Zeitarbeit – Zukunft mit gesunden Beschäftigten - VBG

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Zeitarbeit – Zukunft mit gesunden Beschäftigten - VBG

Zeitarbeit Zukunft mit

gesunden Beschäftigten

Studienergebnisse zeigen Verbesserungspotenziale

VBG-Fachinformation


VBG Ihre gesetzliche Unfallversicherung

Die VBG ist eine gesetzliche Unfallversicherung mit über 31 Millionen Versiche‑

rungsverhältnissen in Deutschland. Versicherte der VBG sind Arbeitnehmer,

freiwillig versicherte Unternehmer, Patienten in stationärer Behandlung und

Rehabilitanden, Lernende in berufsbildenden Einrichtungen und bürgerschaft‑

lich Engagierte. Zur VBG zählen über 900.000 beitragspflichtige Unternehmen

aus mehr als 100 Gewerbezweigen vom Architekturbüro bis zum Zeitarbeits‑

unternehmen.

Weitere Informationen zur VBG finden Sie unter www.vbg.de

Die in dieser Publikation enthaltenen Lösungen schließen andere, mindestens ebenso

sichere Lösungen nicht aus, die auch in Regeln anderer Mitgliedsstaaten der Europä‑

ischen Union oder der Türkei oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den

Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können.

In dieser Publikation wird auf eine geschlechtsneutrale Schreibweise geachtet. Wo die‑

ses nicht möglich ist, wird zugunsten der besseren Lesbarkeit das ursprüngliche gram‑

matische Geschlecht verwendet. Es wird hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass

damit auch jeweils das andere Geschlecht angesprochen ist.

Wenn in dieser Publikation von Gefährdungsbeurteilung gesprochen wird, ist damit

auch immer die Beurteilung der Arbeitsbedingungen im Sinne des Arbeitsschutzgeset‑

zes gemeint.


Zeitarbeit Zukunft mit

gesunden Beschäftigten

Studienergebnisse zeigen Verbesserungspotenziale

Version 1.0/2011‑03


Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

2

Inhaltsverzeichnis

Potenziale der Zeitarbeit nutzen 3

Arbeitsgestaltung und Arbeitsschutz 4

Wichtig sich umfassend über den Kundenarbeitsplatz informieren

Information und Kommunikation 7

Bessere Arbeit durch Information und Unterstützung

Qualifikation und Personalentwicklung 10

Vorhandene Kompetenzen und Potenziale nutzen und ausbauen

Mitarbeiterbindung und Gesundheitsmanagement 13

Stärken der Zeitarbeit nutzen gute Beschäftigte binden

Infos zu den Studien

Gesundheitsreport der TK

Der Gesundheitsreport enthält neben anderen Auswertungen eine repräsentative Befragung

zur Arbeitssituation in der Zeitarbeit. Geantwortet haben 1.315 Personen, die in der Zeitarbeit

beschäftigt und bei der TK versichert sind (471 davon arbeiteten direkt in der Zeitarbeitsfir‑

ma, 737 waren Zeitarbeitnehmer/‑innen, die bei Kunden arbeiten hier „Beschäftigte der

Zeitarbeit“ genannt). Die Ergebnisse dieser Befragung wurden mit TK‑Untersuchungen ande‑

rer Branchen mit gleichen Fragestellungen verglichen. Dadurch konnte die Arbeitssituation

der Zeitarbeit mit der Arbeitssituation in anderen Branchen verglichen werden. Außerdem

analysierte die TK im Gesundheitsreport die Fehlzeitenstatistiken der Zeitarbeitsbranche

(Arbeitsunfähigkeitsanalyse) und wertete die Statistik der verschriebenen Medikamente

(nach Arzneiverordnung) in der Zeitarbeit aus. Die Auswertung wurde vom ISEG Institut für

Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung e. V. durchgeführt.

VBG-Untersuchung des Helferunfallgeschehens in der Zeitarbeit

Das ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH hat im Auftrag der VBG

eine repräsentative Befragung von 1.068 Personalentscheidungsträgern (PET) durchgeführt.

Befragt wurden die PET zu Unfällen von Helfern, den möglichen Unfallursachen und Mög‑

lichkeiten der Prävention. Außerdem wurden vom ISG die bisher vorliegenden Studien zur

Arbeitssituation in der Zeitarbeit und die Unfallstatistiken der VBG analysiert.

Daten der Studien zur Zeitarbeit

Die kompletten Studien der TK und der VBG stehen unter

www.tk.de (Webcode 157354)

und unter www.vbg.de/zeitarbeit

als Downloads zur Verfügung.


Potenziale der Zeitarbeit nutzen

Die Potenziale der Zeitarbeit zeigen sich besonders in Zeiten wirtschaftlichen Wandels.

Die moderne Wissensökonomie wird durch flexible, projektbezogene Organisation und

Karrierewege geprägt. Ungebrochene lebenslange Erwerbsbiographien wird es immer

weniger geben. Gute Zeitarbeit wird damit zu einer zunehmend bedeutenden Arbeits‑

form für die Arbeitswelt von morgen.

Um die Chancen für die Zeitarbeit zu nutzen, steht die Zeitarbeit vor dem Problem der

Personalbindung und ‑pflege. Gerade heute kommt es darauf an, alle Möglichkeiten

des Personaleinsatzes sowie Kompetenzen des vorhandenen Personals zu nutzen. Er‑

folgreich kann die Zeitarbeit auf Dauer nur mit effizienten und systematischen Überlas‑

sungsprozessen sowie einem Stamm von zufriedenen, gesunden und leistungsberei‑

ten Beschäftigten sein. Nur so können Kunden auf Dauer gebunden werden.

