TOUREN SPECIAL TOUREN SPECIAL

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TOUREN SPECIAL TOUREN SPECIAL

www.mountainbike-magazin.de

TEST, TEST, TRAILS TRAILS && ACTION ACTION

TOUREN TOUREN

SPECIAL DIE TOP-TIPPS FÜR TOLLE BIKE-TRIPS

SPECIAL

So So RICHTIG RICHTIG auf auf

TOUREN TOUREN kommen kommen

Die Die schönste Jahreszeit steht steht vor vor der der Tür Tür – – die die Tourensaison. Sie Sie planen planen

ein ein langes langes Wochenende im im Schwarzwald? Oder Oder Ihre Ihre erste erste Alpenüberquerung?rung?

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TOURENTAKTIK Damit aus der Traumtour

kein Alptraum wird Seite 100–101

GEAR GUIDE Teile, auf die Sie sich bei der

Tour verlassen können Seite 104– 108

DIE GRÖSSTEN NERVER auf Tour

und alle Gegenmittel Seite 102–103

PLANUNG Die wichtigsten Planungstipps

für kleine und große Touren Seite 98–99

: PREIS: 1,00 EURO : © 2003 MOUNTAINBIKE-MAGAZIN.DE

leserservice@mountainbike-magazin.de


TOUREN TOUREN

SPECIAL

SPECIAL

OW TO DO

�Richtig �Richtig schieben schieben

FALSCH

IN KLEINEN SCHRITTEN ins

Tal: Viele Biker stürmen mit

Riesenschritten bergab –

falsch! Machen Sie lieber

Zwergenschritte, das entlastet

Muskeln und Bänder. Sie

passen sich damit besser

dem Gelände an und verlieren

auch in schwierigem

Gelände nie die Balance.

SO SO KOMMEN KOMMEN SIE SIE

RICHTIG

STOCK UND STEIN: Ein Dreibein kippt nicht um – ebenso wenig ein

Biker, der sein Bike als „drittes Bein“ benutzt. Auch beim Schieben

gilt: Beide Hände wie gewohnt an den Lenker und bergab bremsen

(Bild oben). Häufiger Fehler: Schon beim kleinsten Hindernis schultern

viele Biker ihr Gefährt. Tipp: Liften Sie einfach nur das Vorderrad

über die Schwelle, das Heck läuft von alleine hinterher (unten).

� �

PLATTFUSS:

Setzen Sie immer

die ganze Sohle

auf! Nur so erzielen

Sie die größtmögliche

Reibung

und kommen sicher

nach unten.

Wer Wer plant, plant, gewinnt! gewinnt!

Wer schon vor dem Start weiß, mit wem er wann wohin

will und sich gut vorbereitet, erlebt auf der Tour keine bösen

Überraschungen. Zudem macht Planen einfach Spaß!

»DIE GRUPPE«

Zwei Marathonfahrer haben völlig

andere Ansprüche und Erwartungen

an eine Biketour als vier Kumpels auf

Alpencross oder acht Hobbyradler

beim Biergartenausflug. Klären Sie

deshalb im Vorfeld, wer mitfährt und

was jeder erwartet. Anders als auf

der Hausrunde sollten Sie in unbekanntem

Gelände mindestens zu

zweit sein – Einzelkämpfer leben gefährlich.

Geradzahlige Biker-Gruppen

vermeiden das „Dritte-Rad-am-Wagen-Problem“

und damit unschöne

Konflikte. Je kleiner die Gruppe, desto

schneller ist sie, dafür lastet auch

mehr Leistungsdruck auf dem Einzelnen.

In großen Gruppen geht’s dagegen

meist lockerer und lustiger zu –

und langsamer (viele Verschnauf-,

Foto- und Pinkelpausen). Ein in Sachen

Leistungsfähigkeit, Fahrkönnen

und Erwartungshorizont

homogenes Team ist die

beste Voraussetzung für

eine unvergessliche Tour!

»TAGESTOUR«

Auf eigene Faust eine Tagestour zu

unternehmen ist ganz einfach:

Traumrevier wählen, Bike-Führer im

Buchhandel oder direkt bei den

Fremdenverkehrsämtern oder ausgearbeitete

Mountain BIKE-Touren

bestellen, und los geht’s. Und immer

mehr Bikespots locken mit ausgeschilderten

Routen – das erleichtert

das Verfahren erheblich! Roadbooks

à la Moser sind ebenfalls eine tolle

Sache für Tourenbiker. Solange Sie

den Reifenumfang für den Kilometerzähler

richtig eingestellt haben ...

