Kiesteichente Juli 2012 - Freie Waldorfschule Mannheim

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Kiesteichente Juli 2012 - Freie Waldorfschule Mannheim

02/2012 20.07.2012

Kiesteich Kiesteich nte nte

02/12 Kiesteichente

Herzliche Glückwünsche

RSA und HSA

Glückwünsche

folgen -

lagen zum

Redaktionsschluss

jnoch nicht vor

Vanessa Elisabeth

Mervi

Jana Alisa

Maximilian

Bastian

Ivo Morris

Janine

Georg Daniel

Anja Maria

Leon Christopher

Tilman

Tobias

Halil Ibrahim

Wanja Aglaja

Simon

Lina Gudrun

Franziska Maria

Sophie

Tim Aaron

Elena

Katharina

Jasmin Elena

Felix

Schulzeitung der Freien Waldorfschule Mannheim Neckarau

Aladar

Boldt

Brecht

Czerwonka

Eberhard

Edelmann

Edelmann

Fischer

Früh

Laakmann

Langscheid

Lorenz

Memis

Müller

Pfau

Piepenstock

Piwecki

Rau

Richnow

Siegler

Spinner

Türemis

Wanninger

SOZIALPRAKTIKUM der Klasse 9b

nach der Schulzeit...

BIOGRAFIEARBEIT

Schülergedichte

ODILIENSCHULE

Freiwilligendienst in Bolivien...

1


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Inhalt

Inhalt

02 Editorial - Und es ist Sommer...

03 Sozialpraktikum der 9B

04 Schülergedichte

04 Schülerzeitung ohne Tabus

05 Bundeselternratstagung von Schülern u. Eltern gemeinsam...

07 „Die Welt ist schön“ - Biographiearbeit

09 Studieren an der Zeppelinuniversität

10 Freiwilligendienst in Bolivien

11 Schönes zum Sommer

12 „Wandel durch Wahrnehmung“ - Impulsreferat

12 Rudolf Steiner in Mannheim

13 Eurythmie aus São Paulo

14 aus der Odilienschule

15 aus der Freizeitschule

14 Frühling

16 Gedichte von Elisa Weinkötz aus der 12A

17 Spielespende / Einweihung Dachgeschoss B-Haus

18 Anzeigen / Termine

24 Veranstaltungskalender - Elternratstermine -

Ferienplan - Impressum

Editorial

Und es ist Sommer...

Lang herbei gesehnt, mit vielen Erwartungen verknüpft, nun ist er endlich da.

Manchmal bin ich vom ganzen Pläne schmieden, was wir im Sommer alles tun

könnten, so erschöpft, das ich mir Regen wünsche...

So ist es ja auch mit Festtagen, Kindergeburtstage zum Beispiel. Vom Kind

364 Tage lang erwartet... wenn ich Geburtstag habe... dann... ! Oder Weihnachten....,

wie war das noch gleich... „Weihnachten wird unter dem Baum

entschieden“ ...., ja,ja, auch ich finde Geschmacklosigkeiten kann man immer

noch steigern.

Was alles müssen und sollen wir veranstalten, damit es toll, schön, klasse,

besser als... ist? Vielleicht einmal nichts!

Kann ich „Nichts“ entgegensetzen, wenn das eigene Kind zurück kommt

vom Geburtstag-Mit-Feiern im Indoor-Spielplatz? Kein Lied, kein Spiel, kein

Flaschendrehen zum Geschenke-Aus-Packen erlebt hat und es, JUPIEH- bemerkt

hat, dass all das fehlte...

Was ist „Nichts“, was reicht aus, was ist genügend, was ist über das Ziel

hinausgeschossen, was erschlägt jemand Anderen....

Was bleibt uns in der Erinnerung von alledem was wir so veranstalten? An

was erinnere ich mich selbst? Die Sommer meiner Kindheit bestanden nur

aus schönem Wetter. Der Kirschbaum meiner Oma hatte immer süße rote

Kirschen. Nie waren Würmer darin. Die Berge, die wir hinaufkletterten waren

immer steil. Die Wiesen waren immer voller Blumen. Die Seen waren voller

klarem, kaltem Wasser. Gemerkt?

Ganz bestimmt hatten die Kirschen damals genauso viele Würmer wie heute.

Ich erinnere mich an ein gleichmäßiges Leben das sich wiederholende Aktivitäten

hatte. Schwimmen, Radfahren, zelten gehen, wandern. Wahrscheinlich

gab es auch in meinem Kinderleben manches Highlight. Aber geblieben sind

die einfachen, sich wiederholenden Dinge. Das Spielen auf der Gasse, das

immer gleiche Völkerball, der Club der schwarzen Hand (meine Gespensterbande!),

der Geschmack von Nudelsalat am See und der Duft von Nelken und

Marmorkuchen zum Geburtstag.

Wenn sich trotz aller Vielfalt die wir heute haben, Dinge verankern sollen, es

hineinschaffen sollen, ins Erinnerungsvermögen unserer Kinder, dann müssen

diese Dinge ähnlich einfach sein und sich wiederholen.

Unter anderem deshalb ist es so schön wieder und wieder an den gleichen

Urlaubsort zu fahren. Und auch aus diesem Grund braucht es die Rituale, das

Immer-Wieder-Kehrende, das Einfache, Beständige, Natürliche.

Erinnern Sie sich an den Geruch von Sommerregen? Es ist ein herrlicher Geruch

und dieser Geruch ist nicht zu vergleichen mit dem Geruch der Käsefüße

im Indoorspielplatz (wo man hingeht, weil es regnet...).

Vor kurzem sind wir einmal richtig nass geworden. So nass, dass uns das

Wasser aus der Unterwäsche lief und der Geldbeutel im Rucksack ausgewrungen

werden konnte... in unseren Schuhen quietschte das Wasser und

bald schien wieder die Sonne und wir und der Boden dampften. Zwei Tage

brauchten die Schuhe bis sie wieder trocken waren, aber jetzt (immerhin vier

Wochen später) reden wir immer noch darüber... und wir werden niemals

wieder die gleiche Strecke laufen ohne uns an diesen Sommergewitterguss

zu erinnern und an die unglaublich klare Luft danach und die Intensität der

Farben in ihrer Mischung aus schwarzem Wolkenhintergrund und gleich schon

wieder gleißendem Sonnenlicht.

Ich wünsche Ihnen und mir echte Erfahrungen. Echten Regen, echten

Schweiß und echten Hunger am Abend und in jeder Hinsicht einen SCHÖ-

NEN Sommer

Stephanie Fabian

02/12 Kiesteichente


Das Sozialpraktikum der 9b

Leider war es uns bis nach den Pfingstferien nicht gelungen, einen gemeinsamen

Praktikumsplatz für die ganze Klasse zu finden. Rund 20 Schüler gingen

zur Hans-Müller-Wiedemann Schule. Dort wurden jeder einem einzelnen

Schüler zugeteilt und sollte sich eine Woche um sie/ihn kümmern und an

einem Projekt arbeiteten.

Die Spannung stieg, als uns die Schüler zugeteilt wurden und so kam auch

die Angst mit sich. Was ist, wenn ich etwas falsch mache? Doch die Angst verschwand,

als die Betreuer, Lehrer und Praktikanten, uns in unsere Aufgaben

einführten, z.B. Kochen, Gartenarbeit und viel Handwerkliches. Die gesamte

Woche erfuhren wir ein wenig über das Leben und die Krankheit unseres

Schülers und wir lernten Verantwortung zu übernehmen. Insgesamt haben wir

auch viel von unseren Schülern gelernt, was wir SO gar nicht am Anfang des

Praktikums gedacht hätten. An unserem letzten Tag in der HMW - Schule gab

es ein leckeres, von unser Kochgruppe gezaubertes Mittagessen und danach

die Verabschiedung. Es war schon ein wenig traurig.

Eine außergewöhnlich tolle und auf jeden Fall empfehlenswerte Erfahrung

für jeden einzelnen Schüler unserer Klasse. Einen riesigen Dank an die

HMW - Schule, die uns dies ermöglichte und uns auch so lieb empfangen hat.

Maya R.

...zuerst hatte

ich Angst davor

einen Fehler zu

machen

02/12 Kiesteichente

Es ist normal anders zu sein?

Sozialpraktikum

Ich habe mein Sozialpraktikum an der HMW - Schule gemacht und muss

zugeben, dass ich zuerst ein wenig Angst davor hatte, mit deren Schülern

zusammenzuarbeiten. Nicht, weil sie eine Behinderung hatten, sondern weil

ich keine Ahnung hatte, wie ich damit umgehen sollte. Ich hatte Angst, davor

einen Fehler zu machen.

Schon nach dem ersten Tag war klar, dass ich gar keine Angst zu haben

brauchte. Es hat richtig viel Spaß gemacht, mit den Schülern zusammen an

etwas zu arbeiten, in meinem Fall Spinte zu bemalen. Wir haben zusammen

Entwürfe gezeichnet und diese dann gemeinsam auf die Spinte gemalt. In

den Pausen haben wir meistens Fußball gespielt und danach wurde immer

zusammen zu Mittag gegessen.

Ich finde, dass das ein schönes und abwechslungsreiches Praktikum war,

ich habe tolle Erfahrungen gesammelt und Vorurteile beseitigen können. Es

hat wirklich Spaß gemacht und ich kann dieses Praktikum wirklich nur jedem

empfehlen!

Hannah A.

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von Schülern für alle

Hast du schon einmal

Das Beben vernommen

Das von weit her

Dein Herz berührt

Und von niemand bemerkt

Und von niemand gefühlt

Geht seinen Weg

Aus der Welt

Elisa Weinkötz, 12A

Forum der Freien Waldorfschulen

in Baden-Württemberg

Manchmal

Schülerzeitung „oHNe “, von Eva Tilgner

Der zweite Preis beim Wettbewerb der Schülerzeitungen der Länder 2012 in

der Kategorie „Gymnasien“ geht an die Schülerzeitung der Freien Waldorfschule

am Kräherwald „ebbes News“.

Es war nur eine kurze Email, die die Redakteure der Schülerzeitung der

Freien Waldorfschule am Kräherwald „ebbes News“ zum Jubeln brachte:

„Herzlichen Glückwunsch, ihr habt es geschafft und wurdet von der Jury

des Schülerzeitungswettbewerbs der Länder 2012 im Bayrischen Staatsministerium

für Unterricht und Kultus am 17. Februar 2012 prämiert! In der

Kategorie „Gymnasien“ habt Ihr den 2. Platz belegt. Damit gehört ihr zu den

Glücklichen, die vom 10. bis 12. Mai nach Berlin eingeladen werden, um

an der feierlichen Preisverleihung im Bundesrat und dem anschließenden

Schülerzeitungskongress teilzunehmen: Herzlichen Glückwunsch!“

„Das war eine echte Überraschung!“, freut sich Chefredakteurin Sarah Roller.

Gemeinsam mit Maximilian Reinold aus der 10. Klasse leitet die Zwölftklässlerin

das fünfzehnköpfige Redaktionsteam. In regelmäßigen Sitzungen erarbeiten

sich die Waldorfschüler ihre Themen und suchen sich ihre Gesprächspartner.

„Das Interview mit dem baden-württembergischen

Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann auf der Seite 12 in unserer

letzten „ebbes News“-Ausgabe hatte die Jury überzeugt“, erzählt Sarah. Ihr

Redaktionskollege Maximilian erinnert sich, wie er den Ministerpräsidenten

traf: „Bei einer Pressekonferenz auf der Bildungsmesse „didacta“ stand er

plötzlich vor uns. Da nahmen wir unseren Mut zusammen und stellten ihm

spontan ein paar Fragen. Ich war sehr aufgeregt, aber Herr Kretschmann

Wenn ich die Augen schließe

Kann ich fliegen

Ich fühle die Watte der Wolken auf meiner Haut

Und die Stille der Sterne

In den Wäldern tanzt das Licht durch das Grün

Und malt Schatten auf meine Handrücken

Ich drehe mich so schnell, dass meine Haare dem Wind

gehören

Und Musik hinterlässt Farbflecken auf dem Weiß der Stille

Wenn ich fliege

Kann ich nicht fallen

Da ist es sanft und blau

Und der Frieden webt Perlen in die Nacht

Elisa Weinkötz, 12A

hat uns alles ausführlich beantwortet.“ Doch auch die übrigen Beiträge in der

Rubrik „Politik und Gesellschaft“ zeigen, dass es für die Jugendlichen der

Freien Waldorfschule am Kräherwald keine Tabus gibt: Ob der Atomausstieg

(„Müssen wir Eure Suppe auslöffeln?“), die Babyklappe („Ehrfurcht vor dem

Leben“) oder die Auftritte der Politiker bei Facebook („Gefällt mir“ ...nicht!),

die Welt der Erwachsenen bekommt ihr Fett weg. „In der Waldorfschule haben

wir gelernt, selbstständig zu recherchieren und zu arbeiten“, sagt Sarah.