Hilfreich können hier die Ergebnisse des Gesundheitsreports 2009 der Techniker Kran‑

kenkasse (TK) und einer Studie der VBG (siehe Seite 2) sein. Sie zeigen ein realisti‑

sches Bild der Arbeitssituation, weisen auf Probleme, aber auch auf Potenziale hin und

eröffnen damit Entwicklungsmöglichkeiten der Zeitarbeit.

Die TK und die VBG informieren Sie über Ergebnisse der Studien. Themen sind dabei

vor allem die Arbeitssituation der Beschäftigten der Zeitarbeit sowie der Personalein‑

satz. Neben den Ergebnissen der Studien haben wir Handlungstipps und vorhandene

Praxishilfen und Angebote zusammengefasst. Die Handlungstipps sind aus den Qua‑

litätsstandards der Branche und aus den Erfahrungen unserer Berater abgeleitet. Sie

stellen Wege dar, Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten der Zeitarbeit zu

steigern. Dies wird letztendlich den Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmern,

aber auch den Zeitarbeitsunternehmen und deren Kunden zugutekommen.

Unsere Information richtet sich insbesondere an Unternehmer und Personalentschei‑

dungsträger* (PET) von Zeitarbeitsunternehmen. Wir hoffen, dass Sie die eine oder

andere Anregung für den Personaleinsatz finden und damit mögliche Potenziale besser

nutzen können.

Ihre

Dr. Sabine Voermans Dr. Manfred Fischer

Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

Dr. Sabine Voermans,

Leiterin Gesundheitsmanagement,

Techniker Krankenkasse

Dr. Manfred Fischer

Direktor Prävention der VBG

*wie Niederlassungsleiter, Disponenten, Abteilungsleiter, Personalberater und andere verantwortliche Personen, die Personalentscheidungen treffen.

3


Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

Arbeitsgestaltung und Arbeitsschutz

Wichtig sich umfassend über

den Kundenarbeitsplatz informieren

4

Die Ergebnisse der Studien zeigen,

dass sich unnötige Belastungen und

Unfälle beim Einsatz Ihrer Beschäftigten

in der Zeitarbeit vermeiden

lassen, wenn Sie sich besser mit dem

Kunden über die Arbeitseinsätze abstimmen.

Was sagen die Studien?

Verbesserungsmöglichkeiten bei PET:

Mehr Informationen über den Einsatzort

Nach der VBG‑Befragung berücksichtigen die Per‑

sonalentscheidungsträger (PET) relativ umfassend

die elf Schritte des Überlassungsprozesses (nach

BGI 5020). Fast 70 Prozent aller Befragten beachten

mindestens neun der elf Schritte des „Pflichtpro‑

gramms“ der Überlassung.

Schaut man sich die Ergebnisse genauer an, zeigt

sich Verbesserungspotenzial gerade in einem ent‑

scheidenden Punkt: bei der Auftragsannahme. Die

notwendigen Informationen über den Einsatzort und

die Einsatzbedingungen können oft zu wenig berück‑

sichtigt werden. Auch bei der Einsatznachbereitung

gibt es Optimierungspotenziale.

Wann werden PET beim Kunden aktiv?

Die PET nannten als häufigste Ursache für ihr Tä‑

tigwerden beim Kunden gefährliche und unsichere

Arbeitsplätze (40 Prozent), gefolgt vom Verhalten der

Beschäftigten in der Zeitarbeit (34 Prozent). Weite‑

re Gründe waren aus Sicht der PET die Persönliche

Schutzausrüstung (32 Prozent), Probleme mit der

persönlichen Arbeitsorganisation und der Arbeitsor‑

ganisation beim Kunden (29 Prozent).

Wie schätzen Beschäftigte der Zeitarbeit ihre

„Belastung“ ein?

Rund 48 Prozent der befragten Beschäftigten der

Zeitarbeit fühlen sich durch die Arbeitssituation

„ziemlich“ oder „sehr“ belastet. Die Beschäftigten

anderer Branchen sahen dies zu 35 Prozent so. Für

74 Prozent der Befragten wäre eine Veränderung der

Arbeitssituation wichtig (54 Prozent bei Beschäftig‑

ten anderer Branchen).

Diese Einschätzung der Befragten könnte darauf

schließen lassen, dass sich durch eine bessere Or‑

ganisation der Arbeitssituation beim Kunden bei‑


spielsweise durch umfassendere Informationen über

den Einsatzort und klarer bestimmte Vereinbarungen

mit dem Kunden im Überlassungsvertrag die Zufrie‑

denheit der Beschäftigten in der Zeitarbeit erhöhen

ließe.

Nicht mehr Sorgen und Stress als

Beschäftigte in anderen Branchen

Die TK‑Untersuchung zeigt deutlich: Beschäftigte der

Zeitarbeit haben keineswegs mehr „Sorgen“ oder

„Stress“ als die Beschäftigten anderer Branchen.

Während in der Zeitarbeit 46 Prozent der Befragten

angaben, dass sie unter „vielen“ Sorgen litten, wa‑

ren es in anderen Branchen 41 Prozent. „Gestresster“

fühlten sich sogar mit 45 Prozent die Beschäftigten

anderer Branchen; in der Zeitarbeit waren es dage‑

gen 41 Prozent der Befragten.

Insgesamt fühlen sich die Beschäftigten der Zeit‑

arbeit offenbar zufrieden mit ihrer Arbeit. Nur etwa

20 Prozent der Befragten sagten, dass sie mit ihrem

gegenwärtigen psychischen Gesamtbefinden „eher

unzufrieden“ seien. (14 Prozent bei Beschäftigten

anderer Branchen).