Aber kein Tacho zeigt im Notfall den

kürzesten Weg zurück in die Zivilisation.

Moser hin, GPS her – erfahrene

Biker haben immer eine Karte dabei.

»... ODER MEHR?«

Mehrtagestouren sind in der Planung

viel aufwendiger als Tagestouren,

belohnen aber mit noch intensiverem

Natur- und Kulturerlebnis:

Man lernt auf einer Hüttentour Ge-

FOTOS: WWW.DANIELGEIGER.NET


KNOW-HOW FÜR TOURENBIKER

ÜBER ÜBER ALLE ALLE BERGE

BERGE

Erhören Sie ihn, wenn er ruft, der Berg! Damit Sie problemlos und

sicher rüberkommen, gibt Ihnen Mountain BIKE die besten Tourentipps.

Nur planen, trainieren und erleben müssen Sie selbst.

biete und Wege kennen, die kein Tagestourist

je unter die Reifen bekommt.

Und während die einen sich

schon längst nach Hause stauen, sitzen

die anderen gemütlich vor der

Hütte, um am nächsten Morgen als

erste auf dem Trail zu sein. Aber wie

wird aus dem Alpencross-Traum

kein AlBtraum-Cross?

»PLANSPIELE«

Sie haben drei Möglichkeiten. Erstens:

Bike-Novizen und Karten-Legastheniker

sollten am besten eine

geführte Tour buchen. Die ist zwar

teurer als selbst organisiert und man

kennt die anderen Biker nicht, aber

dafür sind Übernachtungen und

Rücktransport bereits organisiert,

man muss sich um nichts kümmern.

Einfach nur dem Guide hinterher

fahren, der weiß garantiert, wo es

lang geht.

DIE WICHTIGSTEN REISEVERANSTALTER

Alps www.alpsbiketours.de

Bike Adventure www.bike-adventure-tours.ch

Bike Alpin www.bikealpin.de

Bike Explorer www.bike-explorer.de

DAV Summit Club www.dav-summit-club.de

Different Sights www.differentsights.de

Engiadina Tours www.eng-him-tours.ch

Fahrtwind www.mtb-fahrtwind.de

Go Crazy www.go-crazy.de

Jester Tours www.jestertours.com

No Limits www.no-limits-Sportreisen.de

Serac Joe www.seracjoe.de

Zweitens: Sie wollen auf eigene

Faust und mit den Kumpels über alle

Berge? Dann sollten sie einen perfekt

ausgearbeiteten Alpencross von

Mountain BIKE nachfahren

(www.mountainbike-magazin.de).

Drittens: Am spannendsten ist für erfahrene

Tourenbiker, die Traumtour

individuell zu planen. Unverzichtbares

Hilfsmittel: der MB-Alpen-Guide mit

Routenplaner (siehe Kasten oben).

»DIE ROUTE«

Soll’s von A nach B gehen oder doch

lieber eine Rundtour? Alpenüberquerungen

wie von Oberstdorf an

den Gardasee sind bei Tourenfahrern

der Renner. Man startet auf der

Alpennordseite und fährt in einer

Woche durch unterschiedlichste

Landschaftsformen und über alle

Berge bis an den Südrand der Alpen.

Problem: Der Rücktransfer zum Ausgangspunkt.

Entweder Sie nehmen

die Bahn (Radfahrerhotline der DB:

Tel. 0 18 05/15 14 15, www.bahn.de)

oder Sie bestellen für Ihr Team einen

bequemen Shuttleservice (z. B. bei

No Limits, Tel. 0 80 52/90 97 97,

www.no-limits-sportreisen.de). Keine

Lust auf den Rückreisestress zum

Start? Dann unternehmen Sie doch

eine mehrtägige Rundtour. Hier erlebt

man zwar landschaftlich weniger, das

aber intensiver als auf Alpencross.

Und bei Problemen sind Sie blitzschnell

wieder am Startpunkt.

»TOUREN-TIMING«

Wann starten? Das hängt vor allem

von der Befahrbarkeit der Strecke

und vom Wetter ab. Im Mittelgebirge

können Sie manche Tagestouren das

ganze Jahr über in Angriff nehmen.

