1. Akt

bielerverlag.rezlop.at

1. Akt

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 1

Alle Rechte vorbehalten

Die

fromme

Johanna

Schwank

in drei Akten

von Carsten Lögering

© 2010 by

Wilfried Reinehr Verlag

64367 Mühltal

REINEHR

VERLAG

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Aufführungsbedingungen des Eva Bieler Verlages vom 02.02.2010

1. Das Recht zur bühnenmäßigen Aufführung der Stücke erteilt ausschließlich der Verlag, das

Recht der Vervielfältigung bleibt dem Verlag mangels gegenteiliger schriftlicher Vereinbarung

jedenfalls vorbehalten. Ebenso bleiben die Rechte für Übersetzungen, Verfilmungen,

Fernsehsendungen etc. dem Verlag vorbehalten und werden nur durch gesonderte schriftliche

Vereinbarung vergeben.

2. Diese Bedingungen gelten auch für Wohltätigkeits-, Schul-, Privatveranstaltungen, etc, selbst

wenn keine Einnahmen erzielt werden.

3. Die Anmeldung der Aufführungstermine hat spätestens 14 Tage vor der Premiere

schriftlich an den Verlag zu erfolgen und folgende Informationen zu enthalten: Bühne, Ansprechperson,

Titel des Stückes, Aufführungsort, -zeiten, Anzahl der Aufführungen und Saalgröße

(Zuschauerplätze).

4. Kopieren, Vervielfältigen und Aufführen ohne vorherige Genehmigung des Verlages etc.

verstößt gegen das Urheberrecht und wird zivil- und gegebenenfalls strafgerichtlich verfolgt. Für

nicht genehmigte Aufführungen erhält der Verlag vom Auftraggeber die Gesamteinnahmen

daraus, mindestens aber den zehnfachen Gebührensatz, oder sofern dieser geringer ist,

jedenfalls EUR 600,- als Vertragsstrafe. Die Geltendmachung eines darüber hinaus gehenden

Schadens sowie die Verfolgung des strafbaren Tatbestandes bleiben davon unberührt.

5. Erst die Erteilung der Aufführungsgenehmigung berechtigt Aufführungen abzuhalten, nicht

bereits die Bestellung von Textbüchern.

6. Der Auftraggeber bzw. die aufführende Bühne ist verpflichtet dem Verlag nach Aufforderung

auf nachprüfbare Art und Weise Informationen über die Anzahl der Aufführungen, der abgesagten

Aufführungen, Zuschauerplätze sowie der erzielten Einnamen zu erteilen.

7. Die zur Abrechnung der Aufführungen erforderlichen Informationen sind spätestens 14

Kalendertage nach der letzten Aufführung schriftlich an den Verlag zu senden. (Aufführungsdatum,

Zuschauerzahl, Einnahmen pro Aufführung).

8. Aufführungen auf bzw. von Berufsbühnen, Bühnen mit Berufsschauspielern oder andere

gewerbliche Aufführungen sind nur nach Abschluss eines gesonderten Vertrages gestattet.

9. Ein Verstoß gegen eine der oben genannten Bedingungen bewirkt das sofortige Erlöschen

der Aufführungsrechte.

Sonderbestimmungen für Stücke des Reinehr-Verlag im Subvertrieb

Rollensätze (pro Spieler ein Buch + ein Buch für die Regie) werden zu festen Preisen

angeboten, unabhängig von der Anzahl der Bücher im Rollensatz.

Pro Aufführung eines Stückes sind 10% der Bruttoeinnahmen (aus Eintrittsgeldern,

Spenden, Sammlungen, Programmverkäufen, etc.) + 20% MwSt zu bezahlen, mindestens

die Höhe des Kaufpreises für den jeweiligen Rollensatz.

Meine kompletten AGB’s finden Sie unter www.bieler.at

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 3

Inhalt

Die Bollmanns leben auf einem Bauernhof, der mit mäßigem Erfolg

von dem eher faulen Horst und seiner fleißigen Ehefrau

Aga-the betrieben wird. Deren beider Sohn Torsten lebt im elterlichen

Haus, hat jedoch für Landwirtschaft nichts übrig. Sein Interesse

gilt seinem Studium und der Natur. Da Torsten noch nie

mit Frau-en angebändelt hat, steht für Vater Horst fest: Torsten,

der ewi-ge Student der Grundschullehrer werden will, ist schwul.

Umso dramatischer wird die Lage als sich unerwartet Torstens

Tan-te Johanna aus der Großstadt ankündigt, die scheinbar die

Erbverhält-nisse geklärt haben will. Für Horst ist klar: Torsten wird

die Mil-lionen erben. Der Hof wäre voll saniert und Horst wäre

die Arbeit ein für alle mal los. Doch gibt die erzfromme Tante das

Geld aus-gerechnet einem schwulen Neffen?

Eine Lösung muss her. Zunächst sucht Horst Rat beim Dorfpfarrer

Uwe Gütig. Doch Vorsicht ist geboten, des Pfarrers Haushälterin

darf nicht Wind von der Sache bekommen. Um ganz sicher zu

ge-hen, wendet Horst sich noch an die Landärztin Erna Heilmann.

Die moderne Medizin hat schließlich für jede „Krankheit“ ein Mittelchen.

Doch die patenteste Lösung von allen kommt vom Militär in Form

von Major Schulz daher. Die Bundeswehr ist auf Manöver im Land

und campiert in den Wäldern der Bollmanns. Horst schlägt dem

Major ein „geschäftliches Abkommen“ vor. Da Tante Johanna das

letz-te Mal vor 25 Jahren auf dem Hof war und sich wahrscheinlich

nicht mehr an Torstens Aussehen erinnern wird, soll der Gefreite

Steh-mann die Rolle Torstens übernehmen. Torsten soll für

die Zeit in der Obhut des Major Schulz verbleiben und die Qualen

der Solda-ten im Feld erleben.

Der Plan scheint perfekt.

Doch da taucht die Nachbarin Sara Dust auf, die sich plötzlich für

Torsten interessiert. Horst hat von nun an alle Mühe, Torstens echte

Bekannten vom Hof fernzuhalten. rd Horst der reichen Tante die

Millionen trotzdem aus dem Kreuz leiern können?

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


4

Die fromme Johanna

Schwank in drei Akten

von Carsten Lögering

200

165

91

Horst

133

91

45

Agathe

131

55

0

Tante

1. Akt

95

56

0

Gefreiter

83

48

13

Hilde

Die fromme Johanna

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

2. Akt

71

60

48

Torsten

3. Akt

71

51

33

Pfarrer

64

53

16

Major

63

39

25

Heilmann

53

39

30

Sara

40 80 120 160 200

Anzahl Stichworte der einzelnen Rollen kumuliert

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 5

Personen

Horst Bollmann .................... fauler Landwirt mit mäßigem Erfolg, 55 Jahre

Agathe Bollmann ................... seine Frau, 50 Jahre, ruhig und ausgeglichen

Torsten ........ beider Sohn, Ende 20, ledig, „Ewiger Student“, lange Haare (Perücke)

Uwe Gütig .......................................... Katholischer Pfarrer im Ort

Hilde ................ Haushälterin von Pfarrer Gütig; Klatsch und Tratsch ist ihr Leben

Johanna von Meinburg ... Reiche alte Tante (Witwe) aus der Großstadt, 70 Jahre,

Major Schulz ....... Soldat im Manöver, sehr militärisch, korrekt, leider auch korrupt

Gefreiter Stehmann .............. Soldat aus Major Schulz’s Kompanie, 25 Jahre

Dr. Erna Heilmann ............................. einzige Ärztin im Ort, 40 Jahre

Sara Dust .............................. Nachbann, studiert auf Lehramt, 25 Jahre

Spieldauer ca. 120 Minuten

Bühnenbild

Das Stück spielt in der Wohnstube der Familie Bollmann. 3 Türen,

ein Fenster. Vorne links der Eingang, vorne rechts die Tür zu den

anderen Zimmern. Hinten rechts die Tür zur Diele/Stallungen. Das

Fenster ist in der Mitte hinten. Tisch (auf dem Zeitungen liegen),

3 Stühle, Sofa vor dem Fenster, kleine Kochnische oder gemütlicher

Ofen. Kühlschrank, Telefon.

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


6

Die fromme Johanna

1. Akt

1. Auftritt

Horst, Agathe

Der Vorhang öffnet sich. Horst und Agathe kommen von links auf die Bühne,

Horst hat einen Stapel Briefe in der Hand. Horst setzt sich an den Tisch, auf

dem Tisch stehen eine Flasche Schnaps und zwei Gläser, Agathe geht zum Herd

und verrichtet Hausarbeit.

Horst sorgenvoll: Rechnungen, Rechnungen, Rechnungen... Schenkt

sich einen Schnaps ein.

Agathe: Hör auf zu jammern! So schlecht geht es uns auch nicht.

Und auf der anderen Seite kommt das Geld ja auch wieder rein.

