zum Anlaß, um in einem Pressegespräch

die Anliegen des THW-Ortsverbandes

eharn zur Kenntnis zu

bringen, die vor allen Dingen die

Ausstattung betreffen. Weitere Zuweisungen

oder Beschaffung von Gerät

könnten wesentlich dazu beitragen,

daß das THW im Landkreis Cham

noch besser seine Aufgaben zum

Nutzen seiner Bevölkerung erfüllen

könnte.

Neu nburg v. W. Eine neue Unterkunft

fand der OV im Kreisbauhof. Der

Landkreis Schwandorf lJberließ dort

großzügig ausreichende Räume zur

Unterbringung des Ortsverbandes.

Nachruf

Die freiwilligen Helfer und die hauptamtlichen

Mitarbeiter - nicht nur

in Bayern - trauern um den Hauptsachgebietsleiter

für Ausbildung in

der Dienststelle des Landesbeauftragten

des Technischen Hilfswerks für

Bayern

Georg Rittgen

der am 31 . Dezember 1975 einem

schweren Leiden erlegen ist.

Das Technische

Hilfswerk verliert

mit ihm einen

hervorragenden

Kameraden bester

menschlicher Art,

der es beispielhaft

verstand, seine

außerordentlichen

Fähigkeiten.

seine umfassenden

Kenntnisse und seine große Erfahrung

im Bereich der Ausbildung und

des Vorschriftenwesens im Technischen

Hilfswerk sowie bei der Entwicklung

neuer Techniken im Katastrophenschutz

einzuselzen.

Ober zwei Jahrzehnte hinweg hat

er zäh und zielstrebig seine ganze

Energie darauf gerichtet, die Arbeit

im Bereich der technischen , humanitären

Hilfeleistung zu verbessern

und zu vervollkommnen.

Dies entsprach seinem persönlichen

Anliegen, das ihn bis in die letzte

Phase seines Wesens prägte: Anderen

zu helfen.

Georg Rittgen hat als Hauptsachgebietsleiter

für Ausbildung und früher

an den Katastrophenschutzschulen

in Ahrweiler und Wolfratshausen

durch seine unermüdliche und selbstlose

Arbeit in hohem Maße Hochachtung

und Respekt bei all denen gewonnen,

die mit ihm bei Einsätzen,

in der Ausbildung und im persönlichen

Bereich zusammensein durften.

Ein unerforschliches Schicksal reißt

ihn viel zu früh und mitten in einer

großen Aufgabe aus unserem Kreis.

Seine von reifen, kameradschaftlichen

Empfinden getragene Fürsorge

umgibt nicht mehr die ihm anvertrauten

Helfer. Und trotzdem - Georg

Rittgen bleibt uns gegenwärtig, seine

Leistung wirkt unter uns fort. Was

wäre vieles in unserem Bereich ohne

ihn .

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken

bewahren.

Helferschaft und hauptamtliche

Mitarbeiter des Landesverbandes

Bayern des Technischen Hilfswerks


Aufgabe: Flugzeugbergung

Der OV Bad Homburg v. d. HÖhe ist

schon dreimal zur Bergung einer

im Taunus abgestürzten Sportmaschine

zu Hilfe gerufen worden.

Diese Einsätze können in drei Phasen

unterteilt werden:

Mit der Alarmierung nach Anforderung

durch die Polizei erfolgt sofort

die 1. AufgabensteIlung: Auffinden

der AbsturzsteIle.

Nur selten kann die UnfallsteIle sofort

angesteuert werden, da man auf vage

Angaben von Wanderern oder Waldarbeitern

angewiesen ist.

Absuchen des Geländes mit Gebirgscharakter,

meist bei sehr schlechten

Wetterbedingungen (Grund des Flugzeugabsturzes),

Abfahren der Waldwege,

Ableuchten der Waldgebiete

seitwärts der Wege - all diese mit

der Suchaktion verbundenen Arbeiten

sind weitaus schwieriger, als vermutet

wird. Bei diesen Suchaktionen werden

in der Regel alle Kräfte des Katastrophenschutzes.

also auch Einheiten

von Feuerwehr, DRK und Bergwacht,

eingesetzt.

An die Fahrzeuge werden Anforderungen

gestellt. die nur ein robuster

Geländewagen erfüllen kann , der

zudem noch mit ausreichendem Gerät

bestückt sein muß.

Ein einzelner Fukow im Ortsverband

ist dabei eine zu geringe Hilfe. Einige

Unimogs wären für derartige Aufgaben

ideal. Sicher helfen auch Polizei

und Forstverwaltung mit ihren Geländewagen,

aber oftmals ist das abzu-

suchende Gebiet mehrere qkm groß.

Eine Hilfe durch Hubschrauber ist

wetterbedingt nur selten möglich.

Weiterhin sind gutes Kartenmaterial

und Ausbildung der Helfer in Kartenlesen

Voraussetzung einer zielbewußten

Suchaktion. Deshalb setzen sich

THW und Polizei zusammen, um das

Wissen in Kartenkunde aufzufrischen.

Geübt werden insbesondere Meldungen

mit "Koordinatenangaben" .

Schließlich erhöht die exakte übermittlung

von Ortsangaben den effektiven

Einsatz aller Kräfte.

Ist das Wrack gefunden, wird vorerst

abgesichert. Das ist als Phase 2 zu

bezeichnen. Absichern zu dem

Zweck, daß alles unverändert von

den Fachleuten des Luftfahrtbundesamtes

vorgefunden wird. In gewissen

Fällen sind einzelne Helfer später

bei der Ermittlung behilflich.

Vorerst aber wird die AufschlagsteIle

abgesperrt und nötigenfalls bei Dunkelheit

ausgeleuchlet. Nachtwachen

und Sicherungspersonal stellt die

Polizei. Die Helfer des THW halten

lediglich die Beleuchtungsanlage

in Betrieb.

Die Untersuchungen der Absturzursache

und die Bergung von wichtigen

Teilen der Maschine dauern oft länger

als einen Tag.

Erst nach Freigabe der UnfallsteIle

kann die Bergung der toten Unfallopfer

und später eventuell auch der

Abtransport der Flugzeugteile aufgenommen

werden, und damit die

Phase 3 des Einsatzes erfolgen.

Die Bergung der Leichen ist für die

Helfer des OV ein harter Einsatz.

In Bergungsmulden werden die Opfer

auf Lkw verladen und in das Gerichtsmedizinische

Institut nach

Frankfurt am Main gebracht.

Diese Bergungsarbeiten erfordern

viel Zeit, da alle Funde an persönlichem

Eigentum der Verunglückten

durch die Kriminalpolizei registriert

und die FundsteIlen fotografiert werden.

Oftmals ist nur so eine Identifizierung

der Opfer möglich.

Der Abtransport der Flugzeugteile

ist Sache des Halters der Maschine

oder dessen Angehörigen. Die Trümmer

müssen ebenfalls aus dem Waldgebiet

entfernt werden. Diese Arbeit

obliegt Unternehmen, die nach Freigabe

der Unfallsteile in Aktion treten.

W. Reuber

Nachruf

Am 31. Dezember starb durch einen

Unfall bei der Ausübung seines Berufes

als Bau-Ingenieur auf einer Baustelle

in Afrika im blühenden Alter

von 34 Jahren der allseits beliebte

GruppenfÜhrer des 1. Bergungszuges

des OV Wiesbaden

Watter Hartung

Der Verstorbene war seit 1. Juli 1964

Helfer im THW und zeichnete sich

durch besondere Tatkraft aus. Der

OV Wiesbaden trauert um seinen

toten Kameraden und wird ihm ein

ständiges Andenken bewahren.

OV Wiesbaden

nledersOOHsen t$

Göttingen erhielt neues

Spezialfahrzeug

über ein Geschenk im Wert von rd.

180000 DM können sich die Mitglieder

des ABC-Zuges Göttingen freuen.

Aufgrund " besonderer Aktivitäten"

wurde dem Zug, der seit längerem

dem Technischen Hilfswerk angehört,

Jetzt vom Bund ein Dekontaminal

ions-Mehrzweckfahrzeug (DMF) zur

Verfügung gestellt.

Der Spezialwagen soll zur Entgiftung

nach chemischen Unfällen. zur

Durchführung von Entseuchungsmaßnahmen

oder zur hygienischen

Betreuung eingesetzt werden. Verwendet

werden kann das DMF auch

oei der Brandbekämpfung und Trinkwasserversorgung.

54

Erste tnspektlon des neuen Fahrzeuges durch Zugführer Stellpflug. Geschältsführer

Wegener und Helfer Müller.


Auf dem Gelände des Technischen

Hilfswerks konnte Zugführer Erich

Stellpflug im Beisein des Geschäftsführers

Günther Wegener und des

Helfers Wolfgang Müller das neue

Fahrzeug einer ersten Inspektion

unterziehen. Wie Stellpflug erklärte,

sind auf dem optimal ausgestatteten

DMF, dem Kernstück des ABC-Zuges,

ein 1500 I fassender isolierter Wassertank

mit Durchlauferhitzer und Pumpen,

faltbare Wassertanks sowie ein

Stromerzeuger mit Beleuchtungsund

Heizsätzen installiert.

Eine komplette Duscheinrichtung

in Zelten ermöglicht die Dekontamination,

also das Entstrahlen, Entgiften

oder Entseuchen von 50 Personen

je Stunde.

Zur Entgiftung im Gelände dient eine

Chlorkalkstreu- und Aufschlemmvorrichtung,

die einen beträchtlichen

Vorrat an Entgiftungsstoffen besitzt.

Eine " Schaumkanone" soll das Verdunsten

giftiger Stoffe unterbinden.

Um weiteres Entgiftungsmaterial und

genügend Treibstoff transportieren

zu können, wurde das Dekontaminations-Mehrzweckfahrzeug

mit einem

Einachsanhänger ausgestattet.

Neben dem neuen DMF stehen dem

Göttinger ABC-Zug ein Erkundungstruppfahrzeug

(VW-Kübel), die THWeigene

Pumpengruppe und eine auf

zwei VW-Kombis installierte Trinkwasseraufbereitungsanlage

zur Verfügung.

Dazu Zugführer Erich Stell pflug: " Mit

der Übernahme des Spezialfahrzeuges

konnte ein weiterer entscheidender

Abschnitt im Aufbau des Katastrophenschutzes

der Stadt Göttingen

abgeschlossen werden."

Neujahrsempfang

beim Bundespräsidenten

Am 16. Januar fand beim Bundespräsidenten

der traditionelle Neujahrsempfang

für die Helfer des Katastrophenschutzes

statt. Unter den Gästen

befanden sich vier Helfer der Flutkatastrophe

vom 3. Januar 1976, einer

davon war Zugführer Jürgen Fliegner

des OV Stade.

Fliegner wurde eingeladen, weil er

sich sofort seinem Ortsverband zur

Verfügung stellte, obwohl sein erst

Weihnachten 1975 bezogenes Haus

von den Wassermassen am 3. Januar

bedroht war. Während er Stunden

später mit der Bootsmannschaft des

OV Stade 20 Menschen vor dem Ertrinken

rettete, wurde auch sein Haus

samt Einrichtung ein Opfer der Flutmassen.

