Programmheft - via nova - zeitgenössische Musik in Thüringen eV

vianovaev

Programmheft - via nova - zeitgenössische Musik in Thüringen eV

6Weima

Frühja

zeitgen

Musik

6. Weimarer

Frühjahrstage für

zeitgenössische

Musik

30.März.–3. April 2005

via nova

zeitgenössische Musik

in Thüringen e. V.


PROGRAMMHEFT

via novazeitgenössische Musik in Thüringen e.V. veranstaltet

in Zusammenarbeit mit dem

Deutschen Komponistenverband Landesverband Thüringen

die

6. Weimarer Frühjahrstage

für zeitgenössische Musik

vom 30.3. bis 3.4.2005


InHAlTsvERzEIcHnIs

Seite

Grußworte 3

Mittwoch, 30.3.2005

Eröffnung 7

Kompositionswettbewerb 8

Teilnehmer Kompositionswettbewerb 9

Konzerte 14

Donnerstag, 31.3.2005

Workshop 32

Symposium 33

Konzerte 33

Freitag, 1.4.2005

Workshop 51

Symposium 51

Konzerte 51

Sonnabend, 2.4.2005

Workshop 62

Konzerte / Langer Festivalabend 62

Sonntag, 3.4.2005

Konzert zum Kompositionswettbewerb 79

Abschlusskonzert 83

Komponisten/Interpretenverzeichnis 93

Zum Veranstalter 95

Informationen / Förderer / Sponsoren 96

Impressum 102

GRusswORT

Grußwort

»Es ist wunderlich, wohin die auf ’s höchste gesteigerte

Technik und Mechanik die neuesten Komponisten führt;

ihre Arbeiten bleiben keine Musik mehr, sie gehen über

das Niveau der menschlichen Empfindungen hinaus,

und man kann solchen Sachen aus eigenem Geist und

Herzen nichts mehr unterlegen.«1

Dies sagte der wohl berühmteste Wahlthüringer, Johann

Wolfgang von Goethe über die Komponisten seiner Zeit.

Aber die Ansicht können wohl viele, die sich ernsthaft

mit der zeitgenössischen Musik unserer Tage beschäftigen,

teilen.

Es ist ein Verdienst der Veranstalter der Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische

Musik daran mitzuwirken, zeitgemäße Impulse an das Musikleben,

einen Raum für aktuelle Strömungen der Zeitkunst, einen Schutzraum gegen

Lärm, Gleichmacherei und Monotonie der Musikindustrie, Orte für Experimente,

Provokationen und Entdeckungen, für Unausgegorenes, Unvernünftiges

und Unerhörtes zu eröffnen. Dies provoziert zuweilen und weicht von

alltäglichen Hörgewohnheiten ab. Schon Goethe wusste um dieses Problem:

»Alle neuere Musik wird auf zweierlei Weise behandelt, entweder dass man sie

als eine selbständige Kunst betrachtet, sie in sich selbst ausbildet, ausübt und

durch den verfeinerten äußeren Sinn genießt, [...] oder dass man sie in Bezug

auf Verstand, Empfindung, Leidenschaft setzt und sie dergestalt bearbeitet,

dass sie mehrere menschliche Geistes- und Seelenkräfte in Anspruch nehmen

könne [...].« 2

Goethe hat Recht. Neue Musik, zeitgenössische komponierte wie improvisierte

Musik wirkt einer Verflachung und Vereinheitlichung der Hörgewohnheiten

im täglichen (oft unbewussten) Musikkonsum entgegen. Musik wird in ihrem

Entstehungsprozess und ihrer Entwicklung transparent gemacht und enttabuisiert.

Das stilistische Spektrum, das die zeitgenössische Musik abdeckt, ist

immens; radikal different sind die Komponiertemperamente. Zeitgenössische

Musik ist oft eine Herausforderung für den meist zu bequemen Konsumenten.

Denn man kann ihr nur begegnen mit offenem, unverbildetem, gleichwohl

kritisch nachvollziehendem Hören. Eine Anstrengung, die sich aber lohnt!


GRusswORT

Und die 6. Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik werden dies

ermöglichen.

Ich wünsche diesen Musiktagen, die langsam zu einer guten Tradition im

reichen Thüringer Kulturleben werden, Erfolg, und das heißt vor allem viele

interessierte, musikbegeisterte Zuhörer!

Prof. Dr. Jens Goebel

Thüringer Kultusminister

1 Johann Wolfgang von Goethe, Gespräch zu Eckermann, 12.01.1827

2 Johann Wolfgang von Goethe, Rameaus Neffe, Anmerkungen, 15, 1039.

Grußwort

zum 6. Mal bietet via novazeitgenössische Musik

in Thürngen e. V. in Weimar ein Podium für die

Neue Musik. Eindrucksvoll ist die ästhetische

Breite der vorgestellten Kompositionen, die dieses

Festival zu einem wirklichen Spiegel heutigen

Komponierens werden läßt.

Ich bin begeistert von der großartigen Leistung

des Landesverbandes Thüringen des Deutschen

Komponistenverbandes, der mit seinem Förderverein

via nova eindrucksvoll belegt, dass trotz aller,

den Zeitläufen geschuldeten Einsparungen das

persönliche Engagement zum Ziel führen kann.

Prof. Manfred Trojahn

Präsident des Deutschen Komponistenverbandes

GRusswORT

Grußwort

Zum 6. Mal finden die Weimarer Frühjahrstage für

zeitgenössische Musik statt. Die Veranstalter haben

sich trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen

nicht beirren lassen und ihr Ziel verfolgt, Gegenwartskomponisten

unterschiedlichsten Stilrichtungen

durch die Interpretation ihrer Werke zur Diskussion zu

stellen.

Das weit gefächerte Programm gibt Einblick in das musikalische

Denken der Gegenwart in Ost und West. Mit

nicht weniger als 26 Uraufführungen zeigen die Veranstalter, dass der Begriff

»zeitgenössisch« als Aufgabe und Programm verstanden wird. Dieses ambitionierte

Ziel verdient Anerkennung und Unterstützung.

Ich wünsche den Komponisten, den Mitwirkenden und dem Publikum in Weimar

intensive Musikerlebnisse mit zeitgenössischer Musik!

Prof. Dr. Michael Karbaum

GEMA-Stiftung, München

Grußwort

anlässlich der 6. Weimarer

Frühjahrstage

für zeitgenössische Musik

Pflege und Förderung der Musik zählen zu den selbstverständlichen

Aufgaben einer Kulturstadt. Dies trifft in

besonderem Maße auch für Weimar mit seinem reichen

und vielfältigen musikalischen Erbe zu. Gleichzeitig gilt

es Anknüpfungspunkte aufzunehmen und mit diesem

Erbe wertsteigernd umzugehen.

Ich freue mich deshalb außerordentlich, dass Weimar nun bereits zum sechsten

Mal gastgebende Stadt der Frühjahrstage für zeitgenössische Musik ist


GRusswORT

und begrüße alle Teilnehmer sehr herzlich. Die Qualität einer Stadt in Sachen

Neue Musik zeigt sich nicht nur an dem, was in ihr entsteht, sondern auch an

der Art, wie sie auswärtigen Initiativen und Ensembles ein Podium bietet. Sie

bewährt sich nicht nur an den Komponisten, die in ihr aufgewachsen sind

oder an ihrer Hochschule studieren, sondern auch durch die Attraktivität für

kreative Künstler aus verschiedenen Ländern und Regionen der Welt. Die Frühjahrstage

für zeitgenössische Musik bieten hierfür ein ideales Podium und die

erfreuliche Resonanz auf diese Veranstaltung möge alle Organisatoren ermutigen,

weiterzumachen. Hier wird musikalischen Herausforderungen jenseits

gängiger Konzertprogramme Raum gegeben. Hier wird gewährleistet, dass

urbane Kultur gleichermaßen durch Kontinuität und allmähliche Entwicklung

bestimmt wird, die sich der massenwirksamen Zurschaustellung entzieht.

Hier wird der Abschied vom »risikofreien Repertoire« gefeiert. Der Verein

via nova e. V. bemüht sich seit Jahren um die Aufführung und Erörterung

zeitgenössischer Musik, denn es bedarf der Vermittlung von bzw. zwischen

unterschiedlichen Erscheinungsformen zeitgenössischer Musik. Neue Musik

gewinnt ihre Legitimation eben nicht aus der Größe des Publikumszuspruchs,

sondern bedarf der Notwendigkeit einer von Hörerquoten unabhängigen

Förderung, um vor allem ihren Experimentiercharakter erhalten zu können. Es

ist lobenswert, dass mit diesem Festival eine Bündelung der kreativen Kräfte

im Bereich der Neuen Musik stattfindet. Angesprochen sind Komponisten, Interpreten,

Musikwissenschaftler, Vereine und kulturell Ambitionierte, die sich

um Produktion, Aufführung und Erörterung zeitgenössischer Musik bemühen.

Der diesjährige Kompositionswettbewerb wurde für Werke für Streichquartett

oder Streichquartett und Sprecher ausgeschrieben, die einen Bezug zu Schiller

erkennen lassen sollen. Im Schillerjahr ist hier eine spannende Auseinandersetzung

um »Musik und Sprache« zu erwarten. An diesem Thema haben sich

schon Generationen von Philosophen, Wissenschaftlern und nicht zuletzt

Komponisten versucht. Musik erfährt durch Sprache ihre Rückführung auf

ihren vokalen und wohl auch rituellen Ursprung.

Bleibt zu wünschen, dass sich die Frühjahrstage als modern ausgerichtetes und

zukunftsfähiges Fest der Neuen Musik weiterhin etablieren können, dass sich

ein hoffentlich zahlreiches Publikum von Neuer Musik begeistern lässt und

dass es sich schnell in der Stadt herumspricht: Hier gibt es etwas zu entdecken.

Dr. Volkhardt Germer

Oberbürgermeister

Eröffnung

Jugend- und Kulturzentrum mon ami

Begrüßung

Zum 6. Mal finden sie nun in diesem Jahr schon statt, die Weimarer Frühjahrstage.

Die zurückliegende Entwicklung dieses jungen Festivals ist eine kleine

Erfolgsgeschichte. Trotz des allgemeinen chronischen Geldmangels ist es uns

in diesem Jahr wieder gelungen, ein Programm von hoher Qualität und Vielfalt

anzubieten.

Ermöglicht wird dies durch die zahlreichen Förderer, insbesondere auch durch

das große ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder und Freunde, denen

ich bereits an dieser Stelle danken möchte.

Der via nova e. V., Förderverein des Deutschen Komponistenverbandes in

Thüringen setzt sich für die Förderung der zeitgenössischen Musik und ihrer

Schöpfer ein. Die Komponisten stehen im Mittelpunkt unseres Festivals und

ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr hier wieder viele Komponisten

begrüßen und sie Ihnen mit einer sehr großen Zahl von Uraufführungen präsentieren

können.

Ein besonderes Anliegen der Weimarer Frühjahrstage ist es, die großen Unterschiede

der Kompositionsstile der zeitgenössischen Musik zu vermitteln und

Weimar in diesen Tagen zu einem Ort der Begegnung und Kommunikation zu

machen.

Der jährlich stattfindende Kompositionswettbewerb steht in diesem Jahr ganz

im Zeichen Friedrich Schiller´s. Kompositionen für Streichquartett und Sprecher,

die Bezug zu dem Dichter nehmen, kommen zur Aufführung.

Ich wünsche Ihnen allen eine spannende Zeit.

Johannes K. Hildebrandt

künstlerische Leitung

MITTwOcH, 0. MäRz 00

14.00 Uhr


MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

Podiumsdiskussion

Jugend- und Kulturzentrum mon ami

»Neue Musik in der Schule – Herausforderung oder Störfaktor «

mit Eckart Beinke (Komponist, Oldenburg), Hannah Dübgen (Musikwissenschaftlerin

und Dramaturgin, Berlin), Wolfgang Haak (Schulamtsdirektor,

Referent für Gymnasien, Weimar), Dr. Eckart Lange (Professor für Musikpädagogik,

Weimar), Sophie Naumann (Schülerin, Weimar)

Moderation: Mario Wiegand (Komponist, Weimar)

Zum Kompositionswettbewerb

Jugend- und Kulturzentrum mon ami

Vorstellung der Wettbewerbsteilnehmer

17.00 Uhr

Anlässlich der 6. Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik ist wieder

ein Kompositionswettbewerb ausgeschrieben worden.

Aus den Einsendungen wählte die Jury, bestehend aus Johannes K. Hildebrandt,

Dr. Felix Leibrock, Prof. Michael Obst, Prof. Lothar Voigtländer, Helmut Zapf

und dem Aurora Streichquartett vier Kompositionen aus, deren Verfasser nach

Weimar eingeladen wurden.

Für die Einstudierung und Aufführung der Werke steht das Aurora Streichquartett

und Heike Meyer als Sprecherin zur Verfügung. Über die endgültige

Preisvergabe wird die Jury nach einem Vorspiel entscheiden. Es stehen Preisgelder

in einer Gesamthöhe von 6000 Euro zur Verfügung.

Beim Konzert am 3. April, 16.00 Uhr im mon ami werden die erarbeiteten Werke

vorgestellt und die Preisträger bekannt gegeben.

Wettbewerbsteilnehmer

Dieter Einfeldt

geb. 1935 in Hamburg, studierte daselbst von

1949 bis 1962 an der Musikhochschule Dirigieren

(Dr. Hans Schmidt-Isserstedt) und Komposition

(Prof. Ernst Gernot Klussmann). Er war Konzertbegleiter

an der Sommerakademie des Salzburger

Mozarteums (1964), Assistent von Ilona

Steingruber-Wildgans bei Kursen für zeitgenössische

Lieder in Bayreuth (1954), Korrepetitor

von Hermann Prey (1959–1965), Schallplattenaufnahmen

bei TELDEC, Leiter des Hamburger

Universitätsorchesters (1958 –1961), Leiter internationaler

Orchesterkurse und Mitglied des Bundesvorstandes

der »Jeunesses musicales« (1965–1972), freier Mitarbeiter beim

III. Programm des NDR-Fernsehens (bis 1968) und Programmberater beim NDR

Hörfunk »das neue werk« (1988), Gründer und Leiter der Konzertreihe »Neue

Musik im Gespräch« in der Patriotischen Gesellschaft (1985–2000), Professor

an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg (1972–2001).

Zu seinen Hauptwerken zählen u.a. Gomorrha – ein Requiem für Hamburg,

Somniloquie – Notturno per Orchstra, Rotation für 76 Schlaginstrumente,

12 Konzerte für jeweils ein Melodieinstrument und Schlagzeug-Ensemble und 4

Opern, Orchesterwerke, Kammermusik, Chorkompositionen und Kindermusicals.

Viele Rundfunkproduktionen und Aufführungen in Europa und den USA.

»Nachdenken mit Schiller« für einen Sprecher und Streichquartett.

Die Textauswahl für diese Komposition fiel auf vier Distichen (Sinnsprüche in

jeweils zwei Verszeilen) aus den Gedichten der dritten Periode von Friedrich

Schiller, weil mir diese knappen Strophen trotz ihres Alters von etwas mehr

als zweihundert Jahren auch das Lebensgefühl unserer heutigen Zeit zu treffen

scheinen: Komprimierte Texte, über die man lange nachdenken und über die

man durchaus kontrovers diskutieren kann.

Meine Komposition versucht, über die vom Sprecher vorgetragenen, vieldeutigen

Dichterworte zu reflektieren; verhaltener Unmut, Resignation und Nachdenklichkeit

sind die hauptsächlichen Reaktionen auf diese zeitlosen Texte.


caspar de Gelmini

(geb.1980) studiert nach seinem Abitur an der Droste

Hülshoff Oberschule Berlin Musikwissenschaft

und Musikethnologie an der Freien Universität

Berlin sowie Literaturwissenschaft an der Uni

Potsdam.

Nach seinem ersten Klavierunterricht bei Frau

Liana Narubina nahm er schon bald am Steinway

Klavierwettbewerb in Berlin sowie bei Jugend

Musiziert teil. Er sang im Rundfunkkinderchor,

machte einen Klavierworkshop an der Hdk Berlin

und ein Praktikum an der Deutschen Oper Berlin.

Jazzerfahrung machte er als Schüler des Pianisten

Tim Sund.

Dann engagierte er sich kulturpolitisch als Seminarleiter [Schwerpunkt:

Opernreform] für eine Stiftung. In seinem Studium besuchte er Kurse bei A.

Riethmüller, C. Seither und M. Verandi, parallel dazu Studienvorbereitender

Unterricht bei H. Zapf (Komposition), F. Wasser und C. Zimpel an der Kreuzberger

Musikschule, Berlin. Zwei Mal war er bereits Preisträger des Wettbewerbs

»Jugend Komponiert« (Landes- & Bundeswettbewerb). Das Streichquartett

»Ereignismenge 2« wurde von Musikern des Deutschen Symphonie

Orchesters Berlin uraufgeführt. Mehr: www.casparde.gelmini.de

Jens Joneleit

MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

geboren am 17. September 1968 in Offenbach am

Main, übersiedelte Jens Joneleit nach Abitur und

Zivildienst in die USA, um Malerei und parallel

Komposition zu studieren: ab 1991 beim Bartók-

Schüler Lewis Hamvas (Yankton/South Dakota)

und bei Robert Marek (Vermillion/South Dakota),

ab 1994 in der Meisterklasse des Stefan-Wolpe-

Schülers Joel Naumann (University of Wisconsin,

Madison). Seit dem Abschluss als Master of Fine

Arts 1997 arbeitet Jens Joneleit als freischaffender

0

Komponist. Regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Dramaturgen

und Autor Michael Herrschel.

Jens Joneleit gehört keiner Gruppe und keiner Schule an. Sein eigenwilliges,

eruptives Schaffen präsentiert in jedem Stück eine radikal individuelle Grundidee

und Sprachform. Er hat reiche Erfahrung in der Behandlung von Singstimmen

sowie im Differenzieren und Kombinieren von Instrumentalfarben. Seine

Kammermusikwerke entwerfen orchestrale Utopien. Jens Joneleits Ziel ist:

kontinuierliche Arbeit für Musiktheater, Orchester- und Vokalmusikkonzerte,

auch Film und Hörspiel.

Seine ersten Auftragsarbeiten schrieb Jens Joneleit für kleine und mittlere

Organisationen in Deutschland und den USA, die ihm eine aktive Zusammenarbeit

mit vorurteilslosen, meist jungen Interpreten ermöglichten.

2002 erschien seine erste Portrait-CD: »ensemble gelber klang spielt kammermusikwerke

von jens joneleit« (cybele 360.601), die u.a. von Allan Kozinn in der

New York Times besprochen wurde.

Für Ensemble Modern, Frankfurt schrieb Jens Joneleit den fünfteiligen Zyklus

»Le tout, le rien«, der in der Spielzeit 2005/06 uraufgeführt wird. Im Rahmen

der »Frankfurter Positionen 2005« wird das Ensemble Modern Januar 2006 ein

weiteres Auftragswerk von Jens Joneleit präsentieren: »Life is but a Dream«.

Michael Herrschel: Die schwarze Decke.

Notiz zum »Geisterseher-Fragment« von Jens Joneleit für Spechstimme und

Streichquartett, Text von Friedrich Schiller, eingerichtet von Michael Herrschel

Keine Inhaltsangabe von Schillers unvollendetem Roman, keine Kurzversion,

die alles zu erklären vorgibt. Sondern Schnappschüsse, deren Anordnung solange

alle Erklärungen abschneidet, abreißt, bis Unruhe und Erkenntnishunger

aufwachen.

Mit verbundenen Augen Schlüsselworte anfassen, um Assoziationen und Fragen

auszulösen: das ist die Forderung, die ich als Textbearbeiter dem Komponisten

zuspiele. Entsprechend direkt reagiert Jens Joneleit. Er nimmt Rhythmen,

Begriffe, Bilder beim Wort; er treibt sie musikalisch in die Enge, indem er

Gegenbegriffe, Gegenbilder, Gegenrhythmen etabliert. Zwischen punktualistisch

brockenhaften Zupf- und Flageolettklängen – fahl, durchscheinend, kalt


ins Dunkel gezogen – und frech emotionaler Spielfreude hat die Sprache ihren

Auftritt: Wortmusikalischer Dialog schafft ein Theater ohne Kulissen. Sein

Fluchtpunkt sind Fragen. Die letzte davon zerfällt in phosphoreszierende Silbengruppen

– zurückschaudernd vor der schwarzen Decke, die uns vor Augen

ist, so daß wir »tappen am Mittag wie ein Blinder tappt im Dunkeln«: es ist die

Frage nach unserem Woher und Wohin, die von Zweifeln gefolterte Sehnsucht

nach verlorener Heimat in einem Glauben ohne Spuk.

Damit ist es ernst, und deshalb sind der Okkultismus – als schicke Beulenpest

aufgeklärter Jahrhunderte – und der ihn begleitende Wahn, sich in maskierten

Geheimbünden vor dem gemeinen Volk zu verstecken, keine Lösungen, sondern

Teile des dramatischen Konflikts.

Pèter Köszeghy

MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

Geboren 1971 in Balassagyarmat (Ungarn). 1993-1999

Kompositionsstudium an der »HfM Hanns Eisler,

Berlin« bei Prof. P. H. Dittrich, Elektronische Musik

bei A. Bartetzki. 1999 Diplom im Fach Komposition,

seitdem lebt Köszeghy als freischaffender Komponist

in Berlin. 2000/2001 abgebrochenes Kompositionsstudium

an der »Hochschule für Musik und

Theater« in Frankfurt/M. bei Prof. H. Zender.

Köszeghy erhielt zahlreiche Kompositionspreise, u.a.

