Jo sin die dann beklopp?

mwkkoeln

Jo sin die dann beklopp?

01|12

Akademie för uns kölsche Sproch

Termine

klaaf 1

SK Stiftung Kultur


„Denn dat es doch klor: Dechte

Rühre sin jot för uns Ömwelt, för

uns Jrundwasser, för uns Hüser und

domet och jot för alle Husbesitzer.“

Deshalb – und da hat das Hänneschen

ganz recht – ist die Dichtheitsprüfung

nach Paragraph 61a so

wichtig und so „Jot för Kölle“.

Gut für Köln sind auch die StEB.

Denn die Stadtentwässerungsbetriebe

sind ein modernes Kommunalunternehmen,

das sich rund

um das Thema „Entwässerung“

einfach um alles kümmert. Also um

das Entwässerungssystem und die

Klärwerke, um den Hochwasserschutz,

um Gewässer wie die

Kölner Bäche und auch um die

Straßenentwässerung. Ziel ist, dass

alles reibungslos läuft. Denn die

StEB sorgen für einen umweltgerechten

Wasserkreislauf, auch aus

Verantwortung für die nachfolgenden

Generationen.

Wenn Sie mehr über den Paragraphen

61a und die StEB erfahren

wollen, gehen Sie bitte direkt ins In-

ternet. Einfach www.jot-foer-koelle.de

anklicken. Oder anrufen:

0800 66 48 573.

FOTO: janeT sinica

VORWORT

Wieder ein neues Jahr und bereits der 3. Jahrgang unseres »Klaaf«-Heftes –

wie die Zeit vergeht!

Was wird uns 2012 bringen: endlich weniger Baustellen, im wörtlichen

und übertragenem Sinne? Eine »Baustelle« ist »abgeräumt«: die beiden Einrichtungen,

die sich engagiert um den Erhalt und die Weitergabe unserer

schönen kölschen Sproch kümmern, die Akademie för uns kölsche Sproch

und der Heimatverein Alt-Köln, planen eine gemeinsame Veranstaltung,

und wir freuen uns über den Gastbeitrag vum Baas des Heimatvereins.

Wenn am Rosenmontag der »närrische Lindwurm« wieder durch die Straßen

der Stadt zieht, dann werden auch drei Wagen mitfahren, die von Kölner

Grundschülern in Zusammenarbeit mit Designstudenten der Kölner

FH entworfen und von den Wagenbauern des Festkomitees gebaut worden

sind: ein sichtbares Ergebnis eines erfolgreichen Angebots, welches wir für

Kölner Schülerinnen und Schüler entwickelt haben, um nicht nur die Sprache,

sondern auch kölsches Leben und Brauchtum zu vermitteln. Lassen wir

also nicht nach in den gemeinsamen Anstrengungen: Köln ist lebens- und

liebenswert wegen seiner Menschen, seiner Lebensart und seiner kölschen

Sproch, die unverwechselbar ist und in der Lage, auch ernste Dinge fröhlich

und charmant auszudrücken. Sich für diese Sproch zu engagieren, lohnt

sich allemal und macht ungeheuer viel Spaß: »Jede Jeck es anders« und

»Jedem Jeck sing Pappnas«: 3x Kölle Alaaf

Ihr

Prof. Hans-Georg Bögner

Geschäftsführer der SK Stiftung Kultur und

Leiter der Akademie för uns kölsche Sproch

Vorwort

klaaf 3


iMPRessuM

Herausgeber:

Akademie för uns kölsche Sproch/

SK Stiftung Kultur der

Sparkasse KölnBonn

Geschäftsführer: Prof. H.-G. Bögner

Im Mediapark 7 · 50670 Köln

Tel.: (0221)888 95-200

akademie@sk-kultur.de

www.koelsch-akademie.de

Redaktionsteam:

Ingeborg Nitt (verantwortlich),

Claudia Eckstein (Termine), Marcus

Cormann und Ralf Zimmermann

Anzeigen und Gestaltung:

MWK Zimmermann & Hähnel GmbH

Elisenstraße 24 · 50667 Köln

Tel.: (0221)8 20 09–10

www.mwk-koeln.de

Titelfoto:

© Marita Köllner

Druck:

PEIPERS – DruckZentrum Kölnwest

Keine Haftung für Irrtümer

und Druckfehler.

Einsendeschluss für Termine

April bis Juni 2012:

31. Januar 2012

Eigene Texte verwenden die

Schreibweise der Akademie för

uns kölsche Sproch. Literarische

Texte, Gastbeiträge und Veranstaltungshinweise

belassen wir in der

Schreibweise der Autoren.

inHalT

VORWORT 03

GasTKOMMenTaR 05

MaRiTa KöllneR 06

Us der Bütt op der Desch

KlaaF eM MeDiaPaRK 14

»Gebore vör 111 Johre …

Kölle alaaF unTeRM 20

HaKenKReuz

Karneval zwischen Unter -

haltung und Propaganda

RaReTäTcHeR us DeM 24

BöcHeRscHaaF

KlaaF BesTselleRlisTe 28

RöDsel 30

WilHelM scHneiDeR- 32

clauss zuM 150.

GeBuRTsTaG

jeDeM jecK sinG 36

PaPPnas – caRne

Vale MOBile

FORMalien 41

seMinaRe 42

1. Halbjahr 2012

De KölscHe KöcH 44

TeRMine 49

Januar bis März 2012

FRünDe Vun DeR 56

aKaDeMie FöR uns

KölscHe sPROcH e.V.

aKaDeMie FöR uns 58

KölscHe sPROcH

FOTO: PRiVaT

GasTKOMMenTaR

WaT MeR

Welle:

eT Bess

FöR Kölle

Gastkommentar von Professor Dr. Jürgen Bennack, Vorsitzender

des Heimatvereins Alt-Köln von 1902 e.V. zur Pflege kölnischer

Geschichte, Sprache und Eigenart

In der Zielsetzung stimmen die Akademie för uns kölsche Sproch und der

Heimatverein Alt-Köln überein und sie ergänzen sich perfekt. Die Akademie

vermittelt über das Kölsch-Examen und -Diplom grundlegende Kenntnisse

und Fähigkeiten zu unsere Vaterstadt. Der Heimatverein, dem viele »gestandene«

Kölner angehören, greift das bei »Neulingen« geweckte Interesse auf

und erweitert das erworbene Wissen durch Fahrten, Vorträge und andere

auf Köln bezogene Veranstaltungen.

Zum Heimatverein gehört die Theaterspielgemeinschaft KUMEDE, die in

jedem Winterhalbjahr ein neues Stück auf die Bühne bringt – und das

ausschließlich op Kölsch! Mitglieder der KUMEDE bereichern auch das

Programm der Akademie; Mitglieder und Absolventen der Akademie können

bei Veranstaltungen des Heimatvereins ihre Fähigkeiten zeigen. Jede

der beiden Institutionen weist auf die Veranstaltungen der anderen hin.

Zu dieser Kooperation passt das gemeinsame Vorhaben von Akademie

und Heimatverein, im Jahre 2012 (genau am 27. März 2012 um 19.30

Uhr im Mediapark 7) eine Veranstaltung zur Erinnerung an Persönlichkeiten

durchzuführen, die vor 111 Jahren geboren wurden. Lis Böhle, Hein

Paffrath, Jupp Schmitz und Hans Schmitt-Rost kommen durch KUMEDE-

Darsteller zu Wort.

Der Heimatverein Alt-Köln (wie übrigens auch die Akademie) verfolgt derzeit

ein Spezialprogramm für Kinder und Jugendliche, um kölsche Sprache, Geschichte

und Mentalität auch bei der nachwachsenden Generation zu stärken.

Die Mitgliedschaft im Verein kostet nur 24 Euro pro Jahr! Die Zeitschrift

»Krune un Flamme« und fast jedes Jahr ein Buchgeschenk flattern kostenlos

ins Haus und KUMEDE-Karten gibt es bevorzugt. Sie finden uns im

Internet unter www.heimatverein-alt-koeln.de.

Gastkommentar

klaaf 5


us DeR BüTT OP DeR DescH

Marita

Kollner

sPeTzeBOTz unD

FRiscHe sTRüM PFe

ein leBen iM sTunDenTaKT

Unsere Nachnamen sind vielfach im Mittelalter entstanden. Wer

gebacken hat, hieß Bäcker, wer geschmiedet hat, hieß Schmitz und

offenbar sind Ihre Vorfahren ...

[lacht] ... echte Kölner.

Sie selbst kommen aus dem Vringsveedel, kölscher geht es kaum.

Sprachen Ihre Eltern Kölsch?

Ja, klar. Meine Mutter war Karnevalsjeck ohne Ende und ging auch im Zug

mit. Meinen ersten Rosenmontagszug habe ich im 7. Monat bei meiner

Mutter im Bauch erlebt. Mit zweieinhalb Jahren war ich zum ersten Mal

Funkemariechen. Meine Mutter war im Veedelsverein. Mein Vater war

»Treuer Husar«. Mir ist das alles irgendwie in die Wiege gelegt worden.

Mein Urururgroßonkel war wohl Anton Meis, der erste Büttenredner Kölns,

und hat schon 1873 im Gürzenich gestanden. Jedenfalls hat das die Oma

erzählt, un de Oma moot et jo wesse. Ich selbst habe 1973 zum ersten Mal

im Gürzenich gestanden, also genau 100 Jahre später. Ich war ja auch Büttenrednerin,

ganze 20 Jahre lang.

Ihre Eltern haben sich früh getrennt.

Ja, als ich gerade vier Jahre alt war. Meine Mutter hatte wohl Hummele en

der Fott und hat jemand Neuen kennengelernt. Mein Vater, der Mensch, den

ich über über alles geliebt habe, ist leider zu früh verstorben. Als er mit seinem

Hirntumor im Koma lag, hat man ihm »Mir sin kölsche Mädcher« über

Kopfhörer eingespielt und er ist wieder wach geworden. Das ist ein bleibendes

Erlebnis für mich, weil ich dabei war. Wir zwei waren ganz, ganz eng.

Als sich die Eltern trennten, sind Sie mit Ihrer Mutter nach Ehrenfeld

gezogen, später aber wieder zurück zum Vater gekommen.

Ja, weil mein Stiefvater mich permanent verprügelt und misshandelt hat.

Alles, was man als Kind an Negativem erleben kann, habe ich mit meinem

Stiefvater durchgemacht. Was das war, kann sich jetzt jeder selbst ausmalen.

So kam ich schließlich zu meinem Vater zurück.

Zurück in der Südstadt waren Sie auch in der Pfarrjugend zu Hause.

Kaplan Holt hat viel dazu beigetragen, dass ich nicht abgedriftet bin.

6 klaaf Kölner Köpfe Kölner Köpfe klaaf 7

FOTO: MaRiTa KöllneR


FOTO: MaRiTa KöllneR

Ich bin durch die katholische Jugend tatsächlich aufgefangen worden. Ich

habe dort ein Zuhause gefunden und erlebt, was Familie auch sein kann.

Dort sind wir auch in den Pfarrkarneval eingestiegen und haben eine Tanzgruppe

gegründet. Auf Pfarrsitzungen haben wir unsere ersten Auftritte

bestritten. Mit zehn Jahren bin ich dann zur KAJUJA Köln gekommen – und

dann nahm alles seinen Lauf.

Damals haben Sie geredet, nicht gesungen?

Ich war Büttenrednerin, ganze zwanzig Jahre lang. Hinter der Bühne war

das als Frau die Höchststrafe [lacht]. Das Publikum hat mich geliebt,

aber die Verantwortlichen waren alteingesessene, richtig konservative

Menschen, die haben mit einer Frau im Karneval nichts anfangen können.

Frauen im Karneval waren verpönt. Als Büttenrednerin war ich so ziemlich

Einzelkämpferin, nach Trude Herr. Ich habe Trude sehr verehrt, weil sie so

ehrlich und geradlinig war. Sie hatte es nicht einfach und ist trotzdem

ihren Weg gegangen. Für manche war sie bestimmt schwierig zu nehmen,

aber ich habe sie immer bewundert, so wie ich heute Annette Frier bewundere

[vgl. KLAAF 04/10], und Marielle Millowitsch [vgl. KLAAF 03/11].

Marielle Millowitsch ist auch Schuld, dass ich »Fussich Julchen« heiße.

Ich hatte mir das Stück angeschaut und war total begeistert. Begonnen

habe ich aber als »Harmloser Irrer«. Mit zehn Jahren stand ich in der Bütt.

Als »Harmloser Irrer« hatten Sie einen Handfeger als Dackel.

Ja, genau [lacht]. Man war ja verrückt. Hans Hachenberg, die Doof Noss,

war als Redner mein großes Vorbild. Als Frau war es Trude Herr. Ich gehe

jetzt in mein 44. Bühnenjahr.

Irgendwann haben Sie entschieden: »Ich hab‘ jetzt genug geredet ...«

Das hat sich entwickelt. Am 1. Januar treffen sich immer alle Karnevalisten,

Literaten und Präsidenten. Das wird sehr locker gefeiert. Es wird gesungen

und jeder, der Spaß daran hat, singt ein Lied. Damals waren es Nobby

Campmann und Charly Brand von den Räubern und Henning Krautmacher

Marita Köllner mit 2 Jahre als Mariechen

von den Höhnern, die meinten: »Do häs en geile, rauhe Stemm, do muss

singe.« So habe ich eben auch gesungen. Ich habe früher eine Chorausbildung

gemacht und konnte mal sehr gut singen. Dann bin ich an den

Mandeln operiert worden und irgendetwas ist schiefgelaufen. So bekam

ich meine rauhe Stimme. Ich bin auch heute keine Sängerin, ich kann nur

gut interpretieren.

Der Henning ist dann mit mir ins Studio gegangen und hat gesagt: »Kumm,

gangk ens met, luur Dir dat ens aan, un dann dun mir et nor för der Spass.«

Alles im Studio war begeistert. Irgendwann zu meinem zwanzigjährigen

Bühnenjubiläum habe ich mit Henning zusammen »Mir sin kölsche

Mädcher« geschrieben – gedacht, als Bonbönchen auf meine Büttenreden.

Irgendwann gab es dann immer mehr Bonbönchen und schließlich habe

ich gemerkt, das Singen macht jetzt mehr Spaß als die Rederei.

Warum sind Frauen im Karneval auch heute noch selten?

Das weiß ich nicht. Im Kollegenkreis hat man anfangs alles versucht, um

mich zu boykottieren. Man wollte nicht, dass ich singe. Ich bin gemobbt

worden – von führenden Karnevalisten. Allerdings nicht von der »ersten

Garde«, also weder Höhner, Bläck Föös, Paveier, Räuber – im Gegenteil,

die haben mich immer alle unterstützt. Man musste einen Vorstellabend

besuchen, an dem man sein neues Programm zeigte, und dieser Vorstellabend

ging mir immer sehr an die Nerven – Lampenfieber eben. An jenem

Abend, als ich zum ersten Mal »Mir sin kölsche Mädcher« singen wollte,

habe ich mitbekommen, wie die Führung meines Vereins hinter der Bühne

gewettet hat, dass ich ausgepfiffen würde. »Loss mer se ens fäädig

maache, et es jo nor e Mädche.« Damals war Gisbert Brovot Präsident des

Festkommitees und Eckes Bluhm und die ganze Fortuna-Köln-Clique mit

Jean Löring, die mich sehr verehrt haben, saßen im Saal und wussten um

meine Angst und um die Intrigen hinter der Bühne. Als ich angefangen

habe zu singen, sprang Gisbert Brovot als erster auf und hat mitgesungen

und mitgemacht. Nachher stand der ganze Saal. Nach meinem Auftritt

waren hinter der Bühne alle verschwunden. Heute sind diese Leute sehr

freundlich zu mir.

Haben Sie heute noch Lampenfieber?

Nur wenn ich mit Kapellen spielen muss, damit habe ich sehr schlechte

Erfahrungen gemacht. Mein Playback funktioniert immer. Playback heißt:

Ich singe live, im Hintergrund hört man die Musik und den Chor von der CD.

Längst nicht jedes Orchester kann alles spielen. Nach einem gravierenden

Erlebnis vor vielen Jahren habe ich beschlossen, wo es nur geht auf Kapellen

zu verzichten. Damals hat die Kapelle so falsch gespielt, dass ich meine Lieder

nicht mehr erkennen konnte. Da singt man dann allein gegen 16 Musiker.

