Das Magazin der GEMA · Ausgabe April 2009 - heller & partner

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Das Magazin der GEMA · Ausgabe April 2009

Tykwer, Zimmer & Co.

Filmmusik deutscher

Komponisten erobert

das internationale Kino

Wer schafft, gewinnt

Die GEMA stiftet

den Deutschen

Musikautorenpreis

Pflichtfächer

Bitkom, Musik in

der Kirche, Bilanz

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Das Super-Wahljahr

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zur GEMA-Mitgliederversammlung


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Dr. Harald Heker,

Vorstandsvorsitzender

der GEMA

virtuos Ausgabe April 2009

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

Wir freuen uns sehr über die zahlreichen Glückwünsche und konstruktiven

Anmerkungen zu unserer im Dezember 2008 erschienenen Erstausgabe von virtuos.

Mit der von vielen Mitgliedern gewünschten Mischung aus Neuigkeiten und Trends aus

der Musikbranche und -szene, aus Sachfragen und Mitgliederporträts haben wir

in virtuos offensichtlich „den richtigen Ton getroffen“, also die richtigen Worte und

Themen für Sie, unsere Leserinnen und Leser, gefunden.

In dieser zweiten Ausgabe von virtuos haben wir für Sie wiederum ein vielfältiges

Angebot mit internationalen Brancheninformationen und aktuellen Rechtsthemen

bis hin zu Berichten über Mitglieder und Veranstaltungen zusammengestellt; dazu

gehört, jahreszeitlich passend, natürlich auch der in unserer Dezember-Ausgabe

bereits angekündigte Beitrag über Frühlingslieder. Die Anregung, Leserbriefe

aufzunehmen, haben wir gern aufgegriffen und dazu eine eigene Rubrik

„Resonanz“ eingeführt.

Die diesjährige Mitgliederversammlung und der Deutsche Musikautorenpreis

sind zwei der wichtigen Themen, die die GEMA-Mitglieder bis in den Sommer

hinein beschäftigen werden. Daher haben wir diesen Aktivitäten einen besonderen

Stellenwert in dieser Ausgabe unseres Mitgliedermagazins eingeräumt.

Nicht zuletzt hat die Berlinale unsere Redakteure verleitet, einen Blick hinter die

Filmkulissen zu werfen. Sie haben die Gelegenheit genutzt, einige renommierte

und zum Teil bislang nur in Fachkreisen bekannte Filmkomponisten für virtuos

zu befragen. Heraus kam Überraschendes, zum Beispiel von einem Regisseur,

der seine Filmmusiken leidenschaftlich gern selbst komponiert …

Ich wünsche Ihnen eine interessante und unterhaltsame Lektüre.

Ihr

Dr. Harald Heker

EdItorIAl

03


20 Tykwer,

26

Die GEMA packt beim

Schlussbericht der

Enquete-Kommission

„Kultur in Deutschland“

heiße Eisen an.

Zimmer & Co.:

Deutsche Filmkomponisten

erzählen von

Arbeitsweisen und

Chancen in der Branche.

MoMENt MAl

06 Das Foto Der ausgabe: Vier gewinnt.

AktuEllEs

08 virtuoses: Welche Rolle das neue Magazin

der GEMA spielt.

09 Wechsel im gema-vorstanD: Georg Oeller

folgt auf Prof. Jürgen Becker.

09 ZWei neue Direktoren: Lorenzo Colombini

und Kilian Steiner neu bei der GEMA.

10 schöpFung hat ihren preis: GEMA vergibt

erstmals den Deutschen Musikautorenpreis.

rEsoNANZ

16 gema macht schule: Ein Lehrer aus Kerpen

nutzt virtuos im Unterricht.

19 schreib mal WieDer: Leser sagen ihre

Meinung zu virtuos.

hINtErGruNd

20 ganZ grosses kino: Deutsche Filmmusik-

Komponisten erzählen von ihrem Schaffen.

INtErNAtIoNAlEs

25 küsschen, küsschen: Alex C. spricht im

Interview über die Chancen in Moskau.

GEMA vergibt im

Berliner axica-Bau

zum ersten Mal den

Deutschen Musikautorenpreis.

10Die

PolItIk

26 enquete-kommission: Die GEMA nimmt

Stellung.

28 beFreiungsschlag oDer tieFschlag:

Neue Gewinnaussichten durch Wegfall

des Kopierschutzes?

29 Das copyright Der ZukunFt: Ist die

Musikbranche ein Vorbild für Verlage?

30 Wer ist hier Der Dieb? Eine kleine Geschichte

der Plagiatsvorwürfe.

PflIchtMIttEIluNGEN

32 Willkomen in münchen: Die GEMA-

Mitgliederversammlung 2009.

34 Damit´s in ihrer kasse klingelt:

Die Folgen des Klingelton-Urteils.

36 halleluja: Verrechnung der Sparte Musik

im Gottesdienst.

36 schieDsverFahren Der bitkom: Kommt die

Entscheidung der Vergütungen noch 2009?

INtErN

37 ausZug aus Dem geschäFtsbericht:

Die Zahlen der Bilanzpressekonferenz.

38 Was bin ich? Was bringt die ordentliche

Mitgliedschaft?

EINsPruch

39 aktuelle rechtsFälle: Die GEMA erfolgreich

gegen Alphaload und BeamDVD.

PErsöNlIch

41 ich bin mitglieD, Weil ...: Komponisten aus

der E-Musik bekennen sich zur GEMA.

GEburtstAGE

42 herZlichen glückWunsch: Die Geburtstagskinder

der GEMA.

VErANstAltuNGEN

04 virtuos Ausgabe April 2009

virtuos Ausgabe April 2009

48

Der Spiele-Sektor wächst wie kaum ein

anderer. Doch profitieren auch Urheber

und Sounddesigner?

16

GEMA macht Schule:

Wie Musiklehrer

Michael Jüttendonk

in Kerpen mit virtuos

unterrichtet.

44 bärenstark: „Künstlermanager des Jahres“

bei LEA-Awards ausgezeichnet.

44 musik verbinDet Die Welt: Die GEMA bei

der MIDEM in Cannes.

45 ausgeZeichnet: Katja Ebstein erhält den

„Fred Jay Preis 2009“.

45 jaZZ aus Dem stanD: Die „Jazzahead!“ ist

Messe, Festival, Konferenz und Symposium.

46 politik macht kultur: GEMA unterstützt

„Musik hilft“ beim ECHO.

47 nobelpreis Der musik: Der „Ernst-von-

Siemens-Musikpreis“ geht an Klaus Huber.

INhAlt

Themen & Töne

trENds

Andreas „Bär“ Läsker

und Natasha „Nash“

Nopper bei den LEA-

Awards und andere

Veranstaltungen.

48 aus spiel WirD ernst: Wo die Chancen für

Musiker im Computerspiele-Markt liegen.

50 im netZ Der töne: Wie die Musikbranche

online Kontakte knüpft.

NAchwuchs

51 WiDer Die brotlose kunst?! Studium Musik

GEMA-wIssEN

52 Dabei Zu sein lohnt:

Die GEMA-Mitgliedschaft.

schlussAkkord

44

56 Frühling, haste töne?: So klingt die

schönste Jahreszeit.

58 Wussten sie eigentlich, Dass…?:

Warum Heavy-Metal-Fans gern Wagner hören.

58 impressum, bilDnachWeis

EdItorIAl INhAlt

42

James Last ist eines

von vielen Geburtstagskindern

unter den

GEMA-Mitgliedern.

virtuos gratuliert!

05


MoMENt MAl

Das Foto der Ausgabe

VIEr GEwINNt

Eben sangen sie noch

„Die da“ – und schon

sind 20 Jahre rum:

Den Beat haben die

Fantastischen Vier

seitdem nicht verloren,

mit Tribute-Album,

-Konzert und -Buch

feiern sie in diesem Jahr

sich und den deutschen

Hip-Hop. Eben jenen

machten sie 1992, drei

Jahre nach ihrer

Gründung, mit „Die da“

populär. Seitdem hat

sich um And.Ypsilon,

Thomas D, Michi Beck

und Smudo (v.l.) eine

Szene entwickelt, für

die sich längst nicht

mehr wie auf diesem

Foto aus dem Jahr 1993

nur der Jugendsender

Delta Radio interessiert

(rechts ein Mitarbeiter

des Senders). Um es

ganz konkret zu sagen:

Die Fantastischen Vier

sind auch nach 20

Jahren noch lange

nicht „weg“.

06 virtuos Ausgabe April 2009

virtuos Ausgabe April 2009

07


Virtuoses

Wir Waren gespannt: Wie Würden die geMa-

Mitglieder auf virtuos reagieren? ein völlig

neues Heftkonzept, neue inHalte, neues design

und über 60.000 leserinnen und leser, die uns

dazu iHre Meinung sagen Würden.

JteXt: bm

edem Anfang wohnt ein Zauber inne, sagte einst

Hermann Hesse. Und so waren wir von der GEMA

besonders gespannt, wie virtuos bei den Mitgliedern

ankommt. Die ersten Briefe und E-Mails ließen

nicht lange auf sich warten und kamen noch vor

Weihnachten an. Ein schönes Weihnachtsgeschenk

waren die Glückwünsche und positiven Rückmeldungen

ebenso wie die konstruktiven Anmerkungen,

was wir noch verbessern sollten und

könnten, damit das neue Mitglieder-Magazin auch

das bietet, was die Leser erwarten: gut aufbereitete

und recherchierte Beiträge aus der Musikbranche –

national und international – ebenso wie Wissenswertes

aus der GEMA-Welt.

Überraschend waren die vielen Fragen zum

Hochglanz-Titelblatt unserer Erstausgabe. Recht

kurzfristig hatte die Redaktion beschlossen, die erste

Ausgabe, die noch dazu als Weihnachtspräsent

bei allen GEMA-Mitgliedern im Briefkasten landen

würde, einmalig als Hochglanztitel zu produzieren.

Die zahlreichen konstruktiven Anregungen

haben wir in der Redaktionskonferenz diskutiert.

Als eine der direkt sichtbaren Folgen haben wir

bereits in dieser zweiten Ausgabe auf vielfachen

Wunsch in der Rubrik „Resonanz“ Leserbriefe mit

aufgenommen. Dort finden Sie aktuell und in

Zukunft alles, was die Leser von virtuos bewegt.

Dreimal jährlich erscheint virtuos und wird

allen 60.000 Mitgliedern per Post zugestellt. Für diejenigen,

die sich zudem auch noch aktuell informieren

möchten, liefert unser monatlich erscheinender

E-Mail-Newsletter gut aufbereitete Neuigkeiten aus

der Welt der Musik. Abonnieren kann man ihn

kostenlos über www.gema.de/newsletter.

Bei der Erstausgabe von virtuos im neuen

Jahr haben wir das Thema „Filmmusik“ in den

Mittelpunkt gerückt. Wir haben uns von der

diesjährigen Berlinale inspirieren lassen, den

Blick über den Tellerrand gewagt und einen

bekannten Filmregisseur, aber bislang eher

unbekannten Filmmusik-Komponisten zu

Wort kommen lassen: Tom Tykwer.

Was ihn und seine Kollegen im Bereich

der Filmkomposition inspiriert, erfahren Sie

im Bericht ab Seite 20.

nAh AM MitGlieD

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Dann schreiben Sie uns an

E-Mail: virtuos@gema.de

Bettina Müller

leitet die Kommunikation

und PR

der GEMA und

verantwortet den

redaktionellen

Inhalt von

virtuos.

Rund 900.000

EuRo füR

37 PRojEktE

Vor eineinhalb Jahren

wurde die Initiative Musik

als Fördereinrichtung für die

deutsche Musikwirtschaft

ins Leben gerufen – mit

Unterstützung der GEMA

und der GEMA-Stiftung.

Nun ging bereits die fünfte

Förderrunde mit der

Auswahl der Bewerber ins

Finale. Jetzt werden rund

900.000 Euro an insgesamt

37 Projekte verteilt.

Geförderte Projekte, Fristen

für aktuelle Bewerbungsrunden

und alle Infos zur

Initiative Musik unter

www.initiative-musik.de

echo JAZZ

erst 2010

Geplant war er für

Frühjahr 2009, nun

verschiebt sich seine

Premiere um ein Jahr:

Der ECHO Jazz wird

voraussichtlich erst im

Frühling 2010 zum

ersten Mal verliehen,

beschloss der Bundesverband

der Musikindustrie.

Er begründet

dies auch mit dem

Wechsel des ECHO-

Medienpartners von

RTL zur ARD. Neben

dem ECHO Pop und

dem ECHO Klassik

wäre die Jazz-

Auszeichnung das

dritte Mitglied in der

ECHO-Familie.

AnZeiGen

in Virtuos

Spricht virtuos, das

Magazin der GEMA, Ihre

Zielgruppe an? Dann

nutzen Sie es als

Werbemedium: mehr

Infos unter info@

publishing-group.de

08 virtuos Ausgabe April 2009

virtuos Ausgabe April 2009

christiAn höppner BleiBt GenerAlsekretär

Des Deutschen MusikrAts

Das Präsidium des

Deutschen Musikrats

hat Christian Höppner

einstimmig als Generalsekretär

bestätigt.

Höppner, der dieses Amt

bereits seit 2004 innehat,

ist zudem Präsident des

Landesmusikrats Berlin.

cD-tipp:

Oskar Schlemmer: Das Triadische Ballett

Musik von Hans-Joachim Hespos

09

Die historische Musikaufnahme aus dem Jahr 1977

ging um die Welt. Anlass war die Rekonstruktion

des berühmten Bühnenwerks von Oskar Schlemmer

durch die Akademie der Künste Berlin mit dem

Choreografen Gerhard Bohner in den Jahren 1977

bis 1986. Jetzt gibt es die Kompositionen von

Hans-Joachim Hespos auch auf CD. Für die hochkomplexen

Stücke werden 19 Musiker vielfältig

eingesetzt. Eine Pflicht-CD für alle, die sich

für Theater, Kultur und Tanz interessieren.

edel CLASSICS GmbH, ACADEMY 0085232ACA

Buchtipp:

Zukunft Kulturwirtschaft. Zwischen Künstlertum

und Kreativwirtschaft

Konzentrierte sich die Kulturpolitik in der

Vergangenheit vor allem auf den öffentlichen

Kulturbetrieb, so rückt gegenwärtig die Kulturwirtschaft

ins Rampenlicht. „Zukunft Kulturwirtschaft.

Zwischen Künstlertum und Kreativwirtschaft“

bietet einen Überblick zu den Feldern der

Kulturwirtschaft in Deutschland. Das Buch

erläutert die spezifischen Herausforderungen der

einzelnen Sparten mit besonderem Augenmerk

auf den „neuen“ Kulturunternehmer. Das Buch

vertieft die Diskussion zur Kulturwirtschaft und

bereichert diese um neue Gesichtspunkte. Mit

einem Vorwort von Dr. h.c. Wolfgang Thierse,

Vizepräsident des Deutschen Bundestags.

Olaf Zimmermann / Gabriele Schulz / Stefanie Ernst,

Zukunft Kulturwirtschaft. Zwischen Künstlertum

und Kreativwirtschaft, Klartext-Verlag, 2009, 268

Seiten, 22,95 Euro, ISBN 978-3-89861-939-4

AktuEllEs

Namen & Nachrichten

wechsel iM

GeMA-VorstAnD:

GeorG oeller

folGt Auf prof.

JürGen Becker

Am 31. Juli 2009 endet

eine Ära im Vorstand der

GEMA: Prof. Dr. Jürgen

Becker beschließt an

seinem Geburtstag seine

Tätigkeit als stellvertretenderVorstandsvorsitzender

und

verabschiedet sich in

den Ruhestand. Sein

Nachfolger wurde vom

Aufsichtsrat der GEMA

bereits ernannt: Georg

Oeller, Rechtsanwalt und

bislang als Direktor für

die Bereiche Abrechnung

II und Ausland verantwortlich.

Der Vorstandsvorsitzende

Dr. Harald

Heker begrüßt die

Entscheidung: „Mit

Georg Oeller wird der

Vorstand durch einen

ausgewiesenen GEMA-

Experten bereichert, der

insbesondere auch im

Auslandsgeschäft sehr

erfahren ist. Die

Aufgaben der GEMA und

der Verwertungsgesellschaften

allgemein

werden zunehmend

komplexer und internationaler,

die Berufung

von Herrn Oeller in den

Vorstand ist deshalb eine

zukunftsweisende

Entscheidung des

Aufsichtsrats.“

Zwei neue

Direktoren für

Die GeMA

Das Jahr 2009 bringt

Veränderungen in der

Führungsebene der

GEMA. Zum 1. März

übernahm Lorenzo

Colombini als Direktor

den Bereich Finanz-

und Rechnungswesen

der GEMA von seinem

Vorgänger Volker

Rimmele. Zuvor leitete

Colombini den Bereich

Finanzen und Rechnungswesen

bei der

Constantin Film AG.

Zudem ist bald auch

ein neuer Justitiar für

die GEMA tätig:

Rechtsanwalt Kilian

Steiner, bislang

Prokurist und Head of

Legal and Business

Affairs bei der Telepool

GmbH in München,

wird die Position von

Dr. Stefan Müller

übernehmen.

Lorenzo Colombini

Kilian Steiner

AusGewählte

terMine 2009

23. Mai:

Lange Nacht der Musik

Der Münchner Event

feiert Jubiläum –

erstmals mit der GEMA!

www.muenchen.de/

musiknacht

28. Mai:

Deutscher

Musikautorenpreis

Die GEMA verleiht zum

ersten Mal diesen Preis.

Veranstaltungsort:

axica, Pariser Platz,

Berlin. www.gema.de

08.-09. Juni:

World Copyright

Summit

Der Dachverband der

Verwertungsgesellschaften

CISAC lädt

ein. www.cisac.com

12.-14. Juni:

Tag der Musik

Mit Konzerten,

Workshops und

Podiumsdiskussionen.

www.tag-der-musik.de

22.-24. Juni:

GEMA-Mitgliederversammlung

Turnusgemäß findet

die Mitgliederversammlung

in München

statt. www.gema.de

12.-16. August:

c/o pop

„Cologne on Pop“

ist das Motto im

August in Köln.

www.c-o-pop.de

16.-18. September:

Popkomm

In Berlin, an neuem

Standort: Veranstaltungsgelände

„Station“.

www.popkomm.de

09


chöpfung

at ihren

reiS

der deutscHe Musikautorenpreis – neu, innovativ und

einzigartig. so präsentiert sicH die von der geMa

initiierte auszeicHnung aM 28. Mai 2009 erstMals in

berlin. geeHrt Werden die kreativen leistungen von

urHebern für die Mannigfaltige deutscHe Musik-

kultur. Qualität und kreativität steHen an dieseM

abend iM Mittelpunkt.

teXt: mp

Der Deutsche Musikautorenpreis nimmt im breiten Portfolio

an Musik-Auszeichnungen in Deutschland eine Sonder-

stellung ein: „Der Deutsche Musikautorenpreis ist einmalig.

Er richtet sich an diejenigen, die Werke und somit Kulturgut schaffen.

Einen derartigen Preis gibt es hierzulande bislang nicht“,

beschreibt Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA,

die Intention der Auszeichnung. Mit anderen Worten: Die

Interpreten spielen beim Deutschen Musikautorenpreis nicht die

erste Geige – sie halten die Laudatio für diejenigen, denen sie ihre

Erfolge verdanken. Durch den Deutschen Musikautorenpreis wird

der musikalische Schaffensprozess und seine kulturelle Bedeutung

endlich auch in Form einer Auszeichnung gewürdigt.

Transparenz und Qualität sind die zentralen Kriterien, die

den Deutschen Musikautorenpreis als Grundidee prägen und bei

der Organisation von Anfang bis Ende eine wichtige Rolle spielen.

Das spiegelt sich wider in der Berufung und Zusammensetzung

des Gründungsrates. Ihm gehören neben GEMA-Vertretern

Persönlichkeiten von Musikverbänden und -institutionen sowie

Politiker an – prominentester Name aus der Politik ist Staatsminister

Bernd Neumann, der für den Deutschen Musikautorenpreis

auch die Schirmherrschaft übernommen hat.

Wichtigste Aufgabe des Gründungsrats war die Berufung der

Fachjury – sieben etablierten und renommierten Urhebern aus

den unterschiedlichsten Musik-Genres kommt die bedeutende

Aufgabe zu, die Preisträger zu bestimmen (siehe Seite 14).

In insgesamt zehn Kategorien wird der Deutsche Musik-

autorenpreis verliehen – unter anderem im Bereich Nachwuchs und

für das Lebenswerk, wofür zahlreiche Bewerbungen eingereicht

wurden. Nach sorgfältiger Prüfung ernennt die Jury die Preisträger.

Die Wahl hat sie dabei aus den eingereichten Nominierungen:

Hierfür konnten allerdings ausschließlich GEMA-Mitglieder vorgeschlagen

werden, entweder durch eine persönliche Empfehlung

oder durch die Berufsverbände der Komponisten, Textdichter und

Verleger, die die GEMA zu Vorschlägen aufgerufen hatte.

10 virtuos Ausgabe April 2009

Auf einen Preis hat die Jury allerdings keinen Einfluss: Das

erfolgreichste Urheber-Werk wird ebenfalls ausgezeichnet – und

diesen Preisträger kann keiner objektiver ermitteln als die Datenbanken

von Media Control.

Bei einer derart sorgfältigen Auslese sollte die Auszeichnung

für die Preisträger nicht nur eine schnöde Urkunde sein. Da die

GEMA Kreativität und Kultur auch über den Musikbereich hinaus

befürwortet, wurde zur Schaffung einer Preisfigur von der GEMA

eigens ein Wettbewerb unter jungen Kunst- und Design-Studenten

der Akademie der Künste und der Hochschule München ausgerufen.

Sechs Entwürfe qualifizierten sich für das Finale. Der silberfarbene

Siegerentwurf zweier Studenten der Hochschule für Design

München vereint in sich das für die Preisfigur abstrahierte, aber

generell universell verstandene Zeichen für Musikwerke, den

Notenschlüssel, mit einem Klangelement. Durch die modern gestaltete

Preisfigur des Deutschen Musikautorenpreises ist der

Bezug zur Musik nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar.

„Der Deutsche Musikautorenpreis geht an ...“ – am 28. Mai

2009 ist dies das Motto vor den rund 250 Gästen in Berlin. Das

passende Ambiente hierfür ist auch schon gefunden: Frank

O. Gehrys architektonisches Meisterwerk des axica-Baus am Pariser

Platz 3, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Brandenburger Tor,

an einem Platz der Geschichte und der Moderne, in der kulturellen

Mitte Deutschlands.

Und damit schließt sich der Kultur-Kreis des Deutschen

Musikautorenpreises: „Der Deutsche Musikautorenpreis stellt

eine wichtige Bereicherung des vielfältigen kulturellen Engagements

der GEMA dar“, betont Dr. Harald Heker die Philosophie

der neuen Auszeichnung.

Wer sich einen persönlichen Eindruck vom Deutschen

Musikautorenpreis machen möchte, kann sich am 28. Mai unter

die Gästeschar mischen – und einen unvergesslichen Abend genießen.

Interessierte GEMA-Mitglieder finden alle Informationen

zum Kartenvorverkauf und die direkte Bestellmöglichkeit ab Mitte

April unter www.gema.de

11 AktuEllEs

Deutscher Musikautorenpreis

„D

er Deutsche Musikautorenpreis bietet

eine weitere und sehr schöne Plattform, um die

Arbeit Kulturschaffender – insbesondere der

Komponisten und Textdichter – in den Fokus

der Öffentlichkeit zu rücken und das Bewusstsein

für den Wert ihres künstlerischen Schaffens zu

stärken. Gerne unterstütze ich daher in meiner

Eigenschaft als Kulturstaatsminister diesen Preis

als Schirmherr.“

Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und

Medien und Schirmherr des Deutschen Musikautorenpreises

virtuos Ausgabe April 2009 11


preiskAteGorien

Insgesamt werden am 28. Mai 2009 in Berlin

zehn Preise verliehen:

- Lebenswerk

- Nachwuchsförderung

- Zwei Komponisten/innen der E-Musik:

Musiktheater, Sinfonik

- Drei Komponisten/innen der U-Musik:

Pop/Rock, Independent, Filmmusik

- Zwei Textdichter/innen:

Pop/Rock, Hip-Hop

- Das erfolgreichste Werk des Jahres

(Ermittlung über Media Control)

trANsPArENZ

GEwINNt

Moritz eggert, selbst erfolgreicHer

koMponist, ist sprecHer der Jury des

deutscHen Musikautorenpreises 2009. iM

intervieW erzäHlt er von der arbeit der Jury.

H

err Eggert, wie kamen Sie und die anderen

Mitglieder der Jury zu Ihrer Aufgabe?

Der Gründungsrat des Deutschen Musikautorenpreises

hat uns berufen. Das geschieht jedes

Jahr aufs Neue: Die Jury besteht aus fünf oder sieben

Musikautoren und Textdichtern, die bis zu dreimal

ernannt werden können und Mitglieder der GEMA

sind.

Wie ist die Jury zusammengesetzt?

Wir kommen aus verschiedenen Richtungen:

Filmmusik, U- und E-Musik. Natürlich kennt man

sich, wenn man aus demselben Bereich kommt.

Und auch, wenn sich manche Kollegen persönlich

nicht kannten, haben wir uns alle sehr gut ausgetauscht

und professionell zusammengearbeitet.

Haben Sie gemeinsam die Nominierten ausgesucht?

Ja, das war unsere Aufgabe. Hilfreich hierbei

waren verschiedene Listen mit Vorschlägen, die wir

von den unterschiedlichen Verbänden erhalten hatten

– schließlich legt die GEMA viel Wert auf Transparenz.

Die endgültige Entscheidung über die Nomierten

lag aber bei uns: Aus der gemeinsamen Diskussion

und aus unseren Vorschlägen kristallisierten sich in

zwei langen Sitzungen die Preisträger heraus.

AktuEllEs

Deutscher Musikautorenpreis

Kannten Sie denn alle Vorgeschlagenen?

In der E-Musik kennt man die Namen. Wer sich

einmal einen Ruf erarbeitet hat, bleibt länger dabei.

In der U-Musik kann man schnell erfolgreich, aber

leider auch schnell wieder unbekannt sein. Hier hat

tatsächlich nicht immer jeder jeden gekannt. Außerdem

mussten wir genau recherchieren, wer GEMA-

Mitglied ist und hinter welchem Werk steht. Das ist

nicht immer ganz klar.

Wie ging es dann weiter?

Wir haben in den Kategorien – die bis auf das

Lebenswerk und den Nachwuchspreis jährlich

wechseln können – jeweils eine Liste erstellt. Am

Schluss gibt es jeweils fünf Nominierte und natürlich

einen Gewinner.