3 mal den Hanns-Eisler-Preis (1995, 1997, 1999); einen 1. Preis beim Kompositionswettbewerb

des Hessischen Staatstheaters (1999); einen 1. Preis beim

Internationalen Kompositionswettbewerb »Biennale Neue Musik Hannover

2001«; 2001 einen 2. Preis des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (»10 Jahre

ORB«); 2003 einen 1. Preis des Kompositionswettbewerbs der »Viola-Stiftung

Walter Witte, Frankfurt/a.M.; 2004 einen 1. Preis in der Kategorie »schwer«

beim Kompositionswettbewerb für das »Trio Aeolian«.

Er wurde zu zahlreichen Festivals eingeladen, u.a. 1999 zum 4. Nachwuchsforum

der Gesellschaft für Neue Musik nach Frankfurt/M.; 2000 zum 1. Internationalen

Komponistenforum des C.D.M.C. /Centre de documentation de la

musique contenporaine de Paris/; 2004 zum Festival »Musik unserer Zeit« der

Hochschule für Musik, Münster, mit Portraitkonzert und Gesprächen.

Er arbeitete mit namhaften Solisten wie Carin Levine, Seth f. Josel, Peter Veale

und mit Ensembles wie oh-ton Ensemble (Oldenburg), Ensemble Junge Musik,

Berlin, Ensemble Modern, Trio les trois en bloc zusammen.

Sein Gesamtwerk ist seit 2004 bei dem »Edition Juliane Klein« verlegt.

»Die Macht des Gesanges« für Sprecher und Streichquartett.

Texte zu vertonen ist eine der schwersten Aufgaben eines Komponisten. Natürlich

möchte man meistens einen Text nehmen, der künstlerisch wertvoll

ist, jedoch ist bei solchen Texten die Gefahr sehr hoch: warum noch vertonen,

wenn es bereits in sich selbst ein schönes, gutes, wertvolles Gedicht ist? Meistens

wird durch solche Versuche mehr zerstört als besser, wertvoller gemacht.

Diese Überlegung betrifft aber meiner Ansicht nach vor allem die Vertonung

eines Textes durch Gesang. Dieses Medium ist für mich zu hart, zu dominierend,

um die Schönheiten der Sprache gut umsetzen zu können.

Ein Sprecher bzw. eine Sprecherin versetzt diese Problematik gleich auf eine

einfachere Ebene. Da ein gesprochener Text mehr Schauspielerisches erlaubt

bzw. die Interpretation durch reines Sprechen offener bleibt, bleibt der

Originaltext wertvoll, wie wenn ein Schauspieler ein Gedicht vorträgt – dort

natürlich ohne musikalische Unterstützung. Er wird besser verständlich durch

die Interpretation im Gesprochenen.

Bei diesem Stück war deswegen Schillers Gedicht der wichtigste Bestandteil

für die Musik. Die Dramaturgie des Gedichtes, die Gefühle, die es auslöst, die

Farben, die in dieser wunderschönen Sprache enthalten sind und natürlich

der Sinn des Ganzen standen als eine musikalische Vision schon beim Lesen

des Gedichtes in meinem Kopf fest. Schiller war ein Musiker, der durch seine

Sprache die Musik in Gedichten kodiert versteckt hatte.

Das heißt natürlich auf keinen Fall, dass die Musik des Streichquartetts auf der

Ebene der Programmmusik bleibt: sie kommentiert das Gedicht, reagiert auf

die Worte, unterstützt die Farbigkeit und bleibt die musikalische Grundmauer

des Stückes.

Durch die Auswahl der Besetzung werden die Grenzen zwischen verbaler

und musikalischer Kunst überschritten. Das Reine wird verwischt, um durch

»Beschmutzen« der jeweiligen künstlerischen Ebenen den wahren Wert des

Schillertextes in den Vordergrund zu stellen.

Pèter Köszeghy, Berlin, den 19.01.2005


Konzert 1

MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

Jugend - und Kulturzentrum mon ami

Aeolian Trio

Informationen ab Seite 18

Programm:

Pere Pou Llompart »Trio Nr. 6 für Flöte«, Oboe und Fagott (2005)

(*1963) (Uraufführung)

Sven Ingo Koch »Jenseitswanderer« für Fagott-solo,

(*1974) (Uraufführung)

gefördert von der Kunststiftung NRW

Sven-Ingo Koch »er schaut die schlange an«

Eric Verbugt »voorgeschiedenis«

(*1966)

Joel-Francois Durand »In the mirror land« für Flöte und Oboe

(*1954)

Peter Köszeghy »Magma (Äther)«

(*1971)

Carin Levine – Flöte

Pascal Gallois –Fagott

Peter Veale – Oboe

Pause

19.00 Uhr Konzert 2

»Touch don’t touch«

Kammerensemble Neue Musik Berlin,

Lydia Kavina, Barbara Buchholz-Theremin

Pedda Borowski – Projektionsmalerei

Informationen ab Seite 23

Programm:

Caspar Johannes Walter »Vakuum-Halluzinationen« (Uraufführung)

(*1964) gefördert vom Deutschen Musikrat

Michael Hirsch »Rezitativ und Arie« (Uraufführung)

(*1958) gefördert von der Kunststiftung NRW

Johannes K. Hildebrandt »Bruchstück III« (Uraufführung)

(*1968)

Olesia Rostovskaya »Suite For Two Theremins« (Uraufführung)

(*1975) gefördert von der Kunststiftung NRW

Juliane Klein »Se Vuoi« (Uraufführung)

(*1966) gefördert vom Deutschen Musikrat

Vladimir Nicolaev »Schwarz-Weiße Musik« (Uraufführung)

(*1953) gefördert von der Kunststiftung NRW

Iraida Yusupova »KITEJ–19« (Uraufführung)

(*1962) gefördert von der Kunststiftung NRW

Olga Bachihina »Canto Ostinato« (Uraufführung)

(*1980) gefördert von der Kunststiftung NRW

Moritz Eggert »The Son Of the Daughter Of Dracula

(*1965) Versus The Incredible Frankenstein Monster

(From Outer Space)« (Uraufführung)

gefördert vom DeutschlandFunk


Lydia Kavina – Theremin

Barbara Buchholz – Theremin

Tobias Rempe – Violine

Ringela Riemke – Violoncello

Heather O‘Donnell – Klavier

Dirk Rothbrust – Schlagzeug

MITTwOcH, 0. MäRz 00

Dieses Konzert wird unterstützt von der Pro Musica Viva Maria Strecker Daelen

Stiftung.

Dieses Konzert wird von mdr FIGARO mitgeschnitten

und am 9. Juni 2005, 20.00–22.00

Uhr in der Sendung »Neue Musik« übertragen.


Aeolian Trio

Carin Levine, Pascal Gallois und Peter Veale sind Dozenten der Darmstädter

Ferienkurse für Neue Musik und wirken weltweit als Solisten. Jahrzehnte

intensiver Experimentalpraxis mit Komponisten führten zu einem neuen Interesse

am Solorepertoire ihrer Instrumente und zu unzähligen neuen Werken.

Der Reiz, zwei Doppelrohrblattinstrumente (Oboe und Fagott) mit der Flöte

zu kombinieren, und die Motivation, Komponisten zu ermutigen, dieses Trio

zu benutzen, führten zur Gründung des Aeolian Trios und riefen den Wettbewerb

»Aeolian Trio Composition Competition« ins Leben. Alle drei Musiker

haben ein Handbuch über ihr jeweiliges Instrument veröffentlicht (Bärenreiter

Verlag).

carin levine

MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

kommt aus Cincinnati, Ohio (USA). Sie studierte am College Conservatory of

Music, University of Cincinnati bei Jack Wellbaum (Flöte) und Peter Kamnitzer

vom LaSalle Quartett (Kammermusik) und war Soloflötistin im dortigen Ensemble

für Neue Musik. Danach setzte sie ihre Ausbildung bei Aurèle Nicolet

an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau fort.

Schon in frühen Jahren mit verschiedenen Preisen geehrt (Ohio State Music

Prize u. a.), errang Carin Levine später den begehrten Kranichsteiner Musikpreis

für die Interpretation Neuer Musik bei den Darmstädter Ferienkursen.

Seit 1996 ist sie regelmäßig Dozentin bei den Darmstädter Ferienkursen. Darüber

hinaus unterrichtete sie viele Jahre an Musikhochschulen, u. a. Detmold,

Bremen und Lübeck. Carin Levine gibt regelmäßig Meisterkurse im In- und

Ausland zur Interpretation von Flötenliteratur.

Sie ist Herausgeberin der Reihe »Zeitgenössische Musik für Flöte« beim

Bärenreiter Verlag, bei dem auch ihr Buch »The Techniques of Flute Playin

erschienen ist.

Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie CDs dokumentieren ihr

umfangreiches Repertoire.

Peter veale

wurde 1959 in Dunedin, Neuseeland geboren und lebt seit 1980 in Deutschland.

Dem Studium der Oboe (bei Heinz Holliger) und der Orchesterleitung (bei

Francis Travis) an der Musikhochschule Freiburg folgten eine umfangreiche

solistische Konzerttätigkeit mit sowohl klassischer als auch zeitgenössischer

Musik, CD- und Rundfunkproduktionen. Tourneen führten ihn u. a. nach

Südostasien und Russland. Von 1986 bis 1994 war Veale Mitglied des ensemble

recherche, 1992 Gründungsmitglied des Ensemble SurPlus, Freiburg. Seit 1996

ist er außerdem Mitglied der MusikFabrik Nordrhein-Westfalen. Von 1986

bis 1996 spielte er im Würtembergischen Kammerorchester Heilbronn (mit

solistischen Auftritten). Er ist Autor des Buches »Die Spieltechnik der Oboe«

(Bärenreiter). Seit 1994 ist Peter Veale Dozent für Oboe bei den Darmstädter

Ferienkursen und seit 2000 ständiger Gastprofessor an der National University

Seoul, Südkorea.

Pascal Gallois

studierte am Pariser Konservatorium, hauptsächlich bei Maurice Allard. 1978

erhielt er dort den 1. Preis für Fagott. 1981 holte ihn Pierre Boulez als Solisten

ins Ensemble Intercontemporain. Pascal Gallois spielte zahlreiche Ur- und

Erstaufführungen, u.a. die französische Erstaufführung von Karlheinz

Stockhausen’s In Freundschaft und die Welturaufführung von Luciano Berio’s

Sequenza XII. Werke zahlreicher Komponisten, darunter Philippe Schoeller,

Toshio Hosokawa, Philippe Hersant, sind ihm (wie auch Berio’s Sequenza)

gewidmet. Von 1994 bis 2000 lehrte er als Professor für Fagott (Heckel System)

am Pariser Konservatorium CnsmdP.


Die Komponisten

Joël-François Durand

MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

»In the Mirror Land« für Flöte und Oboe (2003)

Geboren 1954 in Orléans (Frankreich). Studien in

Mathematik und Musik in Paris. Später Studium

der Komposition in Freiburg bei Brian Ferneyhough.

Meisterkurse bei Ligeti, Berio und Nono. Preisträger

und Stipendiat: DAAD, Fulbright Foundation,

französisches Kulturministerium, Kranichsteiner

Musikpreis. Seit 1991 Professur für Komposition

und Musiktheorie an der Universität Washington.

Seine Musik erklang bereits in ganz Europa und den

USA, Südkorea und Brasilien. Er erhielt Preise vom

französischen Kulturministerium, IRCAM, Radio

France u. a. Seine Musik ist auf verschiedenen CD‘s

dokumentiert.

sven-Ingo Koch

Geboren 1974 in Hagen, Studien in Essen, San Diego

und Stanford, wichtige Einflüsse vor allem durch Nicolaus

A. Huber und Brian Ferneyhough und einen

zutiefst prägenden Kalifornien-Aufenthalt 1999–

2003. 2002 dort in Stanford Leitung von Seminaren

zur Musik Beethovens. 2003 – ebenfalls in Stanford-

Lehrauftrag für Komposition und Musikgeschichte

nach 1945 als Assistent Brian Ferneyhoughs. Seit Juli

2003 wieder freischaffend in Deutschland, mal hier,

mal dort lebend.

Preise und Stipendien (Auswahl): den Folkwangpreis 1999, eine Auszeichnung

beim Bachpreis Hannover 2000, ein DAAD-USA-Stipendium 1999–2000, das

Stipendium der Akademie der Künste Berlin 2000, den Förderpreis des BDI

2001, das Residenzstipendium von GRAME, Lyon, 2003, den Stuttgarter Kom-

0

positionspreis 2003 und das Jahresstipendium der Heinrich-Strobel-Stiftung

des SWR 2004.

Auswahl und Einladungen zu Foren und Festivals, sowie zu den Weltmusiktagen

2004 in Luzern.

Häufige Rundfunksendungen. Regelmäßige Zusammenarbeiten u. a. mit

dem Kammerensemble Neue Musik Berlin, dem Schlagquartett Köln, dem

Ensemble Surplus, dem Aeolian Trio und den Neuen Vocalsolisten. Wichtige

Impulse auch durch den Dirigenten Manfred Schreier. 2005 Uraufführung des

Orchesterwerks »Und. Weit. Flog.« durch das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart

des SWR.

Mein Trio »er schaut die Schlange an« wurde inspiriert von der Lektüre Dantes

Divina Commedia, insbesondere dem XXV. Gesang der Hölle. Der Satz »er

schaut die Schlange an« verdeutlicht dort einen Moment des verwundeten -

verwunderten - Verharrens, bevor der von der Schlange Gebissene, der »Durchbohrte«

(auch ein möglicher Titel...), mit dieser in einer grausamen, von Dante

detailliert beschriebenen Kreuz-Mutation zur Schlange wird und die Schlange

zum Menschen. Der Titel, den ich erst nach der Beendigung der Arbeit fand,

spielt an auf diesen Moment des Verharrens (trotz äußerster Aggressivität

scheint die Interaktion der drei Instrumentalisten zunächst etwas stillzustehen)

vor der Verwandlung.

Peter Köszeghy

siehe Seite 12

Pere llompart

Pere Pou Llompart wurde 1963 auf Mallorca geboren

und studierte Musiktheorie, Klavier, Bratsche

und Komposition am Konservatorium in Palma de

Mallorca. Später begann er ein Gesangsstudium

und ist heute auch ein aktiver Opernsänger. Er

nahm regelmässig Kompositionsunterricht bei

Carles Guinovart in Barcelona. Ferner besuchte

er Meisterklassen und Kurse bei Joan Guinjoan,


MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

Tomás Marco und Cristóbal Halffter. Er war Mitbegründer des ACIB -Komponistenverband

der Balearen-, wo er als aktives Mitglied an der Organisation von

Konzerten und Veranstaltungen zur Förderung zeitgenössischer Musik und balearischen

lebenden Komponisten teilnahm. Einige frühe Stücke wurden 1987

uraufgeführt. Es folgten dann weitere Uraufführungen in Palma de Mallorca,

Barcelona, Madrid, England und Deutschland, sowie Rundfunkübertragungen.

1992 zog er nach Deutschland, um ein Aufbaustudium für Gesang zu absolvieren.

Zur Zeit lebt er in Frankfurt am Main.

Eric verbugt

wurde am 9. September 1966 in Asten in den Niederlanden

geboren. Er studierte 1984-1992 Komposition

an der Musikhochschule in Maastricht bei

Henri Delnooz und Robert HP Platz. 1989 und 1991

erhielt er Stipendien für Kurse am Centre Acanthes

in Avignon bei Luigi Nono und bei Elliot Carter.

1990/91 nahm er Kurse in Sonologie am Koninklijk

Conservatorium in Den Haag. An den Darmstädter

Ferienkursen nahm er 1992 teil. Dort spielte Teodoro

Anzellotti die Uraufführung von »..., but that’s too

long ago for him to remember«.

Seit 1994 erhält Verbugt Kompositionsaufträge der Provinz Limburg, von

Lantaren/Venster, Fons voor de Scheppende Toonkunst, Amsterdams Fond

voor de Kunst und anderen. Bei der internationalen Gaudeamus-Musikwoche

wurde er 1997 für seine »Bilder (aus dem Novecento)« ehrenvoll erwähnt. 2001/

02 war Verbugt Stipendiat des internationalen Künstlerhauses Villa Concordia

in Bamberg. Im Anschluss daran nahm er an den Darmstädter Ferienkursen

und an den Stockhausen-Kursen in Kürten teil.

Er komponierte Werke für Ernest Rombout, Gerard Bouwhuis und Jahan Faber.

Kammerensemble

neue Musik Berlin

Das Bedürfnis nach Auseinandersetzung

mit der Musik der unmittelbaren

Gegenwart war Ende der

80er Jahre Impuls für die Gründung

des KNM Berlin durch Juliane Klein,

Thomas Bruns und weitere Studenten

der Hochschule für Musik

»Hanns Eisler« Berlin.

Neben der traditionellen Konzertform widmet sich das 11 Mitglieder umfassende

Kammerensemble, das bei größeren Projekten auch mit Gastmusikern und

Dirigenten aus aller Welt zusammenarbeitet, insbesondere experimenteller

und szenischer Musik sowie dem Musiktheater. Dabei geht die Auseinandersetzung

mit Komponist und Werk über die rein musikalische Interpretation

hinaus - sie bietet einen Dialog der verschiedenen zeitlichen, räumlichen und

kulturellen Kontexte und gibt rückwirkend Impulse für die Arbeit der Komponisten.

Die »offenen« Musikkonzepte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts aufgreifend,

setzt das KNM diese bewusst in eine spannungsvolle Beziehung zu aktuellen

Tendenzen des Musikmachens. Die ständige Erweiterung der eigenen klanglichen

Möglichkeiten, z.B. auch durch Hinzunahme von elektronischen Mitteln,

ist den Musikern des Kammerensemble Neue Musik Berlin ebenfalls ein wichtiges

Anliegen.

Als fester Bestandteil der Arbeit gelten weiterhin Projekte im Bereich der

Installation und Performance.

Heute gehört das KNM Berlin mit einem Festival an der Akademie der Künste,

ständigen Konzerten im In- und Ausland, Opernproduktionen und Gastspielen

bei den bedeutendsten Festivals Europas zu den stilbildenden Ensembles für

Musik der Gegenwart.

Das KNM Berlin wird unterstützt durch die Akademie der Künste, die INM

Berlin, das Konzerthaus Berlin, das Podewil und die Senatsverwaltung für

Wissenschaft, Forschung und Kultur.


Ausgewählte Projekte wurden durch den Hauptstadtkulturfonds mehrfach

gefördert. 2003 erhielt das Ensemble eine nachhaltige Unterstützung durch die

Kulturstiftung des Bundes.

2004/2005 gastiert das Ensemble u.a. in Belgrad, Buenos Aires, Kopenhagen,

London, Malmö, Marseille, München, Nancy, Paris, Toulouse und Wien.

Barbara Buchholz

MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

Studierte Querflöte, Gitarre, Bass und Gesang. Seit

Anfang der 80er Jahre ist die Musikerin Barbara

Buchholz als Instrumentalistin, Performerin und

Komponistin in zahlreichen interdisziplinären

Projekten und im Bereich der Theatermusik aktiv.

Mit diversen Preisen ausgezeichnet wurden ihre

Produktionen Tap It Deep - »midifizierter« Steptanz

und Musik sowie Human Interactivity und

Theremin: Berlin-Moskau zusammen mit der

russischen Video-Künstlerin Olga Kumeger.

Im Zentrum der musikalischen Arbeit von Barbara Buchholz steht das berührungslos

gespielte Thereminvox sowie das, auf ihre Anregung gebaute Midi

Theremin. Per midi einen Sampler ansteuernd, lassen sich Loops und Samples

durch Handbewegungen in der Luft auslösen.

Die mehrfache Einladung des Russischen Kulturministeriums und diverse

Arbeitsstipendien ermöglichten Buchholz, als Meisterschülerin von Lydia

Kavina in Moskau die Auseinandersetzung mit dem Antennen-Instrument zu

vertiefen.

Zusammen mit Lydia Kavina setzt sie die unterbrochene Tradition des in

Vergessenheit geratenen Instruments fort, und beschreitet neue Wege im

Experimentierfeld der zeitgenössischen Musik.

Aktuelle Solo-CD: theremin_russiawithlove (Intuition)

lydia Kavina

Großnichte des Theremin-Erfinders Lev

Theremin, gehört zu den führenden Theremin-

Spielern der heutigen Zeit. Das Theremin-Spiel

begann sie mit neun Jahren unter der Anleitung

ihres Großonkels. Ihre Karriere als Thereminspielerin

begann mit 14 Jahren. Von 1983–1988

spielte sie als Solistin mit dem «Electro Musical

Orchestra« des »Central Soviet Radio and TV«.

1982–1986 studierte sie Musiktheorie am Moscow

Music College »October Revolution«, 1987–1992 folgte ein Kompositionsstudium

bei Professor Alexander Perumov am Tschaikovsky Konservatorium

Moskau.

Im Rahmen der Produktion »Alice«, Musik von Tom Waits, Bühnenbild von

Bob Wilson arbeitete sie von 1992–1995 am Thalia Theater Hamburg.

Konzertreisen führten sie unter anderem durch Europa, USA und Japan. Kavina

komponiert ebenso selbst für Theremin und unterrichtet das Thereminspiel

am Theremin-Center des Moskauer Konservatoriums.

Solo CDs: »Music from the Ether«, »Lydia Kavina. Concerto per theremin, live

in Italy«, Video »Mastering the Theremin«

Pedda Borowski

Jahrgang 1956, seit 1986 freischaffender Zeichner,

Maler und Gestalter. Das Interesse an künstlerischer

Arbeit realisiert sich in der Konzeption

und der Methode der Projektarbeit. Im neuen

künstlerischen Projekt (2005) beschäftigt

Borowski sich mit Franz Kafkas Leben und

Literatur.

Seit einiger Zeit verschiedene Kooperationen in

Bild und Ton mit Musikerinnen, u. a. 1994 ‚come

and keep me mine‘, cd-projekt mit der Musike-


in Barbara Buchholz. 2000, space hotel, Performance mit der Musikerin Xu

Fengxia,

»Mich interessiert neben der Faszination für die Musik und für die Bilder die

Differenzen beider kultureller Felder sowie die Schnittmengen von Anregungen,

Übernahmen und Gemeinsamkeiten«.

