Ich.Du.Wir.Fürs Land. - Bund der Deutschen Landjugend

bdl.landjugend.info

Ich.Du.Wir.Fürs Land. - Bund der Deutschen Landjugend

Fachmagazin der Landjugend Ausgabe 1/2013

Ich.Du.Wir.Fürs Land.

Landjugend Schleswig-Holstein

Landjugend

Steinburger Geest

Landjugend Mecklenburg-Vorpommern


Inhalt

Editorial 3

Landjugend weckt, was in dir steckt 4

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ - die Fakten 6

Von gestern? Nein: Für die Zukunft!! 8

Doppelte Strohspende 9

Eine (Aktion) für alle, alle fürs Land 10

Der ländliche Raum hat Potenzial 17

Nachahmer sind dringend erwünscht! 18

Seite 8

Die Landjugendumfrage

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ ist nicht von gestern, sondern hat Zukunft. Die Aktion wirkt nach. Nicht nur

weil die Menschen auf dem Dorf ganz selbstverständlich das nutzen, was die Landjugend geschaffen

hat, sondern weil die Landjugend Gemeinsinn verbreitet und Gemeinschaft gestiftet hat, wie die

Ergebnisse der kleinen bdl-spezial-Umfrage deutlich zeigen.

Seite 19

Landjugend Rheinland-Nassau

Seite 10

In diesem Jahr wird gewählt. Das stimmt nur halb. Wir wählen! Du wählst! Und am besten diejenigen,

denen Landjugend und Jugendverbandsarbeit am Herzen liegen, die sich stark für den ländlichen

Raum und junge Menschen machen. Dafür legt der BDL „Ich steh’ fürs Land“ auf. Gemeinsam

können wir dafür sorgen, dass aus Wahlversprechen Wirklichkeit wird.

Verantwortung und Leidenschaft 18

BDL-Aufruf: Ich steh’ fürs Land. 19

Berufswettbewerb 2013 beginnt 19

Neue im BDL-Team 20

Was war? Was wird? 21

Rettet die Wahlen 23

Impressum 23

Termine 23

Die Vielfalt von „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ lässt sich zwar nicht riechen, aber sehen und lesen. Auf

sieben Seiten gibt es geballte Aktionseindrücke aus dem ganzen Land für die Augen: aus Rheinland-

Nassau und Hessen, aus Bayern und Württemberg-Baden, aus RheinhessenPfalz und Brandenburg,

aus Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

BDL-Aufruf: Ich steh’ fürs Land

Eine (Aktion) für alle, alle fürs Land


Editorial

Moin Landjugend,

eine großartige Aktion braucht ein großartiges bdl-spezial und hier ist es! Dass diese Ausgabe

so vielfältig und mit Bildern gespickt ist, verdanken wir eurer Mithilfe! Hättet ihr nicht

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ mit Leben gefüllt, gäbe es nun auch nicht so viel zu präsentieren.

Danke.

Doch fangen wir von vorn an: Auch wir haben mit angepackt, uns Gedanken gemacht. Was

geht, ging oder ging nicht, was bleibt… - ein Resümee aus Bundessicht findet ihr gleich auf

den nächsten Seiten. Wieso, weshalb, warum der ländliche Raum lebens- und liebenswert

ist, muss man der Landjugend wahrlich nicht erzählen. Umso stolzer sind wir, dass auch

Unternehmen uns und euch als wichtige Akteure im ländlichen Raum wahrnehmen (S. 18).

Fragt doch einmal bei den Unternehmen in eurer Ecke nach, wie sie Landjugend und den

ländlichen Raum sehen!

Und nicht nur Unternehmen stehen uns bei unserem Tun und Handeln zur Seite, auch die

Politik. Die Jugendministerin Dr. Kristina Schröder als Schirmfrau von „Ich.Du.Wir.Fürs

Land.“ zum Beispiel. Vor Ort hat sich Julia Hiller vom Jugendministerium von unseren Aktivitäten

überzeugt. Sie war in Berlin dabei, als die Drachen auf dem Tempelhofer Feld mit

Hilfe des Windes ganz deutlich zeigten, dass junge Menschen - wir - bereit sind, Verantwortung

für die Gestaltung unseres Lebensraumes zu übernehmen. Ihre Einschätzung der Fürs

Land-Aktion wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten (S. 17).

Auf den folgenden Seiten haben wir Landjugendliche aus allen Ecken des Landes zu Wort

kommen lassen. Denn so wie „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ lebt dieses Landjugendmagazin von

euch - von euren Impressionen und Berichten, euren Reflektionen und Anregungen. Die tollen

Fotos transportieren eine super Stimmung. Sich engagieren und gleichzeitig Spaß in der

Gemeinschaft haben, was kann man Schöneres erleben?

Denn „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ war und ist Landjugend pur. Das war so gut fürs Land wie

für uns und die Gruppen vor Ort. Schließlich steckt gemeinsam aktiv werden an. Zugleich

werden Verantwortungsbewusstsein, Organisationstalent und Werteverständnis erlebt und

gelernt - Kompetenzen, die im Leben zählen. Nicht nur auf dem Land.

Katrin Fischer, unsere neu gewählte stellvertretende BDL-Bundesvorsitzende ist dafür ein

glänzendes Beispiel. Mit ihr und Franziska Strasoldo ist das Team des BDL im ehren- wie im

hauptamtlichen Bereich wieder komplett. Wir stellen sie auf Seite 20 kurz vor. Persönlich

könnt ihr sie auf der Grünen Woche, einem BDL-Arbeitskreis oder der nächsten Bundesmitgliederversammlung

kennenlernen.

Wenn ihr noch mehr zu „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ wissen oder berichten wollt, seid ihr bei mir

an der richtigen Adresse. Denn eins weiß ich genau: Landjugend kann man nicht beschreiben.

Landjugend muss man erleben. Am besten in echt.

Eure

Kathrin Funk kommt aus Schleswig-Holstein. Im Bundesvorstand

hatte sie für „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ die

Hosen an.

Fotos: BDL/Gräschke


Landjugend weckt, was in dir steckt

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ bleibt - der Versuch eines Fazits

Am Ende einer Aktion zieht man klassischerweise

einen Schlussstrich und ein Fazit. Der

Schlussstrich war für die „Ich.Du.Wir.Fürs

Land.“-Aktion schon vorgezeichnet durch den

Aktionszeitraum, es fehlt also noch das Fazit.

Das Schöne an einer abschließenden Betrachtung

ist ja, dass man sie aus verschiedenen

Blickwinkeln machen kann. Entweder ist das

Glas halbleer oder halbvoll:

Mit Sicht auf das halbleere Glas kann man

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ wohl als „stets bemüht“

bewerten. Das Ziel, dass rund 500

Gruppen sich innerhalb der vier Wochen

öffentlich stark fürs Land machen, wurde

verfehlt. Bei manchen Landesverbänden

scheint die Aktion nicht mal den Weg in die

Ortsgruppen gefunden zu haben. Faktisch

gesehen wurde in den nicht mal elf Monaten,

die zwischen dem Beschluss des Bundesausschusses

und dem Aktionsstart lagen,

eine Menge erreicht, wofür eine

Menge Kraft und Zeit von

Haupt- und Ehrenamt

nötig

waren.

Meine persönliche Meinung zu „Ich.Du.Wir.

Fürs Land.“ und für das Resümee ist positiver

Natur. Mein Glas ist mindestens halbvoll:

Wir als Landjugend haben es wieder einmal

geschafft, den ländlichen Raum zu beleben

und mit etwa zehn Prozent unserer Mitglieder

für 100 Prozent Furore zu sorgen. Schaut man

sich die erschienenen Pressebeiträge an, kann

man nur eins: stolz sein. Die Landjugendlichen

vor Ort haben sich in ihrer Heimat als

wichtige AkteurInnen hervorgetan und so

nicht nur das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe

positiv beeinflusst, sondern auch die Gemeinschaft

des Dorfes.

Wir haben mit „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ das Rad

zwar nicht neu erfunden, dafür aber am Laufen

gehalten. Bundesweit haben wir Schwung

ins Land gebracht, Traditionen bewahrt und

Neues erschaffen. Damit jede Gruppe sich

genau auf die für sie passende Art und Weise

einbringen konnte, war der Aktionsrahmen

sehr weit gesteckt. Genau diese Vielfalt,

die sich auch im weiteren Verlauf dieserbdl-spezial-Ausgabe

zeigt, macht

Landjugend aus.

Schon der Name unserer Aktion zeigt(e), wie

wichtig die Gemeinschaft und das gemeinsame

Handeln sind. Nur aus den Einzelkomponenten

Ich“ und „Du“ kann sich ein „Wir“ ergeben.

Und die Bedeutung des Mottos wird so schnell

nicht von der Bildfläche verschwinden. Nicht

nur, weil die Bayerische Jungbauernschaft

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ zum Jubiläumsslogan

gemacht hat, sondern weil wir das Tag für Tag

leben.

Nicht einmal ein Jahr haben wir als OrganisatorInnen

gebraucht, um die Landesverbände

Ausgabe 1/2013

an Bord zu holen, Sponsoren an Land zu ziehen

und den Gedanken von „Ich.Du.Wir.

Fürs Land.“ zu verbreiten. Mit

kleinen Aufmerksamkeiten wie

den Buttons haben wir

die JägerInnen und

SammlerInnen

auf der

Grünen Woche geweckt, eine Webseite

aufgesetzt und die sozialen Netzwerke gefüttert….

Es ist uns innerhalb kurzer Zeit geglückt, zwei

Sponsoren zu gewinnen, die den Landjugendlichen

die begehrten Aktions-Shirts ermöglicht

haben. Dank der Unterstützung des Bundesministeriums

für Familie, Senioren, Frauen und

Jugend (BMFSFJ) konnten wir außerdem mit

Kugelschreibern, verschiedenen Aufklebern,

flugtüchtigen Drachen, zum Mitmachen aufrufenden

Zimmermannsbleistiften... für „Ich.

Du.Wir.Fürs Land.“ werben. In Aktionspaketen

gelangten sie ins ganze Bundesgebiet. Und

wenn man sich die Bilder der Aktivitäten vor

Ort anschaut, sieht man nicht nur, dass alles

angekommen ist, sondern auch strahlende Augen

der TeilnehmerInnen. Landjugend weckt,

was in dir steckt!

4 www.landjugend.de

Fotos (v.l.): Laju MV; WüB


Ausgabe 1/2013

Danke!!!!

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ ist eine

Erfolgsgeschichte, die durch das

Engagement von tausenden Landjugendlichen

möglich wurde. Dafür

danken wir dir - euch.

Danke...

... an alle Landjugendlichen, die „Ich.

Du.Wir.Fürs Land.“ mit Leben gefüllt,

Landjugend zum Erleben angeboten und

zum Mitmachen motiviert haben, die

nachhaltig etwas für Land und Gemeinschaft

geschaffen haben.

... an alle Ehren- und Hauptamtlichen, die

den Gedanken von „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“

bundesweit gestreut und betreut haben.

... an die Teilnehmenden der Abschlussaktion.

Wir haben der Hauptstadt gezeigt,

was Landjugend drauf hat!

Als persönliches Highlight kann ich die

Abschlussrallye nennen. Circa 0,05% der

BDL-Aktiven haben Landjugend in die

Stadt gebracht. Nicht nur der Sonnenschein

gab sein Bestes, auch bei den lustigen

Aktionsaufgaben kam viel Ehrgeiz ans Licht.

Obwohl die Strecke lang und die Fragen mitunter

etwas schwieriger waren, haben die

Teams sich den Spaß nicht nehmen lassen und

bewiesen: was Landjugend anfängt, wird auch

zu Ende geführt. Nicht nur die TeilnehmerInnen

zeigten sich am Abend zufrieden, auch

die Ehrengäste schienen in ihrer Meinung über

Landjugend bestätigt. Man darf gespannt sein,

ob die Pflanzaktion im nächsten Jahr auch

Früchte trägt bzw. bunte Blüten zeigt! Wir

halten euch auf dem Laufenden.

Kathrin Funk

Stellv. BDL-Bundesvorsitzende

Bund der Deutschen Landjugend (BDL)

Claire-Waldoff-Str. 7

10117 Berlin

info@landjugend.de

www.landjugend.de

www.wir-fuers-land.de

Tel.: 030 / 31 904 253

Fax: 030 / 31 904 206 Layout: Rico Hofmann

Landjugend - Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ war eine Aktion

des Bundes der Deutschen Landjugend und seiner

Landesverbände. Sie wurde gefördert vom

Ich.Du.Wir.Fürs Land.

Danke!

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“

war gut …

... für die technische Ausstattung

und die Unterstützung an

die Deutsche Telekom.

… … … … mit mit mit mit dir. dir. dir. dir.

... an alle Aktiven für das Vertrauen,

dass sie uns als OrganisatorInnen entgegengebracht

haben.

an die „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Schirmherrin

- die Bundesjugendministerin Dr. Kristina Schröder,

die uns in unserer Aktion bestärkt hat,

sowie an ihr Ministerium, das uns mit seiner

Förderung bei der Umsetzung unterstützt hat.

Knapp zehntausend Landjugendliche haben „Ich.Du.Wir.