Anders in den Alpen: Wer hier vor

Ende Juni startet, trägt sein Bike mit

Sicherheit über verschneite Pässe –

um dann vor verschlossener Hüttentüre

zu stehen. Die Alpencross-

Saison dauert bis Ende September,

danach sind die Hütten wieder dicht.

»VORBEREITUNG«

Wer physisch und psychisch fit ist,

hat einfach mehr Spaß beim Biken,

egal ob auf Tagestour oder beim Alpencross.

Die Eintrittskarte in eine

tolle Tourensaison ist eine möglichst

gute Grundlagenausdauer. Und die

wird im Winter gelegt. Statt sich

Winterspeck anzufuttern, sollten Sie

DER GROSSE INSPIRATOR:

Entdecken Sie auf 140 Seiten

die schönsten Touren

in den Bergen – mit dem

neuen Alpen-Guide von Mountain BIKE.

Oder planen Sie mit Hilfe des exklusiven Routenplaners

einfach Ihren eigenen Alpencross! Für 5 Euro am Kiosk.

lieber schwimmen oder joggen! Und wer dann im

Frühjahr konsequent im Sattel sitzt, der schafft im

Sommer seine Traumtour ohne Tränen. Trainieren

Sie regelmäßig, am besten drei Mal pro Woche.

Bei jedem Wetter. Nur so werden Körper und Geist

wetterfest. Wenn sie an Wochenenden konsequent

lange Touren mit Rucksack und Originalgewicht

unternehmen, wird Ihr persönlicher Saisonhöhepunkt

im Sommer zum unvergesslichen Erlebnis.

HOW TO DO

�Technik �Technik und und Taktik Taktik

BERGAB FAHREN: Helm, Brille und

Handschuhe an, Rucksack nah und

fest an den Körper – und los geht’s.

Erstes Gebot: Du sollst nicht stürzen!

Fahren Sie also betont defensiv

und weit unter Ihrer persönlichen

Sturzgrenze. Im schwierigen

Gelände gilt: Sattel runter! Zweites

Gebot: Du sollst bei der kleinsten

Unsicherheit sofort absteigen und

schieben. Lieber einmal zu oft absteigen

als einmal zu spät! Amen.

BERGAUF FAHREN: Wie beim

Autofahren – mittlere Drehzahlen

sparen Kraftstoff und

schonen den Motor. Kurbeln

Sie auch lange Steigungen in

einem Schwung hoch, häufige

Pausen stören den Rhythmus.

Zur Abwechslung immer

mal wieder in den Wiegetritt,

das entlastet Rücken,

Gesäß und Oberschenkel.

Wenn es richtig steil wird:

Schieben! Sieht ja keiner ...


TOUREN TOUREN

SPECIAL

SPECIAL

So So wird wird die die Tour Tour nicht nicht zur zur Tortour Tortour

Souveräne Fahrtechnik und Wunderwaden

sind nur die halbe Miete – oft

entscheidet die richtige Tourentaktik.

Hier die wichtigsten Tipps:

»IM WALD STEHEN«

Damit das nicht passiert, brauchen Sie eine topografische

Landkarte im Maßstab 1:50 000. Heißer

Tipp: Zeichnen Sie die geplante Tour zu Hause mit

Leuchtstift in die Karte ein, so fahren Sie automatisch

die Route vor Ihrem geistigen Auge ab und

wissen schon vor dem Start, wo sich mögliche

Schlüsselstellen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten

befinden. Eine gute Karte verrät

aber noch viel mehr: Fahrbahnuntergrund, Steilheit,

Höhenmeter, Kilometer, Wasserstellen und

und und. Erfahrene Tourenbiker wissen anhand

von Wegweisern, Karte und Höhenmesser jederzeit,

wo sie sich befinden. Orientierungsprofis

stoppen zur Peilung nicht einmal. Das spart Zeit

und bringt den Rhythmus nicht durcheinander.

Im Mittelgebirge ist die Orientierung wegen der

unzähligen Forstwegkreuzungen im dichten Wald

meist viel schwieriger als in den Alpen. Hier muss

man eigentlich nur das richtige Tal treffen und

kommt fast zwangsläufig zum richtigen Pass. Verlassen

Sie sich im Zweifelsfall lieber auf Ihre Karte

als auf Tipps von Wanderern und Einheimischen.

»DER FRÜHE VOGEL ...«

... fängt den Wurm – und sitzt schon am Nachmittag

wieder im Nest. Die Natur ist im weichen Morgenlicht

am schönsten – ein tolles Erlebnis, kurz

nach Sonnenaufgang ausgeruht durch die Bergwelt

zu biken. Bitten Sie am Vorabend den Hüttenwirt

um ein möglichst zeitiges Frühstück. Durch

den Frühstart haben Sie tagsüber mehr Zeit für

Panoramapausen und einen Zeitpuffer für Verfahrer

oder Defekte. Denn die Zeit, die Sie morgens

vertrödeln, holen Sie untertags kaum mehr ein.

Die Hauptschwierigkeit der Tour, etwa der höchste

Pass, sollte mittags bereits hinter Ihnen liegen.

Warum? Nachmittags lassen Kraft und Konzentration

nach – und es drohen Wärmegewitter.

Wenn die Stimmung am Tiefpunkt ist,

denken Sie dran: lieber ein schlechter

Tag im Sattel als ein guter Tag im Büro.

»TOURENTAKTIK«

Sie sind nicht auf der Flucht! Also

gehen Sie die Tour locker an und

fahren Sie konsequent Ihr persönliches

Wohlfühl-Tempo, am besten

mit Hilfe eines Pulsmessers. Selbst

1000-Höhenmeter-Anstiege verlieren

mit richtiger Taktik ihren Schrecken:

Versuchen Sie, in einem Schwung

hochzukurbeln, viele kleine Pausen

stören nur den Rhythmus. Machen

Sie möglichst kurz und an ausgewählten

Stellen Pause, etwa an

Brunnen oder Hütten. Wenn die

Kumpels bergauf schneller sind –

selbst schuld. Denn die kühlen oben

am Pass aus wie Gefrierhühner!

»ZWIEBELPRINZIP«

Viele dünne Schichten wärmen besser

als eine dicke. Zudem können Sie

durch An- und Ausziehen von einzelnen

Schichten Temperatur und Klima

perfekt regulieren. Ziehen Sie auf

der morgendlichen Abfahrt von der

Hütte ins Tal alles an, was Sie an Klamotten

dabei haben. Im Laufe des

Tages Schicht für Schicht entblättern

und außen am Rucksack trocknen.

Investieren Sie in sehr gute Wetterschutzkleidung

und vergessen Sie

auch im Hochsommer nicht Helmmütze

und lange Handschuhe!

»ÜBERNACHTEN«

Oben oder unten, das ist hier die Frage.

Für die einen gehört die Abendund

Morgenstimmung hoch oben im

Gebirge und die zünftige Hüttengaudi

einfach dazu. Nachteile: Um Punkt

zehn ist Schicht, dann dreht der Hüttenwirt

den Strom ab. Und das Matratzenlager

ist nichts für feine Nasen,

zudem herrscht nachts oft ein

Lärm wie im Sägewerk – unbedingt

Ohropax mitnehmen! Und eine kleine

Taschenlampe, damit Sie beim

Weg aufs Klo nicht verloren gehen.

Klasse: Der Morgen beginnt meist

mit einer rauschenden Abfahrt.

Die andere Fraktion von Tourenbikern

will sich nach vollbrachter Tat

lieber im Hotel im Tal verwöhnen

lassen. Vorteile gegenüber der Berghütte:

toller Komfort im Einzel- und

Doppelzimmer, bequeme Betten,

Après-Bike und oft ein Waschservice

über Nacht. Zudem besteht bei der

Übernachtung im Tal immer die

Möglichkeit eines Gepäcktransports

von Hotel zu Hotel. Am Morgen müssen

Sie meistens erst mal bergauf

strampeln. Entscheiden Sie selbst!

In jedem Fall sollten Sie ihre Unterkunft

frühzeitig reservieren. Einfach

ins Blaue zu fahren und abends eine

Bleibe suchen kann ziemlich nerven.


FOTOS: WWW.DANIELGEIGER.NET

HOW TO DO

�Vom �Vom Heben Heben gezeichnet

BIKE TRAGEN: Überall,

wo Sie gehen können,

können Sie auch schieben!

Nur in extrem steilem

oder verblocktem

Gelände müssen Sie ab

und zu das Bike tragen.

Und so funktioniert’s:

KOFFER-METHO-

DE: Bei kleinen

Auf- und Abstiegen

nehmen Sie

das Bike einfach

am Oberrohr. Die

freie Hand hilft in

schwierigem

Gelände bei Klettereinlagen.

SATTEL ODER RAHMEN:

Am bequemsten trägt

sich’s mit einem gepolsterten

Rahmendreieck.