Die Komponisten

Anja Bachihina

(geb. 1980) schloss ihr Studium in der Musiktheorie

an der Akademie der Künste in Kirov (Russland) ab.

Seit 2000 studiert sie Komposition am Tschaikovsky

Konservatorium in Moskau. Die Autorin meherer

Werke für große Ensemble und Kammerorchester

gilt heute als eine junge Komponistin mit großen

Perspektiven.

Moritz Eggert

MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

(geb. 1965) studierte zunächst Klavier an der Frankfurter

Musikhochschule bei Leonard Hokanson. Ab

1986 Kompositionsstudium bei Wilhelm Killmayer

an der Münchner Musikhochschule, weitere Studien

bei Hans-Jürgen von Bose und Robert Saxton (beide:

Komposition) und Raymund Havenith (Klavier).

Er wurde als Komponist mehrfach ausgezeichnet

u.a. mit dem Kompositionspreis der Osterfestspiele

Salzburg, dem Schneider-Schott-Preis, dem 1. Preis

beim »Ad Referendum« – Wettbewerb der Smcq in

Montréal, dem Siemens-Förderpreis und dem Zem-

linsky-Preis. Desweiteren war er Stipendiat der Cité Internationale des Arts in

Paris und der Villa Massimo in Rom. Seit 2003 ist er Mitglied der Bayerischen

Akademie der Schönen Künste. Zusammen mit Sandeep Bhagwati gründete er

1991 das A•Devantgarde-Festival für neue Musik junger Komponisten, das 2003

zum siebten Mal stattfand.

Außer der Orchester- und Kammermusik liegt ein besonderer Schwerpunkt

seines Schaffens im Genre Musiktheater. Bisher schrieb er sieben abendfüllende

Opern und mehrere Werke für Tanztheater und Ballett. Seine letzte große

Oper wurde 2004 am Nationaltheater Mannheim unter der Regie von Hans

Neuenfels uraufgeführt.

Johannes K. Hildebrandt

1968 in Quedlinburg geboren, seit 1974 Klavierunterricht

in Zeitz, seit 1989 Studium in Weimar

(Komposition/Tonsatz/Klavier), Komposition

bei Prof. Karl Dietrich, ab 1993 bei Prof. Reinhard

Wolschina, 1994 Diplom, Aufbaustudium bis

1998.

Seit 1993 verschiedene Lehraufträge, 1998 Vorsitzender

des Deutschen Komponistenverbandes in

Thüringen und des via nova e. V., mehrfache Förderung

durch Stiftung Kulturfonds Berlin, Preisträger

verschiedener Kompositionswettbewerbe,

2004 Kompositionspreis (Auftrag) der Ernst von

Siemens Stiftung, künstlerischer Leiter der Weimarer

Frühjahrstage für zeitgenössische Musik,

2005 Berufung in das Kuratorium der Thüringer

Kulturstiftung, tätig als Pianist solistisch und in verschiedenen Formationen,

sein kompositorisches Schaffen umfasst Orchestermusik, Konzerte, Kammermusik,

Chormusik und Filmmusik.


Michael Hirsch

Geboren 1958 in München. Lebt seit 1981 in Berlin. Seit 1976 kontinuierliche

kompositorische Arbeit, die gelegentlich von Theaterarbeit unterbrochen wird.

Als Mitglied verschiedener Ensembles für Neue Musik zahlreiche Konzert und

Rundfunkaufnahmen. Zusammenarbeit mit Dieter Schnebel, Josef Anton

Riedl, Helmut Lachenmann u.a. Kompositionsstipendium der Stadt München.

Tätigkeit als Schauspieler. Mitglied des »Freyer-Ensembles«. Regie-Assistent

von Achim Freyer am Burgtheater in Wien. Regietätigkeit. Die kompositorische

Arbeit umfasst neben Instrumentalmusik verschiedene grenzüberschreitende

Mischformen mit Elementen von Hörspiel, Musiktheater und Oper. Die

Kompositionen wurden unter anderem bei verschiedenen internationalen

Festivals aufgeführt:

z. B. Donaueschinger Musiktage, Wittener Tage für neue Kammermusik,

»Klangaktionen«, »Musica Viva«(München), »Berlin in Moskau«, »XIII Cigle

de musica del segle XX, Barcelona«, Dresdner Tage für zeitgenössische Musik,

MaerzMusik (Berliner Festspiele), Musik-Biennale Berlin usw. Abendfüllende

Oper »Das stille Zimmer« für die Oper Bielefeld (Uraufführung 5. Mai 2000).

Elisabeth-Schneider-Preis 2001 für Komposition. Das Gesamtwerk ist exklusiv

verlegt bei edition juliane klein.

Juliane Klein

MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

1979–84 Spezialschule für Musik Berlin: Klarinette,

Klavier, Komposition, 1984–89 Studium HfM

»Hanns Eisler« Berlin: Komposition, Tonsatz,

Klavier, 1987–97 Gründung + Leitung des KNM Berlin

zusammen mit Thomas Bruns, 1989–92 Dozentin für

Tonsatz/Komposition HfM Berlin, 1993–97 Aufbau-

Studium bei Helmut Lachenmann, Stuttgart

Stipendienaufenthalte in Puschkinskaja Desjat,

St.Petersburg // Cite des Arts , Paris // Künstlerhof

Schreyahn, Wendland // Kommandantenhaus Burgfeste

Dilsberg // Künstlerinnenhof »Die Höge« //

Musikakademie Schloß Rheinsberg // Villa Massimo/

Casa Baldi, Italien

Aufführungen/Interpreten: Wittener Tage, Philharmonie Berlin, WDR Köln,

DLF Köln, Expo 2000, Prager Frühling, Musikhalle Hamburg, Musikfestival

Istanbul, Siemens Arts Programm, Ensemble Modern, Ensemble Resonanz,

KNM Berlin, Ensemble Triolog, Scharoun-Ensemble, l`art pour l`art, ensemble

mosaik, oh-ton-ensemble, Feldtmann kulturell, schlagquartett Köln

Portrait - Buch: » Juliane Klein«, Pfau-Verlag 2002, Portrait - CD: »Juliane

Klein« Edition Zeitgenössische Musik, WERGO 2004

Internet-Präsenz: www.editionjulianeklein.de

Juliane Klein

se vuoi

Die offene Hand.

Der ruhige, lange Atem.

Der Blick weit hinaus.

Schwingen.

Die Komposition entstand im Herbst 2004 als erster Schritt auf einem Weg,

der das »Lied ohne Worte« zum Thema macht.

Das Werk ist Barbara Buchholz und dem KNM Berlin gewidmet.

vladimir nikolayev

(geb. 1953) studierte Komposition an der Gnesin

Musikakademie in Moskau. Nach dem Abschluss

1981 folgte ein zweijähriges Aufbaustudium

am Tschaikowsky Konservatorium Moskau.

Vladimir Nikolayev ist Mitglied der Union Russischer

Komponisten, dem Verbund für Zeitgenössische

Musik in Russland, des Theremincenter

Moskau und der Gesellschaft Für Elektroakustische

Musik in Russland.

Zahlreiche seiner Kompositionen gehören in den Bereich der Elektroakustischen

Musik. Er schreibt auch für Orchester, Kammerensemble und Gesang.

Seine Werke werden regelmäßig weltweit auf den Festivals für Neue Musik aufgeführt,

wie z. B. »Alternativa«, »Moskauer Herbst« und »Moskauer Forum«.


Unter anderem erhielt er 1991 den vierten Preis des Witold Lutoslawski-Wettbewerbs

in Warschau und 1992 den ersten Preis der Lili Boulanger-Stiftung in

Boston.

Olesia Rostovskaya

MITTwOcH, 0. MäRz 00 MITTwOcH, 0. MäRz 00

(geb. 1975) hat das Tschaikovsky Konservatorium in

Moskau als Komponistin und Orgelspielerin

abgeschlossen. Seit 1999 ist sie Mitglied des Theremincenters,

wo sie das Thereminspiel bei Lydia

Kavina studierte. Der Schwerpunkt ihrer kompositorischen

Arbeit liegt im Bereich der elektroakustischen

Musik und der Theatermusik. Dabei verwendet

sie das Theremin in vielfältiger Hinsicht. Als

Komponistin und Theremin-Performerin nahm sie

an zahlreichen Festivals für Zeitgenössische Musik

in Russland teil. Sie gewann den Preis im Wettbewerb »Die professionelle

Musik des Jahrhunderts XXI« in der Russischen Föderation.

caspar Johannes walter

wurde 1964 in Frankfurt/M. geboren und hatte

Kompositionsunterricht bei V. D. Kirchner (Wiesbaden),

J. Fritsch und C. Barlow (Musikhochschule

Köln, 1985–90). 1985 war er Mitbegründer des

Kölner Thürmchen Verlages. Er erhielt eine Reihe

bedeutender Kompositionspreise, darunter den

ersten Preis im Stuttgarter Kompositionswettbewerb

(1991), den 13th Irino-Prize for Orchestra

(Japan, 1992), 1995 den ersten Preis im Wettbewerb

»Wien Modern«, den Hindemith-Preis des

Schleswig Holstein Festivals, den Förderpreis für Musik des Landes Nordrhein-

Westfalen und zuletzt 2000 den Förderpreis für Musik der Akademie der

Künste Berlin. 1988 wurde ihm das Förderstipendium für Musik der Stadt Köln

zugesprochen, 1995/96 nahm er das Stipendium im Künstlerhof Schreyahn/

Niedersachsen wahr und 1998/99 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom.

0

Er repräsentierte die junge Kölner Musikergeneration bei Austauschprojekten

des Goethe-Instituts in New York (1989) und Atlanta (1993), und seine Stücke

wurden zur Teilnahme an den Weltmusiktagen 1994 in Stockholm und 1996 in

Kopenhagen ausgewählt. Die vom Deutschen Musikrat bei Wergo herausgegebene

Portrait-CD mit Kammermusik von Caspar Johannes Walter erhielt 1998

den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Sein Interesse als Interpret – er

ist Cellist in dem 1991 von ihm mitbegründeten Thürmchen Ensemble – gilt

vor allem jüngeren Komponistinnen und Komponisten aus den Bereichen der

experimentellen Musik und des Musiktheaters.

2002/2003 war Caspar Johannes Walter composer in residence und Kompositionslehrer

an der University of Birmingham.

Iraida Yusupova

(geb. 1962) hat ihr Kompositionsstudium 1987

abgeschlossen. Sie ist Mitglied der Union

Russischer Komponisten, der Union Russischer

Filmkomponisten, der Assoziation

für Zeitgenössische Musik in Russland und

des Theremincenters Moskau, regelmäßige

Teilnehmerin auf den internationalen Festivals

»Alternativa«, »Moscow Autumn«, »Moscow

Forum«. Sie war eingeladen auf Festivals, die

Gidon Cremer in Lockenhaus, »Bach 2000«

(Projekt Passions 2000), »White Nights`Stars« (Sankt Petersburg, Projekt

»Demjan the Tsar«, 2001), »Gent-Moscow-Gent« (Belgien) und »Klang och Rubel«

(Schweden), Delphi‘s Games 2002« (Sankt Petersburg ), Austrian cultural

Forum in Sankt Petersburg (2003). Iraida Yusupova komponierte 2 Opern, 2

Symphonien, 6 Kantaten, 3 Instrumentalkonzerte, zahlreiche Kammermusiken

und Elektroakustische Musik, Film- und Theatermusik.

Im Jahr 2001 wurde sie von Moskauer Journalisten als eine der 10 bemerkenswertesten

modernen Komponisten Russlands ausgewählt.


DOnnERsTAG .MäRz 00

Workshops

mit Barbara Buchholz

und Lydia Kavina

Hochschule für Musik, Platz der Demokratie, Raum 3.12

Was Ist Ein Theremin

10.00 Uhr

Anfang der 20er Jahre wurde vom russischen Physiker Lev Theremin ein

Musikinstrument erfunden, das die Zuhörerschaft in Erstaunen versetzte: Ein

Kasten mit zwei Antennen – das Theremin.

Damals das erste elektronische Musikinstrument überhaupt, ist es bis heute

auf Grund seiner berührungslosen Spielweise einzigartig geblieben.

Ein schwaches elektrisches Feld umgibt die Antennen, und wer hineingreift,

macht auch schon Musik: Die Töne steigen auf und ab, je nach Abstand der

Hand zum Metall.

Der Klang erinnert an Geige, singende Säge, menschliche Stimme, eine Mischung

aus elektronischer und menschlicher Ausdrucksform – »zum Sterben

schön«. Musik aus dem Äther ...

1934 schrieb Edgar Varèse seine Komposition »Ecuatorial« für zwei Fingerboard-Instrumente,

und der Hollywood-Komponist Miklos Rosza setzte das

Theremin 1945 im Hitchcock-Thriller »Spellbound« (deutscher Titel: »Ich

kämpfe um dich«) ein. Ende 1968 wurde der Thereminsound mit dem Popsong

der Beach Boys »Good Vibrations« berühmt, allerdings von einem mit einer

Tastatur versehenen Modell gespielt.

In jüngerer Zeit wurde das weitgehend unbekannte Instrument wieder entdeckt,

z. B. von Tom Waits für die Musiktheater-Produktion »Alice«, oder in

der Neuen Musik von Olga Neuwirth für die Oper »Bählamms Fest«.

Das Prinzip der berührungslosen Spielweise wurde mit dem auf Barbara

Buchholz’ Anregung gebauten Midi-Theremin zeitgemäss weiterentwickelt.

Per midi einen Sampler ansteuernd, lassen sich Loops und Samples durch

Handbewegungen in der Luft auslösen.

DOnnERsTAG . MäRz 00

Die Kombination mit dem Thereminvox der 20er Jahre schafft die Verbindung

von ältester zu modernster Technologie in der elektronischen Musik.

Symposium

Jugend- und Kulturzentrum mon ami

»15 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung – Nähe und Distanz zwischen

Komponisten in Ost und West«

mit: Eckart Beinke (Komponist - Oldenburg), Johannes K. Hildebrandt (Komponist

– Weimar), Lothar Voigtländer (Komponist – Berlin), Dr. Reinhard Schulz

(Redakteur für zeitgenössische Musik, neue musik zeitung – Zorneding), N.N.

Moderation:

Prof. Dr. Albrecht von Massow (Musikwissenschaftler, Weimar)

Konzert 1

Jugend- und Kulturzentrum mon ami

Mondrian Ensemble

Informationen ab Seite 36

Programm:

Michel Roth Verinnerung (2002/03) für Klaviertrio

(*1976)

Heinz Holliger Elis (1961) 3 Stücke für Klavier

(*1939)

14.00 Uhr

19.30 Uhr


DOnnERsTAG .MäRz 00

Dieter Ammann Piece for cello (1994 rev. 98)

(*1962) Imagination against numbers

Nikolai Roslawez Klaviertrio Nr. 2 (1920)

(1881–1944)

Daniela Mueller – Violine

Martin Jaggi – Cello

Walter Zoller – Klavier

Pause

Konzert 2

Neue Kompositionen aus dem Studio für elektroakustische

Musik (SeaM)

der Hochschule für Musik »Franz Liszt«

Informationen ab Seite 41

Programm:

Constantin Popp Glimpses (2-Kanal, 7:10 min)

(*1980)

Christian M. Fischer Dance du cercle à la surface (4-Kanal, 8:50Min.)

(*1973)

Hanns Holger Rutz Zeichnung (4-Kanal, 12 min) – Uraufführung

(*1977)

DOnnERsTAG . MäRz 00

Fabian Levy Soliloque sur Popp, Fischer, Rutz

(*1968) (4-Kanal)

Pause

Konzert 3

oh ton-ensemble

Informationen ab Seite 46

Programm:

Annette Schlünz »voicelessness« (1998/2005) Saxophon,

(*1964) Klarinette, Gitarre, Percussion (Uraufführung)

Johannes K. Hildebrandt »Bruchstück IV« (2005) für Bassklarinette und

(*1968) Violoncello (Uraufführung)

Eckart Beinke »Tenuto«

(*1956) Klarinette, Saxophon, E-Gitarre, Violoncello,

Kontrabaß, Percussion (Uraufführung)

Karl Heinz Wahren »Tango burlesco« (1997/2005) Bassklarinette,

(*1933) Tenorsaxophon, E-Gitarre, Violoncello, Kontra-

bass, Vibraphon (Uraufführung)

Helmut Oehring »Plath, S« (1998/05) Version für Kontrabass und

(*1961) Violoncello (Uraufführung)

Maximilian Marcoll »Keimreim« (2005) Bassklarinette, Ternorsaxo-

(*1981) phon, E-Gitarre, Violoncello, Kontrabaß,

Percussion (Uraufführung)


oh ton-ensemble

Christoph Hansen – Saxophon

Bernhard Kösling – Klarinette

Robin Hoffmann – Gitarre

Michael Pattmann – Schlagzeug

Graham Waterhouse – Violoncello

John Eckhardt – Kontrabaß

Maximilian Marcoll – Dirigent

Dieses Konzert wird von der Kulturstiftung des Bundes unterstützt und

in Oldenburg wiederholt.

Mondrian Ensemble

DOnnERsTAG .MäRz 00

Das Mondrian Ensemble (Daniela Mueller, Violine;

Christian Zgraggen, Viola; Martin Jaggi, Cello und

Walter Zoller, Klavier) wurde im Jahr 2000 gegründet.

Noch im selben Jahr gewann das Ensemble den 1. Preis

am Concours Nicati (Wettbewerb für die Interpretation

zeitgenössischer Musik vom Schweizerischen

Tonkünstlerverein) und erhielt den »Förderpreis

Orpheuskonzerte 2001«. Im Jahr darauf wurde es auch

international gewürdigt: es gewann einen Förderpreis

beim Klaviertriowettbewerb der Konzertgesellschaft

München. 2002 erhielt das Mondrian Ensemble erneut einen 1. Preis, am »Concours

des Jeunesses Musicales Suisse«, und im März 2003 erreichte es in der

Klaviertriobesetzung den 3. Rang beim Kammermusikwettbewerb des Migros-

Genossenschafts-Bundes.

Das Klaviertrio studierte bei Gerard Wyss und besuchte die Scuola Superiore

Internazionale di Musica da Camera del Trio di Trieste in Duino. Wichtige Anregungen

bekamen die Musiker auch von Rainer Kussmaul, Menahem Pressler,

Thomas Zehetmair, Richard Lester (Florestan Trio) und Bruno Canino.

Das Mondrian Ensemble gab bisher Konzerte in der Schweiz, Deutschland und

Italien. 2003 gab das Mondrian Ensemble sein Debut in der Tonhalle Zürich

und im Sommer 2005 wird es in Italien, in Irland (Bantry Festival) und beim

Lucerne Festival auftreten.

DOnnERsTAG . MäRz 00

Neben der intensiven Beschäftigung mit dem klassisch-romantischen Repertoire

ist es den vier Musikern auch ein Hauptanliegen, sich mit neuer und

neuester Musik auseinander zu setzen. Das Mondrian Ensemble hat bereits einige

Werke uraufgeführt, u. a. haben Dieter Ammann, Detlev Müller-Siemens,

Michel Roth und Martin Jaggi Werke für das Ensemble komponiert.

2004 erschien die erste CD bei »Musikszene Schweiz/Grammont Portrait«, mit

Werken von Michel Roth, Martin Jaggi, Dieter Ammann, Giacinto Scelsi und

Iannis Xenakis.

Die Komponisten

Dieter Ammann

Dieter Ammann wurde 1962 in Aarau geboren; er wuchs in einem sehr musikalischen

Elternhaus auf. Nach der Matura ergriff Ammann das Schulmusikstudium

an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik Luzern; parallel dazu

absolvierte er einige Semester an der Swiss Jazz School in Bern.

Danach war er einige Zeit als Musiker im Bereich improvisierte

Musik/Jazz tätig. Er spielte (als sideman oder mit eigenen Formationen)

beispielsweise an den int. Festivals von Köln, Willisau, Antwerpen,

Lugano u. a..

Plattenproduktionen und Studiosessionen brachten ihn mit so unterschiedlichen

Künstlern wie Eddie Harris oder Udo Lindenberg zusammen.

Anschließend folgte ein Studium für Theorie und Komposition an der Musikakademie

Basel, gefolgt von Meisterkursen bei Wolfgang Rihm, Witold

Lutoslawski u. a.

In den 90er-Jahren verlagerte sich Ammanns Schwerpunkt hin zur Komposition;

für seine Orchester- und Kammermusikwerke erhielt er zahlreiche nationale

und internationale Auszeichnungen (z. B. Aargauer Kuratorium, Hauptpreis

am int. Kompositionswettbewerb der IBLA-Foundation New York, Franz Liszt-

Stipendium der »Weimar Kulturstadt Europas«- Stiftung, 1. Preis »young


composers in Europe«, Leipzig, u. a.). Schreibt wenig, weil langsam. Ammann

ist Professor für Theorie/Komposition an der Musikhochschule Luzern.

Piece for cello 1994 rev. 1998

Die Komposition gewann am »International competition for composers« der

IBLA-Foundation New York den Hauptpreis.

Das einsätzige Stück entstand für den schweizstämmigen Cellisten David Riniker

(heute Mitglied Berliner Philharmonisches Orchester) für seine Teilnahme

am internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb Moskau. Der technisch-virtuose

Aspekt musste daher ein kompositorisches Anliegen sein. Von zentraler Bedeutung

ist ferner das Element der Klangfarbe, durch die Erzeugung des Tons

auf vielfältige Art und Weise. Der Untertitel »Imagination against numbers«

ist derart zu verstehen, dass bewusst auf eine allzu starke Prädetermination

des musikalischen Materials verzichtet wurde. Einzig der Tonhöhenbereich

wurde rigoros behandelt insofern, dass das ganze Stück aus einer Viertongruppe

und deren drei Transpositionen besteht. Diese ergeben zusammen eine

Halbton- Ganztonskala. Die ausgesparten Resttöne zum chromatischen Total

bilden einen verminderten Septakkord – ein tonales Relikt also – welcher in

einer ironisch zu verstehenden Kadenz erklingt.