Was ist für Sie das Tolle am Deutschen Musik-

autorenpreis?

Als reiner Ehrenpreis – bis auf die mit Preisgeld

dotierten Förderpreise – steht hier der symbolische

Wert im Vordergrund, was ich begrüße. Im Grunde

ist es ein Kollegenpreis: von Kollegen für Kollegen.

Und auf diese Art von genreübergreifender Zusammenarbeit

sollte die GEMA auch in Zukunft bauen.

VerlosunG virtuos verlost unter allen GEMA-Mitgliedern zwei Einzelkarten für die Verleihung des Deutschen Musikautorenpreises

am 28. Mai 2009 in Berlin. Erleben Sie gemeinsam mit 250 Gästen die Premiere des Deutschen Musikautorenpreises.

Schicken Sie bis zum 4. Mai eine E-Mail an virtuos@gema.de oder eine Postkarte an GEMA, Redaktion virtuos, Rosenheimer Str. 11, 81667 München,

Stichwort: Musikautorenpreis. Bitte nennen Sie Ihre Adresse und GEMA-Mitgliedsnummer. Die beiden Gewinner erhalten jeweils eine Karte

(ohne Begleitung), Anreise und Übernachtung sind nicht im Gewinn enthalten.

Sie möchten ebenfalls dabei sein und vertrauen nicht auf Ihr Glück? Für jeweils 100,00 Euro können Sie unter www.gema.de Karten kaufen.

12 virtuos Ausgabe April 2009

GEhrys

MAGNuM oPus

MusikaliscHe MeisterWerke

Werden in MeisterHafter

arcHitektur geeHrt.

teXt: mp

Einzigartig, innovativ und von großer Wertigkeit – diese Attribute treffen

auf den Deutschen Musikautorenpreis genauso zu wie auf den Veranstaltungsort

seiner Premiere: Der axica-Bau von Architektur-Ikone Frank

O. Gehry in unmittelbarer Nachbarschaft zum Brandenburger Tor.

Der Deutsche Musikautorenpreis feiert seine Premiere im kulturellen

und architektonischen Herzen Berlins. Neben Politik und Diplomatie ist

dieser Platz auch traditionell Heimat von Kultur und bildenden Künsten.

Herausragend unter den zahlreichen architektonischen Meisterleistungen

an diesem prominenten Ort ist der axica-Bau, der dem Deutschen

Musikautorenpreis einen außergewöhnlichen und passenden Rahmen

verleiht. Frank O. Gehry hat hinter einer schlichten Sandsteinfassade eine

Wunderwelt aus Form und Farbe geschaffen – in der axica ist von den organisch

geformten Glasdächern über die edelsten Holzvertäfelungen bis hin

zum eigens vom Star-Architekten entworfenen Mobiliar alles aus einem

künstlerischen Guss – und zeugt von großer Kreativität und Innovation.

Diese Kreativität geht bewusst auch über die Raumgestaltung hinaus –

und so verfügt die axica über eine von internationalen Musikern hoch

gelobte Akustik und war bereits Ort zahlreicher Musik-Aufnahmen.

Der Architekt selbst pflegt eine besonders innige Beziehung zu

seinem Werk – und das, wo Frank O. Gehry für Bauten wie das Guggenheim

Museum in Bilbao oder die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles

weltweit gefeiert wird. Für das axica-Gebäude findet er nur den Superlativ:

„The best thing I’ve ever done.“ Dies wäre vielleicht auch ein guter Anfang

für die Dankesrede des einen oder anderen Preisträgers des Deutschen

Musikautorenpreises.

virtuos Ausgabe April 2009

EIN syMbol

dEr MusIk

klANGVoll

Viktoria Schmidt und Markus Bauer (2.v.l.)

überreichten „ihre“ Trophäe gemeinsam mit

ihrem Professor Peter Neumann (l.) an

Dr. Harald Heker und Dr. Ralf Weigand (r.).

die studenten viktoria

scHMidt (21) und Markus

bauer (22) entWarfen die

sieger-skulptur für den

deutscHen Musikautorenpreis.

virtuos befragte sie

zuM scHaffensprozess.

Wie kamt Ihr auf die Idee für die Skulptur?

Markus Bauer: Wir wussten von Anfang an, dass

wir einen Notenschlüssel machen wollen. Das ist für

uns das Symbol für geschriebene und somit festgehaltene

Musik. Deswegen versuchten wir, den Notenschlüssel

dreidimensional umzusetzen.

Welche Botschaft soll die Skulptur vermitteln?

Viktoria Schmidt: Der Notenschlüssel steht für

Musik überhaupt. Von Form und Bewegung ist die

Trophäe an ein Metronom angelehnt. Man schlägt

es einmal an und es schlägt ewig weiter.

Was erzeugt den Klang in der Skulptur?

Markus Bauer: In der Kugel ist eine Klangschale

mit einem Klöppel. Wenn man die Skulptur anstößt,

schwingt sie hin und her, der Klöppel schlägt die

Klangschale an und so entsteht der Klang.

Spielt Ihr selbst ein Instrument oder habt Ihr

eine Verbindung zur Musik?

Markus Bauer: Ich höre Musik überall gerne und

habe elf Jahre lang Klavier gespielt.

Viktoria Schmidt: Ich habe Geige gespielt, aber

Musik ist nicht meins. Da baue ich schon lieber Preisskulpturen

(lacht).

13


thorstEN

brötZMANN,

ProduZENt

Die No Angels, Christina Stürmer, Ace of

Base, Jeanette und viele mehr verdanken

ihm ihre größten Hits: Seit 1985 arbeitet

Thorsten Brötzmann als Profi im

Musikgeschäft, seit 1987 gemeinsam mit

Dieter Bohlen. 1993 folgten eigene

Produktionen, zum Beispiel mit den

Weather Girls. Seitdem hat der 1962 in

Husum geborene Produzent und

Komponist mehr als 60 Titel in den

deutschen Single-Charts platziert. Dafür

gab es vier ECHO-Nominierungen als

„Bester Produzent National“ und mehr

als 50 platinfarbene und goldene

Schallplatten.

MorItZ EGGErt,

koMPoNIst, MusIkEr

Moritz Eggert pflegt nicht nur privat,

sondern auch als Komponist und

Pianist eine enge Verbindung zum

Fußball: Unter anderem komponierte

er zur Eröffnungsfeier der Fußball-WM

2006 die Musik. Der Schwerpunkt von

Moritz Eggerts Werk liegt auf Orchester-

und Kammermusik sowie auf dem

Musiktheater. Mit neun abendfüllenden

Opern sowie weiteren Werken für

Tanztheater und Ballett hat Moritz

Eggert (geboren 1965 in Heidelberg)

bereits ein umfangreiches Werk

vorgelegt.

IsAbEl MuNdry,

koMPoNIstIN

Paris, Wien, Berlin, Frankfurt, Korea,

Zürich, Dresden: Isabel Mundry lebt und

lehrt ihre Musik auf der ganzen Welt. 1963

wird die heutige Komponistin in Schlüchtern

geboren, später studiert sie Komposition,

Musik- und Kunstgeschichte sowie

Philosophie in Berlin und Frankfurt, lebt

in Frankreich, Österreich und der

Schweiz. Ihr kreatives Schaffen wird unter

anderem mit dem Boris-Blacher- und

dem Busoni-Kompositionspreis ausgezeichnet.

AktuEllEs

Deutscher Musikautorenpreis

ANNEttE focks (1), koMPoNIstIN

„John Rabe“, „Der Architekt“, „Ein fliehendes Pferd“, „Vier

Minuten“, „Bella Block“: Die Komponistin Annette Focks,

geboren 1964 in Thuine, zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen

von Kompositionen für Film und Fernsehen. Nach

ihrem Studium in Köln und München begann sie als freie

Komponistin im Bereich Filmmusik zu arbeiten. Im Jahr 2005

wurde Annette Focks unter anderem für die Musik zu „Marias

letzte Reise“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

dIrk dArMstAEdtEr (2),

koMPoNIst, MusIkEr, ProduZENt

Hamburg – Teaneck/New Jersey – Hamburg: Dies sind die

wichtigsten Stationen im Leben von Dirk Darmstaedter. In

den USA lernte er das Gitarrespielen, später machte Dirk

Darmstaedter (geboren 1965) seine Kunst zum Beruf. Mit

seiner Band „The Jeremy Days“ präsentierte er Gitarrenpop

in bester britischer Tradition, dann konzentrierte er sich als

Solokünstler ganz auf sich und seine Gitarre – und als Produzent

mit seinem Label „Tapete Records“ auf junge Bands.

1

dIE Jury

2

3

4

sieben experten Haben

getüftelt und entscHieden.

Wir stellen die Jury des deutscHen

Musikautorenpreises vor.

lukAs hIlbErt (3),

tExtdIchtEr, koMPoNIst, ProduZENt, MusIkEr

Spätestens seit der Castingshow „Popstars“ kennt ihn fast

jeder: Lukas Hilbert (geboren 1972 in Hamburg) zählt zu den

musikalischen Multitalenten Deutschlands. 1989 holte Udo

Lindenberg ihn und seinen Bruder in sein Panikorchester. Ein

Jahr später fungierte Hilbert als Lindenbergs Texter und

Produzent. Seitdem zeichnet Lukas Hilbert verantwortlich für

die Texte zahlreicher Hits wie „Träume leben ewig“ (Christina

Stürmer) und „Ewig“ (Peter Maffay). Außerdem arbeitet er

unter anderem für Nena und Vicky Leandros als Produzent.

MIchAEl holM (4),

tExtdIchtEr, ProduZENt, säNGEr

Michael Holm ist nicht nur einer der bekanntesten Schlagersänger

Deutschlands, sondern auch als Textdichter und

Komponist aktiv – und war mit der Instrumentalformation

„Cusco“ bereits dreimal für den Grammy nominiert. Seinen

ersten Hit landete Michael Holm (geboren 1943 in Stettin) 1969

mit der deutschen Adaption von „Mendocino“. Rund fünf

Jahre später folgte „Tränen lügen nicht“. Als Textdichter

und Produzent war er unter anderem 1998 mit dem Album

„Danke“ von Guildo Horn erfolgreich.

14 virtuos Ausgabe April 2009

Modell R 1298

Sonnenbrillen in Ihrer Sehstärke

Besser sehen.

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GEMA

macht

schule

leHrer nutzen virtuos iM

unterricHt: ein beispiel aus kerpen.

M

ichael Jüttendonk ist Musiker und GEMA-Mitglied.

Als die erste Ausgabe von virtuos kurz vor Weihnachten in

seinem Briefkasten landet, ist er begeistert. Das Brennpunkt-

Thema „Illegale Downloads“ fand der Musiklehrer aus Kerpen

gleich doppelt interessant: Diese Seiten ließen sich doch wunderbar

im Unterricht gebrauchen ... Gesagt, getan. Michael Jüttendonk

forderte bei der GEMA die entsprechenden Seiten aus dem

Heft als PDF-Datei an und nahm sie mit in seine neunten Klassen

der Mädchen-Realschule Mater Salvatoris in Kerpen.

Die Resonanz war groß: Musik-Downloads sind bei den Mädchen

ein ganz brisantes Thema. „Die Schülerinnen waren höchst

interessiert – vor allem, weil sich in virtuos auch die Stars zum

Thema geäußert haben“, sagt Michael Jüttendonk. Durch die Artikel

im GEMA-Magazin machte er den Mädchen klar, was es bedeutet,

Musik illegal runterzuladen: „Viele Jugendliche dachten bis dahin,

die Sänger hätten sowieso so viel Geld, da mache das ja nichts.“

Die Neuntklässlerinnen hingegen haben oft nicht genug

Taschengeld, um davon CDs zu kaufen. Der Lehrer erklärt: „Die

Mädchen bekommen im Schnitt 20 bis 25 Euro Taschengeld im

Monat. Da bleiben keine 17,99 Euro, um davon eine CD zu

kaufen.“ Besser seien da schon die Download-Portale, bei denen

es ein Lied für 0,99 Euro gibt.

Ohne Musik geht bei den Schülerinnen nichts, sagt Michael

Jüttendonk: „Ein MP3-Player ist fast schon Standard.“ Wie man

diesen legal bestückt, wissen die Mädchen nun dank virtuos.

16

teXt: ANGELA PIETZSCH

Fotos: JENS KOCH

MIchAEl

JüttENdoNk

(ganz rechts)

„Musik illegal zu ziehen, ist

eine echte Straftat. Das ist,

als würde man den Künstlern

die Luft zum Atmen

nehmen.“

sANdrINA krEuEr

(erste Reihe, 1.v.l.)

„Wenn eine CD 19,99 Euro

kostet, ist das Taschengeld

weg. Außerdem sind nicht

immer alle Stücke auf einer

CD gut.“

krIstINA turEk

uNd sArAh lENZEN

(nicht auf dem Foto)

„CDs sind oft sehr teuer.

Außerdem erstreckt sich

unser Musikgeschmack

über mehrere Bands.

Deshalb nutzen viele die

Möglichkeit, illegal

Musik downzuloaden

und nehmen auch das

Risiko einer

Strafe auf sich.“

rEsoNANZ

17

Erfolgsgeschichte virtuos

sArAh wENdlANd

(zweite Reihe, 2.v.l.)

„Auf einer CD mit 20 Songs

sind immer welche dabei,

die einem nicht gefallen.

Bei illegalem Download

ist es meist gefährlich,

denn wenn man erwischt

wird, kann es eventuell

zu einer hohen Geldstrafe

kommen. Dann wäre

die gekaufte CD besser

gewesen.“

kArA ANdErs

(dritte Reihe, 2.v.r.)

„Der Artikel in virtuos hat

uns gut gefallen und uns

nachdenklich gemacht.

Positiv am legalen Herunterladen

ist nämlich die

Möglichkeit, Dateien

über einen Link weiterzuver-schicken,

auf CD zu

speichern und dann auch

noch zu vervielfältigen.

Negativ bei illegalem

Download sind die

Verluste für die Musiker,

so müssen sie mehr Live-

Konzerte geben.“

virtuos Ausgabe April 2009 virtuos Ausgabe April 2009

17


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Oberbayern

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E-Mail: info@esplanadetergesteo.it, www.esplanadetergesteo.it

rEsoNANZ

Leserbriefe

Schreib mal wieder!

lob, kritik, vorscHläge und ideen: davon lebt die geMa – und davon

lebt aucH virtuos. in der neuen rubrik „resonanz“ ist Jede Menge

platz für briefe und e-Mails. eine ausWaHl der ersten reaktionen.

Das Magazin virtuos ist einfach spitze. Herzlichen Glückwunsch.

Schöne Grüße und alles Gute aus den Niederlanden.

John Enter

Wir sagen: „Gratulation“ zu diesem wunderbaren Magazin.

Jetzt macht es doch tatsächlich Spaß, in den „GEMA-Magazinen“

zu stöbern und zu lesen. Wunderbar transparent, attraktive Gestaltung,

tolle Bilder, klasse geschrieben. Ein gelungener Wurf.

Komplimente an die Macher und Entscheider.

Klemens Werner

Zu virtuos möchte ich sagen, dass die Aufmachung leider

mehr verspricht, als die Inhalte zum Besten geben. Man merkt zu

deutlich, dass es sich um ein Verbandsblatt handelt und nicht um

ein wirklich informatives Magazin. Letzteres wäre wünschenswert,

denn auch der GEMA würde eine tatsächliche Öffnung hin

zu deren Zielgruppen sehr gut zu Gesicht stehen. Mehr noch, eine

konsequente Öffnung könnte sogar in die Kioske führen und

damit ein Stück näher an die (Online-)Musikkonsumenten, die

ja immer noch als die Buhmänner der Branche kriminalisiert

werden. Schulterschluss statt Feindbild – so was klingt ja auch

durchaus an in Eurem Blatt.

virtuos könnte als PR- und Marketinginstrument für eine

Institution oder gar eine Industrie positioniert werden, wenn

eine konstruktiv integrative Zielsetzung denn konsequent verfolgt

würde. Leider sind die Inhalte dann doch eher flach und

von der Schreibe her blass und antiquiert. Man muss die sehr

unterschiedlichen Zielgruppen (!) – jawohl, auch in der Musik

findet verstärkt eine Fragmentierung der Zielgruppen statt –

dort abholen, wo sie sich befinden. Mit einem Blatt, das von

Verbandsthemen, aktuellem Pop, Autorencharts über Klassik,

TV und rechtliche Themen alles bietet, ist es leider nicht möglich, in

Teilmärkten eine nachhaltige Glaubwürdigkeit zu hinterlassen.

Alfred Riem

Geil! Jetzt fehlt nur noch die Rubrik „Leserbriefe“, in der

sich die Mitglieder auch untereinander austauschen können,

dann ist das absolut perfekte Magazin geschaffen worden!

Kompliment!

Andy Tsangarakis

Ich könnte mir in Ihrer ansprechend gemachten Zeitschrift

eine Seite beziehungsweise einen Teil mit Inseraten sehr gut vorstellen.

Ich suche zum Beispiel seit vielen Jahren einen Manager,

der nicht exklusiv mit mir arbeitet, aber zu mir passt, meine Musik

gut findet und meine Angebote gelegentlich vertritt. Ebenfalls suche

ich jemanden (Sänger und Gitarre) für ein Programm „zwischen

BACH und GOSPEL“. Die neue Zeitschrift könnte meines Erachtens

ein Ort für solcherart Suche und Begegnungen sein.

Ulrich Thiem

Hallo liebe GEMA,

Euer Magazin virtuos ist zwar sehr schön, kostet aber vermutlich

Unsummen, die man lieber der GEMA-Sozialkasse zuführen

sollte in heutigen Zeiten. Der alte GEMA-Brief war völlig

ausreichend. Ich bitte das zu überdenken. (…)

Michael Günther-Fame

Anm. d. Redaktion:

Zu Ihrer Kosten-Frage: virtuos ist mit keinen Mehrausgaben

verbunden. „virtuos – das Magazin der GEMA“ ersetzt die bisherigen

GEMA-Nachrichten, zudem wurde der GEMA-Brief durch

den monatlichen E-Mail-Newsletter ersetzt, wodurch Kosten eingespart

und gleichzeitig auf Wünsche der Mitglieder nach einer

modernen Kommunikation eingegangen wurde. Die Finanzierung

erfolgt über Umstrukturierungen bestehender Ressourcen;

durch die anvisierte Refinanzierung durch Anzeigen sollen die

Kosten weiter gesenkt werden.

Ihre virtuos-Redaktion

... tolles neues Magazin, congratulation zur gelungenen

Gestaltung!

Charlotte Seither

… meinen ganz herzlichen Glückwunsch zu Form und Inhalt

der Erstausgabe von virtuos! (…) Besonders freut es mich, dass

Sie auch im Bereich der populären Musik so engagiert wie sachkundig

berichten. Hier erscheint die „U-Musik“ nicht als unterhaltsames

Anhängsel, sondern wird im besten Sinne „ernst“

genommen! Und gerade das Porträt von Till Brönner ist in diesem

Fall hervorragend dazu geeignet, die sprachliche Sinnlosigkeit der

urheberrechtlich natürlich sehr sinnvollen! – Unterscheidung in

„U-Musik“ und „E-Musik“ zu demonstrieren.

Da ich als Musikpädagoge und GEMA-Mitglied meine Studierenden

und junge Musiklehrer/-innen immer wieder ermutige,

auch selbst komponierend tätig zu werden, freut es mich besonders,

dass der musikalische Urheberschutz sich so deutlich wie

in virtuos gezeigt der gesamten Breite unseres schützenswerten

Musiklebens annimmt!

Prof. Dr. Jürgen Terhag

ihre MeinunG Zählt

Sie möchten uns Ihre Meinung sagen? Wir freuen uns auf Ihre

Zuschriften – gerne auch zu einzelnen Artikeln. Bitte senden Sie

Ihre Briefe, Faxe oder E-Mails an:

GEMA-Kommunikation, GEMA-Generaldirektion, Rosenheimer Str. 11,

81667 München, Fax: 089-48003-424, E-Mail: virtuos@gema.de

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.

virtuos Ausgabe April 2009 19


krEAtIVItät

Tom Tykwer sieht sich

nicht als Regisseur im

eigentlichen Sinn.

Für ihn gehören

Komponieren,

Schreiben, Drehen und

Schneiden zusammen.

20

GAnZ

virtuos Ausgabe April 2009

ie ein Herzschlag pulsiert

die Musik im Hintergrund. Ob Louis Salinger alias

Clive Owen vor dem Berliner Hauptbahnhof auf seinen

Kollegen wartet oder in der Bankzentrale ungeduldig

auf den obersten Chef – immer ist der Puls zu

hören. Der diesjährige Berlinale-Eröffnungsfilm

„The International“ arbeitet mit minimaler Untermalung,

und doch erhöht die Musik die Spannung

im richtigen Moment.

Tom Tykwer, Regisseur von „The International“,

weiß um die Wirkung von Melodien im Kino: „Die

perfekte Filmmusik ist organischer Teil eines Kunstwerks

– integral, nicht additiv. Das wird oft missverstanden.

Musik sollte nicht ‚auf den Bildern‘ liegen,

sondern sich mit ihnen vereinen, sie durchdringen.“

Damit diese Symbiose gelingt, verantwortet

Tykwer die Musik in den meisten seiner Filme selbst:

„Ich bin kein ‚Regisseur‘ im eigentlichen Sinn. Diese

Aufgabe allein könnte ich nicht befriedigend ausfüllen.“

Bild und Musik sind für den Wahl-Berliner zwei

fast untrennbare Bereiche: „Ich kann mir kaum

vorstellen, nicht an der Musik beteiligt zu sein.

Komponieren ist für mich kreativ gleichwertig zum

Schreiben, Drehen und Schneiden eines Films.“

Bereits als Kind lernte Tykwer Klavierspielen,

für seinen ersten Kurzfilm hatte der heute 43-Jährige

kaum Geld. Erst recht nicht, um sich einen

hINtErGruNd

Tykwer, Zimmer & Co.

Grosses

kino

MancHMal beacHtet Man sie gar nicHt – und docH MacHt

sie einen filM erst zu deM, Was er ist: die Musik. docH Wie

entsteHt sie? Wie Wird Man filMMusik-koMponist und

WelcHe cHancen Hat Man in dieser brancHe? deutscHe

koMponisten antWorten.

WteXt: ANGELA PIETZSCH

Fotos: JIM RAKETE,

THOMAS SCHLÖMANN,

MARC DIETENMEIER,

PRIVAT

virtuos Ausgabe April 2009

Komponisten zu leisten. „Außerdem hatte ich eine

sehr klare Idee der Musik, ich habe manche Passagen

sogar ins Drehbuch geschrieben. Also habe ich

mich hingesetzt und die Musik selbst arrangiert.“

Heute unterstützen Reinhold Heil und Johnny

Klimek den gebürtigen Wuppertaler beim Komponieren.

Zu dritt sind sie „Pale 3“ und haben außer

der Musik zu Tom Tykwers Filmen „Winterschläfer“,

„Lola rennt“, „Der Krieger und die Kaiserin“, „Das

Parfüm“ und „The International“ bereits 2003 den

Track „In Your Head“ zum letzten Teil der Matrix-Trilogie,

„The Matrix: Revolutions“, beigetragen.

Die drei fanden sich, als Tykwer 1996 in Klimeks

Studio die Musik zu „Winterschläfer“ produzierte.

Der Techno-affine Australier brachte Heil ins Team,

den er aus der Nina Hagen Band kannte. Das Erfolgstrio

war komplett – und revolutionierte bereits mit

seinem zweiten Projekt die Filmmusik. „Einen Score

wie den zu ‚Lola rennt‘ hatte es bis dahin nicht gegeben:

Es war die erste Techno-Filmmusik überhaupt,

das war bahnbrechend“, sagt Klimek heute. „Dieser

Film öffnete uns die Türen nach Hollywood.“

Inzwischen leben Heil und Klimek in Kalifornien,

der Zusammenarbeit tut dies keinen Abbruch.

„Wir treffen uns vor Drehbeginn, um zwei bis drei

Wochen lang in intensiven Sessions rohe Entwürfe

zu komponieren“, sagt Heil. Die Ideen „entstehen

oft in der Stille, wenn ich an einer Szene arbeite“, ergänzt

Tykwer. Er schreibt die Klänge auf, singt sie ins

Diktiergerät oder Handy, was skurrile Folgen hat:

„Reinhold, Johnny und ich haben schon öfters vor

meiner Mailbox gesessen und versucht, das hilflose

Gekrächze meiner Stimme zu analysieren.“ “

20

thE INtEr-

NAtIoNAl

„The Pulse“ heißt eines

der Hauptthemen beim

Soundtrack von „The

International“, dem

aktuellen Film von Tom

Tykwer.

lolA rENNt

Der Techno-lastige

Soundtrack von „Lola

rennt“ revolutionierte

1998 die Welt der

Filmmusik.

21


hINtErGruNd

Tykwer, Zimmer & Co.

„Die Musik beeinflusst

die Bildgestaltung

und nicht umgekehrt.“

Die Talente der drei ergänzen sich, sagt Tykwer:

„Wir sind ein optimales Team mit ökonomischer

Aufgabenverteilung und ohne Egoprobleme: Jeder

weiß, dass er für das gelungene Ganze unverzichtbar

ist.“ Als Basis für die experimentellen Sessions

dienen die Visionen vom Drehbuch, den Schauplätzen,

den Schauspielern und ihren Charakteren. So

tastet sich Tykwer an die Stimmung des Films heran:

Das heißt, die Musik beeinflusst tatsächlich die

Bildgestaltung und nicht umgekehrt.“

2 3

hollywood 1 Ein optimales Team: Reinhold Heil, Tom Tykwer, Johnny Klimek (v.l.) sind „Pale 3“. 2 Tom Tykwer

gewohnt engagiert und leidenschaftlich: Musik ist für ihn integraler Bestandteil seiner Filme. 3 Hans Zimmer (r.)

arbeitete bei der Musik zu „Madagascar 2“ auch mit will.i.am von den „Black Eyed Peas“ zusammen.

Während sich der Regisseur dann um seinen

Film kümmert, verfeinern Heil und Klimek die Musik.

Sind die ersten Takes im Schnitt, werden sie mit

der eigenen Musik unterlegt. In der Branche ist das

unüblich: Oft nutzen Cutter sogenannte Temp

Tracks, bereits bestehende Musik, um Szenen musikalisch

zu untermalen. „Cutter und Regisseur gewöhnen

sich schnell an die Temp Tracks. Kommen

die Komponisten erst zu diesem Zeitpunkt ins Spiel,

imitieren sie gerne und schrammen knapp an einer

Urheberrechtsklage vorbei. Deswegen fehlen der

Filmmusikindustrie oft innovative Ideen“, sagt Heil.

Dieses Thema kennt auch Hans Zimmer, der

1995 für „König der Löwen“ einen Oscar gewann.