Sie haben ein paar hundert Auftritte im Jahr, bis zu acht am Tag. Ein

Auftritt dauert zwischen 25 und 35 Minuten, dann müssen Sie auch

noch hin und her fahren. Geschlafen wird im Auto?

De Pürk us, üvver die Handy-Ladestation gehange un dann de Auge zo bes

zom Nächste – wenn die Distanz das zulässt. Auf dem Weg vom Sartory

zum Gürzenich lohnt es sich nicht, aber zwischen Köln und Düren schlafe

ich. Man ist vom Auftritt nass geschwitzt, sitzt dann im kalten Auto und

bekommt überall zu hören: »Wiesu bes Do denn ald widder verkäld?« Ich

habe einfach keine Zeit, mich umzuziehen. Wir arbeiten im Stundentakt:

Note usdeile un widder ensammele oder et Playback enreechte, Trepp

erop, Trepp erav, en et Auto, fahre, Parkplaatz söke un och singe – un

8 klaaf Kölner Köpfe Kölner Köpfe klaaf 9


Kein auFTRiTT nuR

FüR PinGuine

zweschendurch noch koot met de Lück un de Offizielle schwaade. In der

Session ist es oft ein 14 Stunden-Tag.

Weiß man vorher, was in einer Sitzung passiert oder reagiert man nur

aufs Publikum?

Das ist unterschiedlich. Komme ich auf eine Mädchensitzung, stehen direkt

alle auf den Stühlen. Da gehe ich ganz entspannt rein, weil mir klar ist:

Marita, jetz häs do Spass. Wenn ich zu einer Prunksitzung komme, habe

ich einen Kloß im Hals. Ich weiß, da sitzen schwarzgekleidete Menschen,

Pinguine, die man fast zwingen muss, lustig zu sein. Da heißt es: Auge zo

un durch. Solche Sitzungen will ich nicht mehr. Ich möchte zu Mädchensitzungen,

Kostümsitzungen, Familiengesellschaften, zu normalen

Men schen. Ich bin nicht dafür da, Leuten zu zeigen, dass man auch mal

feiern könnte. Ich möchte in einen Saal gehen, in dem die Leute schon alle

zu sam men feiern wollen.

Eigentlich müssten Sie mit Stelzen einlaufen, es dauert keine drei

Sekunden und Sie stehen auf dem Tisch.

[lacht] Im Sartory geht es nicht, da sind die Tische instabil, da hat mich

der Schramma mal gerettet. In der Lanxess-Arena gibt es keine Tische. Alle

anderen Auftritte mache ich auf dem Tisch. Ich stelle mich aber nur dort

auf den Tisch, wo ich die Leute mag. Natürlich habe ich jedesmal frische

Strümpfe an. Die Schuhe ziehe ich immer aus. Wenn mein Temperament

mit mir durchgeht, werfe ich sie schon mal in die Luft. Dabei habe ich

schon mal einen verloren – [lacht] der hing im Maritim oben in der Lichtleiste

– und ich habe auch schon mal jemanden in der Kapelle abgeschossen.

Ich kaufe jetzt nur noch leichte Schuhe, damit ich keinem wehtue.

Hinterher putze ich den Tisch natürlich ab, dafür habe ich immer Tücher in

der Tasche [lacht].

Karneval ist ein Knochenjob.

Absolut!

Oft hört man ja: Die tritt hier abends auf, was macht sie eigentlich

tagsüber?

Schlafen, schlafen, schlafen. Ich versuche zu schlafen und meine Homepage

zu pflegen – und meinen Haushalt.

Auf Ihrer Hompage können Sie bald 5 Millionen Zugriffe zählen. Am Tag

sind es bis zu 2.000, in der Session bis zu 10.000. Auch auf Facebook

haben Sie schon 4.000 Freunde. Nach den Auftritten am Abend laden

Sie direkt die Bilder des Tages hoch und sehen so erst, wie Ihr Tag war?

Ich weiß oft am nächsten Morgen nicht mehr richtig, wie der Abend war,

denn im Saal bin ich immer total im Programm. Nicht, dass ich es einfach

nur abspule, aber es ist doch professionelle Arbeit – ich liefere die Show.

Eigentliche wollten Sie Journalistin werden.

Richtig, aber durch den Karneval habe ich mein Abitur nicht mehr gemacht.

Mit 18 Jahren hatte ich bereits 180 Auftritte. Trotz des Nebenjobs hatte

mein Abschlusszeugnis aber die Durchschnittsnote 2,1. Ich habe den Realschulabschluss.

Ohne eine gute Kondition kommt man im Karneval nicht weit. 1997

hatten Sie einen schweren gesundheitlichen Rückschlag.

Ja, in meinem Kopf hatte man einen Tumor entdeckt. Drei Ärzte haben

mich sechs Stunden lang operiert. Die haben das ganz toll hingekriegt.

Man sieht nichts mehr davon, der Schnitt wurde in eine Hautfalte gelegt.

Nach der OP standen die Ärzte vor meinem Bett und meinten, sie wüssten

nicht, ob ich mein linkes Auge jemals wieder öffnen könnte. Das war erst

mal ein Schock. Bei Überanstrengung passiert es heute noch, dass sich

das Auge von selbst schließt, ohne dass ich es merke. Zwei Tage nach der

OP habe ich das Krankenhaus verlassen, weil ich Depressionen bekam. Ich

konnte damit nicht umgehen. Der ganze Kopf war schief und ich hatte

so einen riesigen Verband. An dem Tag war CSD, gemeinsam mit meinen

Freunden haben wir uns die Parade angeschaut – mit Verband und allem.

Die Musik und das alles hat mich dann wieder auf die Beine gebracht.

Vierzehn Tage später habe ich in Nippes das erste Mal wieder gesungen.

Da konnte ich aber noch kein P aussprechen, damit habe ich auch heute

noch Probleme. Ich musste ein ganzes Jahr lang zum Sprachtraining, beim

Logopäden und auch in der Klinik. Die ganze linke Gesichtshälfte ist taub.

Wie haben die Leute darauf reagiert, dass Sie auftraten, obwohl Sie

noch nicht richtig sprechen konnten?

Sie haben mich total gefeiert. Die BILDzeitung hatte damals einen supernetten

Artikel geschrieben, dadurch wussten die Leute Bescheid und haben

mich sehr unterstützt. Dieser Auftritt war der Knopfdruck, den ich brauchte,

um zu verstehen, dass ich weitermachen musste.

10 klaaf Kölner Köpfe Kölner Köpfe klaaf 11


FOTO: MaRiTa KöllneR

Wieder hat Sie der Karneval aus einer Lebenskrise gerettet?

Ja, zuerst in der Kindheit und dann 1997.

Sie haben eine Wohnung auf Mallorca und treten auf der Insel auch

auf. Wie oft sind Sie dort?

Ich versuche, ein halbes Jahr lang da zu sein. Ich singe auch dort nur

meine eigenen Lieder.

Karnevalslieder oder Schlager?

Beides. Wir Kölner werden immer in die Schublade »Karneval« gesteckt,

aber das ist falsch. Wie die Bayern und die Norddeutschen dürfen auch wir

eine regional geprägte Volksmusik in Rock, Pop und Schlager einbringen –

nicht nur zu Karneval. Ich kämpfe schon ganz lange für ein Umdenken.

Allein mit Florian Silbereisen habe ich nächtelang darüber diskutiert. Die

Schublade muss weg.

In Ihrer Umgebung ist immer was los, können Sie auch für sich sein?

Selten und schwer. Ich mag nicht gern alleine sein. Ich bin gerne in Gesellschaft,

auch, weil ich den Leuten gern aufs Maul schaue. Viele meiner

Ideen habe ich auf Mallorca am Strand und auf der Meile bekommen.

Eigentlich sind Sie aber Beamtin.

Ja. [lacht] Furchtbar, ne? Ich schäme mich ja auch ein bisschen.

Sie haben sich bei den Abfallwirtschaftsbetrieben Köln lange um die

Beschwerden gekümmert.

Davor war ich beim Amt für Wohnungswesen und beim Steueramt. Nur

Zahlen waren aber gar nichts für mich. Ich habe auch sehr lange bei der

Beihilfe gearbeitet, das ist die Krankenkasse für die Mitarbeiter der Stadt

Köln. Die Arbeit dort hat mich selbst krank gemacht, weil ich mich mit den

Schicksalen der Leute identifiziert habe. Daran bin ich fast zerbrochen.

12 klaaf Kölner Köpfe

Damals habe ich Norbert Burger angesprochen und gesagt: »Norbert, Du

musst mir helfen, ich gehe hier kaputt. Bitte!« So hat er mich zu den AWB

versetzt. Dort habe ich in der Beschwerdestelle meine Erfüllung gefunden.

Das fand ich ganz toll, weil ich Menschen zusammenbringen konnte. Ich

hatte auf der einen Seite die Betriebshöfe und auf der anderen den Bürger,

der sich beschwerte. In 99% der Fälle habe ich es geschafft, dass hinterher

alle glücklich waren. Ich wusste die Menschen richtig anzufassen. Das war

die Schule aus dem Karneval.

Das ist wieder ein Stück Trude Herr. Ihr Geschäft mit Köln-Souvenirs

haben Sie im Haus des alten »Theater im Vringsveedel« eröffnet.

Den Ort habe ich ganz bewusst gewählt. Als der Laden frei wurde, habe

ich zugegriffen. Das Geschäft führt Susanne Seiffert. Wir sind gleichberechtigt.

Ich entwerfe mit und bringe Ideen ein. Das Geschäft ist auch Anlaufstelle

für meine Fans. Wenn verkaufsoffener Sonntag ist, »der längste

Desch« oder Ähnliches, bin ich im Geschäft – damit meine Fans auch zu

mir kommen können und der Kontakt bestehen bleibt.

Sie halten intensiven Kontakt zu Ihren Fans.

Das ist sehr wichtig. Ich will keine Distanz zwischen den Menschen und mir.

Darum will ich auch immer in den Saal und nicht auf die Bühne. Deshalb

möchte ich auch nur dort auftreten, wo die Leute das verstehen. Wat han ich

vun enem schwatze Aanzog, dä mich blöd aanluurt? Leever einer em Kostüm,

dä säht »Do es se un jetz geiht et mer god. Jetz singk se un jetz han ich

zwanzig Minutte e sillig Geföhl.« – das überträgt sich dann auch auf mich.

Das IntervIew

AZ_StaeV_105x104_print.pdf

führte Marcus corMann

1 06.12.11 14:52

Konrad Adenauer

1. deutscher Bundeskanzler

1949 – 1963

Gaststätte oder Museum ... warum wählen?

Die „Rheinische Demokratie“ macht’s möglich: Mit über

200 Exponaten zur deutschen politischen Nachkriegs-

geschichte (kostenlose Führungen Di–Do, 17–18 Uhr),

leckerem Essen und kühlem Gaffel-Kölsch kann man

Kölner Köpfe

in der „Ständigen Vertretung“ doch beides haben!

klaaf 13


FOTOs: PRiVaT

KlaaF eM MeDiaPaRK

Nina Blume Wolfgang Semrau

Sascha Thiel

»GeBORe VöR 111 jOHRe …

lis BöHle, Hein PaFFRaTH,

Hans scHMiTT-ROsT, juPP

scHMiTz«

Der 111. Geburtstag ist in Köln wahrlich ein Anlass zu feiern, vor allem,

wenn Persönlichkeiten, die sich für Köln und die kölsche Sproch

engagiert haben, ihn begehen. Zwei Mundartautoren, einen Köln-

Kenner und einen Mundartsänger haben wir ausgewählt, um sie im

Rahmen von »Klaaf em Mediapark« am 27. März zu ehren.

Wir – das sind der Heimatverein Alt-Köln und die Akademie för uns köl sche

Sproch, die zum ersten Mal gemeinsam eine Veranstaltung organisieren.

Manch einen wird dies wundern, da Mitglieder der Kumede regelmäßig

den »Klaaf em Mediapark« mitgestalten. Außerdem haben beide Institutionen

ähnliche Aufgaben und Ziele, wie der Vorsitzende des Heimatvereins

Professor Dr. Jürgen Bennack in seinem Gastkommentar dargelegt hat.

Trotzdem ist es die erste offizielle Zusammenarbeit, der hoffentlich weitere

folgen werden.

Hans scHMiTT-ROsT: KölneR PRessesPRecHeR aus

DeM RuHRPOTT

Im Mittelpunkt stehen jedoch die vier »Geburtstagskinder«. Franz Karl Johannes

Schmitt (9.2.1901-2.3.1978), bekannt als Hans Schmitt-Rost, fällt

als gebürtiger Essener etwas aus dem Rahmen. Allerdings kam er schon

1906 nach Köln-Nippes. Das Studium der Volkswirtschaftslehre und Sozio-

logie schloss er mit der Promotion ab. Früh betätigte er sich als Journalist

und war freier Mitarbeiter diverser Zeitungen und Zeitschriften. Ab 1945

leitete er das Nachrichtenamt der Stadt Köln.

Als Autor und Herausgeber beschäftigte er sich mit den unterschiedlichsten

Themen rund um die Stadt Köln. 1946 veröffentlichte er das Buch

»Der Neuaufbau der Stadt Köln«, in dem er sich Gedanken über die Gestaltung

des Stadtbildes nach dem Krieg machte. Sein Interesse an der Kunst

führ te ihn in den 1920er Jahren in den Kreis der Kölner Progressiven,

einer Künstlergruppe, der z. B. Heinrich Hoerle und Franz Wilhelm Seiwert

angehörten, über die Schmitt-Rost später Monographien verfasste. Auch

gestaltete er gemeinsam mit bekannten Malern und Fotografen Bildbände

über Köln. So führte die Zusammenarbeit mit Chargesheimer, einem der

populärsten aber auch eigenwilligsten Kölner Fotokünstlern, 1957 zu dem

Werk »Cologne intime«, das hauptsächlich das Leben und die Menschen im

Köln der 1950er Jahre darstellt. In den Büchern »Die Elstergasse zu Köln«,

»Schmitz, der Stadtstreicher« und »Köln am Rhein, du schönes Städtchen,

Köln am Rhein, du schöne Stadt« – unter dem Pseudonym »Fritz Franz

Florian« verfasst – schildert Hans Schmitt-Rost Kölner Leben und Milieu.

Er hat zwar keine Mundarttexte geschrieben, ist aber für die Neuausgabe

des Wörterbuchs der Kölner Mundart von Fritz Hönig im Jahr 1952

verantwortlich. Außerdem stammt von ihm das Werk »Kölsch wie es nicht

im Wörterbuch steht«, eine Fundgrube für jeden, der sich für die Kölsche

Sproch interessiert (s. auch S. 24ff). Verheiratet war er mit Lis Böhle, einer

der bekanntesten Kölner Mundartautorinnen.

lis BöHle: e MäDcHe VuM nePPes

Gertrud Elisabeth Frederica (kurz: Lis) Böhle wurde am 31.7.1901 als achtes

und letztes Kind der Familie Böhle geboren und lebte lange Jahre in Nippes,

so dass die Franziskastraße und ihre Umgebung später als Schauplatz

für viele ihrer Erzählungen dienten.

Schon mit zehn Jahren begann Lis Böhle mit dem Schreiben. Sie verfasste

Gedichte und kurze Geschichten auf kölscher Mundart. Gerade die Jahre

auf der Ursulinenschule und die anschließende Zeit auf einem Mädchenpensionat

nutzte sie, um eigene Texte, Reden und Ähnliches zu verfassen,

die sie zu besonderen Anlässen vortragen ließ oder selbst zum Besten gab.

1925 heiratete sie ihre Jugendliebe Hans Schmitt-Rost und die gemeinsame

Tochter Sonja wurde geboren. In dieser Zeit veröffentlichte Lis Böhle

Gedichte und Verzällcher in Kölner Tageszeitungen, die bis Anfang der 70er

14 klaaf Stadtkultur Stadtkultur klaaf 15


FOTOs: RHeiniscHes BilDaRcHiV.

Jahre regelmäßig erschienen und

großen Anklang fanden. So lasen

die Kölner Bürger unter anderem

die Artikelserie »Et Köbesche

schriev...« mit wachsender Begeisterung,

doch wer sich tatsächlich

dahinter verbarg, klärte sich erst

Jahre später. Lis Böh le galt als eine

der beliebtesten und bekanntesten

Mundartautorinnen, doch sie

bevorzugte ihr stilles, zurückgezogenes

Leben.