Heinz Holliger

DOnnERsTAG .MäRz 00

wurde am 21. Mai 1939 in Langenthal (Schweiz, Kanton Bern) geboren. Schon

während seiner Gymnasialzeit studierte er am Berner Konservatorium bei Mile

Cassagnaud Oboe und bei Sandor Veress Komposition. Seine Studien setzte er

dann in Bern bei Sava Savoff und in Paris bei Yvonne Lefebre (Klavier) und Pierre

Pierlot (Oboe) fort. An der Basler Musikakademie bei Pierre Boulez studierte

er von 1961 und 1963 Komposition. Nach ersten Preisen bei internationalen

Musikwettbewerben begann er 1963 eine intensive internationale Konzerttätigkeit

als Oboist.

Der vielseitige Musiker, der seit 1966 an der Musikhochschule von Freiburg

im Breisgau unterrichtet, komponiert bereits seit frühester Jugend und hat

ein substanzielles kompositorisches Oeuvre geschaffen, das mit bedeutenden

Preisen und Ehrungen bedacht wurde. So erhielt er 1987 den Leonie-Sonnings-

Musikpreis, 1988 den Frankfurter Musikpreis, 1989 den Kunstpreis der Stadt

Basel und 1991 den Ernst von Siemens Musikpreis.

Nahezu alle seiner Kompositionen sind Zeugnis einer unermüdlichen physischen

und psychischen Suche nach den Grenzen von Klang und Sprache.

Seiner Musik geht vielfach und nicht nur bei Vokalwerken eine intensive Auseinandersetzung

mit Künstler- bzw. Dichterbiographien und lyrischen Texten

voraus (Hölderlin, Trakl, Sachs etc.) und wird so musikalische Ausdrucksform

der Auseinandersetzung des Komponisten mit der jeweiligen Persönlichkeit

und dem Geschriebenen.

Elis

Beschreibung:

Elis für Klavier sind 1961 entstanden. Jürg Wyttenbach hat sie im Januar 1962 in

Basel uraufgeführt. Obschon die drei Stücke (über Gedichte von Georg Trakl)

ganz aus den spezifischen Eigenarten des Klavierklangs heraus entstanden

sind, habe ich 1963 versucht (quasi als Vorarbeit zu meinem szenischen Projekt

»Der magische Tänzer« 1963/65) diese »Elis«-Musik aufs Orchester zu übertragen.

Besonders wichtig schien mir dabei, neben einer möglichst differenzierten

Organisation der Klangfarben vor allem die in der Klavierfassung sehr wesentlichen

Pedal-Resonanzen auszukomponieren. Die Orchesterfassung hat Pierre

Boulez 1964 mit dem Stockholmer Radioorchester uraufgeführt.

1973 habe ich den 1966 neu komponierten Anfang des 2. Nachtstückes ebenfalls

orchestriert und vor allem die (durch die Verwendung indischer Rhythmen

bedingte) metrische Gliederung der drei Stücke zu vereinfachen versucht.

nikolai Roslawez

DOnnERsTAG . MäRz 00

(23.12.1881–23.8.1944) wirkte nach Abschluss des Moskauer Konservatoriums

(1912) und Kompositionsstudien u.a. bei S. Wassilenko aktiv in der Assoziation

für Moderne Musik (ASM) mit und redigierte 1924 die Zeitschrift Musykalnaja

kultura.


1931–33 lebte er in Taschkent, kehrte Ende der 30er Jahre nach Moskau zurück

und unterrichtete am Musikalischen Polytechnikum und in Kursen für Militärkapellmeister.

Roslawez schuf in Russland die ersten Werke in Zwölftontechnik. In Anlehnung

an Arnold Schönberg formulierte er zwischen 1913–15 sein neues System

der Tonorganisation mit Tonkomplexen (synthetischen Akkorden) als Grundlage.

Auf dieser Basis schrieb er 1919–24 eine Reihe bedeutender Orchester- und

Kammermusikwerke.

Michel Roth

DOnnERsTAG .MäRz 00

geboren 1976 in Altdorf UR, ist aufgewachsen in Luzern und studierte an der

Universität Basel mehrere Semester Germanistik und Musikwissenschaft,

bevor er an der Musikhochschule Basel sein Studium in Komposition und Theorie

bei Roland Moser und Detlev Müller-Siemens abschloss. Seither wirkt er

als Dozent für Komposition und theoretische Fächer an der Musikhochschule

Luzern und arbeitet als freischaffender Komponist zusammen mit namhaften

Interpreten aus dem In- und Ausland.

Michael Roth: Verinnerung (2002/03)

Das 2002/03 entstandene Klaviertrio »verinnerung« entstand im Auftrag des

Basler Mondrian-Ensembles und wurde von diesem bereits mehrfach erfolgreich

aufgeführt. Der Komponist nimmt darin Bezug auf Piet Mondrians

berühmtes Bild »Komposition mit Rot, Gelb und Blau« von 1928, wobei nicht

eine deskriptive Besetzung der Bildproportionen ins klanglich-zeitliche im

Vordergrund steht, sondern es sich eher um ein musikalisches Nachspüren von

Erinnerungs- und assoziativen Verarbeitungsprozessen nach dem direkten visuellen

Erleben dieses Bildes handelt. Ausgehend von einer komplexen mikrotonalen

Harmonik dringt das Stück in variativen Prozessen Schicht für Schicht

in immer tiefer verborgene (musikalische) Sinnzusammenhänge vor, deren

Energiegehalt überwiegend nur noch durch feinste intonatorische Reibungen

und nicht mehr durch das gestisch-melodische bestimmt wird. Das Werk ist

Bestandteil eines dreiteiligen Zyklus, der durch das Mondrian-Ensemble im

Frühjahr 2003 in Basel erstmals vollständig zur Aufführung gebracht wurde.

0

studio für elektroakustische Musik (seaM)

Das Studio für elektroakustische Musik wurde auf Basis einer intensiven

Zusammenarbeit zwischen der Hochschule für Musik Franz Liszt und der

Bauhaus-Universität in Weimar mit dem Ziel gegründet, das Lehrangebot in

beiden Institutionen um das Fach elektroakustische Musik und Klanggestaltung

zu erweitern. Das SeaM bietet damit offene und vielseitige Möglichkeiten

für die Produktion elektroakustischer Musik - häufig in spartenübergreifenden

Zusammenhängen (Multimedia) – sowie für die Erforschung und Entwicklung

neuer künstlerischer Themenbereiche.

Das SeaM bietet:

DOnnERsTAG . MäRz 00

– ein umfassendes Lehrangebot (Seminare, Übungen, Spezialvorträge) über

elektroakustische und computergestützte Komposition, über Klanginstallationen

sowie über multimediale Projekte, die in Zusammenarbeit mit der

Medienfakultät der Bauhaus-Universität entwickelt werden.

– eine technische Ausstattung mit hohem professionellem Standard für ein

fundiertes Studium des Faches elektroakustische Komposition und die damit

verbundene Realisation von neuen Werken.

– Präsentation elektroakustischer Musik und Medienkunst im Rahmen von

Konzerten und Veranstaltungsreihen, auch im Zusammenhang mit Gastvorträgen

oder Konzerteinführungen durch Komponisten aus dem In- und

Ausland.

Das Studio für elektroakustische Musik steht im Verbund mit dem Tonstudio

und dem neuen Konzertsaal der Musikhochschule. Dadurch entsteht eine

höchstmögliche Flexibilität hinsichtlich der technischen Betreuung unterschiedlichster

künstlerischer Projekte. Das Studio wird von Prof. Robin Minard

geleitet.


Die Komponisten

christian M. Fischer

DOnnERsTAG .MäRz 00

Geb. 1973 in Bochum, 1995-2000 Ausbildung und Arbeit

als Fotograf in Heilbronn, 2000–2004 Studium der

Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität in Weimar

(Diplom 2004), dabei ständige Arbeit im Studio für elektroakustische

Musik der Hochschule für Musik Franz

Liszt, div. Konzerte und Installationen, u. a. bei den

Weimarer Frühjahrstagen, zur Thüringer Landesausstellung

in Sondershausen 2004 und bei den Musiktagen in

Donaueschingen 2004.

Seit Oktober 2004 Studium der Elektroakustischen Komposition

an der HfM Franz Liszt in Weimar bei Prof. Robin Minard.

Dance du cercle à la surface (Vierkanal – 2005 – 8.50Min.)

Das Material für dieses Stück besteht aus vierkanaligen Aufnahmen mit Piezos

(einfache Schallwandler) und Studioaufnahmen mit einem Richtmikrofon.

Da die Piezos, aufgrund ihrer simplen Bauweise, nicht in der Lange sind einen

breiten Frequenzbereich abzudecken und auch sonst eher minderwertige Aufnahmen

liefern, wirken sie bereits während der Aufnahmen wie ein Filter und

geben den Klängen eine ganz spezielle Charakteristik.

Das gesamte Stück ist dadurch von einem ständigen Kontrast zwischen den

Mono Aufnahmen mit Richtmikrofon und den vierkanaligen Aufnahmen

mit den Piezos durchwebt. Ähnlich einem Paar beim Tanzen bewegen sie sich

sowohl durch die räumliche als auch den zeitlichen Ablauf und ergeben so die

Struktur des Stücks. Dabei bilden sie verschiedene bewegte Figuren, deren Art

des Aufbaus in Variationen mit anderen Klängen immer wieder kehrt. Diese

wiederum lösen sich mit kraftvollen aber starren Klangformationen ab. Allen

Klängen ist jedoch die umfassende Bewegung, vom plastisch beschriebenen

Kreisbogen der einzelnen Kugel zu Beginn hin zur gewobenen sich im Nichts

auflösenden Fläche des Endes, gemein.

DOnnERsTAG . MäRz 00

Fabien lévy

geboren 1968 in Paris, erwarb neben dem

Musikstudium (u. a. bei Isabelle Duha, Allain

Gaussin, Alain Louvier) gleichzeitig Fachdiplome

in Mathematik und theoretischer Wirtschaftswissenschaft

(Magister im ENS-Ulm,

ENSAE). Nach anfänglicher Tätigkeit in den

beiden letztgenannten Fachgebieten widmete

er sich ab 1994 ganz der Musik. Während seiner

Studienjahre 1996–2001 am Pariser Conservatoire

National Supérieur de Musique studiert er

u.a. Komposition (bei Gérard Grisey und Marco Stroppa), Analyse (bei Mïchael

Levinas), vergleichende Musikwissenschaft (bei Gilles Léothaud), Orchestrierung

(bei Marc-André Dalbavie).

Zur Zeit lebt Lévy in Berlin und unterrichtet Orchestration an der Hochschule

für Musik Hanns-Eisler.

Verschiedene Preise und Auszeichnungen: z. B. Ernst von Siemens Förderpreis

(2004), Teilnehmer am Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen

Austauschdienstes (1 Jahr Forschungsaufenthalt in Berlin 2001).

Lévys Werkverzeichnis umfasst Solowerke, Kammermusik, Ensemblestücke,

Werke für Orchester (als großes Solistenensemble aufgefasst) und Computermusik.

Seine Werke werden durch Orchester, Ensembles und Solisten in ganz

Europa und den Vereinigten Staaten aufgeführt.

Soliloque sur x,x,x et x (2002)

Selbstgespräch eines Computers über ein von ihm missverstandenes Konzert

Auftragskomposition des Festivals Inventionen, Berlin.

Einen Komponisten komponieren.... Soliloque sur x,x,x et x ist kein Stück im

eigentlichen Sinne, eher eine Meta-Partitur, die der Computer in Echtzeit aus

Auszügen der anderen Stücke des Konzerts generiert. Das heißt, dass das erzeugte

Stück bei jedem Konzert ein bisschen anders und einmalig ist; nicht nur,

weil das Material, aus dem dieses Mosaik gebildet wird, auf Erinnerungen an

die Klänge der anderen Stücke beruht, sondern auch, weil bereits die Organi-


sation dieses Mosaiks ihrerseits funktionell bestimmt ist von den Parametern,

die sich aus der Analyse der Samples ergeben haben.

Das vorliegende Projekt befindet sich noch im Versuchsstadium; es wurde ausschließlich

mit der Software SuperCollider programmiert mit allen Möglichkeiten

und Beschränkungen, die dieses Instrument bietet; und mit der wertvollen

Hilfe von Thomas Seelig als musikalischem Assistenten und Thomas Noll

(Mathematiker) für die Berechnung der Vuza-Kanone. Für das Weimar-Konzert

hat Blazej Dowlasz die Klänge gewählt und dieses Soliloque allein realisiert.

constantin Popp

DOnnERsTAG .MäRz 00

Constantin Popp, geboren 1980 in Berlin, studiert

elektroakustische Komposition im SeaM an der

Hochschule für Musik Franz Liszt, Weimar, unter

Robin Minard und erhielt in der Vergangenheit

einige Preise (Jugend komponiert 1999, 2001,

»Treffen junger Komponisten« 2000).

Sein Repertoire umfasst Arbeiten für verschiedene

Medien-/Konzerttypen, darunter Sound

Design für das Theaterstück »zeit zu lieben zeit

zu sterben« von Fritz Karter, welches im Nationaltheater Weimar aufgeführt

wurde. Im Rahmen des Seminars »Ausblick - privat«, veranstaltet von der Bauhaus-Uni

Weimar und dem Meiniger Staatstheater, schrieb er die Komposition

»grell«, die zwei Wochen lang in einer Installation in Meiningen lief. Semesterweise

werden seine elektroakustischen Kompositionen an der HfM Weimar in

Studiokonzerten des SeaM uraufgeführt.

Ein integraler Bestandteil seines Schaffens besteht einerseits in der Aufnahme

von Geräuschen aus der Umwelt und Umgebung des Komponisten, andererseits

aber auch in der Programmierung eigener Klangerzeugungs-/ Klangverarbeitungsinstrumente

unter modularen Systemen wie Reaktor, max/msp oder

SuperCollider.

»glimpses« 2-Kanal, 7:10 min

»glimpses« benutzt Aufnahmen und Verarbeitungen von konkreten Geräuschen,

versucht dabei ihre räumlich-klänglichen Eigenheiten auszudeuten

und zu kontextualisieren mit dem Ziel der prozesshaften Beschreibung von

Annäherung, Nähe, Wärme, Ruhe und Auflösung.

»Zeichnung«

DOnnERsTAG . MäRz 00

Hanns Holger Rutz

(geb. 1977) studierte Kommunikationswissenschaft mit

den Schwerpunkten elektroakustische Musik und Musikinformatik

an der TU Berlin. Kompositorische Tätigkeit

seit 1999; zu den Werken zählen die Alben Stamina

(2002), Achronie (2003, Video: Cem Akkan), Residual

(2003) und Netzhaut E.P. (2004). Klang-Installationen.

Live-Elektronik Projekte solo und als Trio Chromatic-

Field. 2004 Gründung des Labels ‚apostrov rec. Seit 2004

künstlerischer Mitarbeiter am SeaM Weimar.

Zeichnung beschreibt im Allgemeinen eine Oberflächenverletzung. Im

graphischen Sinne verstehen wir darunter eine Konturführung und linienhafte

Gestalt. Eine Nach- oder Überzeichnung arbeitet die charakteristischen

Merkmale eines Untergrundes heraus. Das Stück ist in vier Klangfelder geteilt,

die wiederholt eine längere, einer Improvisation entstammende rhythmische

Kontur nachzeichnen. Im Prozeß der Imitation der Imitation usw. werden

einige der Kanten sichtbar, gleichzeitig gelangen mehr und mehr ‚Defekte‘

in die Ursprungsfigur. Das Stück ist auch ein Experiment darüber, wie wir

Ähnlichkeiten beurteilen unter der paradoxen Vorgabe, daß zum Beispiel zwei

aneinander geriebene Steine die Geste einer Plastikfolie reproduzieren sollen.

Die Figuren sind jeweils durch harte Collage einer ‚indifferenten‘ Aufnahme

konstruiert, um den oktroyierenden Aspekt des Zeichnens zu betonen. Die

Anordnung der Figuren auf der Zeitfläche stellt jedoch nur die willentlich

mechanische Rohform dar.

»Plötzlichkeit des Auftretens gehört zur Erscheinungsweise von Material

oberhalb der Bewußtseinsschwelle; es gehört nicht zum Vorgang des Werdens.

Könnten wir je den Spuren einer solchen Gestaltwerdung bis zu ihren Wurzeln

nachgehen und ihre Geschichte verfolgen, so stießen wir am Anfang auf

ein grobes, nicht näher bestimmtes Gefühl. Wir würden feststellen, daß es

erst dann eine fest umrissene Form annahm, als es sich durch eine Reihe von

Wandlungen im vorgestellten Material hindurcharbeitete.« (John Dewey)


oh ton-ensemble

kammerorchester für

neue musik

DOnnERsTAG .MäRz 00

Künstlerische Leitung: Eckart Beinke

Beim oh ton-ensemble finden sich

verschiedene Formationen: Mit exponierter

Vorliebe für die »Nichtorchesterinstrumente«,

aber auch im

konventionell besetzten Ensemble

bis hin zum Kammerorchester mit

18 Spielern, werden Programme

neuer Musik einstudiert. Das niedersächsische Ensemble mit Sitz in Oldenburg

besteht seit 1994 und wird vom Verein oh ton, der sich als Konzertveranstalter

mit nationalen und internationalen Gästen einen Namen gemacht hat,

getragen.

Unter der künstlerischen Leitung seines Mitbegründers Eckart Beinke vereint

es derzeit bis zu 23 Musiker und Musikerinnen aus dem norddeutschen Raum,

die auch außerhalb des Ensembles solistisch mit zeitgenössischer Musik hervortreten.

Das Ensemble interpretiert Musik aus dem Zeitraum der letzten zwanzig Jahre,

vergibt regelmäßig Kompositionsaufträge (z. B. an Iannis Xenakis, Hans-Joachim

Hespos, François Rossé, Christophe Havel, Thierry Alla...), spielte Uraufführungen

(Karlheinz Stockhausen, Volker Heyn, Helmut Oehring, Matthias

Kaul, u.a.) und führt verschiedene pädagogische Projekte durch.

Konzerte fanden statt in Luxemburg, Frankreich und den Niederlanden, in

Deutschland u. a. in Berlin, Essen, Bielefeld, etc. und auf Festivals z.B. in Weimar,

Lüneburg, in Hannover bei den »38. Tagen Neuer Musik«, Dresden und

Bordeaux, »Ensemble in Residence« auf dem Künstlerinnenhof »Die Höge« in

2003. Aufzeichnungen durch Radio Bremen, den Deutschlandfunk, den MDR

und den NDR.

Das Ensemble arbeitet mit verschiedenen Dirigenten, gut die Hälfte der Konzerte

wird jedoch ohne Dirigat erarbeitet und präsentiert.

Eindeutiger Schwerpunkt: KunstMusik der zurückliegenden 2 Jahrzehnte.

Die Komponisten

Eckart Beinke

1956 geboren, studierte nach Berufstätigkeit

im Sozialbereich zuerst Musikpädagogik an

der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg,

anschließend Komposition bei Jens-Peter Ostendorf

an der HfK-Bremen, elektro-akustische

Komposition am CNR in Bordeaux und Komposition

bei Gérard Grisey am CNSM in Paris.

Die Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern

ist regelmäßiger Teil seiner Arbeit: u.a.

»Klangskulpturen« als Kompositionsauftrag

des Dresdner »Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme«, gemeinsam

mit Wolfgang Zach.

Beinke erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge und Stipendien und wurde

1998 und 1999 durch die internationalen Jurys der Internationalen Gesellschaft

für Neue Musik für die »Welt-Musik-Tage« ausgewählt. Eckart Beinke ist seit

der Gründung (1990) Vorsitzender des Vereins »oh ton - Förderung aktueller

Musik« und seit 1994 künstlerischer Leiter des von ihm initiierten Kammerorchesters

für neue Musik dem »oh ton-ensemble«.

Johannes K. Hildebrandt

siehe Seite 27

DOnnERsTAG . MäRz 00


Maximilian Marcoll

geb. 1981 in Lübeck studierte von 1992–1997

Schlagzeug am Institut für schulbegleitende

Musikausbildung an der Musikhochschule

Lübeck. Von 1997–2001 Kompositionsstudium bei

Friedhelm Döhl in Lübeck. 1999 Gründung und

Leitung des Ensembles für Neue Musik Lübeck.

Seit 2001 Kompositionsstudium (instrumental/

elektronisch) bei T.Neuhaus und D.Hahne an der

Folkwang-Hochschule in Essen. Meisterkurse bei

L.Berio u. a. Darmstädter Ferienkurse für Neue

Musik 2002, 2002 Gründung des Elektronikduos dis.playce.

Helmut Oehring

DOnnERsTAG .MäRz 00

wurde 1961 in Berlin geboren. Als Gitarrist und

Komponist Autodidakt. Nach Konsultationen

bei Andre Asriel, Helmut Zapf, Georg Katzer und

Friedrich Goldmann war er zwischen 1990 und

1992 als Meisterschüler Georg Katzers an der Berliner

Akademie der Künste. Oehring, der 1994/95

Stipendiat der Villa Massimo in Rom war, erhielt

einige Preise, darunter den Hanns-Eisler-Preis,

den Orpheus Kammeroper Preis Italien, den Hindemith-Preis

für sein bisheriges, ca. 140 Werke

umfassendes Schaffen und 1998 den Schneider-Schott-Musikpreis. (Solowerke,

Kammermusik, Streichquartette, Bläserquintette, Orchesterwerke, Oper,

Elektronik, Liederzyklen, Theatermusik, Filmmusik, Hörspiele, Musikvideos

und ein LeseHörBuch).

