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wortundtat

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Gott liebt die Menschen.

Wir zeigen es ihnen – in Wort und Tat

Nächstenliebe und Mission

bei den Hilfsbedürftigen

Material für den

Kindergottesdienst

Vier Kindergottesdiensteinheiten mit

Hintergrundinformationen, Kopiervorlagen

und Bastelanleitungen


Vorweg gesagt

Liebe Kindergottesdienst-Leiterinnen

und -Leiter,

bei einem Besuch in Indien im Jahr 1977

sah ich die Not der Menschen dort. Insbesondere

die Begegnung mit Leprakranken

ließ mich nicht mehr los und so begann

ich zusammen mit der Organisation

AMG India (Advancing the Ministries

of the Gospel) das christliche Hilfswerk

wortundtat aufzubauen. Die Zusammenarbeit

mit den Indern sollte sicherstellen,

dass ausschließlich Einheimische den

Bedürftigen Unterstützung leisten. Die

Überzeugung dahinter: Menschen aus dem gleichen Kulturkreis können den Betroffenen

besser helfen als Europäer, die eine ganz andere Vorstellung vom Leben und den

Problemen der Kranken und Mittellosen haben. Was damals als kleines Projekt begann,

ist heute zu einem Hilfswerk geworden, das von mehreren Tausend Spendern getragen

wird. Aber auch wenn die Zahl der Unterstützer stetig anwächst, ist weiterhin jede Hilfe

gefragt.

wortundtat geht deshalb seit vielen Jahren in Kirchengemeinden, auf christliche Events,

in Schulen oder Vereine und berichtet dort über seine Arbeit. Und wir sprechen über

die Notwendigkeit sozialen Engagements. Denn vor dem Helfen kommt das Verstehen:

So wie ich vom Anblick der Leprakranken angerührt wurde, möchten wir mit unseren

Besuchen – und nun auch mit diesem Material für Ihren Kindergottesdienst – dazu beitragen,

dass junge Menschen in Deutschland angerührt werden von der Not in anderen

Teilen der Welt.

Wir danken Ihnen daher von Herzen, wenn Sie dieses Material einsetzen. Und wir

freuen uns, wenn Sie uns wissen lassen, wie Sie es nutzen konnten und was Ihre

Schützlinge in den Kindergottesdienststunden davon mitgenommen haben.

Herzlichst, Ihr

Dr. Heinz-Horst Deichmann

IMPRESSUM

Redaktion: Thomas Brand (V.i.S.d.P.); Elke Gumb, Bochum

Koordination: brand-kommunikation, Bochum

Redaktionskontakt: wortundtat, Deichmannweg 9, 45359 Essen

Telefon: 02 01-67 83 83, Fax: 02 01-8 67 64 96 52

info@wortundtat.de, www.wortundtat.de

Fotos: Thomas Brand, Rüdiger Fessel, Fotolia: gradt 6, Dietmar Reichert 6, beermedia 15, Himmelssturm 61, Alexander

Gospodinov 63 · Oliver Röhling · wortundtat

Gestaltung: Dietmar Reichert, Dormagen


Inhalt und Ziele des Materials für den Kindergottesdienst

Kindern Nächstenliebe und

Mission vermitteln

Viele Aussagen des Neuen Testaments machen deutlich, welchen Auftrag Jesus seinen

Nachfolgern im Blick auf Nächstenliebe und Mission gegeben hat. Beide Themen

stehen nicht unbedingt im Fokus der Kindergottesdienst-Arbeit.

Mit dem vorliegenden Material geben wir Kindergottesdienst-Leiterinnen und -Leitern

eine ausgearbeitete Reihe an die Hand, mit der diese Aspekte behandelt werden können.

Zum einen kann die Notwendigkeit sozialen Engagements gezeigt werden. Zugleich

kann die Arbeit des christlichen Hilfswerks wortundtat vorgestellt werden.

Mit dem Material erfahren die Kinder, wie sich die Aufträge „Nächstenliebe und

Mission“ in praktisches Handeln umsetzen lassen. Doch soll es nicht bei der rein informierenden

Betrachtung bleiben. Die Frage nach der eigenen Beziehung zu dem Gott,

der uns in Liebe begegnet und sich wünscht, dass wir diese Liebe weitergeben, soll

während der gesamten Themeneinheit präsent sein.

Nach der Kindergottesdienst-Reihe sollten die Kinder diese Liebe und den sich daraus

ergebenden Auftrag verstanden haben. Und weil diese beiden Aspekte die Grundmotivation

der wortundtat-Projekte sind, haben sie auch verstanden, was wortundtat – und

sicher auch zahlreiche andere christliche Hilfsorganisationen – in seiner Arbeit antreibt.

Und vielleicht entwickeln Kinder sogar einen persönlichen Bezug zu den Themen und

können selbst Stellung beziehen.

Am Ende der Reihe steht eine abschließende Vorstellung der gesammelten Informationen

vor den anderen Gemeindemitgliedern und der Verkauf selbstgebackener Kekse

zugunsten des Hilfswerks wortundtat. So bekommen die Kinder eine erste Möglichkeit,

sich in entsprechender Weise einzubringen und Verstandenes umzusetzen.

„Das Heil ist nicht etwas, das nur als privates Heil

an sich gerissen wird. Das Heil breitet sich aus.

Wenn wir zu Lichtträgern Gottes werden, weil wir

die Strahlen seiner Gnade empfangen haben, breitet

sich Licht aus. Dann wird es auch um uns herum

hell. So meint es die Bibel.“

Dr. Heinz-Horst Deichmann, Gründer des Vereins wortundtat


Organisatorische Hinweise

Dieses Material umfasst vier Einheiten von ca. 45 Minuten. In dieser Zeit

• lernen die Kinder das Hilfswerk wortundtat kennen,

• beschäftigen sich mit dem eigenen Standpunkt zu Nächstenliebe und Mission und

• bereiten eine Präsentation des erarbeiteten Materials zur Arbeit von wortundtat für

die Gemeinde vor.

Die Einheiten sind komplett ausgearbeitet und bieten Kindergottesdienst-Mitarbeitern

die Möglichkeit, das Material unverändert einzusetzen. Selbstverständlich kann auch

von den Vorgaben abgewichen, können eigene Formulierungen verwendet und eigene

Aktionen entwickelt werden. Und natürlich können die vier Einheiten gesplittet, gekürzt

und ausgedehnt werden, je nachdem, wie tief man mit den Kindern in das Thema

einsteigen möchte oder wie lange die jeweiligen Kindergottesdienste dauern.

Am Anfang einer Einheit wird jeweils erläutert, welches Material benötigt wird. Die

dort genannten Kopiervorlagen fi nden sich immer am Ende einer Einheit.

Idealerweise wird die Reihe an vier aufeinander folgenden Sonntagen durchgeführt.

Am vierten Sonntag schließt sich nach dem Gottesdienst die Präsentation vor der Gemeinde

an.

Jeder Stundenentwurf enthält mehrere kurze Erarbeitungsphasen. Diese Struktur

kommt den kurzen Konzentrationsspannen der Kinder entgegen und bietet ihnen ein

abwechslungsreiches und anschauliches Programm.

Kursive Texte beschreiben, was die Kindergottesdienstmitarbeiter oder die Kinder machen,

welche Inhalte sie frei formuliert den Kindern erläutern oder was bei den Kindern

ankommen soll.

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Eingerückte Texte beschreiben, was die Kindergottesdienstmitarbeiter

so oder ganz ähnlich formuliert den Kindern sagen

sollten oder welche Ergebnisse von den Kindern kommen sollten.

Worte, die im Text fett und rot ausgezeichnet sind, verweisen auf einen Text, ein Bild

oder eine Kopiervorlage im Anhang.

Musikalische Gestaltung

Auch das gemeinsame Singen kann hier mit eingebaut werden. Wir schlagen vor, ein

„Mottolied“ zu verwenden, welches jeweils an diesen vier Sonntagen gesungen und

eingeübt wird. Wird mit Kindern gearbeitet, die gern singen, kann natürlich auch mehr

Musik integriert werden.

Im Folgenden sind einige zum Thema passende Lieder aufgeführt:

Liedvorschläge

• „Nimm mich mit“ (CD „Nimm mich mit“; Daniel Kallauch, cap-musik)

• „Ein Leben, gegeben, für den Herrn der Welt“ (Feiert Jesus 2 Nr. 182,

Hänssler-Verlag)

• „Lied der Hoffnung“ (CD „Die schönsten Kinderlieder“ Gerth Medien)

• „Ich helfe gern“ (CD Gott liebt Kinder“; Daniel Kallauch, cap-musik)

• „Bei dir kommt keiner zu kurz“ (CD „Best of Hurra für Jesus “;

Daniel Kallauch, cap-musik)


Informationsmaterial

Wer sich oder die Gemeinde ausführlicher über die Arbeit von wortundtat informieren

möchte, kann verschiedene Materialien kostenlos bei uns bestellen oder im Internet

abrufen:

• vierteljährlich erscheinendes wortundtat-Magazin

• Informationsfl yer über die Arbeit in Indien, Tansania, Moldau

• www.wortundtat.de (dort gibt es die Magazine der vergangenen Jahre zum Download)

• www.facebook.com/wortundtat

• www.youtube.com/wortundtat1977

Darüber hinaus gibt es weiterführende Literatur über die Arbeit von wortundtat und

den Gründer des Hilfswerks, Dr. Heinz-Horst Deichmann, im Buchhandel:

• Dr. Heinz-Horst Deichmann (Herausgeber), Rüdiger Fessel (Fotograf):

„Hoffnung geben!: Wie Hilfe zur Selbsthilfe in Indien und Tansania möglich ist“,

Verlag: SCM R.Brockhaus, Witten 2009, 130 Seiten

• Hanna Schott, Andreas Malessa:

„Warum sind Sie reich, Herr Deichmann?

Die Deichmann-Story: über den Umgang mit Geld und Verantwortung“,

SCM R.Brockhaus, Witten, 6. Aufl . 2009, 144 Seiten

Und sonst:

Wenn Sie die Kindergottesdienst-Stunden oder insbesondere die abschließende Ausstellung

mit Fotoapparat oder Filmkamera begleiten und uns die Bilder mit ein paar

begleitenden Zeilen per E-Mail (redaktion@wortundtat.de) oder Post (wortundtat e.V.,

Deichmannweg 9, 45359 Essen) zusenden, dann berichten wir wenn möglich gern

darüber in unseren Medien (wortundtat-Magazin, wortundtat.de,

facebook.com/wortundtat, youtube.com/wortundtat1977).

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Vorlagen für

Spielfi guren und

Einkaufswagen fi nden

Sie im Anhang.