„So fällt es uns leicht, auch Prominente anzusprechen und mit ihnen ins

Gespräch zu kommen.“ Kein Wunder, dass die aktuelle Ausgabe der „ebbes

News“ die Jury beeindruckte: Außer Winfried Kretschmann zogen die jungen

Redakteure den Rapper Samy Deluxe, EU-Kommisar Günther Oettinger, den

Vizepräsidenten des olympischen Komitees Thomas Bach und den ehemaligen

Boxweltmeister Firat Arslan vor ihr Mikrofon und stellten die Fragen, die

die Jugendlichen bewegten. Chefredakteurin Sarah Roller verliert dabei nicht

die für sie wichtigste Aufgabe einer Schülerzeitung aus den Augen:

„Wir wollen die Stimme der Jugendlichen sein.“

Infos über die Gewinner des Wettbewerbs unter folgendem Link:

http://www.schuelerzeitung.de/projekte-und-veranstaltungen/sz-wettbewerb/

gewinner-2012

Schön, wenn es auch bei uns wieder eine Schülerzeitung gäbe...das Redaktionsteams

bekäme die volle Unterstützung von Herrn Berg.

y

02/12 Kiesteichente


Datum: Tue, 10 Apr 2012 21:46:57 +0200

Von: Großbach

Betreff: Leser-Reaktion

An: kiesteichente@fws-ma.de

Liebe Mitglieder der Redaktion,

seit vielen Jahren erhalte und lese (!) ich die Kiesteichente - der Hintergrund

dafür ist etwas komplex.

Um 1975 suchten meine Frau und ich allmählich, nach Studium und

Zusatzausbildung am Stuttgarter Waldorflehrerseminar, eine Waldorfschule.

Ich glaube, es war zu jener Zeit, als einer der Gründungsklassenlehrer der

Mannheimer Schule namens Harry Werner (gibt es ihn dort noch?) mich für

die zukünftige Oberstufe der Mannheimer Schule zu interessieren suchte;

man schaut ja immer schon rechtzeitig für den Ausbau seiner Oberstufe

nach möglichen Kollegen... Meine Adresse habe ich ihm gegeben und erhielt

dann später immer die Nachrichten der Mannheimer Schule zugeschickt, ab

irgendwann Kiesteichente geheißen. Ich selber war 33 Jahre Oberstufenlehrer

an der Krefelder Schule. Hier habe ich dann selber bald die Redaktion

der Schulnachrichten übernommen und rund 25 Jahre verantwortet bis zu

meiner Pensionierung 2008.

Und aus dieser Perspektive möchte ich Ihnen doch endlich einmal ein großes

Kompliment machen: Die Kiesteichente ist eine wahrhaft interessante,

vielseitige, lebendige und gut gestaltete Schulzeitung, die ich (trotz häufig

großer zeitlicher Belastung in meinem Beruf) i m m e r gern und mit großem

Interesse gelesen habe - nicht nur als Auch-Redakteur und Waldorflehrer,

sondern weil sie ansprechend und einfach gut gemacht ist, inhaltlich wie

BERT

Von der Bundeselternratstagung, 02.-04. März 2012

„Ich will hier raus!“, tönt es durch die Aula der Rudolf-Steiner-Schule München-Daglfing.

Der herzergreifende Ruf stammt von den Grey Sounds. Die

aus Eltern und Lehrern bestehende A Capella-Band besingt augenzwinkernd

die verzweifelte Situation eines Waldorflehrers vor den Sommerferien. Sie

beschließt einen grandiosen Bunten Abend im Programm der 79. Bundeselternratstagung

(BERT), die im März dieses Jahres zum Thema „Waldorfschule

– von Eltern und Lehrern gemeinsam getragen“ in München stattfand. Vor

diesem erheiternden Finale kamen die rund 300 Teilnehmer in den Genuss

02/12 Kiesteichente

...Fanpost

redaktionell

auch im äußeren Erscheinungsbild, nach wie vor! Und ich weiß die Schwierigkeiten

sehr wohl einzuschätzen, die mit dieser Arbeit verbunden sind.

Hochachtung vor der jetzigen Redaktion und den vorangegangenen!

Meine sonstigen Beziehungen zur Mannheimer Schule?

Ein einziges Mal war ich selber dort, zu einer interessanten Deutschlehrer-Fachtagung

zu Goethes „Faust“. Um Herrn Dr. Hardorp kommt man

in Waldorfkreisen nicht herum... . Ein ehemaliger Krefelder Kollege, Herr

Horstmann, ging nach Mannheim. Eine ehemalige Schülerin, Graziella

Delfino-Reinicke, ist wohl Schulkrankenschwester dort. (Weiß ich aus der

Kiesteichente.) Ihr Bruder Riccardo Delfino, Schüler meiner ersten „eigenen“

Oberstufenklasse, ist vermutlich auch noch als Musikus an einer der

Schulen in Mannheim. Mit der charmanten Frau Kürzdörfer habe ich später

gemeinsam als Gastdozent im Stuttgarter Seminar zusammengearbeitet; sie

hat mir mehrfach Teilnehmer aus dem Mannheimer Seminar zur praktischen

Ausbildung nach Krefeld geschickt.

Bitte grüßen, wer davon für Sie erreichbar ist! Ihnen selber beste Wünsche

für die weitere Arbeit und herzliche, anerkennende Grüße

Ihr Burckhardt Großbach

Waldorfschule

– von Eltern und Lehrern gemeinsam getragen“

beeindruckender Darbietungen des enthusiastischen Mittelstufenorchesters,

des ebenso begeisterten und begeisternden Oberstufenorchesters und eines

Eltern-Lehrer-Chores sowie einer Menge waschechter bayrischer Burschen

und Madln in Lederhosen und Dirndln, die mit ihren Schuhblattlern und

Tänzen die Zuschauer begeisterten. Diese erfrischend natürliche, freudige

Meute ist unsere Zukunft!

Und ihre Zukunft steht im Mittelpunkt unserer Erziehung. Nicht die abschlussorientierte,

von den Eltern allzu häufig gewünschte, planbare Zukunft war

5


6

Inhalt

gemeint, sondern die „unsichtbare“, „aus den nachtodlichen Keimen für das

Kind erahnbare“ Zukunft, als der charismatische Redner Marcus Schneider

aus Basel über die von Eltern und Lehrern gemeinsam getragene Erziehung

unserer Kinder sprach in seinem Eröffnungsvortrag am Freitagabend unter

dem Titel „Das Kind im Zentrum – die Zukunft im Blick“.

Ausnahmslos angetan waren die Zuhörer von seinen Geist-reichen Ausführungen

und traten damit beschwingt und beseelt am Samstagmorgen die

Arbeit an in den 21 verschiedenen Arbeitskreisen zu vielfältigen Themen wie

Dreigliederung, Unterricht in der Oberstufe, Eltern-Lehrer-Zusammenarbeit

in der Klassenlehrer-Zeit, den Temperamenten, Gewaltfreie Kommunikation,

Council u.v.m.

Die Atmosphäre der Tagung war geprägt durch die herzliche Aufnahme der

gastgebenden Schule, die nicht nur wohlschmeckende reichhaltige Verköstigung

in reiner Bioqualität bot, sondern mit ihrer Betreuung der Tagungsteilnehmer

keine Wünsche offen ließ.

In den zahlreichen Gesprächen am Rande war zu erfahren, dass in der

Daglfinger Schule die Elternmitwirkung erfreulich hoch ist: Die Eltern beraten

und entscheiden gemeinsam mit den Lehrern in den monatlich stattfindenden

Sitzungen des Schulforums über die schulischen Angelegenheiten – und

wirken mit großer Selbstverständlichkeit zusammen mit den Schülern u.a. in

Küche und Schulgarten, was wir als Gäste hautnah erleben durften.

Die zur Einstimmung zu Beginn der Tagung vorgetragenen Worte Rudolf

Steiners in einer Rede an die Lehrer vom 13.01.1921 seien hier wörtlich

wiedergegeben:

„Wir brauchen in dieser Schule, wenn wir in der richtigen Weise vorwärtskommen

wollen, mehr als in einer anderen ein vertrauensvolles Zusammenwirken

mit den Eltern. Unsere Lehrer sind durchaus darauf angewiesen,

dieses vertrauensvolle Zusammenwirken mit den Eltern der Kinder zu

finden.“ (GA 298, S. 69)

„In erster Linie ist darauf zu rechnen, daß diejenigen, die uns ihre Kinder

anvertrauen, die also eine gewisse Liebe zur Waldorfschule haben, auch

eindringen können in die Gedanken, Empfindungen, Willensimpulse, die uns

selbst tragen.“ (GA 298, S. 189)

„Als Grundelement für alles, was wir in der Waldorfschule als unsere

Aufgabe betrachten, müssen wir das Zusammenarbeiten mit der Elternschaft

ansehen.“ (*)

„Namentlich wünschen wir, daß in solchen Dingen im Verkehr zwischen

Eltern und Lehrern das voll ausgelebt werde, was der Grundimpuls unseres

Wirkens ist in der Schule: Menschliche tiefinnerste Ehrlichkeit und Offenheit.

[...] In diesem ehrlichen Zusammenwirken kann viel Gutes begründet werden.

[...] Es kommt uns nicht auf Einzelheiten an, sondern auf das Herzensverhältnis

zwischen Schule und Haus.“ (GA 298, S. 195 f.)

„Warum soll man sich nicht die Wahrheit unter die Augen sagen und trotzdem

sich schätzen und achten?“ (*)

* Die Textstellen wurden den Tagungsteilnehmern per Handout zur Verfügung

gestellt. Die dort genannten Fundstellen haben die Verf. nach Überprüfung

teilweise korrigiert. Die mit * gekennzeichneten Passagen konnten bei

Redaktionsschluss noch nicht verifiziert werden.

Wieder einmal können wir Elternrätinnen aus vollem Herzen sagen: Das

Wochenende hat sich gelohnt! Der Austausch und die Erfahrungen bei dieser

Tagung waren belebend, erhebend und außerordentlich ermutigend.

Die Grey Sounds würden übrigens zweifelsohne manch festlichen Abend

bereichern. Sie sind buchbar – der Rest des Daglfinger Schulteams nicht.

Christine Gerner und Lilli Heinrich

02/12 Kiesteichente


(SMF) „Die Welt ist schön!“ Unter dieser Überschrift fand im Frühjahr ein

Hortelternabend in der Freizeitschule statt. Schön. Was ist schön? Heidi Klum

und ihre Topmodels, sind die schön? Sonnenuntergang auf Helgoland, sagen

meine Kinder – das ist SCHÖN. Ein schönes Kleid, eine Schönheitsoperation,

ein schöner Batzen Geld, da gibt es nichts zu „beschönigen“, ein schönes

Stück Arbeit...... aber, kann „Welt“ schön sein?

Der Hortelternabend wirkte auf mich wie ein erster kurzer Blick in ein

Kaleidoskop. Schaue ich kurz in ein Kaleidoskop hinein, sehe ich nur ein

verschwommenes Bunt. Mit Ruhe betrachtet klärt sich der Blick und es schillert

mir eine neue Welt entgegen, die der anthroposophischen Biographiearbeit.

Glücklicherweise gab es in kurzen Abständen zwei weitere Vorträge, beide

in der Freizeitschule zum Thema Biographiearbeit und ich hatte das große

Vergnügen dabei zu sein!

Gleich im März folgte anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Hortes an der

Freizeitschule ein vertiefender Vortrag unter dem sperrigen Titel: „Die Schönheit

der Arbeit. Die Anwesenheit des Geistes in der Materie und seine Wahrnehmung“

von Dr. Manfred Schulze. Einen guten Monat später hielt Walter

Seyffer den Vortrag „Wer immer die gleichen Wege geht, bleibt letztendlich auf

der Strecke! Biographie-Arbeit – die heldenhafte Lebensreise des Menschen“.

Beide Vorträge waren sehr gut besucht, dauernd mussten Stühle nachgeholt

werden, auch die anschließende Diskussion war lebhaft und offenbarte ähnlichen

Fragen und auch Nöte bei uns Allen. Beim Vortrag über die „Heldenhafte

Lebensreise“ von Walter Seyffer lag der Fokus auf den Zyklen der Jahrsiebte,

vor allem auch auf jenen, in denen sich auch die Zuhörer befanden, zwischen

„War es das?“(35 – 42 Jahre), „Mut“(42 – 49 Jahre) und auf dem Weg zur

„Gelassenheit“(49 – 56 Jahre).

Dieser Artikel ist in einer Gemeinschaftsarbeit zwischen Barbara Brunnenkant,

Walter Seyffer (WS), Brigitte von der Decken (BvdD) und mir, Stephanie

Fabian (SMF) entstanden. Die beiden Erstgenannten haben ihr Fachwissen

dazu gegeben, die beiden Letztgenannten sind seit Wochen im Gespräch zu

diesem spannenden Thema auf der immerwährenden spannenden Suche

nach der Schönheit. Den einzelnen Texten sind die Kürzel der jeweiligen

Autoren vorangestellt.

(WS) Biographiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie geht u.a. davon aus,

dass sich hinter allem Streben und Tun des menschlichen Individuums eine im

Unterbewusstsein vorhandene Aufgabe verbirgt, die sich im Laufe des Lebens

Ausdruck verschaffen will. Eine Hilfe, sich diesen Gesetzmäßigkeiten des

Lebens anzunähern, bildet die Unterteilung der Lebenszeit in Jahrsiebte mit

ihren jeweiligen Leitmotiven:

00-07 Jahre Das Leben ist gut

07-14 Jahre Das Leben ist schön

14-21 Jahre Das Wahre

21-28 Jahre Das unverantwortliche Jahrsiebt

28-35 Jahre Das Haus – Der Baum – Das Kind

35-42 Jahre Soll das nun alles gewesen sein?