Zur Zeit arbeitet er an seinem 18.Werk für MusikTheater Der Sturm nach

Shakespeare und Purcell für das Theater Basel in einer Inszenierung von Claus

Guth.

in Planung: Don Quixote trifft Peter Weiss, eine fiktive Kammeroper für die

Eröffnung des Festspielhauses Hellerau

weitere Infos: www.helmutoehring.de

DOnnERsTAG . MäRz 00

Annette schlünz

Geboren 1964 in Dessau studierte Annette

Schlünz Klavier, Dirigieren und Komposition

in Dresden (Zimmermann), und Berlin

(Dittrich) bis 1991. Sie ist Mitbegründerin der

deutsch-französischen Compagnie de quatre

(1994) und auch als Interpretin Neuer Musik

tätig. Konzerttourneen / Kompositionsseminare

auf Einladung der Goethe-Institute führten

sie nach Südamerika, Vietnam, Kopenhagen,

Chicago... Sie erhielt einige Preise und diverse

Stipendien: am elektroakustischen Studio der AdK Berlin, Villa Massimo Rom,

Schloß Solitude Stuttgart, die Höge u.a.. Ihr Schaffen umfasst neben Kammer-,

Orchester- und Vokalmusik 3 Opern sowie seit 2001 Musik für spezielle

(Außen)Räume, wozu seit 1999 Klang- und Videoinstallationen mit Thierry

Aué u. a. in Rom, Heidelberg, Basel, Strasbourg und Sofia gehören. Seit 1992

lebt sie als freischaffende Künstlerin in Frankreich und Deutschland.

Karl Heinz wahren

geboren 1933 in Bonn, aufgewachsen in Gera/

Thüringen; ab 1953 Klavier- und Kompositionsstudium

in Berlin-West an der heutigen

Universität der Künste, Abschlussexamen 1961;

anschließend Weiterstudium bei Prof. Josef

Rufer (Berlin) und Karl Amadeus Hartmann

(München); 1965 Mitbegründer der »Gruppe

Neue Musik Berlin«. Auszeichnungen: 1969

Rompreis (Jahr Villa Massimo); 1970 Preis des

Rostrum of Composers (Unesco Paris) für

die Orchesterkantate »Du sollst nicht töten!«; 1978 Förderpreis der Berliner

Akademie der Künste, 1994 Bundesverdienstkreuz, 2001 GEMA-Ehrenring, 2003

Werner-Egk-Medaille, 2003 GEMA-Ehrenmitglied. Wahrens kompositorisches

Schaffen erstreckt sich über fast alle musikalischen Gattungsbereiche. Sein

Oeuvre umfasst 3 Opern – »Fettklößchen« nach Maupassant, Deutsche Oper

Berlin, 1976; »Goldleise« (Lib.Volker Ludwig), Berliner Festwochen zur


DOnnERsTAG .MäRz 00

750 Jahrfeier Berlins, 1987; »Galathee die Schöne« (Lib. Thomas Höft) frei nach

Suppe, Deutsche Oper Berlin, 1995; zudem 20 Orchesterwerke, über 60 Kammermusikkompositionen

verschiedenster Besetzungen und einige Chorwerke,

Film- und Jazzmusiken.

Ein Teil seines Oeuvres ist auf 12 CDs dokumentiert. Wahren verfasste zahlreiche

Aufsätze, Essays und Rundfunksendungen über Musik, für seine Vorlesungen

an der Hochschule für Musik und Theater in München wurde er 2003

zum Honorarprofessor ernannt. Wahren lebt als freischaffender Komponist in

Berlin und ist seit 2004 Ehrenpräsident des Deutschen Komponistenverbandes.

0

FREITAG, . APRIl 00

Workshop mit dem

Mondrian Trio

Jugend- und Kulturzentrum mon ami

Interpretation von Musik des 20. und 21. Jahrhunderts

Symposium

Jugend- und Kulturzentrum mon ami

»Europäische Komponisten heute – Chancen und Perspektiven«

mit den Komponisten: Martin Jaggi (Schweiz), Fabien Lévy (Frankreich),

Julean Simon (Österreich), Lothar Voigtländer (Deutschland), N.N.

Moderation:

Mario Wiegand (Deutschland)

Konzert I

Jugend- und Kulturzentrum mon ami

Ensemble pianoplus

Informationen ab Seite 54

Programm:

John Cage Credo in US (1942) für vier Spieler

(1912–1992)

11.00 Uhr

14.00 Uhr

19.30 Uhr

Max E. Keller Changements (2003) für Tuba, Schlagzeug,

(*1947) Klavier und Live-Elektronik


FREITAG, . APRIl 00

Susanne Stelzenbach STAU - Hörbild (2003) für Stimmen,

3 Instrumente und Zuspiel

Ralf Hoyer in die Tiefe (2003) für Tuba, Schlagzeug, Klavier

(*1950) und Live-Elektronik

Susanne Stelzenbach – Klavier

Janni Struzyk – Tuba

Friedemann Werzlau – Schlagzeug

Ralf Hoyer – Klangregie

Pause

Konzert 2

Julean Simon (Österreich)

Midi-Wind-Controller

Informationen ab Seite 58

zweifache faltung (2004)

Julean Simon spielt ein elektronisches Blasinstrument, das ein virtuelles

Instrument steuert. Die Komposition »zweifache faltung« arbeitet mit der

Abbildung von Ereignissen und Ereigniszusammenhängen

auf sich selbst.

Pause

Konzert 3

Mondrian Trio

Informationen ab Seite 58

Programm:

FREITAG, . APRIl 00

Beat Furrer retour an dich (1986) für Klaviertrio

(*1954)

Bettina Skrzypczak Scène (2001) für Violine und Violoncello

(*1962)

Mario Wiegand cadenza für Violine solo (Uraufführung)

(*1970)

Nikos Skalkottas 8 Variationen über ein griechisches Volkslied

(*1904–1949) für Klaviertrio (1938)


Ensemble pianoplus

FREITAG, . APRIl 00

Das ensemble p i a n o p l u s widmet sich ausschließlich der neueren Musik

in Verbindung mit Live-Elektronik und/oder Zuspiel. Da die beiden Gründer

des Ensembles Susanne Stelzenbach und Ralf Hoyer über ihre ursprüngliche

Qualifikation als Pianistin bzw. Tonmeister hinaus vorwiegend als Komponisten

und Klangkünstler tätig sind, strebt diese Formation nicht in erster Linie

kontinuierliche Präsenz im Konzertbetrieb Neuer Musik an.

Vielmehr werden in größeren Abständen Konzertprojekte entwickelt und

vorgestellt, die verschiedene Kompositionen miteinander in Beziehung setzt,

um damit Ursprünge und Entwicklungslinien, Gleichgesinntes und Kontrastierendes

aufeinander wirken zu lassen und so die individuelle Reflexion über

Musik anzuregen.

Ausgehend vom Klavier wird die Besetzung je nach Programm um die benötigten

Instrumente erweitert. Des öfteren gibt es auch Berührungspunkte zur

Bildenden Kunst oder zum Musiktheater, auch Video- und Klanginstallationen

werden einbezogen. Ein wichtiger Bestandteil der Aufführungen ist ein

präzises, klanglich differenziertes elektroakustisches Wiedergabekonzept, das

oftmals mit mehreren inhomogenen Schallquellen arbeitet und auf die raumakustischen

Gegebenheiten des jeweiligen Aufführungsortes immer wieder neu

abgestimmt wird.

Friedemann werzlau

geboren 1964 in Potsdam-Babelsberg, private Ausbildung

im Klavierspiel und im Gesang, Lehre als

Drucker, zunächst privater Unterricht im Schlagzeugspiel,

Drummer mehrerer eigener Jazzrockformationen,

Studium an der Hochschule für Musik

«Hanns Eisler« Berlin im Fach klassische Percussion

und Pauken, von 1989 bis 2000 stellvertretender

Solopauker der Brandenburgischen Philharmonie

Potsdam, intensive Beschäftigung mit Improvisation,

Solopercussion und Komposition, seit 2000

als freischaffender Musiker, Konzeptkomponist und Programmdramaturg

tätig, weitere eigene Projekte u.a. mit »pinx.« (Tuba und Schlagwerk) sowie

FREITAG, . APRIl 00

Apeiron (offene Besetzung mit DJ), Mitglied bzw. ständiger Gast u.a. bei der

Kammerakademie Potsdam, dem Kammerensemble für Neue Musik Berlin,

BICE (Berlin Improvising Composers Ensemble), BalanXe Schlagwerke, dem

Schlagzeugensemble qUAdRUM, Techester (Techno und Orchester), ständig

Musiktheaterproduktionen, CD- und Rundfunkeinspielungen vorrangig im

Bereich der zeitgenössischen Musik, mehrere Theaterkompositionen, Initiator

der Konzerte/Veranstaltungen «Nachtstudio« in Potsdam.

Janni struzyk

1994–2000 Studium an den Hochschulen für

Musik «Hanns Eisler« Berlin und »Franz

Liszt« Weimar im Hauptfach Tuba, seit 1999

»pinx«- Duo-Zusammenarbeit mit Friedemann

Werzlau, intensive kammermusikalische Tätigkeit

u. a. mit dem Horn-Tuba-Quintett Berlin,

Tubaquartett Deep Space Four, Ensemble

dezibell, United Women`s Orchestra seit

1995 (mehrere CD-Produktionen ), 1998–2000

Tubistin der Brandenburgischen Philharmonie

Potsdam, seit 1999 Solotubistin im Orchester

der Tiroler Festspiele Erl (Österreich) – dort

zuletzt Wagners kompletter »Ring des Nibelungen«, Theatermusiken in Berlin

und Potsdam.

susanne stelzenbach

geboren in Reudnitz/Thüringen, lebt als freischaffende

Komponistin und Pianistin in Berlin

| Klavierstudium an der Hochschule für Musik

»Hanns Eisler« Berlin | Konzerte, Rundfunkaufnahmen

und CD-Einspielungen Neuer Musik |

Einstudierung, Dirigat verschiedener Musiktheaterprojekte

u. a. Hebbel-Theater Berlin,

ACARTE-Festival Lissabon | Kompositionen für

kammermusikalische Bestzungen, Audioart,


Musik-Theater-Installationen | Stipendien u.a. 2003/2004 Berliner Komponistinnenstipendium

Mehr Info zu Biographie und Werken unter www.hoyerstelzenbach.de

Ralf Hoyer

1950 geboren in Berlin / Tonmeisterstudium an

der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin/

1977-1980 Meisterschüler für Komposition an der

Akademie der Künste der DDR bei Ruth Zechlin

und Georg Katzer, seitdem freischaffend / Kompositionen

für kammermusikalische Besetzungen,

Chor, Orchester, angewandte Musik, elektronische

Musik, Musiktheater, multimediale Projekte

und Klanginstallationen / Kompositionspreise

1983 und 1985 / Stipendien und Arbeitsaufenthalte

in verschiedenen europäischen Ländern.

Weiteres zu Biographie und Werken unter www.hoyerstelzenbach.de

Die Komponisten

John cage

FREITAG, . APRIl 00

geb.am 5. September n Los Angeles, gest. am 12

August 1992 in New York »Die Musik, mit der ich

mich beschäftige, muß nicht unbedingt Musik

genannt werden. In ihr gibt es nichts, woran man

sich erinnern soll. Keine Themen, nur Aktivität

von Ton und Stille.« John Cage

Cage studierte zunächst Literatur, ging 1930 nach

Europa und unternahm erste Versuche im Malen

und Komponieren. Zurückgekehrt nach Amerika

begann er sein Kompositionsstudium u. a. bei Arnold Schönberg. 1938 zog

Cage nach Seattle und baute sein erstes Schlagzeugensemble auf. Kurze Zeit

später entstand als Begleitung für eine Choreografie seine erste Komposition

für das von ihm erfundene Präparierte Klavier, auf dessen Saiten und Hämmern

er Radiergummis, Nägel und andere kleine Teile montierte, die dem

Klavier eine besondere Klangfarbe verleihen.

Die Beschäftigung mit der Musik von Erik Satie und den Schriften von Henry

David Thoreau und James Joyce führte John Cage zur Entwicklung einer eigenen

Form von Musik über Musik und von Text über Text, einer in dieser Weise

neuen Tätigkeit. Seine Musik soll dazu verhelfen, Gegenwart zu erfahren, ohne

sich um das Vergangene zu kümmern oder Zukünftiges zu erwarten.

Die letzte Phase seines Schaffens, die ca. 1987 beginnt, umfasst die so genannten

»Nummernstücke«. Hier gibt Cage seinen Musikstücken keinen Titel

mehr, sondern benennt sie nach der Zahl der Aufführenden und nummeriert

sie durch. Er starb 1992 in New York kurz vor seinem 80. Geburtstag an einem

Schlaganfall.

Ralf Hoyer

siehe Seite 56

FREITAG, . APRIl 00

Max E. Keller

begann seine musikalische Karriere als Freejazzpianist

in den legendären 68er-Jahren. Ab

1973 schrieb er über 90 Werke verschiedenster

Besetzung, auch elektronische Musik. Oft

vertonte er politisch engagierte Texte, auch in

szenischen Werken, so etwa die Miniaturoper

»Egon – aus dem Leben eines Bankbeamten«

mit fast 30 Aufführungen. Seine Kompositionen

sind in ganz Europa, in Asien, in Nord

- und Südamerika und in Australien aufgeführt

und gesendet worden. Mehrere Arbeitsaufenthalte in Berlin. Die CDs »Kammermusik«

bei col legno und »Klingen im Gegenwind« (Jecklin Edition) sind


seinen Werken gewidmet. 2003 erschien die CD »Max E. Keller« (Grammont

Portrait) mit fünf Kammermusikwerken und einem Orchesterwerk (Tonhalle-

Orchester unter David Zinman). Gegenwärtig arbeitet Keller an der Kammeroper

»Die Axt« nach Frischs »Graf Öderland«, ein Auftrag der Komischen Oper

Berlin.

susanne stelzenbach

siehe Seite 55

Julean simon

1956 in Aut geboren, lebt in Berlin, Komponist,

Performer und Entwickler virtueller Instrumente.

Spielte in den frühen 80er Jahren Saxophon in

verschiedenen Ensembles (intern. Festivals, Rundfunkaufnahmen)

und widmete sich in den folgenden

Jahren verstärkt der Video- und Computerkunst.

Nach einem Forschungsstipendium am

MIT/ Center for Advanced Visual Studies (Analyse

von Regelmäßigkeiten in DNA-Sequenzen mittels

neuronaler Netze, 1989) arbeitete er in vielen künstlerischen, forschungsorientierten

und kommerziellen Netzwerk-Projekten als Konzepter und Projektleiter.

Seit 2000 spielt er ein elektronisches Blasinstrument (MIDI Wind Controler),

ist Spezialist für die Physical Modelling Synthese und arbeitet auf verschiedenen

Ebenen an der Weiterentwicklung des Instruments. Wichtige Aspekte sind

das live-Generieren elektronischer Musik, strukturelle Improvisatonskonzepte,

sowie das polyphone (multi-voice) Spiel. Seit 2003 gibt er wieder Konzerte,

solo und in verschiedenen Formationen, nahm an Festivals für neue Musik teil.

2005 erscheint die CD »[polimer]isation« bei Konnex-Records.

Mondrian Trio

siehe Seite 36

FREITAG, . APRIl 00

Die Komponisten

Beat Furrer

wurde 1954 in Schaffhausen geboren. Ab 1975 in

Wien. Studium bei Roman Haubenstock-Ramati

(Komposition) und Othmar Suitner (Dirigieren).

1985 wurde das »Klangforum Wien«

gegründet, dem Furrer seither als Dirigent

verbunden ist.

Die erste Oper »Die Blinden« schrieb Furrer

im Auftrag der Staatsoper Wien. Sie wurde

1989 beim Festival »Wien modern« mit großem

Erfolg uraufgeführt. Claudio Abbado leitete

die Uraufführung von »Face de la Chaleur« für Flöte und Orchester im Wiener

Musikverein. Anlässlich der Salzburger Festspiele 1996 wurde das Klavierkonzert

»nuun« uraufgeführt.

Beat Furrer ist ordentlicher Professor für Komposition an der Hochschule für

Musik und darstellende Kunst in Graz. Hier wurde auch 1994 seine zweite Oper

»Narcissus« anlässlich des »steirischen herbstes« uraufgeführt.

»Ich denke in dramatischen Gesten« sagte Beat Furrer. Die Überlagerung von

Entwicklungen, seien sie rhythmischer oder harmonischer Natur, und deren

Bruchstellen und Knotenpunkte im Ablauf entpuppen sich als Heimstätten unerwarteter

Dramatik und sind zugleich als formale Struktur hörbar. (Christian

Scheib)

nikos skalkottas

FREITAG, . APRIl 00

Der Lebensweg des 1904 auf der griechischen Insel Euboea geborenen Komponisten

Nikos Skalkottas schien anfangs durchaus in gewöhnlichen Bahnen zu

verlaufen. Er wuchs in einem stark musikalisch geprägten Elternhaus auf, in

dem sich seine musikalischen Fähigkeiten bereits früh entwickeln konnten.

Sein Violinstudium am Athener Konservatorium schloss er 1920 mit dem

Gewinn einer Goldmedaille ab. Ein Jahr später reiste er nach Berlin, um Un-


terricht bei Willy Hess zu nehmen. Trotz der außergewöhnlichen Virtuosität,

die er bald erlangte, beschloss er 1925, diese Karriere aufzugeben, um sich

ausschließlich dem Komponieren widmen zu können. Als Lehrer wählte er auf

Anraten von Freunden Arnold Schönberg, bei dem er bis zu dessen Emigration

1933 bleiben sollte. Schönberg war stets voll des Lobes für seinen Schüler: viel

später, in seinen Büchern bezeichnet er Skalkottas als einen der wenigen, die

es wirklich geschafft haben, Komponist zu werden. Bald nach Schönbergs

Weggang aus Berlin kehrte Skalkottas nach Athen zurück, wo er die übrigen

Jahre seines Lebens verbrachte. Dabei befand er sich in fast völliger Isolation,

gleichermaßen von zeitgenössischen kompositorischen Strömungen wie auch

von der Öffentlichkeit, die sein musikalisches Werk gänzlich unbeachtet ließ.

Erst nach seinem Tod (1949) wurde sein immenses Oeuvre, das beinahe alle

musikalischen Gattungen umfasst, nach und nach gesichtet und aufgearbeitet.

Bettina skrzypczak

FREITAG, . APRIl 00

Wurde am 25.1.1962 in Poznan (Posen), in Polen geboren. 1981 machte sie ihr

Klavierdiplom in Bydgoszcz und begann das Musikstudiums an der Musikakademie

Poznan. Es folgte 1985 das Lizenziat in Musikwissenschaft und 1988 das

Diplom in Komposition bei Andrzej Koszewski. 1984–88 nahm sie an den von

der polnischen Sektion der IGNM organisierten Kompositionskursen in Kazimierz

teil, u. a. bei Witold Lutoslawski, Luigi Nono, Henri Pousseur und Iannis

Xenakis. 1988 siedelte sie in die Schweiz über und begann Studien in Basel bei

Thomas Kessler (elektronische Musik), Rudolf Kelterborn (Komposition) und

in Fribourg (Musikwissenschaft).

2002 wurde sie zur Professorin an der Musikhochschule Luzern ernannt.

Bettina Skrzypczak erhielt Kompositionsaufträge u.a. von: Musikbiennale

Venedig, Festival Warschauer Herbst, Internationale Balzan-Stiftung, Lucerne

Festival, Bayerische Staatsoper München, Radio DRS, Schweizer Kulturstiftung

Pro Helvetia, Gesellschaft für Kammermusik Basel, Amar Quartett, Basel

Sinfonietta, Basler Madrigalisten, Tage für neue Musik Zürich, Migros-Genossenschaftsbund

Zürich. Sie ist Autorin zahlreicher Beiträge über zeitgenössische

Musik und Musik aus Polen im Radio und in Fachzeitschriften. Sie lebt in

Riehen bei Basel.

0

FREITAG, . APRIl 00

Scène –für Violine und Violoncello (2001)

Zwei Stimmen entfalten sich mit größtmöglicher Eigenständigkeit in Zeit und

Raum und sind doch in jedem Moment voneinander abhängig, indem sie sich

auf die jeweils andere als das Nicht-Identische beziehen: Ein Spiel der permanenten

Differenz. In unaufhörlicher Bewegung durchlaufen sie alle Grade von

Nähe und Ferne. Es entsteht ein fluktuierendes Spannungsfeld, in dem das

konflikthafte Moment dominiert. »Scène« wurde vom Duo No‘mi Schindler

und Christophe Roy als Auftragswerk des französischen Kulturministeriums

uraufgeführt.

Mario wiegand

(geb. 1970 in Chemnitz) studierte 1990–1997

Komposition an der Musikhochschule Weimar

(u. a. bei Wolfgang von Schweinitz und Michael

Obst). 1992 wurde er Preisträger beim Forum

Junger Deutscher Komponisten. Seit 2000

Mitorganisator der Weimarer Frühjahrstage für

zeitgenössische Musik.

In den letzten Jahren komponierte Mario

Wiegand hauptsächlich Orchester-, Kammer-

und Vokalmusik. So wurde beispielsweise sein

Konzert für Harfe und Orchester 2002 vom Toronto

Symphony Orchestra aus der Taufe gehoben. Das Orchesterwerk »Wenn

die Sirenen erwachen, schläft die Vernunft ein«, eine Hommage an Max Ernst,

entstand ein Jahr später für die Staatskapelle Weimar.

2003 wurde er nach erfolgreicher Teilnahme an einem Kompositionswettbewerb

der Genesis Foundation London mit der Komposition der Oper »The

Tramway Conductor of Venice« (Libretto von Marec Béla Steffens) beauftragt.