Fürs Land.“ zu ihrer Sache gemacht. Jeder und jede von

ihnen war während der vier Aktionswochen im Herbst

mindestens einen Tag fürs Land aktiv. Das macht mehr

als 630.000 Euro, die sie erarbeitet haben (auf Basis

des Zeitarbeits-Mindestlohns West). Nicht berücksichtigt

sind die im Vorfeld nötige Planungsarbeit

der Verbandsgremien und die Koordination vor Ort

sowie Material und Arbeitsausrüstung, für die die

Landjugendgruppen lokale Sponsoren gesucht

haben, so dass den Regionen durch „Ich.Du.Wir.

Fürs Land.“ mindestens eine Million Euro zugute

gekommen ist.

Ich.Du.Wir.Fürs Ich.Du.Wir.Fürs Ich.Du.Wir.Fürs Ich.Du.Wir.Fürs Ich.Du.Wir.Fürs Ich.Du.Wir.Fürs Ich.Du.Wir.Fürs Ich.Du.Wir.Fürs Ich.Du.Wir.Fürs Ich.Du.Wir.Fürs Ich.Du.Wir.Fürs Land. Land. Land. Land. Land. Land. Land. Land. Land. Land. Land.

... an Claas und die R+V Versicherung,

die an die Landjugend

und ihre Mitglieder glauben, uns

unterstützen und vertrauen.

... an die Welthungerhilfe für die

Vorbereitung und Unterstützung bei

„1 Stunde gegen den Hunger“.

... an Actionbound für die

Edu-Game-App, die einmal

mehr gezeigt hat, wie fit und

up-to-date Landjugend ist.

www.landjugend.de 5


Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ - die Fakten

Eine Million fürs Land

Natürlich ist Landjugendarbeit immer Engagement

für den ländlichen Raum. Doch „Ich.

Du.Wir.Fürs Land.“ war etwas Besonderes, weil

vier Herbstwochen lang bundesweit sichtbar

wurde, was Landjugend fürs Land bedeutet -

geballtes zivilgesellschaftliches Engagement

nämlich, das

die ländlichen

Räume belebt.

Von Brandenburg bis nach Bayern,

von Schleswig-Holstein bis nach

Thüringen zeigte Landjugend in ungezählten

Arbeitsstunden, wie bunt, zupackend und

kreativ sie ist. Ohne zu fragen, ob es sich für

sie rechnet, haben sie im Vertrauen auf die

eigene Kraft und die eigenen Möglichkeiten

aktiv angepackt, das Land gestaltet und die

Weichen auf Zukunft gestellt.

Ausgabe 1/2013

Der BDL ist überzeugt, dass sich das Landjugend-Engagement

langfristig positiv aufs

Land auswirkt. Denn die jungen Menschen

haben bei „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ eindrücklich

demonstriert, was sie gemeinschaftlich auf

die Beine stellen können. Sie haben für die

Verbesserung der Infrastruktur und des Zusammenhalts

vor Ort gesorgt, haben einmal mehr

bewiesen, dass Selbsthilfe und Gemeinschaft

die Motoren für Gestaltung und Veränderung

sein können. Wenn dieser Gestaltungswille

bleibt, haben die ländlichen Räume als Lebensräume

für alle, die dort leben wollen,

Zukunft.

Bis nach Moskau haben Landjugendliche aus

Niedersachsen und Schwäbisch-Hall „Ich.

Du.Wir.Fürs Land.“ getragen. Sie haben in

Russland nicht nur über die gemeinsame

Aktion des BDL und seiner Landesverbände

berichtet, sondern in diesem Sinne auch auf

dem Gelände der Russischen Staatlichen Landwirtschaftlichen

Universität Moskau Bäume

gepflanzt: gemeinsam mit Gleichgesinnten

und Stanislaw Velichko, dem Direktor des Museums

der zur Universität gehörenden Timirjasev

Akademie.

Knapp zehntausend Landjugendliche haben

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ zu ihrer Sache ge-

6 www.landjugend.de


Ausgabe 1/2013

macht. Jede und jeder von ihnen war während

der vier Herbstwochen mindestens einen Tag

fürs Land aktiv. „Das macht mehr als 630.000

Euro, die wir ehrenamtlich erarbeitet haben“,

stellt Kathrin Funk fest. Dabei hat die stellvertretende

BDL-Bundesvorsitzende nur den Zeitarbeits-Mindestlohn

(West) zugrunde gelegt.

Allerdings berücksichtigt ihre Rechnung weder

die im Vorfeld nötige Planungsarbeit der Verbandsgremien

und die Koordination vor Ort,

noch Material und Arbeitsausrüstung. „Für die

haben die Landjugendgruppen vor Ort Sponsoren

gesucht, so dass wir von mindestens

einer Million Euro reden, die den Dorfgemeinschaften

durch «Ich.Du.Wir.Fürs Land» zugute

kommt“, erklärt sie.

Ich.Du.Wir.Fürs Land“ war ein Gewinn für alle

- für die Landjugendlichen selbst, für die Menschen

auf dem Land und für die Gesellschaft.

Das sieht auch die Bundesjugendministerin Dr.

Kristina Schröder so: „Wer sich für andere und

mit anderen engagiert, übernimmt Verantwortung

für die Gemeinschaft. «Ich.Du.Wir.Fürs

Land» ist dafür ein hervorragendes Beispiel,

das auch für andere Vorbild sein kann“, lobt

die Schirmfrau der bundesweiten Landjugendaktion.

Landjugend bringt frischen Wind nach Berlin

Wir haben das Land in die Hauptstadt gebracht.

Und das ist gut so“, stellt Kathrin

Funk fest. Nach den vier Aktionswochen, in

denen junge Menschen sich republikweit bei

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ engagiert haben, hatten

sie Mitte Oktober die BerlinerInnen eingeladen,

mit ihnen Landjugend zu erleben.

Berührungsängste hat dabei niemand gezeigt.

Ganz im Gegenteil: Die Berliner Jugend-

Staatssekretärin Sigrid Klebba legte Hand an

und vollendete gemeinsam mit der Landjugend

die Erntekrone, welche die Landjugend

Walsrode gebunden hatte. Sie zierte die

hauptstädtische Senatsverwaltung für Bildung,

Jugend und Wissenschaft. „Die Krone wird uns

täglich daran erinnern, dass Stadt und Land

sehr eng miteinander verbunden sind, dass

Lebensmittel alles andere als eine Selbstverständlichkeit

sind und wir mehr von Ihrem

Wissen auch in der Stadt brauchen“, bedankte

sich die Jugend-Staatssekretärin.

Bei der app-geführten BDL-Rallye erlebten die

Landjugendlichen die Hauptstadt unverblümt.

Sie suchten immer wieder das Gespräch mit

den BewohnerInnen. Sei es, um Spenden für

die Welthungerhilfe zu sammeln, Fragen zu

beantworten oder mit Äpfeln auf

ihre Anliegen aufmerksam zu

machen.

Auf dem Tempelhofer

Feld gelang das

mit Hunderten

weißer Dra-

chen, die die Landjugend gemeinsam mit den

BerlinerInnen steigen ließ.

Auf besondere Aufmerksamkeit stieß das

Strohballen-Wettrollen vor der Kulisse des ehemaligen

Tempelhofer Flughafengebäudes. Die

mannshohen Ballen waren weithin zu sehen,

die Rufe, mit denen Landjugend und BerlinerInnen

die Teams gleichermaßen anfeuerten, weit

zu hören. Damit zeigten sie eindrucksvoll, wie

gemeinschaftsfördernd Landjugend sein kann.

Die Rallye vereinte Erleben mit Bildung. Dank

der Führung der interaktiven Smartphone-App-

Edu-Game von Actionbound. „Landjugend ist

von gestern? Von wegen“, so Kathrin Funk.

Ich.Du.Wir.Für die Welthungerhilfe“

Bei der Rallye quer durch Berlin galt es diverse

Aufgaben zu erfüllen. Eine der Herausforderungen:

Mit Spendenbüchsen und Infomaterial

ausgerüstet rund ums Brandenburger Tor eine

Stunde lang Spenden sammeln. - Für die Aktion

„1 Stunde gegen den Hunger“, die Spendenkampagne

der Welthungerhilfe zu ihrem

50-jährigen Jubiläum.

„Eine Stunde Zeit für eine gute Sache, das

kann jeder leisten. Da haben wir sofort gedacht:

Das passt. Da machen wir mit!“, so

Matthias Daun, der BDL-Bundesvorsitzende.

Die Teams ließen sich gern begeistern. „Die

Gespräche beim Sammeln, das Gemeinschaftsgefühl

und auch das Bewusstsein, etwas für

andere tun zu können, prägen nachhaltig“,

stellt Matthias Daun fest.

Das Ergebnis nach dieser Stunde: 231,40 Euro.

Kein schlechter Stundenlohn. Der BDL reihte

sich damit in die Reihe der UnterstützerInnen

von „1 Stunde gegen den Hunger“ ein. Zu

denen zählen u.a. auch der Moderator Jörg

Pilawa und die Fußball-Traditionsmannschaft

VfL Borussia Mönchengladbach.

Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe,

ruft weiter zum gemeinsamen Handeln

auf: „Jeder Mensch hat das Recht auf ein

Leben ohne Hunger und Armut, daran arbeiten

und glauben wir. Spenden Sie eine Stunde Ihrer

Arbeit. Spenden Sie einen Stundenlohn für

eine Welt ohne Hunger und Armut.“

www.landjugend.de 7


Von gestern? Nein: Für die Zukunft!!

Die Landjugendumfrage zum Thema

Auf vier Herbstwochen begrenzt, könnte

Ich.Du.Wir.Fürs Land. “ abgehakt werden

und im Archiv verschwinden. Aber nicht bei

der Landjugend. Die lebt vom gemeinsamen

Engagement fürs Land. Das Motto kann also

gar nicht in der Schublade vergessen werden.

Aber das ist nur die eine Seite. Die andere:

Die Aktionen mögen fürs erste vorbei

sein, aber sie haben das Land verändert und

nachhaltige Werte fürs Land geschaffen. Im

schleswig-holsteinischen Rendsburg werden

in jedem Frühjahr die Krokusse Zeichen für

die Landjugend setzen, anderswo nutzen die

Menschen auf dem Dorf auch in den nächsten

Jahren ganz selbstverständlich das, was

die Landjugend bei „Ich.Du.Wir fürs Land.“

geschaffen hat, wie die Ergebnisse unserer

kleinen Landjugendumfrage deutlich zeigen.

WIR WoLLTEN WISSEN: Was und wie war die

Aktion „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ für dich?

Was habt ihr gemacht? Und zu guter Letzt:

Was für eine bundesweite Aktion kannst du

dir vorstellen, die nicht nur auf dem Land

Wellen schlägt?

Andreas Müller

Für mich war die

Aktion ein wichtiger

Baustein im

Landjugendjahr. Sie

bot die Möglichkeit,

die Tatkraft der

Landjugend über die

Landjugend hinaus

bekannt zu machen.

Deshalb hatte das

Orga.team in Württemberg-Baden entschieden,

Schriftzug und Motto für möglichst viele

Leute sichtbar zu machen! So sind wir zu

unseren Mäh-Aktionen gekommen. Wir haben

es geschafft, in unserem Verbandsgebiet drei

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Schriftzüge in die

Landschaft zu mähen oder zu legen - zum

Beispiel an einer S-Bahn Linie und an einer

vielbefahrenen Straße. Und dann haben sich

Nachricht und Bilder quasi verselbständigt,

weil die Presse darüber berichtet hat. Kurz:

Unser Ziel - die Landjugendarbeit bekannt zu

machen - wurde erreicht.

Unsere Ortsgruppen haben unter dem Motto

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ in ihren Dörfern eine

Menge bewegt. In einem Dorf wurde beispielsweise

ein Bolzplatz hergerichtet, damit

die Jugendlichen und Kinder nicht immer auf

den Fußballplatz, der weit außerhalb des Ortes

liegt, laufen müssen! Dort wird man auf

keinen Fall vergessen, was die Landjugend zu

leisten vermag.

Wenn Landjugend bundesweit aktiv sein und

nicht nur auf dem Land Wellen schlagen will,

müssen wir in jedem Fall die neuen Medien

stärker einbeziehen. Hier kann man die meisten

jungen Menschen erreichen, sie quasi abholen!

Sie muss allerdings auch Aktion, Spaß,

und etwas Vorzeigbares beinhalten. Auf das,

was man selbst erschaffen hat und das noch

nach fünf Jahren das Dorf bereichert, ist man

einfach stolz. Und der Gruppeneffekt - das

Zusammenschweißen der Gruppe durch das gemeinsame

zielgerichtete Handeln - wird durch

nichts stärker gefördert.

Andreas Müller ist 23 Jahre und Landesvorsitzender

der Landjugend Württemberg-Baden.

Lisa Kamm

Ich.Du.Wir.Fürs

Land.“ - An diesen

Schlachtruf erinnere

ich mich noch.

Das war, als wir im

Herzen von Berlin

standen und bei der

bundesweiten Abschlussaktion

Geld

für die Welthungerhilfe

sammelten oder Frühlingsblumen im Park

pflanzten.

Die bundesweite Aktion war für mich, egal ob

ich in meiner Ortsgruppe, für die Hessische

Landjugend oder bei der Abschluss-Rallye

durch Berlin unterwegs war, ein voller Erfolg.