Unter den Gästen befand sich THW-Zugführer Fliegner, der (unser Foto)

dem Präsidenten ehepaar vorgestellt wurde.

Trotz dieser Lage blieb Kamerad

Fliegner bis zum 8. Januar im Einsatz,

entweder als Zugführer seines Bergungszuges

oder als THW-Vertreter

im Einsatzstab GroßschadensteIle

Drochtersen. K. F.

Sturmflutschäden beseitigt

Während der Sturmflutkatastrophe

und zur Behebung der Folgeschäden

waren aus dem LV Niedersachsen

vom 3. Januar bis 25. Januar aus

49 Ortsverbänden 1775 Helfer mit

232 Kraftfahrzeugen im Einsatz.

Nach Abschluß der Deichverteidigung

unter Einsatz von vielen Ladungen

Sandsäcken, Pfählen, Kunststoffmatten

und nach Beendigung der

Bergungsmaßnahmen mußte das

THW am 12. Januar erneut auf Anforderung

des Landkreises Stade zur

Beseitigung der umfangreichen Folgeschäden

eingesetzt werden.

Durch die Keller und Wohnungen

der überfluteten Ortsteile in Drochtersen

und Krautsand floß eine stinkende

Brühe: Wasser mit 01 und

Jauche vermischt. Wo die Flut zurückgegangen

war, bedeckte eine

Schlickschicht die Fußböden. In weiten

Teilen war die Schmutzwasserkanalisation

verstopft. Stromversorgung

und Heizungen waren in vielen Häusern

ausgefallen. Vielfältig waren

die Aufgaben, die THW-Helfer zu

bewältigen hatten. Die verstopften

Kanäle mußten gereinigt werden.

Schmutzwasserpumpen aus 14 Pumpengruppen

entwässerten große Keiler,

Kläranlagen und Überflutungsflächen.

Der Instandsetzungsdienst hatte alle

in die überfluteten Keller führenden

Strom leitungen abzuklemmen und

Hausanschlüsse zu reparieren, da

die Verteiler und Zähler durch das

Wasser unbrauchbar geworden waren

. Niederspannungsmasten wurden

instandgesetzt. Die mobile Netzersatzanlage

58 kVA wurde weiterhin

zur Notstromversorgung von Melkund

Kühlanlagen auf Krautsand eingesetzt.

In zahlreichen Häusern mußten die

Brenner der Olheizung ausgebaut

und repariert werden. Elektromotore

wurden getrocknet und in Betrieb

gesetzt. Auch die Fernmelder hatten

neben ihren sonstigen Aufgaben ein

reiches Betätigungsfeld: Bergung

und Aufstellung von Telefonzellen,

behelfsmäßige Reparatur von Fernsprechanschlüssen

und Apparaten.

Der Bergungsdienst hatte einsturzgefährdete

Häuser und Elektromasten

abzustützen. Scheunen mußten abgebrochen,

Dächer abgedichtet werden.

In einigen Gewerbebetrieben

wurden Chemikalien umgelagert.

In den vielen Scheunen war erhöhte

Brandgefahr durch sich selbst entzündendes

nasses Heu gemeldet

worden. Auch hier mußten die Heuund

Strohvorräte umgelagert werden.

Auf diese Weise wurden auf Krautsand

vom THW 2 Bauernhöfe gerettet.

Wert: 1,2 Millionen DM .

Von morgens acht Uhr bis in den

Abend, 12 Stunden lang, wurde hart

gearbeitet. Der Einsatz klappte dank

der guten Organisation und der vorzüglichen

Fernmeldeverbindungen

recht gut. In Zusammenarbeit mit

den anderen Organisationen gab

es immer etwas zu tun. Da das THW

im Haupteinsatz und in den örtlichen

Einsatzleitungen in Drochtersen und

Krautsand durch gute Führungskräfte

vertreten war, konnte Leerlauf weitgehend

vermieden werden. F. L.

55


SauerstoHlanze im Unterwasser-Einsatz

Die Baufirma Dyckerhoff & Widmann

stand vor einem Problem. Auf der

Insel Eiswerder hatte sie von einem

Lagerhaus aus eine 300 mm Abwasserleitung

zur Havel zu verlegen,

die 0,40 munter Wasseroberfläche

in die Havel führen sollte. Die Kaianlagen

des Lagerhauses waren jedoch

alle mit Stahlspundwänden 28 mm

versehen, durch die die Leitung geführt

werden mußte. Nachdem die

Firma die Schweißtechnische Versuchs-

und Lehranstalt konsultiert

hatte, verwies diese auf das THW,

um mit der Sauerstofflanze den

Durchstoß zu versuchen. Nachdem

landseitig eine entsprechende Grube

ausgehoben und wasserseitig ein

Holzkasten für die Abschottung angesetzt

wurde, konnte der 1. Brennversuch

gestartet werden. Dieser Versuch

schlug fehl, da die Abschottung

nicht dicht genug war. Nun wurden

zwe' 1000-I-Tauchpumpen in den

Holzkasten versenkt und das Wasser

abgepumpt.

Aufgrund des dadurch entstandenen

Außendrucks entstand eine bessere

Abdichtung, obwohl immer noch

viel Wasser nachlloß. Mit entsprechend

höherem Druck konnte die

Sauelstofflanze jedoch auch bei einströmendem

Wasserstrahl in Betrieb

gehallen und die entsprechende Öffnung

'Ion 350 mm 12) ausgebrannt

werde!).

56

Ein ungewöhnlicher Transport auch für THW-Helfer.

Diese sicherlich nicht alltägliche Arbeit

bewies wiederum einmal, daß

das THW mit der Sauerstofflanze

auch dieses Mal Helfer in letzter Not

geworden ist.

G. B.

Schwieriger Einsatz der Sauerstofflanze auf der Insel Eiswerder.

Großplastik transportiert

Vor dem Schillertheater in Berlin­

Charlottenburg stand jahrelang eine

Stahl-Großplastik als Leihgabe des

bekannten Metallbildhauers Matschinsky.

In abstrakter Form stellt

diese Plastik den Herkules dar.

Der Künstler schenkte diese Plastik,

die einen Wert von rund 90000,-

DM darstellt, den Staatlichen Museen

Preußischer Kulturbesitz, die nun

einen neuen Standort auf der Freifläche

der Nationalgalerie fand.

Ein Problem für die Verwaltung der

Nationalgalerie war der Transport

dieser 600 kg schweren Plastik vom

Schillertheater zur Nationalgalerie.

Zuvor mußte sie für wenige Tage

in eine Fachwerkstalt, wo sie einen

passenden Sockel bekam. Als ebenfalls

nachgeordnete Dienststelle des

BMI trat man deshalb an den THW-LV

Berlin mit der Bitte um Amtshilfe

heran. Unter Verwendung des Brükkenbaukrans

wurden alle Arbeiten

trotz schlechter Wetterverhältnisse

umsichtig und einwandfrei erledigt.

G. B.


norDrH81nIVW88TFOL8n iI

Alarmübung " Brückenschlag"

An einem Freitagnachmittag klingelten

bei den Helfern der Ortsverbände

Altena und Balve das Telefon :

Alarmübung! Es galt, eine Fußgängerbrücke

im benachbarten Werdohl

über die Lenne zu schlagen.

Für die rechtzeitige Heranschaffung

des notwendigen Materials hatte über

Tag der für den Märkischen Kreis

zuständige Geschäftsführer des THW,

Die fertige Fußgängerbrücke über die Lenn e bel Werdohl.

Bernhard Zack, gesorgt. Trotzdem

wurden die fast 40 Männer keineswegs

geschont. Die Träger, die zusammengesetzt

und auf die Pontons

geschoben werden mußten, hatten

erhebliches Gewicht. Aber unter der

bewährten Leitung des Altenaer B­

Zugführers, Ernst-Wilhelm Herbei,

kam man zügig voran. Gegen 2 Uhr

morgens war das linksseitige Ufer

erreicht. Dann galt es, die Träger

zu beplanken und einen Holzhandlauf

anzubringen. Gegen 9.30 Uhr war

es dann soweit: Bürgermeister Solmecke

übergab, im Beisein von

Stadtdirektor Leven und Ordnungsamtsleiter

Ljewski. die Brücke ihrer

Bestimmung. THW-Geschäftsführer

Zack hob hervor, "daß es sich bei

den Männern des Technischen Hilfswerkes

um freiwillige Helfer handele,

die gestern am Ende ihres Arbeitstages

alarmiert wurden, um hier während

der Nachtstunden diese Brücke

zu bauen." Zwar habe man schon

einige Male den Brückenschlag geübt,

aber es würden doch jedesmal

andere Bedingungen vorgefunden.

Daß alles so reibungslos geklappt

habe, verdiene besondere Beachtung.

Erwähnenswert ist noch, daß sich

auch Feuerwehr und Deutsches Rotes

Kreuz an diesem Projekt beteiligten,

sei es durch Einsatz eines Schlauchbootes

zur Sicherung der Wasserarbeiten

oder durch Erstellen eines

Verpflegungszeltes. Bürgermeister

Solmecke wies in seinem Dankeswort

darauf hin, daß sich die große " Familie

Katastrophenschutz" wieder hervorragend

bewährt habe. Allen, die

sich hier in anerkennenswerter Weise

eingesetzt hätten, gebühre daher

besonderer Dank.

Obung mit Wettbewerb

Im Einsatz waren an einem Wochenende

Gruppenführer und Kraftfahrer

des OV Gütersloh auf dem Truppenübungsplatz

in der Senne. Es galt,

unter den kritischen Blicken von OB

Harald Bendisch und Bf. Werner

Huch Ausbildungsstand und Leistungsvermögen

in theoretischer

und praktischer Hinsicht unter Beweis

zu stellen.

Schon mit dem Abrücken vom Standort

an der Brockhäger Straße um

18 Uhr begann die in Form eines

Wettbewerbs durchgeführte Überprüfung

mit einem praktischen Teil. Im

Rahmen der Kartenkunde galt es

für die Gruppenführer, mehrere

Orientierungspunkte anzufahren,

ehe sich die T ei Inehmer an dem von

einem Vorauskommando eingerichteten

Lagerplatz in der Senne trafen.

Gegen 20 Uhr hatte es auch die Besatzung

des letzten Fahrzeugs geschafft.

Am nächsten Morgen um acht Uhr

wurde es dann wieder ernst. Während

die Gruppenführer in Theorie und

Praxis hinsichtlich ihrer Kenntnisse

über Geräte und Kartenkunde sowie

ihrer Fähigkeit, Führungsaufgaben

wahrzunehmen (wie zum Beispiel

das Abfassen von Befehlen und Meldungen),

überprüft wurden, gehörten

zu den Aufgaben der Fahrer das Auffi

nden von Fehlern am Motor, Pannenbehebung

und Geschicklichkeitsfahren.