42-49 Jahre Mut für neue Schritte und Veränderungen

49-56 Jahre Panik oder Gelassenheit

56-63 Jahre Über das Ich zum Du zum Wir

63-70 Jahre Weisheit

(SMF) Betrachte ich die anthroposophische Biographiearbeit mit dem Blickwinkel

auf die Schule, wird mir bewusst, dass die mit Abstand größte Gruppe, die

der Kinder zwischen 7 und 14 Jahre ist. „Das Leben ist schön!“ – steht hier im

Vordergrund. Trotzdem nachfolgend nun der Reihe nach Texte zur anthroposophischen

Biographiearbeit entlang der Jahrsiebte von Barbara Brunnenkant,

Brigitte von der Decken und Walter Seyffer.

02/12 Kiesteichente

„Die Welt ist schön!“

Der Anspruch der Kinder im 2. Jahrsiebt an die Welt.

Barbara Brunnenkant

0-7 Jahre - Die Welt ist gut!

Biographiearbeit

Das kleine Kind im Alter bis zum Zahnwechsel lebt, so wird meist gesagt, in

der Stimmung: die Welt ist gut. In der „Allgemeinen Menschenkunde“ sagt

jedoch Rudolf Steiner im Vortrag vom 30. August 1919, dass das Kind von der

unbewussten Annahme ausgehe: die ganze Welt ist moralisch.

„Gut“, erscheint in diesem Zusammenhang gar nicht, sondern immer wieder:

„moralisch“. Bleiben wir also bei „moralisch“.

Wir sprechen auch davon, dass das Kind bis zum Zahnwechsel hauptsächlich

nachahmen will. Ich sage auch gerne: das Kind ist gestimmt oder eingestimmt

auf Nachahmung.

Ebenso ist es gestimmt auf Sinnhaftigkeit. Alles, was es durch seine Sinne

wahrnimmt, macht Sinn oder eben: die Welt ist moralisch.

Damit will ich sagen, dass das Kind, der Mensch, wenn er die Erde betritt, „bekleidet“

mit einem physischen Leib, nicht als „unbeschriebenes Blatt“ erscheint,

sondern als ein Wesen mit Erfahrung.

Jede Menschenseele will, wenn sie aus der geistig-seelischen Welt heraustritt

und Erdenmensch wird, das eigentlich weiterführen und verwirklichen, was sie

in der geistigen Welt erfahren und erlebt hat.

Der junge Mensch bis zum Zahnwechsel lebt das in der Vergangenheit, d.h. in

der vorgeburtlich-seelisch-geistigen Welt erfahrene, ganz selbstverständlich,

aber unbewusst, in der sinnlich-physischen Erdenwelt weiter. Die Hingabefähigkeit,

die wir in der geistigen Welt entwickeln, lebt auch nach der Geburt im

irdischen Dasein noch eine Weile in jener Intensität weiter.

Das kleine Kind will sich ganz an oder in seine Umgebung „wie gewohnt“

hingeben, in dem es diese, d.h. die Menschen in ihr, nachahmt.

Und dabei geht es in diesem jungen Alter unbewusst von der selben Grundstimmung

aus, die es in der geistigen Welt entwickelt hat: die ganze Welt ist

moralisch!

Ihr kann ich mich hingeben. Nichts in ihr ist ohne Sinn.

Diese unbewusste Annahme sollten wir kennen, wenn wir Kinder in diesem

Alter erziehen und dieser Stimmung auch Rechnung tragen. Was heißt das?

Die meisten von uns werden schon erlebt haben, wie anders kleine Kinder mit

dem Tod umgehen, als zum Beispiel „Herangewachsene“. Voraussetzung ist

allerdings, dass wir sie nicht schon herausgerissen haben, aus ihrer Stimmung.

Beim Tode (durch Ertrinken) eines Schülers sagte eine Klassenkameradin (9

Jahre Regelschule) : „Vielleicht hat der liebe Gott etwas ganz besonderes vor

mit ihm.“ Oder: wir können die Erfahrung machen, wenn wir einem 5-jährigen

Kind ein Märchen erzählen, wie es bangt, wenn der Wolf die Geißlein täuscht

und fast alle verschlingt – außer dem Jüngsten.

Wenn dann aber die Ordnung wieder hergestellt ist, weil die Tat des Wolfes

ihren Ausgleich erfahren hat, ist es tief befriedigt. So muß es sein! - Diese

Grundstimmung gilt es zu pflegen.

Interessant ist noch das folgende: meist lieben es die Kinder besonders, wenn

sie von alten Menschen Märchen erzählt bekommen. Warum ist das so?

Leben die Alten jetzt vielleicht wieder in der Grundstimmung „Die Welt ist gut“

bzw. „moralisch“?

(Das war ja „zwischendurch“ nicht unbedingt so.)

Nun, sie haben – wenn es gut gegangen ist – ihre ganz persönlichen Erfahrungen,

auch Empfindungen im Laufe ihres Lebens eng mit den Ideen, Begriffen,

mancher ursprünglichen „Theorie“ verbunden.

Was die Alten dann sagen und erzählen, klingt nicht mehr theoretisch abstrakt

oder gar kalt, sondern warm und, ich möchte sagen, „wirklichkeitsgesättigt“.

Und das Kind empfindet: dieser Mensch steht so mit der ganzen Welt in Bezie-

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Biographiearbeit

hung, dass er das so ausdrücken kann.

Jacques Lusseyran („Das wiedergefundene Licht“) sagte einmal: „Die Ruhe ist

nicht in der Welt, sondern in dem ruhigen Blick, den wir auf die Welt richten.“

Analog dazu darf man vielleicht sagen: Die Ordnung, der Sinn, die „Moral“ ist

dem allzu äußeren Blick verborgen. „Wer nicht suchen kann, wie nur je ein Freier,

bleibt im Trugesbann siebenfacher Schleier.“ (Christian Morgenstern).

Stephanie Fabian im Dauergespräch mit und inspiriert

von Brigitte von der Decken:

7-14 Jahre - Die Welt ist schön

Alles was Himmel und Erde verbindet ist schön.

„Schönheit“, das ist das Erziehungsideal für Kinder im zweiten Jahrsiebt. Der

Begriff „Schönheit“ ist schwer zu fassen. Bei einem Elternabend des Hortes

zu diesem Thema kam auch schnell die Diskussion zu schönen und unschönen

Spielsachen. Sehe ich morgens die Jungs der unteren Klassen im Kreis

kauern ihre Lego-Kämpfer vor sich aufgebaut - bin ich irritiert. Das stört mein

ästhetisches Empfinden, lässt mich Krieg und Streit vermuten und ganz schnell

in die Geschlechterfalle tappen. Schwert, Taschenmesser und ähnliches habe

ich akzeptiert und lasse sie bei meinen Töchtern auch gerne „stattfinden“. Aber

nur, weil ich keinen Zugang zu Lego-Kämpfern habe, kann ich denen nicht ihre

„Schönheit“ absprechen.

Denn für die Jungs, die da im Kreis kauern, haben sie ganz offensichtlich eine

Schönheit. Um ehrlich zu sein, habe ich mir diese „Monster“ auch nie angeschaut.

Ich hatte sie noch nicht mal in der Hand und finde sie trotzdem schrecklich.

Soweit steht es also mit meiner Toleranz. Hah! Ist ein Filly schön? (Zur

Erklärung für Jungs-Mamas: pastellfarbige Einhörner im Hosentaschenformat,

beflockt, Sammelobjekt, Stück um 2,-- Euro).

Schönheit braucht auch gar nicht schön sein. Das Tun allein ist schön. So

können Kinder Weltverwandler sein, sie können schiefe Hütten bauen, aus

heruntergefallenen Blüten und Unkraut wilde Sträuße binden und Erdklumpen

formen. Sie können in Brauntönen Matschbilder malen. Schön ist das Sich-Ein-

Lassen auf die Welt, das Aktivwerden, das Ergreifen seiner Möglichkeiten, das

sich-aus-probieren.

Von der Betrachtung zur Wahrnehmung:

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. „Oder der Betrachterin“, füge ich gerne

hinzu. Denn Schönheit ist irgendwie auch etwas sehr weibliches. Schönheit findet

auch statt: wenn ich Kinder beim Spielen beobachte: ihre Versunkenheit und

Hingabe an das Spiel. Wenn ich beim offenen Klassenzimmer sehe mit welcher

Liebe und doch ganz unterschiedlich jedes Kind sein Heft gestaltet hat.

Wenn ich beim Johannifest die Andacht sehe mit welcher die Kinder das große

fackelnde Feuer betrachten. Wenn der Schulhof vollsteht mit Menschen denen

das Herz aufgeht bei Volkstanz und passender Musik. Schön ist, wenn im

Werkstattkurs zwei Jungs zusammen eine gigantische Hundehütte bauen. Schön

ist wenn Kinder mit einer großen Altersspanne zusammen in der Vogelschaukel

liegen und miteinander schaukeln. Schön ist, wenn ein Hortner die wilde

Fangen-Jagd mitmacht und die Kinder in echtem Entsetzen kreischend vor ihm

davon rennen und so drin im Spiel sind, das der Hortner für die Dauer des Spiels

eine Schreckfigur ist.

Schön ist, wenn ich mit meiner Ziege und meinem Hund in den Schulhof laufe

und sofort von Groß und Klein umringt werde und meinen Tieren eine solche

Liebe und Freude entgegenschlägt. Schön ist, im Sommer Eisessen zu gehen.

Schön ist, Dinge zu wiederholen und sich an der Vorfreude der Kinder zu freuen.

Schön ist kurz nach Schulbeginn morgens aus allen offenen Fenstern Flötentöne

zu hören, schön ist das Selbstverständnis wie Kinder ihre verletzten Schulfreunde

ins Arztzimmer bringen. Schön ist, wenn die Kinder dort verhandeln, ob der

Bauchwehtee auch mit Honig sein kann.

Schönheit ist ein hoheitsvolles Wort und es erschreckt mich ein wenig. Schön

ist einfacher. Manchmal bin ich ganz ergriffen von der Schönheit, die sich

mir bietet. Ich habe einmal einen Berg bestiegen mitten in der Nacht um den

Sonnenaufgang hinter dem Großklockner zu sehen. Damals habe ich auch

den Sonnengesang von Franz von Assisi kennengelernt. Niemals werde ich

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diesen anstrengenden Aufstieg im nahezu Dunkeln vergessen. Und niemals die

Schönheit des Sonnenaufgangs und meinen eigen Stolz es so hoch im Dunkeln

geschafft zu haben.

Schönheit sollte niemals einem Perfektionismus zum Opfer fallen: nicht an meinem

Körper, nicht in meiner Wohnung und schon gar nicht in meiner Seele.

Walter Seyffer

14 – 21 Jahre - Das Wahre

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“, Franz Kafka

Die Zeit der Pubertät, in der die Jugendlichen sich wegen „Innerem Umbau“ gegenüber

der Welt verschließen, hat sich im Laufe der letzten hundert Jahren um

ca. 2 Jahre nach vorn, vom 14. Lebensjahr auf das 12. Lebensjahr hin verschoben.

Der Mensch, der in sich alle Naturreiche trägt: das mineralische, das pflanzliche

und das tierische Element, bringt diese Elemente mit der Geschlechtsreife

zur Ausbildung. Somit ist der tierische Aspekt, der seinen Höhepunkt in der Fortpflanzung

findet, spätestens um das vierzehnte Lebensjahr zur Ausgestaltung

gekommen. Die geistig–seelische Ausbildung – das ICH – „hinkt“ dem hinterher.

Der Jugendliche, der sich mit einem Mal mit seiner Geschlechtsreife konfrontiert

sieht, ist diesem Umstand oftmals nicht gewachsen.

Ein eigenes Umgehen damit lernt der Jugendliche erst, wenn er sein drittes

Jahrsiebt beendet hat. Bei aller Unvollkommenheit unserer Erziehung und all den

Zweifeln und Ängsten, die sich bei Eltern in der Zeit der Pubertät einstellen, können

diese ruhig darauf vertrauen, dass, wenn Eltern authentische Vorbilder in der

Zeit der Kindheit waren, dieser Vorbildcharakter jetzt in einer, der Individualität

des Jugendlichen entsprechenden Weise zum Tragen kommt. Dies heißt, dass

Werte, die in der Erziehung vertreten wurden einerseits in diese einflossen und

andererseits in den Handlungen der Erziehenden Gestalt angenommen haben.

Unter den Augen eines Pubertierenden nützen uns unsere Alltags-Masken wenig.

Es erwacht die Fähigkeit, alles nicht authentische Handeln im Verhalten der

Erwachsenen, diesen gegenüber kritisch zu spiegeln. Dies gründet darauf, dass

Jugendliche auf der Suche nach Werten sind, die sie selbst noch nicht für sich

individuell handhaben können. Einerseits wird von dem sozialen Umfeld erwartet,

dass Jugendliche bereits eine gewisse Verantwortung für ihr Handeln übernehmen;

andererseits sehen sie sich einer Erwachsenenwelt gegenüber gestellt,

in der Zweifel und Zukunftsängste vorherrschen. Wen wundert es da, dass die

Suche nach einem Mentor ein zentrales, wenn auch oft nicht bewusstes Thema

für den Jugendlichen ist. Der Mentor – er erkennt das Beste in uns, in vollem

Vertrauen auf unsere mitgebrachten Fähigkeiten.