Es hat mir sehr großen Spaß gemacht, zu den

mitwirkenden Gruppen zu fahren und sie bei

ihren Arbeitseinsätzen zu besuchen. Zu sehen,

wie ein Dorfmittelpunkt verschönert oder wie

für den Kindergarten im Wald eine Schutzhütte

für Erlebnistage an frischer Luft gebaut wird,

hat mir wieder einmal richtig gezeigt, dass

Landjugend etwas bewegt.

Auch wenn manche Aktionen größer oder

kleiner waren als die anderen - es war toll zu

sehen, dass die Lajus auch nach mehr als zehn

Ausgabe 1/2013

Stunden Schuften noch zusammen saßen und

ihren wohl verdienten Feierabend und ihren

Erfolg gemeinsam feierten.

In meiner Ortsgruppe durfte ich erleben, wie

die Landjugend mit dem Dorf zusammen zwei

Erntekronen gewickelt hat. Eine Krone wurde

von uns nach Wiesbaden in das Ministerium

für Landwirtschaft und Ernährung gebracht,

die andere nach Berlin zu unserem Bundespräsidenten

Joachim Gauck.

Und eins haben alle Aktionen, die ich selbst

erlebt und begleitet habe, gezeigt: Landjugend

ist engagiert und mutig, selbständig und

kreativ. Ich wünsche mir, dass es in der Zukunft

noch viele solcher Projekte geben wird,

bei denen sich Jugendliche frei entfalten und

zeigen können, was in ihnen steckt.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Landjugendgruppen,

egal ob aus der Stadt oder vom

Land, eine gemeinsame Spendenaktion organisieren,

um Menschen in ärmeren Ländern zu

helfen.

Lisa ist 19 Jahre, kommt aus Wirmighausen

und gehört zum Landesvorstand der Hessischen

Landjugend.

Niklas Harder

Ich persönlich hatte

nicht so viel mit der

Aktion „Ich.Du.Wir.

Fürs Land.“ zu tun.

Meine Ortsgruppe

hat nicht mitgemacht.

Aber grundsätzlich

gehören

Aktivitäten für die

Allgemeinheit zur

Landjugend wie ein linker Schuh zum rechten.

Viele Landjugendgruppen sind fürs Land aktiv,

weil es ihre Heimat ist, weil ihr Engagement

die Vielseitig- und Einzigartigkeit der Landjugend

vor Ort zeigt.

Für Aktionen wie diese suchen wir uns Projekte

in der Region, die der Öffentlichkeit

dienen und nicht nur der Landjugend. Bei

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ wurden in Schleswig-

Holstein beispielsweise Spielplätze saniert,

Grillhütten gebaut, Badestellen renoviert,

öffentliche Plätze bepflanzt und gepflegt und

vieles mehr.

8 www.landjugend.de


Ausgabe 1/2013

Ich bin in dem kleinen Dorf Hoffeld aufgewachsen

und da gehört es einfach dazu,

sich für andere zu engagieren - dadurch unterscheidet

sich die Landjugend auch schon

von den meisten anderen AltersgenossInnen.

Viele Landjugendliche haben von vornherein

dieselbe Motivation. Die Landjugend führt den

gemeinsamen Tatendrang zu guten Projekten

zusammen. Das schafft Zusammenhalt und

Kraft fürs Dorf. Am besten gefallen hat mir

bei „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ die Pflanzaktion in

Verbindung mit unserer Landesversammlung.

Wir haben mit Landjugendlichen aus ganz

Schleswig-Holstein in Rendsburg vor unserer

Geschäftsstelle aus Krokussen das Landjugend-

Logo gepflanzt und noch viele Blumenbeete

angelegt. Dadurch wird ab jetzt jedes Jahr im

Frühling ein deutliches Zeichen aufblühen und

alle daran erinnern, was wir alles erreichen

können. Außerdem können sich alle an dem

schönen Blütenmeer erfreuen, das wir mit

vielen fleißigen Händen in recht kurzer Zeit

geschaffen haben.

Insgesamt war „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ für

uns nicht so einfach, weil bei der Herbstaktion

keine direkten Aufgaben vorgegeben

waren, so dass nicht alle Landjugendlichen

wussten, wie und womit sie sich bei der

Aktion einbringen konnten oder sollten. Das

Doppelte Strohspende

Vom Tempelhofer Feld in einen Tempelhofer Stall

Eine denkwürdige Geschichte hat das Tempelhofer

Feld im Süden Berlins: Es war landwirtschaftliche

Nutzfläche, dann Exerzierplatz

und wurde als Verkehrsflughafen sogar von

Orville Wright für Flugvorführungen und einige

Rekordflüge genutzt. Aber nie rollten hier

Strohballen um die Wette. Das machte erst

die Landjugend bei ihrer Abschluss-Rallye von

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ möglich. Fürs Guiness

Buch der Rekorde reicht das zwar nicht, dafür

aber als Beispiel für die Nachhaltigkeit von

Landjugend-Aktionen.

Denn die manns- bzw. frauenhohen Rundballen

kamen zwar nicht von nebenan, aber eben

doch nicht aus der Ferne. Mathias Wandel von

der Landjugend Berlin-Brandenburg hatte sie

organisiert und zum ehemaligen Flughafen

Tempelhof gebracht. Von dem Landschaftspflegehof

„Bellawie“ aus Trebitz und dem „Hof

zum Planetal“ aus Locktow spendiert, rollten

die Ballen in Berlin über den abgesteckten

Parcours. Das war kein Zuckerschlecken für die

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Teams, denn ihnen

steckte schon ein anstrengender Fußmarsch

über die verschiedenen Berliner Pflaster in den

Knochen. Doch sie mobilisierten ihre Kraftreserven

und manövrierten die Ballen, die einen

eigenen Richtungssinn zu besitzen schienen,

mit Ehrgeiz und Kraft über die Strecke.

Stunden später erinnerten auf dem Tempelhofer

Feld nur noch wenige Strohhalme, die

auf dem Wettkampfrasen hängen geblieben

waren, an den ungewöhnlichen Landjugend-

Auftritt. Denn die jungen Männer und Frauen

sieht bei uns im nächsten Jahr anders aus.

Wir bereiten gerade eine 72-Stunden-Aktion

vor, die ja fast dieselben Ziele verfolgt. Dabei

gibt es aber eine feste Aufgabe, die die

Landjugendlichen in Schleswig-Holstein erfüllen

müssen.

Wie eine bundesweite Aktion aussehen muss,

damit Landjugend übers Land hinaus bekannt

wird? Da habe ich noch keinen wirklich

schlauen Vorschlag. So etwas muss sich langsam

entwickeln.

Niklas ist 21 Jahre, im Landesvorstand der

Landjugend Schleswig-Holstein aktiv und kommt

aus Flintbek.

Freut sich über die Strohspende der Landjugend: Andreas Knöbel vom Kinderbauernhof

der ufa-Fabrik (links). Mathias Wandel hat das Stroh nach Tempelhof gebracht. Danke.

hatten die Strohballen nach getanem Lauf

mit vereinter Kraft wieder auf den Hänger

gewuchtet. Das Stroh trat nicht den Rückweg

nach Brandenburg an, sondern wurde von

Mathias Wandel zum Kinderbauernhof der

ufa-Fabrik Berlin gefahren. Der konnte die

kostenlose Strohspende vor dem Winter gut

gebrauchen.

Andreas Knöbel, der Leiter des Kinderbauernhofes,

hat sich über die Hauslieferung sehr

gefreut und es sich nicht nehmen lassen, die

Spende auf dem Tempelhofer Feld persönlich

entgegen zu nehmen. Die Tiere (Ponys, Kaninchen,

Schweine, Gänse, Hühner, Frettchen),

die dort täglich pädagogisch im Einsatz sind,

werden das „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Stroh zu

schätzen wissen.

www.landjugend.de 9


Eine für alle, alle fürs Land

Rheinland-Nassau mit Krone

Warum sollten nicht auch Männer das Getreide

für die Erntekrone sammeln. Wie das Titelbild

dieses bdl-spezials beweist, ist das bei der

Landjugend selbstverständlich. Als eine von

vielen „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Aktionen band

die Landjugend Cochem-Zell eine Erntekrone

für das Erntedankfest in Trier. Diese wurde

in einer Prozession durch die Stadt getragen

(Bild ganz oben) und schließlich feierlich im

Rahmen des Gottesdienstes im Trierer Dom

von der Winzertanzgruppe Leiwen an Bischof

Ackermann übergeben.

Drei Notizen aus

Mecklenburg-Vorpommern

Mirower Jugendklub beseitigt Unrat

Erneut engagierte sich der Jugendklub des

Familienzentrums Mirow e.V. unter Leitung

des Jugendklubleiters Bernhard Lange bei der

bundesweiten Landjugendaktion „Ich.Du.Wir.

Fürs Land.“ Unter dem Motto „Macht mit! Seid

dabei!“ halfen ca. 20 Kinder und Jugendliche

im Oktober den Bereich um das Familienzent-

rum, den Weinberg und den Straßenrand von

Mirow nach Peetsch von Unrat zu befreien.

Ausgestattet mit Aktionsshirts, Arbeitshandschuhen,

Schubkarren und Handwagen, füllte

sich der Container zusehends. Erschreckt stellten

die Jugendlichen fest, was alles illegal

entsorgt wird. Vom Sperr-, Sonder- bis hin

zum normalen Hausmüll - alles war dort zu

finden, wo es nicht hingehört. Mit dieser Aktion

setzen sich die Kinder und Jugendlichen

des Jugendklubs für eine sauberere, schönere

und lebenswertere Heimat ein. Damit die

Müllfunde der Jugendlichen auch ordnungsgemäß

entsorgt werden konnten, unterstützte

das Umweltamt des Landkreises diesen Aktionstag,

indem ein Müllcontainer kostenfrei

zur Verfügung gestellt wurde.

Zahrensdorf sorgt für Raststätte

Ich.Du.Wir fürs Land.“ in Zahrensdorf (im

Landkreis Parchim) war eine runde Sache. Die

Jugend der Gemeinde gestaltete gemeinsam

mit Familie Dröge eine Raststätte für Wanderer

gleich am Ortseingang von Zahrensdorf.

Die wird auch gepflegt, versprochen. Danach

war Drachensteigen und Spaß für alle angesagt.

Jugendgruppe Düvier räumt auf

Wir Jugendlichen aus der Gemeinde Düvier

waren gern bei „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ dabei.

Vor zwei Jahren hat unsere Jugendgruppe in

Eigeninitiative einen Volleyballplatz angelegt.

Leider unterstützt uns unsere Gemeinde nicht

bei Jugendprojekten, so sind wir auch für die

Pflege selbst verantwortlich. Die bundesweite

Landjugendaktion „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ war

darum ein guter Anlass für uns, den Platz

wieder in Ordnung zu bringen. Der war in den

letzten Jahren zwar gut genutzt, aber auch

sehr vernachlässigt worden. Wir haben die

ganze Umgebung des Platzes von hohem Unkraut

und Müll befreit. Eine tolle Aktion.

600 Kilometer fürs Land

in Niedersachsen

Laufen fürs Land - hätte die Aktion der Landjugend

Hollen auch heißen können, denn bei

dem 24-Stunden-Sponsorenlauf für den örtlichen

Kindergarten wurden rund 600 Kilometer

zurückgelegt. Zu den Aktionen innerhalb der

Niedersächsischen Landjugend gehörte auch

das Kartoffelfest der Landjugendlichen in Bad

10 www.landjugend.de


Ausgabe 1/2013

Auffällige Feldspuren

in Württemberg-Baden

Wer glaubte, an einem Septembersonntag um

halb zehn an der S-Bahn-Linie S3 zwischen

Nellmers- und Maubach ein ruhiges Plätzchen

vorzufinden, der lag eindeutig falsch. Denn

was an diesem Morgen passieren sollte, konnte

keiner voraussehen. Es fanden sich ein paar

verrückte Leute mit der irrwitzig

anmutenden Idee

Bevensen. Die dortige Ortsgruppe hatte sich

gefragt, wie man Nicht-Landjugendlichen erklärt,

was Landjugend so besonders macht…,

und im Kartoffelfest ihre Antwort gefunden.

Zu den Landjugendaktionen in Niedersachsen

gehörte auch eine Spiel-Spaß-Aktion an einer

Boulbahn, die bei einer 72-Stunden-Aktion

erbaut worden ist, und eine ganze Reihe

Erntefeste. Schließlich verbinden sich dabei

Tradition und Moderne bestens. Mancherorts

ließ sich so gemeinsam mit den Landjugendlichen

eine Erntekrone binden. Der krönende

Abschluss derIch.Du.Wir fürs Land.“-Aktion

in Niedersachsen war das Erntefest in Bargstedt,

bei dem sowohl der Festwagen gebaut,

als auch die Erntekrone gebunden wurde. Mit

Tanz, Festprogramm, Ball und Laternenumzug

wurde ein Dorffest gefeiert, das der Dorfgemeinschaft

und dem Land gut getan hat.

Bei der Niedersächsischen Landjugend hatten

sich die Gruppen ihre „Ich.Du.Wir fürs Land.“-

Aktionen eigenständig überlegt. Sie wollten

zeigen, wie kreativ und bunt Landjugend ist

ein, einen überdimensionalen Schriftzug in

einen Zwischenfruchtacker zu trampeln.