Am Nachmittag standen dann die

Sieger jeder Gruppe fest. Den Pokal

der Gruppenführer errang Wolfgang

Brach mit 431 Punkten knapp vor

Zugführer Milius (426 Punkte). Der

Fahrerpokal ging an Hermann Huxohl,

der mit 91 Punkten Kraftfahrer

Tegetroff (89 Punkte) auf den zweiten

Platz verwies.

Die Heimfahrt verlief übrigens nicht

ganz ohne Zwischenfälle. Bevor gegen

17 Uhr die Wagen wieder in der

Unterkunft eintrafen, konnten sich

die Fahrer noch einmal in der praktischen

Pannenhilfe üben. Diesmal

lag allerdings ein "Ernstfall" vor.

Der Gerätekraftwagen hatte einen

Motorschaden und mußte abgeschleppt

werden.

R. W.

"Ernstfall" auf dem Rückmarsch : Motorschaden des Gerätekraftwagens.

57


Partnerschaft im KS

Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens

der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk

hatte der Ortsbeauftragte für

Ahrweiler, Wolfgang Klawonn, die

Feuerwehren zu einem Frühschoppen

ei ngeladen.

In der neuen Unterkunft in Kalenborn

konnte OB Klawonn Verbandsgemeindebrandmeister

Vikarius sowie

Wehrführer Noll (Kalenborn) mit ihren

Wehrkameraden begrüßen. Weitere

Gäste dieser Veranstaltung waren

THW-Kreisbeauftragter Mies, der

Kalenborner Bürgermeister Convents,

die Vertreter der Katastrophenschutzschule

Kaesberg und Wagner. Vom

OV Sinzig waren OB Exius und Zugführer

Stern erschienen. Vom Bundesamt

für Zivilschutz war Dipl.-Ing.

Lux anwesend.

Nach einem Rückblick und der Aufzählung

der heutigen Aufgaben des

THW im Katastrophenschutz erwähnte

OB Klawonn in der Begrüßungsansprache,

daß es im Kreis

Ahrweiler gelungen sei , Feuerwehr

und THW zu einem Informationsund

Meinungsaustausch zusammenzubringen.

Bei einem Rundgang durch die Unterkunft

und der Besichtigung des

Geräte- und Fahrzeugparkes konnten

sich die Kameraden der Feuerwehr

davon überzeugen, daß das THW

heute ein fester Bestandteil des Katastrophenschutzes

geworden ist.

Nachdem auch die mitgebrachten

Einsatzfahrzeuge der Altenahr.r Feuerwehr

besichtigt waren, kam man

in der anschließenden regen Diskussion

zu dem Schluß, daß zwischen

Feuerwehr und Technischem Hilfswerk

eine gute Zusammenarbeit entstehen

muß.

Für das Jahr 1976 wurde beschlossen,

durch gemeinsame Übungen

auf dem Gelände der Katastrophenschutzschule

die Zusammenarbeit

zu fördern. W. K.

Schlüsselübergabe in Worms

Grund zur Freude hatte nicht nur

OB Rudolf Hoch, als ihm von Bauleiter

Hilken vom Finanzbauamt ein

Riesenschlüssel übergeben wurde.

Mit launigen Worten wies dieser dabei

auf die besondere Form und Ausführung

des Schlüsselbartes hin,

vor dem keine Tür und kein Herz

in Worms verschlossen bleiben sollte.

Bauleiter Hilken übergibt den originellen

Schlüssel zum Bau.

Mit seinem echt Wormser "Wacker­

Wacker" -Glückwunsch verband er

den Dank an die Helfer des OV für

die gute Zusammenarbeit und tätige

Mithilfe bei den Baumaßnahmen.

Daß das THW trotz bisher teilweise

unzumutbarer Unterbringung in

Worms einen ausgezeichneten Ruf

hat, bestätigte Oberbürgermeister

Dr. Kuhfuß. Ihm und anderen Gästen,

voran MdB Dr. Fischer, MdL Lucie

Kölsch, den Vertretern der Bezirksregierung

und des Ordnungsamtes

der Stadt und nicht zuletzt dem leider

Blick in die große Fahrzeughalte

In der neuen Unterkunft.

erkrankten ORR Ständer vom BZS

dankte OB Hoch für die Unterstützung

und gute Zusammenarbeit bei

Beschaffung und Ausbau der Unterkunft.

Seine kritischen Bemerkungen

zu den Meinungsverschiedenheiten

um die Zuständigkeit für technische

Hilfeleistungen, insbesondere bei

Verkehrsunfällen, die in Rheinland­

Pfalz noch nicht ausdiskutiert sind,

waren Anlaß zu unterschiedlichen

Auslegungen verschiedener Redner.

Sie veranlaßten den Bundesprecher

des THW , Dr. Merck, zu der energischen

und klaren Äußerung, daß " das

THW keinem die Butter vom Brot

nehme, es wolle helfen und sonst

nichts". Daß aber auf örtlicher Ebene

das Konkurrenzdenken völlig überwunden

ist, bestätigten dann die

Grußworte von Vertretern der Feuerwehr

und anderen Hilfsorganisationen.

Die Verleihung von THW-Helferzeiehen

in Gold und Gold mit Kranz

an 9 verdiente Helfer des Ortsverbandes

bildeten den Abschluß der festlichen

Einweihung.

Beim Tag der offenen Tür am folgenden

Sonntag nahmen die Wormser

Bürger reichlich die Gelegenheit

wahr, sich über das THW, insbesondere

seine Aufgaben, seine jetzt hervorragende

Unterbringung und seine

vielseitige und sehr gepflegte Ausstattung

zu informieren. G. S.

BODenNwurTTemBerG $

OV Rottweil

baut Fußgängersteg

Im April 1975 bat das Staatliche

Forstamt Rottweil den THW-Ortsverband,

einen Fußgängersteg über die

Eschach zu bauen. Die Eschach

trennt den Jugendzeltplatz Rottweil

vom Naherholungsgebiet. Die THW­

Helfer freuten sich, hier wieder ein

Bauwerk zu erstellen, an dem sich

die Bürger der Stadt und ihre Gäste

noch viele Jahre freuen können.

Die Führungsgruppe erstellte die

Geländeaufnahmen und OB Norbert

Schwaibold die statischen Berechnungen,

so daß die Helfer am 9. Mai

mit dem Steg bau beginnen konnten.

Zwanzig Helfer waren angetreten.

Während ein Trupp mit dem Erdbohrgerät

die Mastlöcher für die

Endauflager auf den beiden Bachufern

aushub, begannen zwei Trupps

mit den Rammarbeiten. Hier zeigte

es sich sehr bald , daß eine dünne

Felsplatte in etwa 1 m Tiefe diese

Arbeiten erschweren würde. Aber

mit einigen handwerklichen Tricks

wurde auch diese Schwierigkeit gemeistert.

Für den Bau von Stegen hatte der

OV Rottweil ein eigenes System erarbeitet,

nach dem auch in dieser Nacht

gearbeitet wurde. Jeder Trupp hatte

59


In 923 Arbeitsstunden bauten die Helfer vom OV Rottweil diesen Fußgängersteg

über die Eschach Im Naherholungsgebiet.

seine festumrissene Aufgabe, die

Truppfuhrer hatten von früheren Einsätzen

und technischen Hilfeleistungen

bereits die erforderlichen Erfahrungen

, um ihre Kameraden richtig

anzuleiten, so daß diese Hilfeleistung,

die ja zum größten Teil in der Nacht

durchgefuhrt wurde (die Baustelle

war durch Halogenscheinwerfer ausgeleuchtet),

ohne Unfälle verlief.

Nachdem die 6 Stützen der Joche

gerammt und mit den Holmen verschraubt

waren, konnte - mit Hilfe

eines Baggers - die 15,5 m langen

Stämme mit einem mittleren Durchmesser

von 50 cm aufgelegt werden.

Sie wurden auf einem Auflager mit

dem Joch fest verschraubt und liegen

auf dem anderen Joch nur auf, damit

die Stng-Konstruktion arbeiten kann,

wenn ei n Hochwasser die Joche zusätzlich

belastet.

Am Samstag nachmittag war der

größte Teil der Arbeiten abgeschlossen,

so daß der Rest an einigen

Abenden der folgenden Woche fertiggestellt

werden konnte. Nachdem

im Herbst die Treibgutabweiser noch

eingebaut wurden, steht der Steg

mit 14 m Spannweite, einer Höhe von

3 m, 1,20 m Gehwegbreite und einer

Tragkraft von 500 kg/m' als stolzes

Zeugnis der Einsatzkraft des THW

Rottweif.

In 923 Stunden wurde dieses Bauwerk

von den Helfern unter der Leitung

von OB Norbert Schwaibold

und dem bewährten Helfer Willi

Oberle erstellt. W. W.

THW-Schau fand Anklang

Die " Ludwigsburger Woche" war

für das THW eine willkommene Gelegenh8ll,

das Gespräch mit den Bürgern

zu suchen und ihnen die vielseitigen

Einsatzmöglichkeiten der Geräte

zu demonstrieren.

Dabei zeigte sich, daß vor allem Jugendliche

sehr viel Interesse an der

Arbeit des Technischen Hilfswerks

haben. Wohl auch, weil der Bau von

Brücken, Kinderspielplätzen oder

60

ölsperren ein klein wenig mit Abenteuer

und Basteln verbunden werden.

Entsprechend interessiert betrachteten

die jugendlichen Besucher die

Geräte und folgten den Filmvorführungen

mit Spannung, obwohl auch

recht betagte Filme in Schwarz-Weiß

vorgeführt wurden. Während für die

Kindern ein Flaschenzug die größte

Anziehungskraft hatte - weil sie sich

mit seiner Hilfe sehr stark fühlen

konnten - , standen die meisten Erwachsenen

um einen THW-Helfer

herum, der mit einer Bohrmaschine

einen Granitblock durchbohrte. Ein

Landtagsabgeordneter versuchte

es selbst einmal.

Alles in allem war die Sonderschau

des THW auf dem Marktplatz von

Ludwigsburg ein Erfolg, denn nur

wenige der rund 50000 Besucher

dieses Festes dürften sie unbeachtet

gelassen haben. Dafür wird mancher

kleine Junge, der den Helfern Löcher

in den Bauch gefragt hatte, jetzt rufen

: " Mamma, guck, da isch oiner

vom THW!", wenn er einen blauen

Wagen vorbeifahren sieht. Und dieser

oder jener Erwachsene wird sich

, ,

Kleiner Mann bewegt schweres

Ge rät.

insgeheim denken, wenn er mal wieder

einen "Blauen" sieht: Es ist doch

ganz beruhigend zu wissen, daß die

Helfer vom THW für den " Fall des

Falles" bereitstehen, um in kürzester

Zeit helfen zu können. C.-J. K.

Brückenfest in Stuttgart

Feststimmung beim OV Stuttgart.

In Anwesenheit von zahlreichen Gästen,

der Presse und dem Süddeutschen

Rundfunk erfolgte die Übergabe

der zweiten THW-Unterkunft

in Stuttgart.