Sie arbeitete freiberuflich für den

Rundfunk, schrieb Hörspiele und

machte sich einen Namen als erste

Mundartsprecherin des WDR. Als

ihrem Mann 1933 von den Nationalsozialisten

Schreibverbot erteilt

wurde, sorgte Lis Böhle für den Unterhalt

der Familie. 1937 erschien ihr

Hein PaFFRaTH: ecH KölscH DiRecK us DeR BleiFeDDeR

Hein(z) Paffrath wurde am 23. März 1901 im Kölner Eigelsteinviertel geboren.

Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Über sein Leben ist wenig

bekannt, nur dass er seit Ende der 1930er Jahre bei der Kölner Niederlassung

der Firma Siemens arbeitete. Anscheinend war er sozial sehr engagiert, denn

er wurde zum Betriebsratsmitglied gewählt, später sogar zum Vorsitzenden.

Bereits als Schuljunge begann er,

Mundarttexte zu verfassen. Mit 15

Jahren schrieb er das Gedicht »Ömmerspillcher«,

das in der Zeit schrift

»Jung-Köln« abgedruckt wurde.

1949 erschien die erste Auflage seiner

Ge dichtsammlung »Ech Kölsch

direck vum Faaß« (Weiteres zu

diesem Buch S. 24ff). Hein Paffrath

engagierte sich sehr im Heimatverein

Alt-Köln. So erklärte man

ihn 1970 zum Ehren mitglied und

feierte 1971 seinen 70. Geburtstag

im großen Rahmen. Zu dieser Feierlichkeit

ließ es sich Hein Paffrath

nicht nehmen, seine Gedichte selbst

vorzutragen, wie er es immer am

liebsten getan hatte. Einige Jahre

später war er aus gesund heitlichen

Gründen dazu nicht mehr in der

Lage. Im Alter von 78 Jahren starb

Hein Paffrath am 1. Mai 1979.

Lis Böhle erstes Buch »Himmel und Äd“. Weitere

Hein Paffrath, Zeichnung aus der

folgen: »Schwatz op wieß« (1940),

2. Auflage von »Ech Kölsch«

»Zwesche Ring un Rhing« (1947), »Jeck op Kölle« (1955), »Kölsche Saison«

(1963), »Kölle, ming Welt« (1979) und »Levve un levve loße« (1981).

Familie Böhle-Schmitt lebte von 1942 bis 1945 in Oberstdorf. Zum

ersten und letzten Male verließ Lis Böhle für so lange Zeit ihre Heimatstadt

Köln. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie sich fast völlig aus dem

juPP scHMiTz: VOM KOnzeRTPianisTen zuM

sTiM MunGssänGeR

öffentlichen Leben zurück. Bedingt durch ihre schlechte gesundheitliche

Es gibt alte kölsche Lieder, die sind so berühmt, dass sie heute noch jedes

Verfassung schrieb sie nur noch selten. Mit ihrer Tochter Sonja lebte sie

Kind kennt. »Wer soll das bezahlen?«, »Wir kommen alle in den Himmel«

gemeinsam in Köln bis zu deren Tod im Februar 1990. Nur wenige Monate

oder »Am Aschermittwoch ist alles vorbei« – diese drei gehören auf jeden

später, am 29. Oktober 1990, starb auch Lis Böhle.

Fall dazu. Die Melodien stammen aus der Feder von Jupp Schmitz, der am

15. Februar 1901 geboren wurde. Jupp Schmitz, von den Kölnern liebevoll

»der Schnäuzer« genannt, ist einer der bekanntesten Kölner Karnevalsstars

der Nachkriegszeit, obwohl er seine Karriere als klassischer Pianist

begonnen hatte. Seit seiner Kindheit bekam er Klavierunterricht und ließ

sich anschließend am Konserva to rium zum Konzertpianisten aus bilden.

Danach spielte er in Kaffee häusern oder machte Musik in Stum mfilmkinos.

Obwohl er Mitte der 20er Jahre Willi Ostermann auf dessen Wunsch hin bei

Auftritten und Tourneen begleitete, dauerte es noch einige Zeit, bis Jupp

Schmitz seine karnevalistische Veranlagung entdecken sollte.

Zunächst arbeitete er als Komponist: Sein erstes Lied entstand, als er über

seine Tätigkeit als freier Mitarbeiter beim Reichssender Köln während der

30er Jahre Kurt Feltz kennenlernte und dieser ihn bat, einen seiner Texte

zu vertonen: »Gib’ acht auf dein Herz Margarethe«. In der folgenden Zeit

kamen zahlreiche weitere Vertonungen und selbstgetextete Lieder hinzu.

KaRneValisTiscHes unTeRHalTunGsTalenT

Während des Zweiten Weltkriegs trat Jupp Schmitz bei Unterhaltungsabenden

für die Soldaten der Wehrmacht auf und entdeckte sein Potenzial,

die Menschen von der Bühne aus zu begeistern. Gleich nach seiner Rück -

kehr nach Köln wandte sich der »Schnäuzer« dem Karneval zu und hatte

1948 mit dem Nonsens-Lied »Fitzlafutzlakaja« und mit »Ich fahr’ mit

16 klaaf Stadtkultur

Stadtkultur

klaaf 17


FOTOs: DReiBein/WiKiPeDia

FOTOs: ziK / DaBBelju

Denkmal auf dem Jupp Schmitz-Plätzchen

meiner Lisa zum schiefen Turm nach Pisa« großen Erfolg. Als er dann 1949

mit »Wer soll das bezahlen?« wieder den Hit der Session lieferte, war sein

Name jedem Kölner ein Begriff.

Im Laufe der nächsten Jahre gehörte Jupp Schmitz zu den Großen auf

den karnevalistischen Bühnen und lieferte fast jährlich neue Hits mit Ohrwurm-Garantie.

Er besaß das Talent, die Leute von den Stühlen zu reißen

und mit Humor und Blödeleien immer und überall sofort für Stimmung zu

sorgen. Dafür war er über Köln hinaus bekannt und beliebt.

DeR sTiMMunGsKaRneVal in DeR KRise

Ludwig Sebus

18 klaaf Stadtkultur

Dann jedoch wandelte sich der

Karneval: Der rheinische Klamauk

wurde vom Rest der Bundesrepublik

eher missbilligt und die Nachfrage

nach anspruchsvollerer Unterhaltung

stieg. Auch die Beliebtheit des

kölschen Dialekts, der nun als provinziell

galt, nahm ab. Daher waren

die Mainzer Karnevalssitzungen in

den 60er-Jahren angesehener als die

Sitzungen in Köln.

Jupp Schmitz hatte auch Talent

für ruhigere und anspruchsvollere

Töne. So trat er 1964 statt wie üblich

im Anzug in einem Hirtenkostüm

auf und präsentierte mit dem

»Hirtenknaben von St. Kathrein«

eine Parodie auf die Heimattümelei

des Unterhaltungsfilmes. Da ihn

sein Publikum bisher nur als lauten

Stimmungsmacher kannte, wurde er ausgepfiffen. Eine Versöhnung folgte

jedoch rasch: Im kommenden Jahr präsentierte Jupp Schmitz das Lied

erneut. Diesmal nahm er sich selbst und seine misslungene Dar bie tung

aus dem vergangenen Jahr auf die Schippe, und das gefiel. Mit wei ter en

Hits wie »Es ist noch Suppe da« von 1968 hatte er das Publikum wieder

auf seiner Seite. Trotzdem war der Höhepunkt seiner Karriere vorbei, und

schließlich zog sich Jupp Schmitz von der Bühne zurück.

RuHiGeRe Töne zuM aBscHieD

Der kölsche Karneval fand in den Folgejahren zu seiner alten Berühmtheit

zurück – dafür sorgten unter anderem die Bläck Fööss, die die kölsche

Mundart wieder populär machten. Der mittlerweile 82-jährige Jupp

Schmitz wurde 1983 als Ehrengast zur Prinzenproklamation eingeladen.

Jetzt gab er nicht mehr nur den Stimmungsmacher, sondern präsentierte

auch selbstbewusst leisere und feinsinnigere Töne, zum Beispiel sein

bekanntes Lied »Wä am längste lääv, dä kritt de Schelderjass«. Trotz seines

mittlerweile hohen Alters gelang es ihm mit Leichtigkeit, das Publikum

wie eh und je zu begeistern: 1988 trat er zusammen mit den Bläck Fööss

bei ihrem Frühlingsprogramm im Millowitsch-Theater auf und sorgte für

Ovationen. Auch sein berühmter letzter Auftritt kurz vor seinem 90. Geburtstag

1991 im Senftöpfchen, bei dem er dem Publikum zwei Stunden

lang vielseitige Unterhaltung vom Feinsten präsentierte, ist den Kölnern

in Erinnerung geblieben.

Zwei Monate danach, im März 1991, starb Jupp Schmitz. Sein Tod fand

sogar in der »Tagesschau« Erwähnung, was für seine überregionale Beliebtheit

spricht. Durch seine Evergreens lebt er in der Kultur Kölns weiter

und wird für immer, wie der »Express« es einmal ausdrückte, der Mann

bleiben, »der ein Stück Köln ist«.

Ludwig Sebus wird beim Klaaf em Mediapark einige Lieder von Jupp

Schmitz singen, auf dem Akkordeon begleitet von Franz Reichert. Eine

Kostprobe aus dem Buch »Köln am Rhein du schönes Städtchen…« von

Hans Schmitt-Rost bietet Jürgen Bennack. Die Kumedemitglieder Nina

Blume, Wolfgang Semrau und Sascha Thiel tragen Rüümcher un Verzällcher

von Lis Böhle und Hein Paffrath vor.

Ein Gedicht von Hein Paffrath soll Abschluss dieses Artikels und Einladung

zum »Klaaf em Mediapark sein«:

FeeROVenD

Wann eT DaGWeRK ess GeDOn

un Die sOnn Well unGeRGOnn,

läG Dä HaMMeR OP en sicK,

Denn Die naacH ess niT MiH WicK.

DenK BeiM leTzTe HaMMeRscHlaG,

DenK, DaT zWescHe DaG un naacH,

OFF ne scHöne OVenD liT,

DRöM GeVV aacH, VeRPass in niT.

JanIna erDMann, Ingeborg nItt

Stadtkultur

klaaf 19


FOTO: ns-DOK

Kölle alaaF unTeRM

HaKenKReuz

KaRneVal zWiscHen unTeRHalTunG unD PROPaGanDa

Motivwagen »Staliniade« im Rosenmontagszug 1938. Propaganda gegen Stalin und die SU.

Lange Zeit war die Beschäftigung mit dem Thema Karneval, Fasching oder

der Fastnacht während des Nationalsozialismus tabuisiert. Das Fest unmittelbar

vor der Fastenzeit hatte – so die weitläufige Meinung – nichts mit

den Nationalsozialisten zu tun oder es zeigte sich gar widerständig. Erst

mit einem allgemeinen Generationswechsel setzte um das Jahr 2000 eine

ganze Reihe von Studien ein, die neue Kenntnisse hervorbrachten und damit

einen offenen und kritischen Umgang mit dem Karneval ermöglichen.

Erstmals bietet das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln in seiner

Ausstellung »Kölle Alaaf unterm Hakenkreuz« einen differenzierten Blick auf

die Entwicklungen des Kölner Karnevals von 1933 bis 1945. Der Besucher

erfährt den schönen Schein einer fröhlichen feiernden Bevölkerung, und

er schaut sprichwörtlich hinter die Kulissen, um die Wirklichkeit hinter dem

schönen Schein zu entdecken. Ganz so wie im Karneval selbst werden dabei

alle Sinne angesprochen, dem Besucher werden Tonaufnahmen (Original wie

nachgesprochen) und seltene Filmsequenzen, zahlreiche Fotografien aus

Privatarchiven und einzigartige Ausstellungsobjekte präsentiert. Die Ausstellung

zeigt, dass sich der Karneval auf den ersten Blick kaum änderte,

tatsächlich wurde er aber gleichgeschaltet und instrumentalisiert.

KaRneValsGesellscHaFTen unD iHRe GleicHscHalTunG

Es gab eine enge personelle Verschränkung von Karnevalisten und Angehörigen

der NS-Organisation »Kraft durch Freude«, der SA, der kommunalen

20 klaaf Stadtkultur

FOTO: ns-DOK

Behörden und Parteistellen. Die lokalen nationalsozialistischen Parteifunktionäre

und Amtsträger bauten den Karneval zur Unterhaltung der Massen

als wichtige Voraussetzung zur Herrschaftsstabilisierung wie auch zur

Förderung von Tourismus und Wirtschaft aus.

Karneval in der Nazizeit changierte zwischen harmloser Unterhaltung und

NS-ideologisch aufgeladener Propaganda. Insbesondere ab 1936 wurden in

Motivwagen der Rosenmontagszüge, in Büttenreden und in Liedern politische,

ideologische und antisemitische Vorstellungen des Regimes propagiert.

Nur in seltenen Fällen waren im Karneval regime-kritische Töne zu hören.

insTRuMenTalisieRunG DeR ROsenMOnTaGszüGe

Die Realisierung der Rosenmontagszüge war einer strikten Kontrolle unterworfen.

In den Jahren 1934 und 1935 sollten offiziell keine antisemitischen

Motive gezeigt werden, um ausländische Touristen nicht abzuschrecken.

Akzeptiert wurde allerdings im Rosenmontagszug 1934 der antijüdische

Motivwagen »Die Letzten ziehen ab«, der von Kölner Bürgern für die Veedelszöch

gebaut wurde. Nach dem Erlass der »Nürnberger Rassengesetze«

1935 wurde auch im Karneval eine radikal antisemitische Position bezogen.

Der Motivwagen »Däm han se op d’r Schlips getrodde!« aus dem Rosenmontagszug

von 1936 war eine karikierende Darstellung der »Rassengesetze«.

Mit einem schadenfrohen Kommentar im Kölner Dialekt wurde die

Entrechtung der jüdischen Bevölkerung als begrüßenswerte Maßnahme

präsentiert.

Ausdrucksstarkes Beispiel für die Propagierung außenpolitischer Ziele

des NS-Regimes im Kölner Karneval stellt der Rosenmontagszug von 1938

dar. In ihm spiegelte sich die aggressiver werdende Außenpolitik wider,

ausgerichtet auf die Vergrößerung des »Lebensraumes« in Osteuropa und

die Rückforderung von Kolonien. Suggeriert wurde, dass die Ausweitung

des Lebensraumes notwendig sei, um wirtschaftliche und soziale Probleme

lösen zu können und den Weiterbestand des Deutschen Reiches zu sichern.

Links: Max Salomon, ehemaliger Präsident des einzigen jüdischen Karnevalsvereines, dem

»Kleinen Kölner Klub«, bei einer Karnevalsveranstaltung im Exil in den USA.

Rechts: Plakat zum Kölner Karneval von 1937.

Stadtkultur

klaaf 21


scHunKeln in DeR ns-zeiT

Nach dem Willen der nationalsozialistischen Machthaber sollte der Sitzungskarneval

die Massen in erster Linie unterhalten – die Gäste tanzten, sangen

oder schunkelten zu eingängigen Melodien und Liedertexten. Gleichzeitig

wurden politische und NS-ideologische Vorstellungen in Büttenreden und

Liedern einem breiten Publikum vermittelt. Wie stark die NS-Behörden

kontrollierend oder auch lenkend eingreifen sollten, war umstritten und

veränderte sich in der Zeit von 1933 bis 1939.

Karnevalsgesellschaften, daneben auch Kegel-, Gesang-, Sport- und andere

Vereine, schließlich die NS-Gemeinschaft »Kraft durch Freude« organisierten

jedes Jahr in der Karnevalszeit rund 600 (gemeldete) Saalveranstaltungen

im Gürzenich und anderen Festhäusern für etwa 220.000 Gäste.

Die Ausstellung zeigt dazu eine ganze Reihe von, Ton- und Bilddokumenten,

wie z.B. Ausschnitte von der ersten Prinzenproklamation von

1936, zeitgenössische Lieder und Büttenreden, ob politisch, unterhaltend

oder regime-kritisch.

BeKannTe KaRneValisTen in DeR ns-zeiT

In diesem Ausstellungssegment stehen drei Kölner Karnevalisten im Mittelpunkt:

der Mundartdichter Willi Ostermann, Hans Tobar, Conférencier

und Autor zahlreicher Heimatrevuen, und schließlich Karl Küpper, der sich

als einziger konsequent einer Zensur widersetzte und schließlich ins Visier

der Gestapo geriet.