Unfälle eher im Helferbereich

• Allgemeine Unfallquote in der Zeitarbeit: Nach

der VBG‑Studie ist die Quote für Arbeitsunfälle je

1.000 Versicherte in der Zeitarbeit kontinuierlich

von 45,1 in 1998 auf 29,3 in 2005 gefallen, wäh‑

rend sie in 2006 wieder auf 34,0 anstieg. 2009

betrug sie 26,1.

• Viele Helferunfälle: Nach der VBG‑Studie sind

74 Prozent der Arbeitsunfälle Helferunfälle.

Helfer machen 52 Prozent der Beschäftigten der

Zeitarbeit aus (Anteil der An‑ und Ungelernten

nach Erwerbstätigenerhebung). Besonders die

jungen Beschäftigen sind betroffen: 45 Prozent

der Unfallopfer sind unter 30 Jahre alt (nach

Mikrozensus sind 31 Prozent der in der Zeitarbeit

Beschäftigten unter 30 Jahre alt). Die Unfallzah‑

len in der Zeitarbeit werden somit überwiegend

durch die Unfälle im Helferbereich bestimmt.

• Die Beschäftigten der Zeitarbeit weisen 18

Prozent mehr Fehlzeiten durch Unfälle auf als der

Gesamtdurchschnitt der Beschäftigten aller an‑

deren Branchen (Freizeitunfälle, Arbeitsunfälle,

Vergiftungen ICD‑10‑WHO Kapitel XIX).

Ursachen für Gesundheitsrisiken und Unfälle

Als Ursachen für die teilweise belastenden Arbeits‑

bedingungen in der Zeitarbeit werden häufig folgen‑

de Punkte genannt:

• Hoher Termin‑ und Kostendruck der Kunden

• Einsatz in Bereichen mit insgesamt höheren

Unfallrisiken, wie zum Beispiel Bau, Abbruch,

Entsorgung

• Zu wenig Kommunikation und Kooperation mit

Management und Stammbelegschaft der Kun‑

denunternehmen

Praxishilfen nutzen

Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

Unter www.vbg.de/zeitarbeit

• BGI 5020 „Zeitarbeit sicher, gesund und erfolgreich Leitfaden

für die Gestaltung der Arbeitsorganisation in Zeitarbeitsunterneh‑

men“ Online‑Infos und Broschüre als Download

• Auftragsannahmeformular Praxishilfe

• Arbeitsplatzbesichtigungs‑Protokoll (Beurteilung der Arbeitsbedin‑

gungen) Praxishilfe

Beschäftigten‑Selbstcheck Praxishilfe

• Arbeitnehmerüberlassungsvertrag mit Arbeitsschutzvereinbarung

Praxishilfe

Unter www.vbg.de/amsonline

• Arbeitsschutz mit System AMS‑Dienstleister (Arbeitsschutzma‑

nagementsystem der VBG) Online‑Infos und Broschüre als Down‑

load mit diversen Praxishilfen zur Umsetzung des Arbeitsschutz‑

managementsystems

Unter www.tk.de

• „Mit Erfolg gesund bleiben Teil 2: Gesundheitsmanagement im

Unternehmen“ Broschüre als Download, Webcode 49544

• Beratung der TK zur Einführung eines Betrieblichen Gesundheits‑

managements

• „Gesund bleiben mit Schichtarbeit“ Informationen für einen

gesunden Ausgleich Broschüre als Download, Webcode 49586

• „Stress erfolgreich managen“ Grundlagen, Instrumente und

Strategien für die betriebliche Praxis Broschüre als Download,

Webcode 160906

5


Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

6

Handlungstipps

Zufriedene Beschäftigte führen zu zufriedenen Kunden

Wenn Sie länger zufriedene Kunden haben wollen, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Beschäftig‑

ten gute Arbeitsbedingungen vorfinden. Ihre Beschäftigten sollten möglichst nicht mehr belastet

werden als die Beschäftigten des Kunden selbst. Das Gefühl gerecht behandelt zu werden hat auch

einen hohen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten der Zeitarbeit. Es lohnt sich also

auch unter dem Gesichtspunkt der Kundenzufriedenheit und der Kundenbindung darauf zu ach‑

ten, dass Ihre Beschäftigten auch beim Kunden gut arbeiten können und Wertschätzung erfahren.

Zeit nehmen, um Zeit zu sparen

Auch wenn es beim Überlassungsprozess meistens schnell gehen muss, informieren Sie sich

vor dem Einsatz Ihrer Beschäftigten über die Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen beim Kun‑

den. Wenn Sie hier Zeit investieren, sparen Sie im Ergebnis Zeit, weil Sie Ihre Abläufe effektiver

gestalten und somit die Arbeitsbedingungen Ihrer Beschäftigten verbessern können. Dies führt

im Ergebnis zu zufriedeneren Kunden und Beschäftigten.

Klären Sie deshalb am besten mit dem Verantwortlichen beim Kunden vor Ort persönlich die

Einsatzbedingungen ab und legen Sie Schnittstellen zwischen Ihrem Unternehmen und dem

Kunden fest. Außerdem lassen Sie sich auch die Gefährdungsbeurteilung des Kunden zeigen,

in der genaue Informationen zum Arbeitsplatz zu finden sind.

Helfen im Helferbereich

Die Studien haben gezeigt: Verbesserungsmöglichkeiten bestehen vorwiegend im sogenannten

Helferbereich. Deshalb sollten Sie gerade Helfern besondere Aufmerksamkeit schenken: sie

genau informieren über ihre Arbeitsaufgaben, sie über sicheres Arbeiten unterweisen und sie

beim Kunden einführen. Die Helfer werden es Ihnen mit guter Arbeit zurückzahlen und die Kun‑

den werden zufrieden sein.