Wer diese verrückten Leute waren? Natürlich

das Orga.team der Landjugend Württemberg-

Baden. Besagtes Orga.team legte Hand bzw.

eher Fuß an und trampelte getreu dem Motto

Landjugend kann man nicht beschreiben -

Landjugend muss man erleben“ den Schriftzug

in den Acker, um die Aufmerksamkeit der

Öffentlichkeit auf die Aktion des Bundes der

Deutschen Landjugend und seiner Landesverbände

zu lenken.

Impressionen von einigen „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Aktionen

und wie sie anpacken kann. Und noch zwei

Kriterien waren klar: Sie sollten den Zusammenhalt

der Gruppen fördern und Spaß machen.

Das hat geklappt.

Hessen: Zwischen Tradition

und Moderne

Die Landjugendlichen aus Wirmighausen

haben für „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ nicht nur

Garben geernet und getrocknet, sondern auch

noch in zwei prächtige Erntekronen verwandelt.

Mit Unterstützung der Dorfgemeinschaft

wurde das Wissen über diese sehr alte Tradition

weitergegeben.

Am ersten Tag blieben die Jugendlichen noch

unter sich, um Vorbereitungen zu treffen. Die

Garben wurden von den Scheunen geholt,

ein Vorrat an Ähren-Sträußchen geschnitten

und die Gestelle mit Stroh umwickelt. Das eigentliche

Binden wurde mit tatkräftiger Hilfe

Was man für einen über 100 Meter langen

Schriftzug braucht? Ein überdimensional großes

Geodreieck (Hypotenusenlänge etwa 18

Meter), ein paar Meterstäbe, fleißige Hände

und Füße, einen großen Acker - vom Eigentümer

freigegeben - und Motorsensen für die

Feinarbeit. Fertig ist der Aufmerksamkeit erregende

Schriftzug entlang der S-Bahn-Linie,

den kein aus dem Fenster schauender Fahrgast

übersehen wird.

Ina Zwicker und Holger Teichgräber

PS: Bei der Landjugend blieb es nicht bei einem

Großeinsatz für „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“

der Wirmighäuserinnen und Wirmighäuser am

nächsten Tag erledigt. Zur Stärkung wurde

Kaffee und Kuchen verkauft, der Erlös an den

Kinderspielplatz in Wirmighausen gespendet.

Dr. Jürgen Römer, Fachdienstleiter des Landkreises

für den ländlichen Raum und die Dorfund

Regionalentwicklung, lobte das Interesse

der Landjugendlichen: „Wer als Jugendlicher

erfährt, was es heißt, sich ehrenamtlich zu

engagieren und Anerkennung dafür zu bekommen,

der wird sich auch als Erwachsener

noch engagieren.“ Gleich zweimal in diesem

Herbst hat die Landjugend Wirmighausen

die ehrenvolle Aufgabe übernommen, einem

politischen Würdenträger eine Erntekrone zu

übergeben: Ende September überreichten die

Jugendlichen dem hessischen Landtagspräsidenten

Norbert Kartmann und Anfang Oktober

dem deutschen Bundespräsidenten Joachim

Gauck jeweils eine Erntekrone. Die feierliche

Übergabe wurde jeweils mit der Aufführung

von Volkstänzen umrahmt.

Janina Knippschild

www.landjugend.de 11

Fotos (v.l.): Herbert Netter (Erntekrone); LJ Mecklenburg-Vorpommern; LJ Württemberg-Baden


Gern dabei - die Landjugend

Berlin-Brandenburg

Auch wenn die Landjugend Berlin-Brandenburg

schon im April ihre 48-Stunden-Aktion mit

137 aktiven Gruppen gestemmt hat, hat sie

im Herbst bei „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ noch

einmal nachgelegt. Im Pritzwalker Ortsteil

Falkenhagen wurde im Jugendklub gewirbelt.

Ehemalige und aktuelle Klubmitglieder sowie

Eltern möbelten den Klub auf. Reparaturen

und Malerarbeiten waren nötig, um den Klub

so zu gestalten, dass sich die Jugendlichen

aus dem Ortsteil dort wohl fühlen. Auch das

erlebnispädagogische Wochenende voller sportlicher

Aktivitäten, Spaß und Zusammenhalt im

Schloss Gadow stand unter dem Aktionsmotto.

In Pirow wurde der Jugendklub über dem Kindergarten

verschönert, die Meyenburger waren

im Aktionszeitraum unterwegs, um für sie

wichtige Orte in der Gemeinde aufzusuchen, zu

fotografieren und darzustellen, weshalb diese

für Kinder und Jugendliche wichtig sind; der

Pritzwalker Schülerklub ging dem Unkraut auf

dem Volleyballplatz sprichwörtlich „an den

Kragen“…

Kuhsdorf: Herbstputz für den Spielplatz

Wir starteten unsere Aktion „Ich.Du.Wir.Fürs

Land.“ in Kuhsdorf am 13. Oktober. In Absprache

mit der Gemeinde Groß Pankow machten

wir uns an die Aufgabe, dem Spielplatz ein

neues und schöneres Aussehen zu verleihen.

Die Gemeinde unterstützte uns mit Materialien

und Arbeitsgerät wie auch ideell. Gleich am

Morgen schaute der Bürgermeister Thomas

Brandt vorbei, um uns viel Erfolg zu wünschen.

Mit 16 TeilnehmerInnen im Alter von

sechs bis 20 Jahren bildeten wir ein gutes

Team. Auch der neue BBL-Mitarbeiter Christian

Morgenstern und unsere Ehrenamtlerin Kerstin

Hessel packten fleißig mit an.

Zuerst reinigten wir den großen Sandkasten.

Da waren viele fleißige Hände gefragt. Das

schöne Wetter war auch auf unserer Seite

und begleitete uns den

ganzen Tag.

Am Nachmittag ging es an die Spielgeräte. Sie

bekamen einen neuen Farbanstrich. Bevor unser

Essen vom Grill fertig war, haben wir unsere

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Drachen steigen

lassen. Schade, dass der Wind nicht so wollte

wie wir. Aber einige haben es doch geschafft.

Sichtlich geschafft, farblich gekennzeichnet

aber dennoch stolz auf das Erreichte.

Hanne Vettin

Trebendorf: Mit frischer Farbe fürs Land

„Das macht wirklich Sinn“, sagte Roland Weiß,

der schon früh auf den Beinen war. Ein Projekt,

wo angepackt werden kann und etwas

Gutes entsteht, hat scheinbar Charme, nicht

nur für Jugendliche. Roland ist Gemeindevertreter

und engagierte sich gemeinsam mit den

Mädels und Jungs vom Jugendclub Trebendorf

ein ganzes Wochenende lang bei der Landjugendaktion

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ Mit Hund

und Fahrrad kamen am Samstag die ersten Jugendlichen

angepfiffen. Einige standen schon

an der Fassade und kratzten alte Farbe ab. Es

war viel zu tun. „Die Wände wollen wir streichen“,

sagte Marian, der Clubmitglied ist und

unter der Woche auswärts arbeitet. Der Trebendorfer

hat sich das Wochenende freigehalten,

um mit anzupacken. „Auch das Holz braucht

neue Farbe, bevor der Winter kommt“, meint

er. Bevor es aber so richtig zur Sache ging,

wurde die Kiste geplündert, die Christian von

der Berlin-Brandenburgischen Landjugend mitgebracht

hatte. Was da wohl drin war? Kaum

drei Minuten dauerte es, da war auch schon

der erste Drachen zusammengebaut worden.

Eine Runde um den Club geflitzt und das Flugobjekt

stieg in die Höhe. Der Startschuss für

die Aktion war gesetzt. Jetzt konnte es losgehen.

Die jungen TrebendorferInnen setzten

Pinsel und Farbe an und zeigten, dass ihnen

ihr Wohnort etwas wert ist.

Christian Müller

Ausgabe 1/2013

Falkenhagener Rezept

Man nehme: 10-12 Jugendliche aus Falkenhagen,

1 Ehrenamtlerin, 1 Künstlerin, Eltern,

1 Jugendsozialarbeiterin, eine aufgeschlossene

Stadtverwaltung. Dann wird alles kräftig

miteinander vermengt und mit einer kräftigen

Portion Ideenreichtum der Jugendlichen, viel

Engagement aller Beteiligten, Übergabe bzw.

Übernahme von Verantwortung, Mitbestimmung

und Mitgestaltung, viel Spaß und Motivation

der Jugendlichen sowie Besuch und

finanzieller Unterstützung durch die Stadtverwaltung

gewürzt.

Das alles wird nochmals kräftig verrührt und

vermischt und dann folgendermaßen angewandt:

Man vereinbarte einen Termin, nehme die Jugendeinrichtung,

kaufe Farbe, Pinsel, Einrichtungsgegenstände,

Dekomaterial und sonstige

notwendige Dinge. Dann erstelle man gemeinsam

eine Musterskizze für die Wandgestaltung

und mache sich einen genauen Plan. Man

räume alle alten Möbel aus und gestalte diese

und die Räumlichkeiten neu. Letztendlich repariere

man einige Dinge.

Heraus kommen: eine gelungene Aktion, die

allen viel Spaß gemacht hat, Räumlichkeiten,

die den Jugendlichen gefallen, in denen sie

sich wohlfühlen und die sie zu schätzen wissen,

Anerkennung und Wertschätzung, Motivation

für die weitere Arbeit im Club sowie eine

gute Basis für eine weitere gute Zusammenarbeit

mit allen Beteiligten.

Daniela Heuer

12 www.landjugend.de


Ausgabe 1/2013

Wenn der Sportplatz zu weit ist…

… hilft die Landjugend Ballendorf

Wir wollten uns mit der Landjugend an der

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Aktion beteiligen. Daraufhin

haben wir unsere Bürgermeisterin besucht,

die uns sofort unterstützen wollte. Sie

hörte sich im Dorf um und erfuhr von vielen

Familien in Ballendorf, dass es keine wirkliche

Freizeitgestaltung für Jugendliche außerhalb

der Jugendgruppe gibt.

Die Kinder können nur schwer andere Dörfer

erreichen, um sich mit ihren Freunden zu treffen.

Die Busse fahren sehr unregelmäßig und

in den Ferien fast gar nicht. Der Sportplatz in

Ballendorf befindet sich außerhalb und es ist

sehr schwierig, diesen vom Neubaugebiet aus

zu erreichen. Die Strecke ist sehr gefährlich.

Viele Eltern lassen ihre Kinder also nicht zum

Sportplatz gehen.

Am 2. Oktober bekamen wir als Verein also die

Aufgabe, nahe dem Neubaugebiet - bei Grundschule

und Turnhalle - einen Bolzplatz zu

errichten, einen Kletterbaum und einen Basketballkorb

zu versetzen, einen Ballfangzaun

und Bänke zum Sitzen zu bauen. Drei Tage

später trafen sich dann ca. 30 Landjugendliche

und machten sich daran, diese Aufgabe

umzusetzen.

Für die Pfosten des Zaunes wurden Löcher

gebohrt, die Fußballtore zusammengeschraubt

und bis tief in die Nacht gearbeitet. Am darauffolgenden

Samstag ging es gleich am Morgen

weiter, um den Zaun an den Pfosten zu

befestigen. Die Sitzbänke wurden gebaut und

die Fußballtore aufgestellt. Außerdem gefielen

uns auch die Hecken und Sträucher nicht

mehr. Die Kinder konnten darin nicht mehr

spielen, weil die Äste überall herum lagen.

Kurzentschlossen räumten wir also zwischen

Hecken und Sträuchern auf, so dass die Kinder

hier ihre kleinen „Lager“ bauen können.

Am Sonntag endete unsere Aktion dann mit

einem Gemeindefest. Es kamen viele Familien

mit ihren Kindern vorbei, um unser Werk zu

bestaunen und auszuprobieren. Alle freuten

sich, dass es nun endlich einen sicheren Platz

gibt, an dem sich die Kinder der Grundschule

und die Kinder während ihrer Freizeit selbstständig

aufhalten können. Außerdem haben

alle Kinder einen relativ kurzen Heimweg, um

bei Problemen Hilfe zu holen. Der Bolzplatz

wurde natürlich gleich getestet und als super

eingeschätzt.

Auch im Nachhinein bekommen wir immer

wieder sehr erfreuliche Rückmeldungen der

Eltern. Die Kinder kommen nachmittags zwar

mit dreckigen Hosen nach Hause, seien aber

nun viel ausgeglichener und sitzen nicht mehr

so oft daheim vorm PC oder Fernseher.

Nun hoffen wir als Landjugend, dass die

Kinder mit diesem Bolzplatz noch lange eine

Freude haben werden.

Martina Henner

Vorsitzende der Landjugend Ballendorf

PS: Sie leitet im Verein auch die Jugendgruppe,

die 1990 von ihren VorgängerInnen ins

Leben gerufen wurde. Die Jugendgruppe wird

von ca. 20 Jugendlichen im Alter zwischen

9 und 16 Jahren besucht. Danach dürfen die

Jugendlichen in die „Aktiven“-Gruppe der

Landjugend Ballendorf, Landesverband Württemberg-Baden,

kommen.