Mit seinem Gedicht »Der NS-Baumverband« verulkte Küpper die NS-Ideologie

der »Volksgemeinschaft«: Nur wer sich unter Aufgabe seiner Individualität

in die »Volksgemeinschaft« einfügte, war akzeptiert. Wer dies nicht tat

und eine andere Meinung vertrat, der wurde ausgegrenzt und verfolgt.

Der NS-Baumverband

»Es stand ein Baum am Waldesrand

und war organisiert.

Er war im NS-Baumverband,

damit ihm nichts passiert.«

Obwohl Küpper daraufhin zumindest verwarnt wurde, griff er die Rede

noch einmal auf und trug sie in veränderter Form vor, um zu verdeutlichen,

dass auch er durch seine Unangepasstheit Schwierigkeiten bekam.

Damit untergrub er in einem noch viel stärkeren Maße die Autorität der

nationalsozialistischen Obrigkeit.

»Es stand kein Baum am Waldesrand,

er war nicht organisiert.

Er war nicht im NS-Baumverband,

damit mir nichts passiert.«

Der Kölner Confèrencier und Autor Hans Tobar präsentierte von 1919 bis

1933 jedes Jahr ein Faschingsspiel, meistens im Kaiserhof Palast. Unmittelbar

nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Hans

Tobar bei der Bewerbung des Puppenspiels »Alle Poppe danze« nicht mehr

Motivwagen »Däm han se op d´r Schlips getrodde!« im Rosenmontagszug 1936.

als Autor genannt. Auch die Kölner Karnevalsgesellschaften mieden ihn

und ließen ihn nicht mehr auftreten, ebenso fanden die Sommergastspiele

auf Norderney im selben Jahr ein Ende. Nach ständigen Verunglimpfungen

gab die Ehefrau ihr Modegeschäft auf.

Im Dezember 1939 konnte Hans Tobar mit seiner Familie über Rotterdam

in die USA emigrieren. Seine Mutter und Brüder blieben in Köln;

während seine Brüder den Holocaust überlebten, wurde die Mutter im

Ghetto Theresienstadt ermordet.

Der populäre Volksdichter Ostermann war Ehrenmitglied im Kölner

Ver kehrs verein und Mitglied der Reichskulturkammer. Sein Eintritt in die

NSDAP ist zwar mündlich überliefert, Belege dafür finden sich allerdings

nicht. Willi Ostermann nahm wie viele Künstler seiner Zeit an Kreuzfahrten

der NS-Organisation »Kraft durch Freude« teil und trat dabei im Bühnenprogramm

auf. In der NS-Tagespresse gibt es keine besonderen Hinweise auf

eine Vereinnahmung des Volkskünstlers durch das NS-Regime. Selbst bei der

silbernen Hochzeit des Ehepaars Ostermann im Januar 1936 fanden seitens

der lokalen NS-Funktionäre keine besonderen Ehrungen statt.

Willi Ostermann starb nach kurzer Krankheit am 6. August 1936 in

Köln. Das letzte von ihm komponierte Lied »Heimweh noh Kölle«, besser

bekannt unter der Liedzeile »Ich mööch zo Foß noh Kölle gonn«, schrieb

er kurz vor seinem Tode.

Von den Künstlern sind an Audio-Stationen zahlreiche Lieder, Gedichte

und Büttenreden zu hören; die Video-Stationen geben einen Überblick

über ihr künstlerisches Werk.

Kölle Alaaf unterm Hakenkreuz.

Karneval zwischen Unterhaltung und Propaganda

Eine Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln

Öffnungszeiten: Di-Fr 10 bis 18 Uhr, Sa, So und Feiertag von 11 bis 18 Uhr

an jedem ersten Do im Monat (außer an Feiertagen) von 10 bis 22 Uhr.

22 klaaf Stadtkultur Stadtkultur klaaf 23

FOTO: ns-DOK


RaRe-

TaTcHeR

us DeM BOcHeRscHaaF

In diesem Heft stellen Janina Erdmann und Ingeborg Nitt ältere und

neue Mundartbücher vor.

Hans Schmitt-Rost

Kölsch, wie es nicht im Wörterbuch steht

Verlag Heinrich Scheffler, Frankfurt am Main 1968

In mehreren kurzen und übersichtlichen

Kapiteln widmet sich Hans Schmitt-Rost

in seinem Buch der kölschen Mundart. Er

formuliert sehr gut lesbare Geschichten

über die regionale Küche, Geld und Arbeit,

den Alltag oder die Katholizität des Domstadtbewohners

und erläutert anhand

zahlreicher Beispiele die typischen Eigenheiten

der kölschen Sprache. Der Leser

wird zwar mit sehr vielen Ausdrücken,

einzelnen Worten und auch mit typischen

Redensarten und Kinderreimen konfrontiert

– jedoch versäumt der Autor es nie,

die hochdeutsche Übersetzung zumindest

sinngemäß mitzuliefern und seine Texte

mit viel Witz und Selbstironie anzureichern,

sodass sich die Lektüre trotz vieler

Informationen als sehr unterhaltsam

gestaltet. Auch die liebevollen Zeichnungen von Alfred Küßhauer, die dem

Leser bestimmte Redensarten bildlich vor Augen führen, tragen ihren

Teil dazu bei, dass sich das Schmökern in diesem Buch zu einem großen

Vergnügen entwickelt. Die Mundart des Kölners und seine Lebensart

erschließt sich dem Leser in »Kölsch, wie es nicht im Wörterbuch steht«

herrlich unmittelbar. Leider ist das Buch nicht mehr im Handel, sondern

nur im Antiquariat erhältlich. Allerdings können Sie es natürlich auch bei

uns in der Bibliothek entleihen.

Heimatverein Alt-Köln (Hrsg.)

Kölsche Deechter un Gedeechte –

Ein Lied- und Vortragsbuch in

Kölner Mundart

Selbstverlag, Köln 1971

Eine Zusammenstellung von Informa tionen

über mehr als 50 kölsche Mund artdichter/-innen

inklusive einiger ihrer

Werke findet sich in diesem Buch des

Heimatvereins Alt-Köln. Absicht des

Ver eins war es, seinen Mitgliedern und

Freunden eine literarische Sammlung

für alle Gelegenheiten an die Hand zu

geben. Diese bestätigt übrigens eine

klassische, immer wieder vorzufindende

Besonderheit der kölschen Mundartdichtung:

Oft sind die Reime in ihrer Form sehr schlicht, bringen jedoch dem

Leser das kölsche Lebensgefühl trotzdem eingängig und wahrhaftig nahe.

Selbstverständlich kann man Zeilen von Ludwig Sebus oder Lis Böhle lesen,

allerdings finden auch kaum bekannte Dichter und Dichterinnen Erwähnung,

wenn ihre Werke sich bis heute als Volkslieder im Sprachgebrauch

durchgesetzt haben.

Alles in allem beinhaltet das Buch eine ausgeglichene Sammlung aus

150 Jahren mundartlicher Versdichtung, in dem sich für Hobbydichter zu

Familienfesten und sonstigen Anlässen viele schöne Inspirationen finden

lassen. Wer sich das Buch nicht bei uns in der Bibliothek ausleihen möchte,

hat nur noch die Möglichkeit, es antiquarisch zu erstehen.

Hein Paffrath

Ech Kölsch direck vum Faaß

Greven Verlag, Köln 1978

Hein Paffrath, der auch im zuvor genannten

Gedichtband vertreten ist, zählt zu

den bekanntesten Mundartdichtern. Die

Zusammenstellung seiner Gedichte und

einiger Geschichten in »Ech Kölsch direck

vum Faaß« erschien 1949 und erfreute

sich großer Beliebtheit. Daher folgten drei

weitere Ausgaben, die der Autor jeweils

überarbeitete und erweiterte. Während

die Erstausgabe rund 60 Seiten umfasste,

war die 4. Auflage über 160 Seiten

stark. Der Heimatverein Alt-Köln gab sie

1978 als Jahresgabe heraus. Der Vorsitzende Dr. Peter Joseph Hasenberg

schrieb im Vorwort: »... Die in der Form ungekünstelte und schlichte, in der

Sache aber echt und tief empfundene Art Hein Paffraths spricht saft- und

kraftvoll, lebensnah und anschaulich, unmittelbar und bildhaft, innig und

wahrhaftig zu uns und vermittelt uns den Zugang zum kölschen Gemüt

und zur kölschen Seele.« Das Buch ist in sechs Kapitel eingeteilt: In »Jet

24 klaaf Köln literarisch

Köln literarisch klaaf 25


üvver Kölle« findet sich typisch Kölsches, zum Beispiel Begebenheiten über

die Heinzelmännchen, in »Jet üvver die Johreszigge« beschreibt Paffrath

das kölsche Lebensgefühl zu den unterschiedlichen Zeiten im Jahr. Ein

großer Teil des Buches handelt vom »Levve en Dur en Moll« und vereint

traurige und fröhliche Geschichten. Abschließend finden sich noch einige

Krätzcher, Verzällcher und Leedcher. So sollte für jeden Leser etwas dabei

sein. Liebevolle Zeichnungen von Heinz Ruland runden das Buch ab. Fazit:

Ein unverzichtbares Stück Mundart- und Stadtkultur. Das Buch ist leider

nicht mehr im Handel erhältlich, kann jedoch über Antiquariate bezogen

oder bei uns in der Bibliothek entliehen werden. Hier stehen alle Auflagen

zur Verfügung und natürlich ist die Ausleihe wie gewohnt kostenlos.

Marita Dohmen

Veedelsklaaf – Neu Verzällcher us

enem kölsche Veedel

Verlag M. Naumann, Hanau 2011, 13,00

Euro, ISBN 978-3-943206-01-2

Wer das Inhaltsverzeichnis des neuen

Buches von Marita Dohmen überfliegt,

dem wird ein Titel sofort ins Auge springen:

»Fott mem Dom!«. Eine Mundartautorin,

die regelmäßig in einer Kölner

Tageszei tung ihre Verzällcher publiziert,

die Semi narleiterin an der Akademie för

uns köl sche Sproch ist, wagt es, eine

sol che For derung zu stellen? Wer sich die

Mühe macht, die Geschichte zu lesen,

stellt fest, dass hier eine aktuelle Diskussion aufgegriffen und kommentiert

wird. Dies ist die Eigenart der Autorin, die in ihren humorvollen und unterhaltsamen

Erzählungen immer auch Wissen zu Köln, dem Brauchtum oder

der Sprache vermittelt oder Tagesthemen behandelt. Auch in ihrem neuen

Werk »Veedelsklaaf« ist ihr dies gelungen.

Armin Foxius

Hürens! Kölsche Geschichten

Aus der Reihe: Hörbuch – Kölsch

aus erster Hand

Dabbelju Verlag, Köln 2011

ISBN 978-3-939666-23-3

Wer sich kölsche Geschichten lieber

vor lesen lassen möchte, sollte zu dem

neuen Hörbuch von Armin Foxius greifen.

Der Autor erzählt über »Uns Stroß«

und ihre Veränderungen, und über Ereignisse, die sich in seinem Viertel abspielen,

wie das Straßenfest oder der Martinszug, dem plötzlich der heilige

Martin fehlt. Als Lehrer weiß er natürlich auch von Kindern zu berichten.

Zehn Verzällcher von unterschiedlicher Länge enthält die CD, die der Hörer

sich je nach Stimmung von Armin Foxius erzählen lassen kann.

Bernd Hambüchen

Spetzbove, Kniesbüggele un ander Lück –

Heitere Anekdoten und Geschichten

auf Kölsch, J.B. Bachem Verlag, Köln 2011,

14,95 Euro, ISBN 978-3-7616-2401-2

Wer glaubt, dass mundartliche Literatur

Schnee von gestern ist, der hat sich

getäuscht: Diese Sammlung von kölschen

Anek doten ist druckfrisch auf dem

Buchmarkt erschienen. Bernd Hambüchen,

Seminarleiter der Akademie för uns kölsche

Sproch, legt nach zwei Büchern mit hochdeutschen

Erzählungen jetzt sein erstes

mundartliches Werk vor. Bei den Erzählungen

greift er dabei hauptsächlich auf eigene

oder Erlebnisse von Freunden zurück, die

er sehr humorvoll aufbereitet und den Leser damit zum Schmunzeln bringt.

Er bezieht sich jedoch ebenso auf altbekannte Geschichten mit unbekanntem

Verfasser und verpackt diese neu und kreativ in die kölsche Sprache. So berichtet

das Werk von ganz eigenen, aber auch von dem Leser bekannt vorkommenden

rheinischen Alltagsbegebenheiten und lässt das handliche Büchlein

zu einer lesenswerten Zusammenstellung von neuen kölschen Texten werden,

die nicht nur zum selber-, sondern auch zum vorlesen prima geeignet ist.

Elfi Steickman

E Büttche Bunt – Fresch us der Wäsch

Greven Verlag, Köln 2011, 12,90 Euro,

ISBN 978-3-7743-0490-1

Mit ihrem siebten Buch setzt Elfi Steickmann

ihren Lesern »E Büttche Bunt« vor.

Was »en Bütt« ist, weiß sicher jeder und

bunt sind die Bücher von Elfi Steickmann

allemal. Neben den gewohnten »Rümcher

un Verzällcher« hat sie dieses Mal einige

Liedtexte geschrieben und kurze Spielszenen

verfasst. Diese Szenen drehen sich überwiegend

um das mittlerweile berühmt-berüchtigte

Paar Jertrud und Antun Kolvenbach.

Die behandelten Themen sind breit

ge fäch ert, vom Familienleben über den Karneval bis zum Advent. Die

Au to rin erzählt Geschichten aus dem Alltag, die jeder selbst erlebt haben

könnte. Sie beschäftigt sich mit aktuellen Ereignissen, nimmt Trends und

Mode erscheinungen auf die Schippe, äußert aber auch Kritik wie beim

einleitenden Gedicht über Köln »Vum Jester üvver’t Hück zom Morje« oder

in dem Verzällche »E bessje Jod wör jot«, in dem es um die Auswüchse der

Gesundheitsreform geht – Stichwort »Eijenarkose«! Wie diese Geschichte

zeigt, versteht es Elfi Steickmann, auch schwierige Themen humorvoll dem

Leser nahezubringen. Es gibt aber auch Nachdenkliches, Leises und Besinnliches

– kurz: ein empfehlenswertes Buch!

26 klaaf Köln literarisch Köln literarisch klaaf 27


KlaaF BesTselleRlisTe

In dieser Rubrik präsentieren wir Ihnen regelmäßig die Top 10 der

beliebtesten Bücher zum Thema Köln, jeweils ausgesucht von einer

der großen Kölner Buchhandlungen.

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7

8

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10

Wir bedanken uns bei der Buchhandlung LUDWIG für die

Informationen und Statistiken zur Erstellung dieser Liste.

28 klaaf Köln literarisch

Köln in WiRTscHaFTsWunDeRzeiTen

Heinz Held, Emons Verlag

DeR DOM VOn Köln

Martin Papirowski, DuMont Buchverlag

cHicaGO aM RHein

Peter & Michael Müller, Kiwi Köln

Das KölneR MäRcHenBucH

Jutta Echterhoff, Marzellenverlag

KRiPPen iM eRzBisTuM Köln

Klaus-Peter Vosen, Bachem Verlag

Kölns Kleine leuTe

Klaus Schmidt, Greven Verlag

Köln – Wissen FüR Das Ganze jaHR

2012 aBReissKalenDeR

Petra Sophia Zimmermann, Emons Verlag

MuseuM OP KölscH

Joachim Rönneper, Georg Kohlne, Emons Verlag

cOlOnia sTaDT DeR FRanKen

Carl Dietmar/Markus Trier, DuMont Buchverlag

Das RäTsel auF DeM RHein

Tobias Bungter, Kiepenheuer & Witsch Verlag

Gilden-jeck,

de Pappnas op

un schon jeht et loss!