Jetzt hat auch der 50 Mann starke

Zug " Wasserdienst" endlich sein

eigenes Domizil. In Zusammenarbeit

mit dem Hoch- und Tiefbauamt der

Stadt und dem Amt für Zivilschutz

entstanden Garagen, Unterkunftsräume

und sanitäre Anlagen für die

Helfer. Sinnvoll und zweckentsprechend

wurden die neuen Räume in

das Brückenbauwerk der König­

Karls-Brücke in Stuttgart-Bad Cannstatt

eingereiht.

Nach dem offiziellen Teil, bei dem

der Landesbeauftragte für Baden­

Württemberg, Dipl.-Ing. Schneider,

dem Leiter des Amts für Zivilschutz

der Stadt Stuttgart, Direktor Gerhard

Maier, und dem stellvertretenden

Leiter der Führungsgruppe, Herbert

Hager, das THW-Helferzeichen in

Gold verlieh, folgte das "Brückenfest".

Die Bevölkerung konnte sich in einer

großen Geräte- und Fahrzeugschau

über das THW informieren und wurde

dabei vom 30 Mann starken Musikverein

Neidlingen musikalisch unterhalten.

Für den Magen sorgte die

Feldküche mit Erbseneintopf. W. K.

Nachruf

Der Ortsverband Heilbronn verlor

durch einen Verkehrsunfall den Kameraden

Herman" Beck

Wir werden seiner stets gedenken.

OV Heilbronn

Unser ältester Helfer

Heinrich Neher

Korbmachermeister, ist im 98. Lebensjahr

verstorben. Bis vor drei

Jahren nahm er noch an den kameradschaftlichen

Veranstaltungen des

Ortsverbandes teil und erfreute die

Gäste und Helfer durch seine urwüchsigen,

selbstverfaßten schwäbischen

Gedichte. OV Ulm


saarlanD t)

Harte Arbeit in Mauretanien

Im Rahmen der deutschen humanitären

Hilfe für die Islamische Volksrepublik

Mauretanien hatten 13 Helfer

des OV Völklingen unter der Leitung

des stellvertretenden Ortsbeauftragten,

Ing. (grad.) Hecht, in der Hauptstadt

Nouakschott eine Kfz-Werkstatt

in Stahlskelettbauweise mit Trapezblechverkleidung

mit einer Nutzfläche

von rd. 500 qm errichtet, mit den

notwendigen Installationen versehen

und maschinentechnisch voll ausgerüstet.

Trotz den schwierigen klimatischen

Verhältnissen - es herrschten

Temperaturen im Schatten bis 48° cund

vielen widrigen Umständen,

die Einsätze solcher Art fern von

Deutschland in einem Entwicklungsland

mit sich bringen, konnte der

Einsatz nach 10 Wochen planmäßig

abgeschlossen werden .

Nachdem bereits die Verabschiedung

im Beisein des saarländischen Innenministers

A. Wilhelm und weiterer

Persönlichkeiten des öffentlichen

Lebens durch LB Reimann durchgeführt

worden war (s. ZS-MAGAZIN

10175), erfolgte nach Rückkehr im

Landtag ein Empfang, an dem Innenminister

Wilhelm, die Fraktionsvorsitzenden

, Vizepräsident des azs

und Direktor der Bundesanstalt THW,

Dipl.-Ing. Zielinski, LB Reimann, in

Vertretung des Präsidenten des

Stadtverbandes Saarbrücken Beigeordneter

H. Wahlen, Oberbürgermeister

Durand (Völklingen), Bürgermeister

Müller (Püttlingen), von der Abteilung

für Zivil- und Katastrophenschutz

im Innenministerium Ud. Min.

Rat Schmitz und Min. Rat Grundmann

sowie weitere Persönlichkeiten

des öffentlichen Lebens und von

Presse, Rundfunk und Fernsehen

teilnahmen.

Nachdem LB Reimann Gäste und

Helfer begrüßt hatte, ging er in seiner

Ansprache nochmals auf den Einsatz

ein und bedankte sich mit herzlichen

Worten für die hervorragende Arbeit,

die im Auftrag der Bundesregierung

geleistet wurde. Den Helfern bescheinigte

er, daß ihre Leistungen ebenfalls

die gute Resonanz gebracht

hat, die von saarländischen Helfern

bei früheren Auslandseinsätzen erzielt

wurde. Besondere Erwähnung fand,

daß der Helfer E. Speicher durch

seine spontane Bereitschaft zur

Spendung von Blut der Gruppe 0

der Ehefrau eines französischen Entwicklungshelfers

das Leben gerettet

hat.

Innenminister Wilhelm ging in seinen

Ausführungen auf die anstehenden

Sachentscheidungen für den Katastrophenschutz

im Saarland ein und

beglückwünschte die Einsatzgruppe

zu den Leistungen, wobei sie das

Saarland würdig vertreten haben.

Vizepräsident Dipl.-Ing. Zielinski gab

einen Überblick über die bisherigen

200 verschiedenen Auslandseinsätze

der Bundesanstalt THW, vom ersten

Einsatz in Holland, anläßlich der Flutkatastrophe,

bis zum Einsatz in Mauretanien.

Abschließend ging er auf

verschiedene Schwierigkeiten ein ,

die bei der Erfüllung des Auftrages

tür die Einsatzgruppe in Mauretanien

auftraten. Nachdem den 13 Helfern

Dank und Anerkennung ausgesprochen

war, zeichnete er den Einsatzleiter

Hecht für besondere Verdienste

um das THW mit dem Helferzeichen

in Gold mit Kranz aus. Alle Helfer

erhielten die Medaille für Auslandseinsätze.

Zum Abschluß bedankte sich Einsatzleiter

Hecht im Namen aller Helfer

der Einsatzgruppe für die Unterstützung

vor und während des Einsatzes

durch die THW-Projektgruppe im

BZS und die Dienststelle des LV

Saarland sowie bei den Vorrednern

für die freundlichen Worte. G. F.

" Welt der Familie"

Im Rahmen der Verbraucherausstellung

" Welt der Familie" in Saarbrükken

war das THW zweimal vertreten .

Das Katastrophenschutzamt der Stadt

Saarbrücken hatte in einer Halle einen

Stand unter dem Motto " Zfvilschutz

- Hilfe für jedermann" errichtet,

der über die Vorbeugemaßnah-

men bei Katastrophen und größeren

Unglücksfällen der Stadt Saarbrücken

informierte. Hierbei kamen Schaubilder,

Modelle und Informationsschriften

zur Verwendung, die über die

Tätigkeit der einzelnen im erweiterten

Katastrophenschutz integrierten Organisationen

unterrichteten.

Im anschließenden Freigelände stand

dem THW-OV Saarbrücken ein ausreichendes

Gelände zur Verfügung,

auf dem ein kompletter Bergungszug

sowie Mehrzweckboote mit Aubo

ausgestellt wurden. Jeder Besucher

hatte Gelegenheit, sich über die Organisation

des THW sowie Ausstattung

der Fahrzeuge mit Gerät ausreichend

zu informieren.

G. F.

Blindensportgruppe auf

THW-Floß

Eine ganz neue Aufgabensteilung

ergab sich für den OV Saarlouis.

Die ortsansässige Blindensportgruppe

bat festzustellen, ob das THW dazu

beitragen könne, das Element Wasser

für die Angehörigen der Gruppe

wahrnehmbar zu machen. Da Blinde

gezwungen sind, alles durch den

Tast-, Gehör-, Geruchs- oder Geschmacksinn

wahrzunehmen, war

das THW schnell bereit, eine Floßfahrt

zu organisieren.

Au s LH-Pontons wurde ei n Floß gebaut,

das für Notfälle mit einem Außenbordmotor

versehen wurde. Unter

der Leitung von Zugführer H. Wagner

und einigen Helfern begaben sich

dann 14 Mitglieder der Blindengruppe

auf das Floß und ruderten auf der

Saar eine etwa zweieinhalbstündige

Wegstrecke. Diese - wie wir meinen

- nachahmenswerte Hilfeleistung

endete mit einem gemütlichen Beisammensein.

A. A.

Im Freigelände vor der Verbrauchermesse In Saarbrücken haUe das THW

Fläche genug, seine Kraftwagen und Geräte auszustellen.

61


worn", unD oLormDlenST @

Einsatzleiter Bruno Brunnert

im Ruhestand

Am 28. November 1975 wurde nach

über 10jähriger Tätigkeit im Warnamt

IEinsatzleiter Bruno Brunnert

verabschiedet. Mit Brunnert verläßt

ein Mitarbeiter den Warndienst, der

durch seine Hilfsbereitschaft, vielseitige

Interessen und immer bereiten

Einsatz für den Dienst den Kolleginnen

und Kollegen ein Beispiel gab.

Es wird schwer sein, diese Lücke

zu schließen.

Oie Stationen sei nes Berufslebens

wurden besonders durch die einschneidenden

Ereignisse der jüngsten

Geschichte bestimmt.

Geboren und aufgewachsen in der

damals durch die Marine geprägten

Bruno Brunnert vo r dem Abschiedsgeschenk

seiner Kollegen.

Stadl Kiel wurde Brunnert nach Abitur

und Berufsausbildung Gutsinspektor

auf einem der großen holsteinischen

Güter. Aus dieser Zeit

konnte er so manche Anekdote zum

beste, geben, waren doch Sillen

und Bräuche aus heutiger Sicht zu

manchem Schmunzeln angetan.

62

Der Aufbau der Wehrmacht ließ

Brunnert die Laufbahn des Berufsoffiziers

einschlagen. Als Offizier der

Luftwaffe (Flak) lernte Brunnert in

den Jahren 1939-1945 viele Kriegsschauplätze

kennen. Gefangenschaft

in der Normandle, Flucht und verschiedenste

Tätigkeiten im Weserbergland

waren seine Stationen in

der ersten Nachknegszeit.

Eine befriedigende Tätigkeit und

tatkräftige Beteiligung am Wiederaufbau

brachte die Zelt als Geschäftsführer

einer Wohnungsbaugesellschaft

in Stadtaidendorf. Der Eintrill

in den Bundesdienst beim WA I im

Jahre 1965 führte Brunnert schließlich

wieder in die angestammte Hei·

mat zurück. Mit diesem Stichwort

ist auch schon ein Teil seiner Frei·

zeitbeschäftigung umrissen: Landes·

kunde und Kulturgeschichte Schleswig·Holsteins.

Wie wir unseren Kolle·

gen kennen, wird er sich jetzt im

Ruhestand dieser Beschäftigung besonders

hingeben.

Während seiner Tätigkeit im WA I

hat Brunnert dort mit großem Engagement

am Aufbau des Warn- und

Alarmdienstes mitgewirkt. Zu seinen

Aufgaben gehörten insbesondere

Planung und Aufbau der Alarmierungseinrichtungen

in Zusammenar·

beit mit den Landesregierungen, den

Kreisen und der Bundespost.

In einer Abschiedsfeier im Warnamt I

wurde ihm von Dipl.-Ing. Scharpegge

im Auftrag des Präsidenten des Bundesamtes

für Zivilschutz Dank für

die treuen Dienste gesagt und die

Entlassungsurkunde ausgehändigt.