I. Einheit

Wir und Die – Unterschiede entdecken

Vorab bemerkt

In der ersten Einheit werden die Kinder aus ihrem gewohnten Alltag mit dem meist für

recht selbstverständlich erachteten Lebensstandard abgeholt. Oft ist den Kindern (und

uns Eltern auch) der im Vergleich mit armen Völkern extreme Luxus um uns herum

nicht bewusst. Der Blick auf diesen Luxus muss jedoch keine Beschämung hervorrufen.

Er kann und sollte in uns Dankbarkeit auslösen und wir dürfen ihn durchaus genießen.

Andererseits soll uns eben nicht aus dem Blick geraten, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung

wesentlich schlechter lebt.

Auch Kinder können mit ihrem stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn diesen krassen

Gegensatz zwischen arm und reich, Mangel und Überfl uss einschätzen und auf ihre

Weise beurteilen. Mit den aktuellen Berichten aus Tansania wird den Kindern eine ihnen

fremde Realität vorgestellt. Neben der Beschreibung einfachster Lebensverhältnisse

klingt hier bereits an, welche neuen Möglichkeiten und hilfreichen Veränderungen

durch den Einsatz von wortundtat entstanden sind. Ein direkter Bezug zu den Kindern

im Kindergottesdienst und ihrer möglichen Eigeninitiative wird jedoch noch nicht hergestellt.

Dies geschieht erst nach der Thematisierung der Motivation des Hilfswerks, die

für das eigene Handeln beispielgebend sein kann.

Mit dem biblischen Bericht vom reichen Jüngling (Markusevangelium Kapitel 10, Verse

17-22) wird allerdings das von Gott gewünschte Verhalten seiner Nachfolger angesprochen.

Wer Jesus liebt, orientiert sich an seinen Maßstäben, handelt nach seinem Vorbild

und lebt im Vertrauen auf seine Fürsorge. Dieses Vertrauen befreit von dem Zwang,

sich mit materiellen Mitteln absichern zu müssen und macht fähig, gern zu teilen und

abzugeben. Jesus freut sich über ein solches Verhalten – darin können sich die enge

Beziehung zu ihm und das Vertrauen in seine Fürsorge spiegeln.

Zur Vorbereitung

Benötigtes Material

• je nach Menge der Kinder entweder Obst,

Süßigkeiten oder Sticker etc.,

• Globus oder Weltkarte,

• 10 Spielfi guren

• kopierte Vorlage Einkaufskörbe,

• großes Blatt (mit vorbereiteter Tabelle)

• dicker Stift

• Text und Bilder zu Issa

(Berichte im Anhang)

Abschnitt 1: Einstieg

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Bastelmaterial

• Pappe

• blaues Papier

• Kleber, Schere

• kopierte Vorlagen von Erde, Zeigefi nger

und Bibelvers

• (evtl. Magnete, Heißkleber und Styropor-

Kugeln mit ca. 2,5 cm Durchmesser)

An die Kinder wird zu Beginn eine Kleinigkeit verteilt (Obststücke, Kekse, Bonbons,

Sticker etc.). Dabei bekommen ein bis zwei Kinder deutlich mehr als die übrigen. Sicher

lässt die Reaktion der „Benachteiligten“ nicht lange auf sich warten:

• „Warum bekommen die anderen mehr und ich nur so wenig?“

• „Das ist aber ungerecht!“

• „Ich will auch zwei!“ etc.

1. Einheit | Wir und Die – Unterschiede entdecken


Diese Fragehaltung nimmt man auf und lässt die Kinder weiterdenken:

• Geht es in unserer Welt denn gerecht zu?

• Gehören wir eher zu denen mit der doppelten Menge oder stehen

wir benachteiligt da?

• Wie geht es uns im Vergleich zu Menschen in anderen Erdteilen/

Ländern?

Die Kinder tragen zusammen, was sie schon darüber wissen bzw. wie sie sich den Sachverhalt

vorstellen. Die Beiträge werden zunächst unkommentiert stehen gelassen. (Da die

Kinder wahrscheinlich bei der gerade ungerechten Verteilung hängenbleiben, wird das

„Problem“ an dieser Stelle gelöst und für die übrigen Kinder der Ausgleich geschaffen.)

Abschließend den Kindern erklären

Wir werden heute Menschen kennenlernen, die ganz anders leben

als wir und deren Probleme nicht das fehlende X-Box-Spiel

oder fehlende Marken-Kleidung sind. Da geht es eher um solche

Fragen:

• „Wie werde ich heute satt?“

• „Ob ich irgendwann lesen und schreiben lernen kann?“

Abschnitt 2: Sachverhalt Güterverteilung

Mit einer einfachen Veranschaulichung soll den Kindern gezeigt werden, wie ungerecht

die notwendigen Rohstoffe auf unserer Erde verteilt sind und dadurch für den Großteil

der Weltbevölkerung ein Mangel an z.B. lebensnotwendigen Nahrungsmitteln besteht.

Menschen = dargestellt durch Spielfi guren

Nahrungsmittel = dargestellt durch Einkaufskörbe

Auf unserer Erde leben zur Zeit ca. 7 000 000 000 (7 Milliarden)

Menschen:

Auf einem Tisch in der Mitte wird diese Menge mit 10 Spielfi gurenn dargestellt.

Von diesen 7 Mrd. Menschen gelten ca. 22% als reich.

Zwei der Spielfi guren werden gesondert gestellt.

Denen geht es richtig gut; sie haben meist sogar mehr, als sie

brauchen bzw. benutzen können.

Unsere Erde ist reich an vielen wichtigen Gütern, die wir z.B. als

Nahrung zu uns nehmen in Form von Getreide, Obst, Gemüse und

Fleisch.

Zehn Einkaufskorb-Bilder werden als Stapel an den Rand gelegt.

Aber wie sind diese Nahrungsmittel unter den vielen Menschen

auf unserer Erde verteilt?

1. Einheit | Wir und Die – Unterschiede entdecken

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60% der Nahrungsmittel, die vorhanden sind – also etwa so

viel – …

Sechs Einkaufskörbe vom Stapel nehmen

… gehen an die reichen Länder, …

Die sechs Einkaufskörbe zu den zwei Spielfi gurenn legen.

… manches davon wird dort sogar als zu viel weggeworfen! Den

Rest teilen sich die übrigen 78% der Menschheit. Gerecht ist das

sicher nicht unbedingt. So kommt es in vielen Ländern zwangsläufi

g zu Armut, Mangelernährung und Unterversorgung.

Der Blick auf die wenigen Reste, die für die fast vierfache Menge der Bevölkerung übrig

bleiben, zeigt anschaulich die ungerechte Verteilung.

1. Einheit | Wir und Die – Unterschiede entdecken


Abschnitt 3: Unser Lebensalltag

Als Menschen, die zu dem Teil der Weltbevölkerung gehören, die (viel) mehr haben, als

sie notwendigerweise zum Leben brauchen, machen wir uns nun bewusst, wie wir unseren

Alltag leben. Hier sollen die Kinder zusammentragen, welche Dinge ihnen wichtig

sind, welche sie für selbstverständlich halten oder meinen, unbedingt zu brauchen.

Um die einzelnen Antworten der Kinder in einer übersichtlichen Form zu sammeln,

wird eine Tabelle vorbereitet, die eine Tageseinteilung vorgibt. Sie wird durch Zurufe

der Kinder gemeinsam vervollständigt.

TAGESZEIT WAS TUE ICH? DAZU BRAUCHE ICH

morgens z.B. waschen

frühstücken

frische Brötchen, Nutella …

vormittags zur Schule gehen Markenklamotten, gute Stifte, Taschengeld

für den Kiosk …

mittags Mittag essen Pommes, Ketchup ...

nachmittags usw.

abends

nachts

Die sicher gut gefüllte rechte Spalte sollte llte abschließend noch einmal betrachtet werden.

Dabei stellen die Kinder fest, dass sie zwischen vielen einzelnen Dingen wählen hl

und manchen Luxus genießen können. Sicher fallen den Kindern bei genauerem Blick

Sachen auf, die eigentlich nicht „lebensnotwendig“ sind, bei denen man nur meint, sie

unbedingt zu brauchen.

ACHTUNG!!!

Den Kindern soll kein schlechtes Gewissen gemacht bzw. vermittelt werden, dass sie

diesen hohen Lebensstandard nicht genießen dürfen. Eher sollte das Bewusstsein für

unsere Reichtümer zu Dankbarkeit und verantwortungsvollem Umgang mit den

vorhandenen Gütern führen. Hier können (falls zeitlich möglich) Begriffe wie Verschwendung,

Maßlosigkeit und unsere Wegwerfgesellschaft angesprochen werden.

Außerdem muss der Mitarbeiter bei diesem Thema unbedingt „SEINE“ Kinder vor Augen

haben: Auch in Deutschland nimmt der Anteil sozial schwacher Familien zu und

1. Einheit | Wir und Die – Unterschiede entdecken

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manche Kinder haben den für viele selbstverständlichen Luxus eben nicht zur Verfügung.

Ist das in Ihrer Gemeinde der Fall, kann die Tabelle um Aspekte des „allgemeinen

Wohlstands“ erweitert werden, z.B.:

• kostenlose Schulen für alle

• feste Straßen, öffentliche Verkehrsmittel

• Arzt und Krankenhaus in erreichbarer Nähe

• Dach über dem Kopf

• Wohnung mit mehreren Zimmern

• Fernsehgerät, Radio

Jedes Kind soll sich ernst genommen und in seiner Situation gesehen wissen!

Abschnitt 4: Ein anderer Alltag – Berichte aus dem Süden Tansania

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Wie es sich mit der großen Auswahl an Lebensmitteln und vielen

anderen Gütern leben lässt, wissen wir und nutzen sie täglich.

Nun werden wir in einen Teil der Welt schauen, in dem Menschen

leben, die mit den „Resten“ auskommen müssen. Wir reisen in

eine völlig andere Kultur, gehen zu Menschen, die an ganz andere

Sachen gewöhnt sind und die andere Probleme beschäftigen, als

wir sie kennen.

Unsere Reise führt uns auf den Kontinent Afrika. Ein Land dort

heißt Tansania. Es liegt im Osten des Kontinents. Dort gibt es

einige große Städte aber auch viele kleine Dörfer, zu denen oft

nicht einmal eine richtige Straße führt.

Auf Grundlage von BERICHT 1 werden einige Bilder aus der Region gezeigt, die das

Leben in einem Dorf der Region wiederspiegeln. Die Bilder geben den Kindern einen

kleinen Eindruck des Lebens dort.

Dort, wo es so aussieht, wo die Menschen so leben, arbeitet eine

Hilfsorganisation, die sich wortundtat nennt. Wir werden in den

kommenden Wochen einiges über diese Organisation erfahren,

die in der Region, die der Autor beschreibt, eine Schule aufgebaut

hat. Diese Schule besucht unter anderem der Schüler Issa. Er berichtet

aus seinem Alltag:

BERICHT 2 wird vorgelesen und die dazugehörenden Fotos gezeigt. Die Fotos geben den

Kindern eine Vorstellung von Issa und seiner Umgebung.