Aber auch ohne können

Sie das Bike bis zu einer

halben Stunde tragen. Als

Kurzstrecken-Alternative

können Sie auch die

Schulter zwischen Sattel

und Sattelrohr klemmen.

FULLY TRAGEN (RECHTS): Bietet

der Rahmen zu wenig Platz zum

Tragen, legen Sie das Bike einfach

quer über den Rücken. Eine

Hand an den Sattel, eine an den

Lenker, der Rucksack wirkt als

Polster. Wird’s eng, gibt’s mit der

Methode aber Probleme.


TOUREN TOUREN

SPECIAL

SPECIAL

Extremsituation

Tour: Bei 30 Grad

und 2000 Höhenmetern

zeigt jeder

irgendwann

seinen wahren

Charakter.

102 Mountain BIKE

Kampf Kampf den den Nervensägen

Mit den besten Freunden auf Biketour – einfach herrlich! Doch Vorsicht:

Ärger lauert überall. Gut, wenn Sie alle Gegenmittel kennen.

(»ZOFF«

Stress in der Gruppe bildet sich gewöhnlich, wenn

Erwartungen und Leistungsfähigkeit der Biker

nicht kompatibel sind. Beispiel: Der Schwächste in

der Gruppe fährt permanent über seine Verhältnisse,

um nicht abgehängt zu werden. Der Stärkste

dagegen fühlt sich andauernd in seinem Vorwärtsdrang

gebremst. Irgendwann fallen dann die Masken

und es kracht gewaltig zwischen den beiden.

Was tun? Planen Sie die Tour gemeinsam! So

weiß von Anfang an jeder, was ihn erwarten wird.

Wählen Sie die Tour so aus, dass jeder im Team

sie bewältigen kann. Allen muss klar sein, dass eine

Biketour gemeinsames Erlebnis und kein Wettrennen

bedeutet. Der Leistungsschwächste bestimmt

das Tempo der ganzen Truppe. Unterstützen

Sie ihn, indem Sie ihn im Windschatten fahren

lassen, auf langen Anstiegen zuplaudern oder

Gepäck abnehmen. Und gönnen Sie auch dem

Letzten, der am Pass ankommt, eine Pause!

»DEFEKTTEUFEL«

Der schlägt meist dann zu, wenn man ihn gar nicht

braucht: kurz nach dem Pass, mitten in einem Wolkenbruch,

Lichtjahre entfernt von jeglicher Zivilisation.

Viele solcher Defekte lassen sich durch eine

Inspektion in der Fachwerkstatt Ihres Vertrauens

schon vor der Tour vermeiden. Machen

Sie aber unbedingt eine Probetour!

Die häufigsten Defekte auf der

Tour resultieren aus Stürzen. Also:

Stürzen verboten! Kleinere Defekte

wie Plattfuß, Kettenriss oder Speichenbruch

können Sie easy selbst

reparieren. Bei exotischen Defekten

hilft aber manchmal nur eins: improvisieren

wie McGyver, mit Anstand

ins Tal kommen und in den nächsten

Bikeshop. Clever, wer vor der Tour

Lage und Telefonnummer in die Karte

eingezeichnet hat.

�Repara-Tour

�Repara-Tour

� Luftpumpe

� für Tubeless-Reifen: CO 2 -Patrone

� Ersatzschlauch (auch bei Tubeless)

� Flickzeug (Kleber okay?)

� Minitool mit Kettennieter

� Speichenschlüssel

� 2 Reifenheber

� Kleine Zange

� Kabelbinder

� Rolle Tape

� Ersatzcleats

� Kettenöl

»WEHWEHCHEN«

Hauptproblem beim Alpencross ist

selten die Kondition, sondern der

Rücken und dessen Verlängerung.

Denn ein 7-Kilo-Rucksack ist für viele

Biker ungewohnt. Investieren Sie in

einen Rucksack mit gutem Tragesystem.

Nehmen Sie so viel wie nötig

und so wenig wie möglich mit. Trainieren

Sie mit Rucksack und Originalgewicht.

Sitzprobleme? Verwenden

Sie Sitzcreme und gönnen

Sie sich eine richtig gute Radhose.

Probieren Sie nie einen neuen Sattel

auf der großen Tour aus. Mancher

fuhr schon zwei Drittel des Weges im

Wiegetritt – vor Schmerz.