Bei dieser Feier waren noch einmal

alle KOllegen versammelt, mit denen

der Ausscheidende lange Zeit im

WA I zusammen gearbeitet halte.

Auch Vertreter der Deutschen Bundespost,

der Bundeswehr, anderer

Zivilschutzorganisationen, der Helfer

und der Kollegen aus anderen Warn·

ämtern sprachen dabei ihre guten

Wünsche zum Abschied aus.

Als Abschiedsgeschenk fand ein

wertvolles, mit Wappen geziertes,

Pergament, das Einsatzleiter Gebhardt,

vom WA 111 , im Auftrag der

Kollegen angefertigt halte, besondere

Beachtung.

Der Warndienst wünscht dem ehemaligen

Kollegen noch viele gesunde

Jahre im Kreise seiner Familie und

Freunde.

Kurznachrichten

Am 7. Januar besichtigten 32 Mitglieder

der Feuerwehren der Verbandsgemeindeverwaltung

Bad Kreuznach

das Warnamt VII in Weinsheim. Der

Leiter des Warnamts, Dipl.-Ing. Utischill,

schilderte in einem ausführli·

ehen Vortrag Aufgaben und Arbeitsweise

des bundeseigenen Warndienstes.

Wie ein besonderes Dankschreiben

der Besucher bewies, fand das

Dargebotene lebhaftes Interesse bei

den Wehrmännern, zumal auch die

für den Brandschutz interessante

Möglichkeit des friedensmäßigen

Einsatzes des Warndiensles bei Katastrophen

deutlich wurde.

Am 7. Januar 1976 besuchten Offiziere

der Fregatte " Emden" die Luftwaffen-KampfführungsanlageBrockzetel.

Die Gäste besichtigten dabei

auch den Dienstraum der WD-Verbindungsstelle

21 und wurden dort von

WD-Verbindungsführer Pause in einem

Kurzvortrag uber die Aufgaben

der WD-Verbindungsstelle unterrichtet.

Nachruf

Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb

am 15. Dezember 1975 überraschend

und für alle unerwartet der

Leiter der WD-Leitmeßstelie 42, Hatlingen,

Klaus Buckesfeld

im Alter von 36 Jahren.

Nachdem der Verstorbene im Juni

1966 als freiwilliger Helfer in den

Dienst des Warnamtes IV getreten war,

wurde er im Mai 1970 nebenberuf·

lieher Mitarbeiter und gleichzeitig

mit der Leitung der WD-Leitmeßstelie

42, Haltingen, betraut. In dieser Funktion

hat er sich große Verdienste

um den Aufbau der WD-Leitmeßstelie

erworben. Sein plötzlicher Tod hinter·

läßt eine schmerzliche Lücke.

Die Mitarbeiter der WD-Leitmeßstelie

42 sowie des Warnamtes IV werden

dem Verstorbenen stets ein ehrendes

Gedenken bewahren.


Durch die v(>m ASB-Bundesausschuß

beschlossene Begrenzung der Lehrberechtigung

auf 3 Jahre mußte auch

hier ein weiterer Lehrplan geschaffen

werden. der zumindest als Rahmenlehrplan

elnheilhche Schwerpunkte

setzt. Besonderer Wert wurde auf

die Freizügigkeit der Landesschulen

gelegt, die eine Erweiterung dieses

Rahmenlehrplanes nach ihren landesspezifischen

Schwerpunkten vornehmen

können.

1975 wurden auch durch Beschluß

des Bundesvorstandes die Ausbildungsaufgaben

der Bundesschule

mit der Weiterbildung der Ausbilder

zur Stufe 1\ 111 ausgedehnt. Der

Schwerpunkt der Ausbildung A 111

liegt nun nicht mehr im medizinischen

Bereich, sondern es werden

wesentliche Grundlagen der Didaktik,

Rethorik sowie der Organisation,

Durchführung und Nachbereilung

von Landesschullehrgängen vermittelt.

Für diesen speziellen Lehrgang

war es notwendi g, weitere Lehrmittel

zu beschaffen, die ganz besonders

als unterrichtsgeslaltende Hilfsmittel

eingesetlt werden. Die Anschaffung

einer Vi deo-Anlage dient dazu, von

den Leh rgangsteilnehmern bei der

Ausprägung als Lehrerpersönlichkeit

durch die Verdeutlichung ihres eigenen

Unterrichtsstils sowie ihrer Gestik

und Mimik als Hilfsmlltel eingesetzt

zu werden,

Für 1976 Ist geplant, die Erstellung

von Lehrgangshilfsmilteln für Ausbilder

auszuweiten.

Dazu gehort Insbesondere die periodisch

erscheinende Ausbilder-Information

Neu aufgenommen wird hier

die Vorstellung verschiedener, an

der Bundesschule erprobter Lehrmedien

sowie eine regelmäßig erscheinende

Beschreibung von Fachbüchern,

die insbesondere auf die Verwendbarkeit

zur Unterrichtsvorbereitung

cer Ausbilder geprüft werden.

Neu e rstellt wird der Leitfaden S I,

der als direkte Unterrichtshilfe für

den Ausbilder dient. Gleichzeitig damit

muß als lelzter Lehrplan der

Lehrplan A I den bestehenden Grundsätzen

angeglichen werden.

Rolf Kürschner

Gespräch mit dem

Innenminister

Die Vertreler der nordrhein-westfälisehen

Hilfsorganisationen trafen

sich am 6. Dezember 1975 auf

Einladung des Innenministers Or.

64

Burkhard Hirsch zu einem Gespräch

über Fragen der Mitwirkung im

Katastrophenschutz Nordrhein-Westfalen.

An dieser Besprechung nahmen

von seiten des Arbeiter-Samariter-Bundes

der Präsident des Landesverbandes,

Regierungspräsident

Or. Günter Heidecke, sowie der

Landesgeschäftsführer teil.

Innenminister Or. Hirsch informierte

die Repräsentanten der freiwilligen

Hilfsorganisationen über den Inhalt

des für Nordrhein-Westfalen geplanten

Katastrophenabwehrgesetzes.

Beide Seiten waren sich darin

einig, daß die Mitwirkung der Hilfsorganisationen

gesellschaftspolitisch

nicht hoch genug eingeschätzl

werden könne. In dem ehrenamtlichen,

oft aufopferungsvollen Einsatz

vieler Menschen in den Hilfsorganisationen

offenbare sich ein Ausmaß

von Bürgersinn, wie es noch selten

anzutreffen sei.

Die Vertreter der Organisationen

dankten für die bisherige partnerschaftliehe

Zusammenarbeit und

drückten zugleich ihre Hoffnung

aus, daß die Zusammenarbeit auch

in Zukunft genauso eng und vertrauensvoll

sein werde. Innenminister

Dr. Hirsch erklärte, er werde alles

tun , um die gute Zusammenarbeit

auch in Zukunft zu erhalten und

auszubauen.

Aus diesem Grunde werde er im

Jahre 1976 bei passender Gelegenheit

die Hilfsorganisationen besuchen

und dort Gespräche fuhren.

OV Stormarn stellte

KS-Betreuungszug auf

In Anwesenheit des Leiters des

Amtes für Kataslrophenschutz

des Landkreises Siormarn in Bad

Oldesloe führte der KS-Betreuungszug

des OV Stormarn seine Einsatzbereitschaft

vor. Mil Jahresbeginn

1975 erhielt der Ortsverband grünes

Licht zur Aufstellung einer solchen

Einheit, nachdem die Vorbereitungen

in Zusammenarbeit mit dem HVB

abgeschlossen waren. In Eigeninitiative

beschallte sich dieser Ortsverband

die nötigen Fahrzeuge, machte

diese in eigener Werkstatt einsatzbereit

und erprobte Belastbarkeit

des Materials und der Helfer über

ein Wochenende im Winter. Der Küchenwagen

versorgte dabei Helferinnen

und Helfer. Über Funk wurde

Kontakt zur Einsatzleitung in der

Unterkunft in Bad Oldesloe gehalten.

Ausgehend von dem erreichten

Stand der Ausbildung kann diese

Einheit beruhigt einer Katastrophe

mit einem längeren Einsatz entgegensehen.

Für die nächsle Zukunft

ist geplant, die Spezialkrafte an

der Landesschule des Katastrophenschutzes

in Schönböken bzw. der

Landesschule des ASB in Kiel

ausbilden zu lassen . Weiter sind

zur Aufstellung eines Verbandplatzzuges

und eines Nachrichtenzuges

Aufträge erteilt. Damit wird der

Weg frei sein , auch im Rettungsdienst,

einer Primäraufgabe des

ASB, tätig zu werden.

Der KS-Betreuu ngszug des Ortsverbandes Stormarn vor seinem Fahrzeugpark.

Die Fahrzeuge wurden in eigener Werkstatt einsatzbereit gemacht.


In Eschweiler übergab Ortsbeauftragter Günter Hagel die Schlüssel für ein neues Fahrzeug an Zugführer Brettschneider,

der für die zukünftigen Einsätze verantwortlich zeichnet. Rechts im Bild die neugegründete Frauengruppe

des Eschweiler Standortes.

Bau von einer 3klassigen Mittelschule,

eines 3klassigen Lyzeums, einer

Krankenstation und eines Wohnhauses

erzielen.

An Ort und Stelle wurden die

Aufstellorte festgelegt. Die Lieferung

der Fertighäuser sowie Montage geschieht

gemeinsam mit dem Deutschen

Caritasverband. Das Diakonisehe

Werk hat hierfür die Federführung

übernommen. Die erste 3klassige

Mittelschule für Lice hat am

28. 10. 75 Stuttgart verlassen und

wird am 7. 11 . 75 in Lice eintreffen.

Zum gleichen Zeitpunkt wird ein

Team der Johanniter-Unfall-Hilfe

dort ankommen, um die Montage

der Häuser durchzuführen.

Sollten in Lice die gelieferten Schulen

usw. vor Beginn des Winters fertig

werden und in den übrigen umliegenden

Orten die Voraussetzungen

für die Erstellung der darüber hinaus

zugesagten Schulen und Wohnhäuser

gegeben sein, werden diese Schritt

für Schritt montiert. Die Delegation

sagte den türkischen Behörden zu,

für Kulp eine 2klassige Volksschule

und ein Lehrerwohnhaus, für Yaprak

eine 3klassige Volksschule und ein

Lehrerwohnhaus und für Bayaerly

eine 3klassige Volksschule und ein

zugehöriges Wohnhaus zu liefern.

Die in lieB mit der örtlichen Bauleitung

getroffenen Vereinbarungen

wurden anschließend im Wohnungs-

66

bauministerium in Ankara vom stellvertretenden

Staatssekretär paraphiert.

Oie Delegation des Caritasverbandes

und des Diakonischen Werkes

machte auf der Rückfahrt noch in

Istanbul Station und konnte den

ökumenischen Metropoliten von Cha­

Ieeedon, Meliton, über die getroffene

Vereinbarung informieren.

