Attila Csörgő Björn Dahlem José Dávila Simon ... - Zeppelin Museum

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Attila Csörgő Björn Dahlem José Dávila Simon ... - Zeppelin Museum

Buckminster Fuller

ABC

„Die wichtigste Tatsache über das Raumschiff Erde:

Eine Bedienungsanleitung ist nicht dabei.”

— Richard Buckminster Fuller

R. Buckminster Fuller, ca. 1917.

Ausbildung

Fuller (*1895 in Milton, Massachusetts, †1983 in Los Angeles)

war alles andere als ein akademischer Überflieger. Er besuchte zunächst

die Milton Academy in Massachusetts. Zwar schaffte er es

danach sogar von der Harvard University angenommen zu werden,

wurde aber zweimal vom Studium suspendiert: zunächst weil

er sich mit einer Theatergruppe herumgetrieben hatte und selten zu

Vorlesungen erschien. Nach der Neuaufnahme flog er, für seine

Verantwortungslosigkeit und mangelndes Interesse am Studium, erneut

von der Eliteuniversität. Erst viele Jahre später erhielt er seinen

Doktortitel vom Bates College in Lewiston, Maine.

Dymaxion

Nach seiner Zeit beim Militär und mehreren verschiedenen Tätigkeiten

in der Industrie, begann Fuller als Architekt zu arbeiten. Seine

Erfolge als Visionär und Querdenker standen jedoch in keinem

Verhältnis zu seinem überschaubaren kommerziellen Erfolg. In den

späten zwanziger Jahren des 20. Jhds. sorgte er mit neuen Gebäudekonzepten,

die er unter dem Namen Dymaxion der Öffentlichkeit

vorstellte, für Aufsehen. Weitere Entwürfe energie- und materialeffizienter

Konstruktionen (zum Beispiel ein zeppelinförmiges Auto)

ließ er zwar patentieren, scheiterte aber regelmäßig an der Markteinführung

seiner Erfindungen. Die Vermarktung dieser Produkte

erfolgte ebenfalls unter dem Warenzeichen Dymaxion.

Der Begriff Dymaxion wurde übrigens in Chicago aus der Taufe

gehoben. Tatsächlich hatte nicht Fuller selbst diesen Begriff erfunden,

sondern Waldo Warren, der als „Wortschmied“ sehr erfolgreich

war. So hatte Warren zum Beispiel das Wort Radio erfunden,

das das bis dahin gebräuchliche wireless effektiv verdrängte. Warren,

der Fuller über zwei Tage interviewt hatte und dabei endlose

Listen häufig verwendeter Namen und Begriffe angelegt hatte,

stellte abschließend fest: „Fuller, Sie sind eine 4-Silben Persönlichkeit“.

Dymaxion war geboren und besteht aus einer Verkürzung der

Kombination aus Dynamic und Maximum-ion.

Dymaxion-Auto

1933 stürzte sich Fuller in eines seiner waghalsigsten Abenteuer.

Er versuchte mit seinem Dymaxion-Auto den Automobilsektor zu

revolutionieren. Sein Auto hatte den ungewöhnlich niedrigen Spritverbrauch

von 7,8 Litern auf 100 Kilometer, transportierte elf Passagiere

und fuhr eine Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h. Das

zeppelinförmige Dymaxion-Auto fuhr dabei nur auf drei Rädern

und wurde über das einzelne Hinterrad gesteuert. Es war dadurch –

selbst im Stadtverkehr – sehr wendig. Alle Argumente schienen für

Fullers Auto zu sprechen, doch durch einen Unfall auf der Weltausstellung

1933 in Chicago wurde das Auto so schwer beschädigt,

dass der Fahrer ums Leben kam und mehrere Insassen schwer verletzt

wurden. Auch wenn Fuller von Sabotage sprach und einem

zu dicht auffahrenden Auto die Schuld gab zogen sich mögliche

Investoren zurück – das Projekt wurde auf Eis gelegt. Im Jahr 2010

präsentierte der britische Architekt Norman Foster in Madrid ein

Dymaxion-Auto, das nach dem Vorbild Richard Buckminster Fullers

konstruiert wurde.

Dymaxion Car, © Gregory Gibbons

Das Dymaxion Car war ein Konzeptauto, das von Buckminster

Fuller 1933 entworfen worden war.

Dome over Manhattan

1960 beschrieb Fuller sein wahrscheinlich beeindruckendstes Projekt.

Es handelte sich um den Entwurf einer 3 Kilometer großen

Kuppel, die er über Teile Manhattans bauen wollte. Seiner Meinung

nach könnte die Kuppel dabei helfen einen Großteil der Energie,

die die Bewohner für Heizung und Kühlung verwenden, einzusparen

– vorausgesetzt die Temperatur der Kuppel würde zentral gesteuert

werden. Das Projekt wurde nie realisiert, lebt aber in den

Köpfen vieler visionärer Stadtplaner und Architekten weiter und

wartet auf Realisierung.

Fullers Entwurf zum Dome over Manhattan

Dymaxion-Haus

Das Dymaxion House sieht für viele Betrachter aus wie eine fliegende

Untertasse. Das Haus ließ sich komplett demontieren, verpacken

und andernorts wieder aufbauen. Fuller, der Rundbauten für

besonders ökonomisch hielt, hatte sein Haus ebenfalls als rundes

Haus angelegt. Bei einem Durchmesser von 15 Metern und einer

Höhe von 12 Metern hatte es das sagenhafte Gewicht von nur etwas

mehr als 2 Tonnen. Fuller hatte das Haus zwar bereits 1927

entworfen und als Prototyp gebaut, die Industrie war jedoch erst

nach dem 2. Weltkrieg in der Lage es zu produzieren. Für eine

Massenfertigung fand Fuller jedoch keine Geldgeber. Dem Haus

eilte der Ruf voraus undicht und kalt zu sein. Später nannte Fuller

das Haus um in 4-D-House. Einzig der Unternehmer William L.

Graham war von dem Konzept überzeugt und kaufte beide Prototypen.

1992 stiftete Graham die Prototypen dem Henry Ford Museum

und Greenfield Village in Dearborn, Michigan wo man es bis heute

besichtigen kann. Dymaxion House Prototyp, © Wichita State University

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