„Es wird viel geklaut“, sagt der bekannteste deutsche

Filmkomponist in Hollywood. „Die Musik von

,Gladiator‘ oder ,Rain Man‘ wurde oft als Temp

Track verwendet. Das hörte man dann auch. Dasselbe

passiert gerade mit ‚The Dark Knight’.“

Bildern mit neuer Musik eine neue Sprache zu

verleihen, wird schwierig, wenn bekannte Temp

Tracks benutzt werden. Deshalb beginnt auch Zim-

22

1

mer mit seiner Arbeit am liebsten lange vor Drehbeginn.

„Ich spreche mit dem Kameramann über

Farben und Einstellungen und mit den Schauspielern

darüber, wie sie sich selbst sehen“, sagt der

51-Jährige. „Ich nehme neue Projekte vor allem

deshalb an: Ich erfinde gerne Neues. Ich wiederhole

mich nicht gerne selbst - weswegen ich auch

keine Temp Tracks mag.“

Für „The Dark Knight“ startete Zimmer drei

Monate vor Drehbeginn mit dem Thema für den

Joker. Das Ergebnis war eine Oscar-Nominierung –

und die Disqualifizierung. Der gebürtige Frankfurter

hatte drei Kollegen als Mitkomponisten

angegeben und damit gegen die Regeln der

Academy verstoßen. Zimmer erklärt sein Verhalten:

„An einer großen Filmmusik mitzuwirken,

erleben viele nur einmal im Leben, die Lorbeeren

ernten aber meistens nur die Komponisten. Dabei

sind auch Musikredakteure, Arrangeure und viele

mehr beteiligt. Ich möchte, dass auch diese Leute

ihren Kindern morgen noch die Schule bezahlen

können: Ich nenne sie, damit sie auch etwas von

IlluMINAtI

Nach „Sakrileg“

verantwortet Hans

Zimmer auch die

Musik für „Illuminati“.

virtuos Ausgabe April 2009

den Box-Office-Einnahmen abbekommen, die den

größten Teil unseres Honorars ausmachen.“

Die Gebühren für die Nutzungsrechte

sammelt in den USA die Verwertungsgesellschaft

ASCAP für Zimmer ein, für den Rest der Welt ist die

GEMA zuständig. „Da macht es keinen Unterschied,

ob wir für eine internationale, amerikanische

oder deutsche Produktion arbeiten“, sagt

der US-Komponist. „Ich bin hauptsächlich GEMA-

Mitglied, weil sie erfreulich aggressiv für unsere

Rechte kämpft.“

An seinen riesigen Projekten – am 13. Mai

kommt Dan Browns Roman „Illuminati“ ins Kino –

arbeitet der Oscar-Gewinner nicht alleine: Die

Melodien stammen von Hans Zimmer, doch beim

weiteren Prozedere unterstützen ihn unter anderem

Arrangeure und Orchestratoren, Musikredakteure

und Synthesizer Programmierer. In seinem Studio in

Los Angeles arbeiten zwölf selbstständige Komponisten,

denen 70 Techniker, Assistenten, Programmierer

usw. unter die Arme greifen. Jeder Komponist

arbeitet unabhängig, doch wenn Fragen auftauchen

oder Ideen gefragt sind, profitieren sie von der Nähe

der anderen. Gleichzeitig lernen die Assistenten jede

Menge, wenn sie sich die Tricks des Meisters

abschauen. Zimmer selbst begann genau so: beim

britischen Komponisten Stanley Myers.

lEGENdE Klaus Doldinger komponierte die

Titelmusik zu „Tatort“, „Das Boot“ und „Die

unendliche Geschichte“.

virtuos Ausgabe April 2009

trIttsIchEr

Ramin Djawadi ist auf dem

besten Weg, in die Fußstapfen

von Hans Zimmer zu treten,

entwickelt aber seinen

eigenen Stil.

thE uNborN

Horror verlangt nach

anderer Musik als

Action: Ramin Djawadi

komponierte die Musik

zu „The Unborn“.

Wählt man die Telefonnummer von Zimmer,

landet man deshalb auch bei Ramin Djawadi.

Der Duisburger ging bei dem Oscar-Gewinner

mit Filmen wie „Batman Begins“ und „Fluch der

Karibik“ in die Lehre und hat sich heute in dessen

Studio eingemietet. Inzwischen hat er mit eigenen

Großprojekten Erfolg: Für die Musik zu „Iron Man“

gab es eine Grammy-Nominierung.

Der 35-Jährige wollte nach dem Studium am

Berklee College of Music in Boston eigentlich „mit

meiner Band einen Plattenvertrag haben und auf

Tour gehen“. Doch es kam anders: Der Besitzer seines

liebsten Gitarrengeschäfts in Köln vermittelte

den Kontakt zu Zimmer: „Durch ihn konnte ich in

den USA Fuß fassen und für etablierte Komponisten

als Arrangeur arbeiten.“

Obwohl Djawadi nur ein paar Meter von Zimmer

entfernt arbeitet, hat er seinen eigenen Stil

gefunden. „Ich habe allerdings seine Arbeitsweise

übernommen“, sagt Djawadi, „wie Hans Filme angeht,

ist klasse. Auch ich versuche, mich noch vor

Drehbeginn intensiv mit dem Regisseur zu besprechen.“

Das Gespräch lässt Djawadi erst einmal

sacken, bevor er sich ans Klavier setzt und entscheidet,

welcher Stil passt, welche Instrumente.

Um neue Aufträge zu bekommen, hat sich

Djawadi ein Netzwerk aufgebaut. „Am schönsten ist

es aber, wenn ein Regisseur einen Film mit meiner

Musik gesehen hat und mich anfragt.“ Außerdem

hat der Komponist einen Agenten, der nach

passenden Projekten fahndet. „Aber egal, wie weit

man in der Karriereleiter nach oben steigt – leichter

wird es nicht. Auf einmal konkurriert man mit

den ganz Großen des Geschäfts.“

Zu diesen gehört in Deutschland Klaus

Doldinger, aus dessen Feder unter anderem die

Titel-Melodien vom „Tatort“, von „Das Boot“ und

von „Die unendliche Geschichte“ stammen. „Die

Möglichkeit, zu dramatischen Inhalten zu komponieren,

war eine sehr willkommene und produktive

Erweiterung meines Erfahrungsschatzes“, sagt der

72-Jährige. Der Jazzer mit der klassischen Ausbildung

kam „über einen Umweg“ zu bewegten

Bildern, später ergab ein Auftrag den nächsten. “

23


Jungen Nachwuchskomponisten rät Doldinger

zur Vorsicht: „Es gibt zu viele, die es versuchen.“ Außerdem

werde der Wert guter Filmmusik in Deutschland

selten erkannt, „die Komponisten kommen in

der Phalanx der Filmemacher recht weit hinten“.

Deshalb empfiehlt Doldinger, sich auch durch Live-

Auftritte und Tonträger einen Namen zu machen:

Das Publikum muss wahrnehmen, wer welche Musik

schreibt.“ Spezielle Studiengänge sind für den

Vollblutmusiker keine Erfolgsgarantie: „Viele Studenten

haben mir gesagt, sie besuchen diese Hochschulen

nur, um Kontakte zu knüpfen.“

„Gut eingesetzte Filmmusik ist

das Verbindungsglied zwischen

Film und Zuschauer.“

Darum ging es Annette Focks nicht, als sie sich

für ihre Ausbildung entschieden hat: Sie studierte an

der Musikhochschule Köln – und ergänzte ihr

Wissen mit einem Kompositionsstudium für Film

und Fernsehen an der Hochschule für Musik und

Theater München. Dort studieren keine angehenden

Regisseure und Dramaturgen – und doch ist Focks

heute die bekannteste Filmkomponistin Deutschlands.

Focks erzählt von den unterschiedlichsten Vorgehensweisen

beim Arbeiten: „Bei ‚Vier Minuten‘

habe ich das Abschlusskonzert schon vor Drehbeginn

komponiert, weil die Szene zur Musik gedreht

wurde, bei ‚Krabat’ schrieb ich schon während und

bei ‚Mein Leben’ nach der Schnittphase.“ Wichtig ist

für Focks vor allem, das Drehbuch zu lesen und es

erst mal ruhen zu lassen. „Ich fange niemals sofort

mit dem Komponieren an.“

24

hINtErGruNd

Tykwer, Zimmer & Co.

bEI dEr ArbEIt

Annette Focks konzentriert

sich: Die bekannsteste

deutsche Filmkomponistin

kümmert sich um viele

Aufgaben selbst.

JohN rAbE

Bei ihrem aktuellen

Film „John Rabe“

verwendet Annette

Focks „das große

orchestrale Besteck“.

Die ersten Melodien entstehen später am

Klavier, wenn es schon Bilder gibt, laufen diese dazu.

„Außer kompositorischen Fähigkeiten braucht

man dramaturgisches Gefühl, wenn man sich für

Filmmusik entscheidet“, sagt Focks. Weil die Budgets

in Deutschland sehr viel geringer sind als in

den USA, muss man außerdem sehr eigenständig

arbeiten können. „Ich komponiere, orchestriere,

dirigiere und produziere meine Musik selbst.“ Das

sei manchmal sehr anstrengend, habe aber auch

den Vorteil, „dass alles in meiner Hand bleibt“.

Die Komponistin weiß, wie wichtig die Musik

für einen Film ist: „Gut eingesetzt, ist sie das Verbindungsglied

zwischen Film und Zuschauer. Musik

geht direkt ins vegetative Nervensystem und

berührt den Zuschauer unmittelbar.“ Das Bedürfnis,

wie Tykwer Komposition mit Regie zu verbinden,

hat Focks allerdings nicht: „Ich bin zwar Filmliebhaberin.

Aber ich habe im Leben nie etwas anderes

gewollt als Musik zu machen.“

Netzwerk Ausbildung

In Deutschland gibt es zwei Hochschulen,

deren Studenten von guten Netzwerken profitieren

sollen: Seit 1996 bietet die Filmakademie

Baden-Württemberg einen Studiengang für Filmmusik

an, die Hochschule für Film und Fernsehen

Potsdam seit 2004. An beiden Standorten benötigt

man ein Vordiplom in einem musikalischen

Fach.

Prof. Ulrich Reuter berichtet aus Potsdam:

„Bei uns kommen die Studenten aus den Bereichen

Jazz, Komposition oder haben ein bestimmtes

Instrument studiert.“ 30 Interessenten bewerben

sich jährlich, fünf werden genommen. Obwohl

Ikonen wie Klaus Doldinger oder Hans Zimmer

keine spezifische Ausbildung zum Filmkom-

ponisten durchlaufen haben, sieht Reuter beim

Studium Vorteile: „An der Hochschule darf

man Versuche starten, man hat Freiraum zum

Spinnen.“

Der Studiendekan schätzt ebenso wie sein

Kollege Prof. Matthias Raue aus Ludwigsburg das

Schneeballsystem, das hinter der Hochschulausbildung

steckt. „Man bekommt gute Kontakte zu

Regisseuren, die ebenfalls an der Filmakademie

studieren“, sagt Raue. Durch diese Nähe entstehen

bereits im Studium die ersten Arbeiten,

Teams bilden sich. Auch die Dozenten sind nah

dran am wahren Leben: Raue schrieb einst die

Melodie von „Löwenzahn“ und hat heute ein Studio

in Frankfurt am Main, zu Reuters neueren

Projekten gehört zum Beispiel der TV-Film „Das

Wunder von Berlin“.

virtuos Ausgabe April 2009

Wenn sich der Erfolg einstellt, werden

Alex Christensen (r.) und Oscar Loya

auch in Zukunft gemeinsam swingen

und singen.

MteXt: MARKUS LIPP

Foto: NIKOLAJ GEORGIEW

iss Kiss Kiss Bang, Ihr Bei-

weil

trag für Moskau, ist ein Swing-Titel. Das

Swing-Revival begann etwa in den 90ern.

Wie lange geben Sie diesem Trend noch?

Ewig. Diese Musik gibt es ja auch seit

Ewigkeiten. Warum soll so was aufhören?

Für mich ist Swing auch Popmusik. Und

Popmusik stirbt nicht.

2007 swingte sich Roger Cicero nur auf

Platz 19. Was werden Sie besser machen?

Unfaire Frage. Roger Cicero ist ein fabelhafter

Künstler. Swing mit deutschen

Texten war revolutionär. Der Vergleich ist

schon deshalb nicht legitim, weil ich ja mit

einem englischen Titel ins Rennen gehe.

Was macht Ihrer Meinung nach einen

guten Swing-Titel aus?

Er muss Pop-Appeal haben, man

muss ihn mitsingen können und – ganz

wichtig – die Stimmfarbe muss wiedererkennbar

sein.

Die kommt jetzt von Oscar Loya – ein

Name, der nur Insidern bekannt war.

Wieso gerade er?

Der Song war komponiert und ich

hatte eine Vorstellung von dem passenden

Künstler: ein Amerikaner, der lange

auf allen Bühnen der Welt gespielt hat –

und der steppen kann. Da kam Oscar –

Volltreffer!

Wie arbeiten Sie beide künstlerisch

zusammen?

Na, das sagt doch schon unser Name:

Oscar singt, ich schreibe und swinge.

virtuos Ausgabe April 2009

INtErNAtIoNAlEs

Eurovision Song Contest 2009

Küsschen,

Küsschen!

alex cHristensen Will scHWung in den eurovision

song contest bringen: als „alex sWings oscar

sings!“ fäHrt er Mit sänger oscar loya nacH

Moskau. in virtuos verrät cHristensen, Was

für iHn einen geWinnertitel ausMacHt.

Von Techno über Dancefloor zum Swing –

was zeichnet Sie musikalisch aus?

(lacht) Eigentlich bin ich ein ganz

schlechtes Vorbild! In Deutschland ist man

ja dann am erfolgreichsten, wenn man immer

das Gleiche macht. Ich mag aber

Dinge, die völlig artfremd sind. Ich bin gern

unberechenbar!

Woher nehmen Sie die Inspiration dafür?

Immer Augen und Ohren offenhalten.

Bei uns lag mal das Buch rum: „Was Frauen

an Männern mögen“. Darin kommentieren

Frauen ständig den „tollen Po“ von

Männern. Raten Sie mal, welchen Titel ich

daraus gemacht habe ...

Sie meinen offenbar den „schönsten

Arsch der Welt“. Welchen Anspruch verfolgen

Sie mit Ihren Songs?

Ich will Emotionen wecken. Ich

möchte, dass die Leute Freude haben,

wenn sie meine Songs hören, und dass

dazu getanzt wird. Und man ist stolz, wenn

man’s im Radio hört ...

... oder beim Eurovision Song Contest.

Ihre Meinung: Ist der jetzt besser als

früher?

Ich glaube, es ist schwieriger geworden,

zum Zug zu kommen. Früher haben

die Plattenfirmen bestimmt, was lief. Jetzt

gibt es eine Jury – und Qualität zählt mehr.

Was bedeutet Qualität für Sie?

Qualität ist, was Erfolg hat. Beim

Grand Prix heißt das: Dass man einen Song

auswählt, der überhaupt eine Chance hat –

er ein breites Publikum anspricht. Ich

glaube, Miss Kiss Kiss Bang ist so ein Song.

Warum? Was zeichnet einen ESC-

Gewinnertitel aus?

Internationalität. Unser Song ist in

Englisch, er hat die „große Showtreppe“

mit der Steppeinlage, er hat den Mitsing-

Effekt. Eben alles, was ein erfolgreicher

Popsong braucht.

Wie bewerten Sie einen Guildo Horn oder

einen Stefan Raab?

Ich fand die äußerst interessant, auch

wenn es nicht zu Platz eins gereicht hat.

Stefan Raab hat was ganz Tolles beim

Grand Prix eingeführt: das Augenzwinkern,

die Portion Humor – gerade auch mit seinem

Glitzerjackett. Guildo genauso: Wie

der über die Bühne gestürmt ist!

Und wie wichtig ist der Text?

Die Erfahrung zeigt, dass beim Grand

Prix nicht der Leonard-Cohen-Anspruch

gefragt ist. Unterhaltsam muss es sein.

Wie wünschen Sie sich den ESC der

Zukunft?

Mir wäre es ja am liebsten, wenn das

Publikum entscheidet. Schön wär’s, wenn

der Grand Prix nächstes Jahr in Deutschland

stattfindet – und Hape Kerkeling moderiert.

Bevor es so weit ist – freuen Sie sich schon

auf Moskau?

Und wie! Russland nimmt Entertainment

sehr ernst. Wenn die so einen Riesenwirbel

machen und so viel Geld in die Show

investieren, wird das bestimmt geil.

25


ENquEtE-koMMIssIoN –

dIE GEMA NIMMt stElluNG

celas, recHteWaHrneHMung in europa, tarife für live-Musik –

in iHrer stellungnaHMe zuM scHlussbericHt der enQuete-koMMission

„kultur in deutscHland“ packt die geMa Heisse eisen an.

UteXt: mr

Foto: TOM MAELSA / BILDSCHÖN

nter dem Motto „Die GEMA nimmt

Stellung“ luden der Vorstandsvorsitzende der

GEMA Dr. Harald Heker und der Vorsitzende

des Aufsichtsrats Prof. Christian Bruhn am 3. März

2009 die Abgeordneten des Deutschen Bundestags

zu einem parlamentarischen Abend mit Musik

in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft in

Berlin ein.

Hans-Joachim Otto, MdB (FDP), hieß als Vorsitzender

des Ausschusses für Kultur und Medien des

Deutschen Bundestags und ehemaliges Mitglied

der Enquete-Kommission die ca. 80 Gäste mit

einem Grußwort willkommen, darunter prominente

Vertreter aus Politik und Ministerien wie

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert,

die kulturpolitischen Sprecher Wolfgang Börnsen

(CDU/CSU), Undine Kurth (BÜNDNIS 90/Die

GRÜNEN) und den Abgeordneten Dr. Michael

Bürsch (SPD).

Hans-Joachim Otto begrüßte in seiner Rede

mit Nachdruck, dass die GEMA in den Diskussionen

um eine Modernisierung der kollektiven

Rechtewahrnehmung Position bezieht – sowohl in

Form dieser Veranstaltung als auch mit ihrer

Stellungnahme zu den Handlungsempfehlungen

der Enquete-Kommission. Er betonte, dass sich die

Verwertungsgesellschaften auf die veränderten

technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

einstellen sowie eine Antwort auf die

Frage geben müssen, wie künftig der Lizenzerwerb

in Europa einfacher organisiert werden kann. Hans-

Joachim Otto weiter: „Das bedeutet auch, dass eine

rein wettbewerbspolitische Betrachtung der Aufgabe

der Verwertungsgesellschaften ihrer Bedeutung für

die kulturelle Vielfalt nicht gerecht wird.“

Prof. Dr. Karl Riesenhuber von der Ruhr

Universität Bochum sprach als Mitherausgeber des

inzwischen in zweiter Auflage erschienenen Handbuchs

„Recht und Praxis der GEMA“ einen Kommentar.

Der Komponist und Pianist Joja Wendt

sorgte mit bester Unterhaltung am Flügel für den

musikalischen Rahmen.

Den Hintergrund für diesen Abend bildete der

Schlussbericht der Enquete-Kommission „Kultur

in Deutschland“ des Deutschen Bundestags. Die

GEMA hat die Impulse des Berichts aufgegriffen

und die an sie und die übrigen Verwertungsgesellschaften

gerichteten Handlungsempfehlungen mit

26

Grußwort von Hans-

Joachim Otto, MdB,

Vorsitzender des

Kulturausschusses

Wolfgang Börnsen (l.),

MdB, kulturpolitischer

Sprecher der CDU, im

Gespräch mit

Dr. Harald Heker

„Recht & Praxis der

GEMA“-Herausgeber

unter sich: Prof.

Dr. Jürgen Becker

und Prof. Dr. Karl

Riesenhuber (v.l.)

der Politik im Vorfeld ausführlich diskutiert. Die

Ergebnisse sind in einer Stellungnahme zusammengefasst,

die den Abgeordneten des Deutschen Bundestags

am 3. März 2009 erstmals vorgestellt wurde.

In seinem Vortrag äußerte sich der Vorstandsvorsitzende

der GEMA Dr. Harald Heker zu CELAS und

der europäischen Dimension der kollektiven Rechtewahrnehmung,

zum Außendienst der GEMA und

den Tarifen für Live-Musikveranstaltungen mit

besonderem Schwerpunkt auf der Nachwuchsförderung

sowie zum Kulturauftrag der GEMA.

„Die Solidargemeinschaft der Musikautoren

und Musikverlage ist sich von jeher ihrer gesellschaftspolitischen

Verantwortung bewusst“, so

Dr. Harald Heker. „Wir möchten zukünftig auch

diesen Teil unseres Auftrags noch aktiver und

öffentlich wahrnehmbarer gestalten. Die Voraussetzung

für alle unsere Aktivitäten ist der

gesellschaftliche und politische Konsens darüber,

dass Urheber stets angemessen an den Ergebnissen

ihres kreativen Schaffens beteiligt werden

müssen. Der Bericht der Enquete-Kommission

trägt dem Rechnung, indem er das System der

kollektiven Rechtewahrnehmung durch Verwertungsgesellschaften

befürwortet.“

Die GEMA hat bereits Anfang 2007 mit

Gründung ihrer politischen Verbindungsbüros in

Berlin und Brüssel eine zentrale Stelle für Anfragen

aus der Politik eingerichtet. „Viele der häufig gestellten

Fragen zur Funktion und Arbeitsweise der

GEMA werden in der vorgelegten Stellungnahme

beantwortet“, so Maren Ruhfus, Direktorin Politische

Kommunikation der GEMA. „Damit kommen

wir der wichtigsten Forderung aus der Politik

nach mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit

einen weiteren entscheidenden Schritt entgegen.“

Die erklärunG iM wortlAut

Die vollständige Stellungnahme der GEMA zum

Schlussbericht der Enquete-Kommission„Kultur in

Deutschland“ des Deutschen Bundestags ist im Internet

veröffentlicht: www.gema.de/stellungnahme

Die einzelnen Kapitel: 1. Rechtspolitische Feststellungen,

2. Binnenstruktur der GEMA, 3. CELAS, Option 3, 4. Tarife

im Außendienst der GEMA, 5. Aufsicht, 6. Sozialer und

kultureller Auftrag der GEMA

virtuos Ausgabe April 2009

er Schlussbericht empfiehlt der GEMA, bei ihren Abrechnungsmodellen

die besondere Situation der gemeinnützigen

Strukturen zu berücksichtigen. Zudem sei es aus Sicht der Bundesvereinigung

Deutscher Musikverbände problematisch, dass

bei der GEMA für die Mitglieder des Verbands weitgehend die gleichen

Veranstaltungstarife gelten wie für kommerzielle Konzertveranstalter.

Unabhängig davon hat die GEMA ein Tarifsystem entwickelt,

das möglichst individuell auf die zahlreichen Nutzungsarten von

Musik eingeht. Dies soll sicherstellen, dass gerade auch Besonderheiten

wie gemeinnützige Aspekte berücksichtigt werden können.

Zudem gibt es im Bereich der gemeinnützigen Strukturen Tarifsondernachlässe

und Spezialtarife für zum Beispiel Kinder- und

Jugendeinrichtungen.

vergütungsfreie veranstaltungen oder die

frage „Muss icH für Mein benefizkonzert

geMa-gebüHren zaHlen?“

Gemäß den Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes (§ 52

UrhG) muss berücksichtigt werden, dass die Vergütungspflicht

erst dann entfällt, wenn – neben der sozialen und erzieherischen

Zweckbestimmung der Veranstaltung und des im Gesetz vorgesehenen

bestimmt abgegrenzten Personenkreises – bei der Veranstaltung

kein Eintrittsgeld erhoben wird, die Künstler keine Honorare

erhalten und die Veranstaltung nicht dem Erwerbszweck des Veranstalters

dient. Ziel ist es, dass Urheber nicht schlechter gestellt

werden als zum Beispiel die ausübenden Künstler vor Ort.

die gretcHen-frage: „liebe geMa, Wie Hältst

du’s Mit der nacHWucHsförderung?“

Bislang wird für Veranstaltungen mit Nachwuchs-Musikau-

toren, die in der Regel geringe Einnahmen erzielen, der jeweilige

GEMA-Tarif in voller Höhe fällig, sobald neben den eigenen

Kompositionen auch nur einzelne gecoverte Werke aufgeführt

werden.

Hinzu kommt, dass oftmals GEMA-Nachlässe für die offene

Kinder- und Jugendarbeit sowie die Härtefallnachlassregelung

nicht angewendet werden können, weil der Veranstalter die dafür

notwendigen Kriterien nicht erfüllt.

PolItIk

Parlamentarischer Abend der GEMA

stellungnaHMe der geMa zuM scHlussbericHt der enQuete-koMMission:

rauM für kulturelle vielfalt – der sozial- und kulturtarif der geMa

DteXt: ip

27

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die GEMA

jetzt drei Konzepte zur Förderung von Nachwuchsautoren aus

dem Bereich der Unterhaltungsmusik entwickelt:

konzept i:

Neuer Vergütungssatz „WR-NWSP“ ab März 2009 für Veranstaltungsorte,

die auf dem Gebiet der musikalischen Nachwuchsarbeit

aktiv sind

Dieser neue Tarif richtet sich an Locations mit einer Kapazität

bis max. 150 Personen, in denen weniger bekannte junge Musikautoren

auftreten. Die Veranstalter müssen Vereine sein, die im

Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements ehrenamtlich

geführt werden und in deren Satzung die musikalische Nachwuchsarbeit

verankert ist. Der Eintrittspreis der Konzerte darf

maximal neun Euro betragen.

konzept ii:

Härtefallnachlass-Sonderregelung

Mit Veranstaltern, die regelmäßig unter die Härtefallnachlassregelung,

aber nicht unter den neuen Spielstättentarif fallen,

kann ab sofort eine neue Vereinbarung geschlossen werden. Diese

stellt eine erhebliche administrative Vereinfachung bei der Anwendung

der Härtefallnachlassregelung dar und bedeutet gleichzeitig

mehr Planungssicherheit für die Veranstalter.

konzept iii:

Veranstaltungskonzept zur Nachwuchsförderung

Dieses Konzept zielt auf die Förderung von Spielstätten,

deren Veranstalter nicht die Voraussetzungen für den neuen

Nachwuchs-Tarif erfüllen, die aber neben der Durchführung

von Veranstaltungen mit kommerziellem Charakter auch eine

aktive Nachwuchsförderung und Kulturarbeit leisten.