Inzwischen ist das Team der JUH

unter der Leitung des Bezirksbeauftragten

der Johanniter-Unfall-Hilfe

Münster, Schmidt, in Lice eingetroffen

und hat mit dem Aufbau der ersten

Fertighäuser begonnen. Das

Team besteht aus 10 Technikern und

Handwerkern, die von ihrer Ausbildung

her alle Fähigkeiten zum Aufbau

solcher Häuser mitbringen.

W. V.

, I

Der Abschied fiel leicht

Der "Gemeinnützige" berichtete

aus Varel-Bockhornerfeld: Wie

er begonnen hatte - mit vielen

netten Worten und dem Wunsch

nach weiteren freundschaftlichen

Zusammenkünften -, so endete

offiziell der Gegenbesuch 14 englischer

Jugend-Johanniter-Unfallhelfer

bei ihren Kollegen in Varel. Fast

drei Wochen waren die Jugendlichen

zusammen, erst in der britischen

Grafschaft Kent und dann in Varel.

Ein in Bockhornerfeld auf dem

Bolzplatz organisierter Abschiedsabend

setzte bis zum nächsten

Jahr den Schlußpunkt unter die

Beziehungen.

Daß die in der Gemeinschaftlichkeit

deutscher und englischer Familien

verbrachten Tage und Erlebnisse

in der Tat keinesfalls " einschlafen" ,

sondern in der Erinnerung aller

Beteiligten bleiben, bis man sich

im nächsten Jahr wiedersieht,

wurde in Bockhornerfeld schnell

de utlich. Die an diesem Abend

mit Spiel und Unterh altung gemeinsam

verbrachten Stunden wurden

denn auch kaum getrübt durch

den baldigen Abschied, sondern

sie standen ganz unter dem Zeichen

der Vorfreude auf ein Wiederse hen.

Willy Bollenberg


mOLT8S8rN HILFSDI8nST

Chaos auf der BAB

Münster-Ascheberg

9.30 Uhr am 22. November

Der Rettungswagen des Malteser­

Hilfsdienstes fährt nach Greven zur

Ausbildung der Rettungssanitäter.

An der Stadtgrenze wird die Besatzung

Ze uge eines Verkehrsunfalls

und leistet Erste Hilfe. Gleichzeitig

erhält die Einsatzzentrale einen Notruf

der Universitäts-Kinderklinik: Inkubatorfahrt!

Ein Krankenwagen des MHD übernimmt

den Transport der Verletzten

des Verkehrsunfalls; so daß der Rettungswagen

für die " Inkubatorfahrt"

frei wird.

Im Herbst 1975 haben Ärzte der Unive

rsitäts-Kinderklinik einen Nottransportdienst

für Frühgeborene, schwerkranke

Neugeborene oder lebensbedrohte

Kinder eingerichtet. Schwerpunktmäßig

ist dieser Transportdienst

für Risikogeburten eingerichtet, weil

in diesen Fällen durch schnelle, fachgerechte

Behandlung und künstliche

Beatmu ng Hirn schäden und daraus

resultierende schwere Behinderungen

vermieden werden können. Wichtigstes

Hilfsmittel de r Ärzte bei diesen

Transporten, für die der MHD seinen

Rettungswagen bereitstellt, ist ein

moderner, transportabler Inkubator

(Wärmebettehen), eine kleine Intensivstation

zur Sofortbehandlung schwerkranker

Kinder.

Kurz nach dem Alarmruf startet der

Rettungswagen mit Arzt und Inkubator

an Bord zur Nebelfahrt nach Osnabrück.

Innerhalb von 30 Minuten

konnte dort das schwerkranke Kind

übernommen werden; bereits auf der

Rückfahrt zu der Klinik begann der

Kinderarzt mit den ersten Maßnahmen

zur Intensivbehandlung.

12.30 Uhr

Der Rettungswagen fährt zur Bundesautobahn

Hansalinie. Seit 6 Jahren

versieht der MHD von der Polizeiautobahnstation

Greven aus den Mobilen-Rettungsdienst

an Wochenenden

und Feiertagen.

15.30 Uhr

Alarm! Massenkarambolage auf der

BAß zwischen Münster und Ascheberg!

Sofort rückt der Rettungswagen aus.

Gleichzeitig wird die Einsatzzentrale

des MHD in Münster benachrichtigt,

die sogleich den Einsatz weiterer

Freie Fahrt tür MHO-Rettungswagen! Nicht nur den Benutzern der Bundesautobahnen

sind die weißen Wagen des Malteser-Hilfsdienstes vertraut.

Oberall In der Bundesrepublik stehen Ärzte und ausgebildete Helfer bereit,

mit ihren schnellen und zweckmäßig ausgestatteten Fahrzeugen zu einer

Notsituation zu eilen.

Krankenwagen mit der Feuerwehrleitste

Ile abstimmt. Der Krankentransportdienst

des MHD rückt in Münster

mit 3 KTWs aus.

Am Unglücksort bietet sich den Helfern

ein Bild des Grauens. 45 Fahrzeuge

sind ineinander verkei lt, fünf

Autos stehen in Flammen. In fieberhafter

Eile werden 42 Verletzte - einige

in aktuter Lebensgefahr - aus den

Wracks geborgen, an der UnfallsteIle

von Ärzten und Rettungssanitätern

versorgt und anschließend in die Münster'schen

Krankenhäuser gebracht.

3 Frauen und 1 Mann können nur

noch tot geborgen werden. An de r

Rettungsaktion sind über 70 Einsatzkräfte,

neun Rettungs- und Krankenwagen

der Feuerwehr, drei Krankenwagen

der JOhanniter-Unfallhilfe, 1

Rettungswagen und 3 Krankenwagen

des Malteser-Hilfsdienstes sowie der

Rettungshubschrauber Christoph aus

Lünen beteiligt.

Ein Sonderbus der Stadtwerke bringt

die Unverletzten, deren Au tos nicht

mehr fahrbereit si nd, zunächst zur

Katastrophenschutzunterkunft in Münster.

Dort werden sie vom Versorgungsdienst

der Stadt betreut. Die

mobile Küche des MHD Münster stellt

Lebensmittel für die Verpflegung zur

Verfü gung. Bis in die späten Abendstunden

sind die Helfer mit der Betreuung

der Hilfsbedürftigen beschäftigt.

Nach ersten Schätzungen belief sich

der Sachschaden auf 400 000 DM.

Angefangen hatte die Katastrophe

durch die Neugierde mehrerer Pkw­

Fahrer, die offenbar plötzlich gebremst

hatten, um einen brennenden Wagen

auf der Standspur der Gegenfahrbahn

besser sehen zu können. Der Qual m

verstärkte die Sichtbehinderung durch

den Nebel. In wenigen Sekunden rasten

die ersten 25 Fahrzeuge aufeinander.

Daraufhin ließen sich die Fahrer

auf der Gegenfahrbahn von der Masse

nka rambolage ab lenken , und es

rasten noch einmal etwa 20 Fahrzeuge

ineinander. Zurück blieben ein gigantischer

Schrotthaufen, me hr als 40

Verletzte und 4 Tote.

Der Regierungspräsident von Münster,

Dr. E. Möcklinghoff, und der Oberstadtdirektor

von Münster, Dr. H.

Fechtrup. haben den Kräften der Berufsfeuerwehr

Münster und den eingesetzten

Hilfsorganisationen für die

gute Zusammenarbeit und die vorbildliche

Hi lfe für die Betroffenen ge1darlkt.)

67


presse SOHOU

DeS InlOnDS

Die Neugier eindämmen

Die große Katastrophe ist - zum

Glück für die Küstenbewohn er -

ausgeblieben. Und es war wirklich

Glück dabei, als die Wetterbedingungen,

während die größte Gefahr

drohte, sich änderten. Höchstes

Lob den Rettungsmannschaften

und den Freiwilligen, die sich

zu Hu nderte n zur Verfügung stellten .

Vor allem aber hat sich der Katastrophenschutz

bewährt. Diesmal kam

es nicht zu einem großen Wirrwarr,

wie bei den Waldbränden im letzten

Jahr.

Es bedurfte auch nicht der übermenschlichen

Leistungen eines

einzelnen, fast schon diktatorisch

regierenden "Deichgrafen" wie

1962 in Hamburg. Alle Hilfskräfte

arbeiteten zügig, selbstios und

ohne Reibungsverluste zusammen ;

das Meldesystem funktionierte,

die Einsatzbereitschaft der Helfer

konnte nicht größer sein .

Das Bild wird nur getrübt durch

die Heerscharen der Schaulustigen,

die sich wieder einmal in die Katastrophengebiete

aufmachten, um

ihre Gaffsucht zu befriedigen.

Ihnen muß nun wirkli ch energischer

als bisher das " Schaugeschäft"

verdorben werden .

(Welt der Arbeit, Köln)

Schwerer Schlag für die

Zivilverteidigung

In der Wo chenzeitu ng wird ein BeItrag

von Hermann A. Griesser veröffentlicht,

der den Abbau des AtomsChutz-Programms

kriti siert. Es wird

darauf verwiesen, daß Experten,

die einen militärischen Welt-Kon fli kt

und damit die Gefahr des Einsatzes

von Atombomben nicht mehr fü r

ausgeschlossen ha lten, in letzter

Zeit immer eindrücklicher warnen .

Um so befremdende r ist es nach

der Meinung des Verfassers, daß

eine gewisse Sorglosigkeit die Maßnahmen

der Zivilverteidigung ersch

wert.

... Mit Italien bildet unser " besonders

gefährdeter Staat" das Schlußlicht

in der Reihe der freien europäischen

Staaten. Nur knapp 3 Prozent der

Bevölkerung kämen in den 265000

Schutzräumen unter . ... 1975 sind

für den gesamten Schutzbau nur

noch 40 Millionen bereitgestellt -

für den wichtigsten Teil , den Hausschutzbau,

der Betrag von 5 Millionen,

der schließlich - laut Finanzplan

- auf eine bloße Anerkennungssumme

von einer halben Million zusammengestrichen

wird . ...

Es ist eben der Alles-oder-Nichts­

Standpunkt, vor dem ... schon in

den fünfziger und sechziger Jahren

immer wieder gewarnt . .. (wurde) .

Zunächst geht es um den Mindestschutz.

Daß es . .. nur einen großen

Atomkrieg geben werde, ist ebenso

falsch wie die Forderung, daß von

einem Jahr auf das andere jeder Bürger

einen garantierten SChutzplatz

haben müsse. Wenn aber schon niemand

den immerhin spürbaren Griff

in die Staatskasse zur Sicherheit

der Einwohner "verantworten" will ,

so müßten wenigstens später zu realisierende

Ziele abgesteckt werden .

(Rheinischer Merkur, Koblenz)

Wasser ist nur begrenzt

haltbar

In einem Beitrag von K. Haberer

un d K. Rassbach über "Untersuchung

en zur Verkeimungsneigung

von Trinkwäss ern verschiedener

Herkunft", den die Fa chzeitschrift

veröffentlicht, werden Ergebnisse

über die Haltbarkeit verschiedener

Trinkwasserarten aus dem Versorgungsnetz

der Wa sserwerke Wiesbaden

veröffentlicht. Diese Ausführu

ngen sind für alle diejenigen, die

mit der Wa sse r-Vorratshaltung

befaßt sind, von erh eblichem

Interesse.