Offi zieller Sessionspartner

des Festkomitee

Kölner Karneval von 1823

5 Jahreszeiten. Ein Kölsch.

Stadtkultur

klaaf 29


RODsel

19

26

15

20

Wie HeiSS Dat oP KÖlSCH?:

1 es jeder anders

2 typische Bewägung em Fastelovend

3 muss mer Rusemondag gesinn han

4 Kölsch deit mer an dä jecke Däg nit

nor schwaade, sondern och …

5 weed mündlich gemaht

6 Fastelovend es de … Johreszigg

7 röf mer en Kölle

8 weede geworfe

9 däte fröher en de Strüüßcher god

rüche

10 Jeckezahl

11 dä es alles schold

12 deit mer gään un laut

13 am Äschermeddwoch es alles …

14 en Frau, die eigentlich ene Kääl es

15 freue sich donnersdags

7

1

2

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11 24

14

18

16 muss mer metnemme för de Kamelle

17 de decke …

18 einzige Frau em Funkekorps

19 Geschoss bei ener Sitzung

20 bekannte Fastelovendssänger

21 do stonn die Hüüscher bunt

22 … Kölle alaaf

23 dodrus besteiht e belieb

Fastelovendskostüm

24 iss mer äschermeddwochs

25 Kölsche Mädcher, kölsche Junge,

sin dem Herrgodd god …

26 flastere met ehre Leeder der Fasteloved

27 Fastelovendsgebäck

28 der Deftigste em Dreigesteen

9

17

21

4

HinWeiS: Umlaute werden so geschrieben ä, ö, ü, äu und ß bleibt so

lÖSUnGSWort:

Senden Sie eine Postkarte mit dem Lösungswort bis Di., 31. Januar 2012:

Akademie för uns kölsche Sproch, Alice Herrwegen, Im Mediapark 7,

50670 Köln. Die Preise werden unter allen richtigen Einsendungen verlost.

1. Zwei Karten für den Klaaf em Mediaprk am 27.03.2012

2. Ein Buch »Weltliteratur op kölsch«

3. Eine CD von Walter Oepen »Freche, kölsche Leeder«

Die drei Gewinner werden benachrichtigt und erhalten ihren Gewinn auf dem Postweg zugestellt.

Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Mitarbeiter und Seminarleiter der Akademie för

uns kölsche Sproch sind von der Teilnahme ausgenommen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Personenbezogene Daten werden ausschließlich zum Zwecke der Abwicklung des Gewinnspiels

verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

Das letzte Rätsel konnte nicht gelöst werden. Wir bitten um Entschuldigung!

30 klaaf Rödsel Rödsel klaaf 31

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FOTOs: RHeiniscHes BilDaRcHiV

alaaF

Kölle

WilHelM scHneiDeR-clauss

zuM 150. GeBuRTsTaG

Wilhelm Schneider wurde am 29.1.1862 in Köln geboren. Er studierte

zunächst Medizin in Heidelberg, später Philologie in Straßburg, bestand

das Staatsexamen und schrieb eine Doktorarbeit über die Dichtung des

Properz. Nachdem er ein Jahr als Kandidat des höheren Schulamtes am

Kaiser-Wilhelm-Gymnasium absolviert hatte, übernahm er 1889 als Schulleiter

die Rektoratsschule für Knaben in Kerpen bei Köln. Anschließend

ging er nach Eupen. 24 Jahre dauerte es, bis er nach Köln zurückkehrte.

Von 1913 bis zu seiner Pensionierung 1927 unterrichtete er als Oberlehrer

bzw. Studienrat am Lindenthaler Realgymnasium.

Schon in Kerpen begann er als Autor und Herausgeber zu wirken. Er verfasste

hochdeutsche Romane und Erzählungen und gab ein Kölner Kommersbuch

heraus mit Karnevalsliedern aus einem Dreivierteljahrhundert.

Seine Mundartstücke gelten heute jedoch zu Recht als sein Hauptwerk. Der

Autor selbst meint zu diesem Thema:

KölscHe liTeRaTOR

HäT leTz GeMeinT enen HäR Vun DeR FeDDeR,

eT GöV GaR Kein KölscHe liTeRaTOR!

MeeR sin jO GeWennT, DaT, Wä HäR KüTT, aM leDDeR

Gän TRicK DeM GeDölDiGen, alTKölscHen BOOR.

un DaT ess jO WOHR OcH: sO liTeRaTORe,

WO jeDes WOOT Bal DRen nOH PaTscHuli RücH

un WORus en PäDsKaR MeT DuBBelTe FOHRe

MaGleicH niT eRus HöllT DaT MöFFiGe züG,

WO alles su zeMlicH, WaT GOTT HäT VeRBODDe,

als HelDen- un KunsTöcK sicH BReiT MäHT un sTRunz, –

Die sin GOTTseiDanK nOcH OB KölscH niT VeRTRODDe;

Dann DOFöR Han MeeR De »GeMeinDeuTscHe« Kunz!

jO, MeeR Hee en Kölle, MeeR DRäuMen un DeecHTe

su Wie MeeR eT FöHlen en HäTzen un KOPP,

un Wie De lücK leVVe, su Du’ MeR’T BeReecHTe,

un su Wie se BuBBle, su scHRieVe MeeR’T OB:

Ganz einFacH un DäFTiG OHn’ KunKeleFluse

su Wie Hee DeR BüRGeRscHMann läV, sPRicH un DenK,

Wann OcH Vun PaRis un BeRlin alD De »Muse«

DeR ziDDeR un BiVV KRiGen ODeR De KRänK.

unD DaT MeeR Vil leeVeR ens laacHen als Bauze:

DO leeVeR GOTT! WOFöR Han MeeR Dann DeR RHinG!

Han MeeR Dann eT KölscHe GeMöT FöR ze GRauze??

Ha’ MeeR, FöR ze GRinGen DeRBei, Wal DeR WinG??

niT Dä, Dä MeT leiDMOT De WelT Well KuReeRe,

Dä seTz sicH De KRun VuM niB’lunGeHORT OB,

un niT, Wä De MinscHen eT FReeRe Well leHRe,

Dä HöllT us DeM RHinG sicH De leieR eROB.

un DORöM, eHR HäRe VuM KRiTiscHe sTöHlcHe,

WaT öReR niT ess, lOHT sTellcHens alD uns:

uns liTeRaTOR lOHT RäuiG uns KölscHe,

lOHT uns unse KlaF un lOHT uns uns Kunz!

32 klaaf Kölsches Leben

Kölsches Leben

klaaf 33


»alaaF Kölle – en scHelDe-

Rei us GROsseR zicK« isT Bis

HeuTe DeR einziGe ROMan in

KölniscHeR MunDaRT

Die vier Erzählungen »Us unse Lotterbovejohre« bildeten den Auftakt zu

seiner »Karriere« als Mundartschriftsteller. Sie entstanden in den 1890er

Jahren und spielen im Köln um 1870/80. Anschließend veröffentlichte

er mehrere Sammlungen von Erzählungen und Gedichten. 1908 war der

Höhe punkt seines Schaffens: der Roman »Alaaf Kölle – En Schelderei us

großer Zick« erschien, bis heute der einzige Roman in kölnischer Mundart.

Die Handlung, die natürlich in Köln spielt, beginnt Gründonnerstag 1880

und endet Weihnachten 1885. In den 1920er Jahren erschienen noch zwei

weitere Bände mit Erzählungen: »Altfränsche Lück. Fünf ähnze Stöckelcher«

und »Husmannskoß. Lück un Levve us dem ale Kölle«.

Vortragsabende und Lesungen weckten im Autor das Interesse am

»Volks schauspiel«, wie er es selbst nannte. Am 1.6.1912 wurde im Städtischen

Schauspielhaus in der Glockengasse vor 1800 Zuschauern sein erstes

Stück »Heimgefunge!« uraufgeführt. Übrigens erhielt später sein Haus in

Junkersdorf den Namen »Heimgefunge«! Schon eine Woche später stellte

er sein zweites Volksschauspiel »De Eierkönegin« vor, fünf weitere folgten

in den nächsten Jahren: »Unger der Krützblom« (1913), »D'r wirkliche

Geheime...« (1914), »Et große Loß« (1916), »D'r Schudderhot« (1919) und

»Aachunveezig« (1920). Nach dem Ersten Weltkrieg gründete er die

»Schnei der-Clauß-Bühne« für Laienschauspieler. Sie nahm auch Werke von

Hans Jonen in ihr Repertoire auf. Solange es die politische und finanzielle

Situation erlaubte, fanden Aufführungen statt, nach dem Zweiten Weltkrieg

setzte sie ihre Spiel tätigkeit mit den Stücken »Heimgefunge!« und

»D'r Schudderhot« fort.

Für das Hänneschen-Theater verfasste Wilhelm Schneider-Clauß ebenfalls

Stücke, z. B. »D'r Düxer Bock« oder »Wann ahl Schöre brenne«, ebenso für das

Divertissementche. Auch in späteren Jahren setzte er sich für die kölnische

Mundart und das kölnische Brauchtum ein, u. a. als Präsident der Kölsche

Funke rut-wieß vun 1823. Mehrfach gewann er bei den Kölner Blumenspielen

Preise für seine Mundartgedichte, zweimal auch für hoch deutsche

Gedichte. 1909 ernannte ihn der Heimatverein Alt-Köln zum Ehren mitglied.

Am 7.11.1949 starb er im Alter von 87 Jahren in Junkersdorf.

Wer beim Lesen gestutzt hat – der Autor wurde als Wilhelm Schneider

geboren und als Wilhelm Schneider-Clauß bekannt – für den ist hier ein

Ausschnitt aus des Verfassers Erklärung abgedruckt, wie er zu diesem Doppel

namen kam, den er seit 1921 sogar mit amtlicher Genehmigung tragen

durfte: »... su wor ich – grad erus gesaht – doch en beßchen ängslich,

ov dä Hären en Kovvelenz et wahl rääch wör, dat ene junge Magister

anstatt en Geschichte vum linke Botzeknopp Alexanders des Großen en

Geschichte vum kölsche Fastelovend schrevv un anstatt Schullopsätz kölsche

Verzällcher kurregeete, die hä esu gar och noch selvs gemaht hatt.

...« Als er mit einem Freund über ein Pseudonym nachdachte, hörten sie die

Schwiegermutter des Autors nach dem Lehrjungen »Klaus« rufen. »... minge

Fründ dä sohch mich ahn, maht e ganz ähnz Geseech un säht: Süch,

do ha'mer et jo: Klaus! Dat eß et. ‚Doktor Klaus' eß ene Name, dä vum

L'Arronge her jeder kennt. Vöran, dä nemme mer. Un domet hä ussüht

wie nen ähnze Name, dun mer'n schrieve wie ne Jeck: Dr. Clauß. Gesaht,

gemaht. Un su kome ming eezte Böcher erus unger däm Deckname: Dr.

Wilhelm Clauß. ...« Nachdem die Presse das Pseudonym aufgedeckt hatte,

nannte er sich Wilhelm Schneider-Clauß!

(die Originaltexte stammen aus: Wilhelm Schneider-Clauß, Gesamtausgabe

der Werke in kölnischer Mundart, Bd. 1, S. 19ff und Bd. 2, S. 137f, hrsg.

vom Heimatverein Alt-Köln e. V., Köln 1967/1970) Ingeborg nItt

34 klaaf Kölsches Leben Kölsches Leben klaaf 35


jeDeM jecK sinG PaPPnas –

caRne Vale MOBile

sTuDenTen DeR KisD Bauen MiT GRunDscHüleRn DRei

WaGen FüR Den ROsenMOnTaGszuG

Der Kölner Rosenmontagszug gilt als der Höhepunkt des Kölner Karnevals

und wird von über einer Million Menschen gefeiert. Der Zugweg ist mehr

als sechs Kilometer lang. 33 Prunkwagen fahren mit, die von Karnevalsgesellschaften

gemietet werden. Fußgruppen und Spielmannszüge sind

genauso dabei wie prominente Kölner. Wer einmal mitgelaufen oder sogar

in einem Wagen mitgefahren ist, beschreibt es als ein großartiges Erlebnis.

Mitlaufen ist aber nicht ganz einfach. Man muss schon einen kennen,

oder das berühmte »Vitamin B« haben. Und Vorsicht: So ganz günstig ist

es auch nicht. So mancher Funke wirft »Kamelle un Schokolädcher« im

Wert von bis zu 800 Euro.

Es gibt jedoch noch andere Möglichkeiten, am Rosenmontagszug teilzunehmen.

Bedingungen sind Engagement, Kreativität und Glück. Christoph

Kuckelkorn, Vizepräsident des Festkomitees Kölner Karneval und Zugleiter,

schlug in einer Beiratssitzung der Akademie för uns kölsche Sproch vor, einen

Wagenbauwettbewerb mit Kölner Grundschulen durchzuführen. »Kinder

haben im vergangenen Jahr tolle Entwürfe abgegeben«, so der Zochleiter.

Als die Akademie för uns kölsche Sproch diese Idee in den Grundschulen

bekannt machte, war die Resonanz groß. Das Interesse an kölschen

Themen ist besonders in der Grundschule sehr ausgeprägt. Seit 2007

führt die Akademie Kölsch AGs im offenen Ganztag durch. Während des

Schuljahres laufen 25 Kölsch AGs zwischen 14 und 16 Uhr. In den Oster-

und Herbstferien gestaltet die Akademie Projekte, die sich mit Alltagskultur,

Brauchtum und Heimatforschung beschäftigen. Circa ein Fünftel

der Kölner Grundschulen ist bei den Ferienprojekten aktiv, so auch beim

Karnevalswagenwettbewerb in den Herbstferien.

Vier Tage lang kreierten 28 Studenten der Fachhochschule für Design, auch

KISD genannt, mit über 200 Kindern Ideen, Bilder und Modelle in insgesamt

15 Kölner Grundschulen: Die Kinder kommen aus Esch, Ehrenfeld und

Neuehrenfeld, dem Agnesviertel, Bickendorf, Klettenberg, Flittard, Buchforst,

Holweide, Dellbrück, Höhenberg, Zündorf, Urbach und Ensen. Sie setzten

sich mit dem Motto »Jedem Jeck sing Pappnas« auseinander und versuchten

darzustellen, was für sie wichtig im Leben ist. Sie modellierten Figuren aus

Knetgummi und Luftballons, malten Bilder, bauten aus Pappe ein Modell.

Viele Kinder haben das Motto »Jedem Jeck sing Pappnas« in Richtung »Jede

Jeck es anders« gedeutet. Diese kölsche Weisheit begegnet ihnen Tag

für Tag. In der Grundschule von Flittard beispielsweise sind die Nachnamen

der Kinder multikulturell, also afrikanischer, türkischer, persischer,

polnischer, italienischer oder russischer Herkunft. Diese Pänz zwischen

sechs und zehn Jahren lernen, dass dies normal ist und dass jede Herkunft

andere Traditionen mit sich bringt. Natürlich müssen sie dafür auch ein

gewisses Maß an Toleranz mitbringen. Aber im Karneval sind sie sich einig,

»ech kölsche Junge un Mädcher zo sin«.

36 klaaf Kölsches Leben Kölsches Leben klaaf 37

alle FOTOs: © zWeiFOTOGRaFinnen


Aus »Jedem Jeck sing Pappnas« wurde auch »Jeder ist anders – jeder kann

was« und »Jedes Kind ist anders«. Zu den ausgefalleneren Ideen zählt der

Jeckman – ein Außerirdischer vom Planeten Pappnas. Zu jedem Rosenmontag

kommt er in seinem UFO zur Erde geflogen und feiert mit. Das

Wagenmotto »Wir sind Aliens – fast überall« interpretiert den Toleranzgedanken

neu: Die Aliens fahren auf dem Wagen beim Rosenmontagszug

mit, fallen aber aufgrund des Karnevals gar nicht als »anders« auf. Die

Kinder beschäftigten sich auf ihre Weise jedoch auch mit ernsten Themen

wie Krieg, Frieden und Umweltschutz.

Den besten Wagen zu prämieren war keine leichte Aufgabe. Christoph

Kuckel korn, Lisa Labusga, Prof. Wolfgang Laubersheimer und Prof. Hans-

Georg Bögner sowie Lutz Feierabend und Priska Höflich entschieden sich

nach zähem Ringen für den politischen Beitrag aus der Baadenberger Str.

in Köln Ehrenfeld. Der junge Designer und exzellente Modellbauer Peter

Haas hat mit 15 Pänz einen plakativen Wagen gebaut, auf dem vorne ein

zu Den ausGeFalleneRen

iDeen zäHlT DeR jecKMan –

ein ausseRiRDiscHeR VOM

PlaneTen PaPPnas

Kriegstreiber im Panzer fährt und hinten Kinder spielen, eine Art »Krieg

und Frieden« Modell, dass von dem Aufruf »Hööt op, ehr Pappnase«

begleitet wird. Zugleiter Christoph Kuckelkorn war von den Modellen der

angehenden Designer derart begeistert, dass auch Platz 2 und Platz 3 als

offizielle Wagen beim Rosenmontagszug mitfahren werden. Ursprünglich

sollte nur das beste Modell umgesetzt werden.