Das Konzept soll in einem Pilotprojekt in Kooperation mit

dem Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen getestet werden. Vorab

muss noch geklärt werden, ob das Konzept mit geltenden

rechtlichen Rahmenbedingungen vereinbar ist.

virtuos Ausgabe April 2009 27


PolItIk

Was Musik wert ist

BefreiunGsschlAG oDer

tiefschlAG?

eine barriere ist gefallen. seit März bieten die füHrenden

doWnload-portale, allen voran die platzHirscHe itunes und

Musicload, iHre songs oHne kopierscHutz an. die digitalen

MusikHändler Jubeln ob der neuen geWinnaussicHten – zu früH?

MteXt: OLAF BUTTERBROD

arktführer Apple machte den

Anfang. Vor zwei Jahren forderte Apple-Chef

Steve Jobs das Ende des Kopierschutzes –

denn dieser habe „der Piraterie niemals

Einhalt geboten“. Anfang dieses Jahres

nun kündigte Apple-Marketingchef Phil

Schiller an, der Konzern würde tatsächlich

seine etwa zehn Millionen digitalen Musikstücke

ohne Kopierschutz anbieten. Damit

traten die Kalifornier eine Lawine los.

Das größte deutsche Download-Portal

Musicload (sechs Millionen Lieder) zog

nach, und auch das internationale Schwergewicht

Amazon hat zum großen Sprung

angesetzt. Fakt ist: Das Kopierschutz-

Format DRM (Digital Rights Management),

bislang eine der letzten Bastionen gegen

das ungehinderte Verbreiten digitaler

Musik, gehört in die Geschichtsbücher.

Ist das ein Grund zum Jubeln? Die

digitalen Musikhändler jedenfalls sind

optimistisch. „Das Handling von DRM-

geschüzten Musikfiles hat in der Vergangenheit

bei vielen Verbrauchern dazu

geführt, dass sie den digitalen Musik-

vertrieb für kompliziert und unflexibel

hielten“, sagt Joachim Franz. Der Vice

President von Musicload glaubt: „Diese

große potenzielle Käuferschaft können

wir nun von den vielen Vorzügen legaler

Downloads überzeugen.“

In der Tat: Wer einen beispielsweise bei

Musicload gekauften MP3-Song abspielen

28

wollte, brauchte es (ohne aufwendige

technische Kniffe) erst gar nicht auf einem

iPod von Apple versuchen – dort war nur

das ACC-Format abspielbar. So lebten die

Branchenriesen auf ihrer eigenen „technischen

Insel“. Für Millionen Kunden ein

Unding, für den Musikmarkt der Zukunft

eine hausgemachte Fußfessel.

Auch Joachim Franz von Musicload

plädiert deshalb für einen einheitlichen

Audiostandard – für ihn „eine der wesentlichen

Voraussetzungen für die Entwicklung

des legalen Downloads zu einem

erfolgreichen Massenmarkt“.

„die verbreitung illegaler

produkte iM netz ist nocH-

Mals einfacHer geWorden“

Doch nicht alle sind von der Ansicht angetan,

im Kampf gegen Online-Piraten und

illegales Brennen mit dem Kopierschutz

jahrelang auf das falsche Pferd gesetzt zu

haben. Thimo Prziklang von der GEMA

gehört zu den Kritikern des neuen Modells.

Der stellvertretende Direktor der Direktion

Industrie sorgt sich um die Interessen der

Urheber: „Nun sind MP3-Dateien noch

leichter kopierbar als bisher und können

ohne besonderen Aufwand beispielsweise

in illegale Filesharing-Dienste eingestellt

werden.“

Für Prziklang stellt diese Marschroute

die nächste Stufe der Entwertung künstlerischen

Schaffens dar. „Die beliebige

Verbreitung ist jedenfalls kein Weg, um zur

angemessenen Vergütung für die Werknutzung

zu kommen.“ Der Abschied von

DRM, so Prziklang, erschwere die Kontrolle

der Urheberrechte weiter und könne auch

für die Download-Portale zum Eigentor

werden. „Fakt ist: Die Verbreitung illegaler

Produkte im Netz ist nochmals einfacher

geworden. Davon werden auch legale Anbieter

negativ betroffen sein.“

Die GEMA setzt bei der Wahrung der

Interessen und Rechte ihrer Mitglieder

weiterhin auf den juristischen Kampf, etwa

gegen nicht lizenzierte Sharehosting-Angebote,

also „organisierte“ illegale Portale.

Auf eine andere Strategie setzt der

Deutsche Musikverband. Er hat eine neue

(allerdings zivilrechtliche) Runde im Kampf

gegen Raubkopierer eingeläutet. Der Hintergrund:

Viele Staatsanwaltschaften haben

eine „Bagatellgrenze“ eingeführt. Nur wer

mehr als 3.000 Lieder illegal herunterlädt,

wird strafrechtlich verfolgt. Für Dieter

Gorny, Vorsitzender des Verbands, das völlig

falsche Zeichen: „Wer eine CD im Laden

klaut, wird bestraft, wer 100 Musikalben

herunterlädt, kommt ungeschoren davon.“

Der Wegfall des Kopierschutzes wird des

Unrechtsbewusstsein der Online-Piraten

jedenfalls nicht steigern, soviel steht fest.

Bleibt abzuwarten, ob der so lang ersehnte

Befreiungsschlag der Internet-Händler tatsächlich

gelingt – oder die Urheber den

nächsten Tiefschlag verkraften müssen.

virtuos Ausgabe April 2009

DteXt: LOTHAR SCHOLZ

as „Spiegel“-Interview (Ausgabe 10/2009)

mit Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der

Axel Springer AG, hat in den Medien ein großes Echo gefunden.

In dem Interview fordert Döpfner „ein gesetzlich

zu schaffendes Leistungsschutzrecht“ für Verleger, nach dem

die Mehrfachverwertung professionell erstellter Inhalte ver-

gütungspflichtig ist, und stellt die markante These auf: „Der Copypreis

der Zukunft ist das Copyright!“. Es geht um die Frage, ob ein

solches Leistungsschutzrecht Medienhäusern wie Springer hilft,

ihre journalistischen Inhalte vor der Verwertung durch Google

und andere News-Aggregatoren zu schützen, um sie selbst

gewinnbringender vermarkten zu können. Dabei wird nicht

zufällig wiederholt auf die Musikbranche verwiesen, war diese

doch Ende der 90er Jahre durch Napster als Erste von der

unkontrollierten Verbreitung ihrer Inhalte im Internet betroffen.

Sie reagierte durch technische Schutzmaßnahmen und die Forderung

nach einem stärkeren und mittlerweile geschaffenen Schutz

ihrer Rechte im Internet.

döpfners forderung: ein leistungsscHutzrecHt

für verleger Muss gescHaffen Werden!

Auf Grundlage eines neuen Leistungsschutzrechtes für Verleger

könnten Springer und andere Medienhäuser an möglichen

Werbeeinnahmen von Nachrichten-Aggregatoren wie Google

News partizipieren. Das Einziehen der Gebühren würde eine Verwertungsgesellschaft

nach Vorbild der GEMA übernehmen. Da es

um Leistungsschutzrechte geht, hätte hier genau genommen von

der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten gesprochen

werden müssen. Wie dem auch sei, interessant ist die

Tatsache, dass es Leistungsschutzrechte, wie sie für Veranstalter,

Tonträgerhersteller und Rundfunksender 1965 als verwandte

Schutzrechte im Urheberrechtsgesetz aufgenommen worden

sind, für Verlage in Deutschland nicht gibt. Die Leistungsschutzrechte

ermöglichen es, dass Tonträgerhersteller überhaupt Geschäftsmodelle

außerhalb des physischen Markts entwickeln

konnten. Für Musikunternehmen bestehen also deutlich günstigere

rechtliche Rahmenbedingungen als für Medienhäuser.

seine tHese: der copypreis der zukunft

ist das copyrigHt!

Der Copypreis ist eine in der Verlagsbranche für den physischen

Markt wichtige Größe. Mit ihm wird der Verkaufspreis eines Titels

bezeichnet. Die Bezeichnung „Copyright“ wird oft synonym mit

„Urheberrecht“ verwendet, obgleich – wie es der Name schon vermuten

lässt – beide „Rechte“ grundverschieden sind. Nach dem in

Deutschland geltenden Urheberrecht ist ein Werk untrennbar mit

seinem Schöpfer verbunden; in den USA dagegen kann ein Urheber

PolItIk

Schützenswertes schützen

Das Copyright

Der Zukunft

kann die MusikbrancHe der

verlagsbrancHe ein vorbild sein?

aufgrund des dort bestehenden Copyrights sein Werk komplett ver-

äußern. Unabhängig davon, in welchem Sinne Döpfner den Begriff

verwendet, ist die Bedeutung seiner These klar: Der physische Vertrieb

hat ausgedient, dem Rechtehandel gehört bei der Vermarktung

von Inhalten die Zukunft!

Die Musikbranche hat längst zu dieser Erkenntnis kommen

müssen. Seitdem sich die mit Ton- und Videoträgern generierten

Umsätze in den letzten zehn Jahren fast halbiert haben, galt und gilt

es, für sie neue Einnahmequellen zu erschließen. Den vielfältigen

Auswertungsformen von Musik im Internet gehört dabei die

Zukunft. Für den dafür notwendigen Rechtsschutz setzen sich seit

längerem GEMA und Verbände der Musikwirtschaft ein. Der Musikbranche

wird zwar nachgesagt, den technischen Entwicklungen

immer hinterherzuhinken, doch in diesem Fall scheint sie für

führende Marktteilnehmer aus der Verlagsbranche sogar Vorbild

zu sein.

schutZ PEr GEsEtZ

Für ein gesetzlich verbrieftes

Leistungsschutzrecht in der

Verlagsbranche setzt sich

Dr. Mathias Döpfner ein

virtuos Ausgabe April 2009 29


wEr Ist hIEr dEr dIEb?

Hip-Hop, House, druM’n’base – saMpling ist für viele MusikricHtungen

stilbildend. docH Wo Werden die grenzen der legalität überscHritten?

30

DteXt: BIRGIT DOLL

a blätterte ein wenig der Lack vom Idol ab: Britpopper

Ausgerechnet das Gitarrenriff aus „Still Got the

Blues“, einem der größten Ohrwürmer der Neunziger,

sollte schlichtweg geklaut sein. Diese Auffassung

vertrat zumindest das Landgericht München I

und entschied damit einen jahrelangen Rechtsstreit

zwischen „Still Got the Blues“-Interpret Gary Moore

und dem deutschen Komponisten und Musiker

Jürgen Winter. Dabei gilt Moore als lebende Musiklegende,

selbst Russlands Präsident Medwedjew soll

auf einem seiner Konzerte begeistert Luftgitarre

gespielt haben.

Was war passiert? Jürgen Winter zog im Jahre

2000 vor Gericht: Das Solo aus „Still got the Blues“

habe er schon 1974 für sein Lied „Nordrach“

geschrieben – also ganze 16 Jahre vor der Veröffentlichung

von „Still got the Blues“. Damit unterstellte

er Gary Moore ein sensationelles

Gedächtnis: „Nordrach“ war weder auf

Schallplatte noch auf einem anderen

Tonträger jemals zu hören, lediglich auf

diversen Live-Konzerten und wohl im

Radio. Prompt gab Moore an, „Nordrach“

auch gar nicht zu kennen. Doch das Gericht

entschied im Sinne des Klägers, dass die

Übereinstimmungen zwischen beiden Stücken

einfach zu groß seien.

iM trend: die „geborgte“ idee

Kein Einzelfall – immer wieder sehen sich

selbst bekannte Bands und Urheber mit Plagiatsvorwürfen

konfrontiert. So mussten sich die

von Coldplay im Dezember 2008 gegen

die Anschuldigung des US-Gitarristen Joe Satriani

zur Wehr setzen, sich in ihrem Lied „Viva la Vida“

zu sehr von Satrianis „If I Could Fly“ inspiriert

haben zu lassen. Auch R’n’B-Star Rihanna sah sich

unlängst Plagiatsvorwürfen wegen eines Michael-

Jackson-Songs ausgesetzt.

Den eigenen Kreativ-Prozess mit fremden Vorlagen

in Schwung zu bringen, ist allerdings kein

neues Phänomen. Auch früher wurde schon geklaut,

was das Zeug hielt, wie ein Blick in die

Geschichte zeigt: So empörte sich der römische

Dichter Martial, dass ein Poeten-Kollege seine Epigramme

als die eigenen ausgegeben habe. Da die

Gedichte für ihn wie „freigelassene Sklaven“ seien,

könne man den Dieb als „Menschenräuber“

bezeichnen, lateinisch „Plagiarius“ – die Geburtsstunde

des Plagiats.

Nach dem deutschen Urheberrechtsgesetz

(UrhG) können durch das „Sampling“ verschiedene

Rechte berührt sein: Zum einen urheberrechtliche

Nutzungsrechte von Komponisten und Textdichtern,

zum anderen die sogenannten Leistungsschutzrechte

an der Tonaufnahme. Inhaber von

Leistungsschutzrechten sind ausübende Künstler,

die bei der Aufnahme mitgewirkt haben, und

Tonträgerhersteller, die bei der Herstellung der

Tonaufnahme die wirtschaftliche, organisatorische

und technische Leistung erbringen. Von diesen

Rechteinhabern muss vor der Veröffentlichung und

der Verwertung eines Musikwerks, das Samples

enthält, eine Erlaubnis eingeholt werden.

langer Weg zuM legalen

„saMpling“

Wer in seinen eigenen Werken Samples verwenden

möchte, muss im Normalfall mehrere

Wege beschreiten: Sofern der Urheber des genutzten

Musikwerks ein GEMA-Mitglied ist,

nimmt die GEMA für diesen das beim Sampling

berührte mechanische Vervielfältigungsrecht wahr.

Der Nutzer muss daher bei der GEMA eine Erlaubnis

zur Nutzung des mechanischen Vervielfältigungsrechts

einholen. Zudem kann beim Sampling auch

das sogenannte Bearbeitungsrecht des Urhebers

berührt sein. Dieses nimmt der Urheber grundsätzlich

selbst wahr, das heißt der Nutzer muss

auch bei diesem oder dessen Verlag eine Erlaubnis

einholen, bevor er das neu geschaffene Musikwerk

veröffentlicht und verwertet. Schließlich ist für

die Verwendung von Teilen einer Tonaufnahme

auch die Erlaubnis der daran beteiligten ausübenden

Künstler sowie des Tonträgerherstellers

erforderlich.

Allen Samplern, die sich nicht an die Vorschriften

des Urheberrechts halten, drohen folgende

Konsequenzen: Sampling ohne den erforderlichen

vorherigen Rechteerwerb ist rechtswidrig und hat

insbesondere Beseitigungs-, Unterlassungs- und

Schadensersatzansprüche der Rechteinhaber zur

Folge. Dies ergibt sich aus den §§ 97 ff. UrhG. Die

Strafbarkeit von Urheberrechts- und Leistungsschutzrechtsverletzungen,

die in schweren Fällen

eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren zur Folge

haben kann, ergibt sich aus §§ 106 ff. UrhG.

Und das kann kosten. Jüngstes Beispiel: Rapper

Bushido, der von der französischen Band

„Dark Sanctuary“ der Urheberrechtsverletzung in

mehreren Fällen bezichtigt wird. Streitwert: rund

100.000 Euro.

obJekt der MusikaliscHen

begierde: zWei sekunden

rHytHMus

Auch der Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigt

sich in einem viel beachteten Urteil vom 20. November

2008 (Aktenzeichen I ZR 112/06) mit dem Thema

„Sampling“. In dieser Entscheidung vertritt der

BGH die Ansicht, dass ein Eingriff in das Leistungsschutzrecht

des Tonträgerherstellers bereits dann

gegeben ist, „wenn einem Tonträger kleinste Tonfetzen

entnommen werden“. In der Entscheidung ging

es um einen Rechtsstreit zwischen der Band

„Kraftwerk“ und dem Frankfurter Musikprodu-

PolItIk

Plagiat oder Eigenleistung?

zenten Moses Pelham. Hintergrund: 1977 veröffentlichte

die Düsseldorfer Band „Kraftwerk“ eine Platte,

die den Titel „Metall auf Metall“ enthielt. Darauf

zwei Takte lang eine metallisch peitschende Schlagwerksequenz,

keine drei Sekunden lang. Diese gefiel

dem Hip-Hop-Produzenten Moses Pelham so gut,

dass er sie kurzerhand borgte und in Endlosschleife

unter den Sabrina-Setlur-Hit „Nur mir“ legte.

Nicht ohne Folgen: Der erste Zivilsenat des

BGH entschied zugunsten der Düsseldorfer Elektro-

Pioniere „Kraftwerk“. Eine Grundsatzentscheidung.

Nach dem Urteil sind somit nicht nur längere Tonfolgen,

sondern auch ganz kurze „Tonfetzen“ grundsätzlich

geschützt, wenn sie auf einem Tonträger

eingespielt sind.

Nach dem Urteil des BGH sind dabei jedoch die

gesetzlichen Ausnahmen der „freien Benutzung“ gemäß

§ 24 Abs. 1 UrhG zu berücksichtigen. Die Weite

des Schutzes wurde wieder relativiert: So kann die

Benutzung fremder Tonträger ohne Zustimmung

des Tonträgerherstellers erlaubt sein, wenn das neue

Werk zu der entnommenen Tonfolge einen so großen

Abstand hält, dass es als selbstständig anzusehen

ist. Dies gilt nicht, wenn aus dem Originalwerk erkennbar

eine Melodie entnommen und dem neuen

Werk zugrunde gelegt wird. Übertragen auf „Samples“

bedeutet das: Der Einbau von Sounds, einzelnen

Tönen oder Rhythmuselementen kann eine „freie

Benutzung“ sein, wenn der Hörer nicht erkennt, woher

das Material kommt. Wesentliche Teile von

Refrains, sogenannte „Hooklines“, sind damit freilich

nicht gemeint.

Eine „freie Benutzung“ ist nach dem Urteil des

BGH zudem ausgeschlossen, wenn der Samplenutzer

„befähigt und befugt“ wäre, die Töne oder Klänge

selbst neu einzuspielen. Wer nur Kosten für Studiomusiker

sparen will, darf nicht auf das fremde

Material zugreifen. Der BGH fordert einen „gewissen

Notstand“ zur Rechtfertigung der Samplenutzung.

Diese Entscheidung des BGH lässt allerdings weiteren

Raum für Interpretationen, mit denen sich

auch in Zukunft die Gerichte werden befassen

müssen.

Da war es in der Vergangenheit schon einfacher –

da entstanden Plagiate zum Teil aus reiner Bewunderung.

Zum Beispiel die „Schöpfungsmesse“ von

Luigi Gatti, die sich ganz explizit auf „Die Schöpfung“

von Joseph Haydn bezog. Probleme gab es damit

keine, da Gatti in seiner Funktion als Hof- und

Domkapellmeister in Salzburg einfach nur den bewunderten

Chören und Arien der „Schöpfung“ den

lateinischen Messetext unterlegte – ohne dabei das

Original zu verfälschen, nur zu Ehren des Meisters.

krAftwErk

Die deutsche

Elektropop-Legende

klagte gegen die

Verwendung einer

knapp drei Sekunden

langen Sequenz aus

einem ihrer Songs.

virtuos Ausgabe April 2009 virtuos Ausgabe April 2009

31


WillKommen in

münchen zur

GemA-mitGliederversAmmlunG

2009

DteXt: mp/ip

er eine bezeichnet sie als nördlichste Stadt Italiens, der

andere kommt genau aus Italien mit dem Wohnwagen zum einzigartigen

Oktoberfest, der nächste ist der Überzeugung, dass nur

hier richtig guter Fußball gespielt wird – Klischees über München

gibt es viele, doch bei einem sind sich alle einig: München vereint

Kult und Kultur. Vom 22. bis 24. Juni wird letztere bei der GEMA-

Mitgliederversammlung in München ganz groß geschrieben. Alle

Mitglieder sind zur Teilnahme eingeladen – und die lohnt sich,

denn wer teilnimmt, bestimmt auch mit.

Berlin – München – Berlin: Turnusgemäß wechselt die Mitgliederversammlung

der GEMA zwischen der Bundes- und der

bayerischen Landeshauptstadt. Beide beheimaten die GEMA-Generaldirektionen,

beide sind Metropolen am Puls der Zeit, politische

Standorte und nicht zuletzt Städte mit großer kultureller

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Die GEMA betont oft und zu Recht den Kulturauftrag, dem sie

verpflichtet ist – zum Wohle der musikalischen Kultur in Deutschland.

Und diese ist unmittelbar an das Wohl der musikalischen

Urheber gekoppelt. Um den Urhebern und ihren Belangen gerecht

zu werden, entwickelt sich die GEMA beständig weiter. Veränderte

Bedürfnisse der Mitglieder, Anpassungen an Branchen-Entwicklungen,

Positionierung im internationalen Umfeld – allesamt

wichtige Themen, die die GEMA auch im kommenden Jahr bewegen

werden. Und bei denen Mitglieder etwas bewegen können.

Hier zeigt sich für alle Mitglieder der GEMA die Organisationsstruktur

als Verein als wahrer Vorteil:

Bei der Mitgliederversammlung können die Mitglieder nicht

nur Anregungen geben, sondern konkrete Anträge stellen – und

damit direkt auf Planungen und Beschlüsse für das neue

Geschäftsjahr Einfluss nehmen. Denn die GEMA wird nicht von

einigen wenigen bestimmt, die GEMA wird von allen Mitgliedern

geprägt.

In diesem Jahr kommt den teilnehmenden Mitgliedern eine

besonders hohe Verantwortung zu: Die Wahl des Aufsichtsrats sowie

der Delegierten für die kommenden drei Jahre steht auf der

Tagesordnung.

virtuos informiert Sie auf den folgenden Seiten bereits jetzt

über wichtige Themen und Tagesordnungspunkte der Mitgliederversammlung

2009.

32

PflIchtMIttEIluNGEN

Mitgliederversammlung 22. - 24. Juni 2009

Darüber hinaus bietet virtuos Service-Informationen zu

Veranstaltungsort, Hotels und Reiseplanung sowie auch einen

Vorgeschmack auf das Mitgliederfest nach dem ersten Versammlungstag.

Stattfinden wird das Fest auf der Praterinsel, die ihren

Namen dem Wiener Vergnügungspark verdankt. In München

gibt’s dazu sogar eine Insel: Die Isar macht’s möglich. Die gehört ja

neben allem Kult und Kultur auch noch zu München.

virtuos Ausgabe April 2009

Alles neu macht der … Juni!

kurz gefasst: die WaHl des aufsicHtsrats und der delegierten

Das

Superwahljahr 2009 – das gilt auch für

die GEMA. Bei der Mitgliederversammlung werden

sowohl der Aufsichtsrat als auch die Delegierten der

angeschlossenen und außerordentlichen Mitglieder

für die kommenden drei Jahre neu gewählt.

Wie viele Mitglieder Hat der

aufsicHtsrat?

Der Aufsichtsrat besteht aus 15 Mitgliedern: sechs

Komponisten, fünf Verleger und vier Textdichter.

Für jede Berufsgruppe können zwei Stellvertreter

gewählt werden. (§13 (1) Satzung)

Wer kann in den aufsicHtsrat

geWäHlt Werden?

Voraussetzung für die Wahl in den Aufsichtsrat ist

die ordentliche Mitgliedschaft seit mindestens fünf

Jahren. Aus einem Verlag oder einer Verlagsgruppe

kann nur eine Person dem Aufsichtsrat angehören.

(§13 (1) Satzung)

Wie Wird der aufsicHtsrat geWäHlt?

In den Berufsgruppenversammlungen wird nach

Berufsgruppen (Komponisten, Textdichter, Verleger)

getrennt gewählt. Innerhalb der einzelnen Berufsgruppen

erfolgt die Wahl im ersten und zweiten

wAs MAcht Der

AufsichtsrAt?

Der Aufsichtsrat nimmt die

Kontrollfunktion innerhalb

der GEMA wahr. Er berät

und beschließt über alle

wichtigen Themen der

GEMA. Dazu gehört zum

Beispiel die Bestellung des

Vorstands. Der Aufsichtsrat

bestimmt auch, welche

Geschäftsvorfälle

zustimmungsbedürftig

sind. (§13 Satzung)

Jetzt will ich’s wissen:

Wie reicHe icH einen antrag für die MitgliederversaMMlung ein?

die frist für anträge an die MitgliederversaMMlung läuft aM 27. april ab.

AnträGe

hier einreichen:

GEMA Generaldirektion

Direktion Mitglieder

Postfach 80 07 67

81607 München

oder

GEMA Generaldirektion

Mitgliederbüro Berlin

Postfach 30 12 40

10722 Berlin

www.gema.de/

virtuos_0109

zu WelcHen tHeMen kann

Man einen antrag einreicHen?

Gefragt sind Ihre Ideen dazu, wie beispielsweise

die Tantiemenverteilung oder die Organisation der

GEMA verbessert werden können. Anträge können

daher zu Änderungen der Satzung, des Verteilungsplans,

des Berechtigungsvertrags, der Wertungs-

geschäftsordnungen, des Schätzungsverfahrens der

Bearbeiter oder der Versammlungsordnung eingereicht

werden.

Wer kann einen antrag einreicHen

und Wie geHt das vor sicH?

Nur ordentliche Mitglieder können selbst einen Antrag

stellen. Angeschlossene und außerordentliche Mitglieder

müssen die Delegierten oder ordentliche Mitglieder

von ihrem Antragsvorschlag überzeugen,

sodass diese den Antrag einreichen. Für einen Antrag

an die Mitgliederversammlung, der nicht von Vorstand

oder Aufsichtsrat gestellt wird, sind mindestens zehn

Wahlgang mit einfacher Mehrheit, in allen weiteren

Wahlgängen mit relativer Mehrheit. (§11a) Satzung)

Wie lange dauert die aMtszeit des

aufsicHtsrats?

Die Amtsdauer der Aufsichtsratsmitglieder beträgt

drei Jahre ab der Mitgliederversammlung, in der sie

gewählt werden. (§13 (2) Satzung)

Wer sind die delegierten?

In Verbindung mit der Mitgliederversammlung

findet eine Versammlung aller außerordentlichen

und angeschlossenen Mitglieder statt. (§12 (2)

Satzung). Aus diesen werden alle drei Jahre 34

Delegierte gewählt: 16 Komponisten, davon

mindestens sechs Rechtsnachfolger, acht Textdichter,

davon mindestens vier Rechtsnachfolger sowie

zehn Verleger. Die Delegierten nehmen als Stellvertreter

aller außerordentlichen und angeschlossenen

Mitglieder an der Mitgliederversammlung der

ordentlichen Mitglieder teil. (§12 (2) Satzung)

WelcHe recHte Haben delegierte?