Abschließende Fragen/Anmerkungen:

• Was ist euch aufgefallen?

• Wo unterscheidet sich Issas Leben von eurem? (mit Blick auf

obige Tabelle)

• Was hat euch von diesem Bericht angesprochen?

• Wir sind gegenüber den Menschen in Tansania wirklich reich.

Vielleicht erinnern wir uns beim nächsten Einkauf oder beim

Blick auf unsere vollen Spielregale daran. Gott hat uns an diesen

Platz gestellt und wir dürfen dankbar sein für alles Gute, was er

uns hier gibt.

1. Einheit | Wir und Die – Unterschiede entdecken


Abschnitt 5: Biblischer Bezug – Markus 10, 17-22

a) Vielleicht ist den Kindern diese Geschichte schon bekannt. Ausschlaggebend ist hier

die Aussage des Berichtes, die eher „zwischen den Zeilen“ steht. Daher bietet es sich

an, die Geschichte aus der Sicht des jungen Mannes zu erzählen. So lässt sich das

von Jesus entlarvte Fehlverhalten deutlich machen.

„Immer wieder muss ich an die Begegnung mit Jesus denken. Als

ich hörte, dass er ganz in der Nähe sei, wollte ich ihn unbedingt

persönlich kennenlernen. Ich hatte erwartet, dass er mich lobt,

weil ich mich doch so bemühe, alles richtig zu machen.

Dann stand ich vor ihm und verneigte mich anständig. Ich begrüßte

ihn sogar mit der ehrenvollen Anrede ‚guter Meister‘. Doch

schon da war ich von seiner Reaktion etwas enttäuscht: ‚Warum

nennst du mich gut? Nur Gott ist gut!‘ Wollte er mich etwa kritisieren?

Dann stellte ich meine zurechtgelegte Frage: ‚Was muss ich tun,

um das ewige Leben zu bekommen?‘ – Eigentlich wusste ich ja

im Voraus, was er sagen würde. Und so kam es auch: ‚Halte alle

Gebote!‘

Jetzt kam mein großer Moment: Ich richtete mich auf und konnte

sagen: ‚Herr, das alles habe ich von klein auf gemacht!‘ – Jetzt

müsste ich seine Anerkennung bekommen.

Er sah mich auch so an, als ob er stolz auf mich sei oder mich

mochte oder so. Aber dann sprach er weiter: ‚Dir fehlt aber leider

noch etwas: Verkaufe alle deine Sachen, gib sie den Armen und

folge mir nach!‘

Das saß! Das hatte ich nicht erwartet. Das war einfach zu viel!

Wusste er etwa, wie viel ich besaß? Nein, von meinen wertvollen

Sachen würde ich mich nie trennen! Die gehörten mir! Sie geben

mir Sicherheit. Die kann mir Jesus bestimmt nicht bieten! Nein –

ohne alles mit ihm gehen, das wollte ich nicht …

Und kleinlaut stahl ich mich davon.“

b) Alternativ kann der Text aus der Bibel von den Kindern selbst gelesen werden. Verwenden

Sie dazu eine neuere Übersetzung wie „Hoffnung für alle“ o.ä.

Sollen die Kinder aktiv werden, wird der Text langsam vorgelesen und zu bestimmten

Worten werden vorher vereinbarte Bewegungen gemacht, z. B.:

usw.

• immer, wenn ‚Jesus‘ gelesen wird, stehen alle auf (ER ist der Herr) und deuten

mit Händen Brillengläser vor den Augen an (ER sieht uns ins Herz)

• bei ‚junger Mann‘ Arme vor der Brust verschränkt (er fühlt sich selbstsicher)

• bei „gut“ Daumen nach oben

• bei „du“ mit Zeigefi nger auf anderen zeigen

1. Einheit | Wir und Die – Unterschiede entdecken

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Abschließend den Kindern erklären

Auch wenn Jesus dem jungen Mann diesen Rat gegeben hat, will

er nicht, dass wir alle arme Kirchenmäuse werden! Jesus hat

erkannt: Der Mann lebte zwar vorbildlich, aber bei der Wahl zwischen

Jesus und dem Reichtum würde er sich für seine Schätze

entscheiden. Dem Mann fehlte das Vertrauen, dass Jesus ihm alles

geben würde, was er braucht. Und als der Mann davonging,

musste er sich eingestehen, dass ihm sein Reichtum wichtiger war

als das, was Jesus ihm anbot. Wenn wir etwas abgeben, wünscht

sich Jesus von uns, dass wir das auch in dem Vertrauen darauf

tun, dass Jesus uns versorgt. Dass er das tun wird, hat er uns

versprochen!

Abschnitt 6: Vertiefende Bastelarbeit

Als Menschen, denen wichtig ist, was Jesus sich von uns wünscht

und wie Jesus sich unser Leben vorstellt, machen wir uns auf die

Suche nach einer biblischen Aussage zum Thema. Dabei stoßen

wir nicht auf den Rat, alles zu verkaufen, aber auf eine wichtige

Aussage im Brief an die Hebräer, Kapitel 13, Vers 16:

„Vergesst nicht Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, denn

solche Opfer gefallen Gott.“

Was kann ich also tun? Darüber werden wir in den kommenden

Wochen auch sprechen.

Den Leitvers können die Kinder zum Abschluss als Aufschrift auf einem gebastelten

Lesezeichen oder Kühlschrankmagneten mit nach Hause nehmen.

1. Einheit | Wir und Die – Unterschiede entdecken


Bastelanleitung

Material

• fester Karton

• blaues Tonpapier

• Farbkopien Erdball + Kopien Bibelvers und Zeigefi nger

• Kleber, Schere

• für Kühlschrankmagnet: Magnete (ca. 2 cm Durchmesser) + Styroporkugeln

(ca. 2,5 cm Durchmesser)

Lesezeichen:

• den Karton auf eine Größe von ca. 15 cm Länge und 5 cm Breite zuschneiden

• mit blauem Tonpapier bekleben

• Zeigefi nger, Erdball und Bibelvers ausschneiden und aufkleben

• evtl. Form des Zeigefi ngers oben als Kontur schneiden

Kühlschrankmagnet:

• Karton auf Viereck von ca. 9 x 6 cm zuschneiden, mit blauem Papier bekleben

• Bibelvers ausschneiden und aufkleben

• für einen leicht plastischen Effekt Styroporkugel halbieren und den Erdball darüber

kleben, dann rechts unten beim Bibelvers aufkleben

• mit Heißklebepistole hinten mittig einen Magneten befestigen

1. Einheit | Wir und Die – Unterschiede entdecken

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Anhang

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1. Einheit | Anhang

(5 x kopieren)


Vergesst nicht,

Gutes zu tun und

mit anderen zu

teilen, denn über

solche Opfer

freut sich Gott.

Hebräer 13, 16

Vergesst nicht, Gutes zu

tun und mit anderen zu

teilen, denn über solche

Opfer freut sich Gott.

Hebräer 13, 16

Vergesst nicht,

Gutes zu tun und

mit anderen zu

teilen, denn über

solche Opfer

freut sich Gott.

Hebräer 13, 16

Vergesst nicht, Gutes zu

tun und mit anderen zu

teilen, denn über solche

Opfer freut sich Gott.

Hebräer 13, 16

Vergesst nicht,

Gutes zu tun und

mit anderen zu

teilen, denn über

solche Opfer

freut sich Gott.

Hebräer 13, 16

Vergesst nicht, Gutes zu

tun und mit anderen zu

teilen, denn über solche

Opfer freut sich Gott.

Hebräer 13, 16

Vergesst nicht,

Gutes zu tun und

mit anderen zu

teilen, denn über

solche Opfer

freut sich Gott.

Hebräer 13, 16

Vergesst nicht, Gutes zu

tun und mit anderen zu

teilen, denn über solche

Opfer freut sich Gott.

Hebräer 13, 16

1. Einheit | Anhang

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Bericht 1: Ein anderer Alltag

Ein schmaler Weg führt vorbei an kargen Maisfeldern, in denen vereinzelt Cashew-Bäume wachsen. Dann

versperrt mannshohes Elefantengras den Blick auf die Anbaufl ächen. Der Geruch von Rauch steigt in die

Nase, untrügliches Zeichen dafür, dass sich der Reisende einer Siedlung nähert. Der Weg öffnet sich, und

auf einer großen Fläche stehen grasgedeckte Lehmhütten, dazwischen Kokospalmen.

Für den europäischen Besucher ist es im ersten Moment eine beschauliche Szene: Frauen brechen Körner

aus Maiskolben, andere stampfen sie im Mörser, wieder andere kochen daraus eine weiße breiige Masse,

das Ugali. Von der Hütte drüben klingt Klopfen und Hämmern: Der Dorf-Schreiner baut mit einfachsten

Mitteln einen Stuhl zusammen. Sieht der Besucher genauer hin, merkt er schnell, dass das Leben in diesem

tansanischen Dorf alles andere als beschaulich ist. Es ist harter Lebenskampf. Noch ist das kleine runde

Silo aus gefl ochtenen Zweigen mit dem Maisvorrat fast voll. Die Maisernte war in diesem Jahr vergleichsweise

gut. Aber sie muss für die vielköpfi ge Familie bis zum nächsten Jahr reichen. So heißt es haushalten

und einteilen.

Der Frau, die mit dem Holzpfl ock die harten Maiskörner zu Pulver stampft, steht der Schweiß auf der

Stirn. Es ist eine kräftezehrende Arbeit. Auch das Holz zum Kochen hat sie mühsam draußen im Busch

gesammelt. Das Wasser, das im Kochtopf auf der aus drei Steinen bestehenden Feuerstelle siedet, stammt

aus dem Wasservorrat der Familie, einem gelben Plastikeimer. Schon am frühen Morgen war die Mutter

damit unten am Fluss, hatte ihn mit Wasser gefüllt und mehr als zwei Kilometer weit auf dem Kopf zu

ihrer Hütte getragen.

Unter einem kleinen Vordach sitzen zwei Männer und essen. Vor ihnen ein großer Kloß Ugali, daneben

eine kleine Schüssel mit gekochtem Gemüse. Einer bricht ein kleines Stück Ugali ab, taucht es in die

Gemüseschale und isst es. In einer anderen Ecke des Dorfes haben sich mehrere Jungen im Kreis um eine

Schale mit gekochtem Reis versammelt. Es ist ihr Mittagessen, das sie miteinander teilen. Hier gibt es kein

Gemüse und keine Soße dazu, aber genug Reis, um satt zu werden. Inzwischen sind wir von einer großen

Kinderschar umgeben. Selten verirrt sich einmal ein Fremder, noch dazu ein Wazungo, ein Weißer, in ihr

Dorf. „Picha, picha“, „Foto, Foto“ rufen sie und stellen sich nur allzu gerne für ein Gruppenbild auf.

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1. Einheit | Anhang


„Picha, picha“ - der Fotograf kommt.