Julia Severien und Lena Wunderlich mit der Katholischen Grundschule

Kupfergasse in Porz-Urbach machten den 2. Platz. Sie haben unterschiedliche

Nasen auf eine Discokugel geklebt und sich drehen lassen. Die Umdrehung

des Sessionsmottos und das Eigenleben der unterschiedlich dekorierten Nasen

begeisterten die Jury. Malte Stein und Mark Daniel haben mit den Kindern aus

dem Spoerkelhof in Merkenich einen interaktiven Wagen gebaut, der den

3. Platz belegt. Alle drei fahren am 20. Februar 2012 unter 33 offiziellen

Karnevalswagen beim Rosenmontagszug mit. Die Kinder, die am Projekt

teilgenommen haben, dürfen als Fußgruppe mitlaufen. Kölle Alaaf!

PrIska höflIch

38 klaaf Kölsches Leben

Kölsches Leben klaaf 39


Die GeWinneR

1. Platz: Katholische Grundschule Baadenbergerstraße – Peter Haas

2. Platz: Katholische Grundschule Kupfergasse – Julia Severien und Lena Wunderlich

3. Platz: Gemeinschaftsgrundschule Spoerkelhof – Malte Stein und Mark Daniel

40 klaaf Kölsches Leben

FORMalien

KuRsGeBüHRen

Die Kursgebühr beträgt 90 Euro (wer bereits 2011 einen Examenskurs

belegt hatte, zahlt weiterhin 80 Euro). Das Lehrbuch ist im Preis enthalten.

Die Gebühr für jeden der Themenkurse beträgt 50 E. Nach Eingang

der Kursgebühr ist die Anmeldung gültig und die Teilnahme am Seminar

zugesagt. Die Kursgebühr kann bar entrichtet oder auf das u. a. Konto

überwiesen werden unter Hinweis auf Kursnummer und Seminarleiter. Die

Kursgebühr muss bis spätestens 14 Tage vor Beginn des Seminars auf dem

Konto der Akademie gutgeschrieben sein, da sonst Interessenten, die auf

der Warteliste stehen, den Platz bekommen.

BanKVeRBinDunG

SK Stiftung Kultur / Akademie-Seminare

Sparkasse KölnBonn

BLZ 370 501 98

Kto.-Nr. 39 79 29 57

VeRansTalTunGsORTe

Es gibt zwei Veranstaltungsorte für Seminare in der Kölner Innenstadt:

Mediapark:

SK Stiftung Kultur, Besprechungsraum, Im Mediapark 7, 50670 Köln.

KVB-Haltest.: Christophstr./Mediapark: Linien 12, 15;

Hansaring: Linien 12, 15, Bus 148, S6, S11, S12, S13

Berufskolleg Zugweg/Wormser Str.:

Zugweg 48, 50677 Köln. KVB-Haltest. Chlodwigplatz: Linien 15, 16, Bus

106, 132, 133; Rolandstr.: Bus 106, 132, 133

seMesTeRBeGinn

Die Seminare im Wintersemester beginnen Anfang bis Mitte Januar, die im

Herbstsemester Anfang bis Mitte September.

anMelDunGen

Im Sekretariat der Akademie:

Mo – Do von 9 – 14 Uhr, Tel. (0221) 88895-200

Am Empfang der SK Stiftung Kultur:

Mo – Fr von 14 – 18 Uhr, Tel. (0221) 88895-0

Die Anmeldefristen sind für das Herbstsemester ab 25. Juli, für das

Wintersemester ab 1. November. Vor dem 25.7. bzw. 1.11. sind keine

Anmeldungen möglich!

Ist ein Seminar belegt, besteht die Möglichkeit, sich auf die Warteliste

setzen zu lassen, da wir häufig die Erfahrung machen, dass sich Leute

anmelden und dann nicht zum Seminar erscheinen. Deshalb wird jeder von

der regu lären Liste gestrichen, dessen Kursgebühr bis 14 Tage vor Seminarbeginn

nicht eingegangen ist. Die Ersten auf der Warteliste bekommen

deren Plätze. Wenn Sie also auf der Warteliste stehen, rufen Sie bitte 14

Tage vor Seminarbeginn an und fragen, ob Sie für den Kurs angenommen

werden konnten.

Formalien

klaaf 41


TeRMine DeR KölscH-seMinaRe iM 1. HalBjaHR 2012

BeGinn zeiT ORT THeMa seMinaRleiTeR

Fr 06.01. 19.00 Akademie iMi-triKUlation 1 M. Scharfe

anFänGeRKuRse

Mo 09.01. 18.30 Akademie 4.St. Mer liere KÖlSCH – Ävver flÖCK MF 1112 H. Salentin

Mo 09.01. 17.30 Berufskolleg Mer liere KÖlSCH – Ävver flÖCK MF 2112 A. Sperbel

Mo 09.01. 19.00 Berufskolleg Mer liere KÖlSCH – Ävver flÖCK MF 3112 R. Schönhofen

Mo 09.01. 19.00 Berufskolleg Mer liere KÖlSCH – Ävver flÖCK MH 4112 N. Fassbender

Do 12.01. 17.30 Berufskolleg Mer liere KÖlSCH – Ävver HÖÖSCH2 MH 5112 N. Fassbender

exaMensKuRse

Mi 11.01. 10.30 Akademie 4.St. StaDtGeSCHiCHte S 1112 H. Salentin

Mi 11.01. 17.30 Akademie 2.St. StaDtGeSCHiCHte S 2112 B. Hambüchen

Mo 09.01. 19.00 Berufskolleg StaDtGeSCHiCHte S 3112 H. Engels

Do 12.01. 19.00 Berufskolleg StaDtGeSCHiCHte S 4112 H. Engels

Mo 09.01. 17.30 Berufskolleg SPraCHGeSCHiCHte U. literatUrKUnDe L 1112 M. Scharfe

Mi 11.01. 19.00 GS Antw. Str. SPraCHGeSCHiCHte U. literatUrKUnDe L 2112 W. Jaegers

Mi 11.01. 19.00 Akademie 2.St. SPraCHGeSCHiCHte U. literatUrKUnDe L 3112 B. Hambüchen

Do 12.01. 19.00 Berufskolleg SPraCHGeSCHiCHte U. literatUrKUnDe L 4112 D. Bluhm

Do 12.01. 19.00 Berufskolleg SPraCHGeSCHiCHte U. literatUrKUnDe L 5112 M. Latzel

Mi 11.01. 17.30 Akademie 4.St. BraUCHtUM B 1112 R. Schönhofen

Do 12.01. 19.00 Berufskolleg BraUCHtUM B 2112 M. Dohmen

THeMenKuRse 3

Mo 09.01. 10.30 Akademie 2.St. KÖlner StraSSennaMen erzÄHlen T 1112 M. Scharfe

Mo 09.01. 10.30 Akademie 4.St. literatUr oP KÖlSCH T 2112 K. Petzoldt

Mo 09.01. 20.00 Akademie 4.St. KÖlSCHe DynaStien T 3112 H. Salentin

Di 10.01. 17.30 Akademie 4.St. literatUr oP KÖlSCH T 4112 K. Petzoldt

Do 12.01. 17.30 Berufskolleg KÖln in rÖMiSCHer zeit T 5112 H. Binkowski

Do 12.01. 19.00 Berufskolleg KÖln iM Mittelalter T 6112 H. Binkowski

Mi 11.01. 19.00 Akademie 4.St. oSterMannS erBen!? T 7112 R. Meier

erlÄUterUnGen

Jeder Kurs dauert 12 Doppelstunden

(1 Stunde = 45 Min.). Die im

Januar 2012 beginnenden Kurse

enden zwischen dem 16.04. und

19.04.2012. Sie finden statt am:

Mo: 09.01. | 16.01. | 23.01. | 30.01.

06.02. | 13.02. | 27.02. | 05.03.

12.03. | 19.03. | 26.03. | 16.04.

Di: 10.01. | 17.01. | 24.01. | 31.01.

07.02. | 14.02. | 28.02. | 06.03.

13.03. | 20.03. | 27.03. | 17.04.

Mi: 11.01. | 18.01. | 25.01. | 01.02.

08.02. | 15.02. | 29.02. | 07.03.

14.03. | 21.03. | 28.03. | 18.04.

Do: 12.01 | 19.01. | 26.01. | 02.02.

09.02. | 23.02. | 01.03. | 08.03.

15.03. | 22.03. | 29.03. | 19.04.

Keine Kurse in den Osterferien

vom 02.04.2012 bis 14.04.2012

Kursbeitrag: 90 E,

50 E für Themenkurse

Keine Parkmöglichkeit auf

dem Schulhof

1) einmalige Einführungsveranstaltung für angemeldete

Teilnehmer von »Mer liere Kölsch«

2) erstes von zwei Semestern

3) Themenkurse können unabhängig vom

Kölsch-Examen belegt werden. (Mindestteilnehmerzahl

12)

42 klaaf Seminare Seminare klaaf 43


De

KOlscHe

KOcH

Die Rubrik »Kölsche Köch« stellt in jeder Ausgabe Rezepte vor, die

in die entsprechende Jahreszeit passen und beschreibt Hintergründe

oder Besonderheiten der eingesetzten Produkte.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Na ja, Streit ist vielleicht

nicht der richtige Ausdruck, wenn man über die Konkurrenz der Küchen

Italiens und Frankreichs berichten möchte. Beide nehmen jeweils für sich

in Anspruch, die feine Küche »erfunden« zu haben. Historisch gesichert

ist auf jeden Fall, dass die hohe Kochkunst etwa ab dem 15. Jahrhundert

zuerst in Italien gepflegt wurde. Und es ist in erster Linie Katharina von

Medici, einer florentinischen Patrizierin, zu verdanken, dass diese Kochkunst

auch Frankreich eroberte und sich hier zu der heute noch anerkannten

Gourmet-Küche entwickelte. Katharina heiratete 1533 in Paris den

französischen Thronerben und späteren König Heinrich II. Durch ihre kulinarischen

Ansprüche erlebte unter anderem die Kunst des Pastetenbackens

in Frankreich einen enormen Aufschwung. Und von Paris aus breitete sich

dieser »Pastetenrausch« über ganz Europa aus.

Mit dem oben angesprochenen Dritten ist in unserem Falle Köln gemeint,

wo sich die europäischen Entwicklungen durch die vielfältigen Beziehungen

und Verbindungen sehr schnell bemerkbar machten und häufig auch übernommen

wurden – nicht immer im Original, wie sich an vielen Beispielen

zeigt, aber durchaus mit entsprechend gehobenem Anspruch. Auch Köln

hatte seine »von Medici«, es war nicht Katharina, sondern Maria, die durch

ihre Ehe mit Heinrich IV. ebenfalls Königin von Frankreich wurde. Sie wurde

von ihrem Sohn, König Ludwig XIII., und dessen Minister Richelieu aus

Frank reich vertrieben und fand in Köln nach langem Exil ihre letzte Station.

Einen Einfluss Maria von Medicis auf die kölnische Küche lässt sich zwar

nicht nachweisen, aber Pasteten gehörten mindestens seit dem Spätmittelalter

zu den großen Festlichkeiten und Feiern der gehobenen Kreise.

Wie aus den alten Rezepten erkennbar ist, haben die Kölner die für sie

typi schen Vorlieben und Eigenarten auch bei der Herstellung von Pasteten

angewendet.

PasTeTcHe MeT KalVsRaGOuFänG

(PasTeTe MiT RaGOuT Fin VOM KalB)

4 MiTTelGROsse BläTTeRTeiGPasTeTen

500 G KalBFleiscH (scHulTeR)

suPPenGRün (MöHRe, selleRie, PORRee, zWieBel, PeTeRsilie)

1 GeWüRznelKe, 3 PiMenTKöRneR, 6 PFeFFeRKöRneR,

1 zWeiG BasiliKuM, 1 MusKaTBlüTe, PFeFFeR, salz

250 G cHaMPiGnOns

50 G BuTTeR, 40 G MeHl, 1 eiGelB

¼ l KalBs- ODeR HüHneRBRüHe

0,1 l WeissWein

4 Tl ziTROnensaFT

1 saRDelle

Das Kalbfleisch mit dem Suppengrün, Nelke, Piment, Pfeffer, Basilikum,

Muskatblüte und Salz im kaltem Wasser auf großer Flamme zum Kochen

bringen. Hitze halbieren und zwei Stunden kochen lassen. Nach dem

Abkühlen das Fleisch von Sehnen, Fett und Knochen befreien, in kleine

½ cm große Würfel schneiden.

Die Champignons mit Küchenkrepp reinigen, die holzigen Teile am Stiel

wegschneiden. Die Pilze in einem Edelstahltopf mit kochendem Wasser und

etwas Salz sowie 2 EL Zitronensaft in etwa 4 Minuten gar ziehen lassen.

Die Pilze nach dem Erkalten in kleine Würfel schneiden.

Butter zergehen lassen, das Mehl unterrühren. Mit der Brühe und dem

Weißwein unter ständigem Rühren ablöschen und aufkochen, dann ziehen

lassen. Das Eigelb mit etwas heißer Sauce verquirlen und in die Sauce

einrühren. Aufkochen, dann zur Seite stellen, mit Zitronensaft und Pfeffer

abschmecken. Die sehr klein gehackte Sardelle zugeben. Die Kalbfleisch-

und Champignonwürfel in die Sauce geben und erwärmen. Die Pasteten

im Backofen kurz aufbacken, mit dem Ragout fin füllen und warm, mit

Zitronenspalten garniert, servieren.

thoMas coenen

44 klaaf Kölsche Köch

Kölsche Köch klaaf 45

© cHRisTian junG - FOTOlia.cOM


© FlOORTje/isTOcKPHOTO.cOM

Die KunsT DeR

PasTeTenBäcKeR

Pasteten zählen zu den feinsten und schwierigsten Gerichten der höheren

Koch- und Backkunst. Sie bestehen aus einer äußeren Hülle von Teig und

einer Füllung aus Fleisch oder Fisch. In unserem Falle haben wir eine kleine

Pastete aus Blätterteig gewählt, die mit einer Ragoutfüllung warm gegessen

werden sollte. Der Blätterteig war früher unter dem Namen Butterteig

bekannt, bestand er doch, neben ein paar anderen Zutaten, jeweils zur

Hälfte aus Mehl und Butter. Bei der Zubereitung des Teigs sind einige Regeln

einzuhalten und es ist unbedingt wichtig, dass der Teig ständig gekühlt wird.

Jeweils ein Mehlteig und ein Butterteig werden ausgerollt, drei- und vierfach

übereinander geschlagen, gekühlt und wieder ausgerollt. Diese Prozedur

wiederholt sich viermal und so entsteht schließlich eine Teigplatte aus 144

Schichten. Zum Schluss kann der Teig in die gewünschte Form geschnitten

und gebacken werden. Einen Blätterteig herzustellen ist, wie wir sehen, eine

sehr langwierige Angelegenheit, und so greift man heute lieber auf eine fertige

Ware aus der Tiefkühltruhe zurück, die in der Regel von guter Qualität ist.

Das Rezept für das Kalbsragout stammt aus dem über 200 Jahre alten

Kochbuch »Die Cölner Köchinn« und trug den Namen: »Gedämpftes Kalbfleisch

nach gemeiner Art«. Neben den für die kölnische Küche üblichen

Gewürzen wie Pfeffer, Nelke und Muskat kommen in diesem Rezept außer -

dem noch Piment und Basilikum zur Anwendung. Dieses Originalrezept sah

statt der Champignons »abgesottene Maurachen« (gekochte Morcheln) vor,

die jedoch auch damals offensichtlich schon schwer zu beschaffen waren,

weshalb eine Abwandlung vorgeschlagen wurde, nämlich »und anstatt der

Maurachen einen Löffel voll Kapern darzu nehmen«.

Als Ragout findet man in der historischen aber auch in der modernen

Kochwelt die unterschiedlichsten Zusammenstellungen. Meist ist die Basis

Kalbfleisch und Innereien, mal von der Schulter, mal als Zunge oder auch als

Kalbsmilcher (s. Kleines Kölsche-Köch-Lexikon). Ergänzt wird das Ragout in

der Regel durch Pilze oder Trüffel, aber auch durch ausgelöste Flusskrebse

oder das Fleisch junger Poularden. Ein ähnliches, heute noch bekanntes

Gericht ist das »Königin-Pastetchen«, eine wahrhaft hochherrschaftliche

Vorspeise der gehobenen Küche, die einige dieser Zutaten in sich vereint.

thoMas coenen

46 klaaf Kölsche Köch

© MOnKey Business - FOTOlia.cOM

Kleines

KölscHe-KöcH-lexiKOn

KalVsMelcHeR Kalbsmilcher, Kalbsbries. Brustdrüse des Kalbs, wegen

ihrer Zartheit und ihres Geschmacks eine geschätzte Delikatesse.