Sie haben alle Rechte der ordentlichen Mitglieder

bis auf das passive Wahlrecht – und können unter

den gleichen Voraussetzungen wie die ordentlichen

Mitglieder Anträge für die Mitgliederversammlung

stellen. (§12 (3) und (4) Satzung)

Weitere Infos unter www.gema.de/delegierte

Prof. Christian Bruhn

scheidet nach 18 Jahren

als Vorsitzender aus dem

Aufsichtsrat der GEMA aus.

Unterschriften von ordentlichen Mitgliedern und/

oder Delegierten erforderlich. (§10 (5) Satzung)

Wie sieHt so ein antrag aus?

Ein Antrag beschreibt und begründet, an welcher

Regelung, in welchem Paragrafen eine Änderung

vorgenommen werden soll und wie diese aussieht.

Formelle Vorgaben und Formulare hierfür gibt es keine.

braucHe icH spezielle forMulare, uM

Meinen antrag auf ausserordentlicHe

MitgliedscHaft zu stellen?

Nein. Es genügt ein formloser Brief, in dem rückwirkend

soweit möglich die außerordentliche Mitgliedschaft

beantragt wird, da der Antragsteller die

ordentliche Mitgliedschaft anstrebt. Dazu die oben

beschriebenen Unterlagen – und natürlich die GEMA-

Mitgliedsnummer.

Den Brief senden an: GEMA Mitgliederabteilung,

Rosenheimer Str.11, 81667 München

virtuos Ausgabe April 2009 33


dAmit’s in ihrer

KAsse KlinGelt

MitgliederversaMMlung befasst sicH Mit

„klingeltonurteil“ des bundesgericHtsHofs

und seinen folgen für die geMa-Mitglieder.

PteXt: bm

lötzlich war Jeanette Biedermann

nicht mehr Inhalt der Berichterstattung

über Hitparaden, VIP-Partys und Preisverleihungen.

Plötzlich lief ihr Name in einer

nüchternen Meldung zusammen mit dem

Kürzel I ZR 23/06 über die Nachrichten-

Ticker. I ZR 23/06 ist das Aktenzeichen

eines Urteils des Bundesgerichtshofs

(BGH), das große Bedeutung für GEMA-

Mitglieder und Nutzer hat.

Die Karlsruher Richter vertreten in

dieser Entscheidung die Ansicht, dass für

die Verwendung von Musikwerken als Ruftonmelodien

eine Lizenz der GEMA oder

einer ihrer Schwestergesellschaften ausreicht

und dass es daneben keiner zusätzlichen

Genehmigung des Komponisten

bedarf. Jedoch gilt dies nur für GEMA-Berechtigte,

die mit der GEMA einen Berechtigungsvertrag

in der Fassung ab 2002

geschlossen haben. In den älteren Berechtigungsverträgen

ist der GEMA das Recht,

Musikwerke als Ruftonmelodien zu lizenzieren,

dagegen nicht wirksam übertragen.

Wie alles begann: „rock My

life“ und die geMa

Das Musikwerk „Rock my Life“, komponiert

von einem GEMA-Mitglied, war als

Klingelton – im GEMA-Sprachgebrauch

„Ruftonmelodie“ – im Internet von einem

Anbieter zum Anhören und Herunterladen

angeboten worden.

Daraufhin klagte das Mitglied – und

machte in dieser Klage geltend, dass für die

Nutzung seines Werks als Klingelton zusätzlich

zur Lizenz durch die Verwertungsgesellschaft

auch noch seine persönliche

Einwilligung erforderlich gewesen sei: Er

begründete dies damit, dass die Nutzung

auch einen Eingriff in seine Rechte aus

§§ 14 (Entstellung des Werks) und 23 S. 1

(Bearbeitungen und Umgestaltungen) Urheberrechtsgesetz

(UrhG) beinhalte. Diese

Rechte seien der GEMA im Berechtigungsvertrag

jedoch nicht übertragen und somit

von der erteilten Lizenz nicht erfasst.

34

das urteil des bgH: deM ansprucH

des klägers Wird

stattgegeben

Der BGH hat das Vorliegen eines Eingriffs

in die §§ 14, 23 S. 1 UrhG bejaht und

hat dem Anspruch des Klägers stattgegeben.

Entscheidend war insoweit, dass der

Kläger einen Berechtigungsvertrag in einer

Fassung abgeschlossen hatte, in der die

durch die Mitgliederversammlung der

GEMA vom 25. bis 26. Juni 2002 beschlossenen

Änderungen noch nicht enthalten

waren („Altvertrag“). Nach Auffassung des

BGH waren in diesen Vertrag die Regelungen,

durch die die Rechte für die Nutzung

von Werken als Klingelton auf die

GEMA übertragen werden, nicht wirksam

einbezogen worden. Grund hierfür ist, dass

nach Auffassung des BGH in die Altverträge

die sogenannte Einbeziehungsklausel in § 6

Lit. a Abs. 2 S. 2 und 3 Berechtigungsvertrag

nicht wirksam einbezogen worden war.

Anderes gilt für Berechtigungsverträge,

die nach der Mitgliederversammlung 2002

in der durch diese geschaffene Neufassung

geschlossen wurden: In diesen Berechtigungsverträgen

werden der GEMA sämtliche

Rechte eingeräumt, die zur Nutzung

von Musikwerken als Klingelton erforderlich

sind („Neuverträge“).

Wie es WeitergeHt: Handlungsbedarf

der geMa bei „altverträgen“

und „neuverträgen“

Handlungsbedarf im Verhältnis

GEMA und Nutzer

Im Hinblick auf Lizenzen, die die

GEMA für das mit den Neuverträgen eingeräumte

Repertoire an Nutzer erteilt hat,

besteht kein Handlungsbedarf. Anders verhält

es sich bei Lizenzen, die für das mit

den Altverträgen eingeräumte Repertoire

erteilt wurden, denn insoweit konnte die

GEMA – mangels wirksamer Übertragung

im Berechtigungsvertrag – über die erforderlichen

Rechte nicht verfügen. Die betroffenen

Nutzer können daher von der

GEMA die von ihnen bezahlten Beträge zurückfordern.

Als Folge müsste die GEMA

auch die bereits erfolgte Ausschüttung an

die jeweiligen Berechtigten rückgängig

machen. Der einzelne Berechtigte beziehungsweise

sein Verleger hätte dann die

Möglichkeit, die Vergütung für die bereits

erfolgten Nutzungen unmittelbar gegenüber

dem Anbieter geltend zu machen.

Diese komplizierte Rückabwicklung kann

jedoch dadurch vermieden werden, dass

die betroffenen Berechtigten die von der

GEMA abgeschlossenen Lizenzverträge

nachträglich genehmigen.

Handlungsbedarf auf Ebene

des Muster-Berechtigungsvertrags

Da der BGH entschieden hat, dass im

Berechtigungsvertrag in seiner derzeitigen

Fassung sämtliche für die Nutzung als Klingelton

erforderlichen Rechte eingeräumt

werden, ist zu klären, ob diese umfassende

Rechteeinräumung von den Berechtigten

der GEMA für die Zukunft beibehalten

wird oder ob eine erneute Änderung des

Berechtigungsvertrags durch die Mit-

gliederversammlung erfolgen soll. Durch

eine solche Änderung könnte geregelt

werden, dass die GEMA lediglich das Vervielfältigungsrecht

gemäß § 16 UrhG und

das Recht der öffentlichen Zugänglich-

machung gemäß § 19a UrhG wahrnimmt,

während das Bearbeitungsrecht aus § 23

S. 1 UrhG bei den Berechtigten verbleibt.

virtuos Ausgabe April 2009

PflIchtMIttEIluNGEN

Mitgliederversammlung

Handlungsbedarf auf Ebene der

Altverträge

Bei Altverträgen ist es zunächst erforderlich,

die Einbeziehungsklausel des § 6

Lit. a Abs. 2 S. 2 und 3 Berechtigungsvertrag

durch eine individuelle Vereinbarung mit

den betroffenen Berechtigten zu berücksichtigen,

damit künftige, von der Mitglieder-

versammlung beschlossene Änderungen

über diese Klausel Inhalt der Verträge werden

können. Außerdem sollte die Einräumung

der bisher nicht zuerkannten Rechte

für die Nutzungsart Klingelton durch eine

individuelle Vereinbarung mit den betroffenen

Berechtigten nachgeholt werden.

Dies kann jedoch erst nach der Mitgliederversammlung

2009 erfolgen, wenn diese

über den Umfang der Rechteeinräumung

für diese Nutzungsart erneut beschließt.

Handlungsbedarf auf Ebene der

Neuverträge

Wenn der Muster-Berechtigungsvertrag

dahin geändert wird, dass der GEMA

nur die Rechte aus §§ 16, 19a UrhG für die

Nutzungsart Klingelton eingeräumt werden,

dann werden dadurch – über die Einbeziehungsklausel

des § 6 Lit. a Abs. 2 S. 2

und 3 Berechtigungsvertrag – auch die

Neuverträge entsprechend angepasst.

Weiteres vorgeHen

Vorstand und Aufsichtsrat werden der

Mitgliederversammlung einen Antrag zur

Änderung des Muster-Berechtigungsvertrages

zur Beschlussfassung vorlegen,

durch den die Rechtewahrnehmung für die

Nutzungsart Klingelton ausdrücklich auf

die Rechte aus §§ 16, 19a UrhG beschränkt

wird. Sobald nach der Mitgliederversammlung

feststeht, in welchem Umfang die

GEMA künftig die Rechte für Klingeltöne

wahrnimmt, werden die Berechtigten mit

Altverträgen individuell angeschrieben. Sie

erhalten ein Angebot auf Änderung der bestehenden

Verträge dahin, dass die Rechte

für die Nutzungsart Klingelton sowie die

Einbeziehungsklausel Bestandteil der Verträge

werden. Gleichzeitig erhalten die Berechtigten

eine vorformulierte Erklärung,

mit der die abgeschlossenen Lizenzverträge

genehmigt werden können. Soweit in Einzelfällen

eine Genehmigung schon zu

einem früheren Zeitpunkt erforderlich ist,

wird die GEMA die betroffenen Berechtigten

anschreiben.

Eine ausführliche Analyse der BGH-

Entscheidung finden Sie auf der Website

der GEMA unter www.gema.de/klingelton.

Eine juristische Bewertung der Entscheidung

durch den früheren Justitiar der

GEMA, Dr. Stefan Müller, ist in der April-

Ausgabe der Zeitschrift für Urheber- und

Medienrecht (ZUM) veröffentlicht.

Programm der

mitgliederversammlung

Montag, 22. Juni 2009

15.30 Uhr – Aussprache der außerordentlichen und angeschlossenen Mitglieder getrennt

nach Berufsgruppen und Beratung der Wahlen der Delegierten

17.00 Uhr – Versammlung der außerordentlichen und angeschlossenen Mitglieder

20.00 Uhr – Mitgliederfest

Dienstag, 23. Juni 2009

10.00 Uhr – Berufsgruppenversammlungen der ordentlichen Mitglieder

Mittwoch, 24. Juni 2009

10.00 Uhr – Ordentliche Mitgliederversammlung

übernachtung

Die Mitgliederversammlung selbst wird

im Hotel The Westin Grand München Arabellapark,

Arabellastraße 6, stattfinden. Wer

dort auch übernachten möchte, profitiert

bei einer Buchung bis zum 6. Mai 2009 von

speziellen Tarifen: 167 Euro für ein Einzel-/

Doppelzimmer in der Kategorie Executive.

Das Frühstücksbuffet wird mit 27 Euro pro

Person und Tag berechnet. Bitte buchen

Sie unter dem Stichwort „GEMA“ unter

Telefon 089 - 9 30 01 63 96, unter der kostenfreien

internationalen Reservierungsnummer

00800 - 3 25 35 35 35, per Fax

unter der Nummer 089 - 9 30 01 68 37

oder per E-Mail an muenchen.reservation@arabellasheraton.com.

Einen speziellen Tarif gibt es ebenfalls

im Hotel Four Points by Sheraton München

Central, Schwanthaler Str. 111. Die Zimmer

sind bis zum 11. Mai 2009 für 130,00 Euro

(Einzelzimmer) oder 149,00 Euro (Doppelzimmer)

inklusive Frühstück ebenfalls

unter dem Stichwort „GEMA“ buchbar:

Telefon 089 - 5 10 83 750 oder 00800 -

3 25 35 35 35 oder Fax 089 - 5 10 83 800.

fEstE fEIErN

Die Gewölbe der

Praterinsel

lassen keine

Wünsche offen.

das Fest für

die mitglieder

Wo gearbeitet wird, muss auch gefeiert

werden. Das gilt natürlich auch für die Mitgliederversammlung

der GEMA: Am 22.

Juni, am Abend des ersten Veranstaltungstags,

ist die Münchner Praterinsel der

perfekte Platz, um alte Bekannte zu treffen,

neue Freundschaften zu knüpfen, gute

Musik zu hören und einen lauen Sommerabend

unter bayerischem Himmel zu

genießen.

Ab 20.00 Uhr spielt die Musik auf einer

der beiden befestigten und bebauten Isar-

Inseln Münchens. Geplant sind mehrere

Festbereiche: im lauschigen Innenhof

ebenso wie in den altehrwürdigen Säulenhallen

der ehemaligen Schnapsfabrik.

Außerdem wird es verschieden Bereiche

mit Sitzgelegenheiten, Stehtischen und

einem großen Buffet geben.

virtuos Ausgabe April 2009 35


D

ie Mitglieder der GEMA hatten bereits 2007 auf ihrer Versammlung

beschlossen, die Bestimmung zur Verrechnung von

Musik im Gottesdienst in Abschnitt VII Ziff. 3e) der Aufführungsbestimmung

zum Verteilungsplan A der GEMA zu konkretisieren:

Die Einnahmen werden „anhand stichprobenartiger Erhebungen

der Kirchen verrechnet. Art und Umfang der Erhebungen werden

von Aufsichtsrat und Vorstand festgelegt. Die Grundsätze der

stichprobenartigen Erhebung werden veröffentlicht (…)“.

Der Aufsichtsrat hat am 15./16. Oktober 2008 auf Empfehlung

der Verteilungsplankommission einem Erhebungsverfahren einstimmig

zugestimmt. Das Verfahren für die repräsentative Ermittlung

der Musik im Gottesdienst in evangelischen und katholischen

Kirchen hatte die Kommission vorab mit den beiden großen

Kirchen abgesprochen. Die Erhebung wird demnach nach

folgenden Grundsätzen durchgeführt:

36

PflIchtMIttEIluNGEN

Musik im Gottesdienst

Halleluja!

verrecHnung in der sparte Musik

iM gottesdienst (ki)

- sechsprozentige repräsentative Stichprobe

- mindestens 400 Kirchengemeinden

- Schichtung der Stichproben nach

Diözesen bzw. Landeskirchen

- Auswahl der Kirchengemeinden

nach dem Zufallsprinzip

Diese Grundsätze entsprechen auch dem Verfahren, das bereits

das Institut für kirchliche Sozialforschung des Bistums Essen

(IKSE) für die gleichartige Erhebung zur Musiknutzung im Gottesdienst

der katholischen Kirchen in Deutschland anwendet.

Die Erhebungen sollen mindestens alle vier Jahre stattfinden,

allerdings hält die GEMA eine Neuerhebung im zweijährigen

Abstand für wünschenswert.

SchiedSverfAhren der BiTKOM

D

entscHeidung über vergütungen fällt WoHl nocH 2009

er Branchenverband BITKOM (Bundesverband

Informationswirtschaft, Telekommunikation und

neue Medien e.V.) hat am 23. Dezember 2008 bei

der Schiedsstelle des Deutschen Patent- und

Markenamts einen Antrag auf Einleitung eines

Schiedsstellenverfahrens eingereicht.

Als Begründung gibt BITKOM an, dass Vergütungen,

die sich aus einigen veröffentlichten GEMA-

Tarifen ergeben, nicht angemessen seien. Dazu zählen

die Bereiche Online-Download, Streaming und

die sogenannten Tethered Download-Verfahren*,

die in der Sparte MOD ausgeschüttet werden.

Die BITKOM hat das Schiedsstellenverfahren

rückwirkend zum 1. Januar 2008 beantragt, die GEMA

wird als erste Reaktion Verhandlungen zu Interimsvereinbarungen

mit der BITKOM aufnehmen.

Das Schiedsstellenverfahren hat Auswirkungen

auf die GEMA-Abrechung aus diesen Nutzungen an

die berechtigten Rechteinhaber: Bis zu einer Entscheidung

der Schiedsstelle müssen die GEMA-

Abrechnungen auf die unstrittigen Anteile beschränkt

bleiben und sind aus diesem Grund

reduziert. Mit einer Entscheidung der Schiedsstelle

ist voraussichtlich Ende dieses Jahres zu rechnen.

* tethereD DownloAD

Unter Tethered Download versteht man zeitlich oder

technisch begrenzt verfügbare Downloads. So können

etwa registrierte Nutzer eines speziellen Anbieters dessen

Musikrepertoire downloaden – aber nur nach Anmeldung

über ein Benutzerkonto oder auch nur auf einem registrierten

Gerät (und nicht auf portablen Endgeräten). Ebenso

kann Tethered Download aber auch das zeitlich begrenzte

Abonnement eines bestimmten Angebots bezeichnen.

virtuos Ausgabe April 2009

INtErN

Bilanzpressekonferenz

Auszug aus dem Geschäftsbericht

iM raHMen der bilanzpressekonferenz stellt die geMa

aM 23. april 2009 den gescHäftsbericHt für das JaHr

2008 vor und scHliesst daMit das gescHäftsJaHr 2008

offiziell ab. für den koMpakten überblick präsentiert

virtuos alle WicHtigen zaHlen und fakten in forM

eines auszugs aus deM gescHäftsbericHt:

Erträge 874,378 849,599 823,007

Aufwendungen 121,673 120,291 122,357

Verteilungssumme 752,705 729,308 700,650

Kostensatz 13,9% 14,2% 14,9%

Zur Ertragsseite:

Gliederung nach Rechten:

Aufführungs-, Vorführungs-,

Sende- und Wiedergaberechte 396,886 399,086 402,208

Vervielfältigungsrechte 201,488 206,189 193,389

davon – aus Tonträgerlizenzen 102,471 94,490 85,094

– aus anderen Sparten 99,017 111,699 108,295

Vergütungsansprüche 41,638 41,318 30,223

Inkassomandate 207,336 167,613 159,719

davon – aus der zentralen Lizenzierung von

Tonträgern und Bildtonträgern 119,971 94,809 72,099

– für andere Verwertungsgesellschaften 87,365 72,804 87,620

Sonstige Erträge 27,030 35,393 37,468

874,378 849,599 823,007

Gliederung nach Sparten:

Lebende Musik 79,212 82,999 80,929

Tonfilm 8,657 8,131 8,391

Mechanische Musik 119,351 121,964 122,420

Vergütungsansprüche nach § 27 UrhG 6,703 6,669 6,019

Tonträger- und Bildtonträgervervielfältigung 240,609 220,585 186,758

Inkassomandate für andere

Verwertungsgesellschaften 52,786 51,333 52,151

Vergütungsansprüche nach § 54 UrhG 34,935 34,649 24,204

Rundfunk und Fernsehen 245,015 224,878 241,457

Ausland 60,080 62,998 63,210

Sonstige Erträge 27,030 35,393 37,468

874,378 849,599 823,007

Zur Aufwandsseite:

2006 2007 2008

Mio. Euro Mio. Euro Mio. Euro

Persönliche Kosten 66,750 65,473 65,179

Sachliche Kosten 54,923 54,818 57,178

121,673 120,291 122,357

virtuos Ausgabe April 2009 37


INtErN

Ordentliche Mitgliedschaft

WAS BIN ICH? BIN ICH?

WAS

oder die frage: Was bringt Mir die ordentlicHe MitgliedscHaft?

GteXt: mp/ip

ehört haben wir alle schon davon,

dass es bei der GEMA angeschlossene,

außerordentliche und ordentliche Mitglieder

gibt. Doch nicht jeder weiß, was es

damit eigentlich auf sich hat.

Immer wieder tauchen auch in den

Medien Diskussionen über die „Zweiklassengesellschaft“

bei der GEMA auf. Ist da

was dran? virtuos hat für Sie die wichtigsten

Infos zu den Mitgliederstatus zusammengestellt.

1.

das WicHtigste vorWeg:

Hat Mein Mitgliedsstatus

ausWirkungen auf Meine

tantieMen?

Nein. Die Differenzierung in die drei

Status hat keinerlei Auswirkungen auf

die Rechtewahrnehmung. Angeschlossene,

außerordentliche und ordentliche Mitglieder

werden gleich behandelt. Auch

die kulturellen Fördermaßnahmen im

Rahmen der Wertung stehen allen gleichermaßen

offen.

2.

WelcHe Mitgliederstatus

gibt es?

Die GEMA bietet drei verschiedene

Formen der Mitgliedschaft an – die angeschlossene,

die außerordentliche und die

ordentliche Mitgliedschaft. Für ein neues

Mitglied ist zunächst der angeschlossene

oder außerordentliche Status vorgesehen.

Ordentliches Mitglied hingegen kann man

erst nach fünf Jahren außerordentlicher

Mitgliedschaft werden.

3.

„WelcHes scHWeinderl

Hätten’s denn gern?“

„das ordentlicHe, bitte!“

oder: Was bringt

Mir die ordentlicHe

MitgliedscHaft konkret?

Kurz gesagt, bringt sie die Möglichkeit

zur aktiven Mitbestimmung und

Gestaltung der GEMA und – in unseren

wirtschaftlich bewegten Zeiten immer

wichtiger werdend – einen Beitrag zur

38

Alterssicherung.Ordentliche Mitglieder

sind zur Stimmabgabe in der Mitgliederversammlung

berechtigt. Das bedeutet,

dass sie zum Beispiel darüber entscheiden,

wie die Lizenzeinnahmen an die Mitglieder

verteilt werden. In Notsituationen

können sie Unterstützung durch die

GEMA-Sozialkasse bekommen. Nach

mindestens 20-jähriger ordentlicher Mitgliedschaft

erhalten sie Zuwendungen aus

einem eigens eingerichteten Fonds zur Alterssicherung.

Dieser Fonds speist sich

aus Anteilen der sogenannten Ausfall-

zuschläge der ordentlichen Mitglieder.

Voraussetzung für beide Arten der Unterstützung

ist die Vollendung des 60.

Lebensjahrs.

4.

Wie Werde icH ordentlicHes

Mitglied?

Jedes außerordentliche GEMA-

Mitglied kann nach mindestens fünfjähriger

Zugehörigkeit ordentliches Mitglied

werden. Jedes Mitglied kann nur in

einer der Berufsgruppen ordentliches Mitglied

werden.

Notwendig sind bestimmte Gesamtund

Jahresmindestaufkommen, also die

Höhe der Tantiemen, die man von der

GEMA bekommt. Für Komponisten und

Textdichter heißt das, bezogen auf das

Aufkommen in der jeweiligen Berufsgruppe:

mindestens 30.000 Euro für insgesamt

fünf aufeinander folgende Jahre sowie

1.800 Euro pro Jahr in vier aufeinanderfolgenden

Jahren – mit dem „One Hit

Wonder“ ist es also nicht getan, sondern

kontinuierlicher wirtschaftlicher Erfolg

durch das eigene Schaffen ist gefragt.

Für Musikverleger belaufen sich die

jeweiligen Summen auf 75.000 Euro

beziehungsweise 4.500 Euro. Für Urheber

und Musikverleger der Ernsten Musik

verringern sich die Mindestbeträge um

ein Drittel.

5.

Wie Werde icH ausserordentlicHes

Mitglied?

Komponisten müssen fünf Kompositionen,

zum Beispiel in Form eines Klavier-

auszugs, einreichen. Von Textdichtern

benötigt die GEMA fünf selbst verfasste

und vertonte Texte (inklusive der Tonträger

mit der Musik zu den Texten).Verlage der

Ernsten Musik reichen 25 handelsübliche

Instrumentalmusikausgaben oder zehn

Orchesterleihmaterialien ein.

Verlage der Unterhaltungs- und Tanzmusik

weisen ihre verlegerische Tätigkeit

entweder durch Klavier- oder Akkordeon-

Einzelausgaben für 50 Werke, Salonorchester-Ausgaben

für 10 Werke oder

Combo- oder Blasmusik-Ausgaben für

15 Werke nach.

Die verlegerische Tätigkeit kann auch

durch bestimmte Mindestaufkommen

nachgewiesen werden. Dafür müssen

25 Druckausgaben eingereicht werden.

Außerdem muss der antragstellende Verlag

im Handelsregister eingetragen sein.

6.

braucHe icH spezielle

forMulare, uM Meinen

antrag auf ausser-

ordentlicHe Mitglied-

scHaft zu stellen?

Nein. Es genügt ein formloser Brief,

indem die außerordentliche Mitgliedschaft

beantragt wird. Dazu die oben beschriebenen

Unterlagen – und natürlich

die GEMA-Mitgliedsnummer. Den Brief

senden an: GEMA, Direktion Mitglieder /

Ausschüttung, Postfach 80 07 67, 81607

München

wollen sie Mehr?

Weiterführende Infos zu allen Punkten

finden Sie unter www.gema.de/virtuos_0109

oder in der Rubrik GEMA-Wissen ab

Seite 52 in diesem Heft.

Direktion Mitglieder

GEMA-Generaldirektion

Rosenheimer Str. 11

81667 München

Tel.: 089-48003-642

Fax: 089-48003-240

E-Mail: mg@gema.de

virtuos Ausgabe April 2009

EINsPruch

Aktuelle Rechtsfälle verständlich erklärt

AlphAloAD

vs. GeMA BeaMDvD

Vs. GeMa

iM gericHtsurteil gegen den

dienstanbieter alpHaload ist

ein WicHtiger scHritt gegen

internet-piraterie gelungen.

teXt: mp teXt: mp

der fall –

Der kostenpflichtige Dienstanbieter Alphaload vermittelt seinen

Kunden den Zugang zum Usenet. Er unterstützt zudem die Suche

nach Inhalten sowie deren Download mittels einer speziellen

Software. Der Dienstanbieter hatte nachhaltig damit geworben,

dass Nutzer kostengünstig, sicher vor Rechtsverfolgung sowie

schnell und anonym Zugriff auf Filme, MP3-Dateien, Software

oder Games bekämen. Aus dem GEMA-Repertoire wurde im Angebot

von Alphaload eine große Anzahl Musikwerke urheberrechtswidrig

genutzt, d.h. öffentlich zugänglich gemacht – der

Prozess beschäftigte sich explizit mit 139 Musikwerken.

§ das urteil §

Gesprochen am 28. Januar 2009 zugunsten der GEMA im

Rahmen eines Verfahrens des einstweiligen Rechtsschutzes.

Bestätigung des Unterlassungsurteils des Landgerichts Hamburg

vom 26. Oktober 2007.

Gemäß dem Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg müssen

von den Internet-Plattformen www.alphaload.de und www.alphaload.org

die betroffenen Musikwerke des GEMA-Repertoires entfernt

werden. Zudem muss der Anbieter sämtliche Werbeaussagen

löschen, mit denen die Nutzung des Dienstes zu illegalen Zwecken

propagiert wird.

Das Gericht folgte mit dem Urteil erneut dem Antrag der

GEMA in vollem Umfang. Begründet wurde dies durch das bestehende

deutsche Urheberrecht, das Alphaload durch sein Angebot

und seine Werbeaussagen verletzt hatte.

die fragen an unsere expertin dr. kerstin

bäcker (lausen recHtsanWälte)

Warum hat die Bestätigung des Urteils so lange gedauert?

Der entscheidende Senat beim Oberlandesgericht Hamburg

war unseres Wissens eine Zeit lang nicht vollständig besetzt und

deshalb hat sich dort über einige Monate eine Vielzahl von Verfahren

angestaut, die vor dieser Sache noch abgearbeitet werden

mussten.

Was bedeutet dieses Urteil zugunsten der GEMA für die

Strategie im Vorgehen gegen Internet-Piraterie?

Das Urteil ist ein wichtiger Schritt im Zusammenhang mit

der Haftung von sog. Zugangsvermittlern. Das Urteil zeigt, dass

Zugangsvermittler durchaus auch für Rechtsverletzungen, die

von ihren Nutzern begangen werden, zur Verantwortung gezogen

werden können. Bislang haben solche Dienste immer versucht,

sich damit zu verteidigen, dass sie nur technische Dienstleister

sind, die nicht für Rechtsverletzungen in ihrem Dienst haften – so

auch Alphaload, der sich sogar mit den illegalen Nutzungsmöglichkeiten

gebrüstet hat. Für die künftige Strategie bedeutet dies,

dass Zugangsvermittler als zentrale Ansprechpartner für das

Usenet und Internet im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten

die Urheber mehr im Kampf gegen die illegale Nutzung von

Inhalten unterstützen sollten.

Wie ein video-on-deMand-service

die recHte von koMponisten

verletzte – und den naMen der

geMa MissbraucHte.

der fall –

Die Nutzer der Website www.beamdvd.de konnten sich Filme aussuchen,

ansehen oder herunterladen. Der Dienstbetreiber hatte

Filme in seinem kostenpflichtigen Angebot, für die GEMA-

Mitglieder die Musik komponiert haben – dadurch werden Rechte

aus dem GEMA-Repertoire berührt. Die BeamDVD GmbH hatte

ihren Dienst bei der GEMA als herkömmliche Videothek lizenziert.

Aus Sicht der GEMA muss jedoch ein Video-on-Demand-Tarif

angewendet werden. Die BeamDVD GmbH bezeichnete sich

außerdem auf ihrer Website ohne Erlaubnis der GEMA als „GEMA-

Partner“ und unter Abbildung des GEMA-Logos als „GEMA-Partner

– garantiert legaler Service“. Damit und mit den Kompositionen

zu „Das Wunder von Berlin“, „Deutschland, ein Sommermärchen“

und „Gasoline“ befasste sich das einstweilige Verfügungsverfahren.

§ das urteil §

Gesprochen am 6. Februar 2009 zugunsten der GEMA mit Verhängung

einer einstweiligen Verfügung gegen die BeamDVD GmbH.

Gemäß dem Beschluss des Landgerichts Köln mussten von

BeamDVD die betroffenen Filme entfernt werden, solange keine

Zustimmung der GEMA für deren Zugänglichmachung auf

BeamDVD besteht. Zudem verfügte das Landgericht, dass sämtliche

Logos und Formulierungen wie „GEMA-Partner“ entfernt

werden. Das Gericht folgte mit der einstweiligen Verfügung dem

Antrag der GEMA in vollem Umfang. Begründet wurde dies unter

anderem durch das deutsche Urheberrecht, das BeamDVD

verletzt hat. Im März 2009 hat BeamDVD seinen Dienst (vorübergehend?)

eingestellt.

die frage an unseren experten roland Wolf

(facHreferent der direktion aussendienst)

Was ist der Unterschied zwischen den GEMA-Tarifen für eine

herkömmliche Videothek und einen Video-on-Demand-Service?

Es geht im vorliegenden Fall um die beiden folgenden Tarife:

1. Mit dem Tarif V-BT wird der Vergütungsanspruch für das Vermieten

von Bildtonträgern wie DVDs durch Videotheken und vergleichbare

Betriebe abgegolten. Pro angefangene 100 Stück der

dort angebotenen Bildtonträger werden je Betrieb monatlich

15,10 Euro netto fällig. Auch eine Abrechnung nach Umsatzerlösen

(i.d.R. 3,63%) ist möglich.

2. Der Tarif VR-OD 4 gilt im Unterschied dazu ausschließlich für

Film-/Video-on-Demand-Angebote, welche die Speicherung von

Filmvideos sowie deren Zugänglichmachung zum Streaming und/

oder Download beim Endnutzer ermöglichen. Die Vergütung

beträgt hier im Regelfall 10 % des Endverkaufspreises beziehungsweise

der betreffenden Abonnemententgelte.

Der Unterschied liegt also zum einen in der Höhe der Vergütungen,

vor allem aber in der Art der mit der Zahlung der

Vergütung abgegoltenen Ansprüche. Während der Tarif V-BT die

gesetzlichen Vergütungsansprüche berührt, werden mit dem Tarif

VR-OD 4 Rechte abgegolten (§ 19a UrhG).

virtuos Ausgabe April 2009 39


PErsöNlIch

Gesichter der GEMA

weil …

Hinter der geMa steHen MeHr als 60.000 Mitglieder,

die der verWertungsgesellscHaft die WaHrung iHrer

urHeberrecHte anvertrauen. Hier verraten sieben

koMponisten der e-Musik-sparte, Was sie darüber

Hinaus Mit der geMa verbinden.

Ich bin GEMA-Mitglied,

hANs lüdEMANN

Die GEMA ist für uns

kreative Musiker in

Deutschland der

Garant, dass unsere

Rechte gegenüber

Veranstaltern, Produzenten

und Medien

geschützt werden. Mit

der Wahrnehmung

unserer Urheberrechte,

aber auch mit diesen

unterstützenden

kulturellen und

sozialen Maßnahmen

leistet sie einen

wichtigen Beitrag, den

kulturellen Nährboden

unserer Gesellschaft zu

schaffen. Im Vergleich

der Urheberrechtsgesellschaften

hat die GEMA

international unter den

Musikern einen

besonders guten Ruf.

MorItZ EGGErt

Seitdem es Urheberrechte

gibt, sind

Diebstahl und Ausbeutung

von schöpferischen

Leistungen deutlich

zurückgegangen und

die Situation für die

Urheber hat sich

eindeutig verbessert.

Wer hier die Uhr

zurückdrehen will,

schadet also direkt den

kreativen Kräften dieses

Landes, die auf einen

Lebensunterhalt durch

ihre schöpferische

Arbeit angewiesen sind. Dennoch muss das

Urheberrecht mit der Zeit gehen und sich den

Anforderungen des digitalen Zeitalters stellen. Wir

sollten die GEMA dabei unterstützen, diesen Weg

mitzugehen und als treibende Kraft in Europa das

Urheberrecht der Zukunft mitzugestalten.

40

dorothEA

hofMANN

Das Bewusstsein für das

Recht der Künstler am

eigenen Kunstwerk war

eine Errungenschaft der

französischen Revolution

– und es muss doch

bis heute immer wieder

aufs Neue eingefordert

werden! Die GEMA ist

für uns Komponisten

der wesentliche Partner

zur Wahrung unserer

Rechte!

MArGuErItE kollo

Mein Großvater, der

Berliner Operettenkomponist

Walter Kollo, war

1916 Mitbegründer der

GEMA und Mitglied für

die Kurie der Komponisten

im ersten

Aufsichtsrat dieser bis

heute bestehenden

Gesellschaft, die den

Schutz des geistigen

Eigentums als nicht

profitorientiertes

Unternehmen im Auftrag der Autoren wahrnimmt.

Damit sorgt sie für die existentielle Grundlage der

deutschen Komponisten und Textdichter. Gerade in

der heutigen Zeit der globalen virtuellen Nutzung

von geistigen Schöpfungen ist eine Institution wie

die GEMA für den Schutz dieser Werte und die

Existenz der Schöpfer derselben von höchster

Wichtigkeit. Ich wünsche mir, dass die Öffentlichkeit

und besonders auch die jüngere Generation

über diese Zusammenhänge Kenntnis erlangt und

so das entsprechende Verständnis für die Arbeit der

GEMA aufbringen kann.

Prof. JAN

MüllEr-wIElANd

Die GEMA bedeutet für

mich unter anderem

Fairness, Solidarität,

Seriosität im Umgang

mit erarbeiteten

Geldern für und durch

Kunstmusik.

MArtIN böttchEr

Die GEMA ist der

Baum, der uns schützt.

Ohne sie würden wir

im Regen stehen.

Prof. MAtthIAs drudE

Laut einer Erhebung des Deutschen Komponistenverbands

von 2002 entstehen weniger als 30 % aller

E-Musik-Werke deutscher Komponistinnen und

Komponisten auf einen bezahlten Auftrag hin.

Ausschüttungen der GEMA stellen somit oft die

einzige Einnahmequelle deutscher Komponisten dar,

die in der Regel nur über eine Festanstellung, zum

Beispiel als Hochschullehrer oder durch weitere

freiberufliche Tätigkeiten als ausübende Musiker oder

Musikpädagogen, zu einer gesicherten ökonomischen

Basis gelangen können. (…) Der Verkauf des in Form

der Partitur vorliegenden Musikwerks spielt (…) eine

zu vernachlässigende Rolle. Erst durch Aufführungen,

CD-Produktionen und Rundfunksendungen wird ein

Musikwerk zum Leben erweckt. Dass der Komponist

an den Erträgen daraus angemessen beteiligt wird,

dafür sorgt die GEMA.

virtuos Ausgabe April 2009

ANZEIGE


GEburtstAGE

Eine runde Sache

herzlichen

Glückwunsch!

die geMa gratuliert iHren geburtstagskindern!

teXt: MARKUS LIPP

Foto: ANTON CORBIJN, GEMA, KOCH/

UNIVERSAL MUSIC, MANFRED ESSER

vita brevis, ars longa – das Leben ist kurz, die

Kunst ist lang, heißt es bei Seneca. Wie schön,

wenn einem Künstler ein langes Leben beschieden

ist – und damit reichlich Gelegenheit, schöpferisch

tätig zu sein. Die GEMA gratuliert all ihren

Jubilaren der vergangenen und kommenden

Monate – und stellvertretend nennen wir an dieser

95 JaHre

MASANETZ, GUIDO

WEITZE, WERNER

90 JaHre

LEHN, ERWIN

85 JaHre

ACKERMANN, HORST

ARMBRUESTER, FRED

BORCHARD-JACOBY, WOLFGANG

FALK, HERBERT

HEILMANN, HARALD

KELEMEN, MILKO

RADERMACHER, FRIEDRICH

SANDLOFF, PETER

SCHMITZ-BRANDT, PETER

SCHUMANN, COCO

80 JaHre

BARTHEL, KARL WOLFGANG

BRANDENSTEIN, WOLFGANG

BUETTNER, RUDI

ECKERT, HEINZ

LAST, JAMES

MAMANGAKIS, NIKOS

PAULSEN, RALF

PLEVA, HARRY

STADLMAIR, HANS

STANKE, WALLY

TODE, JOACHIM

ZOEPHEL, KLAUS

42

75 JaHre

BLARR, OSKAR GOTTLIEB

FERSTL, ERICH

GLOBOKAR, VINKO

GROSSKOPF, ERHARD

GUNSENHEIMER, GUSTAV

HUFSCHMIDT, WOLFGANG

KROELL, GEORG

KROSS, HUBERT

MATTHUS, SIEGFRIED

RAEBIGER, FRITZ

ROEDELBERGER, WOLFGANG

ROTH, MAX

SCHMEISSER, JOACHIM

SONDOCK, MAL

STIEBLER, ERNST-ALBRECHT

SUEVERKRUEP, DIETER

THIELE, SIEGFRIED

WETZKER, INGO

70 JaHre

BACKHAUS, CLAUS

BRAEUTIGAM, VOLKER

EHRIG, GUENTER OTTO

HALMO, JOSEF

HARTMANN, OTTO BERNHARD

HILPRECHT, UWE

HUEBNER, RALF-RAINER

KOOP, KLAUS-GERHARD

MACHUS, BERND

SCHMITZ, MANFRED

SOLERA, GIUSEPPE

WENZEL, HANS J.

Stelle einige Namen. Drei prominente Gratulanten

ließen es sich nicht nehmen, persönlich

alles Gute zu wünschen. Dem schließt sich die

virtuos-Redaktion an:

Zum Geburtstag viel Glück, Gesundheit und

noch zahlreiche schöne Jahre voller Musik!

wir gratulieren herzlich allen

Geburtstagskindern von März bis Juli!

WIESEL, ROLAND

WOLTER, JUERGEN

65 JaHre

ANDERT, REINHOLD

BIRR, DIETER

CORDALIS, COSTA

DAHMEN, HANS-GUENTER

DOBROWOLSKI,

JAN FRYDERYK

DREWES, GUENTER

ERDMANN-ABELE, VEIT

FIDDY, JOHN CHARLES

FISCHER, GUENTHER

FROESE, EDGAR

HAMM, WOLFGANG

HAMMERSCHMIDT, NORBERT

HEIDER, JOACHIM

HEIZMANN, KLAUS-HELMUT

KAISER, NORBERT

KAWOHL, DIETMAR

KOBJELA, DETLEF

KRAETZSCHMAR, WILFRIED

KUEHN, JOACHIM

MANN, MARTIN

MEYER, HEINZ-PETER

MONN, ANTON

OBERDOERFFER, MANFRED

OBERNIEDERMAYR, ANDREA

ORLOFF, PETER

OTTO-FUCHS, BRIGITTE

PETRIK, HEINO

RABE, GERHARD

42

ROBERTS, CHRIS

SCHENCKENDORFF, VON

HANS GEORG

SCHMIDT-THEISSEN, HANNS

STEUDTER, PAUL DIETER

60 JaHre

ARNSCHEIDT, PETER

BURSCH, PETER

FACKLAM, HOLGER

HARTL, ADOLF MICHAEL

HORN, ERNST

KOSAKOWSKI, ROLF

KRACKE, ANDREAS F.

LAEMMERHIRT, WERNER

LOST, UWE

LUECKERATH, GUENTER

MUELLER, GUENTER

HELMUT

MUELLER-BRUNN,

CHRISTIAN

PAMPEL, DIETER

PFERDMENGES, ROBERT

POBOT, BENEDIKT FRANZ

SCHADE, HANS-ROLF

SCHLEPPER, EDGAR FRITZ

SCHMIDT-KOWALSKI,

THOMAS

SITTE, ALFRED

STAEBLER, GERHARD F.

WATZ, FRANZ

WEISS,HARALD

ZIMMERMANN, WALTER

HANS HEE

lieber Hans,

ich möchte dir zu deinem 85. geburtstag recht herzlich

gratulieren. auch möchte ich dir noch mal für die vielen

schönen texte danken, die du für mich geschrieben hast.

gerne denke ich zurück an die zeit der platten-aufnahmen

in bremen, als du und deine familie mich so herzlich

aufgenommen habt. ich habe mich bei euch immer sehr

wohlgefühlt und ich glaube, man kann dies in den

aufnahmen auch hören.

alles liebe und gute,

dein „Heintje“

JAMES LAST

hEIN sIMoNs

Sang sich als Kinderstar Heintje in die

Herzen seines Publikums. Hans Hee

schrieb für ihn damals fast alle Lieder.

„Mit 80 Jahren um die Welt!“

in aller Welt erfährt der Mensch und künstler

James last bewunderung für seine lebensleistung.

seine lebensfrohe und lebensbejahende

art fasziniert freunde und fans. seit 1996 dürfen

wir James last weltweit als tourneeveranstalter

begleiten. Wir gratulieren diesem wunderbaren

künstler und großartigen Menschen herzlich

zum geburtstag – und freuen uns auf eine erfolgreiche,

wunderbare und unvergessliche tournee.

die Welt feiert eine legende und wir alle

feiern mit! „chapeau“, Hansi!

dieter semmelmann & alle Mitarbeiter von

semmel concerts gmbH

STEFAN WAGGERSHAUSEN

lieber stefan!

ich habe gehört, dass du geburtstag

hast. Meinen herzlichen

glückwunsch zum sechzigsten, alles

gute und beste gesundheit. danke

für das lied „so bin ich“ und danke

für die gute zusammenarbeit

bei dem text. ich hatte viel freude,

es jeden abend auf meiner

abschiedstournee zu singen.

beste grüße,

daliah lavi

dAlIAh lAVI

Filmschauspielerin

und Sängerin mit

markantem Timbre

virtuos Ausgabe April 2009 virtuos Ausgabe April 2009

43


ärenstark

dr. Harald Heker

zeicHnet „bär“ und „nasH“ aus.

L

audatio in Zeiten der Kritik – Dr. Harald Heker bewies bei seinem

Auftritt vor den Veranstaltern beim Branchenaward LEA

Überzeugungskraft. Trotz Kritik an den notwendigen Erhöhungen

der Tarife engagierte sich die GEMA auch in diesem Jahr als Sponsor

der Preisverleihung für die herausragenden Macher

aus der Veranstaltungsbranche. In der Hamburger Color Line

Arena ehrte Dr. Harald Heker die „Künstlermanager des Jahres“:

Andreas „Bär“ Läsker und Natasha „Nash“ Nopper für das

Management der Fantastischen Vier.

„Der Manager ist für seinen Künstler eine spannende

Mischung aus Wegbereiter, Coach und Freund – mit pädagogischen

Qualitäten. Er ist unverzichtbar im Team des Künstlers,

Urhebers oder einer Musikgruppe“, sagte Dr. Harald Heker in seiner

Ansprache an die Preisträger und Gäste.

für EINEN stArkEN krEAtIVstANdort Stefan

Michalk, Geschäftsführer Bundesverband Musikindustrie,

Dr. Harald Heker und Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender

Bundesverband Musikindustrie (v.l.), in Cannes.

44

fANtAstIsch: Andreas

Läsker (r.) und Natasha

Nopper sind Künstlermanager

des Jahres. Moderator Götz

Alsmann (l.) und GEMA-

Vorstandsvorsitzender

Dr. Harald Heker freuen

sich mit den Managern

der Fantastischen Vier.

krEAtIVE Vor Götz Alsmann (r.) im Gespräch mit Dr. Harald

Heker, der die Laudatio für die Kategorie „Künstlermanager des

Jahres“ hielt.

Bereits vor der Verleihung hatte die GEMA als Hauptsponsor

zum Empfang des LEA e.V. geladen. 140 Gäste kamen – und zeigten

damit auch trotz Kritik ihre Verbundenheit zur GEMA.

MuSiK verBindeT

die WelT

MideM in cannes: geMa und

deutscHer Musikverlegerverband

Mit geMeinsaMeM stand

es ist der traditionelle Jahresbeginn in der internationalen

Musik-Branche und das an einem der schönsten Plätze in Europa:

die MIDEM in Cannes, in diesem Jahr vom 18. bis 21. Januar und

unter dem Motto „The World’s Music Community“.

Die GEMA und der Deutsche Musikverlegerverband luden

diese Gemeinschaft Musikschaffender zur Eröffnung des deutschen

Gemeinschaftsstandes und anschließend zum traditionellen

Lunch im „Plage Ondine“ an der Croisette ein: Ein so

informativer wie nutzenstiftender Beginn des Messe-Jahres 2009,

das für die GEMA auf der Musikmesse in Frankfurt vom

1. bis 4. April weiterging.

virtuos Ausgabe April 2009

45

Ausgezeichnet

Multitalent katJa ebstein erHält

den „fred Jay preis 2009“.

Benannt ist er nach Textdichter Fred Jay (1914 – 1988), dotiert ist

er mit 15.000 Euro und erhalten haben ihn schon unter anderem

Roger Cicero, Rosenstolz, Silbermond, Peter Maffay und Nena.

Nun zählt auch Katja Ebstein zu den Preisträgern: Am 11. März

erhielt sie bei einer familiären Feier in der GEMA-Generaldirektion

München die Auszeichnung aus den Händen von Dr. Harald

Heker: Natürlich ließ es sich Katja Ebstein nicht nehmen, ihre

größten Erfolge und persönlichen Lieblingsstücke zu präsentieren.

Nur eine wurde im Publikum vermisst: Mary Jay-Jacobson, Witwe

von Fred Jay und Initiatorin des Preises, die leider gesundheitsbedingt

nicht teilnehmen konnte.

VErANstAltuNGEN

LEA-Awards, MIDEM, Fred Jay Preis, Jazzahead

Jazz aus dem Stand

neues aus der Welt der JazzMusik auf der „JazzaHead!“

JAZZ lIVE uNd IN fArbE

Saxofon, Schlagzeug, Tuba, Trompete –

musikalische Raffinessen auf der „jazzahead!“ 2009.

ErfolGrEIch Katja Ebstein hat

mittlerweile mehr als 30 Alben veröffentlicht.

Mehr als 170 Aussteller aus 13 Ländern, mehr als 4.800 Besucher

im letzten Jahr – die „jazzahead!“ bestätigt ihr Selbstverständnis

als „das deutsche Jazz-Branchentreffen“. Die Jazz-Fachmesse

findet vom 23. bis 26. April zum vierten Mal im Bremer Congress

Centrum statt. Unter den Ausstellern finden sich Konzert-

agenturen, Instrumentenbauer, Tonträger-Hersteller und Vertriebsfirmen.

Darüber hinaus ist die „jazzahead!“ auch Festival, Konferenz

und Symposium. Das Festival, das 2009 erstmals als „European

Jazz Meeting“ firmiert, setzt den Schwerpunkt diesmal auf Frankreich,

Katalonien, Luxemburg und Großbritannien. Die internationale

kulturpolitische Konferenz behandelt Themen wie „Tourism

Meets Jazz“ oder „Praxis im Musikbusiness“. Wie improvisierte

Musik auf die Gesundheit wirkt, erforscht diesmal das wissenschaftliche

Symposium. Mehr Infos unter www.jazzahead.de

virtuos Ausgabe April 2009 45


46

VErANstAltuNGEN

ECHO

politik MAcht kultur

viel los beiM ecHo: „Musik Hilft“ dankt

der geMa für die unterstützung, aussen-

Minister steinMeier kündigt einen pakt

für kultur an und die stars feiern.

Bereits zum 18. Mal wurde der ECHO am 21. Februar vom Bundesverband

Musikindustrie und der Deutschen Phonoakademie verliehen. So viel Publikum

wie 2009 gab es aber noch nie. Durch den Umzug der Show in die neue O 2

World in Berlin waren 10.000 Zuschauer live dabei und bewunderten zahlreiche

Auftritte nationaler und internationaler Künstler vor beeindruckender Kulisse.

Die GEMA fokussierte ihre ECHO-Beteiligung in diesem Jahr auf den

Vorabend der großen Preisverleihung: Als Partner der Stiftung „Musik hilft“ unterstützte

sie die Wohltätigkeitsveranstaltung, bei der die „Branchen-Echos“ verliehen

und 212.000 Euro zugunsten der Stiftung gespendet wurden.

Als politischer Spitzengast dinierte Außenminister und SPD-Spitzen-

kandidat Frank-Walter Steinmeier mit den Stars. Er übernahm auch gleich die

Laudatio an Rosenstolz, die mit dem „ECHO für soziales Engagement“ ausgezeichnet

wurden. In seiner Rede kündigte Steinmeier unter anderem sein Engagement

für die Belange der Kulturschaffenden an: „Wir brauchen einen Kreativpakt

zwischen Politik und Kultur! Einen Kreativpakt, der alle Fragen kreativer Tätigkeit

umfasst. Von der Sozialversicherung über das Urheberrecht bis hin zu

neuen Unternehmens- und Arbeitsformen. Daran sollten wir gemeinsam arbeiten.

Ich stehe dafür bereit!“ Der Applaus der Gäste wurde noch lauter, als Steinmeier

das Thema Internetpiraterie ansprach: „Wir haben alle verstanden, dass die

Datennetze die Autobahnen des 21. Jahrhunderts sind. Umso mehr sollten wir

klarstellen: Wer sich nicht an die Regeln hält, der handelt nicht nur gefährlich

und verantwortungslos gegenüber allen anderen, sondern gegen den muss man

konsequent vorgehen können.“

Der ECHO 2009 präsentierte sich einmal mehr als eine gelungene Veranstaltung

– dies gilt weit über die Preisverleihung hinaus. Denn die Wohltätigkeits-

Veranstaltung zugunsten von „Musik hilft“ war viel mehr als „nur“ ein Branchen-

Treff, sondern setzte kulturpolitische Zeichen.

PosItIVEs Echo 1 Ina Müller im Gespräch mit Außenminister Frank-

Walter Steinmeier. 2 Jeanette Biedermann und Fußballstar Arne Friedrich (r.)

gratulieren Peter Fox zu seinem ECHO. 3 Bettina Müller, Unternehmenssprecherin

der GEMA, mit Hi-Life-Agenturchef Uriz von Oertzen. 4 Auch Adel

Tawil („Ich und Ich“) und Freundin Jasmin Weber waren begeistert.

1 2

3

4

virtuos Ausgabe April 2009

DteXt: ANGELIKA SCHINDEL

Fotos: CHARLOTTE OSWALD,

CHARIS BILIOS

as Œuvre des diesjährigen

Preisträgers des Ernst-von-Siemens-Musikpreises

Klaus Huber ist reich und vielgestaltig:

Es umfasst unter anderem drei

Opern und verbindet auf geniale Weise

neueste Musiksprache mit den Kontrapunkt-Techniken

der Alten Musik. Als

Kompositionslehrer hat es der am 30. November

1924 im schweizerischen Bern geborene

Huber stets verstanden, nicht nur

das Handwerk zu vermitteln. Er regte seine

Schüler vielmehr dazu an nachzudenken –

und förderte somit ihre Individualität.

Die hohe Auszeichnung, die im vergangenen

Jahr an die Geigerin Anne-Sophie

Mutter ging, bekommt Klaus Huber

am 15. Mai bei einem Festakt in den

Münchner Kammerspielen von der Bayerischen

Akademie der Schönen Künste

überreicht. Die Laudatio wird der Schweizer

Musikpublizist Max Nyffeler halten.

Bei der Feier wird die Ernst-von-Siemens-Musikstiftung

außerdem Förderpreise

in Höhe von 2.100.000 Euro vergeben.

Die dabei alljährlich verliehenen

Auszeichnungen für Komponisten gehen

2009 an die in Freiburg lebende Chinesin

Lin Yang, an den Tschechen Miroslav Srnka

und den Italiener Francesco Filidei, der in

Paris wirkt.

Für die musikalische Gestaltung des

Festakts sorgt unter anderem die in München

lebende griechische Komponistin

und Dirigentin Konstantia Gourzi. Sie

selbst gilt als eine herausragende Persön-

VErANstAltuNGEN

Ernst-von-Siemens-Musikpreis

Nobelpreis

der Musik

der Mit 200.000 euro dotierte

ernst-von-sieMens-Musikpreis zäHlt zu

den begeHrtesten auszeicHnungen in

der Musik. dieses JaHr erHält iHn der

koMponist klaus Huber, der als eine der

überragenden persönlicHkeiten der

neuen Musik gilt.

lichkeit für zeitgenössische Musik im In-

und Ausland und wirkt als Professorin der

Hochschule für Musik und Theater in München.

Sie wird mit ihrem Ensemble „oktopus“

ein Werk der Komponistin Lin Yang

uraufführen: ein Nonett, ein Stück für die

neun Instrumente Violine, Viola, Kontrabass,

Klarinette, Akkordeon, Schlagzeug,

Trompete, Tuba und Saxofon.

„Es ist für mich eine große Ehre, mit

meinem jungen Ensemble den renommierten

Preis musikalisch begleiten zu

dürfen“, sagt Konstantia Gourzi mit viel

Freude in der Stimme. „Ich schätze den

Ernst-von-Siemens-Musikpreis, der uns

Komponisten Hoffnung und Kraft gibt für

unser künstlerisches Wirken für die Neue

Musik. Es ist nicht selbstverständlich, die

Neue Musik in demselben Maße wie die

Alte zu unterstützen, obwohl heute die Angebote

und gezielten Projekte immer zahlreicher

werden.“

Weitere Förderpreise erhalten unter

anderem das Sommerfestival Alpenklassik

in Bad Reichenhall, das Ensemble Modern

Konstantia Gourzi sorgt

bei der Preisverleihung

für Stimmung: Sie dirigiert

die Uraufführung eines

Werkes von Lin Yang.

aus Frankfurt, die Schwetzinger Festspiele

und das Beethoven-Archiv in Bonn.

Ursprung des Preises ist die Ernst-von-

Siemens-Stiftung, die der Enkel des Unternehmensgründers

Werner von Siemens im

Jahr 1972 ins Leben rief. Seitdem verleiht

die Stiftung jedes Jahr den Ernst-von-

Siemens-Musikpreis an einen Komponisten,

Interpreten oder Musikwissenschaftler,

der für das internationale Musikleben Herausragendes

geleistet hat.

In seinem Essay schreibt Peter Hagmann,

Neue Zürcher Zeitung, über die Auszeichnung:

„Die Höhe der Preissumme und

die Prominenz der Preisträger sorgen dafür,

dass mit dieser Auszeichnung eine besondere

Nobilitierung einhergeht (…) Mit den

Beiträgen leistet die Stiftung eine stete lebenswichtige

Erneuerung der Kunstmusik.“

Insgesamt wird die Stiftung in diesem Jahr

Preisgelder in Höhe von 2,3 Millionen Euro

vergeben. Nur ein Grund, warum die Auszeichnung

als „Nobelpreis der Musik“ von

Jahr zu Jahr eine immer größere internationale

Beachtung gewinnt.

virtuos Ausgabe April 2009 47


48

DteXt: BIRGIT DOLL

ieses Duell wird nicht mit Waffen ausgetragen,

sondern mit Gitarren: Blitzschnell flitzen

die Finger der Kontrahenten über die Instrumente,

der Sound schwillt an, absolute Körperspannung,

die Punktzahlen auf den Bildschirmen schnellen

nach oben. Auf den Gitarren befinden sich allerdings

keine Saiten, sondern Tasten, die es im richtigen

Moment im Rhythmus der Musik zu drücken gilt.

Die Bühne ist ein Messestand auf der World Cyber

Games (WCG) in Köln. Der Wettkampf: ein Turnier

der besten „Guitar Hero III“-Spieler der Welt.

So viel Begeisterung ist typisch. Auch auf der

Games Convention 2008 in Leipzig waren Musikspiele

als Mega-Trend allgegenwärtig. „Battle of the

Bands“, „Rockband“ oder „Guitar Hero“ heißen die

Games, die Spieler zu Rockstars und Wohnzimmer

zu Bühnen machen. Wurde der Trend aus den USA

jahrelang belächelt, grassiert jetzt in Deutschland

ein regelrechtes „Hausmusik“-Fieber.

MarktcHancen für Musiker

Das ist momentan ein sehr großer Markt“, sagt

Ralf Weigand, Aufsichtsrat der GEMA und Mitglied

trENds

Games 48

Aus spiel

ird ernst

die uMsätze der coMputerspiel-industrie geHen rasant nacH oben.

Wie profitieren urHeber und sounddesigner?

ihrer Arbeitsgruppe Multimedia. „Manche Alben

werden im Spiel häufiger verkauft als auf CD“,

bestätigt auch Heiko Klinge, Leitender Redakteur

bei der Spielezeitschrift GameStar und Projektleiter

Making Games, Magazin für Spieleentwicklung.

Die Musikindustrie freut’s: Bei „SingStar“, „Guitar

Hero“ & Co. werden Lizenzgebühren bezahlt.

Das heißt, die Bands werden an den Abverkäufen

und an den zusätzlichen Download-Contents im Internet

beteiligt – pro Kopie, ganz im Sinne der GEMA.

Das gilt auch für Sport- und Lifestyle-Spiele, die mit

Original-Stücken bekannter Urheber vertont sind.

„Für deutsche Musiker ging das etwa vor zwei

Jahren so richtig los“, weiß Ralf Weigand. Christina

Stürmer war mit ihrem Song „Nie genug“ gleich auf

der ersten „SingStar“-Edition vertreten, die im Dezember

2007 erschien. Ebenso Lou Bega, Rosenstolz,

Sarah Connor oder Tokio Hotel.

Eine weitere Möglichkeit für Musiker, vom

neuen Trend zu profitieren, sind die zusätzlichen

Angebote der Spiele im Internet: „Im Download-

Content für ‚Guitar Hero’ über XBox Live bieten

wir zum Beispiel Songs von den Toten Hosen und

den Fantastischen Vier zum kostenpflichtigen

Herunterladen an“, bestätigt Tim Ende-Styra, Senior-

PR-Manager beim „Guitar Hero“-Spielehersteller

Activision.

virtuos Ausgabe April 2009

GItArrEN-hEldEN

Einen Keith Richards

von den Rolling Stones

und andere Gitarrenhelden

noch älter

aussehen lassen –

darum geht es im

Musikspiel „Guitar

Hero“. Dieses Foto

entstand auf der

Midem 2009 in Cannes.

Oft gibt es in den Download-Bereichen noch

mehr Musik als auf den Spiele-CDs. Vom Musikspiel-

Trend profitieren derzeit vor allem populäre Bands.

Die kalifornische Metalband Metallica brachte es

gar zu einer eigenen „Guitar Hero“-Edition, die im

Mai 2009 erscheint.

Wenn der Markt weiter in diesem Maße wächst,

steigen auch die Chancen für Nachwuchsbands.

„Die Spiele-Entwickler haben ihre Trendscouts in

dem jeweiligen Land, die herausfinden, was die Verkaufszahlen

steigert“, sagt Ralf Weigand. „Wenn eine

neue nationale Band einen großen Hit hat, kann

auch sie in Frage kommen.“ Und Tim Ende-Styra

von Activision ergänzt: „Für unsere Spiele werden

immer auch zu einem bestimmten Prozentsatz

lokale Künstler ausgewählt.“

sounds gezielt entWickeln

Während Musikspiele komplette Original-

Stücke enthalten, werden für andere Computerspiele

eigens spezielle Sounds entwickelt. „Ein Computerspiel-Komponist

muss neben einem hohen handwerklichen

Geschick auch technisches Verständnis

und eine Affinität zu Computerspielen haben“,

erklärt Wolfgang Siebert, Business-Developmentmanager

beim Spiele-Entwickler Radon Labs aus

Berlin. „Anders als bei Filmmusik muss Computerspiel-Musik

auf eine interaktive Anwendung zugeschnitten

sein – sie muss zum Beispiel so genannte

Loops enthalten, Passagen, die Wiederholungen

ermöglichen.“ Entwickler und Verleger rekrutieren

Komponisten im Wesentlichen auf zwei Wegen: Als

fest angestellte Musiker im Unternehmen oder über

externe Dienstleister wie Dynamedion, einer der

Marktführer für Komposition und Produktion von

Soundtracks und Sounddesign im Computerspiel-

Bereich in Deutschland.

Noch in den Anfängen stecken die Verdienstmöglichkeiten

für GEMA-Mitglieder. Nicht nur bei

Dynamedion lautet die Bedingung für eine Zusammenarbeit:

bitte keine GEMA-Mitglieder. „Es ist internationaler

Standard, dass auf Spielemusik keine

mechanischen Tantiemen gezahlt werden“, sagt Pierre

Langer, Managing Director bei Dynamedion. Warum

das so ist, erklärt Wolfgang Siebert: „Wir haben ein

festes Budget für die Musikkomposition eines Computerspiels.

Das muss kalkulierbar bleiben, darum

sind wir daran interessiert, die vollständigen Rechte

an den Musikstücken zu erhalten.“

Allerdings führen GEMA und Spiele-Industrie

Gespräche, um einen Kompromiss zu finden: „Wir

treffen uns regelmäßig mit der GEMA. Ziel ist die

Entwicklung eines Tarifs, der die Interessen beider

Seiten berücksichtigt“, so Pierre Langer. „Die GEMA

versucht, auch auf diesem Sektor für ihre Mitglieder

ins Geschäft zu kommen“, verspricht GEMA-Aufsichtsrat

Ralf Weigand.

das niveau von filMMusik

Lohnen würde es sich: Games-Soundtracks

werden immer beliebter. Sie existieren bereits losgelöst

von den jeweiligen Spielen als eigene Kunstform

und können fast immer im Netz heruntergeladen

werden – häufig auch auf iTunes. „Vor etwa acht Jahren

fing der Markt an, sich zu professionalisieren“,

sagt Pierre Langer von Dynamedion. „Mittlerweile

hat die Musik in Computerspielen das Niveau von

Filmmusik erreicht.“ Für das Strategiespiel „Anno

1404“ wurden Orchester und Chor verpflichtet, wer

beim Actionspiel GTA3 ins Auto steigt, kann zwischen

verschiedenen Radiostationen wählen. Die

Musik dazu kommt von der Spiele-CD, als Moderatoren

wurden Stars wie Iggy Pop verpflichtet.

Den nächsten Trend hat Activision im Köcher:

„DJ Hero“ – endlich ein cooler, erfolgreicher DJ sein.

Wenn auch nur im eigenen Wohnzimmer.

INs JAhr 1404 …

… entführt „Anno

1404“. Das Historien-

Strategiespiel setzt auch

bei der Vertonung ganz

neue Maßstäbe. Chor

und Orchester haben

die Musik eingespielt.

souNds für

MystErIösEs

Die Musik zum

aktuellen Fantasy-

Spiele-Hit „Drakensang“

von Spiele-

Entwickler Radon Labs

aus Berlin lieferte

Dynamedion.

virtuos Ausgabe April 2009 49


trENds

Den Richtigen finden in der Musikwelt

im netz der töne

Wie die MusikbrancHe online kontakte knüpft. rAN AN dIE PrAxIs

Hochschulen wie die

DteXt: MARKUS LIPP

a hat doch einer glatt seine Seele verkauft.

Bei eBay zum Ersteigern angeboten –

war kürzlich in der Presse zu lesen. Und das

nur, weil er seine CD nicht losgeworden war.

Der Mann wusste wohl nicht, dass Musiker

sich heutzutage online vernetzen.

So etwa die Gruppe Anemo. Die Newcomer

aus England haben übers Internet

einen Vertrag mit einem US-amerikanischen

Label an Land gezogen. Und für

die deutsche Jule Grasz ist das Web ein

Sprungbrett nach Australien. Beide nutzen

Music2deal.

von country

bis kasatscHok

Music2deal ist ein internationales, ca.

4.000 Mitglieder starkes Netzwerk. 20 Partner

aus Ländern wie den USA, Großbritannien

oder – neu ab Mai – Indien und Russland

stellen unter diesem Dach Kontakt-

plattformen zur Verfügung.

„Music2deal ist wie die Popkomm,

bloß online“, beschreibt Gründer und Geschäftsführer

Mario Christiani seinen Service.

„Hier finden sich Leute aus allen fünf

Bereichen der Musikindustrie: Business,

Song-Plugging, Lizenzen, Künstler und

Sänger.“

Christianis 2003 geborenes „Baby“ präsentiert

sich ab Mai 2009 in neuem Gewand.

Der Relaunch soll noch benutzerfreundlicher

und günstiger sein, die Einladung eigener

Kontakte wird möglich. Zudem weitet

sich Music2deal auf weitere Länder aus.

Wie funktioniert nun eine solche Platt-

50

form? „Der Künstler oder die Band hinterlegt

ihr Profil bei uns“, erläutert Marcel

Kaffenberger, Gründer und Geschäftsführer

des Online-Networks ComeUnited.Com.

„Wichtig ist die detaillierte Beschreibung

dessen, was man ist.“

Profil allein genügt jedoch nicht. Labels,

Verlage und Dienstleister aktiv ansprechen,

rät Kaffenberger. Hier zeigt sich

ein Vorteil eines Dienstes wie Music2deal

oder ComeUnited.Com: Man tritt direkt in

Kontakt mit Entscheidern.

text trifft song trifft cd

trifft foto

Und das kostenlos – zumindest in der

Basisversion beider Dienste. Wer viele

Fotos, Videos, Musik- und Sprachaufnahmen

hinterlegen oder Kontakt- und Publikationschancen

nutzen möchte, zahlt bei

ComeUnited.Com monatlich einstellige

Beiträge. Einstiegshürden gibt es nicht. Das

Besondere am Netz von ComeUnited.Com

ist: Es spannt sich über mehrere Branchen.

Kaffenberger: „Man braucht ja auch mal

einen Fotografen für das CD-Cover. Einen

Veranstaltungsort. Einen Regisseur. Oder

eine Maskenbildnerin.“

Ein Beispiel: Wagner Love. Die Frankfurter

Popband findet über ComeUnited.

Com Fotografen sowie Grafikdesigner für

CD-Cover. „Der Vorteil für uns ist, dass wir

abseits von Majorlabels Austausch betreiben“,

so Keyboarder Ravel Meeth. Dafür

beschränkt sich ComeUnited.Com auf den

deutschsprachigen Raum. Kaffenberger:

„Wir setzen auf organisches Wachstum.“

nur Musik – und nur engliscH

Bei MUSICJUSTMUSIC erhalten die

Künstler und Labels einen simultanen

Marktzugang in mehr als 70 Ländern. Damit

grenzt sich MUSICJUSTMUSIC als

B2B-Vertriebskanal von den eigentlichen

Network-Sites ab.

MUSICJUSTMUSIC fokussiert das Internet

und den mobilen Markt. Jeder, der

die digitalen Rechte an einer Musikaufnahme

besitzt, kann sich online anmelden und

Musik- wie Bilddaten hochladen. Diese

werden automatisch an 570 Online- und

mobile Music-Stores geschickt.

GEMA-Mitgliedern bietet der Dienst

Vorteile: „Bei MUSICJUSTMUSIC muss

zwingend zuerst die Komposition und ihre

Rechte-Inhaberschaft hinterlegt werden –

samt Verleger und Komponist“, so Geschäftsführer

Cornelius Claudio Kreusch.

„Diese Initiativen unterliegen nichtsdestoweniger

einer Lizenzierungspflicht und

die GEMA ist insofern bereit, mit diesen und

anderen Anbietern entsprechende Vereinbarungen

über die Nutzung von Musikwerken

des GEMA-Repertoires zu verhandeln“, sagt

Pressesprecherin Bettina Müller.

Dies sind nur drei Beispiele aus der

blühenden Musiknetzwerk-Szene, andere

Namen sind etwa indiecator, MuseNet oder

The Orchard. Am besten, man hört und

schaut sich mal um.

Übrigens hat eingangs erwähnter moderner

Faust keinen Abnehmer für seine

Seele gefunden. Gut so, dann kann er das

gute Stück ja voll in seine Soundprojekte

stecken – und diese online vermarkten.

PlAttforM (url) www.coMEuNItEd.coM WWW.MusIcJustMusIc.coM WWW.MusIc2dEAl.coM

brANchENfokus Medienübergreifend Musik Musik

chArAktEr „Schmelztiegel“ „Drehscheibe“ „Popkomm online“

ExtrAs Förderprogramm, Automatischer Vertrieb Umfangreiche

CU Media School,

Projektbörse

digitaler Musik Songsuche

GEschäftsModEll Basis gratis – Beteiligung am Verkaufserfolg: Basis gratis –

Extras gegen Gebühr Kommission von 5 – 30 % des HAP Extras gegen Gebühr

läNdErfokus D, A, CH Weltweit Weltweit

lINks Erlaubt „LinkMaker“ zu Download-Stores Möglichst nicht

MItGlIEdEr Tausende Hunderte ca. 4.000

sPrAchE Deutsch Englisch Jew. Landessprache

tyPIschEs Band sucht Fotografen/ Band/Label sucht Band sucht Label;

sZENArIo Designer Online-Store Event/Film/Spot sucht Song

virtuos Ausgabe April 2009

Popakademie setzen

auf viel Kontakt zum

wahren Leben.

NteXt: ip

Foto: POPAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

ach wie vor hoch im Kurs in unserer

Gesellschaft und vor allem bei Eltern, Arbeitgebern

und anderen Autoritäten steht „ein ordentlicher

Abschluss“, eine qualifizierte und qualifizierende

Ausbildung. Nicht zuletzt aus diesem Grund

entscheiden sich viele Kreative auch im Bereich

der U(nterhaltungs)- und E(rnsten)-Musik für ein

Studium. Sowohl mit beruflichen Zielen auf

Urheber- als auch auf Verwerterseite.

Doch ein Studienabschluss allein füllt den

Kühlschrank nicht, sichert nicht die Existenz. Es

stellt sich also in der Musik wie auch in anderen

Bereichen die Frage: Bereitet das Studium ausreichend

auf die Berufspraxis vor?

Ein beruhigendes Fazit vorab: Die Ergebnisse

einer Absolventen-Studie von Prof. Heiner Gembris,

Leiter des Instituts für Begabungsforschung in der

Musik an der Universität Paderborn, zeigen, „dass

über 80 % der Musikhochschulabsolventen ihren

Lebensunterhalt durch musikalische Tätigkeiten

verdienen“. Und 40 % der Absolventen würden das

Studium weiterempfehlen.

So weit, so gut. Dennoch zeigt die Studie neben

guten Noten für die Betreuung durch die Hauptfachlehrer

„eine Reihe von gravierenden fachlichen

Mängeln in der Ausbildung auf, die seitens der

Musikhochschulen beseitigt werden müssten.

Außerdem müsste die Ausbildung auch auf den

strukturellen Wandel im Musikberuf reagieren, indem

sie gezielte Vorbereitung auf freiberufliche Tätigkeiten

anbietet.“

Erfreulicherweise bleiben solche Feststellungen

nicht graue Theorie, sondern es tut sich was. An der

Hochschule für Musik in Detmold beispielsweise

wird derzeit ein Karrierezentrum aufgebaut, um

genau diesem Anspruch gerecht zu werden:

Studierenden durch zusätzliche Seminare und Beratungsangebote

das Know-how für den Berufsalltag

an die Hand zu geben.

Im Zuge der Einführung der Bachelor- und

Masterstudiengänge in Deutschland haben sich die

Studiengänge, die für nicht-künstlerische Berufsfelder

der Kreativwirtschaft ausbilden, hier schon

NAchwuchs

Ausbildung

wiDer Die

Brotlose

kunst?!

neu orientiert: „Vor diesem Hintergrund bereitet der

neue Masterstudiengang ,Medien und Musik‘

Absolventen aus musik- oder medienbezogenen

Bachelor-Studiengängen auf Karrieren als Musikjournalisten

oder Manager mit dem Schwerpunkt

Strategie vor“, erläutert Prof. Dr. Carsten Winter den

Praxisbezug des Masterstudiengangs „Medien und

Musik“ am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung

der Hochschule für Musik und

Theater Hannover.

Eine wichtige Rolle spielen dort interdisziplinäre

Projekte, „in denen entweder mit der Praxis kooperiert

oder konzentriert die Entwicklungen in Musikjournalismus

und Musik- und Medienmanagement

erforscht werden“.

Dass gerade eine berufliche Karriere in einer

Kreativ-Branche wissenschaftliche Ausbildung erfor-

dert, bekräftigt auch Dr. Michael Ahlers vom Stu-

diengang „Populäre Musik und Medien“ der Uni

Paderborn: „Viele Bereiche möglicher Berufsfelder

unserer Absolventinnen und Absolventen erfordern

eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung.

Hierzu zählen beispielsweise die Erfassung von

Hörerwünschen und deren Rezeptionsverhalten

sowie die großen Gebiete Markt- beziehungsweise

Medienwirkungsforschung. Darüber hinaus verschafft

ein Instrumentarium zur Musik- und Medienanalyse

den Studierenden Möglichkeiten, aktuelle

Entwicklungen und Trends kompetent bewerten sowie

historisch und ästhetisch einordnen zu können.“

Wem das noch nicht genug Praxisbezug ist, der

findet vielleicht an der Popakademie Baden-

Württemberg sein Glück: Dort trifft man sowohl im

Studienschwerpunkt Singer/Songwriter des Stu-

diengangs Popmusikdesign als auch auf Verwerterseite

beim Studiengang Musikbusiness in der Regel

mehr Dozenten, die erfolgreiche Praktiker in der

Musikbranche sind, als habilitierte Professoren aus

dem „Elfenbeinturm der Wissenschaft“. Und die

Zusammenarbeit mit Auftraggebern aus dem

„realen Leben“ ist spätestens im Hauptstudium fest

im Stundenplan verankert. Abgeschlossen wird auch

hier mit dem Bachelor of Arts.

Aktuelle

terMine

unD fristen

Hochschule für Musik

und Theater Hannover

BA-Studiengang

Medienmanagement

Infotag:

11.05.09

www.ijk.hmt-

hannover.de

Popakademie Baden-

Württemberg

BA-Studiengänge

Popmusikdesign und

Musikbusiness

Bewerbungsschluss:

30.04.09

www.popakademie.de

Universität Paderborn

BA-Studiengang

Populäre Musik und

Medien

Bewerbungsfrist:

15.07.09

www.popstudium.de

Alle Musikhochschulen

im Überblick:

www.academics.de/

musikhochschulen

virtuos Ausgabe April 2009 51


1.

52

GeMA: dabei

zu sein lohnt

in unserer serie „geMa-Wissen“ erläutern Wir alle fragen rund uM die

übertragung und WaHrneHMung der nutzungsrecHte an und durcH

die geMa. iM Mittelpunkt des Heutigen teils steHt die MitgliedscHaft.

teXt: JÜRGEN BRANDHORST

WaruM ist von geMa-

Mitgliedern die rede?

Weil die GEMA die Form eines Vereins hat – genauer gesagt,

die Rechtsform eines wirtschaftlichen Vereins kraft staatlicher

Verleihung gemäß § 22 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB).

Die GEMA besteht somit aus den Komponisten, Textdichtern

und Verlegern, die ihre Mitglieder sind. Mit anderen Worten:

Die GEMA – das sind die Mitglieder selbst.

2.

Wer kann Mitglied der

geMa Werden?

Einen Berechtigungsvertrag mit der GEMA können schließen:

- Komponisten/-innen,

- Textdichter/-innen vertonter Texte,

- Rechtsnachfolger/-innen dieser Urheber sowie

- Musikverleger/-innen

Auch Musikbearbeiter und Bearbeiter vertonter Texte können

Mitglieder der GEMA werden. Voraussetzung für die Wahrnehmung

der Urheberrechte von Bearbeitern ist selbstredend,

dass die betreffenden Bearbeitungen persönliche geistige

Schöpfungen darstellen und dass bei der Bearbeitung urheberrechtlich

geschützter Vorlagen eine Bearbeitungsgenehmigung

vom Inhaber der Urheberrechte am Originalwerk vorliegt.

3.

Wie Werde icH berecHtigter

der geMa?

Durch den Abschluss des Berechtigungsvertrags überträgt

ein Urheber oder Verleger seine urheberrechtlichen Nutzungsrechte

beziehungsweise Verlagsrechte der GEMA zur Wahrnehmung.

Die GEMA nimmt diese Rechte als Treuhänderin im

Rahmen des Berechtigungsvertrags wahr. Das heißt, sie kontrolliert

für den Inhaber der Rechte, wie oft sein Werk genutzt

wird, zieht die für die jeweilige Nutzung zu zahlenden Lizenzvergütungen

bei den Musiknutzern ein und verteilt diese

Gelder an diejenigen, die an den jeweils genutzten Werken

beteiligt sind.

4.

Muss icH als geMa-Mitglied

dafür bezaHlen, Wenn icH

Meine eigenen Werke spielen

Will?

In der Tat: Da die Mitglieder die Nutzungsrechte ihrer

Werke der GEMA übertragen, müssen sie, wenn sie selbst als

Musiknutzer auftreten – also zum Beispiel Konzertveranstalter

sind oder Tonträger herstellen – die Lizenz auch für die

Nutzung eigener Werke bei der GEMA einholen.

virtuos Ausgabe April 2009

5.

in WelcHeM zeitlicHen und

räuMlicHen uMfang Werden

der geMa die nutzungs-

recHte zur WaHrneHMung

übertragen? WelcHe

recHte sind das konkret?

Das Mitglied überträgt der GEMA als Treuhänderin für alle

Länder alle ihm gegenwärtig zustehenden und während der

Vertragsdauer noch zuwachsenden, zufallenden, wieder zufallenden

oder sonst erworbenen Rechte an seinen Werken. Dies

bezieht sich im Wesentlichen auf folgende Nutzungsarten:

1. das Aufführungsrecht,

2. das Senderecht für Hörfunk und Fernsehen,

3. das mechanische Vervielfältigungs- und Verbreitungsrecht

für Ton-, Bildton- und Multimediaträger,

4. das Recht der öffentlichen Wiedergabe von Hörfunk- und

Fernsehsendungen,

5. das Recht der öffentlichen Wiedergabe durch Ton- und Bild-

tonträger,

6. das Filmvorführungsrecht und (eingeschränkt) das Film-

herstellungsrecht,

7. die gesetzlichen Vergütungsansprüche zum Beispiel für

Vervielfältigungen von Musikwerken zum privaten und

sonstigen eigenen Gebrauch (beispielsweise auf Ton- und

Bildtonträger oder Fernsehaufzeichnungen) sowie für das

Vermieten und Verleihen von Ton- und Bildtonträgern,

8. das Recht, Musik in Datenbanken oder Dokumentations-

systeme oder Speicher ähnlicher Art einzubringen,

9. das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, das heißt,

Musik im Internet oder in ähnlicher Weise so bereitzustellen,

dass sie Musiknutzern jederzeit und überall zugänglich ist,

10. das Recht, Musik als Ruftonmelodie zu nutzen,

11. die Rechte für künftig entstehende, noch unbekannte

Nutzungsarten.

6.

Wie teuer ist die MitgliedscHaft

in der geMa?

Die Mitgliedschaft kostet eine Aufnahmegebühr von

EUR 51,13 für Urheber beziehungsweise EUR 102,26 für Verleger

(jeweils zuzüglich Umsatzsteuer). Zudem ist ein jährlicher

Mitgliedsbeitrag in Höhe von EUR 25,56 zu zahlen. Die Aufnahmegebühren

und Mitgliedsbeiträge werden übrigens nicht –

wie oft vermutet wird – zur Deckung der Kosten verwendet,

sondern fließen in die Fördermittel für soziale und kulturelle

Zwecke – und kommen damit wieder den Mitgliedern zugute.

GEMA-wIssEN

Die GEMA-Mitgliedschaft

7.

WelcHe forMen der

MitgliedscHaft gibt es?

Die GEMA unterscheidet zwischen angeschlossenen,

außerordentlichen und ordentlichen Mitgliedern. Mitglieder

im Sinne des Vereinsrechts sind nur die ordentlichen Mitglieder.

Diese Unterscheidung hat jedoch keine Auswirkungen auf

die Wahrnehmung der Rechte. Hier werden angeschlossene,

außerordentliche und ordentliche Mitglieder völlig gleich

behandelt. Für gleichgelagerte Werknutzungen erhält ein

außerordentliches oder angeschlossenes Mitglied Tantiemen

in derselben Höhe wie ein ordentliches Mitglied. Auch die kulturellen

Fördermaßnahmen im Rahmen der sogenannten Wertung

stehen allen gleichermaßen offen (vgl. auch Artikel auf

Seite 38).

8.

Wie Werde icH angescHlossenes

Mitglied?

Um als Urheber angeschlossenes Mitglied der GEMA zu

werden, sind keine besonderen Voraussetzungen zu erfüllen.

Eine Mitgliedschaft bei der GEMA ist jedoch erst dann empfehlenswert,

wenn die Werke im laufenden Geschäftsjahr (Kalenderjahr)

öffentlich und gewerblich aufgeführt, im Funk gesendet

oder auf im Handel erhältlichen Ton- oder Bildtonträgern vervielfältigt

und verbreitet worden sind oder eine solche Verwertung

unmittelbar bevorsteht.

Voraussetzung für die Aufnahme eines Musikverlags als

angeschlossenes Mitglied ist der Nachweis einer musikverlegerischen

Tätigkeit. Der Nachweis ist erbracht, wenn der GEMA

Druckausgaben für mindestens zwei Werke des Verlagsrepertoires

sowie Kopien der mit den Urhebern dieser Werke

geschlossenen Verlagsverträge vorgelegt werden. Unter Druckausgaben

sind nur die handelsübliche Herstellung und der

handelsübliche Vertrieb von Noten (auch als Leihmaterial) zu

verstehen.

Nach dem Übersenden des Aufnahmeantrags an die Direktion

„Mitglieder/Ausschüttung“ ist der Berechtigungsvertrag zu

unterzeichnen und die Aufnahmegebühr sowie der jährliche

Mitgliedsbeitrag zu zahlen.

virtuos Ausgabe April 2009 53


9.

54

Wie erlange icH die ausserordentlicHe

Mitglied-

scHaft?

Der Erwerb der außerordentlichen Mitgliedschaft erfolgt auf

Antrag, der dem Aufnahmeausschuss der GEMA vorgelegt wird.

Die Aufnahme eines Urhebers als außerordentliches Mitglied

ist von folgenden Bedingungen abhängig:

1. Aufnahmeanträgen von Komponisten sollen fünf vom

Antragsteller selbst verfasste und eigenhändig geschriebene

Originalmanuskripte oder deren Ablichtungen in Form von

Partituren, Klavierauszügen oder anderen geeigneten Unter-

lagen beigefügt werden. Aufnahmeanträge von Textdichtern

sollen fünf ausschließlich vom Antragsteller verfasste Texte

begleitend enthalten.

2. Der Antragsteller hat gleichzeitig nachzuweisen, dass diese

Werke öffentlich aufgeführt, gesendet oder auf Ton- oder

Bildtonträger vervielfältigt und verbreitet worden sind.

3. Falls ein Antragsteller die Aufnahme zugleich als Komponist

und als Textdichter beantragt, sind die Aufnahme-

bedingungen für jede Berufsgruppe zu erfüllen.

Von den Antragstellern kann verlangt werden, dass sie ihr

berufsmäßiges Können nachweisen. Die Aufnahme von Musikverlagen

als außerordentliche Mitglieder ist von folgenden

Bedingungen abhängig:

1. Der antragstellende Verlag hat neben einer angemessenen

verlegerischen Tätigkeit nachzuweisen, dass seine Verlags-

werke öffentlich aufgeführt, gesendet oder auf Tonträger

oder Bildtonträger vervielfältigt und verbreitet worden sind.

2. Der antragstellende Verlag hat durch Vorlage von Beleg-

exemplaren den Umfang seiner Verlagstätigkeit nachzu-

weisen. Bei Anträgen von Verlagen der ernsten Musik muss

der Antragsteller in der Regel durch Vorlage von 25 handels-

üblichen Instrumentalmusikausgaben oder von zehn

Orchesterleihmaterialien (Partitur und Stimmen) seine verle-

gerische Tätigkeit nachweisen. Bei Anträgen von Verlagen der

Unterhaltungs- und Tanzmusik muss der Antragsteller die

verlegerische Tätigkeit in der Regel durch Vorlage von 50

handelsüblichen Klavier- oder Akkordeon-Einzelausgaben

oder von zehn Salonorchester- oder 15 Combo- (im Sinne

eines kleinen Orchesterarrangements) oder Blasmusik-Aus-

gaben nachweisen. Der Nachweis der verlegerischen Tätigkeit

kann auch dadurch erbracht werden, dass der antragstel-

lende Verlag für verlagsmäßig hergestellte Werke ein Min-

destaufkommen in Höhe von EUR 1.278,23 pro Jahr in der

Sparte U (ohne M) und in den Sparten R, R VR und FS, FS VR

insgesamt in Höhe von EUR 1.789,52 pro Jahr nachweist.

Die genannten Aufkommen müssen sich aus den Erträgen

von mindestens 25 Werken zusammensetzen. Bei Verlags-

firmen sind dem Antrag Handelsregisterauszug sowie

Unterlagen beizufügen, aus denen die Geschäftspartner

und die Beteiligungen ersichtlich sind.

10. und Wie Werde icH ordentlicHes

Mitglied?

Für die ordentliche Mitgliedschaft gibt es zwei Kondi-

tionen, nämlich sowohl eine zeitliche als auch eine finanzielle

Bedingung. Sie kann erworben werden, wenn fünf Jahre der

außerordentlichen Mitgliedschaft bestanden und zudem ein

bestimmtes Mindestaufkommen erreicht wird:

Urheber, das heißt Komponisten oder Textdichter, müssen

von der GEMA in fünf aufeinanderfolgenden Jahren ein Mindestaufkommen

von insgesamt EUR 30.000,- und zudem in vier

aufeinanderfolgenden Jahren ein Mindestaufkommen von

jährlich EUR 1.800,- bezogen haben.

Musikverleger müssen in fünf aufeinanderfolgenden Jahren

mindestens ein Aufkommen von insgesamt EUR 75.000,-

und in vier aufeinanderfolgenden Jahren ein Mindestaufkommen

von jährlich EUR 4.500,- von der GEMA erhalten haben,

um die ordentliche Mitgliedschaft erwerben zu können.

Für Urheber und Musikverleger der ernsten Musik verringern

sich diese Beträge um jeweils ein Drittel.

11. Was bedeutet es, ordentlicHes

Mitglied zu sein?

Ordentliche Mitglieder haben das aktive und unter gewissen

zusätzlichen Voraussetzungen das passive Wahlrecht in der

Mitgliederversammlung. Zudem haben grundsätzlich nur

ordentliche Mitglieder unter bestimmten Voraussetzungen

Anspruch auf Leistungen der GEMA-Sozialkasse; und auch an

der Alterssicherung der GEMA sind ausschließlich die ordentlichen

Mitglieder beteiligt. Allerdings zahlen auch nur diese in

die Alterssicherung ein.

12. Wie viele Mitglieder Hat

die geMa?

Am 23.02.2009 hatte die GEMA 63.002 Mitglieder. Die Summe

der Neuaufnahmen lag im Jahr 2008 bei 2.534.

virtuos Ausgabe April 2009

13. Wie Werden die anderen

Mitglieder an der

entscHeidungsfindung

in der geMa beteiligt?

Die angeschlossenen und außerordentlichen Mitglieder

sowie die Rechtsnachfolger werden bei der Mitgliederversammlung

durch 34 Delegierte vertreten. Diese verfügen in der Mitgliederversammlung

– mit Ausnahme des passiven Wahlrechts –

grundsätzlich über dieselben Rechte wie die ordentlichen

Mitglieder.

leserfrAGe:

GEMA-Mitglied Otto S. fragt: „Besteht grundsätzlich die

Möglichkeit, einzelnen Filmgesellschaften und Verlagen

das Herstellungsrecht für ein Musikwerk zu vergeben und

das betreffende Musikwerk trotzdem bei der GEMA zur

Lizenzierung weiterer Nutzungsformen anzumelden?“

Diese Frage ist im Berechtigungsvertrag klar geregelt. „Die so-

genannten Filmherstellungsrechte, laut Berechtigungsvertrag

definiert als Rechte zur Benutzung eines Werkes (mit oder ohne

Text) zur Herstellung von Filmwerken oder jeder anderen Art von

Aufnahmen auf Bildtonträger sowie jeder anderen Verbindung

von Werken der Tonkunst (mit oder ohne Text) mit Werken

anderer Gattungen auf Multimedia- und anderen Datenträgern

oder in Datenbanken, Dokumentationssystemen oder in

Speichern ähnlicher Art, unter anderem mit der Möglichkeit interaktiver

Nutzung“, werden der GEMA von ihren Mitgliedern nur

unter einer auflösenden Bedingung übertragen. Sobald das Mitglied

erklärt, dass es das Herstellungsrecht an einem bestimmten

Werk für einen bestimmten Film selbst wahrnehmen möchte, fällt

das Herstellungsrecht insoweit an es zurück. Dazu sagt der

Berechtigungsvertrag:

„Die Bedingung tritt ein, wenn der Berechtigte der GEMA

schriftlich mitteilt, dass er die Rechte im eigenen Namen wahrnehmen

möchte. Diese Mitteilung muss innerhalb einer Frist von

vier Wochen erfolgen; bei subverlegten Werken beträgt die Frist

drei Monate. Die Frist wird von dem Zeitpunkt an berechnet, zu

dem der Berechtigte im Einzelfall Kenntnis erlangt hat. In der Mitteilung

des Berechtigten an die GEMA über einen ihm selbst be-

GEMA-wIssEN

Das Einmaleins der GEMA

14. die struktur der

MitgliedscHaft

iM überblick

Komponisten, Textdichter

und Musikverleger

Angeschlossenes

Mitglied

Außerordentliches

Mitglied

kannt gewordenen Einzelfall muss die Erklärung enthalten sein,

ob er die Rechte im eigenen Namen wahrnehmen möchte. Der

Rückfall tritt nur ein, soweit es sich um die Benutzung zur Herstellung

eines bestimmten Filmwerkes oder sonstigen Bildtonträgers

oder Multimedia- oder anderen Datenträgers oder die Verbindung

mit Werken anderer Gattungen in einer bestimmten Datenbank,

einem bestimmten Dokumentationssystem oder einem bestimmten

Speicher ähnlicher Art handelt. Bei Filmwerken schließt der

Rückfall das Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung ein, soweit

es sich um Werke handelt, die zur öffentlichen Vorführung in

Lichtspieltheatern oder zur Sendung bestimmt sind. Bei sonstigen

Aufnahmen auf Bildtonträger beschränkt sich der Rückfall auf die

Befugnis, die Zustimmung zur Werkverbindung und zur Herstellung

von 50 gesondert zu kennzeichnenden Vervielfältigungsstücken

für Einführungszwecke zu erteilen.“

Den Rechteinhabern steht es somit frei zu entscheiden, ob sie

die Vergabe des Filmherstellungsrechts selbst regeln oder der

GEMA überlassen wollen. GEMA und Rechteeinhaber informieren

sich dann jeweils gegenseitig. Bei Eigen- oder Auftragspro-

duktionen des Fernsehens für eigene Sendezwecke und

Übernahmesendungen ist das Filmherstellungsrecht allerdings

uneingeschränkt der GEMA übertragen.

Die Lizenzierung weiterer Nutzungsarten bleibt von der Vergabe

der Filmherstellungsrechte unberührt, die entsprechenden

Rechte werden von der GEMA im Rahmen des Berechtigungsvertrags

wahrgenommen. Das Mitglied ist daher verpflichtet, das betreffende

Werk ebenso wie seine anderen Werke bei der GEMA

anzumelden.

virtuos Ausgabe April 2009 55

Sozialkasse

Fonds

(Alterssicherung)

Ordentliches

Mitglied

Mitwirkung ohne Mitwirkung ohne Direkte Mitwirkung

passives Wahlrecht passives Wahlrecht mit allen Rechten

Vertretung durch Delegierte

Mitgliederversammlung


schlussAkkord

Die Lieder der Saison

frühlinG,

hASTe Töne?

der früHling koMMt, das Herz scHlägt HöHer. pflanzen

spriessen, MenscH und tier Juckt das Winterfell. Was in

flora und fauna ausscHliesslicH der reproduktion dient,

verarbeitet der MenscH oft produktiv. die ergebnisse

können sicH Hören lassen: virtuos präsentiert eine

ausWaHl der interessantesten früHlingslieder.

teXt: MARKUS LIPP

alle vögel sind scHon da

Was ist die Musik des Frühlings? Klar: Vogelgezwitscher!

Und so ist es nur recht und billig, dass

unser Federvieh in einem Lied verewigt ist, das bis

heute gern gesungen wird. Die Melodie ist mindestens

fünf Jahrhunderte alt und war früher mit den

Worten „Nun so reis’ ich weg von hier“ bekannt. Der

aktuelle, populäre Text wurde 1843 von Hoffmann

von Fallersleben veröffentlicht, der auch die melodische

Variante „Morgen kommt der Weihnachtsmann“,

außerdem „Kuckuck, Kuckuck“ und die

deutsche Nationalhymne gedichtet hat. Ornithologisch

interessant: „Amsel, Drossel, Fink und Star“,

deren Heimkehr aus dem Süden im Lied so enthusiastisch

begrüßt wird, sind längst keine klassischen

Zugvögel mehr.

früHlingslied

Amselnde Drosseln, schlagende Bäume – mal

ehrlich, das ist doch nur was für „Saupreißn“. Auf

gut bayerisch klingt Frühling so: „Das Licht spuit mit

di Baam, die funkeln nagelnei.“ So setzt Konstantin

Weckers Frühlingslied ein, das 1995 auf dem Album

„Wenn du fort bist“ erschien. Der Autor dazu: „Die

eineinhalb Jahre seit der Fertigstellung meiner CD

(...) waren breiter, erlebnisreicher und schmerzvoller

als all die Jahre zuvor.“ Entsprechend gefühlsstark

klingt auch dieses Lied.

56

er ist’s

„Frühling lässt sein blaues

Band wieder flattern durch die

Lüfte“ – kaum einer, der diese

1829 von Eduard Mörike verfassten

Zeilen nicht zumindest schon

einmal gehört hat. Dicht schichtet

sich hier Bild auf Duft auf Ton, man

träumt, horcht und vernimmt, man

spürt den Frühling bis zum Bersten. Weniger

bekannt dürfte der Titel dieses Gedichts

sein – und, dass es bereits rund 70-mal vertont

wurde, unter anderem von Robert Schumann, Hugo

Wolf, Paul Hindemith und Dieter Schnebel.

früHling

„Florent omnes arbores/Weit und breit die Bäume blühn“:

Latein oder deutsch – wie hätten Sie’s denn gern? Diesen Text aus

der Carmina Burana gibt’s in zweifacher Ausführung. Die hymnisch

gefeierte Wiederkehr des Frühlings ist eine der Kernthemen

in der Sammlung mittelalterlicher Lied- und Dramentexte, die

durch Carl Orffs Neuvertonung berühmt wurde. Besonders hörenswert

für zeitgenössische Ohren ist die 1995er Version von Qntal,

der Mittelalter-Electro-Combo um Ernst Horn und „Syrah“.

virtuos Ausgabe April 2009

der Mai ist gekoMMen

Emanuel Geibel – sagt Ihnen dieser Name etwas?

Er war immerhin der nach Heinrich Heine

meistvertonte deutsche Dichter des 19. Jahrhunderts;

aus seiner Feder stammt auch das 1841 verfasste

Gedicht, das der Komponist Justus Wilhelm

Lyra bald darauf zum bekanntesten deutschen

Mailied machte. Geibel schrieb es im Todesjahr

seiner Mutter, als die Aussicht auf eine Frühlingsreise

zum Schloss eines Gönners seine

Stimmung erstmals wieder aufhellte.

virtuos Ausgabe April 2009

das gibt’s

nur einMal

aM 30. Mai ist der Weltuntergang

Die Weisheit, dass jeder Frühling nur einen Mai

hat, entstammt dem Text von Robert Gilbert zu diesem

von Werner R. Heymann komponierten Lied.

Berühmt wurde es durch den UFA-Revuefilm „Der

Kongress tanzt“ von 1931, der Lilian Harveys Ruf als

„süßestes Mädel der Welt“ mit begründete. Konträr

zur Aussage seines Hits wurde der Film gleich dreimal

gedreht – in deutsch, englisch und französisch,

denn Synchronisation war damals noch nicht üblich.

Für die EXPO 2000 kam das Lied noch einmal

zu Ehren.

es gibt keine Maikäfer MeHr

„Selbst ein guter Käferjäger brächte keinen

Schornsteinfeger, keinen Müller, erst recht keinen

Kaiser her“, heißt es in Reinhard Meys Chanson von

1974. Früher bezeichneten die kleinen „Käferjäger“

so die Varianten ihrer Beute – ein „Schornsteinfeger“

etwa war sehr dunkel gefärbt. Heutige Kinder wissen

dies kaum noch. Hatte Mey recht? Damals schon –

doch seit Anfang der 1980er Jahre erholt sich die

Maikäfer-Bevölkerung langsam wieder von früheren

DDT-Attacken.

So’n Pech aber auch: Mitten im prallsten Frühling

zertrampeln die apokalyptischen Reiter die

schönen Pfingstrosen. Zumindest suggeriert dies

das Lied des Golgowski-Quartetts, das 1954 die

deutschen Charts stürmte und später – nicht ganz

jugendfrei – von den Toten Hosen wiederbelebt wurde.

Vermutlich eine Parodie auf die unzähligen Weltuntergangsprognosen

diverser Propheten, bleibt es

klugerweise in der Schwebe: „Doch keiner weiß, in

welchem Jahr, und das ist wunderbar.“

draussen in sievering blüHt

scHon der flieder

„Merkst du’s? Spürst du’s?“ Aber klar doch:

Kaum einer, den bei diesen zuckersüßen Zeilen von

Johann Strauss’ Sohn nicht Frühlingsgefühle beschleichen

– zumindest, wenn er aus Wien kommt.

Das Lied ist Teil der Operette „Die Tänzerin Fanny

Elßler“. Wer war nun die? Eine der bekanntesten

Tänzerinnen des 19. Jahrhunderts aus Wien, deren

Tourneen sie bis nach Russland und Amerika führten.

Ob sie in Sievering unterm Flieder „ihr getupftes

Kleid“ trug, wie es im Lied heißt, ist nicht überliefert.

veronika, der lenz ist da

Die Mädchen singen tralala, und auch die Comedian

Harmonists trällerten diesen Evergreen

1930, dass es heute noch eine wahre Freude ist. Kein

Wunder – markierte doch dieses Lied neben dem

kleinen, grünen Kaktus ihre erste ganz große Tournee

und ihren internationalen Durchbruch. Komponist

Walter Jurmann schrieb auch für Judy

Garland und die Marx Brothers. Wer übrigens unterstellt,

Fritz Rotter hätte mit Textzeilen wie „Veronika,

der Spargel wächst“ frivolerweise etwas anderes

gemeint als das bleiche Erdgemüse – na, den hat

einfach zu sehr der Lenz geküsst.

57


Virtuos 2/2009

erscheint am 31. Juli 2009

theMen

DAs wAr Der

1. Deutsche

MusikAutorenpreis:

Preisträger, Laudatoren,

Gäste, Ambiente –

Impressionen von der

Verleihung des Deutschen

Musikautorenpreises

MitGlieDerVersAMMlunG

2009

rückBlick:

Die Sitzungen, die

Beschlüsse, das Mitgliederfest

– alles Wissenswerte

von der Mitgliederversammlung

in München

90 piAnisten,

9 tAGe, 3 stäDte:

Der Honens International

Piano Competition macht

Station in München –

als Veranstaltungsort

des europäischen

Vorentscheids.

so Geht’s Auch:

AlternAtiVen ZuM

Musik-stuDiuM

Projekte und Fördermaßnahmen

für den künst-

lerischen Nachwuchs

58

schlussAkkord

Wussten sie

eigentlich,

dass …

herausgeber:

Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender

der Gesellschaft

für musikalische

Aufführungs- und

mechanische Vervielfältigungsrechte

(GEMA) Berlin

und München

redaktion:

bm Bettina Müller

(Chefredaktion, V.i.S.d.P.)

ip Isabel Palmtag

(stv. Chefredaktion)

mp Maria Pinzger

redaktionelle Mitarbeit:

Dr. Jürgen Brandhorst,

Olaf Butterbrod, Birgit

Doll, Markus Lipp, Dr.

Stefan Müller, Angela

Pietzsch, Maren Ruhfus,

Angelika Schindel,

Lothar Scholz

GeMA

Redaktion virtuos:

Rosenheimer Straße 11

81667 München

Tel.: 089 - 48003 421

Fax: 089 - 48003 424

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Mit unterstützung von:

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Angela Pietzsch,

Olaf Butterbrod

Art director:

Andreas Steybe

Grafik: Arnold Bottesch

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Publishing Group GmbH

Possartstraße 14

81679 München

Fax: 089 - 4 57 10 - 495

E-Mail

info@publishing-group.de

… Liebhaber von völlig unterschiedlichen

Musikrichtungen viel mehr gemeinsam haben,

als man denkt? Den Beweis liefert eine Studie der

Heriot Watt Universität in Edinburgh: Die Ergebnisse

zeigen, dass man von den musikalischen

Vorlieben einer Person Rückschlüsse auf ihren

Charakter ziehen kann.

So ergab die Studie, dass Menschen, die bevorzugt

Dance hören, ebenso extrovertiert sind

wie Rap-Liebhaber und Reggae-Fans, jedoch eher

zu unfreundlichem Verhalten neigen. Indie-Hörer

hingegen sind im Hinblick auf ihre Charakter-

eigenschaften eher Eigenbrödler. Sie besitzen in der

Regel ein geringes Selbstwertgefühl, sind antriebslos,

beschreiben sich dafür aber als kreativ.

Das überraschendste Ergebnis der Studie: Am

ähnlichsten sind sich Heavy-Metal- und Klassikliebhaber!

Sie verbindet ein Faible für das Bombastische,

das Pompöse. Ein Metallica-Fan würde

viel eher eine CD von Wagner einlegen als jemand,

der gerne Independent-Musik oder gar Dance

hört. Ob ein Klassikliebhaber „aus dem Lehrbuch“

ein Konzert von Marilyn Manson besuchen würde,

bleibt hingegen wohl eher fraglich.

Bildnachweis:

S. 1, 20 Jim Rakete; S. 3, 5 (LEA), 8 (B. Müller), 9 (K. Steiner),

13, 14 (D. Darmstaedter, L. Hilbert, M. Holm), 33, 40

(H. Lüdemann, M. Böttcher, M. Kollo), 43 (H. Hee, S.

Waggershausen), 44, 45 (K. Ebstein) alle GEMA; S. 4, 22 privat

(H. Zimmer); S. 5, 49 Christine Albanel (Games); S. 4, 26 Tom

Maelsa/Bildschön; S. 5, 43 Anton Corbijn (J. Last); S. 6 Nobbe K.;

S. 8 Vitamin_B/fotolia; S. 9 Susann Eichstädt (C. Höppner),

Kathinka Neidhardt (G. Oeller, L. Colombini); S. 11 Bundesbildstelle;

S. 4, 12, 13, 14 Nicole Fortin (axica); S. 12, 40 Maria

Eggert (M. Eggert); S. 14 Kristina Magdalena Henn (A. Focks); S.

5, 16 Jens Koch; S. 21 X Verleih (Lola rennt); S. 21 Sony

Pictures (The International); S. 22 X Verleih (Tom Tykwer);

S. 22 privat (Pale 3); S. 22 Sony Pictures (Illuminati); S.23 privat

(R. Djawadi); S. 23 image.net (The Unborn), S. 23 Marc

Dietenmeier (K. Doldinger); S. 24 Thomas Schlömann (A. Focks);

S. 24 Majestic Film Verleih (John Rabe); S. 25 Nikolaj Georgiew;

S. 27 Maik Blume/fotolia; S. 28 Apple; S. 29 Axel Springer AG; S.

32 Elena Kouptsova-Vasic/Fotolia; S. 34 Apple, Universal Music/

David Cuenca; S. 35 www.praterinsel.info; S. 36 Patrizier-

Design/fotolia; S.40 privat (M. Drude); S. 43 Koch Universal

Music (D. Lavi), Manfred Esser (H. Simons); S. 45 jazzahead!/

mgh GmbH; S. 46 Stefan Malzkorn (Musik hilft); S.46 BVMI/

Monique Wüstenhagen (Echo); S. 47 Charlotte Oswald (K.

Huber), Charis Bilios (K. Gourzi); S. 48 Harvard PR (SingStar);

S.49 Radon Labs (Drakensang), www.ubisoft.de (Anno 1404);

S. 51 Popakademie Baden-Württemberg; S. 56 quayside/fotolia;

S. 58 Tino Sieland (Clueso), Matthew Dawkins /SXC

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virtuos Ausgabe April 2009

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22. - 24. Juni 2009 in München

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