Erste Szenen daraus wurden 2004 bereits im Sadlers Wells Theatre in London

gezeigt. Zu seinen nächsten Projekten gehört eine von der Kammeroper

Schloss Rheinsberg geförderte weitere Oper.

Mario Wiegand war insgesamt vier mal Stipendiat der Stiftung Kulturfonds

und erhielt 2004 einen Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung.


Workshop mit Julean Simon

(Österreich)

Hochschule für Musik, Platz der Demokratie, Raum 3.12

...schon mal vom »Blaswandeln« gehört ?

Julean Simon: Der Instrumentalist in der

Elektronischen Musik

In der Elektronischen Musik haben sich neue Formen der Produktion von

Musik etabliert, die auch das Selbstverständnis des Musikers gegenüber dem

traditionellen Berufsbild verändert haben. Vorausgesetzt, dass einige der dafür

typischen Merkmale des Musikmachens (live-Performance, Individualität,

Spontaität, Virtuosiät, etc.) Schlüsselkriterien zumindest für Einzelne auch

in der Elektronischen Musik sind, fragt sich, wie technologische Mittel diese

Kriterien unterstützen, anstatt »weg-rationalisieren« können. Julean Simon

spielt »Midi Wind Controler« und entwickelt virtuelle Instrumente.

Langer Festivalabend

Jugend- und Kulturzentrum mon ami

Konzert 1

susanne Köszeghy

Blockflöten und Elektronik

Informationen ab Seite 66

sOnnABEnD, . APRIl 00

11.00 Uhr

18.30 Uhr

Programm:

sOnnABEnD, . APRIl 00

Hubert Hoche Innen / Außen für Altblockflöte und Tape

(*1966) (Uraufführung)

Violeta Dinescu immaginabile für Altblockflöte

(*1953)

Blazej Dowlasz Interaktion IV (Uraufführung) für Blockflöte

(*1978) und Zuspielband

Juliane Klein 38b für Blockflöte solo

(*1966)

Thomas Christoph Heyde Wellen vom Untergrund

(*1974) für Blockflöte und Tonband

Pause

Konzert 2

Tanzperformance mit Arnd Müller und Janet Rühl zu neuen Kompositionen

aus dem Studio für elektroakustische Musik der Musikhochschule Weimar

»Franz Liszt«

Informationen ab Seite 69


»Árboles«

Musik: Eric La Casa »Fragments de mémoires part 2«

Choreographie: Arnd Müller

Tanz: Janet Rühl, Arnd Müller

»Encoded pulses«

Musik: Blazej Dowlasz »Encoded pulses«

Choreographie und Tanz: Janet Rühl, Arnd Müller

(Szenische Uraufführung)

»Dauer«

Musik: Patrick Kosk »Ice Bice«

Choreographie: Janet Rühl

Tanz: Arnd Müller

»Takutaku - a story line 2«

Musik: Ludger Kisters »Takutaku – a story line 2«

Choreographie und Tanz: Janet Rühl, Arnd Müller

(Szenische Uraufführung)

»Go! Forward«

Musik: José Manuel Berenguer »Toké«

Choreographie und Tanz: Janet Rühl

Pause

sOnnABEnD, . APRIl 00

Konzert 3

ARs nOvA Ensemble

Informationen ab Seite 73

Programm:

sOnnABEnD, . APRIl 00

Baldur Böhme 3 Motetten op.63 für gem.Chor nach Texten

(*1932) von R.Tagore (Uraufführung)

Olivier Messiaen 5 Rechants für 12 Solostimmen

(1908–1992)

Helmut Zapf die sorgenvollen gesichter für 12 Solostimmen

(*1956) Text von Wolfgang Hilbig (Uraufführung)

Iannis Xenakis Nuits für 12 Solostimmen

(1922–2001)

Sopran – Yeree Suh, Ines Villanueva, Alexandra Lachmann

Alt – Ulrike Bartsch, Susanne Langner, Bettina Spreitz-Rundtfeld

Tenor – Christian Mücke, Volker Arndt, Markus Schuck

Bass – Jörg Gottschick, N.N., Frank Schwemmer

Sabine Wüsthoff, Leitung


susanne Köszeghy

sOnnABEnD, . APRIl 00

(geb. Riemann) geboren 1971 in Madison/Wisconsin

(USA), Blockflötenstudium in Stuttgart und Leipzig.

1996–97 ERASMUS-Stipendium für ein Studienjahr

am Sweelinck Konservatorium Amsterdam bei Walter

van Hauwe. 1997-99 Meisterklassenstudium an der

HfM Leipzig bei Prof. Robert Ehrlich als Graduiertenstipendiatin

des Freistaates Sachsen, Meisterklassenexamen

1999 »cum Laude«.

Sie ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe. Susanne

Köszeghy ist neben ihrer Arbeit mit »les trois en bloc« Mitglied mehrerer Ensembles,

u.a. bei »M.A.R.S.-attack« und dem AVA-Ensemble für die Musik des

21.Jahrhunderts. Als Solistin im Bereich der Alten Musik arbeitete sie mit dem

Gewandhausorchester Leipzig, dem Thomanerchor, der Berliner Bachakademie,

dem Neuen Bachischen Collegium Musicum Leipzig und den Mitteldeutschen

Barocksolisten zusammen.

Die mit M.A.R.S.-attack eingespielte CD »Kunst gegen AIDS – Neue Musik für

Blockflötenquartett« mit Werken von Geysen, Pärt, Thiele, Marggraf, Strawinsky

und Kelterborn erschien 2000.

Die Komponisten

violeta Dinescu

13.7.1953 geboren in Bukarest, Rumänien. 1972 Beginn

des Studiums am Konservatorium C. Porumbescu,

Bukarest, 1977 Staatsexamen mit Auszeichnung und

3 Diplomen (Komposition, Klavier, Pädagogik)

1978–1982 Lehrauftrag an der Musikschule George

Enescu, Bukarest für Theorie, Ästhetik, Kontrapunkt,

Harmonielehre und Klavier. 1980 Aufnahme in den

rumänischen Komponistenverband. Erste Konzertaufführungen,

Rundfunkaufnahmen und Kompositionspreise.

sOnnABEnD, . APRIl 00

1982 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland. Mehrere Stipendien,

Kompositionsaufträge, seit 1996 Professur für angewandte Komposition an der

Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. Über 50 internationale Preise und

Auszeichnungen; Lehraufträge und Gastvorlesungen an mehreren amerikanischen

Universitäten.

Blazej Dowlasz

geb. am 29.05.1978 in Lodz (Polen), 1997–1999

studierte er an der Karol Szymanowski Hochschule

für Musik in Katowice (Polen), Fachrichtung

Klavier. Seit September 1999 Student

an der »Franz Liszt« Hochschule für Musik

Weimar – zuerst Richtung Klavier, wo er im

Juli 2002 sein Künstlerisches Diplom erworben

hat und ab 2002 Komposition – bei Prof.

Robin Minard (SeaM).

Seit 2002 Mitglied des Ensemble für Neue

Musik via nova in Weimar und Mitglied im

Deutschen Komponistenverband, Landesverband Thüringen. Seine früheren

kompositorischen Erfahrungen stammen vor allem aus der Theatermusik.

Theaterstücke mit seiner Musik wurden bei mehreren Festivals vom Theater

»Arlekin» vorgestellt und haben Preise gewonnen.

Obwohl seit 2002 der Schwerpunkt seiner kompositorischen Arbeit im Bereich

der elektroakustischen Musik liegt (u. a. »unsichtbar«, »Kommunikation«,

»kalt« und Musik zu zwei von DNT Weimar realisierten Theaterstücken – »Die

letzte Unschuld« und »Kühlschrank«) komponiert er auch instrumentale Stücke

(»Wellen«, »Interaktionen Zyklus« u. a.).

»interaktion IV«

In dem Stück werden Nebengeräusche des Flötenspiels zum Vordergrund gebracht.

Atem- und Luftgeräusche die normalerweise unerwünscht oder nicht

zu hören sind, werden verstärkt und zusammen mit Zuspieltonband in einem

komplexen Klangbild verschmolzen, eine Interaktion, die es ermöglicht, die

Klänge der Flöte zu verräumlichen und damit die typische Konzertsituation zu

vermeiden.


Thomas chr. Heyde

(*1973) Der Leipziger Komponist und Medienkünstler

Thomas Chr. Heyde studierte an der Leipziger

Hochschule für Musik und Theater Komposition

und Elektroakustische Musik, des weiteren im

Rahmen eines Meisterstipendiums bei Friedrich

Schenker an der Akademie der Künste, Berlin und

innerhalb eines Auslandstipendiums an der Musikakademie

Basel. Er erhielt verschiedene Preise

und Auszeichnungen für seine Arbeiten und war

u. a. Stipendiat der Studienstiftung des deutschen

Volkes, der Alfred Krupp von Bohlen und Hallbach-Stiftung

sowie der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Seit 1999 unterrichtet Heyde an der Acedemy of Visual Arts, Leipzig und leitet

das dortige Tonstudio. Er gestaltete als Dramaturg, Veranstalter und künstlerischer

Leiter verschiedene Festivals und Konzertreihen, arbeitet als freier

Redakteur für den Rundfunk und publiziert sowohl Texte über Musik als auch

zu zeitspezifischen Themen.

Das Oeuvre des jungen Komponisten und Medienkünstlers umfasst vor allem

Orchesterkompositionen, Kammermusik, elektroakustische-, liveelektronische-

und multimediale Stücke sowie musiktheatralische Werke, die er im

Auftrag namhafter Solisten und Ensembles schrieb.

Heyde lebt in Leipzig, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Hubert Hoche

sOnnABEnD, . APRIl 00

wurde 1966 in Neustadt an der Aisch geboren. War

Gitarrist in verschiedenen Rockbands bevor er

1987–1989 Vollzeitschüler an der Berufsfachschule

für Musik in Bad Königshofen (Dirigieren, Gitarre)

wurde. Von 1991 an absolvierte er ein Chordirigierstudium

bei Prof. Gert Frischmuth an der

Hochschule für Musik »Franz Liszt« in Weimar.

Ein Jahr später begann er zusätzlich ein Kompo-

sitionsstudium bei Prof. Reinhard Wolschina und Wolfgang von Schweinitz

ebenfalls an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« in Weimar. Nach dem

Abschluss beider Studiengänge 1997/1998 absolvierte er ein Aufbaustudium

im Fach Komposition bei Prof. Reinhard Wolschina, welches 2000 mit dem

Konzertexamen abgeschlossen wurde.

Hoche arbeitet seit 1989 als Chorleiter mit den verschiedensten Besetzungen.

1995/96 war er als Kursleiter (Chor, Chordirigieren, Theorie, Gehörbildung)

bei der DeutschenSchülerAkademie, ein Projekt der Hochbegabtenförderung,

in Überlingen am Bodensee. Im Jahr 1997 war er Gründungs- und Vorstandsmitglied

(bis 2001) des via nova-zeitgenössische Musik in Thüringen e.V. und

damit Initiator, zusammen mit Johannes K. Hildebrandt, der Weimarer Frühjahrstage

für zeitgenössische Musik, die seitdem jährlich stattfinden. Ebenfalls

in dieses Jahr fällt die Gründung des H.H.-Musikverlages. Nach Abschluss des

Studiums und der damit verbundenen Rückkehr nach Würzburg initiierte er

2000 die Vereinsgründung des flammabis-zeitgenössische Musik e.V. und ist

seitdem dessen 1. Vorsitzender. In das Jahr 2000 fällt auch der Beginn seiner

Tätigkeit als Dirigent eines Blassinfonieorchesters. Seit 2001 ist er Vorstandschaftsmitglied

des Komponistenverbandes Thüringen.

Juliane Klein

siehe Seite 28

sOnnABEnD, . APRIl 00

studio für elektroakustische Musik

siehe Seite 41

Kompanie Janet Rühl / Arnd

Müller

Janet Rühl und Arnd Müller tanzen seit 1999

zusammen. Es entstanden bisher mehrere

Tanzstücke u.a.: »Kleidenschaften«, »Home-

Land«, »02–04«, mit Aufführungen in

Dresden, Berlin, Köln und Barcelona. Neben


sOnnABEnD, . APRIl 00

diesen Produktionen schufen sie mehrere kurze Stücke zu elektro-akustischer

Musik und Choreographien für außergewöhnliche örtliche Begebenheiten.

Außerdem arbeiteten sie mit Choreographen in Weimar, Berlin, Köln, Wien

und Barcelona.

Arnd Müller ist seit 1990 freischaffender Schauspieler, Tänzer und Regisseur.

Autodidaktische Ausbildung in Schauspiel, Tanz und Improvisation bei

verschiedenen Lehrern. In den Jahren 1990–94 arbeitete er als Schauspieler

und Organisator beim Spielwerk-Theater in Augsburg mit. Seit 1995 inszeniert

er eigene Theater- und Tanztheaterproduktionen in Zusammenarbeit mit

verschiedenen Künstlern. 1998–2002 lebt Arnd Müller in Berlin und arbeitet in

Stücken von Dieter Heitkamp (Tanzfabrik Berlin) und Andrea K. Schlehwein

(Köln) mit. Er war Tänzer in Stücken von Livia Patrizi (DNT Weimar), Howard

Karz Fireheart (Theater am Halleschen Ufer Berlin), Tanja Matjas (Weimar),

Stuart Lynch (CCCB Barcelona) und Achim Freyer (Deutsche Oper Berlin).

Außerdem Produktionen und Inszenierungen der eigenen Arbeiten »ropas no

Ropas-masculino« (Barcelona) und »Vita Male« (Kosmos Theater Wien).

In Zusammenarbeit mit Janet Rühl sind folgende Arbeiten entstanden: »Orfeu

ed Euricide« (Leipzig) »ask M.« (Potsdam) und im Herbst 2001 Premiere des

Tanzduettes »Kleidenschaften« im Projekttheater Dresden.

Janet Rühl ist in Leipzig aufgewachsen. Sie studierte 1994–98 Tanzpädagogik

an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Studienaufenthalte in

San Francisco. Janet Rühl choreographierte und tanzte u. a.: »Krähenfüße...«

(Diplomarbeit, 1998), »Orfeu ed Euridice« (mit »amici musicae« Chor und

Orchester Leipzig, 1999) »ich gehe fort - u.s.w. ...!« (Soloprojekt Potsdam/

Leipzig, 1999). In den Jahren 2000 und 2001 tanzte sie in »Someday the rain will

stop« von A.K. Schlehwein (Premiere in Köln und Tournee nach Indonesien)

und »24 h« von Suart Lynch (Barcelona), sowie in ihrer eigenen Arbeit »ropas

noropasfeminino«(Barcelona). Außerdem tanzte sie in den Choreographien

»now oder nie!« und »...an den Grenzen« beim Tanztheater Homunculus in

Wien. Im Herbst 2001 und im Frühjahr 2002 Aufführungen mit dem Tanzduett

,,Kleidenschaften« (Dresden und Köln), und in »Visages« (Schlosstheater

Rheinsberg).

0

Die Komponisten

Jose-Manuel Berenguer

der 1955 in Spanien geborene Komponist und Gitarrist studierte zunächst

Medizin, Psychologie und Musiktherapie und schließlich Musik. Gemeinsam

mit C. Gai begründete er das Ensemble »Cochlea« und ist Mitglied der PHO-

NOS Stiftung. Jose-Manuel Berenguer ist Präsident der spanischen Sektion

der Gesellschaft für elektroakustische Musik. Er schreibt Instrumental- und

elektroakustische Musik für Theater, Tanz und Video und arbeitet mit Studios

in Bourges, Paris und Barcelona zusammen.

Eric la casa

1968 in Tours/Frankreich geboren, komponiert elektroakustische Musik, bei

der er Landschaften und deren Geräusche musikalisch umsetzt. Dadurch entsteht

eine sehr tiefe und neue Wahrnehmung der Realität. La Casa versteht sich

als »Klangbildhauer« und hat zu diesem Thema in Workshops, Tagungen und

Ausstellungen wissenschaftlich gearbeitet. Er arbeitet mit Rundfunksendern

auf der ganzen Welt zusammen und ist journalistisch tätig als Herausgeber des

französischen Magazins für zeitgenössische Kunst »Revue et Corrigée«.

Blazej Dowlasz

siehe Seite 67

»encoded pulses«

sOnnABEnD, . APRIl 00

als Ausgangsmaterial für das Stück wurde ausschließlich Rauschen verwendet,

aus dem mit Hilfe der Granularsynthese, kurze Impulse (»....pulses«) generiert

wurden, ein Material, das sich durch seine Neutralität unbegrenzt frei formen

und verfremden lässt. Aus diesem entstehen abstrakte Räume, Klangflächen

und Landschaften, durch verschiedene Bearbeitungsprozesse.


ludger Kisters

geboren am 03.12.1975 in Rheinbach bei Bonn, 1995/96 Studium der Musikwissenschaft

und Germanistik in Köln, 1996–2002 Studium der Schulmusik an der

Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar, SPF Klavier bei Bettina Bruhn,

1997–2002 Studium der Komposition bei Michael Obst und elektroakustische

Komposition bei Robin Minard in Weimar, 2003–2004 Aufbaustudium bei

John Psathas und Jack Body, Victoria University of Wellington, Neuseeland;

intensive Beschäftigung mit traditioneller Maori-Musik, Tätigkeit als Pianist,

u.a. bei Konzerten des Instituts für Neue Musik Weimar und im Ensemble für

Neue Musik Gate 7, Wellington, zahlreiche Aufführungen im In- und Ausland,

Konzertreisen nach Polen, Italien, Frankreich, Rumänien, verschiedene

Auszeichnungen, u. a. 1.Preis im internationalen Kompositionswettbewerb des

Freistaates Bayern 2000 in Würzburg, Franz-Liszt-Preis der Gesellschaft der

Freunde und Förderer der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar 2003,

Wellington City Council Music Prize 2003, ab Sommersemester 2004 Aufbaustudium

elektroakustische Komposition bei Robin Minard, Werkverzeichnis

umfasst Kammermusik, elektroakustische Musik, Vokalmusik, Orchesterwerke

sowie die Kammeroper Das Laboratorium mundi des Herrn Agrippa

Takutaku – a story line

Teil

sOnnABEnD, . APRIl 00

Während meines einjährigen Aufenthalts in Aotearoa/Neuseeland nahm ich

verschiedenste Klänge auf, von alltäglichen Umgebungsklängen bis hin zu

Interviews und Konzertmitschnitten. Wieder in Weimar, verwob ich diese

Tonaufnahmen im SeaM (Studio für elektroakustische Musik der Weimarer

Musikhochschule) zu einem vielschichtigen elektroakustischen Klangbild

meiner Erinnerung.

Eine wichtige Bedeutungsebene stellt dabei meine Begegnung mit der Musikkultur

der Maori, der indigenen Bevölkerung Aotearos, dar. So ist Takutaku

der Name für improvisierte Lieder, mit denen traditionelle Musikinstrumente

mir vorgestellt wurden. Einige dieser Instrumente, Taonga puoro (Klangschätze)

genannt, sind im Original oder als Bearbeitung zu hören, z.B. Purerehua

(Schwirrholz), Putorino (hölzerne Mischform aus Flöte und Trompete), Hue

puru wai (Kalabassenklänge), Tumutumu (Perkussion mit Steinen, Knochen

oder Hölzern). In diesem Sinne thematisiert die Komposition den Zusammenhang

von Verstehensprozessen und selektiver, kulturell geprägter Wahrnehmung.

Der dritte und letzte Teil ist zur Zeit in Arbeit.

Mein großer Dank gilt Horomona Horo, Ngawara Gordon und Richard Nunns

für ihre Unterstützung.

Patrick Kosk

sOnnABEnD, . APRIl 00

geboren 1951 in Helsinki, Finland, begann als Autodidakt; 1976–78 Studium

der elektronischen Musik und Musikwissenschaft bei J. Ruohomäki an der

Universität Helsinki, Meisterkurse bei A. Bentley, I. Xenakis, im INA-GRM und

an der TU Berlin; seine kompositorischen Schwerpunkte liegen im Bereich von

musique concréte und sound design; seit 1992 Tätigkeiten: TU Berlin, EMS in

Stockholm, SACMUS in Helsinki; arbeitet seit 1998 im eigenen Tonstudio; dort

erarbeitet er Musik zu verschiedenen dramatischen Formen, Tanztheater, Performances,

Kurzfilmen und ebenso instrumentale Kompositionen. Er erhielt

den Grand Prix de Bourges 1999 (IceBice).

ars-nova-ensemble Berlin

Das ars-nova-ensemble Berlin wurde 1987 von

Peter Schwarz gegründet. Die zwölf Mitglieder

des Kammerchors sind alle stimmlich

ausgebildet – eine wichtige Voraussetzung

zur Erarbeitung komplexer neuer Musik. So

sind die Ensemblemitglieder neben ihren

Konzertverpflichtungen mit dem ars-novaensemble

Berlin auch als Solisten tätig und

konzertieren mit den Berliner Rundfunkchören.

Die Sängerinnen und Sänger treten

projektweise zusammen. Die vorrangige Aufgabe des Ensembles ist es, das Publikum

mit selten aufgeführten Werken der musikalischen Moderne bekannt

zu machen. Es verwundert daher nicht, dass das Ensemble häufig zu Uraufführungen

neuer Chormusik, auch über die nationalen Grenzen hinaus, verpflich


sOnnABEnD, . APRIl 00

tet wird. In den vergangenen Jahren war es zu Gast bei den Berliner Festwochen,

Festival Mitte Europa, Märzmusik, Kurt-Weill-Festival, Ultraschall u. a..

Das Repertoire des ars-nova-ensembles Berlin ist sehr umfangreich und

vielfältig. Es umfasst Werke arrivierter Künstler wie Arnold Schönberg, Karl

Amadeus Hartmann, Olivier Messiaen, Mauricio Kagel, Luigi Nono, Karlheinz

Stockhausen, Isang Yun oder Kurt Weill ebenso wie die Chor- und Vokalensemblemusik

bisher weniger bekannter Komponisten. Im Herbst 2004 hat

Sabine Wüsthoff die musikalische Leitung des Ensembles übernommen.