Sie können also dazu beitragen, die Zahl der Helferunfälle nachhaltig zu senken. Damit helfen

Sie Ihren Beschäftigten und sparen Kosten in Ihren eigenen Abläufen sowie bei den Sozialver‑

sicherungsleistungen.

Klare Verträge mit Arbeitsschutzvereinbarung abschließen

Schließen Sie Arbeitnehmerüberlassungsverträge mit Arbeitsschutzvereinbarungen mit Ihren

Kunden ab. Schaffen Sie damit klare Vereinbarungen zu Fragen der Arbeitsplatzanforderungen,

der Weisungsbefugnisse, der Information der Beschäftigten, der Schutzmaßnahmen und der

Persönlichen Schutzausrüstungen. Nutzen Sie dazu die Vorlagen der VBG (siehe unten). Wenn

alle Beteiligten genau wissen, was sie leisten müssen und was von ihnen erwartet wird, steigt die

Zufriedenheit bei Ihnen, Ihren Beschäftigten und Ihren Kunden mit großer Wahrscheinlichkeit.

Arbeit systematisch gestalten

Gestalten Sie Ihre Prozesse systematisch und effektiv. Eine gute und zielgerichtete Organisa‑

tion des Unternehmens und des Überlassungsprozesses spart Kosten und führt zu größerer

Zufriedenheit der Beschäftigten. Nutzen Sie dazu den Branchenleitfaden „Zeitarbeit sicher,

gesund und erfolgreich Leitfaden für die Gestaltung der Arbeitsorganisation in Zeitarbeits‑

unternehmen“ und ergänzend das Arbeitsschutzmanagementsystem der VBG und das Betrieb‑

liche Gesundheitsmanagement der TK.


Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

Information und Kommunikation

Bessere Arbeit durch Information und Unterstützung

Die Untersuchungen zeigen, dass die

Beschäftigten in der Zeitarbeit teilweise

besser über ihre Arbeitsaufgaben informiert

sind als Beschäftigte anderer

Branchen. Mit relativ einfachen Mitteln

können bei Kommunikation und Information

die Stärken noch ausgebaut

werden. Die Beschäftigten sind spürbar

motivierter und leistungsbereiter. Die

Kunden sind zufriedener und werden

gebunden.

Was sagen die Studien?

Stärken der Beschäftigten der Zeitarbeit:

gut informiert

Die Beschäftigten der Zeitarbeit sind gut informiert

über ihre Arbeitsaufgaben, teilweise besser als die

Beschäftigten in den anderen Branchen.

• 60 Prozent der Beschäftigten werden frühzeitig

über wichtige Vorgänge im Arbeitsbereich infor‑

miert (57 Prozent bei Beschäftigten der anderen

Branchen).

• Bei zwei Dritteln der Beschäftigten ist der In‑

formationsfluss klar geregelt (gut die Hälfte bei

Beschäftigen anderer Branchen).

• Fast drei Viertel der Beschäftigten (73 Prozent)

haben bei Bedarf Zugang zu den benötigten

Informationen (76 Prozent bei Beschäftigten

anderer Branchen).

Aber hier werden auch Verbesserungsmöglichkeiten

sichtbar. 40 Prozent der Beschäftigten der Zeitarbeit

fühlen sich „nicht frühzeitig“ über wichtige Vorgänge

im Arbeitsbereich informiert und ein Drittel hat den

Eindruck, dass in ihrem Unternehmen der Informati‑

onsfluss „nicht klar“ geregelt ist.

Erfahrungsschatz stärker nutzen

• Über die Hälfte der Beschäftigten (54 Prozent)

sieht keine Möglichkeit, Verbesserungsvorschlä‑

ge und Ideen einzubringen. In anderen Branchen

können rund drei Viertel der Beschäftigten (75 Pro‑

zent) Verbesserungsvorschläge einbringen.

• Zwei Drittel der Beschäftigten der Zeitarbeit

geben an, dass ihre Verbesserungsvorschläge

nicht umgesetzt werden. In anderen Branchen

sind dies 47 Prozent.

7


Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

8

Praxishilfen nutzen

Diese Ergebnisse zeigen, dass in der Zeitarbeit die

Erfahrungen und die Kenntnisse der Beschäftigten

über die Arbeitsabläufe und ‑prozesse besser ge‑

nutzt werden könnten. Diesen Erfahrungsschatz stär‑

ker zu nutzen, steigert nicht nur die Motivation Ihrer

Beschäftigten, sondern auch die Zufriedenheit Ihrer

Kunden.

Beschäftigte fühlen sich unterstützt und anerkannt

• Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten der Zeit‑

arbeit (70 Prozent) wurden bei ihrer Einarbeitung

unterstützt.

• Rund ein Drittel der Beschäftigten der Zeitarbeit

Unter www.vbg.de/zeitarbeit

• BGI 5020 „Zeitarbeit sicher, gesund und erfolgreich Leitfaden

für die Gestaltung der Arbeitsorganisation in Zeitarbeitsunterneh‑

men“ Online‑Infos und Broschüre als Download

VBG‑Fragebogen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Praxishilfen

VBG‑Unterweisungsprogramm für die Zeitarbeit

• Unsere Unternehmensziele Praxishilfe

• Einsatzinformation für die Beschäftigten Praxishilfe

• Aus Fehlern lernen Praxishilfe

Unter www.tk.de

• „Mit Erfolg gesund bleiben Teil 1: Selbstmanagement, Führung und

Gesundheit“ Broschüre als Download, Webcode 49540

(32 Prozent) erhält bei Schwierigkeiten mit der

Arbeit keine Unterstützung durch Vorgesetzte.

Dieser Wert entspricht der Einschätzung der

Beschäftigten anderer Branchen (29 Prozent). Die

Unterstützung der Beschäftigten durch Vorgesetz‑

te als wesentliche Voraussetzung für Gesundheit

und Erfolg sollte insgesamt in allen Branchen

verbessert werden.

• Gut zwei Drittel der Beschäftigten der Zeitarbeit

(67 Prozent) sagten, dass sie mit der Unterstüt‑

zung der Beschäftigten rechnen können, wenn

sie nicht genügend Zeit haben, um ihre Arbeits‑

aufgaben erledigen zu können. Das ist etwas

weniger als bei den Beschäftigten anderer

Branchen (74 Prozent).

• Ein Viertel der Beschäftigten der Zeitarbeit (25

Prozent) gab an, dass sie mit anderen Kollegen

über Probleme an der Arbeitsstelle sprechen

können. In anderen Branchen können 45 Prozent

der Beschäftigten bei Kollegen Probleme anspre‑

chen.

Lob und Wertschätzung

in der Zeitarbeit gut ausgeprägt

Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten der Zeitarbeit

fühlen sich bei ihrer Arbeit durch ihre Vorgesetzten

und ihre Kollegen anerkannt und geschätzt. Lob und

Wertschätzung sind damit in der Zeitarbeit gut aus‑

geprägt.

Gute Einbindung der Beschäftigten

der Zeitarbeit in die Abläufe beim Kunden

Rund zwei Drittel der Beschäftigten der Zeitarbeit

(69 Prozent) werden genauso in die Abläufe einbe‑

zogen wie fest angestellte Beschäftigte des Einsatz‑

betriebs.

Hilfsmittel für PET:

Gespräche und VBG-Fragebogen

Die befragten Personalentscheidungsträger (PET)

sehen als wichtigstes Hilfsmittel (rund 80 Prozent)

bei der Umsetzung des Arbeitsschutzes ein persön‑

liches Gespräch an. Mit knapp über 70 Prozent fol‑

gen die Unterweisungs‑Fragebogen der VBG. Alle

anderen Hilfsmittel werden weniger genutzt.


Handlungstipps

Gute Information ist die Basis für bessere Arbeitsbedingungen

Informieren Sie Ihre Beschäftigten gut über ihre Arbeitsaufgaben. Unterweisen Sie Ihre Be‑

schäftigten daher über sicheres und gesundes Arbeiten beim Kunden. Nutzen Sie für diese

Unterweisungen die VBG‑Unterweisungs‑Fragebogen oder auch das VBG‑Unterweisungspro‑

gramm auf CD‑ROM. Legen Sie für Ihre Beschäftigten auch eindeutig fest, wo sie welche Infor‑

mationen für ihre Arbeit erhalten und wer ihr Ansprechpartner ist.

Kenntnisse und Erfahrungen der Beschäftigten nutzen

Nutzen Sie die Erfahrungen und Kenntnisse Ihrer Beschäftigten über die Einsatz‑ und Arbeits‑

bedingungen beim Kunden stärker. Dieser Erfahrungsschatz Ihrer Beschäftigten kann Ihnen

dabei helfen, Abläufe effektiver und besser zu gestalten. Ihre Beschäftigten erfahren Bestäti‑

gung und fühlen sich anerkannt, wenn Sie auf ihre Kenntnisse und Erfahrungen zurückgreifen.

Teilen Sie Ihren Beschäftigten mit, ob und wie ihre Vorschläge umgesetzt wurden.

Beschäftigte noch mehr unterstützen

Die Beschäftigten in der Zeitarbeit werden von den Zeitarbeitsführungskräften wertgeschätzt.

Das ist vorbildlich, weil jeder Beschäftigte gerne Anerkennung für gute Leistungen erfährt

das motiviert alle Beschäftigten. Wichtig ist auch, dass Sie Ihre Beschäftigten unterstützen,

wenn am Arbeitsplatz Probleme auftreten sollten. Fordern Sie Ihre Beschäftigten deswegen

auf, sich bei Problemen im Kundenunternehmen an Sie zu wenden, um Lösungen für alle Be‑

teiligten zu finden. Damit tragen Sie dazu bei, die Zufriedenheit sowohl Ihrer Beschäftigten als

auch Ihrer Kunden zu stärken.

Mit besserer Integration im Kundenunternehmen die Zufriedenheit

Ihrer Beschäftigten und Kunden steigern

Sprechen Sie mit Ihren Kunden darüber, wie Ihre Beschäftigten möglichst gut in die Arbeits‑

und Entscheidungsprozesse im Kundenunternehmen integriert werden können. Eine bessere

Integration der Beschäftigten der Zeitarbeit führt im Ergebnis zu einer größeren Zufriedenheit

der Beschäftigten, die sich unter anderem auch in besseren Arbeitsergebnissen zeigt. Am

besten überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kunden, wie Ihre Beschäftigten noch besser im

Kundenunternehmen integriert werden können. Dies liegt schließlich im Interesse aller Betei‑

ligten.

Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

9


Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

Qualifikation und Personalentwicklung

Vorhandene Kompetenzen und Potenziale nutzen

und ausbauen

10

Die Studien zeigen: In Zeitarbeitsunternehmen

können Potenziale der

Beschäftigten noch besser genutzt

werden. Einige Beschäftigte bringen

wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse

mit, die sie nur teilweise in ihre Arbeit

einbringen können. Zufriedene Beschäftigte

arbeiten motivierter.

Was sagen die Studien?

Kompetenzen der Beschäftigten

• 55 Prozent der Beschäftigten in der Zeitarbeit

werden in Tätigkeitsbereichen eingesetzt, die

nicht ihrer Schul‑ und Berufsausbildung ent‑

sprechen. In anderen Branchen ist dies bei

37 Prozent der Beschäftigten der Fall. Hier

werden Reserven hinsichtlich der Erfahrungen

und Kenntnisse der Beschäftigten sichtbar, die

das Zeitarbeitsunternehmen noch besser nutzen

und ausbauen kann.

• 65 Prozent der Beschäftigten in der Zeitarbeit ge‑

ben an, dass sie nach ihrer Einschätzung „keine“

oder „wenige“ Entwicklungsmöglichkeiten an

ihren Arbeitsplätzen haben. In anderen Branchen

entsprechen die Entwicklungsmöglichkeiten an

ihren Arbeitsplätzen nicht den Vorstellungen von

46 Prozent der Beschäftigten.

Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten in der Zeitarbeit

• Knapp die Hälfte der Beschäftigten in der Zeitar‑

beit (46 Prozent) geben an, mit ihrer Arbeit zu‑

frieden zu sein. In anderen Branchen beträgt der

Anteil der zufriedenen Beschäftigten 70 Prozent.

• Für fast drei Viertel der Beschäftigten in der Zeit‑

arbeit wäre nach ihrer Ansicht eine Veränderung

der Arbeitssituation wünschenswert (74 Prozent).

In anderen Branchen geben 54 Prozent der

Beschäftigten an, dass eine Veränderung ihrer

Arbeitssituation für sie wichtig sei.

Fehlzeiten in der Zeitarbeit

• Die Fehlzeiten liegen bei Beschäftigten der Zeit‑

arbeit insgesamt höher als bei Beschäftigten aus

anderen Branchen. Während 2008 bei Beschäf‑

tigten aus anderen Branchen durchschnittlich

insgesamt 10,7 Fehltage erfasst wurden, waren


es bei Beschäftigten der Zeitarbeit durchschnitt‑

lich 14,7 Fehltage.

• Schaut man sich allerdings die branchenspezifi‑

schen Fehlzeiten an, so ist der Unterschied zwi‑

schen den Beschäftigten der Zeitarbeit in einer

Branche und den übrigen Beschäftigten dieser

Branche deutlich geringer. Hier einige Beispiele

(alle Angaben in Fehltage):

• Hilfsarbeiter: Zeitarbeit 18,2; übrige 17,5

• Lager-, Transportarbeiter: Zeitarbeit 20,6;

übrige 17

• Bürofachkräfte: Zeitarbeit 10,4; übrige 9,7

• Techniker: Zeitarbeit 9,2; übrige 8,4

PET-Schulungen verbessern das Verständnis für

systematische Arbeit

Die Ergebnisse der Untersuchung belegen, dass die

Teilnahme an Personalentscheidungsträger (PET)‑

Schulungen der VBG mit einer positiveren Einstellung

zum Arbeitsschutz einhergeht. Die Weiterbildung von

PET hilft danach, den Überlassungsprozess systema‑

tischer zu gestalten.

Entwicklungspotenziale bei PET und internen

Beschäftigten

• Fast 60 Prozent der PET und der anderen internen

Beschäftigten zeigten sich mit den derzeitigen

Entwicklungsmöglichkeiten an ihrem Arbeitsplatz

eher nicht zufrieden. Bei den Beschäftigten ande‑

rer Branchen beträgt dieser Anteil 46 Prozent.

• Weniger als die Hälfte der PET und der anderen

internen Beschäftigten gibt an, dass die Tätigkeit

eher nicht ihren Vorstellungen und Erwartungen

entspricht.

Praxishilfen nutzen

Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

Unter www.vbg.de/zeitarbeit

BGI 5020 „Zeitarbeit sicher, gesund und erfolgreich Leitfaden für

die Gestaltung der Arbeitsorganisation in Zeitarbeitsunternehmen“

Online‑Infos und Broschüre als Download

Unter www.vbg.de/gms

• „GMS Gesundheit mit System“ Internetplattform der VBG mit

dem GMS‑Leitfaden, Praxishilfen und Infoblättern zur Umsetzung

des GMS sowie Hintergrundinformationen

• Beratung zur Einführung des GMS

Unter www.vbg.de/seminare

Angebote zur Qualifizierung und Weiterbildung von Beschäftigten

der Zeitarbeit

Unter www.tk.de

• TK‑Ratgeber „Management und Personal“ als Download,

Webcode 166496

• TK‑Broschüre „Der Stress“ als Download, Webcode 48660

• TK‑Broschüre „Stress erfolgreich managen“ als Download,

Webcode 160906

• „Mit Erfolg gesund bleiben Teil 1: Selbstmanagement, Führung und

Gesundheit“ Broschüre als Download, Webcode 49540

• „Mit Erfolg gesund bleiben Teil 2: Gesundheitsmanagement im

Unternehmen“ Broschüre als Download, Webcode 49544

11


Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

12

Handlungstipps

Potenziale und Kompetenzen der Beschäftigten besser nutzen

Einige Beschäftigte bringen wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse mit, die sie nur teilweise in

ihre Arbeit einbringen können. Daneben gibt es auch Beschäftigte, die sich in ihrer täglichen

Arbeit eher unterfordert fühlen. Analysieren Sie daher die Qualifikationen und Kompetenzen

Ihrer Beschäftigten. Entwickeln Sie Strategien, wie Sie diese vorhandenen Potenziale stärker

nutzen und ausbauen können. Besprechen Sie gemeinsam mit Ihren Beschäftigten diese Ent‑

wicklungsmöglichkeiten. Dies fördert die Zufriedenheit und die Motivation der Beschäftigten,

die Sie so an Ihr Unternehmen binden können.

Kundenzufriedenheit durch zufriedene Beschäftigte weiter steigern

Zufriedene Beschäftigte erbringen gute Leistungen im Kundenunternehmen. Dies ist wichtig

für die Bindung der Kunden an Ihr Unternehmen. Die Zufriedenheit der Beschäftigten ist somit

ein ganz wesentlicher Schlüssel für den Erfolg Ihres Unternehmens. Unsere Studien weisen auf

noch vorhandene Potenziale zur Entwicklung Ihres Unternehmens hin. Mitarbeiterzufrieden‑

heit entsteht nicht zufällig.

Erfolgreiche Unternehmen organisieren ihre Arbeit gezielt so, dass ihre Beschäftigten gesund,

motiviert und produktiv arbeiten können. Eine Hilfe bei der Organisation ist ein systemati‑

sches Betriebliches Gesundheitsmanagement. Nutzen Sie dazu die Informationsangebote und

die Beratung der Techniker Krankenkasse und der VBG.

Gute PET bringen gute Ergebnisse qualifizieren und weiterbilden

Die Entwicklung der PET ist ein wesentlicher Garant für Ihr Unternehmen. Voraussetzung für

motivierte Beschäftigte, zufriedene Kunden und effiziente Abläufe sind die Kenntnisse über

einen erfolgreichen Überlassungsprozess der Zeitarbeit sowie Kenntnisse über die Arbeiten

beim Kunden. Diese Kenntnisse müssen erlernt, ständig aufgefrischt und an neue Entwicklun‑

gen angepasst werden.

Ermöglichen Sie Ihren PET eine regelmäßige Qualifizierung und Weiterbildung. Überlegen Sie,

welche Beschäftigten sie langfristig binden wollen und besprechen Sie zusammen mit ihnen,

wie Sie sie gemeinsam qualifizieren und weiterbilden können. Nutzen Sie für diese Qualifizie‑

rung und Weiterbildung die Angebote der VBG für die Zeitarbeit.


Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

Mitarbeiterbindung und Gesundheitsmanagement

Stärken der Zeitarbeit nutzen gute Beschäftigte binden

Vielen Beschäftigten der Zeitarbeit

sind die spezifischen Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten

der Branche

nicht bewusst. Offene Kommunikation

der Stärken und Grenzen der Zeitarbeit

sowie eine gute Organisation helfen,

die Beschäftigten zu binden. Eine gute

Stammbelegschaft hilft, auf Dauer Kundenzufriedenheit

zu erzielen.

Was sagen die Studien?

Zeitarbeit und die Vorstellungen der

Beschäftigten von ihrer Arbeit

Über die Hälfte der Beschäftigten der Zeitarbeit fin‑

det ihre Arbeit abwechslungsreich (55 Prozent) und

würde sie als vielseitig bezeichnen (56 Prozent). In

allen anderen Branchen empfinden 71 Prozent der

Beschäftigten ihre Arbeit als abwechslungsreich und

72 Prozent als vielseitig. In diesem Bereich hat die

Zeitarbeit ebenfalls Steigerungsmöglichkeiten.

Dauer der Arbeitsverhältnisse in der Zeitarbeit

Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit von Ende

Juni 2009 zur Arbeitnehmerüberlassung sind 43 Pro‑

zent aller Zeitarbeitskräfte bis zu drei Monaten in der

Zeitarbeit beschäftigt. Nach Berechnungen des Insti‑

tuts für Arbeitsmarkt‑ und Berufsforschung (IAB) der

Bundesagentur für Arbeit endet für die Hälfte aller

Beschäftigten in der Zeitarbeit das Beschäftigungs‑

verhältnis nach maximal 89 Tagen und ein Viertel

aller Arbeitsverhältnisse dauert 206 Tage und länger.

Das heißt, dass die Dauer der Arbeitsverhältnisse in

der Zeitarbeit überwiegend kürzer ist. Die Zeitarbeit

ist eine Branche mit hoher Fluktuation bei den Be‑

schäftigten. Unter diesen Umständen ist es für Sie

eine Herausforderung, Beschäftigte langfristig an

das Zeitarbeitsunternehmen zu binden.

13


Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

14

Praxishilfen nutzen

Vorteile der Zeitarbeit

Die Studien stellen fest, dass die Zeitarbeit den Be‑

schäftigten spezifische Vorteile im Vergleich zu der

Beschäftigung in anderen Branchen bietet. Zu diesen

Vorteilen der Zeitarbeit zählen:

• Auf die Frage „Ist Ihre Tätigkeit in der letzten Zeit

anstrengender geworden?“ antworten 52 Prozent

der Beschäftigten anderer Branchen „sehr“ oder

„ziemlich“, während dies nur ein Drittel der Be‑

schäftigten in der Zeitarbeit (33 Prozent) so sieht.

Unter www.vbg.de/zeitarbeit

BGI 5020 „Zeitarbeit sicher, gesund und erfolgreich Leitfaden für

die Gestaltung der Arbeitsorganisation in Zeitarbeitsunternehmen“

Online‑Infos und Broschüre als Download

Unter www.vbg.de/gms

• „GMS Gesundheit mit System“ Internetplattform der VBG mit

dem GMS‑Leitfaden, Praxishilfen und Infoblättern zur Umsetzung

des GMS sowie Hintergrundinformationen

• Beratung der VBG zur Einführung des GMS

Unter www.tk.de

• TK‑Ratgeber „Management und Personal“ als Download,

Webcode 166496

• „Mit Erfolg gesund bleiben Teil 1: Selbstmanagement, Führung

und Gesundheit“ Broschüre als Download, Webcode 49540

• „Mit Erfolg gesund bleiben Teil 2: Gesundheitsmanagement

im Unternehmen“ Broschüre als Download, Webcode 49544

• Beratung der TK zur Einführung eines Betrieblichen Gesundheits‑

managements

• Während die Beschäftigten anderer Branchen

oft schon vor neuen Aufgaben stehen, obwohl

sie die alten Arbeiten noch nicht abgeschlossen

haben, können 43 Prozent der Beschäftigten in

der Zeitarbeit ihre bisherigen Arbeiten abschlie‑

ßen, ohne durch neue Aufgaben bereits unter

Druck gestellt zu werden. Bei den Beschäftigten

anderer Branchen ist dies hingegen lediglich bei

27 Prozent der Fall.

• Die Beschäftigten in der Zeitarbeit stehen im Ver‑

gleich zu anderen Branchen auch weniger unter

Zeitdruck. 36 Prozent der Beschäftigten anderer

Branchen geben an, dass sie nicht genügend Zeit

zur Erledigung ihrer Aufgaben haben und des‑

wegen wichtige Arbeiten vor sich herschieben.

Im Vergleich hierzu ist das nur bei 27 Prozent der

Beschäftigten in der Zeitarbeit der Fall.


Handlungstipps

Den Beschäftigten die besonderen Entwicklungsmöglichkeiten der Zeitarbeit vermitteln

Die Zeitarbeit wird in der Öffentlichkeit teilweise schlechtgeredet. Die Stärken der Zeitarbeit geraten dabei

manchmal aus dem Blickfeld. Die Zeitarbeitsunternehmen und ihre Beschäftigten sollten die

positiven Seiten der Zeitarbeit und ihre Stärken deswegen bewusst wahrnehmen und darstellen.

Denn die Zeitarbeit bietet den Beschäftigten viele Vorteile: abwechslungsreiche Arbeiten, Kennenlernen

unterschiedlicher Betriebe, abgeschlossene Arbeitsaufgaben, Kontakt zu vielen neuen Menschen und

das ständige Lernen bei neuen Arbeitsaufgaben. Das Bild der Zeitarbeit muss allerdings auch realistisch

sein, um glaubwürdig zu sein. Sie sollten Ihre Beschäftigten aber auch auf die spezifischen Anforderungen

der Zeitarbeit aufmerksam machen. Sie ist flexibel und muss schnell auf Kundenwünsche reagieren. Das

Selbstbild der Zeitarbeit mit interessanten und abwechslungsreichen Arbeitsaufgaben müssen Sie selbst

mit fördern. Von keinem anderen können Sie das erwarten. Fangen Sie im eigenen Haus damit an.

Zeigen Sie Ihren Beschäftigten spezifische Möglichkeiten und interessante Aspekte der Zeitarbeit auf,

aber machen Sie auch deutlich, wo die Grenzen der Zeitarbeit liegen. Begeistern Sie Ihre Beschäftigten

für die besonderen Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit.

Den Kunden die Vorteile der Zeitarbeit darstellen

Trotz einer gewissen Alltagshektik in Ihrem Unternehmen, denken Sie daran, auch bei Ihren Kunden ge‑

zielt ein positives Bild der Zeitarbeit zu vermitteln. Stellen Sie dar, dass Ihre Beschäftigten Know‑how‑

Träger sind, die aufgrund vielfältiger Einsätze in unterschiedlichen Betrieben über besondere Qualifika‑

tionen und Erfahrungen verfügen. Ihre Beschäftigten ermöglichen dem Kunden nicht nur einen flexiblen

Personaleinsatz, sondern bringen auch neue Ideen und Gedanken mit.

Ein positives Bild Ihrer Beschäftigten bei den Kunden fördert auch das Selbstbild und das Selbstbewusst‑

sein Ihrer Beschäftigten.

Beschäftigte gezielt an das Unternehmen binden

Binden Sie gute Beschäftigte gezielt an Ihr Unternehmen. Legen Sie gemeinsam mit diesen Beschäftigten

die Perspektive fest, die sie bei Ihnen haben. Zeigen Sie ihnen die Vorteile der Zeitarbeit auf und überle‑

gen Sie gemeinsam mit diesen Beschäftigten, wie diese Vorteile für sie genutzt werden können.

Geben Sie Ihren Beschäftigten das Gefühl, dass sie für den Erfolg Ihres Unternehmens wichtig sind und

Sie auch in schlechteren Zeiten auf sie zählen. Wenn Sie entsprechend handeln, schenken Ihnen Ihre Be‑

schäftigten Vertrauen.

Ein gesundes Zeitarbeitsunternehmen kann es nur mit gesunden Beschäftigten geben

Gesundheitsmanagement nutzen

Ein gesundes Zeitarbeitsunternehmen ist auf Dauer nur mit gesunden und engagierten Beschäftigten

möglich. Den Weg dahin können Sie selbst gestalten: ein sorgfältig organisierter Überlassungsprozess,

gute Information, Unterweisung und Kommunikation, geeignete Persönliche Schutzausrüstung, arbeits‑

medizinische Vorsorge, die Einbeziehung der Beschäftigten und gute Betreuung beim Kundenunterneh‑

men das sind nur einige der Voraussetzungen für motivierte und gesunde Beschäftigte, die produktiv

beim Kunden arbeiten.

Eine Hilfe, diese Bedingungen auf Dauer gut zu gestalten, ist eine systematische Arbeitsorganisation mit

einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Nutzen Sie die Beratung und die Hilfen der TK und der

VBG zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

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Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

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Herausgeber:

Zeitarbeit Zukunft mit gesunden Beschäftigten

www.vbg.de

Deelbögenkamp 4

22297 Hamburg

Postanschrift: 22281 Hamburg

Artikelnummer: 29‑13‑0002‑1

Konzept und Text:

Techniker Krankenkasse ; VBG; BC Forschung

Fotos: BC‑Verlag, DGUV, TK

Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der VBG

Version 1.0/2011‑03

Gedruckt: 2011‑03/Auflage: 2.000

Der Bezug dieser Informationsschrift ist für Mitglieds‑

unternehmen der VBG im Mitgliedsbeitrag enthalten.

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