Den meisten von uns dürfte dieses Beispiel bekannt sein: da hat man bereits

Jahre in einem Schulfach mit den Inhalten gerungen und sich selbst als total unfähig

diesem Fach gegenüber betrachtet; dann eines Tages betritt eine Lehrerin

oder ein Lehrer das Klassenzimmer und man weiß augenblicklich – „der Bann ist

gebrochen!“. Von nun an fühlt man sich durch diese Persönlichkeit verstanden

und mit diesem Gefühl des „Verstandensein“ verbessern sich auch wie selbstverständlich

die Leistungen.

Triebfeder ist die Sehnsucht nach „Wahrhaftigkeit“. Wahr ist, was verändern

will. Ob zum Guten oder Schlechten entzieht sich meist der Beurteilung des

Jugendlichen.

Auf ihrem nun oft einsamen Weg in die Adoleszenz finden Jugendliche sich in

einem Labyrinth von Wünschen und Gefühlen. Sie sollten demnach ausgerüstet

sein, mit einem in den vorangegangenen Jahrsiebten erworbenen Ariadnefaden

des Guten und Schönen.

Die Reise durch die Jahrsiebte geht weiter. In der Herbstausgabe der

Kiesteichente erfahren Sie mehr zu den nachfolgenden Lebenszyklen, zum

Beispiel zum „unverantwortlichen Jahrsiebt“.

Wer sich selbst tiefer mit der Biographiearbeit beschäftigen will, kann zum

Beispiel bei Frau Heinke Wickenhäuser, im Rahmen der Elternschule einen

Kurs besuchen. Die neue Elternschule erscheint Ende Oktober 2012.

02/12 Kiesteichente


Nach der Schulzeit:

Über eine etwas andere Möglichkeit des

Studierens an der Zeppelin Universität in

Friedrichshafen

Es ist ein Grundpfeiler im Selbstverständnis der Waldorfschule, ihren

Schülern mit einem staatlichen Schulabschluss den weiteren Weg in Studium

und Berufsausbildung zu ebenen. Gerade weil mit den staatlichen Schulabschlüssen

alle Wege offen stehen, können wir selbstbewusst auf unseren

eigenen, besonderen Weg blicken, der unseren Schülern neben der Qualifikation

für Ausbildung und Studium auch die Möglichkeit bietet, in besonderer

Weise als Persönlichkeit zu reifen.

Es wird eine Aufgabe im Jubiläumsjahr sein, zu erforschen, was aus den

ehemaligen Schülern der Freien Waldorfschule Mannheim geworden ist

und welchen beruflichen Lebensweg sie eingeschlagen haben. Aus einer

Vielzahl an Gesprächen mit ehemaligen Waldorfschülern in Stuttgart und

Berlin konnte ich den Eindruck gewinnen, dass es oft die Art und Weise war,

wie Waldorfschüler ihre Berufsausbildung gestalteten, WIE ein Beruf ergriffen

wurde und nicht WELCHER Beruf letztlich ausgeübt wurde, der sie von

Schülern anderer Bildungseinrichtungen unterscheidet. Gerade das scheint

die Besonderheit von Waldorfschülern zu sein, dass überdurchschnittlich oft

Ausbildung, Studium und berufliche Tätigkeit „mit ganzem Herzen“ angegangen

und im Vergleich zu Azubis und Studenten mit anderen Schulbiografien

auch häufiger dauerhaft zur Berufung werden.

Je nachdem, auf welche Ausbildung oder welches Studium die Entscheidung

fällt, kommt es entweder darauf an, sich seiner Ziele treu zu bleiben, um

sie später in der Ausübung des Berufes verwirklichen zu können, oder von

vorneherein eine Ausbildung oder ein Studium zu wählen, das der eigenen

Persönlichkeit die Gelegenheit gibt, sich weiter zu entfalten.

Eine Universität, die gerade auf die urteilsfähige Persönlichkeit ihrer Bewerber

besonderen Wert legt, ist die „Zeppelin University“, kurz ZU, die sich

auch „Hochschule zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik“ nennt.

Seit ihrer Gründung vor bald zehn Jahren hat die ZU keine Gelegenheit ausgelassen,

sich als eine der innovativsten, fortschrittlichsten und aufregendsten

Studienstätten zu erweisen, die Studierenden in Deutschland offen steht.

Das fängt schon beim Aufnahmeverfahren an: Während andere Universitäten

über den Nummerus Clausus den Zustrom ihrer Bewerber regeln

oder Studiengebühren in einer Höhe erheben, die nur wenigen ein Studium

ermöglichen, geht die ZU einen völlig anderen Weg. In einem speziellen

Aufnahmegespräch stellen sich die Interessenten einem Gremium vor, das

sich aus einem Mitglied des Lehrkörpers, einem Gastdozenten und einem

Studierenden zusammensetzt. Nur wenn sich alle drei einig sind, wird der

Studienplatz vergeben. Dass es in diesem Gespräch auch auf soziale Kompetenz,

auf Motivation und Interesse „über den Tellerrand hinaus“ ankommt,

versteht sich von selbst. Gerade die Einbindung der Studierenden in alle

Bereiche der Universität ist bezeichnend für die ZU und so ist es auch nicht

verwunderlich, dass die ZU die erste Universität in Deutschland ist, die einen

Studenten als Vizepräsidenten in der Universitätsleitung hat.

Was macht ein Studium an der ZU noch so bemerkenswert?

Es gibt die so genannten „Studentstudies“. Neben zahlreichen anderen

Wahlmöglichkeiten in den drei Studiengängen „Corporate Management &

Economics“ (Wirtschaft), „Communication & Cultural Management“ (Kultur)

und „Public Management & Governance“ (Politik) können die Studierenden

eigene Lehrveranstaltungen ansetzen, deren Inhalte, Formate und Referenten

sie selber festlegen. Bedingung: Sie müssen mindestens neun weitere

Studierende für die Lehrveranstaltung gewinnen.

Die jeweiligen Lehrveranstaltungen sind im Grundstudium für die Studierenden

aller Studiengänge offen, so dass ein Wechsel des Studienprofils innerhalb

des Grundstudiums ohne Probleme möglich ist. Das ist sehr hilfreich,

da oft erst während des Studiums die eigentlichen Interessensschwerpunkte

deutlich werden.

Diese Beispiele sollen zeigen, wie sehr die ZU von Ihren Studenten ein

eigenverantwortliches Handeln erwartet. In seiner Ansprache zum offenen

Tag der ZU bezeichnete Tim Göbel diese Erwartung an die Studierenden als

„unternehmerische Einstellung zur eigenen Biografie“.

Auch in der Finanzierung des Studiums wird diese Haltung gefordert und

zugleich gefördert.

Als private Universität erhebt die ZU Studiengebühren von ca. 4500 Euro pro

Semester. Um jedem – wirklich jedem – das Studium zu ermöglichen, gibt es

eine Vereinbarung mit der Sparkasse Bodensee, die allen immatrikulierten

Studierenden eine zinsgünstige Vorfinanzierung des Studiums ohne weitere

Prüfungen und Sicherheiten ermöglicht. Die Rückzahlung erfolgt erst zwei

Jahre nach dem Studium, wenn die Studierenden in aller Regel erfolgreich in

ihrem Beruf arbeiten, für den sie sich durch das Studium an der ZU bestens

qualifiziert haben. Mehr Informationen gibt es auf den Seiten der Universität

unter: www.zeppelin-university.de

Das Motto der Universität: „Bilde dich selbst! Und dann wirke auf andere

durch das, was du bist“ von Wilhelm von Humboldt führt die Ziele der

Waldorfschule konsequent weiter. Das „werde was du bist“ ist eine lebenslange

Reise, die den einen oder die andere auf diesem Weg vielleicht auch

an die ZU in Friedrichshafen führt.

Sebastian Berg

02/12 Kiesteichente 9


10

„Altersunabhängiger“ Freiwilligendienst in Bolivien

Es klingt ungewöhnlich, wenn man mit 45 Jahren für 9 Monate zum Freiwilligendienst

nach Bolivien aufbricht, das machen „normalerweise“ Schulabgänger.

Aber wenn die eigenen Kinder „groß“ sind, dann packt manchen das

Bedürfnis einmal in einem fernen Land tätig zu werden.

Nachdem ich im August 2011 meine 2. Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen

hatte, machte ich mich im September auf den Weg nach Sucre in

Bolivien, wo eine Schwesterorganisation des DJH – Hostelling International

Bolivia – ihren Sitz hat.

Mit einem Sprachkurs von 6 Wochen (der in 3 Blöcke aufgeteilt war) kann

man „ganz gut überleben“, auch wenn man zuvor kein Spanisch gesprochen

hat und den größten „Lernerfolg“ erzielt man am besten, indem man sich

in der neuen Sprache ausdrücken muss. So begann ich nach 2 Wochen in

einem Kinderheim für Jungen in der Nachmittagsbetreuung mitzuhelfen, in

der die Jungs Hausaufgaben gemacht haben und wir meistens auch noch

Zeit zum Malen und Spielen fanden.

Anfangs nimmt man mit großem Interesse die Unterschiede zu seinem eigenen

Land wahr und die sind in Bolivien, dem ärmsten Land in Südamerika,

ganz offensichtlich. Man verliert dieses Interesse nicht, aber man gewöhnt

sich an die Zustände. Man selbst lernt mit weniger auszukommen, obwohl

wir Freiwillige ein privilegiertes Leben in Bolivien lebten, aber eben doch

nicht so wie „zuhause“.

Die „Uhren ticken anders“ in Bolivien, hier gibt es Zustände, die wir uns in

Deutschland nicht vorstellen können. Das Leben der Menschen in Bolivien ist

um vieles härter wie bei uns und das wurde noch offensichtlicher, als ich zu

meinem neuen Einsatzort „Alcalá“ aufbrach. Ein kleines Dorf in den Anden,

200 km von Sucre entfernt, wofür der Überlandbus 5 Stunden braucht, weil

er über Erdstraßen hoppelt und manchen Fluss durchqueren muss.

Stadtleben – Landleben, das sind zwei Welten in Bolivien und das Leben

auf dem Land ist ein hartes Leben ohne Komfort. Die Campesinos leben in

einfachen, kleinen Lehm-Häusern ohne verglaste Fenster, kochen auf dem

offenen Feuer und haben bestenfalls einen Wasserhahn auf dem Grundstück.

Ihre Wege legen sie zu Fuß zurück, oder, wer es sich leisten kann,

besitzt ein Pferd. Wenige Dorfbewohner fahren Motorrad oder Auto. Für die

Kochstellen wird Brennholz gesammelt und somit liefert auch jede Familie

ihren Brennholzanteil in der Schule ab. Mit diesem wird auf einer riesigen

Feuerstelle in zwei riesigen Töpfen, jeden Tag eine warme Mahlzeit für alle

Kinder der Dorfschule gekocht wird.

Und diese Dorfschule war mein weiterer Einsatzort bis Mitte Mai 2012. Ich

war die „2. Hand“ der Lehrerin in der Vorschulklasse, die 26 Kinder im Alter

von 4 bis 6 Jahren besuchten. Wir hatten alle Hände voll zu tun mit dem

„quirligen Haufen“, aber es war eine Zeit mit vielen interessanten Erfahrungen

und Begegnungen: Schicksalsbegegnungen und somit die Chance über

sich und sein eigenes Leben in einem privilegierten Land nachzudenken.

Hostelling International Bolivia, eine Schwesterorganisation des DJH, bietet

für Menschen jeden Alters Selbstzahler-Programme und für junge Menschen,

bis einschl.26 Jahren, öffentlich geförderte Programme an, Spanisch-Kenntnisse

sind nicht erforderlich. Mehr Info im Internet: www.hostellingbolivia.org

und unter www.jugendherberge.de, Rubrik „Jugendaustausch weltweit“ und „

Freiwilligendienste“. Ansprechpartner in der Zentrale des DJH in Detmold ist

Heinz Brenner.

Susanne Adler

02/12 Kiesteichente


Schönes zum Sommer

Gedichte zum Sommer gesucht und gefunden von Stephanie Fabian

In dieser Kiesteichente gibt es keine Rezepte, keine kreativen Ideen, sondern

Balsam für die Seele und für die Ohren...wenn Sie diese Gedichte vorlesen...

02/12 Kiesteichente

Ameisen

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

In Hamburg lebten zwei Ameisen,

Die wollten nach Australien reisen.

Bei Altona auf der Chaussee

Da taten ihnen die Beine weh,

Und da verzichteten sie weise

Dann auf den letzten Teil der Reise.

Sehnsucht

Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Es schienen so golden die Sterne,

Am Fenster ich einsam stand

Und hörte aus weiter Ferne

Ein Posthorn im stillen Land.

Das Herz mir im Leib entbrennte,

Da hab ich mir heimlich gedacht:

Ach, wer da mitreisen könnte

In der prächtigen Sommernacht!

Zwei junge Gesellen gingen

Vorüber am Bergeshang,

Ich hörte im Wandern sie singen

Die stille Gegend entlang:

Von schwindelnden Felsenschlüften,

Wo die Wälder rauschen so sacht,

Von Quellen, die von den Klüften

Sich stürzen in die Waldesnacht.

Sie sangen von Marmorbildern,

vor Gärten, die überm Gestein

In dämmernden Lauben verwildern,

Palästen im Mondenschein,

Wo die Mädchen am Fenster lauschen,

Wann der Lauten Klang erwacht

Und die Brunnen verschlafen rauschen

In der prächtigen Sommernacht.

Butterblumengelbe Wiesen

Christian Morgenstern (1871-1914)

Die Kunst falsch zu reisen

Kurt Tucholsky (1890-1935)

Butterblumengelbe Wiesen,

sauerampferrot getönt,o

du überreiches Sprießen,

wie das Aug dich nie gewöhnt!

Wohlgesang durchschwellte Bäume,

wunderblütenschneebereiftja,

fürwahr, ihr zeigt uns Träume,

wie die Brust sie kaum begreift.

Die Kunst, falsch zu reisen

Wem Gott die rechte Gunst erweisen, den schickt er in die -

„Alice! Peter! Sonja! Legt mal die Tasche hier in das Gepäcknetz, nein, da! Gott, ob einem

die Kinder wohl mal helfen! Fritz, iß jetzt nicht alle Brötchen auf! Du hast eben gegessen!“

in die weite Welt!

Sommer

Georg Trakl (1887-1914)

Am Abend schweigt die Klage

des Kuckucks im Wald.

Tiefer neigt sich das Korn,

der rote Mohn.

Schwarzes Gewitter droht

über dem Hügel.

Das alte Lied der Grille

erstirbt im Feld.

Nimmer regt sich das Laub

der Kastanie.

Auf der Wendeltreppe

rauscht dein Kleid.

Stille leuchtet die Kerze

im dunklen Zimmer;

eine silberne Hand

löscht sie aus;

windstille, sternlose Nacht.

Juni

Marie Louise Kaschnitz (1901-1974)

Schön wie niemals sah ich jüngst die Erde.

Einer Insel gleich trieb sie im Winde.

Prangend trug sie durch den reinen Himmel

Ihrer Jugend wunderbaren Glanz.

Funkelnd lagen ihre blauen Seen,

Ihre Ströme zwischen Wiesenufern.

Rauschen ging durch ihre lichten Wälder,

Grosse Vögel folgten ihrem Flug.

Voll von jungen Tieren war die Erde.

Fohlen jagten auf den grellen Weiden,

Vögel reckten schreiend sich im Neste,

Gurrend rührte sich im Schilf die Brut.

Bei den roten Häusern im Holunder

Trieben Kinder lärmend ihre Kreisel.

Singend flochten sie auf gelben Wiesen

Ketten sich aus Halm und Löwenzahn.

Unaufhörlich neigten sich die grünen

Jungen Felder in des Windes Atem,

Drehten sich der Mühlen schwere Flügel,

Neigten sich die Segel auf dem Haff.

Unaufhörlich trieb die junge Erde

Durch das siebenfache Licht des Himmels.

Flüchtig nur wie einer Wolke Schatten

Lag auf ihrem Angesicht die Nacht.

Text zur Vierten Juni-Woche

Rudolf Steiner (1829-1910)

Der Welten Schönheitsglanz

Er zwinget mich aus Seelentiefen

Des Eigenlebens Götterkräfte

Zum Weltenfluge zu entbinden;

Mich selber zu verlassen,

Vertrauend nur mich suchend

In Weltenlicht und Weltenwärme.

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Besuch an der Schule

Impulsreferat „Wandel durch Wahrnehmung“

von Jan-Christoph Jäger

Versetzen Sie sich in eine erste Klasse. Ein kleiner Junge bekommt nicht

das, was er will. Er fängt an zu schreien – aus allen seinen Leibeskräften.

Er ist durch nichts, rein gar nichts zu beruhigen, es sei denn man lässt ihm

seinen Willen

Stellen Sie sich einen Oberstufenschüler vor, der vor seinem PC sitzt und mit

einer Kalaschnikow in seiner virtuellen Welt Menschen abknallt.

Das sind nur zwei Beispiele für die Immer stärker zu beobachtende Trennung

der Wesensglieder Denken- Fühlen- Wollen. Wir können diesen Vorgang

der Trennung der Wesensglieder auch an uns feststellen, sind doch auch

wir Kinder unserer Zeit. Manchmal da wollen wir etwas mit aller Macht in

die Welt bringen, ordnen unser Denken diesem Ziel unter und vergessen

das Fühlen, das Seelische. Dass ein solcher Weg Verletzungen hinterlässt

brauch uns dann nicht zu wundern. Wir haben dieses Auseinanderfallen der

Wesensglieder schon oft beobachtet und auch mehrfach besprochen. Das

ist jetzt hier weder der Ort noch die Zeit diesen Zustand zu beklagen. Heute

steht es an, danach zu fragen, was das für die Zukunft bedeutet – für die

Zukunft der Schüler, aber auch für unsere Zukunft. Wir müssen pädagogisch

auf diese Veränderung reagieren und wir haben die Werkzeuge dazu.

Die Trennung der Wesensglieder, die Abspaltung des Gefühls beim Ego-

Shooter-Spiel des Oberstufenschülers oder beim Erstklässler der unbändige

Wille, verursacht drei wesentliche Verluste:

1. Orientierungsverlust

2. Vertrauensverlust

3. Wärmeverlust

Der Orientierungsverlust zeigt sich darin, dass allgemeinverbindliche Regeln

nicht mehr akzeptiert werden. Wir sind an einem vielleicht nur vorläufigen

Ende einer langen Entwicklung angekommen. Zunächst waren die allgemein

verbindlichen Regeln und Werte an das Göttliche gebunden, kamen aus ihm

wie die Gesetzestafeln des Moses. Dann mit zunehmender Privatisierung

des Religiösen profanisierten sich die allgemeinverbindlichen Regeln und

wurde z.B. Menschenrechte oder das BGB. Und auch das geht nun verloren.

In der Regie von Gioia Falk, (Eurythmie) und Christian Peter (Schauspiel)

zeigt das Ensemble der Goetheanum-Bühne das erste Mysteriendrama von

Rudolf Steiner am 3. November 2012 in der Akademie für Waldorfpädagogik.

Im Jahr 1910 wurde Rudolf Steiners Drama „Die Pforte der Einweihung“ in

München uraufgeführt. Drei weitere Dramen folgten 1911, 1912 und 1913. In

regelmäßigen Zyklen wurden diese Aufführungen als Mysterien-Festspiele

am Goetheanum in Dornach/Schweiz gezeigt, in wechselnden Inszenierungen.

Nach einer längeren Pause sind die Mysteriendramen 2010 vollständig

neu inszeniert worden. Sieben mal sind sie seither zur Aufführung gekommen

und der Besucherstrom reißt nicht ab.

Was macht diese dramatischen Bilder so aktuell nach hundert Jahren?

Die Signatur des 21. Jahrhunderts wird heute in jedem Menschen erlebt,

der auf die Unsicherheiten blickt, die aus der Wirtschaft, den politischen Ereignissen

und der kulturellen Entwicklung unserer Zivilisationen erwachsen.

Menschheit an der Schwelle – oder am Abgrund?

Diese Schwellendramatik spiegelt sich in den Auseinandersetzungen und

den Schicksalsfäden zwischen den Personen des Mysteriendramas . „Das

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Rudolf Steiners Mysteriendrama in Mannheim

Wer sich noch an diese „veräußerten“ Regeln hält, gehört scheinbar und

offensichtlich zu den Verlierern. Die, die diese Regeln missachten sind

die immunen Gewinner in einer neokapitalistischen, globalisierten Gesellschaft.

Die Kinder, die zu uns kommen, haben ein sehr feines Gespür für

dieses Thema und spiegeln uns diesen Orientierungsverlust z.B durch die

Respektlosigkeit, mit der sie uns manchmal begegnen. Die Authentizität des

Lehrers hat deshalb heute mehr Gewicht als jemals zuvor. Wesentlich ist

aber, dass die Orientierung von außen nicht mehr funktioniert. Die Schüler,

die zu uns kommen, benötigen eine innere Orientierung. Diese gewinne ich

aber nur, wenn ich es lerne, in mein Inneres zu schauen, lerne mein Inneres

wahrzunehmen.

Das Vertrauen in die Erwachsenenwelt ist zerstört, das zeigt schon die

Missachtung der allgemeinverbindlichen Regeln. Aber auch der Zerfall der

Familie als Basis der Vertrauensbildung nimmt rapide zu. Man beachte in

diesem Zusammenhang der Zuwachs der alleinerziehenden und der geschiedenen

Eltern in den unteren Klassen. Wo finde ich in dieser Welt noch

eine vertrauensvolle Beziehung? Worauf kann ich bauen ohne enttäuscht zu

werden? Die geistige Welt steht immer an unserer Seite. Sie ist erfahrbar in

den Gesetzmäßigkeiten und Wundern der Natur. Aber ich muss lernen genau

hinzuschauen. Das Kind muss lernen seine Wahrnehmung auf das Langsame

und Stetige in der Entwicklung der natürlichen Prozesse zu lenken, zu

konzentrieren.

Die Betonung des Intellekts in unserer Erwachsenwelt und die Verdrängung

des Gefühls ins Rauschhafte führen zu einem Wärmeverlust, der die schützenden

Hüllen unserer Kinder dünn und löchrig werden lässt. Das Gefühl,

insbesondere die Wahrnehmung des Anderen muss in den Vordergrund

rücken. Die Betonung, die Vorrangstellung des Verstandes füttert das Ego.

Jetzt muss das Herz wieder eine Vorrangstellung einnehmen und dem Verstand

den ihm zugehörigen Rang als Werkzeug wieder zurückgeben. Nur so

kann die Bewusstseinsseele ihrer sozialen Aufgabe gerecht werden: in der

Wahrnehmung des Anderen.

Die Wahrnehmung des Inneren als Neuorientierung, die Wahrnehmung der

geistigen Welt in der Natur als Vertrauensbildung und die Wahrnehmung

des Anderen als Herzenserwärmung im Sozialen sind die drei Säulen einer

zukünftigen Schule.

Drama findet dabei nicht nur auf der Bühne

statt, in den Darstellern, sondern auch

in den Zuschauern.“ (Stimme aus dem

Publikum)

Bernhard Merzenich

Samstag den 3.11. 2012 , 15h -21h in

der Akademie für Waldorfpädagogik,

Zielstraße 28, 68169 Mannheim.

Veranstalter :

Anthroposophische Gesellschaft ,

Rudolf-Steiner-Zweig, Mannheim.

02/12 Kiesteichente


Eurythmie aus São Paulo

Fast völlig unbemerkt hatten wir seltenen Besuch:

am 23. und 24. April 2012 gastierte eine brasilianische

Eurythmiegruppe an unserer Schule.

Nicht nur, dass diese Gruppe aus Südamerika anreiste,

sondern dass diese Menschen auch noch das seltene

Genre der Eurythmie vertraten, finde ich erwähnenswert.

Die Gruppe bestand aus 20 jungen Menschen, die im

Rahmen eines Orientierungssemesters eine zweiwöchige

Tournee durch vier deutsche Städte unternahmen. In

Mannheim zeigten sie drei, etwa 45 minütige Aufführungen

für alle Klassenstufen unserer Schule.

Da meine Familie spontan ( 5 Tage vorher ) sich bereit

erklärte Übernachtungsgäste aufzunehmen, hatte ich das

außerordentliche Vergnügen nicht nur zwei besonders

nette junge Menschen kennenzulernen, sondern auch

ein außergewöhnliche Eurythmiedarbietung zu sehen.

Dienstagmorgen 8.45 Uhr: nicht nur die meisten Schüler

wissen nicht was los ist, auch einige Lehrer müssen den

Programmpunkt Eurythmieaufführung spontan in ihren

Tagesplan einfügen. Die unteren vier Klassen sind die

ersten, die an diesem Morgen in die Aula kommen. Wie

immer lautstark -die ganze Aula brodelt. Nach kurzer Einführung

in perfektem Deusch durch die Leiterin (Euryth-

02/12 Kiesteichente

mielehrerin) der Gruppe wurde es erstaunlich schnell

ruhig in der Aula. Alle schauten gebannt auf die Bühne

und folgten dem bunten,abwechslungsreichen Programm

der Kompanie. Die vielen Kostümwechsel, die außerordentlich

schöne Begleitung durch Cello und Klavier, das

tolle Licht- und Farbenspiel durch die Beleuchtung sowie

die sprachliche Begleitung zogen alle in ihren Bann. Nach

cirka 45 Minuten dankten die Schüler unsere Schule mit

tosendem Beifall dieser außergewöhnlichen Gruppe. -

Schade nur, dass der Rest der Schulgemeinschaft so gar

nichts mitbekommen hat!

Am Mittwoch gab es eine öffentliche Aufführung in Heidelberg,

auch diese leider unbemerkt von unsere Schulgemeinschaft.

Kaum zu glauben, dass dies im Zeitalter

von modernen Medien überhaupt noch möglich ist.

Mit traurigen Grüßen

Lilli Heinrich

Bersuch an der Schule

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aus der Odilienschule

Liam und die Sterne, nach einer irischen Erzählung

- Klassenspiel der 8. Klasse der Odilienschule, aufgeführt

am 27. und 28. April 2012 in der Freizeitschule, Mannheim. -

Zunächst kommen die Schüler zu Wort...sehr aufregend... (Jan-Gabriel)

Voller Spannung standen wir vor der Bühne und spielten zu Beginn der Aufführung

ein irisches Lied, nämlich Sally Gardens auf der Flöte begleitet von

Cello und Gitarre. Die Hauptperson des Stückes ist Liam, ein Junge, dessen

Sterne zum Zeitpunkt der Geburt nicht günstig für ihn standen. Später wird er

unschuldig, wie ihm vorausgesagt war, des Diebstahls verdächtigt.