Sabine Wüsthoff geboren in Berlin. Nach dem Abitur zunächst Ausbildung

zur Sport-und Gymnastiklehrerin, Anschließend Studium Schulmusik/

Musikwissenschaft und Geschichte an der Hochschule für Musik und Theater

Hannover und Uni Hannover, Nach Studiumsende Rückkehr nach Berlin,

dort seitdem als freischaffende Komponistin, Dirigentin und Pädagogin tätig.

Kompositionen für verschiedene Auftraggeber, u. a. Komponistinnenfestival

Heidelberg, Gedok Berlin, Berliner Sinfoniker, Kammeroper Rheinsberg,

Landesmusikakademie Berlin, außerdem Kammermusik und Bühnenmusik für

verschiedene Berliner Theater sowie Bearbeitungen von Opern und Operetten,

Chor- und Ensemblemusik.

Leitung des Schöneberger Kammerorchesters, des Berliner Mädchenchores

und des Vokalensembles Canto Berlin sowie des ars nova ensembles Berlin.

Musikalische Einstudierungen u.a. für die Musikfestspiele Potsdam-Sanssouci

und das Deutsche Theater, Dirigentin von Oratorien und Konzerten in Berlin,

Italien, Estland, Polen, Österreich, Gewinnerin des Dirigentenpreises des

Johannes-Brahms-Chorfestivals Wernigerode 2003.

Die Komponisten

sOnnABEnD, . APRIl 00

Baldur Böhme

wurde 1932 in Weimar geboren. Von seinen Eltern –

beide Musikpädagogen – erhielt er 1937 den ersten

Instrumentalunterricht, später studierte er bei den

Professoren Robert Reitz und Walter Hansmann.

Kompositionsunterricht bekam er zunächst von

seinem Vater Fritz Böhme, danach von Prof. Johann

Cilensek. Erste Kompositionen entstanden 1944

(Klavierstücke), seinen ersten Violinabend gab er

1947 in Weimar. Baldur Böhme wirkte mehrere Jahre

als l. Geiger bzw. Konzertmeister an den Städtischen

Bühnen und Erfurt, am Gewandhaus zu Leipzig und

an der Staatsoper Berlin. Seit 1966 unterrichtet er im Fach Violine. 1976 wurde

er Dozent, danach Professor an der Franz-Liszt-Hochschule Weimar (em. 1999).

In diese Zeit fällt auch eine umfangreiche Konzerttätigkeit mit dem »Schumann-Trio«.

Als Dirigent leitete Böhme das Orchester des Spezialgymnasiums

für Musik Schloss Belvedere (1983/1984) und zeitweise das Kammerorchester

der Franz-Liszt-Hochschule. Auch dirigierte er mehrfach Aufführungen

seiner eigenen Werke. Baldur Böhme schuf bisher zahlreiche Kammermusikkompositionen

in verschiedenen Besetzungen, Orchesterwerke, Konzerte,

Filmmusiken, Lieder, Chöre sowie Unterrichtsliteratur.

Böhme zu den Motetten:

Gitanjali bedeutet »Sangesopfer«. Das sind (ursprünglich in Englisch geschriebene)

Prosatexte des indischen Dichters Tagore (Nobelpreisträger 1911), die

mich in ihrer farbenprächtigen und tiefsinnigen Sprache sehr beeindruckten:

sie forderten mich gleichsam zur musikalischen Gestaltung auf. Die hier zur

Uraufführung kommenden, vor einigen Jahren geschriebenen drei Motetten

sind eine Auswahl von sieben, die ich selbst neu bearbeitete. Abgesehen von

der üblichen Stimmenimitation passte ich die äußere Form dem Text an: bei

Motette II die hellere Klangfarbe ohne Bass und bei Motette III eine achtstimmige

»Lebendigkeit« beim »Feste dieser Welt«.


Olivier Messiaen

»cinq Rechants«

Olivier Messiaen komponierte die »Cinq Rechants« im Dezember 1948 für das

Vokalensemble Marcel Couraud. Die fünf Liebeslieder bestehen aus kurzen

Refrains und längeren, virtuos ausgestalteten Strophen. Der französische Text,

in dem schattenhaft, in mittelalterlichen Masken die Liebenden erscheinen, ist

konterkariert mit der beschwörenden Kamasutra-Sprache eines erfundenen

Pseudo-Hindi.

Naturlaute sind allenthalben präsent. Mit einem schreckhaften Vogel-Ruf beginnt

es. Die pendelnden Terzen des ersten »Rechants« imitieren sein Fliegen

und Kreisen, während der Text vom Stern des Todes spricht. Dahin soll der

Flug gehen. Ein sonderbares, spechtartiges Klopfen antwortet. Liebe und Tod

sind die Pole dieser »unio mystica«. Der Gestus dieser Lieder, die mit souveräner

Phantasie gesetzt und von frappierendem rhythmischen Reichtum sind,

bleibt jedoch fröhlich und tänzerisch.

Iannis Xenakis

sOnnABEnD, . APRIl 00

geboren am 29. Mai 1922 in Braila (Rumänien),

war griechischer Abstammug und französischer

Staatsbürger. Die Verbindung von byzantinischen

Einflüssen, reicher Volksmusik der Donauregion

und orthodoxem Kulturraum Griechenlands, wohin

seine Familie 1932 zurückkehrte, prägten nicht

nur seine Kindheit, sondern scheint ausschlaggebend

für sein schöpferisches Denken gewesen zu

sein. In den 40er Jahren trat er in den griechischen

Widerstand ein, wurde am 1. Januar 1945 schwer

im Gesicht verletzt und in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Neben Musik begann

er noch in Athen am Polytechnikum zu studieren, erhielt 1947 das Ingenieurdiplom

und arbeitete 1948–60 als Assistent bei Le Corbusier. Von 1950–53

studierte er am Pariser Konservatorium bei Olivier Messiaen. Seine Kompositionen

beruhen auf wissenschaftlichen Berechnungen und Theorien, in denen

er die Möglichkeit eines universalistischen kompositorischen Ansatzes sah. In

seinem Schaffen verband er Architektur und Musik. Er starb am

4. Februar 2001 in Paris.

Helmut zapf

wurde am 4. März 1956 in Rauschengesees (Thüringen)

geboren. Er erhielt seinen ersten Klavier- und Orgelunterricht

beim damaligen Gemeindepfarrer Gerhard

Voltz. Von 1974–1979 studierte er Kirchenmusik

in Eisenach und Halle (Orgel bei Gottfried Preller und

Hans-Günter Wauer). Während dieser Zeit besuchte

er regelmäßig den Ferienkurs für Neue Musik in Gera,

vor allem die Kurse bei Paul-H. Dittrich und Lothar

Voigtländer. Von 1979–1982 arbeitete Helmut Zapf

als Kantor und Organist in Eisenberg (Thüringen).

1982 wurde er Meisterschüler von Georg Katzer an der Akademie der Künste

der DDR und studierte bei ihm bis 1986. Seither arbeitet er als freiberuflicher

Komponist und lebt in Zepernick.

Helmut Zapf ist mehrfacher Preisträger; u. a. erhielt er 1987 den Hanns-Eisler

Preis von Radio DDR, 1987 den Valentini Bucchi Preis der Stadt Rom und 1992

den Kunstförderpreis der Akademie der Künste Berlin/Brandenburg. 2003 gewann

er den 1. Preis für die Komposition Frühling für Harfe und Akkordeon

beim internationalen Kompositionswettbewerb der Thüringisch/Hessischen

Sparkassen Stiftung anlässlich der Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische

Musik.

1995 war er Ehrengast der Villa Massimo Rom (Deutsche Akademie); 1997 erhielt

er ein Arbeitsstipendium an der Cité des Arts (Paris) und 2000 machte er

einen Arbeitsaufenthalt im Künstlerhof Schreyahn (Niedersachsen)

Helmut Zapf –Die sorgenvollen Gesichter

morgens erhoben wir uns

schlaftrunken aus dem gras und ratlos

sahn wir den wald sich entlauben hungrig

die hände leer sahn wir blätter feucht

fallen und herbstschwer die bäume stehn

still über unserem lager im tau

einbrach gestern das dach

von unserm pfefferkuchenhaus

sOnnABEnD, . APRIl 00


weil wir die wundervollen wände aufaßen

samt den türen fenstern und zäunen aus zuckerwerk

alle äpfel rissen wir von den bäumen alle nüsse

und leertranken wir die brunnen aus denen süßer Wein floß

wo jetzt hingehn wenn der winter kommt

und der lästige schnee fällt

1968, Wolfgang Hilbig (Abdruck mit Genehmigung des Autors)

Die sorgenvollen Gesichter

Diese Dichtung Wolfgang Hilbigs regte mich bislang zu den verschiedenartigsten

Kompositionen an:

«Wenn der Winter kommt« – für Flöte und Gitarre, «Still und leer« – für Flöte,

Gitarre und Sopran, «Wo jetzt hingehen« – für Schlagzeugquartett, «Herbstgeflüster«

– für 4 Instrumente ad libitum

Es ist nicht nur der semantische Wert der Dichtung, sondern seine poetischen

Sprachkristalle, die mir immer wieder eine Inspirationsquelle sind. Mit dieser

Motette ist der Text von mir zum erstenmal unter seinem originalen Titel

vertont, auch gibt es keine zusätzlichen instrumentalen Deutungen, bzw. Brechungen,

– bei aller Entschiedenheit im Text, konsequente und fantasievolle

Beschreibung eines Endzustandes, erfährt die Ratlosigkeit und Sorge in der Poesie

von Wolfgang Hilbig doch Hoffnung und Tröstliches (ein Ausweg scheint

in den nachfolgenden nicht geschrieben Zeilen irgendwie schon vornotiert...).

In diesem Spannungszustand zwischen Realität und Dichtung eröffnet sich

der klanglichen Poesie eine schöpferische Reibungsfläche.

Helmut Zapf

sOnnABEnD, . APRIl 00

Konzert

sOnnTAG, . APRIl 00

Werke der Teilnehmer der Finalrunde des

Kompositionswettbewerbs anlässlich der 6.

Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische

Musik - Preisverleihung

Jugend- und Kulturzentrum mon ami

Aurora Streichquartett

Heike Meyer – Sprecherin

Programm:

Dieter Einfeldt »Nachdenken mit Schiller« für einen Sprecher

(*1935) und Streichquartett (Uraufführung)

Caspar de Gelmini »Ereignismenge 2«

(*1980) für Streichquartett und Sprecher

Jens Joneleit »Geisterseher-Fragment« für Sprechstimme und

(*1968) Streichquartett Text eingerichtet von

Michael Herrschel (Uraufführung)

Pèter Köszeghy »Die Macht des Gesanges« für Sprecher und

(*1971) Streichquartett (Uraufführung)

Die genaue Programmfolge wird kurz vorher bekanntgegeben.

Magdalena Rozanska, Violine

Jeannina Gutiérrez, Violine

Christiane Freywald, Viola

Markus Löbling, Violoncello

16.00 Uhr

Außerdem wird in diesem Konzert der Sonderpreis für die beste Interpretation

der zeitgenössischen Pflichtstücke im Rahmen des 7. Anna Amalia-Gitarrenwettbewerbes

für Kinder und Jugendliche des Weimarer Gitarre-Vereins e. V.

verliehen.


sOnnTAG, . APRIl 00

Der Preis für die beste Interpretation wird vom via novazeitgenössische

Musik in Thüringen e. V. gestiftet.

(Informationen zum Anna Amalia-Gitarrenwettbewerb auf Seite 99 )

Dieses Konzert wird vom Deutschlandfunk mitgeschnitten und am 18. Juni

2005 um 22.05 Uhr in der Sendung »Atelier Neuer Musik« übertragen.

Aurora – streichquartett

Im Oktober 2000 schlossen sich vier

junge ambitionierte Musiker aus Polen,

Ecuador und Deutschland zum Aurora-

Streichquartett zusammen. Ausgebildet

werden sie bei Prof. Ulrich Beetz, dem

Violinisten des renommierten abegg-Trios,

an der Hochschule für Musik »Franz

Liszt« Weimar. Meisterkurse bei Herrn

Thomas Zehetmair, Herrn Prof. Norbert

Brainin, Herrn Oswald Gattermann sowie

beim Vogler-Quartett Berlin dienten

der Vervollkommnung ihrer musikalischen und technischen Fähigkeiten.

Nach nunmehr vierjährigem Bestehen des Quartetts können die Ensemble-Mitglieder

auf eine rege und vielseitige Konzerttätigkeit zurückblicken. Kammermusikkonzerte

mit klassischem Repertoire, die Aufführung zeitgenössischer

Werke und auch Begegnungen mit Jazz führten das Aurora-Streichquartett in

zahlreiche Musikzentren im In- und Ausland. Als jüngste Höhepunkte seien

hier nur das Festkonzert sowie der Festakt anläßlich des 50-jährigen Bestehens

des Deutschen Komponistenverbandes in Berlin und das Abschlusskonzert der

10.Weimarer Bürgerreise in Krakau erwähnt.

0

sOnnTAG, . APRIl 00

Deutschlandradio Berlin und der Mitteldeutsche Rundfunk würdigten die Arbeit

des Ensembles mit einem bereits mehrfach gesendeten Konzertmitschnitt.

Zudem erhielt das Quartett für sein außergewöhnlich hohes musikalisches

Niveau eine Förderung der Paul-Woitschach-Stiftung Berlin.

Eine CD-Einspielung mit Werken von Günter Kochan und Friedrich Goldmann,

die im Rahmen des Projektes » Zeit-Genossenschaft« der Hochschule für Musik

»Franz Liszt« Weimar produziert wurde, dokumentiert die künstlerische

Tätigkeit des Aurora-Streichquartettes.

Für das Jahr 2005 ist u. a. ein Konzertmitschnitt des Bayerischen Rundfunks in

München geplant.

Heike Meyer

Geboren 1964 in Dessau, Ausbildung an der Theaterhochschule

»Hans Otto« Leipzig, 1987–1993

Staatstheater Cottbus, 1993–2001 Städtische Bühnen

Chemnitz, seit Juli 2001 als freie Schauspielerin tätig,

u. a. Gastengagements am Deutschen Nationaltheater

Weimar, am Thüringischen Landestheater Rudolstadt,

zahlreiche Einzelprojekte und Rollen beim Film

und Fernsehen


Konzert

sOnnTAG, . APRIl 00

Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche)

Sinfonietta Dresden

Dirigent: Ekkehard Klemm

Programm:

Lothar Voigtländer »Orchestermusik III« (»... was immer

(*1943) ein wenig zittert,also, das ist dann in uns . »

E. Guillevic) (Uraufführung)

Alexander Keuk »Da fragte ich mich / Was für eine Kälte / Muss

(*1971) über die Leute gekommen sein«

für Kammerensemble (2000)

Peter Helmut Lang »The scream of the sea« für kleines Orchester

(*1974) (Uraufführung)

Pause

Marek Kopelent »Das Schweißtuch der Veronika«

(*1932) Sonata für 11 Streichinstrumente

Vladimir Tarnopolski »Kassandra«

(*1955)

19.30 Uhr


sOnnTAG, . APRIl 00

Die sinfonietta Dresden

Sinfonietta Dresden ist ein junges Orchester. 1994 mit einem festlichen

Konzert in der Orangerie des Schlosses Dresden-Pillnitz gegründet, kann das

Orchester auf eine über zehnjährige Geschichte als Junges Dresdner Kammerorchester

zurückblicken.

Ab 1987 war der Klangkörper musikalischer Partner des Dresdner Kammerchores,

erhielt aber schon bald eigenständige Engagements. Sinfonietta machte

sich vor allem durch regelmäßige Konzerte mit dem Dresdner Kreuzchor, der

Singakademie Dresden und dem Chor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden

sowie der Meißner Kantorei in der Fachwelt einen Namen.

Das erste freie Kammerorchester Dresdens besteht aus jungen Musikern

deutscher Sinfonieorchester und professionellen freischaffenden Musikern,

vorwiegend Absolventen und Meisterklassenstudenten der Hochschule für

Musik »Carl Maria von Weber« Dresden.

Das Orchester wurde zu verschiedenen Festivals eingeladen, Dresdner Musikfestspiele,

Tag der Sachsen, Elbhangfest, Festival Dreiklang, Koblenzer Mendelssohn

Tage, Festival zur regionalen Musikgeschichte Magdeburg, Dresdner

Tage zeitgenössischer Musik.

Seit 1995 spielt das Ensemble regelmäßig das Jahreskonzert der Kinderkomponistenklasse

Halle/Dresden unter der Leitung von Hans-Jürgen Wenzel, Uwe

Zimmermann und Milko Kersten. Neben verschiedenen CD-Produktionen gab

es Kooperationen mit dem Mitteldeutschen, dem Slowakischen und dem Bayrischen

Rundfunk sowie dem Zweiten Deutschen Fernsehen.

1995 gründeten langjährige Mitglieder des Orchesters den Verein Sinfonietta

Dresden e. V., der die organisatorische Arbeit für den Klangkörper übernimmt.

Ekkehard Klemm

sOnnTAG, . APRIl 00

wurde 1958 in Chemnitz (früher Karl-Marx-Stadt) geboren. Von 1968 bis 1977

war er Mitglied im Dresdner Kreuzchor. 1979 begann er sein Studium in Dresden.

Sein erstes Engagement führte ihn 1984 an das Landestheater Altenburg

(Thüringen), bevor er 1988 Chefdirigent in Greifswald wurde. Dort initiierte

er zahlreiche Konzertreihen zur Musik des Ostseeraums, dirigierte einen

kompletten Zyklus aller Sibelius-Sinfonien, setzte sich für Werke Carl Nielsens,

Allan Pettersons, Einojuhani Rautavaaras u.a. ein und leitete zahlreiche deutsche

Erstaufführungen sowie Premieren zeitgenössischer Werke (Einojuhani

Rautavaara: Das Sonnenhaus, Erstaufführung 1994; Peter Bengtson: Die Zofen,

Erstaufführung 1996; Paul Dessau: Einstein, 1995; Wolfgang Rihm: Jakob Leinz,

1995).

Maßgeblich war er an der Neustrukturierung des Theaters Vorpommern

(Greifswald/Stralsund) beteiligt und war diesem von 1994 bis 1996 als Chefdirigent

verbunden. Daneben gastierte er regelmäßig beim Sinfonieorchester

Jönköping in Schweden. Ekkehard Klemm dirigierte bei den Dresdner Musikfestspielen,

den Bad Hersfelder Festspielen, der Münchner Biennale, dem

Festival Mitte Europa, in Polen, Schweden, Griechenland sowie bei zahlreichen

Orchestern und Theatern in Deutschland, so z. B. in Kiel, Schwerin, Cottbus,

Halle, den Münchner Symphonikern, dem Münchner Rundfunkorchester, der

Dresdner, Jenaer, Neubrandenburger, Suhler und Schweriner Philharmonie,

bei den Tschechischen Sinfonikern und dem State Saloniki Orchestra. Mit großem

Erfolg leitete er 1998 eines der Jubiläumskonzerte zur 450-Jahr-Feier der

Sächsischen Staatskapelle in Dresden und wurde daraufhin auch zu Vorstellungen

ans Pult der Semperoper eingeladen.

Seit der Spielzeit 1996/97 war Ekkehard Klemm am Staatstheater am Gärtnerplatz

in München engagiert, von 1999 an als stellvertretender Chefdirigent.

Einen besonderen Schwerpunkt bildete die Moderne und zahlreiche Uraufführungen.

Seine umfangreichen pädagogischen Aktivitäten führten ihn nun von

München zurück nach Dresden: seit dem Wintersemester 2003/04 hat er eine

Professur für Dirigierausbildung und die künstlerische Leitung des Hochschulsinfonieorchesters

an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber


inne. Gleichzeitig wurde er zum künstlerischen Leiter der Dresdner Singakademie

berufen. Dem Staatstheater am Gärtnerplatz bleibt er als Gastdirigent

verbunden.

Die Komponisten

Alexander Keuk

sOnnTAG, . APRIl 00

Alexander Keuk wurde 1971 in Wuppertal geboren.

Erste musikalische Ausbildung erhielt er an der

»Bergischen Musikschule« Wuppertal in den

Fächern Klavier, Fagott und Musiktheorie. Nach

Schulausbildung, Lehre und Zivildienst studierte

er von 1993-99 im Fach Komposition an der

Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber«

Dresden (Klasse Prof. Hans Jürgen Wenzel). Ein

zweijähriges Aufbaustudium schloss sich nach

dem Diplom 1999 an. Kompositionen liegen seit

1986 vor, Keuk verfasste bis heute etwa vierzig Werke in instrumentalen, vokalen

und szenischen Gattungen. Er erhielt 1999 ein Stipendium des Sächsischen

Musikrates/ Kulturstiftung Sachsen im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf.

2000 erhielt er einen 3. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb

»Das neue sorbische Lied« des ORB Brandenburg. Aufführungen seiner Werke

fanden u. a. bei »Jugend Musiziert«, beim Sächsisch-Böhmischen Musikfestival

und beim »Link-Festival« für Neue Musik in Stockholm statt, seine Werke

wurden in Schweden, Tschechien, den USA und den Niederlanden gespielt.

Für die Saison 2005/2006 ist ein Orchesterwerk für die Dresdner Philharmonie

geplant. Alexander Keuk lebt freischaffend als Konponist und Musikjournalist

in Dresden.

»Da fragte ich mich / Was für eine Kälte / Muss über die Leute gekommensein«

für Kammerensemble (2000)

Der Publizist Fritz J. Raddatz antwortete 1998 auf die Frage einer Tageszeitung

»Leben wir im Zeitalter Brechts?« bejahend lediglich mit der Gedichtzeile des

Schriftstellers: »Was für eine Kälte / Muss über die Leute gekommen sein« –

Der Gedanke ist ebenso brisant wie aktuell und lässt sich sicherlich nicht nur

auf eine politische Ebene beziehen.