»HUNGERAST«

Wenn der Kraftstoff fehlt, geht gar

nichts mehr. Deshalb immer schön

nachtanken! Entscheidend ist eine

regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme:

Trinken Sie etwa jede Viertelstunde

ein paar Schluck aus der Trinkblase,

beim Alpencross

aus der guten alten

Trinkflasche. Ein

reichhaltiges

Frühstück

(Müsli oder

Vollkornbrot)

H


ingt Sie über den Vormittag. Eine

längere Mittagspause und nachmittags

einen Powerriegel – so kommen

Sie locker zum Etappenziel. Und dort

mit Nudel- oder Reisgerichten die

Kohlenhydratspeicher auffüllen!

»VERLETZUNG«

Prävention ist immer besser als Heilung.

Also immer defensiv fahren,

Helm, Brille und Handschuhe tragen.

Wenn es doch passiert: keine Panik.

Meist ist’s halb so schlimm. Bei den

meisten typischen Bike-Verletzungen

wie Abschürfungen oder Prellungen

kann man sich gut selbst helfen –

wenn man ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set

dabei hat und weiß,

was zu tun ist. Das lernt man am

besten in einem Kurs (z. B. www.outdoorschule-sued.de).

Wenn keine

eindeutige Diagnose möglich ist: ab

ins nächste Krankenhaus. Sollte der

Verletzte transportunfähig sein, hilft

nur die organisierte Bergrettung. Die

europaweite Notrufnummer lautet

112. Gleich ins Handy einprogrammieren!

Unentbehrlich, um einen

Verletzten warm und trocken zu halten:

ein Zweimann-Biwaksack.

OW TO DO

�Schöner �Schöner stürzen

stürzen

STÜRZEN ist Tourenbikers

Todsünde, im wahrsten Sinne.

Wer im absturzgefährlichen

Gelände einen Abgang

macht, hat schlechte

Karten. Einzige Chance, den

Sturz zu bremsen: weg vom

Bike und blitzschnell in eine

Liegestützposition gehen.

Das kann man trainieren!

WEG VOM BIKE: Auch

wenn das Zweirad noch so

neu und teuer ist – in jedem

Fall weg damit. Prioritäten

setzen: Besser das Bike

landet im Abgrund als Sie!

RICHTIG

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AUF DEN BAUCH DREHEN:

Ist das Bike erst mal weg,

gilt: Schnellstmöglich mit

dem Bauch zum Hang drehen,

bevor Sie im steilen

Gelände Fahrt aufnehmen.

»DONNERWETTER«

Zwei Wetterentwicklungen können nerven: Wärmeund

Kaltfrontgewitter. Beim Wärmegewitter türmen

sich Blumenkohlwolken nachmittags und abends

immer gewaltiger auf, bis es kracht. Nach einem

kurzen und heftigen Regenguss ist der Spuk meist

wieder vorbei. Einzige Lösung: warten und Tee trinken.

Wärmegewitter können Sie aussitzen, Kaltfrontgewitter

bedeuten meist Abbruch der Tour. Denn

dem Temperatursturz, oft verbunden mit Schneefall,

folgen tagelange Regenfälle. Immerhin können Kaltfronten

vorhergesagt werden. Also regelmäßig den

Wetterbericht abrufen! Vor Tourbeginn im Internet

(z. B. www.alpenverein.de) und währenddessen am

schwarzen Brett in der Hütte oder per Handy

(z. B. Alpenvereinswetter unter 00 49/89/29 50 70).

FALSCH

LIEGESTÜTZ: Die einzige

Möglichkeit, im Steilhang-

Gelände einen Sturz zu

stoppen, ist die Liegestützstellung.

Schuhe, Knie und

Hände bremsen den Sturz.

Ein Biker

kennt keinen

Schmerz.

Auch wenn

es danach

aussieht.

BACKENBREMSE: Auch

wenn Sie meinen, einen Abgang

auf dem Hosenboden

zum Stoppen zu bringen –

vergessen Sie’s. Klar, die

Klamotten werden nicht so

dreckig und die Aussicht ist

schöner, aber auf einer nassen

und steilen Wiese beschleunigen

Sie in dieser

Position wie ein Sportwagen.

Das bedeutet nichts

anderes als Lebensgefahr!

KÖRPERSPANNUNG: Versuchen

Sie, möglichst viel

Körperspannung aufzubauen.

Und den Schwerpunkt

nah an den Hang, damit Sie

nicht ausgehebelt werden.

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