Macis Muskatblüte. Im Mittelalter und auch später noch häufig genutztes

Gewürz. Es handelt sich hierbei um die getrockneten Blütenblätter

der Muskatnuss.

MauRacHen Alter Name für die Morcheln, ein Speisepilz, der früher

sehr häufig vorkam. Man unterscheidet die gemeine Morchel oder Stock-,

Breitmorchel und die seltener vorkommende Spitzmorchel. Frisch haben

sie einen weißen Strunk und einen gelb- oder schwarzbraunen Hut. Getrocknet

sehen sie eigentümlich kraus und gerunzelt aus.

näjelcHe Nägelein, Nägelchen; Gewürznelke, aber auch spanischer

Flieder. Die Gewürznelken sind die noch geschlossenen Blüten des Gewürznelkenbaumes.

Ursprünglich ausschließlich von den Niederländern importiertes

Gewürz von den Molukken. Vielseitiges Küchengewürz, aber auch

für die Likör- und Parfümherstellung verwendet. Nelkenöl wird auch für

Arzneien benötigt.

RaGOuFänG Ragout fin, vom franz. ragoût fin = feines Ragout. Ein

meist als Vorspeise serviertes Ragout aus hellem Fleisch, wie Kalb oder

Huhn, manchmal auch aus Fisch oder Krebsen, mit einer hellen Sauce auf

Basis einer Mehlschwitze. Kommt häufig als Füllung von Blätterteigpasteten

auf den Tisch.

In jeder Ausgabe möchten wir Ihnen einige Begriffe aus der kölnischen Küche bzw. der »Kölschen

Köch« vorstellen. Hier sind Sie gefragt! Gestalten Sie diese Rubrik durch Ihr Wissen mit und senden

Sie uns Begriffe aus der kölnischen Küche. Wenn Sie die entsprechende Erklärung gleich mitliefern

können, umso besser, wenn nicht, werden wir uns um die »Übersetzung« kümmern. Ihre Zuschrift

richten Sie bitte an: Akademie för uns kölsche Sproch, Ingeborg Nitt; Im Mediapark 7,

50670 Köln oder nitt@sk-kultur.de

Kölsche Köch

klaaf 47


is 4. März 2012

Kölle Alaaf

unterm

Hakenkreuz Karneval

EL-DE-HAUS, Appellhofplatz 23-25

50667 Köln

Telefon: 0221 / 221 26332

Mail: nsdok@stadt-koeln.de

Information und Begleitprogramm: www.nsdok.de

zwischen Unterhaltung

und Propaganda

Eine Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums

der Stadt Köln

in Zusammenarbeit mit Marcus Leifeld

neu: jetzt bis 18 Uhr

Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr

Samstag, Sonntag und Feiertag 11 bis 18 Uhr

Jeden ersten Donnerstag im Monat

(außer Feiertag) 10 bis 22 Uhr

TeRMine

januaR Bis MäRz ’12

Fr 30.12., 20 Uhr

Sa 31.12., 17 Uhr & 22.30 Uhr

Die Willi-oSterMann-Story

Ein musikalisches Portrait von

und mit Volker Hein und H.P.

Katzenburg

Ort: Senftöpfchen, Große Neugasse

2-4, 50667 Köln

Erzähltheater-Spezialist Volker Hein

zeichnet in seiner »Willi-Ostermann-

Story« die Lebensgeschichte des

Tondichters als humorvolles musikalisches

Portrait nach. Ostermanns

Lebensstationen von der »Kinddäuf«

bis zum »Himmelspöözje« werden in

Anekdoten und seinen unvergessenen

Liedern lebendig.

Eintritt: 18E /13E – Silvester 30E

(zzgl. Gebühren an allen bek. VVK-

Stellen) | Tel.: (0221) 2 58 10 58 |

Kartenreservierung auch unter:

volker@heinkultur.de

Di 3.1., 14 Uhr

KÖlSCHer KrePPCHenSjanG

eM HÄtz vUn KÖlle

Aus der Reihe »Toürcher en Kölle

un drömeröm« der Akademie för

uns kölsche Sproch/SK Stiftung

Kultur

Treffpunkt: Portal der Karmelitinnenkirche,

Vor den Siebenburgen 6

Außer der Karmelitinnenkirche

Maria vom Frieden werden die

Krippen von St. Pantaleon, der

Herz-Jesu-Kirche und der Mauritiuskirche

besichtigt.

Leitung: Hilde Lunkwitz

Anmeldung unter (0221) 7 39 29 95

erforderlich | Kosten: 7E

48 klaaf Termine Veranstaltungen Akademie

Termine klaaf 49

FOTO: VOlKeR Hein

FOTO: lunKWiTz


Mi 11.1., 19 Uhr

rUnDGanG DUrCH Die

KartÄUSerKirCHe

Mit Günter leitner

Anschließend Orgelkonzert an

der restaurierten Orgel der Kartäuserkirche

und Interview mit

dem Organisten

Ort: Kartäuserkirche, Kartäusergasse

7

Veranstalter: AntoniterCityTours

und Kartäuserkirche | Tel.: (0221) 92

58 46 14 | www.antonitercitytours.

de | Spende erbeten

Mi 11.1., 19 Uhr

Der aUtor Prof. Karl-

Heinz GÖttert Stellt Sein

neUeS BUCH »alleS aUS-

Ser HoCHDeUtSCH« vor

und referiert unterhaltsam zum

Thema Dialekte.

Ort: Buchhandlung LUDWIG im

Hauptbahnhof, 2.OG

Warum Bairisch, Berlinerisch, Wienerisch

und Co. in Zeiten der Globalisierung

unsere emotionale Heimat sind.

Weitere Infos: www.lesen-mitludwig.de

| Eintritt frei!

Mo 16.1., 18 Uhr (Einlass 17 Uhr)

rezitation von GeDiCHten

SCHillerS UnD Den DazU

PaSSenDen KÖlSCHen

ParoDien

Ort: Belgisches Haus, Cäcilienstraße

36 (Nähe Neumarkt), 50667 Köln

Dr. Hartmut Günther, Professor für

Deutsche Sprache an der Universität

zu Köln und sein Kollege, der

Vereinsvorsitzende Prof. Jürgen

Bennack, bieten an diesem Abend

Ernstes und Heiteres, Wissenswertes

und Informatives zu Friedrich

Schillers Balladen sowie den auf

sie bezogenen Kölschen Parodien.

Nichtmitglieder sind als Gäste

herzlich willkommen. Veranstalter:

Heimatverein Alt-Köln e. V. | Weitere

Infos unter www.heimatverein-altkoeln.de

| Eintritt frei!

Di 17.1., 19.30 Uhr

BUCHvorStellUnG: »Wei-

SSer raBe, SCHWarzeS

laMM« von jovan niKoliC

Ort: Bibliothek, Kirchweg 10, 51503

Rösrath-Forsbach

Einführung und Lesung: Ingrid

Ittel-Fernau, musikalischer Kommentar

durch Monika Kampmann

Bestellung & Reservierung: Ingrid

Ittel-Fernau | Tel.: (02205) 84 86 7

Eintritt frei | Spende erbeten

Sa 21.1. | So 22.1.

WorKSHoP: einfüHrUnG

in Die KÖlSCHe MUnDart

Karneval Hat viele fa-

Cetten

Ort: Bürgerforum, Hauptstr. 244,

51503 Rösrath – Hoffnungsthal

Mit: Wolfgang Oelsner, dem Dreigestirn

Rösrath u.a.m. | 2 Tage mit

Material und Verpflegung.

Bestellung & Reservierung: Ingrid

Ittel-Fernau | Tel.: (02205) 84 86 7 |

Kosten: 97E

Fr 3.2. 15.30 Uhr

leeDCHer, verzÄllCHer,

jeCKe tÖn vUn HüCK Un

anno DozeMol!

Ort: Dr. Ernst Schwering-Haus,

Blankenheimer Str. 51, 50937 Köln

Volker Gröbe un Heinz Pütz kummen

als »Neres un Jupp« richtig

en Fahrt. Met vill Hätz präsenteere

Helga Alfuss, Milli Griesbach un

Hans Land Rümcher un Stöckelcher

rund öm de Fastelovendszick. Bekannte

un beliebte Evergreens singk

Peter Lange met uns. Met kölsche

Pänz kann uns Sproch nit ungerjon,

dat bewiesen die Pänz vun der

Kölsch AG der Kath. Grundschul-

Zugweg unter Leitung vun Bruno

Prass. Am Engk zeig uns die Kinderund

Jugendtanzgruppe Kölsche

Dillendöppcher met Schwung un

Aki ehr neu Fastelovendsprojramm.

Veranstalter: Kölsch Forum Sülz

Anmeldung und Infos: Roswitha Cöln

Tel.: (0221) 24 22 70 | E-Mail: roswitha.coeln@arcor.de

| Eintritt frei!

Mi 8.2., 13 Uhr

jeCKe BrUnneWÄG eM

faStelovenD

Aus der Reihe »Toürcher en Kölle

un drömeröm« der Akademie för

uns kölsche Sproch/SK Stiftung

Kultur

Treffpunkt: am Opernhaus-Brunnen

Vom Offenbachplatz geht es zum

Zeitungsbrunnen, weiter vorbei an

mehreren Brunnen und Skulptu ren

zum Ring, dann durch das Friesen

viertel zum Endpunkt an der

Hahnentorburg.

Leitung: Hilde Lunkwitz | Anmeldung

unter (0221) 7 39 29 95

erforderlich | Kosten: 7E

Fr 10.2., 20 Uhr (Einlass 18 Uhr)

loSS Mer SinGe

Einsingen in den Karneval

Ort: Kääzmann’s – Bickendorfer

Brauhau, Subbelrather Str. 543,

50827 Köln | Tel.: (0221) 16 89 74 30

www.kaeaezmanns.de | Eintritt frei!

Mo 13.2., 19 Uhr (Einlass 18 Uhr)

KarnevalitiS ii

Ort: Senatshotel (Großer Saal,

Eingang Laurenzplatz)

Wie im Vorjahr wollen wir unseren

Mitgliedern und Gästen ein buntes

karnevalistisches und kabarettistisches

Programm mit Musik und

Liedern zum Mitsingen anbieten.

Veranstalter: Heimatverein Alt-Köln

e. V. | Infos unter www.heimatvereinalt-koeln.de

| Eintritt frei!

Fr 17.2. & Sa 18.2., 20.15 Uhr

Die Willi-oSterMann-

Story

Ein musikalisches Portrait von

und mit Volker Hein und H.P.

Katzenburg

50 klaaf Termine Veranstaltungen Akademie

Termine klaaf 51

FOTO: KääzMann's

FOTO: VOlKeR Hein


Ort: Senftöpfchen, Große Neugasse

2-4, 50667 Köln

Eintritt: 18E/13E (zzgl. Gebühren

an allen bek. VVK-Stellen) | Tel.: (02

21) 2 58 10 58 | Kartenreservierung

auch unter: volker@heinkultur.de

Sa 18.2., 18 Uhr

MeSS oP KÖlSCH

mit dem Mundartchor »Canta

Colonia en Zint Apostele«

Predigt: Msgr. Dr. Stefan Heße

Ort: Basilika St. Aposteln, Neumarkt

30, 50667 Köln

Donoh weed en der Aula gefeet!

Linie 1, 3, 4, 7, 9, 16, 18; Bus 136,

146, Haltest. Neumarkt

Do 8.3., 14 Uhr

BeSiCHtiGUnG Der HiStoriSCHenMotoren-SaMMlUnG

iM teCHniKUM Der

DeUtz a. G.

Aus der Reihe »Toürcher en Kölle

un drömeröm« der Akademie för

uns kölsche Sproch/SK Stiftung

Kultur

Treffpunkt: Technikum der Deutz-

AG, Ottostr. 1

Das Technikum und die Besuchergalerie

der Produktion stehen auf

dem Programm. Erfindung und

Anfänge des 4-Takt-Motors werden

dargestellt: ansaugen – verdichten

– verbrennen – ausstoßen. Dieses

Prinzip ist bis heute unverändert

und Grundlage für die mobile

Gesellschaft.

Leitung: Hilde Lunkwitz, Anmeldung

unter (0221) 739 29 95 erforderlich |

Kosten: 7E | Der Eintritt ins Technikum

ist frei | um eine kleine Spende

wird gebeten.

Di 13.3., 20 Uhr

(Einlass & Küche ab 17.30 Uhr)

BjÖrn HeUSer

Kölsches Mitsingkonzert

Ort: Kääzmann’s – Bickendorfer

Brauhaus, Subbelrather Str. 543,

50827 Köln | Tel.: (0221) 16 89 74 60

www.kaeaezmanns.de | Eintritt: 10E

Di 20.3., 20 Uhr

(Einlass und Küche ab 17.30 Uhr)

rUBBel Die Katz

Ort: Kääzmann’s – Bickendorfer

Brauhaus, Subbelrather Str. 543,

50827 Köln

Rubbel die Katz nimmt seine Zuschauer

mit auf eine musikalische

Zeitreise durch Köln und erzählt

dabei Geschichte und Geschichten –

Balsam für die kölsche Seele ohne

die übliche Kölschtümelei... Ein

Genuss für Auge und Ohr.

Tel.: (0221) 16 89 74 30 |

www.kaeaezmanns.de | Eintritt: 10E

FOTO: RuBBel Die KaTz FOTO: BjöRn HeuseR

Fr 23.3. 15.30 Uhr

in KÖln verlieBt UnD UM

KÖln verDient

Ort: Dr. Ernst Schwering-Haus,

Blankenheimer Str. 51, 50937

Köln-Sülz

Am 29. Juni wird der »Heimatverein

Alt-Köln« 110 Jahre alt. Das Jubiläum

feiern wir mit dem Ehrenvorsitzenden

Willi Reisdorf.

Außerdem wäre der erfolgreichste

Klassiker der Mundartdichtung Prof.

Dr. Wilhelm Schneider-Clauss im

Januar 2012 150 Jahre alt geworden.

Aus seinen Büchern lesen Willi

Reisdorf, Wolfgang Semrau und Ulla

Reusteck unvergessliche Beispiele

för Kölsche Aat, Klaaf un för et

Jemöt. Musikalisch gestaltet der

Kölnbarde Hans Jürgen Jansen den

Nachmittag. Für einen Augen- und

Ohrenschmaus sorgen die Pänz vom

Schulchor der Grundschule Erlenweg

unter Leitung von Johanna Akomeah.

Veranstalter: Kölsch Forum Sülz

Anmeldung und Infos: Roswitha

Cöln | Tel.: (0221) 24 22 70 |

E-Mail: roswitha.coeln@arcor.de |

Eintritt frei!

So 25.3., 15 Uhr

literariSCHer SPazier-

GanG DUrCH KÖln – aUf Den

SPUren von HeinriCH BÖll

Rundgang mit Dr. Anselm Weyer

Treffpunkt: Severinstorburg, Chlodwigplatz

Der Literaturwissenschaftler Dr.

Anselm Weyer führt zu Stationen

im Leben von Heinrich Böll. Hierbei

werden auch Texte des Autors vorgetragen.