In meinem Ensemblestück war dieses Zitat und der Auftragsanlass im Jahr

2000, nämlich ein Stück mit Bezug auf Johann Sebastian Bach zu komponieren,

das treibende Element. Die unerträgliche Dauerhuldigung des Thomaskantors

im Jubiläumsjahr forderte mich zu einer Art Protestmusik heraus, die

allerdings Brecht wie Bach nicht einseitig »behandelt«. Bach wird nicht zitiert,

und es gibt keine Antworten auf Brechts Frage, diese gibt er im weiteren

Verlauf des Gedichtes selbst: »So helft ihnen doch! Und tut es in Bälde!« – In

meiner Kompositionstechnik, innerhalb eines Stückes vielfältige Bezüge und

Anregungen zu ermöglichen, bilden diese äußeren Motive einen Rahmen, ein

Spielfeld, auf dem passendes klangliches Material gebildet und verworfen wird.

Eine betrachtende Atmosphäre entsteht, die Musik und Kultur auf dem eng

gesteckten Rahmen eines Ensemblestücks reflektiert.

Handwerker-Geräusch, bewusst falsche Komposition, Gedanken vom Miteinander

und Gegeneinander bestimmen das Werk, in dem gegen Ende ein

Schattengeflecht des »Wohltemperierten Klaviers« aufscheint, Knochen einer

Musikkultur, über die es heute nachzudenken gilt.

Alexander Keuk

sOnnTAG, . APRIl 00

Marek Kopelent

geb.1932 in Prag, zählt zu den bedeutendsten

Komponisten seines Landes. Er studierte von

1951-1955 Komposition an der Akademie der Musischen

Künste in Prag. 1956–1970 war er Redakteur

für zeitgenössische Musik im Verlag Supraphon.

1965–1972 war er Künstlerischer Leiter des international

bekannten Ensembles »Musica viva pragensis«,

1969 Stipendiat des DAAD in Berlin. In

der Zeit der »Normalisierung« verlor er 1970 seine

Arbeit, 1976 nahm er dann eine Stelle als Klavierbegleiter in der Tanzabteilung

einer Jugendmusikschule an (bis 1991).

Nach 1989, wieder rehabilitiert, arbeitete er kurzfristig als Musikberater im

Büro des Präsidenten Václav Havel. Seit 1991 ist er Professor für Komposition


sOnnTAG, . APRIl 00

an der Musikakademie in Prag. 1991 erhielt Marek Kopelent die Auszeichnung

»Chevalier des arts et des lettres« von der Französischen Regierung, 1999

den Classic-Preis der Tschechischen Republik und 2001 den Herder-Preis der

Alfred-Toepfer-Stiftung.

Sein Oeuvre umfasst Kammermusik, Chor- und Orchesterwerke, darunter 1995

»Requiem der Versöhnung« für die Bach-Akademie Stuttgart, eine Kollektivkomposition

von 15 internationalen Komponisten.

Sonata

für 11 Streichinstrumente (1973)

Die Form der Sonata für 11 Streichinstrumente (»Das Schweisstuch der Veronika«)

ist traditionell: AbA`. Der erste Teil ist ein Tonnetz, dessen Hauptfaden

drei modal gefärbte Akkorde sind. Deren Statik wird mehr oder weniger

gestört durch Vierteltöne in Doppelgriffen, die wie Lichter anschwellen und

auch in der Farbe sich verändern. Sie steuern einem Septakkord auf G zu, der

sich auf einer relativ langen Fläche entfaltet. Von diesem wird auf dem Grunde

ähnlicher modaler Akkorde und der Viertelton-Intervallik wieder ein Tonnetz

entwickelt. Der zweite Teil beruht auf drei miteinander verflochtenen Flächen:

auf einem Choral, der sich mehr und mehr durchsetzt, auf einem traditionellen

rhytmischen Feld, das allmählich zurücktritt (es klingt wie die Begleitung

zu einer Melodie – »ein von uns fehlt…«) und auf Mikrostrukturen eines monotonen

Feldes, die an das Aufsagen eines stockenden Gebetes erinnern. Zuletzt

kommt es zu einer Analogie zum ersten Teil, die in einem C-Dur Akkord

mündet.

Das Stück wurde als Auftragswerk des Festivals Wittener Tage für Neue Kammermusik

durch das Ensemble Camerata Bern 1993 in Witten uraufgeführt.

sOnnTAG, . APRIl 00

Peter Helmut lang

wurde 1974 in Böblingen geboren. Von 1995 bis

2003 studierte er Komposition an der Hochschule

für Musik »Franz Liszt« Weimar bei

Prof. Reinhard Wolschina und elektroakustische

Komposition bei Hans Tutschku und

Prof. Robin Minard. Durch ein Stipendium der

GFPS e. V. (einer privaten, gemeinnützigen

Stipendienorganisation) konnte er 1999–2000

die Kompositionsstudien bei Prof. Bronislaw

K. Przybylski an der Musikakademie in

Lodz/Polen ergänzen. Im Jahr 2000 war er 1. Preisträger beim II. gesamtpolnischen

Kompositionswettbewerb der Stadt Lodz mit Elegia für Streichquartett

und 2. Preisträger beim internationalen Kompositionswettbewerb des ORB

Brandenburg »Das neue Lied«. Heute lebt Lang als freischaffender Komponist

und Pianist in Weimar. Seine Werke wurden in vielen Städten Deutschlands

aufgeführt, wie z. B. in Berlin, Dresden, Erfurt, Frankfurt/M., Kiel, Leipzig,

Mannheim, Weimar. Die Werkliste Peter Helmut Langs umfasst instrumentale

Kompositionen, elektroakustische Kompositionen und Klanginstallationen.

vladimir Tarnopolski

Vladimir Tarnopolski wurde 1955 in Dniepropetrovsk

geboren. Zusammen mit Nikolai Sidelnikov

und Edison Denisov studierte er am

Moskauer Tchaikovsky Konservatorium Komposition

und Musiktheorie mit Juri Kholopov.

Die Komposition für sein Abschlussexamen

am Konservatorium war sein Konzert für Cello

(1988); es wurde von G. Rozhdestvensky für

eine Serie von Konzertprogrammen mit dem

Namen »Form the history of Sowiet music«

ausgewählt.

Tarnopolski ist ein häufiger Gast bei vielen westlichen zeitgenössischen Musikfestivals,

wie zum Beispiel: The world Music Days of the ISCM, die Berliner


Festwochen, die Münchner Biennale, Wien modern, Holland Festival, Frankfurter

Musikfest, Almeida Festival, Huddersfield Contemporary Music Festival,

Hommage aux Russes Paris, Das Schleswig-Holstein Musikfest, Tage für neue

Musik Zürich, Make Music Together (Boston, USA), die San Diego Arts Festival,

Aktive Musik Dortmund, Rencontres Musicales d’Evian, Warsaw Aurumn und

viele andere. Zahlreiche berühmte russische Dirigenten, wie Gennady Rozhdestvensky,

Mstislaw Rostropovich, Alexander Lazarev und Vladimir Yurovsky

haben seine Werke dirigiert. Seine Musik wurde von Ensembles wie beispielsweise

dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Ensemble

Modern, Ensemble Intercontemporain, Schönberg Ensemble, Ensemble

Recherche und dem Ensemble of Soloists of the Bolshoi Theatre gespielt. Seine

Bühnenwerke wurden in Russland, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden

prämiert.

1994 gründete Tarnopolski das Moskauer Forum; ein neues, alljährliches,

internationales Festival für zeitgenössische Musik in Moskau, bei dem der

Hauptschwerpunkt auf der Integration von zeitgenössischer russischer und

zeitgenössischer osteuropäischer Musik in die westeuropäischer zeitgenössischer

Musik liegt.

Seit 1992 ist Tarnopolski Professor für Komposition am Moskauer Konservatorium.

Er gibt zahlreiche Kompositionskurse in Deutschland, Australien, den

Niederlanden, der Schweiz, USA und anderen Ländern.

lothar voigtländer

sOnnTAG, . APRIl 00

Lothar Voigtländer wurde 1943 in Leisnig in

Sachsen geboren. 1954–1962 war er Sängerknabe

im Dresdner Kreuzchor; erste Kompositionen und

Dirigate. Nach dem Abitur 1962–1968 Studium an

der Hochschule für Musik »Felix Mendelssohn-

Bartholdy« in Leipzig bei Rolf Reuter (Dirigieren)

und bei Fritz Geißler (Komposition). Nach

Abschluss des Studiums war er Chordirektor und

Kapellmeister am Theater der Altmark in Stendal.

1970–1973 Meisterschüler von Günter Kochan an

der Akademie der Künste der DDR. Während dieser Zeit entstanden die ersten

0

sOnnTAG, . APRIl 00

größeren Orchesterwerke. Seit 1973 lebt Lothar Voigtländer als freischaffender

Komponist in Berlin. Seitdem beschäftigt er sich intensiv mit elektroakustischer

Komposition. Zahlreiche internationale Preise, Rundfunk- und

CD-Produktionen, Arbeiten in den Studios Freiburg (SWF), Budapest, Bratislava,

Basel, Zürich, Hilversum und auf diversen Festivals (Warschau, Bourges,

Trondheim), Aufnahmen WDR, Bayrischer Rundfunk, NOK Hilversum, Radio

Bratislava, Radio Budapest, Radio Bremen, Deutschland Radio, etc. Sieben

Jahre Kompositionsklasse »Geraer Ferienkurse«. 1985 Mitbegründer und Vize-

Präsident der »CIME de la RDA«, 1990 Gastprofessur an der Universität Paris

VIII, Kurse und Seminare in Liverpool, Barcelona, Basel, Zürich sowie an der

Technischen Universität Trondheim (N) und diversen deutschen Hochschulen.

1990–1995 Vorsitzender des Komponistenverbandes Berlin. Begründung

verschiedener Konzertreihen und Festivals; insbesondere seit 1993 »Die lange

Nacht der elektronischen Klänge«. Seit 2003 Honorarprofessur für Komposition

an der HfM »Carl-Maria von Weber« Dresden.

Weitere Werke: 3 Sinfonien, Oratorium, Kammeroratorium 2 Orchestermusiken,

Orchesterlieder (CD), radiophonelelektroakustische Kompositionen

(CD), Klang≠installationen, Raum-Musiken (CD), Kompositionen für Chor und

Kinderchor (CD).


ÜBERsIcHT

Komponisten

Seite

Ammann, Dieter 37

Bachihina, Anja 26

Beinke, Eckart 47

Berenguer, Jose-Manuel 71

Böhme, Baldur 75

Cage, John 56

Dinescu, Violeta 66

Dowlasz, Blazej 67

Durand, Joel-Francois 20

Eggert, Moritz 26

Einfeldt, Dieter 9

Fischer, Christian M. 42

Furrer, Beat 59

Gelmini, Caspar de 10

Heyde, Thomas Christoph 68

Hildebrandt, Johannes K. 27

Hirsch, Michael 28

Hoche, Hubert 68

Holliger, Heinz 38

Hoyer, Ralf 56

Joneleit, Jens 10

Keller, Max E. 57

Seite

Keuk, Alexander 86

Kisters, Ludger 72

Klein, Juliane 28

Koch, Sven Ingo 20

Kopelent, Marek 87

Kosk, Patrick 73

Köszeghy, Peter 12

La Casa, Eric 71

Lang, Peter Helmut 89

Levy, Fabien 43

Llompart, Pere Pou 21

Marcoll, Maximilian 48

Messiaen, Olivier 76

Nikolayev, Vladimir 29

Oehring, Helmut 48

Popp, Constantin 44

Roslawez, Nikolai 39

Rostovskaya, Olesia 30

Roth, Michael 40

Rutz, Hanns Holger 45

Schlünz, Annette 49

Simon, Julean 58


ÜBERsIcHT vERAnsTAlTER

Seite

Skalkottas, Nikos 59

Skrzypczak, Bettina 60

Stelzenbach, Susanne 55

Tarnopolski, Vladimir 89

Verbugt, Eric 22

Voigtländer, Lothar 90

Wahren, Karl-Heinz 49

Walter, Caspar Johannes 30

Wiegand, Mario 61

Xenakis, Iannis 76

Yusupova, Iraida 31

Zapf, Helmut 77

Interpreten /

Ensembles / Studio

Seite

Aeolian Trio 18

Aurora Streichquartett 80

Ars nova Ensemble 73

Borowski, Pedda 25

Buchholz, Barbara 24

Ensemble pianoplus 54

Kammerensemble

Neue Musik Berlin 23

Kavina, Lydia 25

Klemm, Ekkehard 85

Köszeghy, Susanne 66

Meyer, Heike 81

Mondrian Ensemble 36

Müller, Arnd 69

oh ton-ensemble 46

Rühl, Janet 69

Simon, Julean 58

Sinfonietta Dresden 84

Studio für

elektroakustische Musik

(SeaM) der Hochschule

für Musik Weimar 41

Informationen zum Veranstalter

via novazeitgenössische Musik in Thüringen e. V.

in Zusammenarbeit mit

Deutscher Komponistenverband Landesverband Thüringen

Der Landesverband Thüringen des Deutschen Komponistenverbandes wurde

1998 in Weimar gegründet. Ein Jahr später folgte die Gründung des Fördervereins

via novazeitgenössische Musik in Thüringen e. V. Über via nova

realisiert der Landesverband seine verschiedenen Konzertprojekte in Thüringen

und darüber hinaus.

Der Landesverband setzt sich für die Förderung der zeitgenössischen Musik

und ihrer Schöpfer unter besonderer Berücksichtigung lebender Thüringer

Komponisten ein.

eine Bitte

Der via nova e. V. verfügt als gemeinnütziger Verein nicht über eigene Mittel

und ist so auf Spenden angewiesen. Wenn Sie nicht nur ein Herz für die zeitgenössische

Musik haben, sondern auch noch eine kleine oder große Spende,

dann ist diese bei uns gut angelegt, z. B. für die 7. Weimarer Frühjahrstage …

Jeder Betrag hilft uns weiter. Dafür erhalten Sie natürlich auch eine Spendenquittung.

Der via nova e. V. – ein Stück lebendiger Weimarer Kultur, das auch Sie durch

Ihre Spende unterstützen können.

Spendenkonto

Kontoinhaber: via novazeitgenössische Musik

in Thüringen e. V.

Institut: Sparkasse Mittelthüringen

Kontonummer: 301 030 235

Bankleitzahl: 820 510 00

(Bitte geben Sie Namen und Anschrift an. Danke!)


vERAnsTAlTER PARTnER

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Büro:

Goetheplatz 9 b, D – 99423 Weimar

Tel / Fax 03643–49 07 48

www.via-nova-ev.de, www.komponistenverband.de

Der via novazeitgenössische Musik in Thüringen e. V. dankt seinen

Förderern und Partnern für ihre Unterstützung.

GEMA-Stiftung

FESAM (Fonds Européen des Sociétés d’Auteur pour la Musique / Europäischer

Musikfonds der Urhebergesellschaften – AKM, BUMA, GEMA, SACEM, SUISA-

Stiftung)

Kulturstiftung des Freistaates Thüringen

Thüringer Kultusministerium

Kulturstiftung des Bundes

Konzert des Deutschen Musikrates

Pro Musica viva – Maria Strecker Daelen Stiftung

Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

Migros

Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land

Paul Woitschach Stiftung

Stadt Weimar

Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar

Österreichisches Kulturforum

Französische Botschaft – instituts francais Bureaux Spécialisés

Kunststiftung NRW

Besonderer Dank an die vielen genannten und ungenannten Personen, die mit

ihrem unermütlichen Engagement am Gelingen der Weimarer Frühjahrstage

für zeitgenössische Musik beteiligt sind.

Medienpartner und Förderer der 6. Weimarer

Frühjahrstage für zeitgenössische Musik

Thüringer

Kultusministerium


InFORMATIOn InFORMATIOn

Veranstaltungsorte und Karten:

Der Eintritt zu den Symposien und Workshops ist frei.

Konzerte am 30.3. – 2.4. und im Jugend- und Kulturzentrum mon ami

Konzert am 3. April um 16.00 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum mon ami

Konzert am 3. April um 19.30 Uhr in der Stadtkirche St. Peter und Paul

(Herderkirche)

Konzertkartenpreise 30.3. – 3.4. April: 8 Euro / ermäßigt 5 Euro

Konzertkartenpreise 3. April 19.30 Uhr: 12 Euro / ermäßigt 8 Euro

Karten und Informationen erhalten sie beim Veranstalter, an der Abendkasse

und in der Tourist-Information Weimar, Markt 10, 99423 Weimar,

Tel. 0 36 43–74 57 45,

e-mail: tourist-info@weimar.de

via nova info-hotline: 0 36 43–49 07 48

Die 7. Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik sind vom 19. bis 23

April 2006 geplant – wie immer in der Woche nach Ostern.

7. Anna Amalia Gitarrenwettbewerb für

Kinder und Jugendliche 29.3.–3.4.2005 in Weimar

Seit 1993 treffen sich alle zwei Jahre junge Gitarristen in Weimar um ihr Können

zu messen und von einer internationalen Jury unter Vorsitz der Weimarer

Professorin Monika Rost bewerten zu lassen.

Zum diesjährigen Wettbewerb haben sich über 80 Teilnehmer aus 11 Ländern

eingeschrieben, um in drei Altersgruppen (bis 13, 14–16 und 17–20 Jahre) um

die ausgelobten Preise im Gesamtwert von ca. 5000 Euro zu spielen.

Zum Profil des Wettbewerbes gehört seit Jahren die Interpretation zeitgenössischer

Pflichtstücke Weimarer Komponisten, Auftragswerke des Weimarer

Gitarrevereins, welche in Zusammenarbeit mit dem Chanterelle-Verlag Heidelberg

veröffentlicht werden. In diesem Jahr stehen den jungen Künstlern Werke

von Baldur Böhme, Johannes K. Hildebrandt, Franz Just und Peter H. Lang zur

Auswahl.

Parallel zum Wettbewerb gibt es Präsentationsstände von Gitarrebauern und

Musikverlagen.

Der Anna Amalia - Gitarrenwettbewerb ist seit diesem Jahr Mitglied der

European Union of Music Competitions for Youth (EMCY). Veranstalter ist

der Weimarer Gitarre-Verein e. V., welcher sich auch durch die Konzertreihe

»Gitarrenmusik im Gewölbekeller« in der Stadtbücherei Weimar sowie die

beliebte Guitar-Night Tiefurt ins kulturelle Leben der Stadt einbringt.

29.März–2. April, Musikgymnasium Schloß Belvedere,

Öffentliche Wertungsvorspiele

Mittwoch, 30. März, 19.30 Uhr, Musikgymnasium Schloß Belvedere,

Marcin Dylla, Polen. Sonaten von Fernando Sor, Alberto Ginastera, Antonio

Josè und Joaquin Rodrigo

Donnerstag, 31. März, 19.30 Uhr, Musikgymnasium Schloß Belvedere,

Kaltchev Guitar Duo (Sofia und Ivo Kaltchev) Werke von Domenico Scarlatti,

Joh. Seb. Bach, Leo Brouwer, Joaquin Rodrigo u.a.


InFORMATIOn

Freitag, 1. April, 19.30 Uhr, Stadtbücherei Weimar, Gewölbekeller (Steubenstr.1)

Konzert mit Preisträgern 2003 Ceku Petrit (Kosovo), Pedro Mateo Gonzales

(Spanien), Hee-Deuk Shin (Korea)

Werke von Anton Diabelli, Vicente Asencio, Mario Castelnuovo-Tedesco,

Manuel M. Ponce u. a.

Sonntag, 3. April, 11.00 Uhr, HfM »Franz Liszt«, Fürstensaal (Platz der

Demokratie) Preisverleihung & Preisträgerkonzert

Informationen:

Weimarer Gitarre-Verein e.V.

Goetheplatz 9b; 99423 Weimar

AB/Fax: 0 36 43–51 78 01

mail@gitarreverein-weimar.de

www.gitarreverein-weimar.de

00 0

Edition Juliane Klein

Das Gesamtwerk

zeitgenössischer Komponisten

exclusiv

Peter Gahn Michael Hirsch

Gordon Kampe

Hermann Keller

Juliane Klein Peter Köszeghy

Internetpräsenz: www.editionjulianeklein.de

U r a u f f ü h r u n g e n / R u n d f u n k s e n d u n g e n / H ö r b e i s p i e l e / P r e s s e /

W e r k v e r z e i c h n i s / S e r v i c e

Presse und Öffentlichkeitsarbeit:

Karin Schelcher / Kornstrasse 115 / 28201 Bremen / fon 0421 - 597 01 89 / fax 0421 - 597 08 68


Herausgeber

IMPREssuM IMPREssuM

via novazeitgenössische Musik in Thüringen e. V.

in Zusammenarbeit mit

Deutscher Komponistenverband Landesverband Thüringen

Goetheplatz 9b

D - 99423 Weimar

Tel/Fax 0 36 43–49 07 48

e-mail: via_nova@web.de

www.via-nova-ev.de

Planung / Dramaturgie / Künstlerische

Leitung / Organisation / Redaktion

Johannes K. Hildebrandt

Mario Wiegand

Blazej Dowlasz

Peter Helmut Lang

Fotonachweis

Mario Wiegand: Fotostudio Müller – Ilmenau

Aurora Streichquartett: Helmut Gorn – Weimar

Manfred Trojahn: Dietlind Konold

Beat Furrer: Harald Fronzeck – Essen

Gestaltung

Druck

Druckerei Keßler, Weimar

www.druckerei-kessler.de

Hinweis

0 0

internet + Design GmbH & Co. KG, Weimar

www.i-d.de

Dieses Programmheft wurde mit größter Sorgfalt erstellt, dennoch können

Fehler nicht ausgeschlossen werden. Für die Richtigkeit der Angaben wird aus

diesem Grund keine Gewähr übernommen.

Änderungen vorbehalten

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine