Ist der Atlantikwald noch zu retten? - WWF Schweiz

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Ist der Atlantikwald noch zu retten? - WWF Schweiz

WWF aktuell Nr. 4, Oktober 2011

Ist der Atlantikwald

noch zu retten?

Der kleine Bruder des Amazonas

braucht Ihre Hilfe.


So können wir die Wunder des Atlantik

Warum der Atlantikwald so wichtig ist.

Der Atlantikwald erstreckte sich einst von Nordostbrasilien bis nach Argentinien und

Paraguay. Aber von dem ehemals 1 000 000 Quadratkilometer grossen Tropenwald sind heute

nur noch knapp 7% übrig. Trotzdem lohnt es sich, um jede einzelne Hektare zu kämpfen.

Die bedrohten Bewohner des Atlantikwalds.

Rotschwanzamazone

Einzigartige Tiere


Auf einer einzigen Hektare haben Biologen

450 verschiedene Baumarten entdeckt.


263 Amphibien und 160 Säugetiere gibt

es nur im Atlantikwald – und nirgendwo sonst

auf der Welt.

Wasser für

100 Millionen Menschen.

Der Atlantikwald spielt eine entscheidende Rolle

für die Wasserkreisläufe in Südamerika. Mehr als

100 Millionen Menschen sind auf das Grundwasser -

system angewiesen, das von Brasilien bis nach

Paraguay reicht. Der Wald spielt eine unverzichtbare

Rolle in der Regulation dieser komplexen Prozesse.

Wälder schützen das Klima.

Die Tropenwälder speichern grosse Mengen

CO2. Werden die Flächen gerodet, entstehen

grosse Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen

– mit katastrophalen Folgen für das

weltweite Klima.

Mähnenwolf

Atlantikwald am oberen

Paraná – früher und heute.

1970

Paraguay

2011

Paraguay

Brasilien

Brasilien

Spinnenaffe

Atlant.

Ozean

Atlant.

Ozean


walds bewahren.

Oase der Vielfalt: das Schutzgebiet San Rafael.

Obwohl in Paraguay die Zerstörung von Atlantikwald derzeit gesetzlich verboten ist, gibt es

immer wieder illegale Holzfäller und rücksichtslose Farmer, die sich über das Verbot hinwegsetzen.

Aus diesem Grund sind kontrollierte Schutzgebiete wie San Rafael unverzichtbar.

Der 730 Quadratkilometer grosse Wald von San Rafael

sticht als grüne Insel inmitten einer intensiv genutzten

Agrarlandschaft heraus. Für Tiere wie den Jaguar, den

Tapir, den Riesenotter, den Ameisenbär und den Mähnen-


Verbot reicht nicht aus, um Eingriffe in diesem Lebensraum

zu verhindern: Immer wieder müssen die vom

WWF unterstützten Parkwächter gegen illegale Holzfäller,

Wilderer und Waldbrände vorgehen. Die Arbeit ist mühsam

und gefährlich, aber erfolgreich: Noch immer sind hier

seltene Tiere wie die mächtige Harpyie, der grösste Adler

der Welt, anzutreffen.

Blauer Morpho

Harpyie-Adler

Der Jaguar im argentinischen Atlantikwald.



Die Fundación Vida Silvestre Argentina, eine Partnerorganisation des WWF,

hat einen Jaguar-Management-Plan entwickelt, der ein Nebeneinander von Mensch

und Tier ermöglicht. Denn mit dem Schutz der Grosskatze werden auch andere

bedrohte Tierarten erhalten: Als oberstes Glied der Nahrungskette ist der Jaguar

ein Indikator für den Zustand eines gesamten Waldgebiets.

Goldenes Löwenäffchen Riesenotter


Wir haben viel erreicht. Und noch mehr zu tun.

1970

Bis in die Siebziger Jahre war

der Atlantikwald in Paraguay

ein unberührtes Paradies. Dann

begann der Sojaboom. In kaum

einem anderen Land der Welt

wurde so viel Tropenwald

gerodet wie in Paraguay.

Impressum: WWF aktuell







«Im Moment ist es in Paraguay

illegal, Atlantikwald zu roden.

Aber nicht mehr lange: 2013 läuft

das Moratorium aus. Deswegen

müssen wir alles daransetzen, dass

die Regierung ein Gesetz erlässt,

das den Atlantikwald wirkungsvoll

vor Waldumwandlung, Degradation

und Feuer schützt. Bitte helfen

Sie uns dabei.»

Lucy Aquino, Direktorin WWF Paraguay

Unser grosses Ziel:

Stopp der Waldzerstörung bis 2020.

In einer grossen Studie hat der WWF nachgewiesen,

wie wichtig es ist, die Wälder der Welt so schnell wie

möglich zu schützen. Wir setzen uns dafür ein, dass ab

2020 unberührter Wald weder zerstört noch in seiner

Qualität durch menschliche Eingriffe gemindert wird.

Für dieses Ziel setzt sich der WWF überall auf der Welt

auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sowie mit

Hunderten Waldschutzprojekten ein.

2004

Auf Drängen des WWF erlässt

die Regierung Paraguays Ende


verbot. Im November 2008

wird das Verbot um weitere

fünf Jahre verlängert.

Mit 50 Franken

ermöglichen Sie

beispielsweise, dass

in San Rafael zerstörte


50 Baumsetzlingen

wieder aufgeforstet

werden können.

2013

In zwei Jahren endet das vor-


halb müssen wir heute mit allen

Kräften dafür sorgen, dass in

Paraguay die Zerstörung von

Tropenwald ein für alle Mal

gesetzlich untersagt wird.

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