Veranstalter: Antoniter-

CityTours und Kartäuserkirche |

Tel.: (0221) 92 58 46 14 |

www.antonitercitytours.de | Preis:

8E/6E (ermäßigt)

Di 27.3., 19.30 Uhr

GeBore vÖr 111 joHre …

liS BÖHle, Hein PaffratH,

HanS SCHMitt-roSt, jUPP

SCHMitz

Mit Nina Blume, Wolfgang

Semrau und Sascha Thiel sowie

Ludwig Sebus und Franz Reichert

Aus der Reihe »Klaaf em Mediapark«

der Akademie för uns kölsche

Sproch/SK Stiftung Kultur

Ort: SK-Stiftung Kultur, Im Mediapark

7, 50670 Köln (Saal 1. OG)

Gemeinsame Veranstaltung des

Heimatvereins Alt-Köln e. V. und

der Akademie för uns Kölsche

Sproch | Weitere Infos siehe Seite

14ff | Eintritt. 7E | Kartenbestellung

unter (0221) 888 950

Sa 31.3. / So 01.4.

jeweils 15 – 15.30 Uhr

lieDer zUM MitSinGen in

KÖlSCHer MUnDart

Ort: beim Ostermarkt in Schloss

Eulenbroich, Zum Eulenbroicher

Auel 19, 51503 Rösrath

Bestellung & Reservierung: Ingrid

Ittel-Fernau | Tel.: (02205) 84 86 7

52 klaaf Termine Veranstaltungen Akademie

Termine klaaf 53

FOTO: caFic/WiKiMeDia


FOTO: PRiVaT

KaBaReTT

Sa 21.1., 20 Uhr

KÄÄlS jeCK

KÖlSCH KaBarett

Ort: Belgisches Haus

Cäcilienstr. 46, 50667 Köln

Ov Kääls jeck sin ov Wiever käälsjeck?

Hee kritt Ehr nöhere Bescheid.

Unger däm Motto KÄÄlS JECK« gitt

et widder vill löstige Dialoge, quirlige

oder äänse Vürdräg üvver Kääls

un ander Lück, Leeder för Nohzedenke,

för Metzesinge oder sillig ze

küüme, koot gesaht: för jeder jet.

Eintritt: 15E | Kartenvorbestellung

tel. unter 0176-5075 9274 oder per

Mail: info@koelschkabarett.de

ReGelMässiGe

TeRMine

rUDi aMM: Klaaf-GrUPPen

Sülz: Kölner Senioren Gemeinschaft

Köln-Sülz, Pfarrei St. Karl

Borromäus: 1. und 3. Montag im

Monat von 15 bis 17 Uhr (außer an

Feiertagen)

Kalk: Bürgerhaus Kalk, Kalk-Mülheimer

Str. 58, 1.Etage (kleiner

Saal): 2. und 4. Montag im Monat

von 14.30 bis 16 Uhr (außer an

Feiertagen)

Jeden Freitag ab 22:30 Uhr

MitSinGKonzerte Mit

BjÖrn HeUSer

zoM zUHüre / MetSinGe!

Ort: Gaffel am Dom, Bahnhofsvorplatz

1, 50667 Köln

Alte und neue kölsche Hits werden

unplugged live gespielt. Im Publikum

werden Texthefte verteilt,

damit mitgesungen werden kann.

Weitere Termine unter www.heuserkoeln.de

| Tel. (0221) 913 92 60 |

Eintritt frei!

KÖlSCHer SinGKreiS

GerolD-Kürten

Chorprobe montags von 18.15

bis 19.45 Uhr (außer in den

Schulferien)

Ort: Rheinische Musikschule,

Lotharstr. 14-18, 50937 Köln-Sülz,

1. Etage, Raum 101

»Mer singe Kölsch, dat eß doch klor!

Mer singe Kölsch et janze Johr!«

Seit fast 50 Jahren folgen diesem

Motto von Prof. Albrecht Schneider

viele Menschen, die gerne kölsch

singen, in diesem von ihm gegründeten

Singkreis. Gerold Kürten

leitete und prägte ihn 14 Jahre lang

und verlieh ihm seinen Namen. Seit

1993 wird, unter der Leitung von

Stefan Krüger, den Jahreszeiten

entsprechend, aus einem breiten

Repertoire von Bläck Fööss bis

Beethoven nur in kölscher Sprache

gesungen. Monatlicher Beitrag 8E

Kontakt: Silvia Lüthy, Tel.: (0221)

17 34 21

KuMeDe

»jelD allein MÄHt nit

jlÖCKliCH«

En Jrielächerei en veer Akte vum

Wolfgang Semrau, Sa 7.1.2012 –

Beginn der 2. Staffel

Weitere Termine 2012:

So 8.1. | Sa 21.1. | So 22.1. | Sa 28.1. |

So 29.1. | Sa 4.2. | So 5.2. | Sa 11.2. |

So 12.2. Beginn jeweils 17 Uhr

Ort: Aula des Berufskollegs Perlengraben,

Eingang Waisenhausgasse,

50676 Köln

Der arbeitslose Architekt Peter

Duf fesberg führt mit seiner Familie

ein gutes Leben. Mit ein paar

Schum meleien bei der Steuer, der

Erwerbsunfähigkeitsrente und

einem ambulanten Pflegedienst

kommt die Familie bestens über die

Runden, bis eines Tages der ganze

Schwindel aufzufliegen droht. Ob

die Duffesbergs und die Döberings

diese Situation meistern können

und was ein zwielichtiger Nachtclubbesitzer,

dessen »Freundin«

und ein karnevalistischer Bestatter

mit der Geschichte zu tun haben,

erfahren Sie in dem neuen Stück

der KUMEDE. Info: unter www.

heimatverein-alt-koeln.de und per

Mail unter kumede@hvak.de | Eintritt:

10E/8E | Karten erhältlich bei

den Vorverkaufsstellen Neumarkt

U-Bahn, Kaufhof Hohe Str., KVS-

Mülheim, Wiener Platz 2a

TeRMine nacH

VeReinBaRunG

SieGfrieD GloS

Das alte Köln – eine Annäherung.

Stadtführung der besonderen Art

Ort: Im Atelier des Künstlers,

Siegfried Glos, Thürmchenswall 76,

50668 Köln

»Historie und Histörchen«

Stadtgeschichte erleben anhand

Siegfried Glos' Gemälden und

seiner »Verzällcher«.

»Sagen und Legenden«

Hören Sie wunderschöne spannende

Sagen und Legenden aus

alter Zeit vor den dazu passenden

Gemälden.

Ohne Buffet ab 12 bis 40 Pers.

(2, 5 Std.): 12E/Pers. | mit Buffet

ab 15 bis ca. 40 Pers. (4 Std. inkl.

Vortrag): 30E/Pers.| Termine

unter Tel. (0221)132429 |

Web: www.das-alte-koeln.de |

E-Mail: s.glos@das-alte-koeln.de

Günter SCHWanenBerG

MUSiKaliSCHe SPazier-

GÄnGe

»Cöln 1900«

Ein musikalischer Spaziergang vom

Mittelalter in die Gründerzeit.

»Kölsche Nationalhymnen«

Ein musikalisch-historischer Spazie r -

gang zwischen Pathos und Parodie

»Wä gitt, wat hä hät...«

Ein Spaziergang mit kölschen

Liedern und Gedichten über den

Südfriedhof

Alle Führungen etwa 2, 5 Std.

Termine unter Tel (0221) 99 29 64 65

E-Mail: stadtgeschichte@web.de

Heinz enGelS

Stadtführung durch das historische

Köln auf Kölsch & Hochdeutsch

Außerdem: Führungen auf Melaten

und im Karnevalsmuseum. Kontakt:

Heinz Engels | Tel.: (0221) 89 41 50 |

Mobil: (0174) 954 85 25 | E-Mail:

heinz-dieter-engels@t-online.de

54 klaaf Termine

Veranstaltungen Akademie

Termine klaaf 55


FOTO: KuRT eGGeMann

FRünDe Vun DeR

aKaDeMie FöR uns

KölscHe sPROcH e.V.

kontakt: heInz-Peter hollänDer, tel.: (0 22 41)13 28 70, e-MaIl:fruenDe@sk-kultur.De

Peter Heinrichs in seinem Museum

Fründe unterwegs…

Der Verein bietet ein umfangreiches

Angebot an Führungen und Ausflügen.

So können die Mitglieder unter sachkundiger

Leitung romanische Kirchen

und Museen besichtigen, musikalische

Altstadtspaziergänge unternehmen

oder Sehenswürdigkeiten und Feste

im Kölner Umland besuchen.

Ein Ausflug führte die »Fründe…«

nach Bergheim-Niederaußem ins

Pfeifenmuseum von Peter Heinrichs,

organisiert von Vereinsmitglied Kurt

Eggemann, der eine Diplomarbeit über

»Pfeiffen-Heinrichs« verfasst hatte.

Peter Heinrichs lud die »Fründe…« zu

Kaffee und Kuchen ein und erzählte

aus seinem Leben. Besonders die Anekdoten

zu seiner Audienz beim Heiligen

Vater in Rom faszinierten uns. Viele

Geschichten aus seiner spannenden

Vita und teils witzige Begebenheiten,

die ihm bei seinem großen sozialen Engagement

widerfahren sind, rundeten

die Erzählungen ab. Alle Anwesenden

waren sich einig: Peter Heinrichs ist

wirklich ein kölsches Original der

heutigen Zeit.

Im Rahmen des Zyklus »Romani-

56 klaaf Fründe

sche Kirchen« führte Markus Eckstein

eine Gruppe durch Sankt Kunibert.

Die jüngste der Kölner romanischen

Kirchen wurde durch Konrad von

Hochstaden im Jahr 1247 geweiht –

ein Jahr vor der Grundsteinlegung

des Doms. Dreimal hat Sankt Kunibert

seinen Westturm verloren, das

erste Mal stürzte er 1376 ein, erneut

im 19. Jahrhundert und zum dritten

Mal 1943. Zur Zeit der Fertigstellung

lag das Gotteshaus unmittelbar am

Rhein und diente einem Konvent,

gleichzeitig aber auch als Pfarrkirche.

Für das »gewöhnliche Volk« war das

westliche Querhaus vorbehalten.

Besonders gefielen uns die prächtigen

Fenster hinter dem original

erhaltenen Altar, die von 1222 bis

heute die Zeiten überlebt haben.

Das durchgefärbte Glas funkelte

an diesem strahlenden Sonnentag,

dass es eine Freude war. Schon vom

Altarraum sieht man durch Löcher im

Boden den sagenumwobenen »Kunibertspütz«

funkeln. Das Wasser des

Brunnens galt kölschen Frauen als

Mittel gegen Kinderlosigkeit. Bereits

im Mittelalter kamen gebärfähige

Kölnerinnen durch einen Eingang

in der Immunitätsmauer hierher

und baten um Gottes Segen. Den

Raum durfte kein Klosterbruder

betreten. Zugänge vom Kirchenraum

zu diesem Gewölbe wurden erst im

letzten Jahrhundert geschaffen. Ob

hier ein uraltes keltisches Druidenheiligtum

bestand, das von der Kirche

quasi »annektiert« wurde, kann nur

vermutet, nicht bewiesen werden.

Abgerundet wurde unsere Führung

durch eine Gruppe von Klerikern

aus München, die Gregorianische

Gesänge anstimmten. Wenn man die

Augen schloss, wähnte man sich im

Mittelalter, umgeben von betenden

und singenden Mönchen.

Wir stellen vor:

Das »Wander-Schmölzchen« der

»Fründe vun der Akademie för uns

kölsche Sproch e. V.«

Sehr gut angenommen wird unser

jüngstes Schmölzchen. Während

einer Südstadt-Führung hatten

einige Teilnehmer die Idee, die

»Fründe…« könnten den KölnPfad,

der rund um die Stadt führt, in Etappen

erwandern. Noch am gleichen

Nachmittag wurde es konkret, und

mit Rolf Decker und Dietmar Kalsen

fanden sich zwei Vereinsmitglieder,

die selbst sehr gerne »per Pedes«

unterwegs sind und bereit waren,

die Organisation unserer Wanderungen

zu übernehmen. Die Touren

werden stets so ausgesucht, dass

auch weniger geübte »Fründe…« gut

»Wander-Schmölzchen«

mithalten können. Die Streckenlänge

beträgt jeweils etwa 12 bis 13

Kilometer. Routiniert achten unsere

Wanderführer darauf, dass niemand

zurückbleibt. Pausen mit Rucksackverpflegung

sind obligatorisch. Unsere

erste Etappe auf dem KölnPfad

führte von Schloss Bensberg über

den höchsten tektonischen Punkt

im Kölner Stadtgebiet, den »Monte

Troodelöh« (118,04 m über NHN),

zur KVB – Haltestelle Königsforst an

der bekannten »Schmitze Bud«. Zur

Premiere waren vierzehn Wanderer

und ein Hund angetreten, hatten viel

Spaß miteinander und freuten sich

über die Erklärungen und Anekdoten

unserer bestens vorbereiteten Wanderführer.

Zwischenzeitlich hat sich

das Wander-Schmölzchen etabliert

und immer mehr »Fründe…« sind mit

großem Elan dabei. Nach den Wanderungen

kehrt die Gruppe in eine

Gaststätte ein, um die Tour nachzubereiten,

sich gegenseitig noch besser

kennen zu lernen und die Geselligkeit

zu pflegen. Da der KölnPfad rund 170

Kilometer lange Vielfalt bietet, liegen

noch einige schöne und interessante

Etappen vor uns.

Nähere Informationen bei unseren

beiden Schmölzchen-Sprechern

und Wanderführern:

Rolf Decker, E-Mail: rolf.decker@

koeln.de, Tel.: 0221 / 86 48 02

Dietmar Kalsen, E-Mail: dietmar.

kalsen@gmx.de,

Tel. mobil: 0177 251 68 82

h. P. hollänDer

Fründe

FOTO: eDiTH HausMann

klaaf 57


aKaDeMie FöR uns

KölscHe sPROcH

öFFnunGszeiTen

Empfang der SK Stiftung Kultur:

Mo-Fr 9-18 Uhr

Tel.: (0221) 888 95-0

Bibliothek:

Ingeborg Nitt

nitt@sk-kultur.de

Mo+Do 9-12 Uhr u. 14-16 Uhr,

Di 9-12 Uhr u. 14-18 Uhr, Fr 9-12

Uhr; Mi geschlossen

Tel.: (0221) 888 95-202

Sekretariat:

Karola Müller

mueller@sk-kultur.de

Mo-Do 9-14 Uhr

Tel.: (0221) 888 95-200

58 klaaf Akademie för uns kölsche Sproch

ansPRecHPaRTneR

Prof. Hans-Georg Bögner

Akademie-Leiter

pr@sk-kultur.de

Alice Herrwegen

Seminare & Sprache

herrwegen@sk-kultur.de

Tel.: (0221) 888 95-203

Dr. Christa Bhatt

Sprachwissenschaft

bhatt@sk-kultur.de

Tel.: (0221) 888 95-204

Priska Höflich

Kölsch-AGs an Schulen

hoeflich@sk-kultur.de

Tel.: (0221) 888 95-205

www.koelsch-ags.de

Dr. Ralf Convents

Pressekontakt

convents@sk-kultur.de

Akademie för uns Kölsche Sproch

SK Stiftung Kultur

Im Mediapark 7 · 50670 Köln

Buchhandlung:

Mo.- Sa.: 07:00 - 22:00 Uhr • So.: 08:00 - 22:00 Uhr

Presse Shop - internationale Presse:

Mo.- Sa.: 05:00 - 23:45 Uhr • So.: 06:00 - 23:45 Uhr

Trankgasse 11 (im Hbf.) • 50667 Köln • www.lesen-mit-ludwig.de

„Wer uns nicht kennt,

hat Kölle verpennt!“

Genießen Sie frisch gezapftes Früh Kölsch

und leckere traditionelle Küche in rustikalem

und gediegenem Ambiente! Aus der

Küche kommen nicht nur kölsche Brau haus -

gerichte und täglich frische Reibekuchen

sondern auch Saisonales. Die „Kneip op

d’r Eck“ in Nippes wurde bereits 1913 eröffnet,

2009 von Cölner Hofbräu P. Josef

Früh übernommen und hat nach einer um -

fangreichen Runderneuerung sein unverwechsel

bares Gesicht behalten.

- Brunch an jedem 1. Sonntag im Monat

- 2 Gesellschaftsräume auf der ersten Etage

- Mittagstisch: Mo.-Fr. 12-15 Uhr

- Pittermännchen für zu Hause

- Biergarten mit 120 Sitzplätzen

Em Golde Kappes

FRÜH „Em Golde Kappes“

Neusser Straße 295, 50733 Köln

Tel. 0221-92 2 92 640

gastronomie@frueh.de

www.emgoldekappes.de

Öffnungszeiten:

Mo.-Sa. 10-24 Uhr

So. & Feiertag 10-22 Uhr


Jo sin die dann beklopp?

All fahre se met dem TagesTicket!

+ Für Einzeljecke oder Gruppen bis zu fünf

+ Zum Beispiel ganz Köln mit Preisstufe 1b

+ Gilt bis 3 Uhr nachts

www.kvb-koeln.de

01803.504030

(9 C/min dt. Festnetz; Mobilfunk max. 42 C/min)

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