Impressionen von einigen „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Aktionen

Eine für alle, alle fürs Land

www.landjugend.de 13

Fotos (v.l.): Hanne Vettin; Christian Müller; Anne Voss, Landjugend Ballendorf


Preisverleihung und Abschlussball in

RheinhessenPfalz

Es wurde gebuddelt, gebaggert, gestrichen, gebohrt…

- alles, was Heimwerker-Herzen höher

schlagen lässt. Aber auch Landjugend-Herzen,

denn es galt: „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ Das

heißt: Landjugendliche schauen, was in ihrem

Dorf anliegt und packen dann gemeinsam ein

Wochenende lang an. Sie gestalten zum Beispiel

Dorfplätze und Jugendräume neu, legen

Verkehrsinsel und Beete an. Die Aktion ist

nicht neu. Neu ist: Bei „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“

wurde auch getanzt. Und zwar bei einem festlichen

Ball, der den krönenden Abschluss der

Aktion bildete. Und den sich auch die BDL-

Bundesvorsitzende Magdalena Zelder, der Vizepräsident

des Bauern- und Winzerverbandes

Rheinland-Pfalz Süd e.V. Eberhardt Hartelt, vier

Wein-Hoheiten und eine Milchkönigin

nicht entgehen ließen.

Rund 200 Landjugendliche aus Rheinhessen

und der Pfalz feierten bis nach Mitternacht

in der Ludwig-Eckes-Halle in Nieder-Olm den

Abschluss einer gelungenen „Ich.Du.Wir.Fürs

Land.“-Aktion. „Mit dem Ball wollen wir den

Ortsgruppen der Landjugend speziell für ihr

Engagement bei dieser Aktion danken“, erklärt

Barbara Bißbort, die erste Vorsitzende des

Landesverbandes der Landjugend Rheinhessen-

Pfalz. So gab es auch zum ersten Mal Preise

für herausragende Projekte der Aktion - und

davon hatten sie reichlich. Eine Jury, zusammengesetzt

aus ehemaligen Landjugendlichen

und anderen Freunden der Landjugend, hatte

die schwere Aufgabe die Gewinnergruppen

auszuwählen. „Wir haben es uns wirklich

nicht leicht gemacht. Die Projekte waren so

unterschiedlich und alle wirklich beeindruckend“,

so Jurymitglied Christine Hill bei der

Preisverleihung, die die Schirmherrin Julia

Klöckner, ehemalige Landjugendliche und

heute CDU-Fraktionsvorsitzende in Rheinland-

Pfalz, übernahm.

Impressionen von einigen „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Aktionen

Eine für alle, alle fürs Land

Ausgabe 1/2013

Als Siegergruppe des Abends, die den mit 500

Euro dotierten ersten Platz belegte, wurde die

Landjugend Zweibrücken gekürt. Sie hat einen

50 Meter langen Barfußpfad runderneuert. Den

zweiten Platz belegte die Landjugend Rheinhessische

Schweiz. 200 Euro Siegerprämie

erhielt sie für den Umbau einer Verkehrsinsel

am Ortseingang von Frei-Laubersheim. Mit der

Pflege von 120 Obstbäumen hat die erst seit

einem Jahr bestehende Ortsgruppe Konken

den dritten Rang belegt. 100 Euro sahnte sie

dafür ab.

Die Ortsgruppe Albig erhielt für die Planung

eines naturnahen Spielplatzes im Herzen ihres

Dorfes einen Ehrenpreis, da das ehrgeizige

Projekt nicht im zeitlichen Rahmen der Aktion

bewerkstelligt werden konnte. Die Gruppe

bekam symbolisch für ihr Leuchtturm-Projekt

eine „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Laterne. Julia

Klöckner gratulierte den GewinnerInnen herzlich

und würdigte das Engagement aller Gruppen,

die an der Aktion teilgenommen hatten:

„Mit viel Herzblut habt ihr euch für eure Region

eingesetzt und eure Idee umgesetzt. Habt

hingesehen, wo in euren Heimatorten was anlag

und nicht gezögert, sondern angepackt“,

lobte sie die Landjugendlichen.

Nicole Seifert

14 www.landjugend.de


Ausgabe 1/2013

Die Landjugend Gnodstadt ruft…

… und das ganze Dorf packt an

Unter dem Motto „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“

wollten wir in 72 Stunden nicht nur mit den

Landjugendmitgliedern, sondern mit der kompletten

Dorfgemeinschaft ein vorher nicht bekanntes

Projekt auf die Beine stellen. Neben

der Förderung und Stärkung von Gruppendynamik,

Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt

war vor allem die tolle Eigendynamik, die

sich bei einer solchen Aktion entwickelt, ausschlaggebend

für unsere Motivation.

Wir wollten zeigen, dass eine Dorfgemeinschaft

etwas bewegen kann und der Öffentlichkeit

in Unterfranken deutlich machen, dass

mit Engagement und Einsatz alles geschafft

werden kann. Projektmanager Alexander Mader

stellte für uns in geheimer Absprache mit den

städtischen Verantwortlichen die Projektaufgabe

für die 72 Stunden zusammen: Gefahrenentschärfung

des Eingangsbereiches des

hiesigen Kindergartens samt Parkplatzerweiterung.

Insgesamt plante die Stadt Marktbreit

die Baumaßnahme mit knapp 100.000 Euro im

Haushalt ein. Gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft

gelang es uns, die Kosten auf 12.000

Euro€zu senken. Darauf sind wir stolz.

Aktionsbericht

Dann war es endlich so weit: Alexander Mader

verkündete den anwesenden Landjugendlichen

und HelferInnen das bis dato gut gehütete

Ziel der gemeinsamen Landjugendaktion.

„Das ist ein Auftrag für die Landjugend“, so

unser langjähriger Vorsitzender und Stadtrat

Mader an und bereitete das Projekt unter

strengster Geheimhaltung vor. Schon hier legte

unsere tolle Aktionstruppe, ausgerüstet mit

flotten T-Shirts, selbst Hand an. Kein Wunder

also, dass die komplette Landjugend und

zahlreiche BürgerInnen am Donnerstagabend

pünktlich 18 Uhr am Rathaus zur Einweisung

antraten und kurz darauf die Arbeiten

begannen. Eigenes Werkzeug wurde gleich

mitgebracht. Als größtes Hindernis erwies sich

der Abriss der alten Treppe. Vor Jahrzehnten

geizte man nicht mit Beton und dementsprechend

massiv war der Unterbau. Hier wurde

bis früh in die Morgenstunden mit Hochdruck

und schwerem Gerät an der Beseitigung gearbeitet.

Nach nur wenigen Stunden Schlaf

standen am Freitag ab 6 Uhr die ersten HelferInnen

schon wieder auf der Matte. Nun wurde

der Eingang verschwenkt. Wenige Meter weiter

war über Nacht die Parkplatzfläche bereinigt,

nivelliert und der Unterbau für die neue Pflasterfläche

vorbereitet worden. Eine Zeit lang

wurde anhand von Skizzen beratschlagt, wie

das vorgesehene Pflastermuster gelegt werden

muss. Sogar der Nachwuchs packte hier tatkräftig

mit an, alle feuerten sich bei bestem

Landjugendwetter gegenseitig an und hier

zeigte sich, dass der Zusammenhalt von Helferinnen,

Helfern und Gruppe vorbildlich war.

Am Samstag wurde erneut bis tief in die

Nacht geschuftet. Dann aber stand fest: Die

Pflasterfläche ist weitgehend verlegt und gerüttelt,

die Mauer am Zugang ist fertiggestellt

und der Unterbau für die neue Treppe des

Kindergartens fertig vorbereitet. Die Treppenstufen

einbauen, die Restarbeiten an der

Pflasterfläche abschließen, das sollte am

Sonntag gelingen. Allerdings

blieben den fleißigenHel-

ferInnen dazu gerade einmal zehn Stunden.

Und tatsächlich war noch einmal die ganze

Kraft unserer unterfränkischen Dorfgemeinschaft

gefragt, um das ambitionierte Projekt

zu vollenden.

Sonntagabend schallte es dann aus vielen

Kehlen: „Fertig!“ In 72 Stunden hat unsere

Dorfgemeinschaft in unermüdlicher Gemeinschaftsarbeit

den Zugang zum Kindergarten

rundum erneuert und das Ganze noch optisch

richtig ansprechend gestaltet. Natürlich hat

nicht jeder die gleichen Fähigkeiten, aber wer

nicht mauerte, konnte vielleicht Sand einkehren

oder Steine beitragen, für Verpflegung

sorgen, Müll entsorgen, schaufeln oder anpflanzen,

so dass am Ende über 60 HelferInnen

voller Stolz sagen können: „Ja, wir haben

etwas fürs Land getan und dafür gesorgt, dass

das Leben in Gnodstadt attraktiv bleibt und

die Stadt eine Menge Geld spart.“

Bemerkenswert

Alle SchülerInnen und StudentInnen konnten

für die Teilnahme an der Aktion vom

Schul- bzw. Hochschulbesuch befreit werden.

Zudem unterstützten viele Arbeitgeber unsere

gemeinnützige Aktion und stellten ihre

ArbeitnehmerInnen sogar ohne Abzug von

Urlaubstagen frei.

Fazit

Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ bedeutete in Gnodstadt,

dass sich ein ganzes Dorf - allen voran

die Landjugend - gemeinsam dafür einsetzt,

eine Aufgabe in drei Tagen zu bewältigen und

das Dorf wieder etwas schöner und lebenswerter

zu machen. Soviel die Theorie. Aber - und

das ist ungewöhnlich - bei uns deckt sich die

Theorie mit der Praxis! Wir haben unsere Aufgabe

gemeistert, das ganze Dorf ist glücklich.

So soll’s sein

Christina Full

1. Vorstand Landjugend Gnodstadt,

BJB Bezirk Unterfranken

www.landjugend.de 15

Fotos (v.l.): LJ RheinhessenPfalz; Landjugend Gnodstadt


Jubiläumstour in Bayern

Für das Jahr 2013 hat sich die Bayerische

Jungbauernschaft besonders viel vorgenommen.

In ihrem Jubiläumsjahr, die BJB wird 60

Jahre jung, wird „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ als

Jubiläumsaktion bis zum Festwochenende im

Dezember 2013 weitergeführt werden. Dazu

tourt eigens ein BJB-Fendt-Aktionsschlepper

durch Bayern und macht Halt bei besonderen

Landjugend-Veranstaltungen. Im Rahmen

dieser Tour macht die BJB aufmerksam

auf die Anliegen der Jugend im ländlichen

Raum Bayerns, die sowohl jugend- wie agrarpolitische

Interessen umfassen. Zu den

Stopps des Schleppers gehören die Grainauer

Junglandwirte-Tagung oder der ErlebnisBauernhof

auf der Internationalen Grünen Woche

in Berlin, wo die BJB die Standbetreuung

des Messestandes des Bundes der Deutschen

Landjugend übernimmt. Zahlreiche Gruppen

und Kreisverbände beteiligen sich mit unterschiedlichsten

Veranstaltungen fürs Land an

der Gemeinschaftsaktion - Dorfplätze werden

renoviert, Blutspendeaktionen durchgeführt

und vieles mehr. „Wir wollen zeigen, wie aktiv

wir das ganze Jahr fürs Land, fürs Dorf und

für die Gesellschaft sind“, so Ludwig Raßhofer

und Katrin Fischer, die beiden BJB-Landesvorsitzenden.

Ernten „fürs Land

Von Juni bis September wird die Arbeit der

Landwirte in der Öffentlichkeit am

deutlichsten sichtbar. Neben

der Getreideernte

müssen

16

gleichzeitig Gras, Heu und Stroh eingefahren

werden. Ausschlaggebend für gute Nahrungsmittel

- sowohl für Mensch als auch für Tier

- ist eine sichere und trockene Ernte. „Das

Wetter lässt sich nicht ändern“, so Martin

Baumgärtner, Agrarsprecher in Oberfranken.

„Für gute Nahrungs- und Futtermittel ist deshalb

eine zügige Ernte notwendig.“ Die Jungbauernschaft

Oberfranken bat gerade in der

Erntesaison um gegenseitige Rücksichtnahme

im Straßenverkehr. Mit so vermeintlich kleinen

Dingen, die so wertvoll und wichtig für unser

Land sind, tragen alle zur Landjugendaktion

Ich.Du.Wir. Fürs Land.“ bei.

Lars Schupp

Engagierte Mittelfranken im Dauereinsatz

In Moosbach (Landkreis Ansbach) und Rüdisbronn

(Landkreis NEA-BW) zeigen die Landjugendgruppen

besonders viel Einsatz und

Leidenschaft, um die örtliche Infrastruktur

weiter zu verbessern. In Rüdisbronn werkeln

die Landjugendmitglieder seit Oktober fleißig

im Alten Feuerwehrhaus, um im Erdgeschoss

eine vorher nur als Lager benutzte Räumlichkeit

zum modernen „Treffpunkt für Jung und

Alt“ um- und auszubauen. Von der Entkernung

und Sanierung, bis zu den Elektro- und Malerarbeiten

macht die Gruppe mit Unterstützung

des örtlichen Bauunternehmers Martin Fleischmann

alles in Eigenregie.

Am 1. Mai soll auch das Landjugendheim in

Moosbach fertig sein. Neben der Verlegung

der notwendigen Wasseranschlüsse über

mehrere hundert Meter vom Ortsschild zum

Jugendtreff wird das Landjugendheim seit

Oktober noch weiter renoviert und saniert.

Als Highlight fährt zur Eröffnung am Tag der

Arbeit 2013 auch der BJB-Fendt-

Aktionsschlepper in

Moosbach

Impressionen von einigen „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“-Aktionen

Ausgabe 1/2013

vor und macht damit wieder bei einer Jubiläumsaktion

in Bayern halt.