Glücklicherweise konnte der Richter Bingham, ein sternenkundiger Mann

mit Hilfe von Jack, Liams Bruder, seine Unschuld beweisen. Liam wurde frei

gesprochen und konnte seinen Lebensweg weiter gehen. Ein Höhepunkt

des Stücks war der irische Tanz, der die Zuschauer in das irische Leben

versetzte.

zum Schluss geht alles gut aus... (Vanessa)

...das Stück handelt davon, dass Liam unter verhängnisvollen Sternen

geboren wird. Er soll gehängt werden, obwohl er den Ring von Lady Stanford

nicht gestohlen hat.

Beifall und Eis für alle... (Wionna)

Eine unterhaltsame und interessante Geschichte...

Die Schüler bekamen sehr viel Beifall und von den Eltern als Belohnung

einen Gutschein zum Eis essen gehen geschenkt.

Und nun die Klassenlehrerin:

Für unsere Klasse mit 12 Schülern war es zunächst gar nicht so einfach,

das passende Stück zu finden. Schließlich schien uns „Liam und die Sterne“

genau das Richtige zu sein. Wir haben nicht nur an dem Stück viele Wochen

gearbeitet, unter anderem auch in der Jugendherberge in Erbach, wir tauchten

auch in die irische Musik ein: Wir sangen irische Lieder und spielten sie

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auch mit dem Klassenorchester, dazu wurde mit viel Freude ein irischer Tanz

einstudiert (danke, Frau Scheibert-Neumann!).

Die Arbeit war intensiv, die Schülerinnen und Schüler gaben ihr Bestes und

spielten überzeugend und innig. Auch unsichtbar hinter der Bühne wurde

voll Begeisterung mitgewirkt von Frau Schulz, unserer Klassenhelferin, Frau

Benz, unserer Praktikantin und von Herrn Rüschhoff, der für uns – außer der

irdischen Kulissenwunder –auch noch die Sterne an den Himmel brachte.

Unser Dank gilt auch den Eltern, die tatkräftig mithalfen.

Theater spielen im Waldorfdreieick

Unsere Arbeit wurde sehr unterstützt durch die Waldorfschule:

Dort wuchsen im Fundus unsere frisch-grünen

Edelbirnbäume, dort stand genau die richtige irische Hütte

und weitere wichtige Requisiten. Eine große Auswahl an

Kleidung durften wir in der Kostümkammer ausleihen. Vielen

herzlichen Dank an alle für die Unterstützung. Besonders am

Gelingen unseres Projekts war Frau von der Decken beteiligt,

die uns mit Rat und Tat zur Seite stand und sich dafür

einsetzte, dass wir die für uns ideale Bühne der Freizeitschule

benutzen konnten. Ein besonderer Dank geht darum an

sie und auch an Juri, der diese Bühne in ein gutes Licht setzte.

So haben viele mitgewirkt, dass die Theaterarbeit und die

gelungenen Aufführungen für alle beteiligten Schüler, Lehrer

und Helfer zu einem unvergesslichen Erlebnis wurden.

Ute Kaltenbach-Pockrandt

Klassenlehrerin

02/12 Kiesteichente


20 Jahre Hort an der Freizeitschule

Es begann vor 20 Jahren. Eine Elterninitiative brachte die Idee „Hort“ auf

den Weg und trat in Verhandlungen mit der FWS und FZS, um für 15 Kinder

eine Hortgruppe einzurichten. Im Auftrag der FWS wurde in zwei Räumen

der FZS dieser Hort begonnen. Schnell wurde er größer, es kam eine zweite

Gruppe dazu und als diese begann zu voll zu werden, wurden neue Räume

gebraucht. In der FreiZeitSchule konnten diese nicht mehr sein, da die

FZS-Kurse die Räume selbst brauchten und so stellte die FWS das erste

Mitarbeiterhaus als Horthaus zur Verfügung. Mit zwei vollen Gruppen (40

Kindern) wurde dieses Horthaus im Herbst 1998 bezogen. Zeitgleich kam die

Anerkennung des Hortes als erster Hort in freier Trägerschaft in Mannheim

und der Beschluss des Gemeinderates, diesen Hort in der gleichen Weise

wie Kindergärten in Mannheim finanziell zu unterstützen.

Das Wachstum ging weiter, so dass es 2003 eine dritte Gruppe gab, die

mangels Platz im Horthaus wieder in die FZS zog. In neu gestalteten

Räumen im Erdgeschoss der FZS fanden die „Großen“ (ab der 5. Klasse)

ihre Heimat. Mittlerweile waren 70 Kinder im Hort angemeldet und sechs

ErzieherInnen beschäftigt. 2011 gab es dann die nächste Erweiterung. Da

die Stadt Mannheim ihre Konditionen geändert hatte, war es nicht mehr

möglich, Kinder, die nicht in Mannheim wohnen, in den Hort aufzunehmen.

Aber auch Kinder aus dem Umland brauchen mitunter einen Hort. Deshalb

erteilte die FWS zum zweiten Mal einen Auftrag an die FZS eine Hortgruppe

für Nicht-Mannheimer-Kinder einzurichten und diese wurde zum Herbst

2011 eröffnet. Angesiedelt wurde sie in Räumen der FZS, die für ein Jahr zur

Verfügung gestellt werden konnten.

AB Herbst 2012 steht nun auch das zweite Mitarbeiterhaus der FWS für

Hortgruppen zur Verfügung und wir werden mit zwei oder drei Gruppen im

September dort die Arbeit beginnen. Wir werden dann 115 Plätze für Hortkinder

haben, davon 30 für Kinder, die nicht in Mannheim wohnen. Es werden

10 Pädagoginnen arbeiten, unterstützt von Praktikantinnen und jungen

02/12 Kiesteichente

Inhalt

Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten. In dieser Entwicklung

und auch zur Einweihung der neuen Hortgruppen sehen wir einen guten

Grund mit allen Menschen, die dem Hort verbunden sind oder waren: mit

Kindern, Eltern, Freunden, MitarbeiterInnen, Förderern dies zu feiern. Dies

soll am „Tag der offenen Türen“ im Waldorfdreieck, also am Samstag, 6.Oktober

2012 geschehen. Wir feiern ab 14 Uhr in unserem Jubiläums – Café im

Horthaus und von 16 Uhr bis 17.30 Uhr spielt die Band „Used“ (Marco und

Dario Klein, ehemals die “Frogs“) für uns. Ausklingen soll der Tag im Garten

und in der FreiZeitSchule bis ca. 20 Uhr bei Flammkuchen und Pizza. Alle,

die diesen Tag gerne mit uns verbringen möchten, sind herzlich eingeladen

zu kommen!

Wir freuen uns auf Euch!

Freizeitschule, Mannheim Neckarau

Fußballturnier in den Pfingstferien

Wie jedes Jahr nach Pfingsten, fand auch in diesem das Fußballturnier der

städtischen Horte Mannheims statt. An zwei Tagen 05.06.- und 06.06.12

trafen sich die zwölf angemeldeten Mannschaften, um im sportlichen

Wettkampf herauszufinden, welcher Hort die besten Spielerinnen und Spieler

hat. Wir, der Hort an der Freizeitschule, stellten eine bunt gemischte Truppe

von ca. 20 Mädchen und Jungen im Alter von sieben bis elf Jahren ,vom

„Vereinsprofi“ bis zum „Hortamateur“. Von der ersten bis zur fünften Klasse

war also alles vertreten und im Vergleich zu den Anderen stellten wir die

jüngste Mannschaft.

So trafen wir am Dienstag Morgen gegen 9:30 Uhr auf dem Sportplatz,

der Post- Sport Gemeinschaft Mannheim in Neckarau ein. Mit dabei die Spielerinnen

und Spieler des Hortes samt Fans und einem mit reichlich Proviant

beladenen Bollerwagen. Mit großen Erwartungen und hoher Motivation begaben

sich die ersten Spielerinnen und Spieler auf den Platz und starteten ein

freies, freiwilliges Training, indem sie Fußballspiele unter- und gegeneinan-

15


Inhalt

der organisierten. Währenddessen bauten die vier Erzieherinnen und Erzieher

unseren Pavillon und somit unser Lager auf, denn das viele mitgebrachte

Essen sollte auch an einem gemütlichen Ort verspeist werden.

Das Turnier begann mit dem Einlaufen der Mannschaften, die die verschiedensten

Länder der EU vertraten. Wir traten als Portugal an. Um 10:00

Uhr ging es dann endlich mit der Vorrunde des Turnieres los. Auf dem

Spielfeld traten Mannschaften mit jeweils sieben Spielerinnen und Spielern

gegeneinander an, bestehend aus sechs Feldspielern und einemTorwart.

Da es in unserem Hort viele begeisterte Fußballer gibt, traten wir mit vielen

einsatzbereiten Ersatzspielern an. Die erste Begegnung verloren wir knapp

mit 0:1, was uns nur noch mehr für das nächste Spiel motivierte. In der

Zeit bis zur nächsten Partie stärkten sich vor allem die Fans und auch ein

paar Spielerinnen mit belegten Brötchen, Kuchen und Bananen. Wir hätten

auch weiter gesessen und gemütlich gegessen, wenn nicht das nächste

Spiel gerufen hätte. In den beiden darauf folgenden Spielen retteten wir uns

dank einer starken Abwehr und eines grandiosen Torhüters zu einem 0:0

unentschieden. Das letzte Spiel gewannen wir mit 1:0. So wurden wir Vierter

in der Vorrunde und für Tag Zwei standen theoretisch noch alle Möglichkeiten

offen. So beluden wir den Bollerwagen und machten uns gemeinsam auf den

kurzen Weg zurück in den Hort. Voller Vorfreude und Spannung erwarteten

Kinder und Erzieherinnen den letzten und entscheidenden Turniertag.

Mit etwas Verspätung trafen wir am nächsten Tag auf dem Turnierplatz ein

und wunderten uns, dass wir die einzigen Teilnehmer auf dem Platz waren.

Wir hatten schon befürchtet das Turnier wäre auf Grund des leichten Regens

abgesagt worden, doch wir waren schlicht und ergreifend einfach die Ersten

auf dem Sportgelände. Das Turnier fand trotz des stärker werdenden Regens

zur Freude aller statt. An unserem „Stammplatz“ schlugen wir erneut unser

Lager auf und hätten am liebsten sofort zu picknicken begonnen, aber es

gab ja noch ein paar Spiele zu bestreiten. Diese galt es auch anzufeuern,

denn schließlich war noch alles drin. Mit selbst gemalter Portugalflagge und

Sprechchören unterstützten wir unsere Mannschaft und schlugen uns wacker

mit einem 0:0. Leider verloren wir trotz größter Bemühungen das zweite

Spiel 0:2 und spielten von da ab um die Plätze fünf bis acht.

Bis dahin gab es eine längere Pause, welche auf verschiedenste Art und

Weise genutzt wurde. Während die Einen die freie Zeit zum Essen nutzten,

fuhren Andere Runden mit dem mit Kindern beladenen Bollerwagen um den

Platz und wieder andere versuchten sich am veranstalteten Quiz. Bei diesem

stellte jeder Hort das jeweilige Land auf einem individuell gestaltetem Plakat

vor, dass er während der Hort- EM vertrat. Die Kinder konnten mit Hilfe der

Plakate einen Fragebogen ausfüllen und zu gewinnen gab es am Ende auch

etwas. Nun begann die Spiele um die Plätze fünf bis acht. Auch die nächste

16

Partie ging 0:1 gegen uns aus, was uns zum Spiel um die Plätze sieben und

acht brachte und am Ende belegten wir mit unserer jungen und weiterhin

motivierten Mannschaft einen guten achten Platz.

Man könnte fälschlich annehmen das diese Platzierung eine Niederlage sei,

für unsere junge Mannschaft ist diese jedoch ein Ansporn, denn gleich im

Anschluss ging es mit den Training für nächste Jahr weiter, denn nach dem

Turnier ist vor dem Turnier. Wir freuen uns aufs nächste Jahr!

Anna Kohler, Hort an der FreiZeitSchule

EHRENAMTLICH IN DER FREIZEITSCHULE

- mit Telefonhörer oder Hobel?

Es war 1995, als ich nach 46 Berufsjahren bei Hartmut Brunnenkant an die

Bürotür klopfte und mich um eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Freizeitschule

„bewarb.“ Den Telefonhörer, mit dem ich gelegentlich Dienst im Büro

übernehmen könne, ließen wir schnell unter den Tisch fallen und richteten

den Fokus gezielt auf den HOBEL, mit dem ich einst den Gesellenbrief und

mit ihm die Zulassung zum Studium erlangte. Ich habe ihn - den Hobel -

seitdem immer wieder gerne in die Hand genommen und mich am Zischen

des frisch geschärften Messers auf frisch gesägtem Holz erfreut. Die Freude

ist mir in den nahezu sechzehn Jahren meiner vielseitigen Tätigkeit in der

Holzwerkstatt der Freizeitschule nie abhanden gekommen. Betätigung

am edelsten Werk- und Baustoff Holz erschließt uns immer wieder den

ungeahnten Reichtum seiner Verwendungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten.

Schon wenige Tage nach meiner „Bewerbung“ zog mich der unverkennbar

spezifische Geruch von frischem Holz in die Werkstatt. Mit Säge, Stemmeisen

und Kuhfuß hatte ich das verwitterte Holzdach über einem früher im

Gelände stehenden Kinderspielhaus abzutragen und mit einer Stülpschalung

zu erneuern. Damals hatte ich mir und den mir offensichtlich wohlgesonnenen

Arbeitskollegen zu zeigen, dass ich außer dem Hobel auch die anderen

Werkzeuge an der Hobelbank noch zu handhaben wusste. Der Test war

bestanden! Mein Tätigkeitsfeld nahm schon bald konkrete Konturen an. Ich

lernte in all den Jahren sehr viele Menschen kennen und schätzen, denen

ich mich z.T. noch heute verbunden fühle. Menschen auch, die mir bei der

Arbeit hilfsbereit zur Seite standen, um meinen Umgang mit dem Werkstoff

Holz auf den neuesten Stand zu bringen. Allen voran meinen Dank an Hartmut

Brunnenkant und Abraham Weis.

Die Holzwerkstatt und der nur für den fachgelehrten Mitarbeiter vorbehaltene

Maschinenraum führt kein isoliertes Inseldasein. Sie steht immer offen - allen

zur Verfügung. Nachmittags werden regelmäßig Kinder- und Erwachsenenkurse

absolviert, Hortkinder und Schüler aus den später angegliederten

Schulen im Waldofdreieck werden an handwerkliches Arbeiten am lebendigen

Werkstoff Holz herangeführt. Künstler und Menschen, die es werden

wollen, lernen unter professioneller Anleitung von Hartmut Brunnenkant

und Karin Schmiedebach Skulpturen in schöpferischer, oft auch mühsamer,

langer Arbeit aus verschiedenem Werkstoff zu gebären - kleine, feingliedrige

geschnitzte Unikate oder groß und grob mit Axt und Kettensäge bearbeitet,

ans Licht der Welt zu bringen. Schaut euch die großen Skulpturen auf dem

Neckarauer Friedhof an! Kommt in die Eingangshalle der Freizeitschule und

erfreut euch an den schön gestalteten Kunstwerken in der Ausstellungsvitrine!

Zurück in die Niederungen des Werkstattalltags. An den Hobelbänken

stehen sowohl Professionelle wie auch mit dem Holz und anderen Werkstoffen

vertraute „Amateure“ aller Altersklassen. Sie bedienen sich des großen

Werkzeug-Fundus, Geräten und - soweit erlaubt - der Maschinen, um Dinge,

Gegenstände herzustellen, zu reparieren, neu in Form zu bringen oder auch

nur mit Lack, edlen Wachsprodukten oder sonstigen Überzügen neuen Glanz

zu geben. „Das alte Gelump sieht jetzt wieder aus wie neu“ hört man den

Banknachbarn spötteln oder auch mal die Wahrheit sagen. Die Dinge bzw.

02/12 Kiesteichente


Gegenstände dienen fast immer dem „Hausgebrauch“: in der Teestube, in

Kinderspielzimmern, im Freigelände für Rutschen, Schaukeln, Klettergerüste

und Spielhäuser und in den Horträumen. In allen Räumen unserer Freizeitschule

kann man etwas finden, was in der Werkstatt gefertigt oder saniert

wurde, auch im Bühnenraum und in den Töpferstuben. Reparaturen waren

an der Tagesordnung. Man muss oft nicht nur seine Fantasie strapazieren,

sondern vor allem sich in der Anwendung aller Werk- und Hilfsstoffe, wie

Nägel, Schrauben, Leim etc. auskennen, um etwa ein zu Kleinholz geschundenes

Puppenmöbel oder -wägelchen oder gar die große Anzahl an einst

fehlkonstruierten, aber heute noch immer geadelten Teestubenstühle wieder

auf drei Beine zu stellen, also zu reparieren. Und immer wieder ist es auch

der Hobel, der zum Einsatz kommt. Von solchen Reparaturarbeiten blieb

ich nicht verschont und wollte es auch nicht. Mehr Freude und konstruktive

Impulse investierte ich in Neuanfertigungen: Inventar für das Haus, wie etwa

Allzweckschränke für den Allzweckraum, Kleinmöbel für unsere Kinderspielräume

und auch für die Kindergärten in Mannheim und Heidelberg, Regale

und Schränke für Horträume, Ausstellungsvitrinen inner- und außerhalb des

nun großzügig gestalteten Eingangsbereiches, an dem ich meine Erfahrungen

im Bauleitern zum Einsatz bringen konnte, etwa mit z.T. chirurgischen

Eingriffen in die bauliche Nutzungsänderung des heutigen Hortgebäudes

oder die Entwilderung der nun intim gestalteten Terrasse auf der Südseite

des Geländes. Schöpferische Ideen und Visionen aus den Köpfen und

Herzen des Kernkollegiums, dem Urgestein, wurden hier vielseitig tätig mit

Holz, Glas und Metall umgesetzt. Neue Tatbestände wurden geschaffen und

so die immer älter werdende Bausubstanz mit kosmetischen Anti-Aging oder

akzentsetzenden Maßnahmen aufgefrischt. Und immer ist es das handwerkliche

Können, das Arbeiten im team, und das in einer stets schönen Atmosphäre,

was das Werken und Wirken der Menschen in der Freizeitschule

prägt. Es ist nur ein kleiner Einblick – quasi durch ein Loch in der Wand - in

die tägliche Arbeit der Menschen in der Holzwerkstatt, in die ich mich viele

Jahre meines Rentnerdasein eingebracht habe. Was konnte ich besseres

tun? Die ungezählten Menschen, die ich kennen und schätzen gelernt habe

bei der Arbeit, beim Plausch in der Teestube, beim Festefeiern und in Abendkursen...

. Es hat meinen Lebensabend bereichert. Allen Menschen, die mit

dazu beigetragen haben, meinen herzlichen Dank!

Der Freizeitschule alles erdenklich Gute für das Erreichen ihrer in die Zukunft

gesteckten Ziele!

Helmut Sahm, Mai 2012

Stockbrot über dem Lagerfeuer

Der Draußenbautag ist wirklich die beste Freizeitbeschäftigung, die es nur

geben kann. Angeboten wird er von der FreiZeitSchule. Die Uhrzeiten sind

einfach: immer mittwochs und freitags von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Geleitet

wird er mittwochs von Abraham Weis und freitags von Gigi Petzold. Die

Uhrzeiten sind immer dieselben. Jedes Mal macht der Draußenbautag SEHR

SEHR viel Spaß, zumal, dass man zwei Stunden an der frischen Luft ist.

Nein, auch deshalb, weil man freie Fantasie haben kann. Man kann Hütten

bzw. Unterkünfte aus Holz bauen, Fangen oder Verstecken spielen, und hat

auch ab und zu die Chance, Stockbrotteig zu machen. Zur Abwechselung

kann man auch auf der Schaukel sitzen und ausruhen. Wer Lust hat, kann

sich auch zu Herrn Weis setzen und eine Panflöte basteln, Brennholz fürs

Feuer hacken, sein Messer schleifen (wer ein Messer dabei hat), Löffel,

Gabeln oder Messer schnitzen, im gefundenen Einkaufswagen fahren (wenn

mal einer da ist, was oft passiert) und noch vieles mehr. Was man nicht

aufzählen kann, weil sich die Meisten jeden Tag etwas Neues ausdenken,

z.B. eine Seilbahn oder Ähnliches. Eine der schönsten Minuten beim Draußenbautag

ist es, wenn wir Stockbrot essen. Dann erzählt Herr Weis immer

eine Geschichte, etwa ein Märchen. Mehr zur FreiZeitSchule, zum Draußenbautag

und vielen anderen Beschäftigungen findet ihr im Internet unter: www.

freizeitschule.de. Fiete Becher

02/12 Kiesteichente

Raum für Begegnung

Inhalt

Eine Ausstellung an der Freizeitschule vom 23. März bis zum 11. Juni 2012

Mit einer Vernissage wurde die Ausstellung „Raum für Begegnung“ am

23. März 2012 in der Freizeitschule eröffnet. Zwei Malerinnen begegnen

einander Patricia Netti, geb. 1987 in Leutkirch und Bernadette Bros Spähn,

geb. 1953 in Ravenstein (NL) Die Besondere ist Patricia Netti. Als Trägerin

des „goldenen Chromosoms“ ist die Begegnung in einem solchen Rahmen

nicht selbstverständlich, bzw. eher ungewohnt. Bernadette Bros-Spähn lernte

Patricia Netti bei einer Ausstellungseröffnung in Halle a.d. Saale kennen.

Daraus entsteht die jetzige gemeinsame Veranstaltung. Zwei Malerinnen

schaffen Raum für Begegnung Analogien in Farb- und Themenwahl sowie

der ausdrucksvollen Bildgestaltung könnten das Interesse füreinander

geweckt haben. Begegnung bedingt Interesse Laura Brückmann, geb. 1991,

ebenso Trägerin des „besonderen Chromosoms“, erfüllt den Raum mit

Bewegung. Sie tanzt anlässlich der Eröffnung der Ausstellung. Schon vor

Beginn ist ihr entschlossener Schritt und das Rauschen ihrer schwungvollen

Bewegung wahrzunehmen. Sie ist konzentriert, aber nicht isoliert; sie spürt

den bewundernden Blick einer jungen Zuschauerin, verlässt die Bühne,

gibt ihrer Dankbarkeit durch eine Umarmung Ausdruck, kehrt auf die Bühne

zurück und setzt unbeirrt ihren Tanz fort.

Begegnung ermöglicht Beziehung

Elke Schäfer eröffnet die Veranstaltung und begrüßt die Gäste. Der Raum

für Begegnung bietet sich offen dar: Kunst begegnet Kunst, Menschen

begegnen Bildern, Tanz, Musik, Menschen begegnen einander. Heike

Wiggers gelingt es in einem Frage – und Antwortspiel, den Gästen einen

Einblick in das künstlerische Anliegen der beiden Malerinnen zu geben: Die

Faszination ist groß, wenn man das „Selbstporträt I“ von Patricia Netti betrachtet.

Sie sagt: „Es ist für mich sehr interessant, den Menschen in seiner

äußeren Erscheinung darzustellen und dabei auch sein Inneres und sein

Befinden auszudrücken.“ Das Bild „Revision I“ von Bernadette Bros-Spähn

fesselt durch seine Atmosphäre. „Spontane Impulse aus der Umgebung und

Assoziationen aus Erlebtem“ werden in den Malprozess integriert. „Sprache

und Malerei ist ein Thema, das mich sehr begeistert.“ Beiden Künstlerinnen

eröffnet das Interesse am Menschen ihre Sprache der Malerei.

Begegnung ist Inspiration

Laura Brückmann tanzt, begleitet von Joana Oster auf der Violine. Patricia

Netti und Bernadette Bros-Spähn bieten Raum für Begegnung. Die Ausstellungseröffnung

war für meine Tochter, 4-Klässlerin der Hans Müller-Wiedemann

Schule, und mich ein anregendes Erlebnis. Wir gratulieren der Freizeitschule

zu der gelungenen, zukunftsweisenden Veranstaltung.

Nele Hagemann

Hereinspaziert... es sind noch Plätze frei !!!

Und wieder treffen sich in den letzten beiden Wochen der Sommerferien

zirkusbegeisterte Kinder in der FreiZeit-

Schule. Der Zirkus Hortensia erwacht zu

seinem sommerlichen Höhepunkt und

freut sich auf viele Mitmacher: Akrobaten,

Zauberer, Jongleure und Clowns und ....

ab Montag, 27.8. bis Freitag, 7.9.2012,

täglich von 8 bis 16 Uhr, Preis: 250 €

Anmelden direkt im Büro der FreiZeit-

Schule od. unter Telefon 0621-85 67 66.

17


Anzeigen / Termine

Es gibt noch freie Plätze in verschiedenen

KunstSommerKunst-Kursen:

Aktzeichnen – Porträtzeichnen mit Christine Proske, 27. bis 29.7.2012

Intensivkurs Zeichnen mit Christine Proske, 3. bis 5.8.2012

Zirkus-Sommer-Freizeit für Mädchen und Jungen von 6 bis 10 Jahren mit

Martina Haaf, 27.8. bis 7.9.2012

Sommermalerei mit Heike Wiggers, 5. bis 8.9.2012

Das neue Herbst-Semester in der FreiZeitSchule ...

... bietet neben den bewährten Kursen und Ferienangeboten im Kinder-

und Erwachsenen-Bereich einige Neuigkeiten:

Der Hort an der FreiZeitSchule feiert am 6.10.2012 seinen 20.

Geburtstag mit einem Jubiläums-Café im Horthaus und Flammkuchen und

Pizza vor der FreiZeitSchule und mit der Band „Used“ mit Marco und

Dario Klein, ehemals „Frogs“. Wir freuen uns auf alle Gäste!

Unsere Vortragsreihe „Anthroposophisches JETZT kennenlernen“ setzen

wir mit 2 Vorträgen fort:

Ulrike Lorenz wird zum Thema „Anthroposophische Medizin“ und Frau

Doris Pontow zum Thema „Religiöse Erziehung“ sprechen.

Am 11.12.2012 ist Peter Selg zu Gast in der FreiZeitSchule! Sein

Vortragsthema:

„Rudolf Steiner (1861 – 1925) – Aspekte einer inneren Biographie“.

Carla Herold wird für Kinder ab 4 Jahren (bis einschließlich 1.

Klasse) einen Singekreis und für Kinder ab der 2. Klasse einen Kinderchor

anbieten.

Näheres zu den genannten Veranstaltungen und Vieles mehr finden Sie

im Programmheft der FreiZeitSchule oder unter www.freizeitschule.de

(mit Möglichkeit zur Anmeldung.

Elke Schäfer

Weitere Informationen über unsere Kurse und Anmeldung:

FreiZeitSchule, Neckarauer Waldweg 145, 68199 Mannheim,

Tel. (0621) 856766, Email:info@freizeitschule.de, www.freizeitschule.de

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Termine

Dienstags und Samstags in Mannheim

auf dem Wochenmarkt G1 (Am Marktplatz)

Demeter Gemüsegärtnerei

Annette Goyert

Neuhof 1

67317 Altleiningen

Tel:06356 207668

www.neuhof-goyert.de

Hausmeister gesucht !

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Ab sofort suchen wir einen

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Hausmeister für die FreiZeitSchule!

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Bei Interesse melden Sie sich bitte

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bei Helmut Pfeiffer unter

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06 21 – 8 62 08 21

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Wir bieten:

Gemüse und Obst der Saison, das Gemüse überwiegend aus eigenem

Anbau, sowie Eier und Dosenwurst vom Hof.

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ist ein Lieferservice für regionales Obst und Gemüse – in Kisten

verpackt und mit dem Fahrrad ausgeliefert. Die Produkte stammen von sieben

Landwirten aus der Region, ausgeliefert werden sie von Langzeitarbeitslosen

und das Ganze erfolgt umweltfreundlich mit einem Transportfahrrad.

Möglich wurde dies durch die Kooperation mit dem Arbeitsförderungsbetrieb

Biotopia, die das Transportfahrrad stellt und die Anstellung und Betreuung

der Lieferanten übernimmt. Nun rollt das RegioVelo immer dienstags und

donnerstags durch Quadrate, Jungbusch, Neckarstadt, Oststadt, Schwetzingerstadt,

Lindenhof und Almenhof und liefert sein leckeres Obst und Gemüse

aus. Seit April 2011 konnten durch die umweltfreundliche Auslieferung per

Fahrrad etwa zwei Tonnen CO2 Emissionen eingespart werden. RegioVelo

stellt sich somit drei Herausforderungen: es stärkt die regionale Agrarwirtschaft,

schafft neue Perspektiven für Arbeitslose und spart umweltschädliche

CO2-Emissionen ein. Die Bestellung der Obst- und Gemüsekisten erfolgt

online auf der Homepage www.regiovelo.de, wo die Kunden über ihren

eigenen Account verfügen und einfach per Mausklick ihre Bestellung aufgeben

können. Dort finden sie auch eine Beschreibung des Kisteninhalts der

großen und kleinen Kiste, der jede Woche variiert.

Naturkost und Naturwaren · Demeter Aktiv Partner · Anthroposoph. Buchhandlung

· Seit 33 Jahren im Dienst für Mensch u. Erde

Für die Ferienzeit besorgen wir wieder gerne Ihre Reiselektüre.

Wir freuen uns auf Ihre Bestellung.

GmbH

Bitte beachten Sie die geänderten Öffnungszeiten in den Sommerferien:

vom 06.08.2012 bis 30.08.2012 ist geschlossen.

Ab Freitag, den 31.08.2012 gelten dann wieder die gewohnten

Öffnungszeiten :

Mo.,Die.,Do.,Fr. 8.00 bis 18.30h durchgehend

Mi. u. Sa. 8.00 bis 14.00h

Wir wünschen Ihnen allen eine schöne

und erholsame Ferienzeit.

Naturata GmbH, Wilhelm-Wundt-Straße 65, 68199 Mannheim

Tel.: 0621-857841, Fax: 0621-851672, E-Mail: naturata@gmx.de

02/12 Kiesteichente


Wir suchen eine/n Babysitter/in.

Wir, Familie Baumann, wohnen 2 Minuten Fussweg

von der Waldorfschule Neckarau entfernt. Zu uns

gehören unsere 3 Kinder Susan (13), Laurin (6)

und Benedict (4). Für Laurin und Benedict sind

wir auf der Suche nach einer/m Babysitter/in

für ein bis zweimal die Woche nachmittags und

abends. Die Jungs spielen gerne, bekommen

gerne vorgelesen und freuen sich, Dich kennen zu

lernen. Wenn Du Dich angesprochen fühlst, schon

etwas Erfahrung mit Kindern hast vielleicht durch

Geschwister und Zeit hast, so melde Dich doch

bitte ab 18:00h unter: 0621-8603862 Wir freuen

uns sehr von dir zu hören.

Sabina und Rüdiger Baumann

02/12 Kiesteichente

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Sommerhaus in Südfrankreich zu vermieten

Eltern aus der Rudolf Steiner Schule in

Avignon vermieten ihr Haus im Sommer. Es

liegt in der Natur und mitten in den Chateauneuf-du-Pape,

wo sich Weinfelder befinden.

Chateauneuf-du-Pape liegt bei Avignon. Für fünf

Personnen mit Schwimmbad kostet es 650€ pro

Woche.

Weitere Infos unter +33 490 519 717 / +33 625

31 48 29 oder per mail unter duchateau.bruno@

wanadoo.fr. Wir sprechen Französich und

Englisch. Fotos auf http://maisonenprovence.

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Mit freundlichen Grüßen - Sylvie und Bruno

Hildesheim-Duchateau

Wir verkaufen

1/2 Cello mit Tasche u. Bogen (Schülerqualität) f.

EUR 370,-

3/4 Cello (vom Geigenbauer) mit Tasche u.

Carbonbog. f. EUR 800,-

3 St. 4/4 Violinen diverse Qualität (gut/sehr gut)

da diese Instrumente nicht mehr bespielt werden

EUR 500 - 1200,-

Familie Barth-Thomas,

Tel. 0621-797804

Günstig abzugeben

C-Blockflöte (Mollenhauer) mit Blockföten – ABC

von h. Bodenmann, Werke über Erziehung und

Waldorfpädagogik, Werke von R. Steiner, Erzählstoff

Michelle Malnuit Heida,

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„Erzieherin“ sucht helle Wohnung

ca 40m²- 50m² in Waldorfdreieck Nähe - Lindenhof,

Almenhof, Neckarau... Balkon oder Gartenzutritt

wären toll!

Warmmiete bis max. € 350,-

Tel. 0177-3504638 ab 16h“

Veranstaltungen der Anthroposophischen

Gesellschaft Rudolf Steiner-Zweig in Mannheim

Herbst 2012

A) Öffentliche Vorträge im Rudolf Steiner-Haus

, Zielstr. 26 a in Mannheim

„Aktuelle Zeitfragen - aus Unternehmersicht“

25.09.2012 „Sinnvolles Unternehmen - Wirtschaft

neu denken“ Ansätze für eine zukunftsorientierte

Gesellschaft

Götz E. Rehn - ALNATURA

02.10.2012 „Lebensunternehmerschaft als

Sinnsuche des Gegenwartsmenschen.“

Götz Werner – DM Markt

09.10.2012 „Waldorfpädagogik: kann sie

Grundlage für erfolgreiches Unternehmertum

sein?“

Gunter Keller- Akademie für Waldorfpädagogik

16.10. 2012 „Lernend arbeiten, arbeitend

lernen“

Wolfgang Gutberlet - TEEGUT

B) Aufführung des 1. Mysteriendramas

„Die Pforte der Einweihung “

Ein Rosenkreuzermysterium durch R. Stene,

Goetheanumbühne – Dornach, Samstag, den

03.11.2012, 15 Uhr, mit Abendpause,

im Festsaal der Akademie für Waldorfpädagogik,

Zielstr. 28

Kartenreservierung empfohlen – Sekretariat der

Akademie Tel. 0621 / 30 94 80

( Richtsätze Tageskasse 60.- €, Vorverkauf 50

€, übliche Ermäßigung möglich)

Anzeigen / Termine

Inhalt

19


Veranstaltungskalender

ab Juli 2012

JULI

Klassenspiel 11A, Dr. med. Prätorius, von C. Goetz,

Freitag, 20.07.12 / Samstag, 21.07.12 / 19.30 Uhr / Aula

SEPTEMBER

Einschulungsfeier, Dienstag, 11. 09., 08:15 Uhr (Kl.1b), 10:30 (Kl.1a) / Aula

Basarkreis, Mittwoch, 19. 09., 20:00 Uhr, Handarbeitsraum / A-Haus

Elternrat, Freitag; 21. 09., 20:00 Uhr / Dachsaal B-Haus

WOW - Day, Donnerstag, 27. 09. / in der Schule und in der Stadt

Erntedankfest, Freitag, 28. 09., 10:00 Uhr / Aula

OKTOBER

Tag der deutschen Einheit, Mittwoch, 03. 10., Schulfrei

Monatsfeier, Waldorfdreieck, Samstag, 06. 10., 09:00 Uhr / Aula

Herbstfest im Waldorfdreieck, Tag der offenen Tür, Samstag 06. 10., ab 11:00 Uhr / ganze Gelände

Orchesterkonzert, Samstag, 06. 10., 17:30 Uhr / Aula

Basarkreis, Montag, 08. 10., 20:00 Uhr, Handarbeitsraum A-Haus

Zirkus „Nicole & Martin“, Montag, 08. 10. - Sonntag, 14. 10. / A-Haus Wiese

Märchenaufführungen: „Das Mädchen ohne Hände“, Samstag, 13. 10., 19:00 Uhr / A-Haus Wiese

„Von dem Fischer und seiner Frau“, Sonntag, 14, 10. 11:00 Uhr (!) / A-Haus Wiese

Elternrat, Mittwoch, 17. 10., 20:00 Uhr / Dachsaal B-Haus

Klassenspiel 8B, „Das Haus der Temperamente“ von J. Nestroy,

Freitag, 19. 10., 19:30 Uhr / Samstag, 20. 10., 19:30 Uhr, / Aula

Orchesterkonzert für Schüler, Mittwoch, 24. 10., 10:30 Uhr, Aula

Kollegiumsarbeit, Mittwoch, 24. 10., 16:00 Uhr – Freitag, 26. 10. ca. 18:00 Uhr / Konferenzraum

NOVEMBER

Basarkreis, Dienstag, 06. 11., 20:00 Uhr / Handarbeitsraum A-Haus

Interne Monatsfeier, Samstag, 17.11., 09:00 Uhr (A-Haus) / und 11:00 Uhr (B-Haus), Aula

Basar im Waldorfdreieck, Samstag, 24. 11., 11:00 Uhr – 19:30 Uhr, Ganzes Gelände

DEZEMBER

Weihnachtliche Musik, Freitag, 07. 12., 20:00 Uhr / Aula

Weihnachtsfeier, Donnerstag, 13. 12., 18:00 Uhr, Aula

Paradeisspiel (öffentlich), Sonntag, 16. 12., 16:00 Uhr, Freizeitschule

Christgeburtsspiel (öffentlich), Sonntag,16. 12., ca. 17:00 Uhr, Aula

Paradeisspiel (intern), Dienstag, 18. 12., 08:00 Uhr, 10:00 Uhr, 12:00 Uhr, Freizeitschule

Christgeburtsspiel (öffentlich), Mittwoch, 19. 12., 08:00 Uhr und 11:00 Uhr, Aula

- Änderungen vorbehalten -

Ferienplan

Sommerferien

Herbstferien

Kollegiumsarbeit

Weihnachtsferien

Faschingsferien

Osterferien

Kollegiumsarbeit

bewegl. Ferientage

Pfingstferien

Sommerferien

20

letzter

Schultag

Mi.

Mi.

Mi.

Fr.

Do.

Fr.

Mi.

Fr.

Mi.

25.07.2012

25.10.2012

25.-26.10.2012

19.12.2012

08.02.2013

21.03.2013

22.03.2013

08.05.2013

17.05.2013

24.07.2013

erster

Schultag

Mo.

Mo.

Mo.

Mo.

Mo.

Mo.

Mo.

Mo.

10.09.2012

05.11.2012

07.01.2013

18.02.2013

08.04.2013

13.05.2013

03.06.2013

09.09.2013

Termine

Elternrat

20.07.2012

21.09.2012

17.10.2012

Basarkreis (Handarb.-Raum)

Mi. 19.09.2012 / 20 Uhr

Mo. 08.10.2012 / 20 Uhr

Di. 06.11.2012 / 20 Uhr

nächster

Redaktionsschluss

19.09.2012

Erscheinungstermin

17.10.2012

impressum:

Herausgeber:

Freie Waldorfschule Mannheim

Waldorfschulverein e.V.

Neckarauer Waldweg 131

68199 Mannheim

www.waldorfschule-mannheim.de

Tel. 06 21 / 12 86 10 - 0

Fax 0621 / 12 86 10 - 21

bankverbindung:

Stadtsparkasse RNN

Mannheim-Neckarau

(BLZ 67 050 505)

Konto 30 156 188

grafik und satz:

Ralf Mager, Mannheim

www.ralfmager.de

druck:

Müller-Druck GmbH & Co.,

www.muellerdruck-ma.de

gedruckt auf Recyclingpapier

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02/12 Kiesteichente

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