Gespielt wird in und mit der Natur.

1. Einheit | Anhang

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Häuser aus Lehmziegeln können sich längst nicht alle Menschen im Süden Tansanias leisten.

Dorfl eben

18 1. Einheit | Anhang


Beim Maisstampfen

1. Einheit | Anhang

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Bericht 2: Ein Tag im Leben des Schülers Issa

Issa Salum ist 18. In einer Großstadt war er noch nicht, ebenso wenig im Internet. MP3-Player, CD-Spieler,

Fernseher oder Radio? Ebenfalls Fehlanzeige. Trotzdem macht er einen zufriedenen Eindruck, denn er hat

Chancen, die viele der Altersgenossen in seiner Heimat noch nicht haben. Issa lebt im Süden Tansanias.

Er besucht die Kiuma Sekundarschule. Das christliche Hilfswerk wortundtat hat die Schule aufgebaut. Nur

eine holperige Sandpiste führt dorthin.

Morgens um 5.45 Uhr beginnt der Tag für Issa und rund 700 andere Schülerinnen und Schüler. Dann wird

es in der Region hell – nahezu das ganze Jahr hindurch, denn die Schule liegt nah am Äquator. Da ändert

sich die Länge von Tag und Nacht praktisch nicht. Es geht los mit waschen, anziehen, Zimmer aufräumen.

Das Zimmer teilt Issa mit drei anderen Jungen. Und auch wenn der Raum mit etwa 9 m2 für deutsche

Verhältnisse sehr klein ist und wenig Privatsphäre bietet: Noch vor wenigen Jahren lag die nächste Schule

70 Kilometer entfernt. Issa hätte dann nur die Grundschule besucht, hätte Kleinbauer werden können, wie

seine Eltern. So aber räumt er seine Kleidung in den kleinen Koffer, der ihm als Schrank dient, macht sein

Bett und dann ersetzt eine Runde Putzen den Frühsport. Das gehört dazu, weil von draußen viel Sand ins

Haus getragen wird.

Um 7 Uhr läutet die Glocke von Kiuma. Nun geht es zur morgendlichen Andacht in die Kirche. Pünktlichkeit

ist hier nicht so wichtig und eine Uhr hat sowieso kaum jemand: Da wird eine gute halbe Stunde

lebhaft gesungen, gebetet und die Bibel ausgelegt, während nach und nach die Schüler ankommen. Und

wenn die Andacht gegen 7.45 Uhr endet, haben die letzten gerade erst Platz genommen.

Nach der Andacht geht Issa ohne Frühstück in den Unterricht. Für ihn ist das normal. Zum einen ist die

Esskultur in Tansania anders als bei uns. Zum anderen bekommt Issa dreimal am Tag richtige – wenn auch

einfache – Mahlzeiten in der Schule. Die sehen meistens so aus: gegen 11 Uhr Frühstück in Form einer

Portion Haferbrei, gegen 14 Uhr und abends rote Bohnen mit Ugali. Das ist eine landestypische Beilage

aus Mais. Sonntags gibt es Reis mit Eintopf. All das ist eine Menge mehr, als die meisten Menschen

in diesem Teil des Landes haben. Issa hat das selbst erlebt: Nach dem Tod seines Vaters versuchte seine

Mutter mit eigener Landwirtschaft genug Essen auf den Tisch zu bringen. Bei schlechten Ernten gab es nur

einmal täglich eine Mahlzeit von den Nachbarn – den Rest des Tages hat er Hunger geschoben. „Worüber

sollte ich hier im Internat also klagen“, scheint sein Blick zu fragen.

Der Stundenplan von Issa mag eintönig klingen: Mathe, Bio, Physik, Chemie, Englisch, Staatsbürgerkunde,

Geografi e und Geschichte wechseln einander ab. Hier, im abgelegenen Süden Tansanias, grenzt das aber

an ein Wunder. Hinzu kommen Stunden in der Landessprache Kisuaheli und – ja – Landwirtschaft: Fast

jede Familie baut Pfl anzen für den Eigenbedarf an. Wer darauf in der Schule gut vorbereitet wird, erzielt

später bessere Erträge.

Gegen 16.30 Uhr endet der Unterricht. Dann folgen klassenübergreifende Aktivitäten: Sport, Diskussionsrunden,

Gartenarbeit und Arbeitsgruppen. Danach bleibt etwas Zeit zum Essen, zum Lernen und für

Hausaufgaben. Gegen 18:30 Uhr setzt die kurze Dämmerung ein und weil Strom teuer ist und der nächste

Tag wieder früh beginnt, ist Issa meist zwischen 20 und 21 Uhr im Bett.

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Issa in seiner Schulklasse

Am Fußballplatz

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Auf dem zur Morgenandacht

Issas Klassenkameradin Joyce wäscht ihre Kleidung

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Joyce in ihrem „Schlafzimmer“ mit Freundinnen

1. Einheit | Anhang

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II. Einheit

Wort und Tat gehören zusammen

Vorab bemerkt

Die Kinder haben den Bericht aus Tansania gehört und erste Informationen über die

Arbeit des Hilfswerks wortundtat bekommen. Mit einer kulinarischen Erfahrung wird

der Bericht (auch für Kinder, die bei der ersten Einheit nicht dabei waren) kurz wiederholt.

Schwerpunkt der zweien Einheit ist die Entstehung und Grundmotivation von wortundtat.

Dabei soll klar werden, dass hinter allem Engagement ein konkreter Auftrag

steht, der sich aus der Nachfolgerschaft als Jünger Jesu begründet. Dr. Heinz-Horst

Deichmann hat sich 1977 der Not der Leprakranken gestellt und das Hilfswerk mit diesen

Grundgedanken ins Leben gerufen. Hilfreich als Hintergrundinformation kann hier

die Lektüre des Buches „Warum sind sie reich, Herr Deichmann?“ sein.

Am wortundtat-Logo wird die Bedeutung des direkten Zusammenhangs zwischen Wort

und Tat erarbeitet – zwischen der Botschaft von der Liebe Gottes auf der einen und der

praktischen Hilfe und der gelebten Anteilnahme auf der anderen Seite. Unterstrichen

wird dies mit der biblischen Aussage in Römer 5,8. Gott selbst ist uns das große Vorbild:

Er lässt der ausgesprochenen Liebe zu uns Menschen seine Erlösungstat folgen.

Zur Vorbereitung

Zubereitung von Ugali

Zutaten

• 3 Tassen Wasser

• 3 gehäufte Esslöffel Maismehl (weiß oder gelb)

• etwas Salz

Wasser zum Kochen bringen. Maismehl dazugeben. Mit Schneebesen gut einrühren.

Wenn der Brei fester wird, mit Kochlöffel unter ständigem Verkneten bei schwacher

Hitze 5-10 Minuten weiterkochen. Vom Herd nehmen.

Steht für den Kindergottesdienst mehr Zeit zur Verfügung, kann das Ugali zu Beginn

mit den Kindern zubereitet werden. So können die Kinder erleben, wie viel Kraft das

ständige Rühren und Verkneten des Breis kostet.

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2. Einheit | Wort und Tat gehören zusammen


Benötigtes Material:

• vorbereitetes Ugali (siehe Rezept), Decken, evtl. etwas „afrikanische Deko“

• Strichzeichnungen (Mann auf Brücke / Specht mit Würmern – s. Anhang)

• Bild von Dr. Heinz-Horst Deichmann (s. im Text), evtl. Buch: „Warum sind sie reich,

Herr Deichmann?“

• Text: Entstehung des Hilfswerks (s. Anhang)

• ausreichend Knetgummi

• wortundtat-Logo zum Ausmalen (s. Anhang), rote Stifte

• Kopien für je 2 Kinder von Römer 5,8 mit möglichen Satzendungen

Abschnitt 1: Einstieg

Nach dem Bericht aus Afrika werden die Kinder nun mit „afrikanischem Flair“ empfangen.

Dazu braucht man so viel Platz, dass alle Kinder im großen Kreis auf dem

Boden sitzen können. Eventuell lässt sich Dekomaterial besorgen (Giraffen, Elefanten,

Krüge, Decken …). In der Mitte steht auf einem Tuch die Schale mit dem vorbereiteten

Ugali.

Die Kinder nehmen im Kreis um die Schale Platz und tragen kurz zusammen, was

von der vergangenen Einheit in Erinnerung geblieben ist. Dabei sollte der Bericht aus

Tansania Schwerpunkt sein (Wie leben die Menschen dort? Was ist anders …?). Mit der

Frage: „Was essen die Leute dort?“ wird nun der Inhalt der Schale in der Mitte thematisiert:

Das ist Ugali – ein gekochter Brei aus Maismehl, Wasser und ein

wenig Salz. Dieses Gericht essen viele Menschen in Tansania statt

Brot mit Wurst und Käse, Kartoffeln, Fleisch oder Müsli. Oft gibt

es Ugali mehrmals am Tag und wenn nichts anderes zur Verfügung

steht, bleibt es die einzige Speise auf dem Tisch.

Mit der Einladung, das Ugali zu probieren, wird noch erklärt, dass man es mit den

Fingern isst!

Man nimmt sich ein kleines Stück, rollt es in der Hand zu einem

Ball und drückt es zuletzt fl ach zu einer Scheibe. (Wenn neben

Ugali auch Gemüse vorhanden ist, taucht man die Scheibe in das

Gemüse und isst dann.)

Reaktionen der Kinder zu Aussehen, Geschmack und Handhabung sammeln)

Wer kann sich vorstellen, das als Lieblingsspeise zu haben?

Wie wäre das, morgens, mittags und abends ab jetzt nur noch

Ugali zu essen?

Für uns, die wir Abwechslung und Auswahl beim Essen gewöhnt

sind, wäre das eine ziemliche Umstellung, oder?

Unsere reich gedeckten Tische, die vollen Regale in den Geschäften,

die vielen Geschmacksrichtungen und unsere Wünsche

nach dieser und jener Speise sind Zeichen unseres Reichtums.

Auch wenn den Menschen in Tansania das Ugali vielleicht besser

2. Einheit | Wort und Tat gehören zusammen

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schmeckt als uns, brauchen sie Hilfe in vielen Bereichen. Ihr Leben

ist oft bedroht von Hunger, Krankheit und Armut.

Aber wie und womit kann dort und in anderen Teilen der Welt

geholfen werden?

Was ist Hilfe und wie sollte sie aussehen?

Dazu habe ich zwei Bilder mitgebracht.

Abschnitt 2: Bildbetrachtung – nutzlose und sinnvolle Hilfe

Die Kinder betrachten zunächst Bild 1 und können ihre spontanen Gedanken äußern:

‚Die Hilfe nützt nichts.‘, ‚… lässt Ertrinkenden noch mehr verzweifeln.‘, ‚Der Mann auf

der Brücke schaut ja gar nicht hin.‘, ‚…beruhigt nur sein Gewissen.‘, ‚Er reagiert, tut

aber nichts Sinnvolles.‘

Hinweis an die Kinder:

Schade, wenn Hilfe so danebengeht.