Wasser ist ein verderbliches Lebensmittel

, denn es ist für den menschlichen

Genuß nur begrenzt haltbar.

Für die Untersuchungen wurden -

neben Tiefengrundwasser aus dem

hessischen Ried und dem Taunusauch

Proben von oberflächen nahem

Grundwasser aus flachen Stollen

und Sickergalerien des Rheingaugebirges

sowie von versickertem Regenwasser

nach Aufbereitung in zu-

nächst einwandfreier Qualität unter

verschiedenen Bedingungen gelagert.

Die in regelmäßigen Abständen immer

wieder vorgenommene Bestimmung

der (Keim-) Koloniezahl ergab,

daß jedes nicht mit Chlor behandelte

Wasser, unabhängig von seiner Herkunft,

innerhalb weniger Tage über

die nach dem Bundes-Seuchen-Gesetz

mit 100 festgesetzte Koloniezahl

hinaus verkeimte. Die Verkeimung

trat am schnellsten bei Proben ein ,

die hell oder halbdunkel sowie bei

erhöhten Temperaturen (14-25' C)

gelagert waren. Die im Dunkeln bei

rund 8' C gehaltenen Proben blieben

immerhin bis zu minimal 5 Tagen

haltbar. Bei behandeltem Trinkwasser

mit einem zulässigen Gehalt von

0,3 mg/ l Chlor war die Verkeimungsneigung

gegenüber hiermit nicht

behandelten Wässern um das 20fache

niedriger . . . . Um Wasser für den

menschlichen Genuß zu erhalten,

... zur längeren Vorratshaltung in

Notzeiten beim Verbraucher, bedarf

es eines ausreichenden Zusatzes

an Entkeimungsstoffen.

(gwf-wasser/ abwasser, München)

Aktivierung

des Selbstschutzes

Auch im vergangenen Jahr hat -

wie in anderen Städten auch - da s

Amt für Zivilschutz der Stadt Stuttgart

die Ausbildung der städtischen

Mitarbeiter Im Selbstschutz in Lehrgä

ngen und praktischen Obungen

fortgesetzt. In Zusammenarbeit mit

dem Bundesverband für den Selbstschutz

und anderen Instanzen wu rden

42 Lehrgänge und 16 praktische

Obungen abgehalten.

Ein wichtiger Teil der Unterrichtung

und Ausbildung in Schutz- und

Hilfsmaßnahmen ist die Unterweisung

in der richtigen Handhabung der

bei den einzelnen Ämtern vorhandenen

Selbstschutzausrüstungen. Immer

wieder auftretende Unglücksfälle

und Brände zeigen , wie wichtig und

wertvoll ein gut ausgebildeter und

ausgerüsteter Selbstschutz ist.

Im Rahmen der Förderung des betrieblichen

Selbst- und Katastrophenschutzes

nahmen auch Mitarbeiter

von Industriebetrieben an diesen

Ausbildungsveranstaltungen teil.

In enger Zusammenarbeit mit der

Industrie- und Handelskammer fanden

Lehrgänge für die Einsatzkräfte

des betrieblichen Katastrophenschutzes

mit über 200 Teilnehmern von

Stutlgarter Firmen statt.

(Amtsblatt der Stadt Stuttgart)

69


pr8SS8S0HOU

D8S OUSl onDS

Zivilschutzmaterial im

Friedenseinsatz

Zivilsd1utz

Protection civile

Protezione civile

Protecziun civia

Bei einigen großen Brandfällen

in Sisikon und auf dem Urnerboden

wurde in großem Umfange Zivilschutzmaterial

eingesetzt. So wurden

beispielsweise in Sisikon, wo es

zur gleichen Zeit an verschiedenen

Stellen brannte, drei Zivilschutz-Motorspritzen

vom Typ 11 und umfangreiches

Schlauch- und Hilfsmaterial

eingesetzt.

Bei dem Großbrand auf dem Urnerboden

wurde praktisch nur mit

Zivilschutzmaterial gearbeitet.

So konnte mit der Ausrüstung

eines Kriegsfeuerwehrzuges das

Wasser von weither geholt und

der Brand wirksam bekämpft werden.

Die Gemeinden hatten die Anschaffung

dieses Zivilschutzmaterials

nur mit je 17,5 % finanziert, der

Bund hatte 65 % der Anschaffungskosten

getragen. Das Material

ist Eigentum der Gemeinden; die

betroffenen Gemeinden verfügten

vorher über keine Motorspritzen.

(Bern, Nr. 4/ 1975)

,

Rechtzeitig vorbereiten

SUnVIVE

Das Thema " Nuklearkrieg" stößt die

meisten Menschen ab - es wirkt geradezu

deprimierend, obwohl durchaus

die Notwendigkeit anerkannt

wird , darüber nachzudenken. Das

ist sicher auch der Grund. warum

ein großer Teil der Katastrophenvorbereitung

darin besteht, einfach darin

einzuwilligen, daß ein Plan erstellt

wird .

Eine verständliche Katastrophenplanung.

zusammen mit einem effektive-

70

ren Unterstützungsprogramm, könnte

dabei durchaus entscheidend sein

für ein Überleben nach einem Atomschlag.

Ebenso kann es einen gewaltigen

Unterschied ausmachen. ob

der Überlebenswille nach einer Naturkatastrophe

oder nach einer Katastrophe,

die durch menschliches

Versagen heraufbeschworen wurde,

geweckt und erhalten werden soll.

Ein Vergleich zwischen den Zivilschutzplänen

anderer Nationen und

dem gegenwärtigen Status des US­

Zivilschutzes geht zu ungunsten der

USA aus. Es ist eine Tatsache, daß

unsere potentiellen Gegner und sogar

einige unserer europäischen Freunde

den Zivilschutz ernster nehmen als

wir.

Vieles, was zum Thema Nuklearkrieg

bei uns gesagt wurde, führt dazu,

daß die Bevölkerung glaubt, ein Überleben

sei nicht möglich. Die Sowjets

bezeichnen als Gewinner eines Nuklearkrieges

die Nation, die sich von

diesem Schlag als erste wieder erholt.

Ihre Planungen beweisen, daß sie

alles tun, um in ihrem Lande die dazu

notwendigen Voraussetzungen im

Ernstfalle auch zu erfüllen.

(Starke/ Florida, Vol. 8 Nr. 2)

Medizinische Ausbildung Iür

den Krisenfall

CIVILTFÖRSVAR

Bengt Forssbeck, Zentrales Sozialamt

für Ausbildungsangelegenheiten -

Sanitätswesen -, erläutert, welche

Anforderungen an die Führungskräfte

im Sanitätswesen gestellt werden.

U. a. führt er aus:

" Ausgangspunkt einer Studie über

die Ausbildungstätigkeit. die man

im Frieden betreiben möchte, war

es, aufgrund von verschiedenen Teilprogrammen

den Ausbildungsbedarf

zu analysieren. um eine Ausbildung

zustande zu bringen, die tür die zivile

Kriegsorganisation des Sanitätswesens

zweckmäßig ist.

Selbstverständlicher Ausgangspunkt

für diese Ausbildung war, daß das

zivile Sanitätswesen im Kriege bei

seinen Aufgaben auf das zivile Gesundheitswesen

im Frieden zurückgreifen

soll. Dieses zivile Gesundheitswesen

muß in Bereitschaftsund

Kriegssituationen rasch umgestellt

werden können. Dafür ist außer

einer materialmäßigen auch eine

personelle Bereitschaft notwendig.

Personal. welches für das zivile Ge-

sundheitswesen ausgebildet wurde,

muß auch auf sei ne Aufgaben im

Kriege vorbereitet sein. Künftige Ärzte

und Krankenschwestern erhalten

bereits während des Studiums eine

bestimmte Ausbildung. Bereits im

Frieden sind, sowohl auf dem Personal-

als auch auf dem Ausbildungssektor,

erhebliche Einsatze notwendig,

damit das zivile Sanitätswesen

im Kriege seine Aufgaben erfüllen

kann.

(Stock holm, Nr. 5/6 1975)

Schutz der Zivilbevölkerung

Schweizerisches

Rotes Kreuz

Oie Genfer Konferenz für humanitäres

Völkerrecht, die sogenannte " diplomatische

Konferenz" befaßte sich

mit der Neubestlitigung und Weiterentwicklung

des humanitären, im

Falle bewaffneter Konflikte anwendbaren

Völkerrechts. Die Konferenzergebnisse

skizziert Professor Or.

Hans Haug, der Präsident des

Schweizerischen Roten Kreuzes:

" Das Hauptergebnis der zweiten Session

der diplomatischen Konferenz

liegt in der Annahme fundamentaler

Bestimmungen, die die Schonung

und den Schutz der Zivilbevölkerung

im modernen bewaffneten Konflikt

betreffen. Oie wiChtigsten Grundsätze:

,Zwischen Zivilbevölkerung und Kombattanten

sowie zwischen zivilen

und militärischen Gütern und Anlagen

ist stets zu unterscheiden; Waffengewalt

darf nur gegen militärische

Ziele gerichtet werden .... Die Zivilbevölkerung

und die Zivilpersonen

genießen einen allgemeinen Schutz

gegen die Auswirkungen der Kriegsführung.

Zivilbevölkerung und Zivilpersonen,

sofern sie an den Feindseligkeiten

unbeteiligt sind, dürfen nicht

das Ziel von Angriffen sein, ... Untersagt

sind Angriffe oder andere schädigende

Akte gegen zivile Güter, namentlich,

wenn diese für das Überleben

der Zivilbevölkerung unentbehrlich

sind.' Verboten ist ferner das

Aushungern der Zivilbevölkerung

als Methode der Kriegführung. Bei

Operationen gegen militärische Ziele

sind alle Vorsichtsmaßnahmen zu

treffen, damit Zivilbevölkerung, Zivilpersonen

und Zivile Güter nichtoder

zumindest nicht unverhältnismäßig

- betroffen werden. Spezial bestimmungen

beziehen sich auf den

Schutz von Anlagen und Werken,

die gefährliche Kräfte bergen."

(Bern, Heft 5/75)


'-' '-' "neue

BÜOHer

Ein Planet wird geplündert

Vo n Herbert Gruhl

Verlag S. Fi scher GmbH,

Fra nkfurt/ Main

Dieses Buch trägt bezeichnenderweise

die Widmung : "Unseren

Kindern"; sein Untertitel: Die Schrekkensbilanz

unserer Politik.

Der Verfasser, Dr. Herbert Gruhl,

ist seit 1969 CDU-Abgeordneter

im Deutschen Bundestag und dort

als Vorsitzender seiner Partei -Arbeitsgruppe

für Umweltvorso rge

Fraktionssprecher in Umweltfragen.