Lars Schupp

Simpsons wohnen jetzt in Haßlach

Am letzten Septemberfreitag traf sich die

Landjugend Haßlach, um gemeinsam mit den

Kindern und Jugendlichen des Dorfes das

Buswartehäuschen neu zu gestalten. Zuerst

suchten sich die Schulkinder ein Motiv aus.

Die Entscheidung fiel auf die Comicfiguren

„The Simpsons“. Noch am gleichen Abend ging

es mit den Konturen los. Am Tag darauf wurde

das Bild mit Farbe gefüllt. Voller Begeisterung

pinselte die Haßlacher Jugend Hand in Hand,

so dass am Ende ein tolles Kunstwerk entstand.

Auch die Sitzbank und die Außenwände

des Buswartehäuschens bekamen einen neuen

Anstrich verpasst. Die Landjugendlichen

hatten Spaß bei der Aktion, bei der zugleich

etwas Sinnvolles für die Dorfgemeinschaft

entstand. „Da wartet man wieder richtig gerne

auf den Schulbus!“, waren sich die Haßlacher

Kinder einig.

Landjugend Hasslach

Der Strohfigurenwettbewerb läuft…

… noch bis Mitte 2013. Er gehört zu den Aktionen,

mit denen die Landjugend im ganzen

Freistaat auf Engagement, Jubiläum und Landjugend

aufmerksam machen will. Natürlich

auch im Winter, denn ein paar Farbtupfer sind

in der dunklen Jahreszeit gern gesehen.

Mit einem Maishäcksler aus Stroh ist beispielsweise

die BJB Dillingen dabei. Zwölf

junge, kreative Köpfe aus dem Kreisverband

waren bei der Umsetzung beteiligt. Vor der

Maisernte baute die Gruppe in nur fünf Stunden

einen maßstabsgetreuen Maishäcksler

aus Strohballen. In Niederbayern wurde eine

Jungbäuerin kreiert. Die Siegergruppen werden

zur Jubiläumsfeier der BJB vom 6. bis 8.

Dezember 2013 bekannt gegeben.


Ausgabe 1/2013

Der ländliche Raum hat Potenzial

Die Landjugendlichen sind der „Wind der Veränderung“

„Über einen Monat lang haben sich unzählige

junge Menschen dafür eingesetzt ihr

Dorf, ihre Stadt, ihre Heimat auf dem Land

zu verschönern und die Lebensqualität zu

erhöhen“, beschrieb Julia Hiller aus dem

Bundesministerium für Familie, Senioren,

Frauen und Jugend (BMFSFJ) „Ich.Du.Wir.

Fürs Land.“ Sie war bei der Abschluss-

Rallye auf dem Tempelhofer Feld dabei, wo

sie bei den Strohballen anpackte und einen

Landjugend-Drachen steigen ließ und bei

der feierlichen Abschlussveranstaltung der

bundesweiten Landjugendaktion am Abend

in Berlin. Das bdl-spezial hat bei ihrem

Grußwort genauer hingehört.

Was war aus Ihrer Sicht das Besondere an

Ich.Du.Wir.Fürs Land“?

Ihr Ehrenamt und Ihr Engagement sind wichtig

und wertvoll. Das, was in diesem Monat

bewegt, verändert und angestoßen wurde,

hat mehr verändert, als auf den ersten Blick

sichtbar wird. Zuerst sieht man „nur“ dass

ein Teich renaturiert wurde oder ein Fahrrad-

Rastplatz angelegt wurde. Erst nach einiger

Zeit zeigt sich, dass dieser Teich aber für

mehr steht. Er ist ein Impuls für das Leben im

ländlichen Raum - ein Zeichen, dass der ländliche

Raum aktiv ist und sich junge Menschen

dort wohlfühlen.

Der ländliche Raum hat Potenzial.

Seit einiger Zeit hat die Politik entdeckt, dass

es notwendig ist, etwas zu tun, damit sich

Menschen auf dem Land auch weiterhin wohlfühlen.

Dass Familien sich dort niederlassen

und junge Menschen dort eine Zukunft für

sich sehen. Dabei darf man nicht alle

ländlichen Räume

über einen Kamm scheren. Land ist nicht

gleich Land!

Land ist aber auch nicht gleich Stadt…

Das stimmt. Ich selber bin auch auf dem Land

groß geworden - wenn auch in einer Kleinstadt

- und ich habe nie das Gefühl gehabt,

dass mir irgendeine Infrastruktur fehlt: Einmal

in der Stunde ging ein Bus nach Münster -

es gab sogar einen Nachtbus - alle Freunde

waren mit Fahrrad oder Bus erreichbar, und

irgendeinen großen Bruder konnten wir immer

überreden, uns in die nächstgelegene Disko

zu fahren. Ich glaube, dort ist das Leben auch

heute noch für Jugendliche nicht wesentlich

komplizierter als in einer Stadt.

Aber Sie leben in der Stadt.

Viele meiner Mitschülerinnen und Mitschüler

sind mit ihren Familien auf dem Land geblieben,

weil sie dort eine gute Zukunft für sich

und ihre Kinder sehen. Es gibt aber auch die

Landstriche, wo eben nur der Schulbus zwei

Mal am Tag fährt, wo kein Jugendtreff mehr

existiert und wo es nicht so einfach ist, nach

der Schule noch seine Freunde zu besuchen.

Schulen schließen und werden zusammengelegt,

der Schulalltag wird durch G8 und Ganztagsschulen

immer länger, so dass nach der

Schule und dem Heimweg kaum eine Möglichkeit

besteht, sich noch mal aufzumachen.

Wie geht man damit am besten um?

Gerade hier ist es unbedingt notwendig, dass

junge Menschen aktiv werden und ihr Lebensumfeld

selber mitbestimmen und selber so

gestalten, dass sie an ihrer Jugend auf dem

Land auch Spaß haben. Wenn sie darüber

hinaus aber auch noch etwas für die gesamte

Dorfgemeinschaft tun, dann werden diese

jungen Menschen zum Herz des Ortes, das frisches

Blut in die Gemeinde pumpt.

Wie bei „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“

Viele Ihrer Aktionen haben genau dort angesetzt.

Sie haben mit Veranstaltungen und

Festen Gelegenheiten geschaffen, beisammen

zu sitzen, sich zu unterhalten, gemeinsame

Interessen festzustellen und vielleicht weitere

Aktivitäten zu organisieren. - Die Landjugendlichen

sind der „Wind der Veränderung“: Sie

haben die Ideen und den Tatendrang diese

Ideen umzusetzen.

Also kann Landjugend im ländlichen Raum

den Unterschied machen?

Ich bin mir sicher, dass Sie mit dieser und

den vielen anderen Aktionen der Landjugend

Schritt für Schritt auch die Strukturen auf

dem Land verändern und - dort wo es notwendig

ist - verbessern können. Genau dafür steht

der BDL bundesweit: Für die ständige Veränderung

ländlicher Regionen und tausend frische

Ideen junger Menschen auf dem Land.

www.landjugend.de 17

Fotos (v.l.): BJB; BDL, Gräschke


Nachahmer sind dringend erwünscht!

R+V war wieder dabei

Förderung der ländlichen Räume, Erhaltung

der Lebens- und Bleibeperspektiven für die

ländliche Bevölkerung und hier insbesondere

der Jugend, Förderung des immensen kreati-

Feierlicher Abschluss mit

Harald Krummenauer (l.)

und Jörg Huthmann (r.).

Verantwortung und Leidenschaft

Warum CLAAS sich bei der Landjugend engagiert

Das Familienunternehmen feiert im Jahr 2013

seinen hundertjährigen Geburtstag. Die Grundidee,

Landtechnik immer besser zu machen

und damit letztendlich zur Ernährung der

Welt beizutragen, hat sich in dieser Zeit nie

verändert. Das gilt auch für die Grundwerte

von CLAAS: Immer in Bewegung bleiben,

stets nach dem Besseren streben und dabei

nie die Bodenhaftung verlieren. Darin steckt

vor allem die Bereitschaft, Verantwortung zu

übernehmen und auch bei Gegenwind Kurs

zu halten. Die Aktion „Ich.Du.Wir.Fürs Land.“

passt gut zu dem Familienunternehmen, denn

hinter diesem Slogan steckt ein Konzept, das

auf die Übernahme von Verantwortung und

Langfristigkeit setzt.

ven Potenzials der Landjugend, deren soziale

Einbindung und demokratische Bildung….

viele andere wichtige Ziele und Aufgaben sind

an dieser Stelle zu nennen, die es wert sind,

verfolgt und umgesetzt zu

werden, um die Zukunft

der ländlichen Regionen

in Deutschland zu sichern.

Der Jugend kommt dabei

eine Schlüsselposition zu,

denn ihr gehört die Zukunft.

Bleibt sie auf dem

Land und baut sie sich dort

eine Existenz auf, dann

hat der ländliche Raum

eine Zukunft. Tut sie dies

mehrheitlich nicht, wird es

kritisch.

Die R+V hat als Versicherer

der Genossenschaftlichen

FinanzGruppe und damit der

Volks- und Raiffeisenbanken

auch auf dem Land eine

starke Marktposition und

damit ein großes Interesse

daran, dass die ländliche

Eine Entscheidung für das Leben auf dem

Land, ob in der Landwirtschaft oder auf

anderer Grundlage, zeigt nach unserer Auffassung

sehr klar die Bereitschaft, Verantwortung

zu übernehmen. Die Aktion „Ich.

Du.Wir.Fürs Land.“ des Bundes der Deutschen

Landjugend und seiner Landesverbände hat

den damit verbundenen Themen eine Stimme

gegeben. Und das bedeutet manchmal auch,

gegen den Strom zu schwimmen.

Die Welt zu sehen, wie sie ist, genügt nicht.

Wer Veränderung will, braucht Leidenschaft.

Wenn dies mit gesellschaftlichem Engagement

wie im BDL einhergeht, ist das für CLAAS Anlass

genug, diese Aktivitäten zu unterstützen.

Dass bei der Abschlussaktion auf dem Gelände

des früheren Flughafens in Berlin-Tempelhof

und bei

Ausgabe 1/2013

Bevölkerung nicht abnimmt, dass qualifizierte

Arbeitsplätze bleiben, möglichst neue geschaffen

werden, dass Arbeitsplätze, Infrastruktur

und Bildungseinrichtungen das Leben auf dem

Land weiterhin attraktiv machen.

Im Kleinen - vor Ort - kann die Landjugendorganisation

bereits sehr viel in diesem Sinne

bewegen. Oft genügt es schon, die politischen

Entscheidungsträger zu erreichen und zu überzeugen.

Noch wirkungsvoller und überzeugender

ist es jedoch, selbst anzupacken.

Und das tut die Landjugend. Das zeigt die

gesamte Arbeit des Bundes der Deutschen

Landjugend mit seinen Untergliederungen und

das zeigen noch einmal ganz aktuell die vielen

Aktionen, die im Rahmen von „Ich.Du.Wir.Fürs

Land.“ in allen Teilen Deutschlands mit einem

immensen Aufwand und einer großen Kreativität

und Begeisterung konzipiert und umgesetzt

wurden. Viele dieser Aktionen sind vorbildlich.

Nachahmer sind dringend erwünscht!

Die R+V Allgemeine Versicherung ist stolz darauf,

Partner und Förderer von „Ich.Du.Wir.Fürs

Land.“ zu sein und damit einen Beitrag zur

Zukunftssicherung unseres Landes zu leisten.

Harald Krummenauer

R+V Allgemeine Versicherung AG

Jörg Huthmann und Magdalena Zelder im

Austausch.

den Gesprächen am Abend wichtige Inhalte

auf vergnügliche Art transportiert wurden,

unterstreicht nur: Die Aktion „Ich.Du.Wir.Fürs

Land.“ hat ihr Ziel erreicht.

Jörg Huthmann

Pressesprecher CLAAS Gruppe

Fotos : BDL, Gräschke


Ausgabe 1/2013

BDL-Aufruf: Ich steh’ fürs Land.

Landjugend will Ministerium für ländliche Räume

Wir stehen fürs Land. Aber wer noch? Wer

von den heutigen und künftigen Mitgliedern

des Bundestages macht sich in Vor- und

Nachwahlzeiten für den ländlichen Raum und

die Menschen dort stark?“, fragt der stellv.

BDL-Bundesvorsitzende Tobias Schubotz. Der

größte Jugendverband im ländlichen Raum

will es wissen.

Ich steh’ fürs Land“ ist nicht weniger als ein

Aufruf des BDL, sich mit Blick auf die Jugend

für die Entwicklung der ländlichen Räume und

für die Unterstützung von Jugendverbandsarbeit

in Deutschland einzusetzen. Er möchte,

dass BundestagskandidatInnen klar Stellung

beziehen. Er fordert von ihnen ein Bekenntnis,

dass ihnen Jugendverbände, Landjugendarbeit

und die ländlichen Räume wichtig sind und sie

sich für deren Förderung einsetzen.

"Ich steh’ fürs Land“ bezieht sich nicht allein

auf Personen. Auch die Institutionen hierzulande

sind gefragt, sich zur Förderung der

ländlichen Räume zu bekennen. Konkret fordert

der Bund der Deutschen Landjugend ein

Bundesministerium für ländliche Räume. „Wir

wollen, dass Kompetenzen und Zuständigkeiten

gebündelt werden, um mehr Effektivität

bei der Förderung der ländlichen Räume zu

erreichen“, so Tobias Schubotz. Es könne nicht

sein, dass die Verantwortlichkeiten für den

größten Teil der Fläche in Deutschland und die

Menschen, die dort leben, auf zig Ministerien

und Behörden verteilt sind.