Nun wird Bild 2 gezeigt und wieder können die Kinder sich spontan äußern: ‚Mutiger

Einsatz‘, ‚Notsituation richtig erkannt‘, ‚Jeder bringt sich ein.‘, ‚Jeder, auch der hinterste

Wurm, ist wichtig.‘

Abschließende Frage:

„Wer braucht hier den größten Mut?“

Antwort: Der Wurm, der als erster anpackt und seinem Kollegen hilft; steht in der

größten Gefahr, auch vom Specht geschnappt zu werden. Risiko: Ich helfe, aber allein

schaffe ich es nicht. Ob andere mit anpacken werden?

Genauso wie der Wurm auf dem Bild gibt es mutige Menschen,

die eine Notsituation wahrnehmen und anfangen zu helfen. Und

ähnlich wie auf dem Bild können diese Menschen allein nichts

ausrichten. Sie brauchen Leute, die anpacken, die mithelfen.

Abschnitt 3: Entstehung des Hilfswerkes wortundtat

Einer dieser mutigen Menschen wird euch jetzt vorgestellt. Es ist

Dr. Heinz-Horst Deichmann – vielleicht habt ihr diesen Namen

schon einmal gehört; vielleicht, als ihr Schuhe eingekauft habt …

In Stichpunkten etwas zur Person sagen:

• übernahm das Schuhgeschäft seiner Eltern,

• baute nach der Devise „gute Schuhe zum günstigen Preis für alle“ ein funktionierendes,

mittlerweile fast weltweit arbeitendes Unternehmen auf,

• hat trotz großer Gewinne nie seine Verantwortung gegenüber Benachteiligten vergessen

2. Einheit | Wort und Tat gehören zusammen


Dieser Dr. Deichmann hatte ein Erlebnis, das eine große Wirkung

auf ihn hatte und das der Beginn einer großartigen Hilfsaktion

war:

Bericht 1 vorlesen oder für jüngere Kinder den Inhalt mit eigenen einfacheren Worten

wiedergeben

Wir werden uns später noch ansehen, was alles daraus entstanden

ist und wie dieses Hilfswerk heute tätig ist.

Abschnitt 4: Spielerische Erfahrung – wenn Wort und Tat nicht zusammenpassen

Jetzt können die Kinder wieder aktiv werden. Die Aufgabe hilft, den Sinn der Bezeichnung

„wortundtat“ besser zu verstehen. Das darf vorher nicht verraten werden.

Der Mitarbeiter macht im Folgenden Aussagen und gibt Anweisungen, setzt diese aber

nicht in die Tat um. Auf eine Diskussion darüber lässt er sich während der Knetaktion

nicht ein.

Ihr habt am Anfang schon gezeigt, dass ihr Ugali-Kugeln formen

könnt. Jetzt könnt ihr noch einmal eure Knetkünste beweisen.

Jeder von euch bekommt ein großes Stück Knete.

Jedes Kind bekommt ein kleines Stück Knete.

Damit sollt ihr ein Tier kneten, das es in Afrika gibt und das in

großen Herden vorkommt: eine Antilope.

Ich helfe euch gern dabei.

Ich zeige euch auch Bilder von Antilopen.

Ihr habt für die Aufgabe ausreichend Zeit.

Der Mitarbeiter hilft dann nicht, zeigt keine Bilder und beendet die Aktion nach kurzer

Zeit durch Einsammeln des Knetgummis (aber so, dass die Kinder merken, dass sie

allein gelassen wurden). Ggf. muss man sich Ausreden einfallen lassen: ‚Kann gerade

nicht.‘, ‚Bilder habe ich wohl vergessen.‘ etc. Sollten die Kinder über die zu schnell

abgebrochene Knetaktion klagen, kann man das Angebot machen, dass sie nach der

Kinderstunde weiter kneten können.

Nach dem Einsammeln des Knetgummis dürfen die Kinder ihren Frust über die „missglückte“

Aktion loswerden. Der Mitarbeiter lässt sie formulieren, woran sie ihren

Unmut festmachen. Das Ergebnis: Das Verhalten des Mitarbeiters verärgert, weil er

nicht hielt, was er versprochen hat.

2. Einheit | Wort und Tat gehören zusammen

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Abschnitt 5: wortundtat-Logo – den Sinn verstehen

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Wir haben von Dr. Deichmann gehört, der das Hilfswerk wortundtat

gegründet hat.

Das Logo mit Schriftzug und Handzeichen wird gezeigt.

Eigentlich schreibt man wortundtat gar nicht so, oder? Es sind

doch drei einzelne Wörter. Aber hier schreibt man sie zusammen.

Das soll deutlich machen, dass Wort und Tat, zusammengehören.

Eben hatte ich versprochen, euch beim Kneten zu helfen, habe

es dann aber nicht getan. Da passten meine gesprochenen Worte

nicht zu meinem Handeln, zu meiner Tat. Und wie man sich fühlt,

wenn man so behandelt wird, habt ihr gerade erlebt.

Ihr seht auf dem Bild eine Hand, die für die „Tat“ steht. Anpacken,

wo Not ist, das macht das Hilfswerk wortundtat. Könnt ihr

aber noch etwas anderes entdecken?

Pause – warten, ob von den Kindern etwas kommt.

Man sieht auch ein Kreuz. Dr. Heinz-Horst Deichmann und die

Mitarbeiter dieses Hilfswerkes wissen: Es gibt etwas, das ist so

wichtig, dass es zur Hilfe in praktischen Bereichen unbedingt dazugehört.

Die Menschen sollen von Jesus erfahren, der sie liebt

und der ihrem Leben einen ganz neuen Sinn geben will.

Deshalb hat wortundtat diesen Namen und deshalb handelt das

Hilfswerk nach dem Motto:

„Gott liebt die Menschen. Wir zeigen es ihnen – in Wort und Tat.“

Abschnitt 6: Biblischer Bezug – Brief an die Römer 5,8

Wort und Tat haben bei Jesus immer übereingestimmt. Er hat das,

was er den Leuten erklärt und gepredigt hat, selbst vorgelebt.

Nach seinem Vorbild sollen auch wir handeln.

Ich hatte versprochen, euch beim Kneten zu helfen und habe es

nicht getan – ein Wort aber keine Tat. Das war nicht ehrlich, eine

leere Versprechung.

Gott sagt uns in der Bibel, seiner Nachricht an uns, dass er uns

liebt. Ist das auch nur eine leere Versprechung oder hat er das,

was er sagt, in die Tat umgesetzt? Im Römerbrief, Kapitel 5,

Vers 8, steht ein Satz, von dem ich euch die erste Hälfte vorlese:

„Gott hat uns seine Liebe gerade dadurch bewiesen, …

Wie wird dieser Satz wohl weitergehen?

Mit der Aufgabenstellung, jeweils zu zweit die in der Bibel stehende richtige Fortsetzung

zu erraten, werden dann die Ankreuzzettel mit den fünf möglichen Antworten

2. Einheit | Wort und Tat gehören zusammen


ausgeteilt. Nach einer kurzen Beratungszeit dürfen die Kinder nacheinander ihre Lösung

vorlesen und möglichst begründen.

Der Mitarbeiter versucht bei der richtigen Aufl ösung die Einzigartigkeit der Liebe Gottes

ohne Gegenleistung herauszuarbeiten.

Abschließend den Kindern erklären

Gottes Liebe zu uns ist einzigartig. Er verlangt keine Gegenleistung.

Wenn wir erkannt haben, dass er es so gut mit uns meint,

vertrauen wir uns ihm gern an und möchten auch seinen Willen

tun. Und er möchte, dass allen Menschen geholfen wird und jeder

ihn kennenlernt.

Deshalb gehen die Mitarbeiter von wortundtat zu den Menschen,

die nichts von Jesus wissen, um von ihm zu erzählen. Und sie zeigen

gleichzeitig durch ihre praktische Hilfe, dass sie Gottes Liebe

als seine Nachfolger in die Tat umsetzen.

Abschnitt 7: Logo malen

Gott hat uns seine Liebe gerade dadurch

bewiesen, dass …

… er uns davon befreite, seine

Gebote zu halten.

… Christus für uns gestorben ist,

als wir noch Sünder waren.

… er alle unsere Schuld

vergessen hat.

… Christus für uns gestorben

ist, als wir bereit waren, ihm

zu folgen.

… er Christus in die Welt

sandte, um uns seinen Willen

zu verkünden.

Falls noch Zeit ist, kann jedes Kind die Logo-Vorlage rot ausmalen. Die fertigen

Blätter werden zur Erinnerung mit nach Hause genommen oder für die Plakatwand

aufgehoben.

2. Einheit | Wort und Tat gehören zusammen

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Anhang

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2. Einheit | Anhang


2. Einheit | Anhang

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Bericht 1: Die Gründung von wortundtat

1977 fuhr Dr. Heinz-Horst Deichmann nach Indien, um sich ein Projekt anzusehen, für das er gespendet

hatte: Die AMG India, was so viel heißt wie „Advancing the Ministries of the Gospel“ (wörtlich: „die

Dienste des Evangeliums voranbringen“). Aus einer kleinen „Extratour“ wurde ein großes und wichtiges

Kapitel der „Deichmann-Geschichte“. Die AMG hatte sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung von

Leprakranken zu verbessern und den christlichen Glauben zu verbreiten. Die Sache steckte noch in den

Kinderschuhen – was im bevölkerungsreichen Indien aber nicht ausschloss, dass sich Hunderte von

Leprakranken versammelten, wenn die AMG-Leute in ein Dorf kamen, um Essen zu verteilen, Verbände

zu wechseln und das Evangelium zu verkündigen. „Das war das Entscheidende bei dem Besuch: dass

ich plötzlich mit ein paar Hundert Leprakranken auf einmal konfrontiert war“, erzählt Deichmann später.

„Was sollte ich den Leuten sagen? Ich konnte ihnen ja nicht einfach sagen: ‚Bekehrt euch!‘ Da hat‘s mich

allmählich gepackt. Ich habe verstanden, wie ausgestoßen sie sind, dass sie sich mit ihrem Karma von den

Göttern verdammt fühlen. Was sollte ich ihnen, was musste ich ihnen bringen? Ich habe ihre entstellten

Gesichter gesehen, die vielen blinden Augen, die Gliedmaßen ohne Arme und Füße ...“.

Es ist eine Weichenstellung in Deichmanns Leben. „Da kann man nur weglaufen oder helfen“, sagt er im

Rückblick immer wieder, wenn er über diesen Tag spricht. Was er an diesem Tag dort erlebte, ließ ihn nicht

mehr los. Fortan war die Aufgabe, die AMG India sich gestellt hatte, Dr. Deichmanns „Ding“. Um seinem

Engagement eine Rechtsform zu geben, wurde das Hilfswerk wortundtat gegründet.

Auszug aus: Hanna Schott, Andreas Malessa: „Warum sind Sie reich, Herr Deichmann? – Die Deichmann-Story, über den Umgang mit Geld und

Verantwortung“, SCM R.Brockhaus, 5. Aufl age 2008

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2. Einheit | Anhang


Römer 5, 8 – welche Endung ist richtig? Kreuze an und begründe, warum.

Gott hat uns seine Liebe gerade dadurch

bewiesen, dass …

… er uns davon befreite, seine

Gebote zu halten.

… Christus für uns gestorben ist,

als wir noch Sünder waren.

… er alle unsere Schuld

vergessen hat.

… Christus für uns gestorben

ist, als wir bereit waren, ihm

zu folgen.

… er Christus in die Welt

sandte, um uns seinen Willen

zu verkünden.

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Kopiervorlage Logo

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III. Einheit:

wortundtat kann das –

und was kann ich tun?

Vorab bemerkt

In dieser Einheit bekommen die Kinder einen kurzen Überblick über die Einsatzorte

von wortundtat. Zum Beispiel durch eine Weltkarte mit angebrachten Fähnchen an den

Einsatzgebieten prägen sich diese gut ein. Kurze Filmausschnitte oder Bilder machen

beispielhaft die Bandbreite der einzelnen Hilfsmaßnahmen deutlich.

Ein wesentliches Merkmal der Arbeit von wortundtat ist das Prinzip, vorrangig Hilfe

zur Selbsthilfe zu leisten. Dies soll den Kindern mit einfachen Worten verständlich gemacht

werden. Das Beispiel zur Nutzung der Spendengelder kann das unterstreichen.

Auch kommt jetzt die Frage auf, was denn der Einzelne tun kann, erst recht als Kind.

Dabei wird gezeigt, dass jeder Beitrag hilft – egal wie groß er ist. Ein kleines Experiment

unterstreicht diese Aussage und zeigt, dass viele kleine Gaben zusammen große

Wirkung zeigen.

Der biblische Bezug wird über das Matthäus-Evangelium, Kapitel 25, Verse 31-40, hergestellt.

Dort sagt Jesus uns konkret, was er sich von uns wünscht und woran einmal

unser Handeln gemessen wird. Seine Liebe zu den Benachteiligten dieser Welt wird

daran deutlich: Er fühlt persönlich mit, ob ihnen geholfen wird.

Wichtig ist, dass die Kinder diesen Text und die Beispiele zur Gabe des „Zehnten“ nicht

als geschuldete Pfl icht verstehen. Vielmehr sollen sie darüber nachdenken, ob sie selbst

helfen wollen, weil Jesus das so vorgelebt hat.

Zur Vorbereitung:

Benötigtes Material

• „wortundtat-Weltkarte“ möglichst groß ausgedruckt oder Globus, evtl. Fotos von

Menschen verschiedener Erdteile

• vier vorbereitete „wortundtat-Fähnchen“ (Stecknadeln mit kleinem Papierstreifen, auf

dem das wortundtat-Logo abgedruckt ist – s. Anhang)

• Filmausschnitte oder Bilder zu Indien, Tansania, Moldau und Griechenland

(www.youtube.com/wortundtat1977)

• 20 einzelne Cent-Stücke

• vorbereitete „Waage“: 1 Holzspatel, doppelseitiges Klebeband, 1 Würfelzucker, zwei

kleine Joghurtbecher, getrocknete Erbsen, Stein(e)

• „Hoffnung für alle“-Bibel

• Eierkarton

• Tüte Bonbons

3. Einheit | wortundtat kann das – und was kann ich tun?

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Herstellung Waage: Auf dem Holzspatel wird mit einem Stift längs die Mitte markiert.

Die Joghurt-Becher werden mit doppelseitigem Klebeband auf den Enden des Holzspatels

befestigt. Der Würfelzucker wird bei der Markierung unter den Holzspatel gelegt.

Abschnitt 1: Einstieg

An der Wand wird die „wortundtat-Weltkarte“ befestigt. Alternativ wird ein Globus

in die Mitte gestellt (dann benötigt man Zahnstocher und Knete statt Stecknadeln). Wir

betrachten die Darstellung unserer Erde, lassen die Kinder evtl. Erdteile und Ozeane

benennen.

Mit jüngeren Kindern kann man eine Fragerunde nach bereits bereisten Urlaubsländern

anschließen und diese von ihnen selbst oder mit Hilfe des Mitarbeiters zeigen lassen. So

kann man einen persönlichen Bezug zu Entfernungen und geographischen Positionen

herstellen.

Für ältere Kinder kann man einige Fotos von Menschen mit typischen Merkmalen ihrer

Herkunft oder Kultur den jeweiligen Gebieten zuordnen lassen (Afrikaner, Araber, Chinesen,

Nordeuropäer ...).

Abschnitt 2: Wirkungsorte von wortundtat

Anhand der Darstellung der Hand mit dem Kreuz wird zunächst die Bezeichnung der

Organisation abgeleitet und die tiefere Bedeutung des Logos wiederholt.

Indien

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Wir werden uns jetzt ansehen, wo und wie sich die Hilfsorganisation

wortundtat auf der Welt bereits einsetzt.

Wisst ihr noch, wie es zu dem Entschluss kam, das Hilfswerk zu

gründen?

Dr. Heinz-Horst Deichmann reiste nach Indien in den Bundesstaat

Andhra Pradesh. Dort war er von der Not der an Lepra erkrankten

Menschen so betroffen, dass er sich vornahm: „Hier werde ich

helfen!“ Das war 1977. Seitdem ist dort in Zusammenarbeit mit

einer indischen Organisation viel Gutes entstanden.

Filmausschnitt oder Bilder im Bildband „Hoffnung geben“ zeigen.

3. Einheit | wortundtat kann das – und was kann ich tun?


Diese Bilder fi nden Sie im Anhang oder – zur Darstellung mit Beamer – mit einem Klick auf

www.wortundtat.de > Service > Kindergottesdienste

Zuletzt darf ein Kind auf der Weltkarte eine vorbereitete Stecknadel mit

Fähnchen-Logo im Südosten Indiens anbringen.

Tansania

Wir haben schon den Bericht von Issa gehört. Der ist richtig froh,

eine Schule besuchen zu können. Wisst ihr noch, wo er zu Hause

war?

In Tansania, einem Land in Afrika, unterstützt wortundtat ein

Projekt, das sich KIUMA nennt (KIUMA bedeutet: Kirche der Liebe

Christi). Dort ist man in vielen verschiedenen Bereichen aktiv.

Filmausschnitte oder Bilder aus Bildband „Hoffnung geben“ zeigen.

Diese Bilder fi nden Sie im Anhang oder – zur Darstellung mit Beamer – mit einem Klick auf

www.wortundtat.de > Service > Kindergottesdienste

Ein anderes Kind darf ein Fähnchen auf der Weltkarte in Tansania befestigen.

Republik Moldau

Es gibt noch weitere Gebiete, in denen sich wortundtat engagiert.

Ein Land, das ihr vielleicht gar nicht kennt, weil davon wenig

in den Nachrichten zu hören ist, ist die kleine Republik Moldau.

Ein kleines Land, welches zwar zu unserem reichen Europa gehört,

aber in dem die Menschen richtig arm sind. Oft können sie

es sich nicht leisten, zu heizen, obwohl es dort im Winter sehr

kalt wird. Auch einen Arztbesuch, den sie bräuchten, wenn sie

krank sind, können sie meist nicht bezahlen. Mit Leuten vor Ort

hat wortundtat hier den Verein „Gloria“ gegründet und hilft auf

vielseitige Weise.

Bildmaterial aus den aktuellen Magazinen oder aus dem Internet zeigen.

3. Einheit | wortundtat kann das – und was kann ich tun?

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Diese Bilder fi nden Sie im Anhang oder – zur Darstellung mit Beamer – mit einem Klick auf

www.wortundtat.de > Service > Kindergottesdienste

Ein Fähnchen wird in der Republik Moldau eingesteckt.

Griechenland

Auch in Griechenland ist das Hilfswerk aktiv. Hier unterstützt

wortundtat in der Hauptstadt Athen ein Zentrum für Flüchtlinge.

Das sind Menschen, die aus ihren Heimatländern fl iehen,

weil dort Krieg herrscht oder sie aus anderen Gründen dort nicht

mehr leben können. Da es aber viel zu viele Menschen gibt, die

so in Griechenland ankommen, fi nden diese keine Arbeit und

keine Möglichkeit, sich eine neue Existenz aufzubauen. Durch

eine christliche Initiative, die wortundtat fi nanziell unterstützt,

bekommen diese Menschen z.B. kostenlose Mahlzeiten und Möglichkeiten,

sich und ihre Wäsche zu waschen.

Bildmaterial aus den aktuellen Magazinen oder aus dem Internet zeigen.

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3. Einheit | wortundtat kann das – und was kann ich tun?


Diese Bilder fi nden Sie im Anhang oder – zur Darstellung mit Beamer – mit einem Klick auf

www.wortundtat.de > Service > Kindergottesdienste

Ein Fähnchen wird bei Athen befestigt.

Abschnitt 2: Unterstützung nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“

Jetzt wisst ihr, wo wortundtat Hilfe leistet. Interessant ist aber

auch, wie diese Hilfe organisiert wird. wortundtat schickt keine

Mitarbeiter aus Deutschland nach Indien und in die anderen

Länder. Vielmehr arbeitet wortundtat mit bestehenden Organisationen

in den Ländern zusammen. Warum eigentlich?

wortundtat ist der Überzeugung, dass zum Beispiel die Menschen

in Indien besser wissen, wie Indern geholfen werden kann. Ein

Inder, der sein ganzes Leben in dem Land lebt, kennt die Sprache

und versteht die Kultur gut. Ein Deutscher müsste das erst

kennenlernen. Und das Gleiche gilt für Tansania und die anderen

Länder.

wortundtat gibt nur Anregungen, Tipps und Geld und prüft, ob

die Hilfe bei den Bedürftigen ankommt. Die Arbeit selbst aber

machen die Leute, die im Land leben.

Noch ein Aspekt ist wortundtat wichtig: Die Menschen sollen

lernen, sich selbst zu helfen. Dann werden sie irgendwann unabhängig

von der fremden Unterstützung. Das nennt man Hilfe

zur Selbsthilfe. Und die funktioniert vereinfacht gesagt so: Einem

hungrigen Menschen gebe ich Brot gegen den Hunger und erkläre

ihm gleichzeitig, wie er Getreide anbaut und erntet, wie er

aus den geernteten Körnern Mehl mahlt und aus dem Mehl Brot

macht. So lange, bis er diese Arbeiten selbst beherrscht, bekommt

er das Brot von mir. Danach kann er es selbst herstellen.

Wegen dieser Hilfe zur Selbsthilfe legt wortundtat großen Wert

darauf, dass die Kinder der Hilfsbedürftigen zur Schule gehen und

lernen. So können sie später Berufe ausüben, die ohne die Schule

für sie unerreichbar wären.

Beispielaktion zur Verdeutlichung des Themas für die Kinder

3. Einheit | wortundtat kann das – und was kann ich tun?

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Stellt euch einmal vor, ihr müsstet wie die Frauen in Tansania,

Wasser auf eurem Kopf transportieren. Das ist ziemlich schwierig.

Aber schaut euch mal an, was die Frauen dazu benutzen. Damit

ihr Eimer sicher auf dem Kopf steht, haben sie ein gewickeltes

Tuch als Unterlage. Und genau dieses Tuch richtig zu wickeln,

sollt ihr jetzt lernen.

3. Einheit | wortundtat kann das – und was kann ich tun?


Zuerst zeigt man ein fertig gewickeltes Tuch und lässt es die Kinder auch in die Hand

nehmen; dann faltet man es wieder auseinander

Jetzt habt ihr es gesehen und auch einmal in die Hand bekommen.

Könnt ihr es jetzt allein binden?

(Reaktionen der Kinder abwarten)

Nun gibt man den Kindern einige Tücher und - indem man die einzelnen Schritte des

Bindens vormacht und erklärt - lässt man sie es Schritt für Schritt nachmachen.

Nachdem die Kinder einige kurze Binde-Versuche unternommen haben, werden die Tücher

wieder eingesammelt (für interessierte Kinder kann man eine weitere Übung nach

dem Programm anbieten).

Frage: Wenn ihr diese gewickelten Tücher wirklich zum Transport

bräuchtet, was würde euch dann mehr helfen? Dass immer erst

jemand kommt, der euch die Tücher bringt oder sie bindet oder

dass ihr gelernt habt, sie selbst zu binden?

Sich selbst helfen können ist immer besser, als von der Hilfe anderer

abhängig zu sein. Und das möchte wortundtat durch die

Hilfe zur Selbsthilfe erreichen.

Abschnitt 3: Die Not in der Welt ist so groß – da kann ich nichts tun!(?)

Ihr habt gesehen, dass es viele Länder und viele Menschen gibt,

die Hilfe brauchen. Da kommt Euch vielleicht der Gedanke: Ich

mit meinem Geld kann da ja nichts bewirken! – Und so denken

viele Leute: „Ich habe so wenig. Damit kann sowieso niemandem

geholfen werden!“ Und deshalb geben sie nichts ab.

Wir werden uns einmal ansehen, ob sie Recht haben.

Ich gebe euch etwas, haltet es gut fest!

Jedes Kind bekommt vom Mitarbeiter eine Erbse. Die vorbereitete Waage wird in die

Mitte gestellt.

Das ist eine einfache Waage, die das Gewicht von zwei Mengen

vergleichen kann. In die eine Schale lege ich einen Stein.

Der Mitarbeiter legt einen Stein in die eine Schale der Waage.

Er soll die Not in unserer Welt symbolisieren: Menschen, die hungern,

krank sind und keinen Arzt haben; Menschen, die keine

Heimat haben. Die Not wiegt so schwer, dass die eine Seite der

Waage ganz unten ist.

Der Mitarbeiter greift ein Kind heraus.

3. Einheit | wortundtat kann das – und was kann ich tun?

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Jetzt sagt [Name des Kindes]: „Ich werde dagegen etwas tun!“ und gibt ihre/seine

Erbse ab.

Das Kind legt seine Erbse in die andere Waagschale.

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Das ist toll, doch es tut sich nichts – die kleine Erbse hat keine

Chance gegen den schweren Stein. Aber hat die Erbse wirklich

keine Kraft? Sie nützt dann ganz viel, wenn noch andere ihre

Erbse abgeben.

Jedes der Kinder gibt seine Erbse dazu.

Natürlich sind wir nur eine kleine Gruppe und die Not ist so groß.

Aber im Gottesdienst sitzen noch viele Leute. Stellt euch vor, sie

würden auch jeder eine Erbse abgeben!

Es wird die Menge der Gottesdienstbesucher grob geschätzt, diese Anzahl an Erbsen abgezählt

und in die Waagschale getan – nun sollte sich die Waage bewegen und die Seite

mit dem Stein nach oben gehen.

Erinnert ihr euch an das Bild mit dem Specht und den Würmern?

Gemeinsam lässt sich etwas bewegen und jeder kleine Beitrag

dazu ist wichtig!

Hinweis

Damit der Versuch mit der Waage klappt, muss vorher die Gewichtsverteilung getestet

werden. 100 Erbsen wiegen ca. 25g. Bei 10 Kindern und ca. 40 Gottesdienstbesuchern

(= 50 Erbsen) dürfte der Stein nicht mehr als 12g wiegen. Um eine gut sichtbare Wirkung

zu zeigen, kann man einen Stein verwenden, der nicht schwer ist, aber groß wirkt

z.B. aus Gasbeton/Porenbeton.

Abschnitt 4: Biblischer Bezug – Matthäus 25,31-40 und 1. Mose 28,22

Wir sehen uns jetzt an, was wir in der Bibel zum Thema „Geben“

fi nden. Interessanterweise handeln die meisten Stellen eher davon,

dass Gott uns etwas gibt. Nirgendwo fi nden wir das Gebot:

„Du musst so oder so viel abgeben!“

Aber Jesus wünscht sich von uns, dass wir die Armen nicht vergessen.

Einmal hat er seinen Zuhörern dazu etwas Wichtiges

gesagt: Wir lesen gemeinsam aus dem Evangelium des Matthäus,

Kapitel 25, Verse 31-40 (nach „Hoffnung für alle“).

Der Mitarbeiter fragt nach spontanen Reaktionen der Kinder?

Jesus sieht unseren Einsatz und freut sich so darüber, als würden

wir ihm selbst Gutes tun. Er sagt, dass genau dieser Einsatz unser

Leben wichtig macht.

3. Einheit | wortundtat kann das – und was kann ich tun?


Im Alten Testament lesen wir von Jakob, der einmal im Traum

eine Begegnung mit Gott hatte. Gott versprach ihm, immer an

seiner Seite zu sein. Das war für Jakob ein so wichtiges Erlebnis,

dass er diesem Gott vertrauen wollte, und Jakob hat daraufhin

etwas versprochen: 1. Mose 28, 22b „... von allem, was er mir

schenkt, will ich ihm den zehnten Teil zurückgeben!“

Noch heute richten sich viele Christen nach diesem Maß und

geben von dem, was sie verdienen, den zehnten Teil für die Gemeinde

oder Hilfszwecke in verschiedenen Bereichen ab.

Wir wollen uns an einigen Beispielen ansehen, was das bedeutet:

Beispiele:

• ein Eierkarton mit zehn Eiern

• eine Tüte Bonbons (abzählen, zehnten Teil ermitteln, beiseitelegen, es bleibt noch

genügend übrig, um jedes Kind einmal in die Tüte greifen zu lassen!!)

• Taschengeld: wir lassen die Kinder Beträge nennen und ermitteln gemeinsam den

zehnten Teil

• Freizeit: wird (in Stunden) erfragt und dann überlegt, wie man ein Zehntel davon

sinnvoll für Hilfe nutzen könnte

Abschnitt 5: Besprechung der geplanten Aktion

Zuletzt bespricht der Mitarbeiter mit den Kindern die geplante Aktion zur Vorstellung

der wortundtat-Arbeit in der Gemeinde. Sie/er erklärt, dass die nächste Einheit vor

allem dazu genutzt wird, eine Plakatwand mit Informationen zum Hilfswerk zu erstellen

und um Kekse zu backen, die zugunsten des Hilfswerkes verkauft/angeboten werden

sollen. Vielleicht haben manche Kinder auch Lust, zu Hause Bilder von dem zu malen,

was sie bereits gehört haben. Diese können an der Plakatwand Platz fi nden (z.B.

Dr. Deichmann bei den Lepra-Kranken; Menschen, denen gerade ein Teller mit Essen

gereicht wird, Bau eines Schulgebäudes etc.). Für die Plakate können selbstverständlich

auch die Fotos aus diesen Unterlagen verwendet werden.

Die Kinder sollen verstehen, dass sie als Informationsgeber fungieren werden und das

weitergeben können, was sie zu wortundtat erfahren haben. Und sie dürfen diese Aufgabe

als wichtiges Engagement verstehen, die Arbeit von wortundtat bekannt zu machen

– ihre „Erbse“, die sie für einen guten Zweck beitragen.

3. Einheit | wortundtat kann das – und was kann ich tun?

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3. Einheit | Anhang

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Anhang

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3. Einheit | Anhang


Flaggen für z.B. Stecknadeln und Zahnstocher

Indien

Bilder Indien

Jugendliche im Computerraum

Tansania Republik Moldau Griechenland

3. Einheit | Anhang

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Im Ausbildungszentrum für Schlosser

Eine Vorschule

48 3. Einheit | Anhang


Im Dorf für Leprakranke

Medizinische Versorgung für die Landbevölkerung

3. Einheit | Anhang

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In der Krankenpfl egeschule

Bilder Tansania

Neugeborenenstation in einer kaum entwickelten Region

50 3. Einheit | Anhang


Krankenpfl egeschule in einem Gebiet ohne medizinische Versorgung

Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen

3. Einheit | Anhang

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Erste weiterführende Schule in der Region

Landwirtschaftsunterricht

52 3. Einheit | Anhang


Suaberes Wasser für die Landbevölkerung

Bilder Republik Moldau

Unterkunft für obdachlose und alkoholkranke Männer

3. Einheit | Anhang

53


Medizinische Versorgung für arme Menschen

In einem renovierten Kindergarten

54 3. Einheit | Anhang


Kostenloses warmes Mittagessen

Ausgabe von Kleidung für Arme

3. Einheit | Anhang

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Hausbesuche einer Krankenschwester

Bilder Griechenland

Waschmöglichkeiten für Menschen, die kein Zuhause haben

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Spielmöglichkeiten für Kinder von Flüchtlingen

Kostenlose Mahlzeiten für Arme und Flüchtlinge

3. Einheit | Anhang

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Kleidung und Schuhe für Flüchtlinge

Weihnachtsfeier mit Geschenken für Heimatlose

58 3. Einheit | Anhang


IV. Einheit

Vom Hören zum Handeln

Vorab bemerkt

Nun bekommen die Kinder die Möglichkeit, das Gehörte umzusetzen und selbst aktiv

zu werden. Vor der praktischen Vorbereitung, wird mit dem Bericht der Speisung der

Fünftausend noch einmal auf die zentrale Bedeutung des Gebens hingewiesen. Gott ist

es, der auch geringe Gaben zum Segen vieler einsetzen kann. Er ist es, der die Not der

Menschen sieht und ändern will. Aber er braucht unsere Bereitschaft: wir sollen ihm

unsere Fähigkeiten zur Verfügung stellen.

Benötigtes Material

• je nach Methodenentscheidung Handpuppe, Biegepüppchen o.ä.,

• Fladenbrot oder Chips, Lakritz-Fische

• Plakatwände

• große Bögen Tonpapier (mindestens DIN A3)

• Kleber, Scheren

• genügend Infomaterial von wortundtat (kann kostenlos angefordert werden), ausgemalte

Logo-Zeichen, eigene Bilder der Kinder

• Ausstechformen Hand, Backzutaten und Zuckerguss (siehe Rezept), Spritzbeutel, Klarsichtbeutel,

rotes Band

Abschnitt 1: Einstieg mit biblischem Bezug:

Bevor wir uns gleich um die Vorbereitung unserer Aktion kümmern,

sehen wir uns noch einen Bericht aus der Bibel genauer an.

Da gibt es eine Geschichte, die uns für das Mut machen kann, was

wir vorhaben.

a) Vorschlag für jüngere Kinder:

Der Bericht im Johannes-Evangelium, Kapitel 6, Verse 1–13, wird in der Ich-Form aus

der Sicht des Jungen erzählt, der die Brote und die Fische hatte (Verse 8+9). Hierzu

kann eine Handpuppe oder eine entsprechende Figur (Biegepüppchen etc.) eingesetzt

werden.

Schwerpunkt beim Erzählen: Der Junge gerät ins Staunen über das, was Jesus aus

seinem kleinen Vorrat für so viele Menschen machen kann. Weil er das, was er hatte,

Jesus gab, konnte er dieses große Wunder miterleben.

b) Vorschlag für ältere Kinder

Beim Nacherzählen des Berichtes baut man als Anschauungshilfe mit

Spielfi guren o.ä. jeweils kurze Szenen auf:

• Jesus spricht vor vielen Menschen / die Leute hören gebannt zu, vergessen

dabei, sich um eine Mahlzeit zu kümmern / was Jesus sagt,

ist ihnen jetzt viel wichtiger

• Jesus spricht mit Philippus / er denkt daran, dass die Menschen mit

Essen versorgt werden müssen / kümmert sich um diese Bedürfnisse

(Wort und Tat) / hat bereits einen göttlichen Plan / prüft Philippus, ob er ihm eine

Lösung zutraut

4. Einheit | Vom Hören zum Handeln

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• Andreas kommt mit einem kleinen Jungen dazu / hat alles „Menschenmögliche“

unternommen, Nahrung aufzutreiben / scheint aussichtslos im Blick auf die Menschenmenge

• Jesus lässt alle Zuhörer Platz nehmen / er handelt entgegen einer aussichtslosen

Situation, fordert uns heraus, seiner Macht auch jetzt zu vertrauen

• Jesus teilt aus / dankt Gott für das, was zur Verfügung steht / nicht die Menge ist

entscheidend, sondern der Glaube daran, dass Gott aus Wenigem viel Gutes vollbringen

kann / und wirklich: während Jesus austeilt, bekommt jeder so viel, wie er

möchte und es bleibt sogar mehr als genug übrig

Zusatzvorschlag für beide Methoden zur sinnlichen Erfahrung:

Während der Erzählung können die fünf Brote durch Chips oder kleine Stücke Fladenbrot

und die beiden Fische durch Lakritz- oder Gummi-Fische dargestellt werden. An

der Stelle, wo Jesus austeilt, kann man dann, aus dem bisher versteckten Vorrat von

beiden Dingen, an alle Kinder austeilen.

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Abschließend den Kindern erklären

Der Junge im Bericht hätte sagen können: „Was ich habe, reicht

sowieso nicht, deshalb behalte ich es lieber für mich!“ Dann hätte

er dieses tolle Wunder nicht erlebt. Aber er hat Jesus Brot und

Fisch gegeben. Und Jesus kümmerte sich darum, dass alle satt

wurden.

Wenn wir uns dafür entscheiden, so zu leben, wie Jesus es möchte,

können wir viel mit ihm erleben. Das kann uns so begeistern,

dass wir anderen gern davon erzählen wollen. Jeder soll erfahren,

wie Gott jeden Einzelnen liebt.

Er wird uns zeigen, dass er für uns sorgt und wir sogar genug

haben, dass wir auch noch an andere etwas abgeben können. Und

egal, wie viel es ist, er kann es gebrauchen und setzt es gut ein.

Mit unserer Aktion wollen wir in unserer Gemeinde das Hilfswerk

wortundtat vorstellen. Dadurch helfen wir mit, dass die

Arbeit weiter bekannt wird. Vielleicht gibt es Menschen, die noch

überlegen, wo sie helfen könnten. Sie bekommen dadurch eine

Anregung.

Und wenn wir durch den Verkauf der selbstgebackenen Kekse

eine Spende zusammentragen, kann das Geld der Arbeit zur Verfügung

gestellt werden.

Jetzt sollte noch mit den Kindern für ihren Dienst als aktive Helfer gebetet werden. Und

man sollte Gott ganz bewusst um seinen Segen für die geplante Aktion bitten.

Abschnitt 2: Vorbereitungsarbeiten

• Anschauungsmaterial sammeln und auf Plakaten anbringen

• Kekse mit der Handform backen

Sind für beide Aktionen keine ausreichenden Räume (keine Küche) vorhanden, kann

man die Kinder in der Woche einladen und die Backaktion zu Hause durchführen.

Ist beides möglich, wechselt man nach der Hälfte der Zeit die Teams, damit jedes Kind

bei beiden Aktionen mitmachen kann.

4. Einheit | Vom Hören zum Handeln


Plakatwand

Damit sich die Gemeinde ein Bild über die Arbeit machen kann, wird eine Plakatwand

(alternativ einzelne Plakate an den Wänden) gestaltet.

Dort können Fotos und Berichte aus den Magazinen und Flyern von wortundtat verwendet

werden (mehr aussagekräftige Bilder, eher kurze Texte, deren Inhalt man auch

im Überfl iegen wahrnehmen kann). Ebenso werden die von den Kindern gemalten

Bilder (mit kurzer Erklärung darunter) und die ausgemalten Hand-Logos verwendet.

Spielerisch übt man während der Vorbereitung nebenbei ein, welche Fragen die Erwachsenen

stellen könnten und wie man darauf antworten kann.

Vorher bestellt man bei wortundtat kostenlos einige Magazine und Flyer, die man an

Interessierte weitergeben kann.

Hand-Kekse

Gebacken werden Kekse in Handform, die das Logo von wortundtat darstellen. Dafür

die Form (s. Anhang) ausschneiden und auf dicke Pappe übertragen. Die Pappe ausschneiden

und auf den ausgerollten Plätzchenteig legen. Mit Messer Teig ausschneiden.

Rezept für einfachen Knetteig:

(Menge je nach Bedarf verdoppeln)

Zutaten

• 330 g Mehl

• 110 g Zucker

• 1 Päckchen Vanillezucker

• 1 TL Backpulver

• 175 g Butter

• 3 EL Schmand

Zubereitung

Backofen auf 180° C vorheizen, Blech mit Backpapier belegen, alle Zutaten (Butter in

kleine Würfel geschnitten) kräftig kneten, Teig ca. 1,5 cm dick ausrollen und Plätzchen

ausstechen, mit Sahne oder verquirltem Ei bestreichen, ca. 15 Minuten goldgelb

backen, abkühlen lassen

Zuckerguss aus Puderzucker, Wasser und roter Lebensmittelfarbe herstellen und mit

Spritzbeutel auf jedem Handkeks (gemäß Logo) ein Kreuz aufbringen. (alternativ: Schokoladensoße)

Die Kekse im Klarsichtbeutel mit roter Schleife hübsch verpacken.

Aktion durchführen

Vor der Aktion werden die Kinder einzelnen Aufgaben zugeordnet (Kinder die bei den

Plakaten für Fragen zur Verfügung stehen; Kinder, die Infomaterial weitergeben; Kinder,

die Kekse verkaufen oder freiwillige Spenden sammeln …)

Beginnt die Aktion, eröffnet der Mitarbeiter die Präsentation mit einleitenden Worten.

Er berichtet kurz von dem, was die Kinder inhaltlich an den letzten Sonntagen gehört

haben und nun umsetzen möchten.

Danach sollte der Mitarbeiter eher im Hintergrund das Engagement der Kinder begleiten

und ggf. unterstützen.

4. Einheit | Vom Hören zum Handeln

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Anhang

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4. Einheit | Anhang

Zuckergussdekor

Zuckergussdekor

Zuckergussdekor

Zuckergussdekor

Zuckergussdekor

Zuckergussdekor


Berichten Sie uns über Ihre Aktion

Nochmals herzlichen Dank, dass Sie dieses Material verwenden.

Wenn Sie Fotos oder vielleicht sogar einen Film von Ihren Kindergottesdiensten über

wortundtat machen und uns die Ergebnisse mit ein paar begleitenden Zeilen per

E-Mail (redaktion@wortundtat.de) oder Post (wortundtat e.V., Deichmannweg 9,

45359 Essen) zusenden, dann berichten wir, wenn möglich, gern darüber in unseren

Medien (wortundtat-Magazin, wortundtat.de, facebook.com/wortundtat, youtube.com/

wortundtat1977).

wortundtat kommt zu Ihnen

Möchten Sie vielleicht aus erster Hand erfahren, wie wortundtat arbeitet und wie die

Hilfen zu den Hilfsbedürftigen kommen? Dann freuen wir uns, wenn wir Sie besuchen

können, um unsere Arbeit in Ihrer Gemeinde z. B. im Hauskreis, im Teenkreis oder im

Gottesdienst vorzustellen.

Bei diesen Besuchen zeigen wir Bilder aus unseren Projekten, erläutern, welche

Schwerpunkte wir setzen und wie wir unsere Hilfe gestalten. Ein solcher Vortrag dauert

etwa ein bis zwei Stunden. Wir können den Fokus auf Themen legen, die Sie besonders

interessieren, sprechen über den Teil unserer Arbeit, den Sie gern näher kennenlernen

möchten. Und selbstverständlich können wir auch eine Fragerunde in einen solchen

Besuch integrieren.

Mit diesem Angebot möchten wir vermitteln, dass soziales Engagement unverzichtbar

ist und verdeutlichen, wie Hilfe geleistet werden kann, ohne dass Entwicklungshelfer

entsandt werden müssen. Das nämlich macht wortundtat nicht. In unseren Projekten

arbeiten ausschließlich Einheimische. Sie kennen sich mit den kulturellen Gepfl ogenheiten

der Bedürftigen aus und wissen am besten, wie ihnen geholfen werden kann.

Laden Sie uns doch auch einmal ein. Ihre Anfragen richten Sie bitte an

Daniel Parzany

info@wortundtat.de oder Tel.: 0201 8676 228

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Gott liebt die Menschen.

Wir zeigen es ihnen – in Wort und Tat

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