Gruhl hat maßgeblichen Anteil

an der Umweltgesetzgebung der

letzten Jahre. Sein Buch hat weltweites

Aufsehen erregt, hat er doch

den Mut gehabt, allen bisher geübten

Beschwichtigungsversuchen, die

zum Raubbau an unseren natürlichen

Vorräten unternommen wurden ,

entgegenzutreten. Es ist daher

nicht verwunderlich, daß sein Buch

nicht ungeteilte Zustimmung findet.

Sicher mögen die " Fachleute"

und die Politiker sich gegen die

unbequemen Wahrheiten wehren,

Tatsache bleibt doch, daß Gruhl

die Vernunft auf seiner Seite hat.

Sein Buch ist die Antwort eines

Politikers auf die Herausforderung

einer weltgeschichtlichen Situation,

wie sie es - solange Menschen

auf diesem Planeten leben - noch

nie gab. Es gibt Tausende von

Büchern, in denen steht, wie die

Welt sein sollte; die Aussagen

dieser Bücher über die Zukunft

sind beherrscht von Wunschvorstellungen.

Gruhl aber hat den Mut,

zu sagen, daß es mit dem Raubbau

einfach nicht so weitergehen kann -

und er belegt es oder führt zumindest

Gründe für sei ne Überlegungen

an. Umfangreiche Anmerkungen

am Schluß seines Buches und

ein ausführliches Literaturverzeichnis

sind Hilfen für den Leser.

72

Die große Flucht

Vo n 8ert Franken

Hestia-Verlag GmbH, Bayreuth

Der Verfasser stützt sic h bei seiner

Veröffentlichung auf die Materialsammlung

der Ostdokumentation

des früheren " Bundesm inisteriums

für Vertriebene" und gibt in seinem

Bericht ein Bild jenes Geschehens

in den ostdeutschen Gebieten zu

Kriegsende wieder, welches 14 Millionen

deutsche Menschen als Zivilisten

- in der überwiegenden Mehrheit

Frauen, Kinder und alte Menschen ­

betroffen hat. Sicher ist es nicht die

Absicht des Verfassers, alte Wunden

aufzubrechen und inzwischen zustande

gekommene neue Verbindungen

in jenen Tei l Europas einzureißen

.

An Hand von Einzelschicksalen, die

als Leitfaden durch das Buch gehen,

wird die Tragödie der Ostdeutschen

nach mehr als dreißig Jahren noch

einmal aufgerollt. Es mag auch verständlich

sein, daß diese Tragödie,

die Vertreibung und ihre Durchführung,

in der Vergangenheit nicht

ohne Ressentiments dargestellt und

betrachtet wurde.

Heute sei es, so meint der Verfasser,

an der Zeit, diesen Ereignissen ohne

Emotionen gegenüberzustehen. Franken

hat den Mut, auch von den Verbrechen

der Braunen zu sprechen,

ohne die es, das steht fest, die Verbrechen

der Roten nicht gegeben

hätte. - Und letztlich: Die Flucht der

Menschen vor dem Kriege hat seither

in der Welt noch nicht aufgehört;

auch heute noch werden unschuldige

Zivilisten die Opfer politischer Auseinandersetzungen.

Erste Hilfe bei Vergiftun!len

Ratgeber für Laien und Arzte

Von M. Da un derer I N. Weger

Springer Verlag, Berlin-Heidelberg

Jährlich sterben in der Bundesrepublik

Deutschland etwa 100000 Menschen

durch die Einwirkung von Gift;

überwiegend sind in solchen Fällen

Medikamente und Haushaltmittel

die Ursache. Giftpflanzen, Alkohol

und Nikotin treten nur in geringerem

Umfange als Ursache einer Vergiftung

auf.

Kinder, die in vielen Fällen die Opfer

sind, werden vorwiegend von Vergiftungen

durch Pflanzen, Medikamente

und Publikumspräparate betroffen.

Weil in der Mehrzahl der Fälle die

Voraussetzungen für ein Erkennen

der Vergiftungsursache und ein Einleiten

entsprechender Sofortmaßnahmen

fehlen, vergeht oft kostbare

Zeit, in der lebensrettende Maßnahmen

hätten eingeleitet werden können.

Die Verfasser wollen mit ihrem Ratgeber

vor allem auch für den Laien

aufzeigen, wie er Vergiftungen erkennen

und behandeln kann. Die Dringlichkeit

der einzelnen Maßnahmen

wird herausgestellt und in der Reihenfolge

des Vorgehens aufgezählt.

Natürlich wird auch die ärztliche Therapie

beschrieben. Die wichtigsten

Gifte, deren Leitsymptome, die Sofortmaßnahmen

durch den Laien

und die Ersttherapie des Arztes werden

in alphabetischer Reihenfolge

aufgeführt. Das Handbuch ist nicht

nur für Ärzte, sondern auch für Sanitätspersonal,

Laienhelfer und vor

allem für Laien von groBem Interesse.

Sicherung

der Energieversorgung

Von Dr. Manfred Morys

Osang Verlag, Bad Honnef

Als Folge 0 der Handbücherei für

die Praxis der Reihe " Zivilschutz und

Zivilverteidigung" - Herausgeber:

Hans-Arnold Thomsen und Hans

Günther Merk - erschienen, enthält

dieses Werk alle wichtigen energie relevanten

Vorschriften und Unterlagen.

Der Verfasser behandelt ein Thema,

welches uns alle angeht: Die Sicherung

der Energieversorgung im Falle

der Störung oder Gefährdung der

Belieferung der Bundesrepublik mit

Erdöl, Erdölerzeugnissen und Erdgas.

Die westliche Welt muß noch lange

mit der Energiekrise leben und jederzeit

damit rechnen, daß deren Auswirkungen

ständig wechselnde Probleme

mit sich bringen. Das Energiesicherungsgesetz

vom 1. 1. 1975

deckt einen wesentlichen Bereich

des Energieprogramms der Bundesregierung

ab.

Das Handbuch vermittelt einen klaren

Überblick über die gesetzlichen Zusammenhänge.

Eine klare Einführung

folgt auf den Gesetzestext, in deren

Rahmen sowohl die internationale

Situation als auch u. a. die Auswirkungen

der Preissituation, Zuschüsse

und Beihi lfen , Bundesrohölreserve

und Verbraucherbevorratung abgehandelt

werden.

Nach einem umfangreichen Kommentarteil

schließen sich ein Anhang

mit Gesetzestexten (2B Positionen)

und ein umfangreiches Sachregister

an .


Helmut Freutel

Das Minimagazin

In diesem Monat: Vorbeugender Brandschutz

Wußten Sie schon, daß ...

... es neben den von Hand zu betätigenden

Druckknopf-Feuermeldern

eine ganze Reihe von selbsttätigen

Feuermeldern gibt?

Wußten Sie schon, daß .. .

... es z. B. Schmelzlotmelder gibt,

die bei Erreichen einer bestimmten

Raumtemperatur in einer Empfangsanlage

Alarm auslösen? Je nach Art

des verwendeten Schmelzlotes liegen

die Auslösetemperaturen zwischen

40" und 90 C.

Wärmemelder

Wußten Sie schon, daß ...

. es Bimetallmelder gibt, bei denen

man die Eigenschaft des Bimetallstreifens,

sich bei der Einwirkung

von zunehmenden Temperaturen

zu krümmen, zur Unterbrechung

des Ruhestroms in der Feuermeideleitung

und damit zur Alarmauslosung

benutzt? Die Auslösetemperaturen

sind einstellbar und liegen etwa

zwischen 50° und 700 C.

Wußten Sie schon, daß ...

es Differentialmelder gibt, die

nicht auf eingestellte Temperaturen

ansprechen, sondern auf eine bestimmte

Geschwindigkeit der Temperaturerhöhung.

Sie spre chen an ,

wenn sich die herrschende Temperatur

um etwa 6° C/ min. bis 10° C/ min.

erhöht. Damit aber auch bei einem

in langsamerer Geschwindigkeit sich

vollziehenden Temperaturanstieg

bei einem vorher bestimmten Grenzwert

(Maximalkontakt) Alarm ausgelöst

wird, werden Differentialmelder

immer mit einem Bimetallmelder

kombiniert.

Wußten Sie schon, daß .. .

.. es optische Rauch- oder Feuermelder

gibt, die mit Fotozellen arbeiten,

auf die von einer Li chtquelle

aus ein scharfes Strahlenbündel quer

durch den Raum gerichtet wird?

Dringt das Licht ungehindert auf

die Fotozelle, geschieht nichts; treten

aber Rau ch- oder Schwelgase in

den Bereich des Strahlenbündels,

wodurch sich die Li chteinwirkung

auf die Fotozelle verringert, entsteht

eine Stromverschiebung und eine

damit verbundene Meldung an die

Empfangsanlage.

Wußten Sie schon, daß ...

. . . es Flammendetektoren gibt, die

auf den infraroten, modulierten Strahlungsanteil

einer Flamme reagieren

Flammenmelder

und die dort verwendet werden, wo

man im Brandfalle mit offenen Flammen

rechnet? Diese Detektoren arbeiten

mit Fotozellen, vor welche Filter

geschaltet sind. Das durch die Flamme

modulierte infrarote Strahlungssignal

wird optisch / elektrisch empfangen,

in ein elektrisches Signal umgewandelt,

zur Sicherheit noch mehrfach

gefiltert, was bei Vorhandensein aller

Kriterien einer Flamme dann zum

Alarm führt.

Wußten Sie schon, daß .. .

. es Ionisations-Feuermelder gibt,

die selbst auf unsichtbare Verbrennungsgase

ansprechen? In zwei Ionisationskammern,

besser gesagt in

einer Meß- und einer Vergleichskammer,

wird durch kleine radi oaktive

Ionisations melder

Strahler die Luft ionisiert. Durch die

angelegte Spannung beginnt jeweils

ein Ionenstrom zu fließe n. Die Vergleichskammer

ist von der Umgebungsluft

abgeschlossen. Dringen

Rau chaerosole in die Meßkammer

ein, wird das Fließen des Ionenstroms

und damit der Ruhestrom schwächer,

was dazu ausgewertet wird, Alarm

auszulösen.

Wußten Sie schon, daß ...

.. mit Hilfe des vollelektronischen

Brandmeldesystems je nach Auslegung

der Anlage und vorhandenen

Feuerschutzeinrichtungen die Position

des Brandgeschehens angezeigt

werden kann? Es werden Alarmsirenen

und Blinkleuchten eingeschaltet,

Feuerschutztüren geschlossen,

Rauchabzugsklappen geöffnet, Klimaanlagen

und Maschinen stillgelegt

und nachgeschaltete Feuerlöschanlagen

ausgelöst. Gleichzeitig kann die

Brandmeldung über den Hauptfeuermelder

oder ei ne direkte Fernsprechleitung

zur nächstgelegenen Feuerwache

weitergeleitet werden.


Postvertriebsstück - Gebühr bezahlt

Vertrieb: A. Bernecker,

Postfach 140, 3508 Melsungen

Vertriebskennzahl G 2766 EX

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