„Es ist mehr denn je notwendig, dass die

Entwicklung der ländlichen Räume positiv betrachtet

und die Perspektiven vermittelt werden“,

so der stellvertretende BDL-Vorsitzende.

„Zukunft braucht Nachwuchs“

31. Berufswettbewerb der deutschen Landjugend in den Startlöchern

Am 5. Februar ist es soweit: Der Berufswettbewerb

der deutschen Landjugend 2013 beginnt.

Die Schirmfrau - Bundeslandwirtschaftsministerin

Ilse Aigner - gibt in München-Riem

den Startschuss für den republikweiten Wettbewerb.

Unter dem Motto „Grüne Berufe sind

voller Leben - Zukunft braucht Nachwuchs“

werden rund 10.000 junge Fachkräfte ihr

theoretisches und praktisches Können in der

Haus-, Land-, Tier- und Forstwirtschaft sowie

dem Weinbau miteinander messen.

Eins steht bereits vor Beginn fest: „Jede und

jeder gewinnt beim Berufswettbewerb – durch

den Austausch mit Gleichgesinnten, durch den

Blick über den berühmten Tellerrand“, trägt

die BDL-Bundesvorsitzende Magdalena Zelder

die Erfahrungen früherer SiegerInnen weiter.

Sie erinnern sich nicht nur an die Preise,

sondern loben besonders den Austausch mit

anderen, das erfahrene Wir-Gefühl und das

neue Wissen und Selbstbewusstsein, das sie

mit nach Hause gebracht haben.

„Mit dem Motto «Grüne Berufe sind voller Leben

- Zukunft braucht Nachwuchs» wollen wir

auf die Chancen und die Bedeutung der jungen

Fachkräfte fürs die Gesellschaft aufmerksam

Die Potenziale der ländlichen Räume sind zu

erkennen, zu benennen und zu fördern. Zu

diesen Potenzialen gehört nach Ansicht des

BDL auch die Jugendverbandsarbeit, die lange

„sträflich“ vernachlässigt und zu Unrecht als

antiquiert bezeichnet wurde.

Ich steh’ fürs Land“ ist ein engagierter Zuruf

und eine Aufforderung an KandidatInnen für

den Bundestag 2013 Farbe zu bekennen und

sich für die Zukunft in Deutschland, d.h. die

Zukunft der ländlichen Räume und die Zukunft

der Jugendverbände einzusetzen. Der BDL fordert

damit nicht weniger von den Menschen,

die sich bundespolitisch engagieren wollen,

als dass sie aus der Unterstützung für die

ländlichen Räume und die Jugendverbandsarbeit

eine Herzensangelegenheit machen und

dies auch öffentlich zeigen. Wer dabei sein

möchte, vielleicht auch einen Anstoß dazu

braucht, dem steht der BDL mit seiner Aktion

Ich steh’ fürs Land“ gern zur Seite.

Damit unterstützt der größte Jugendverband

im ländlichen Raum die Aktion des Deutschen

Bundesjugendrings (DBJR) „STAND. Starke Verbände

| Starke Jugend“.

machen. Sie bringen Leben auf dem Land und

Wachstum fürs Land“, so die BDL-Vorsitzende.

Bereits zum 31. Mal laden BDL und der

Deutsche Bauernverband sowie der Deutsche

LandFrauenverband und ihre Landesverbände

mit der Schorlemer Stiftung zum Berufswettbewerb

der deutschen Landjugend ein. Er

zählt zu den größten grünen Fort- und Weiterbildungsprojekten

Deutschlands und wird

alle zwei Jahre veranstaltet. Erstmals gibt

das Nachrichtenportal agrarheute.com, das

mit dem dlz agrarmagazin Medienpartner des

Berufswettbewerbes 2013 ist, per Video einen

Vorgeschmack und zeigt, dass die Aufgaben

auch für gestandene Fachleute kein Zuckerschlecken

sind.

www.landjugend.de 19


Endlich sind sie wieder sechs. Drei Frauen

und drei Männer stehen an der Spitze des

größten Jugendverbands in Deutschland.

Seit November gehört auch Katrin Fischer

zu ihnen. Unterstützt werden die sechs, die

mit dem für den Weinbau kooptierten Alexander

Flick eigentlich sieben sind, von der

BDL-Geschäftsstelle in Berlin. Auch die ist

seit Ende Oktober mit Franziska Strasoldo

als Agrarreferentin wieder komplett. Die Zeichen

für 2013 stehen also gut.

Neu im Vorstand

Katrin Fischer braucht kein Instrument um

einen klaren Ton zu treffen. Sachlich und

kompromissbereit, mit Feingefühl und Geradlinigkeit

setzt sie sich

durch und findet damit

Lösungen, die andere

nicht für möglich halten.

Doch manchmal reicht das

nicht. Dann hilft ihr das

Saxophon, zu sich selbst

zu finden.

Die Neue im BDL-Vorstand

ist ein Multitalent - eine,

die mit der Sprache genauso

gut jonglieren kann

wie riesige Landmaschinen

bedienen. Sie hat ein Ohr

für die unterschiedlichen Katrin Fischer

Motoren und jetzt quasi

ihr Hobby zum Beruf

gemacht: Nach dem Agrarmarketing- und

-management-Studium in Weihenstephan, hat

die 31-Jährige deutschlandweit erste Berufserfahrungen

gesammelt. Heute arbeitet sie als

Redakteurin im Ressort Landtechnik beim dlz

agrarmagazin.

Ein Männerressort? Nicht für sie. Die Katrin

ohne h - nicht zu verwechseln mit ihrer Vorstandskollegin

Kathrin Funk - liebt das Leistungspflügen.

Gern würde sie häufiger dabei

sein. Sie liebt das Anspruchsvolle an dieser

Art des Pflügens, den Geruch und das Muster

der aufgebrochenen Erde, die jedes Mal anders

sind. Leider bleibt ihr nicht viel Zeit auf dem

Acker, aber die weiß sie zu nutzen. Denn die

junge Frau ist weiterhin als Betreuerin und

Schriftführerin aktiv und gibt ihre Erfahrungen

gern weiter.

Die Wahl-Freisingerin wirft so schnell nichts

um. Sie steht mit beiden Beinen fest auf der

Erde und kann kämpfen. Wenn sie von etwas

überzeugt ist, lässt sie sich durch nichts und

niemanden aufhalten. So ist sie auch zur

Neue im

BDL-Team

Die etwas andere

Vorstellungsrunde

Landjugend gekommen. Vergleichsweise spät

- erst 2009 - ging sie als Ehrenamtliche im

Bezirksverband Schwaben an den Start. Heute

bringt sie sich nicht nur aktiv in den Bundesvorstand

ein, sondern ist

auch Vorsitzende in der

Bayerischen Jungbauernschaft,

einem BDL-Landesverband.

Das Landjugendvirus lässt

sie nicht mehr los. Für

Katrin ist klar: Landjugend

verbindet Jugendliche und

jung Gebliebene aus dem

ländlichen Raum innerhalb

einer Region, eines Bundeslandes,deutschlandweit

und sogar innerhalb

Europas. Gemeinsam lässt

sich jedes Problem angehen,

hat sie festgestellt. Und

das lebt sie. Längst gehört

die Landjugend zu Katrin

Fischer wie ihr offenes

Lachen.

Kein Wunder, dass sie

nicht ruhig sitzen kann

und immer etwas unternehmen

und bewegen

muss. Wer Katrin einmal

auf der faulen Haut liegen

sieht, muss sich Sorgen

machen – zumindest wenn

sie ihre Nase nicht gerade

in ein gutes Buch steckt.

Das wird sich sicherlich nicht so schnell ändern,

denn Katrin weiß genau, was sie im Jahr

2030 macht: als rasende Reporterin von moderner

Landtechnik und Landjugend berichten.

Neu in der Geschäftsstelle

Es ist, als ob sie nie etwas anderes gemacht

hätte. Egal ob bei Landjugendterminen oder in

Ausgabe 1/2013

der Geschäftsstelle - vom ersten Tag an gehörte

Franziska Strasoldo dazu. Als Neue war sie

kaum auszumachen. Dabei war die 27-Jährige

mit dem italienisch klingenden Namen selbst

nie in der Landjugend. Das heißt nicht, dass

sie mit den Problemen der ländlichen Räume

nicht vertraut ist. Schließlich ist sie sehr

ländlich aufgewachsen, kennt die Situation der

Landjugend und das Leben auf dem Land mit

all seinen Facetten. Gerade deswegen weiß

sie, wie wichtig die Jugend für die ländlichen

Räume ist.

Franziska war als Jugendgruppenleiterin aktiv

und hat ihr Herz schon lange ans Land verloren.

Nicht nur, weil sie gern reitet und am

liebsten draußen mit dem Hund unterwegs ist,

sondern weil sie den Zusammenhalt und die

Qualitäten des Landlebens zu schätzen weiß.

Wohl auch deshalb hat sie das Studium der

Rechtswissenschaften zugunsten der Agrarwissenschaften

aufgegeben, das sie im November

in Kiel abgeschlossen hat. Seitdem darf sich

die junge Frau mit dem aufmerksamen Blick

Master of Science nennen.

So fest die neue Referentin des BDL für Agrarpolitik,

Weinbau und Regionalentwicklung

im Leben steht, so fein ist ihr Gespür für den

Augenblick. Zurückhaltend und zupackend

auf der einen Seite, reagiert sie gelassen und

wenn notwendig durchaus bestimmt. Da ist es

wenig verwunderlich, wenn sie auf dem enger

werdenden Berliner Wohnungsmarkt schon vor

dem ersten Arbeitstag in

der Hauptstadt eine feste

Bleibe gefunden hatte.

Viel verrät auch ihr Lieblingsfilm

über sie. In „Erin

Brockovich“ geht es um

Ehrlichkeit und Gerechtigkeit

- um eine Frau, die

sich allen Widrigkeiten

zum Trotz nicht beirren

lässt, wenn sie etwas für

richtig und wichtig hält.

Noch Fragen?

Franziska Strasoldo

Und ja, Fransiska Strasoldo

hat italienische Wurzeln,

isst am liebsten Pollo tonato…

Wer mehr über die neue BDL-Agrarreferentin

wissen will, muss sie selber fragen. Bei

allem steht fest, sie ist mit dem Herzen dabei

und kann kämpfen, wenn es um die Sache

geht. Und Franziska Strasoldo in 30 Jahren?

„In jedem Fall der Landwirtschaft verbunden.

Die lässt mich nicht mehr los“, sagt sie mit

ruhigem Lächeln.

20 www.landjugend.de

Fotos (v.l.) : Carolin Beil; BDL, Gräschke


Ausgabe 1/2013

Was war? Was wird?

November-Bumi des BDL - mit vielen Frauen in Führungspositionen.

BDL: Frauen besser fördern

„Unsere Landwirtschaft braucht mehr Frauen

als Fachkräfte und in Führungspositionen.

Das gilt auch für den Bauernverband und

Organisationen in den der Landwirtschaft vor-

und nachgelagerten Bereichen“, so Thomas

Huschle. Er ist stellvertretender Vorsitzender

des BDL, der seit seiner Gründung von einer

geschlechterparitätisch besetzten Doppelspitze

geführt wird. Huschle fordert die der

Landjugend nahestehenden Verbände auf, junge

Frauen stärker zu fördern als bisher. „Der

steigende Anteil der Frauen unter den landwirtschaftlichen

Fachkräften und Betriebsleiterinnen

muss sich auch in den Verbandsspitzen

widerspiegeln. Das Potenzial ist da. Allerdings

braucht es mehr Förderung, mehr Unterstützung

von männlicher Seite, damit Frauen sich

für eine Verbandskarriere entscheiden“, zeigt

er sich überzeugt. Dem größten Jugendverband

im ländlichen Raum gelingt das seit 63

Jahren ganz gut. Die drei jungen Männer und

Frauen im Bundesvorstand bilden da nur die

Spitze. Über Landes- und Bezirksebene bis hinunter

auf die Ortsebene setzt sich die gleichberechtigte

Verantwortungsübernahme fort.

„Das hat sich bewährt“, so Thomas Huschle. Er

persönlich möchte auf diese Art des Miteinanders

in Führungspositionen nicht verzichten.

Hessische Erntekrone für

Bundespräsident

Für Verblüffung sorgte die Landjugend Wirmighausen

aus Hessen mit ihrem Auftakttanz bei

der Übergabe der Erntekrone an Bundespräsident

Joachim Gauck im Oktober. Die jungen

Männer und Frauen hatten dafür traditionelle

Volkstanzelemente mit harten Klängen verschmolzen.

„Dieser Tanz zeigt deutlich, in

welchem Spannungsfeld wir uns bewegen. Ob

in der Landwirtschaft oder der Gesellschaft -

wir passen Überliefertes den Veränderungen

an“, betonte Matthias Daun (BDL) bei der

Begrüßung in Berlin. Das zeige auch die von

der Hessischen Landjugendgruppe gebundene

Erntekrone. Letztlich habe das ganze Dorf

daran mitgewirkt. „Im Rahmen unserer «Ich.

Du.Wir.Fürs Land.»-Aktion habe die Gruppe Alt

und Jung eingeladen, habe sich helfen lassen

und das neue Wissen sogleich mit der Gemeinschaft

geteilt.

Gemeinsam übergaben Joachim Rukwied, Präsident

des Deutschen Bauernverbandes (DBV),

Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen

Der Bundespräsident dankt der Tanzgruppe

persönlich für die schöne Erntekrone.

LandFrauenverbandes (dlv) und die BDL-Bundesvorsitzenden

Magdalena Zelder und Matthias

Daun die von der Hessischen Landjugend

gebundene Erntekrone der deutschen Landwirtschaft,

die bis Ende 2012 einen Ehrenplatz

im Dienstsitz des Bundespräsidenten, Schloss

Bellevue, bekommen hatte.

Erntekrone für Bundestags-Ausschuss

Der Altersdurchschnitt im Bundestagsausschuss

für Ernährung, Landwirtschaft und

Verbraucherschutz (ELV) sank in seiner 79.

Sitzung beträchtlich. Der BDL war mit einer

20-köpfigen Delegation zu Gast und überbrachte

ihm mit der Erntekrone der deutschen

Landwirtschaft die dringliche Bitte, sich bei

der EU für die Junglandwirteförderung in der

ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik

(GAP) nach 2013 stark zu machen. Die Erntekrone

überbrachte die Niedersächsische

Landjugend. Die Landjugendgruppe Walsrode

hatte sie aus bestem Getreide gebunden, mit

Heide verziert und nach Berlin gebracht. „Mag

unsere Erntekrone bei allem, was Sie entscheiden,

an uns erinnern - daran, dass wir auch

in Zukunft auf dem Land leben, arbeiten und

ernten wollen“, so die BDL-Bundesvorsitzende.

So könne die Landjugend sicher sein, dass der

Ausschuss die Entscheidungen treffe, die gut

für die Zukunft und gut fürs Land seien. „Egal

ob beim Fachkräftemangel oder bei Infrastrukturproblemen,

zu denen das noch immer

nicht lückenlose schnelle Internet in den

ländlichen Räumen gehört. Denn da sehen wir

Handlungsbedarf“, stellte Magdalena Zelder im

ELV-Ausschuss fest. Die Abgeordneten begrüßten

das Landjugend-Engagement. „Sie machen

uns nicht nur inhaltlich mit ihrer Arbeit eine

Freude, sondern auch mit dieser prächtigen

Erntekrone“, bedankte sich der Ausschuss-Vorsitzende

Hans-Michael Goldmann. Er ermutigte

die jungen Gäste, die Zusammenarbeit mit der

Politik weiterhin einzufordern.

Das Gebinde, das den Dank der Landjugend

für die diesjährige Ernte symbolisiert, wird

jetzt ein Jahr lang den Sitzungssaal des ELV-

Ausschusses zieren. Es ist übrigens der einzig

zugelassene Schmuck im ganzen Paul-Löbe-

Haus.

BDL zu den Wahlgeschenken

der Koalition

Wir empfehlen mehr Weitsicht statt Wahlgeschenken,

die an einen Kuhhandel erinnern“,

stellt Magdalena Zelder fest. Die BDL-Bundesvorsitzende

bezieht sich auf die Abstim-

www.landjugend.de 21


Begeisterung im Ernährungsausschuss beim Besuch der Landjugend.

mung im Bundestag, bei der die Praxisgebühr

zugunsten des Betreuungsgeldes aufgegeben

wurde. Inhaltlich könne man das sehen, wie

man wolle. „Aber das ist keine Entscheidung

in der Sache, sondern ein offensichtlicher

Handel, der für uns junge Menschen eine ungesicherte

Baustelle zurück lässt“, kritisiert

Magdalena Zelder: „Das ist kein gutes Demokratierezept.“

Im Gegenzug zur Abschaffung der Praxisgebühr

hat die FDP dem CSU-Projekt Betreuungsgeld

zugestimmt. „Wir wissen, dass ähnliche

Entscheidungen auch andere Regierungskoalitionen

getroffen haben. Wir wissen aber

auch, dass diese Art der Entscheidungsfindung

Politik unglaubwürdig macht“, so Zelder. „Wir

wünschen uns, dass politische Entscheidungen

auf lange Sicht getroffen werden. Mit kurzfristigen

Wahlgeschenken, die Probleme in die

Zukunft verlagern, ist der jungen Generation

nicht geholfen“, sagt die BDL-Bundesvorsitzende.

BDL-Bundesvorstand komplett

Bei der 125. BDL-Bundesmitgliederversammlung

wählten die Delegierten im November

Katrin Fischer in den Bundesvorstand. „Ich

freue mich, dass ich nun auch auf Bundesebene

die Chance habe, Jugendliche aus dem

ländlichen Raum für die Landjugend und das

ehrenamtliche Engagement in der Landjugend

zu begeistern: Nur gemeinsam können

wir etwas bewegen“, so die 31-Jährige nach

der Wahl. Katrin Fischer ist Vorsitzende der

Bayerischen Jungbauernschaft. Mit ihr ist der

BDL-Bundesvorstand nach einem halben Jahr

zu fünft wieder komplett. Neben den beiden

Vorsitzenden Magdalena Zelder und Matthias

Daun gehören dem Führungsgremium Kathrin

Funk, Thomas Huschle, Tobias Schubotz und

nun auch Katrin Fischer an. Die Sechs freuen

sich, das nächste Landjugendjahr mit Berufswettbewerb

der deutschen Landjugend und

Bundestagswahl, mit dem Schwung von „Ich.

Du.Wir.Fürs Land.“ und vereinten Kräften fürs

Land angehen zu können.

Selbstbewusster Zukunftskongress

beim Young Farmers Day

„Wachstum allein scheint uns nicht die geeignete

Zukunftsstrategie“, stellt Thomas

Huschle nach dem Kongress Junger Tierhalter

auf der EuroTier fest. Der stellvertretende BDL-

Bundesvorsitzende hat gemeinsam mit Marlene

Buchner von der Jungen DLG den Young

Farmers Day zum Thema „Entwicklungsstrategien

in der Tierhaltung“ moderiert, bei dem

sich fünf junge Betriebsleiter in die Karten

schauen ließen. Sie waren so unterschiedlich

wie ihre Strategien als junge Betriebsleiter.

Trotzdem wurde eins deutlich: Die eigene

Bumi im Dunkeln: Schwarzlicht-Minigolfen hat seine Tücken.

Ausgabe 1/2013

Strategie findet nur, wer auf sein Herz hört.

Das Copy-Paste-Verfahren funktioniert in der

Tierhaltung nicht. Für die mehr als 250 jungen

BesucherInnen des Kongresses von Junger

DLG, BDL und junger ISN (Interessengemeinschaft

der Schweinehalter Deutschlands) gab

es jede Menge Stoff zum Nachdenken. Denn

klar wurde auch, dass die Fünf da vorn ihre

Zukunft eher in einem Familienbetrieb sehen,

dass sie mehr auf Zusammenarbeit setzen als

auf Konkurrenz und sich beispielsweise in

Maschinengemeinschaften organisieren. Die

zukunftsgerichtete Diskussion zeigte auch,

dass Werte wie die Arbeitsqualität und das

persönliche Glück durchaus eine Rolle spielen,

wenn junge LandwirtInnen ihren Weg in der

Tierhaltung suchen.

Hofquiz-GewinnerInnen ausgelost

Die GewinnerInnen des Hofquiz der Fördergemeinschaft

Nachhaltige Landwirtschaft e.V.

(FNL) und des BDL, an dem sich mehr als

1000 Menschen beteiligt haben, stehen fest.

Als erster Preis geht ein Wochenende „Ferien

auf dem Bauernhof“, gesponsert von dem

Internetportal www.landsichten.de, an die Familie

Ruhe nach Stuttgart. Die Familien Süßle

(Merdingen), Willeke (Dieckhorst) und Fischer

(Quedlingburg/ Gernrode) dürfen sich auf ein

Jahresabonnement der Zeitschrift „Agrarkids“

freuen. Weitere 21 Preise haben im Dezember

ihre Reise in die unterschiedlichsten Ecken

der Republik angetreten. Sie alle wurden bei

der BDL-Mitgliederversammlung gezogen. Die

Glücksfeen Sibylle Henter und Andreas Maaß

gehören dem Landesvorstand der Landjugend

Westfalen-Lippe an. Der Verband war maßgeblich

an der Ausrichtung des bundeszentralen

„Tag des offenen Hofes“ 2012 in Hagen beteiligt.

22 www.landjugend.de


Ausgabe 1/2013

BDL-Arbeitskreis trifft DBV-Präsident

Wir bleiben dabei: Eine zukunftsfähige europäische

Landwirtschaft braucht eine verbindliche

Junglandwirteförderung für alle.“ So

Anregender Austausch mit dem neuen Bauernpräsidenten.

Impressum

bdl-spezial Ausgabe 1/2013

Fachmagazin der Landjugend

Herausgeber:

Bund der Deutschen Landjugend (BDL)

Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin

Tel.: 030 - 31904-258; Fax: -206

eMail: info@landjugend.de

Internet: www.landjugend.de; www.wir-fuers-land.de

Redaktion: Carina Gräschke

Erscheinungsform: dreimal jährlich

Auflage: 2000 Stück

Titelfoto: © Landjugend Rheinland-Nassau

Graphische Gestaltung: SEQUENZ, Berlin

Druck: www.flyerheaven.de

Der Umwelt zuliebe auf Recyclingpapier gedruckt.

Nicht gekennzeichnete Beiträge/Fotos: Carina Gräschke.

Die Inhalte der Artikel spiegeln nicht zwangsläufig

die Meinung der Redaktion wider.

Das bdl-spezial wird gefördert durch das Bundesministerium

für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

deutlich diese Forderung der BDL-Bundesvorsitzenden

Magdalena Zelder ist, so einig sind

sich die jungen LandwirtInnen in dieser Frage.

Das wurde bei der Dezember-Sitzung des BDL-

Rettet die Wahlen

Es geht um euch – um eure Mitarbeit am nächsten Landjugendmagazin

Die einen geben ihre Stimme ab, die anderen sind im Stimmbruch. Wie seht ihr das? Die nächste

Ausgabe des bdl-spezials wird sich mit den Wahlen beschäftigen. Wir wollen herausfinden, wie

der oder die ideale Bundestagsabgeordnete aussehen sollte, was junge Menschen am Einstieg in

die Politik hindert, wie die Uhren in der Wahlzeit bei der Landjugend ticken…? Gemeinsam geht

das am besten, denn die Wünsche an den Weihnachtsmann schicken und warten können andere.

Landjugend packt an. Die Redaktion des bdl-spezial freut sich auf eure Beiträge und Bilder. Bitte

sendet eure Mitarbeiten, Anregungen und Fragen an c.graeschke@landjugend.de oder postalisch

an BDL, Redaktion: bdl-spezial, Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin.

Redaktionsschluss: 19. April 2013

BDL-Termine

Arbeitskreises Agrarpolitik deutlich. Dutzende

junger AgrarierInnen waren nach Berlin gekommen,

um den Antrittsbesuch von Joachim

Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes

(DBV), zu nutzen und mit ihm über die

Landwirtschaft der Zukunft zu diskutieren.

Dabei wurde klar, dass die beiden Verbände

bei der Junglandwirteförderung in der Gemeinsamen

Agrarpolitik (GAP) der EU nach 2013

recht nah beieinander sind. Der Vorschlag des

BDL sieht vor, dass zwei Prozent der Mittel der

ersten Säule für die Junglandwirteförderung

verwandt werden. Allerdings, und darin stimmt

Joachim Rukwied den jungen AgrarierInnen

zu, solle es keine Zahlung pro Hektar, sondern

ein bundeseinheitliches Förderprogramm

für Investitionsmaßnahmen geben, von dem

JunglandwirtInnen profitieren.

Januar

18.-27.1. Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin: mit Landjugendständen (BJB

Halle 3.2, WüBa BMELV-Halle), Junglandwirtekongress, Jugendforum, BDL- &

Niedersachsenfete, EEG-Preis-Verleihung, Theaterpremiere (WLL), Deutsch-

Französischem Jugend-Workshop „Lebendiges Land. Lebendiges Europa.“,

Landjugendball (Tanzeinlage Südbaden) und vielem mehr

Februar

1.- 3.2. Bundesarbeitskreis „Jugend macht Politik“, Bonn

5.2. bundeszentrale Eröffnung des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend

in München-Riem, Beginn der Schul- und Kreisentscheide

15.-17.2. Bundesarbeitskreis Agrarpolitik, Kassel

20.2. Bundesarbeitskreis „Deutsche JungwinzerInnen“

März

12.03. Bundesarbeitskreise „Jugend macht Politik“, Agrarpolitik und „Deutsche

JungwinzerInnen“

12.03. Parlamentarischer Abend in Berlin

April

25.4. Europäischer JungwinzerInnen-Tag auf der Intervitis in Stuttgart

26.4. Ende der Erst- und Landesentscheide im Berufswettbewerb

26.-28.4. Bundesmitgliederversammlung auf Schloss Trebnitz in Brandenburg

www.landjugend.de 23

Gerd Altmann / pixelio.de


Ich.Du.Wir.Fürs Land.“ in Berlin

Landjugend Schleswig-Holstein

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