Horst öffnet den nächsten Brief: Dünger Dirk, dieser alte Hund. 500

Euro, für das bisschen Saatgut. Laut und wütend: Agathe, hol meine

Flinte!

Agathe: Was weiß ich, wo deine Flinte ist...

Horst schenkt sich noch einen Schnaps ein.

Agathe sieht das: Frau Doktor Heilmann sagt: „Alkohol ist nicht gut

für deinen Blutdruck“. Schiebt das Glas zurück.

Horst: Dann hol mir das Telefon!

Agathe bringt ihm das Telefon.

Horst wählt, schreit dann ins Telefon: Dirk du alter Verbrecher! Das ist

das letzte Mal, dass ich bei den Genossen eingekauft habe! Kurze

Pause: Was heißt hier plötzlicher Rohstoffteuerungszuschlag... Du

wirst von mir hören! Hämmert den Hörer in die Gabel: Dieser Nepper!

Agathe: Beruhig dich doch. Wir müssen alle leben...

Horst: Ja, müssen wir. Trinkt den Schnaps: Aber warum muss ich die

ganze Arbeit alleine bewältigen. Da haben wir schon einen ausgewachsenen

Sohn und was macht der... Die eine Hälfte vom Tag

spielt er mit den Katzen rum und die andere Hälfte sitzt er in

seiner Kammer vor seinem Computer. Manchmal frage ich mich

wirklich, ob du bei seiner Erziehung alles richtig gemacht hast.

Agathe erbost: Was willst du damit sagen?

Horst: Na ja, wie soll ich sagen. Überlegt: Er wird meinem Bruder

Heini, du weißt, der 30 Jahre zur See gefahren ist, immer ähnlicher.

Heini hatte am Ende auch, ich sag mal vorsichtig... Benutzt

seine Hände und macht Gänsefüße in die Luft: „Andere Neigungen“

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 7

Agathe: Du willst damit sagen...

Horst unterbricht Agathe: Ja genau, er ist schwul!

Agathe zornig und laut: Horst! So was will ich nicht hören! Nur weil

Torsten immer noch studiert und auch sonst andere Interessen

verfolgt als du?

Horst: Ja kommt dir das denn nicht spanisch vor, dass unser Junge

noch nie ein Weibchen mit nach Hause gebracht hat?

Agathe: Er ist nicht so wie du. Er entwickelt sich halt später. Wir

müssen ihn noch mehr unterstützen. Und jetzt red’ von was anderem.

Ich will nichts mehr davon hören.

Horst nimmt sich den nächsten Brief vor: Oh nein! Zitiert den Brief: Hier...

zweite und somit letzte Mahnung... Schenkt sich wieder einen Schnaps

ein.

Agathe sarkastisch: Na super, dann hören wir von denen ja nichts

wieder...

Horst verärgert und gekünstelt: Ha, ha, ha... Nimmt sich den nächsten Brief

vor: Oh nein, jetzt bekommen wir schon Rechnungen aus Hamburg.

Agathe: Hamburg?

Horst: Halt! Ist keine Rechnung. Ein Brief für Torsten von einer Frau

Johanna von Meinburg zu Hamburg. Kurze Pause, dann fragend: Kennst

du die?

Agathe genervt: Oh man, Gedächtnis wie ein Sieb... Das ist die Patentante

von Torsten! Onkel Heini hat die doch hier vor 50 Jahren

geheiratet. Damals hieß sie noch Johanna Müller. Nachdem Heini...

Macht Gänsefüße in die Luft: „anders“ geworden ist, hat Johanna

den Grafen von Meinburg zu Hamburg geheiratet.

Horst erinnert sich: Ja richtig, jetzt erinnere ich mich. Johanna, „die

Fromme“! Hatte ich ganz vergessen. Der Graf ist doch dann irgendwann

gestorben und hat Johanna den Namen und die ganze

Kohle hinterlassen. Liest weiter: Hör dir das an. Johanna will herkommen

und will Torsten, wie hier steht, dringend wichtige Neuigkeiten

miteilen. Wie vom Blitz getroffen: Ja warte mal: Johanna

gehört doch mittlerweile auch zum alten Eisen. Sicher kommt

sie her, um Torsten mitzuteilen, dass er die ganze Kohle erbt.

Schreit auf: Ju-huuuu! Wir sind alle Sorgen und die Arbeit los.

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


8

Die fromme Johanna

Agathe: Mal nicht so vorschnell. Setzt sich an den Tisch, nimmt den Brief

von Johanna: Verdammt noch mal, du kannst glatt Recht haben.

Überlegt: Da wäre bestimmt was zu holen... Trinkt den Schnaps von

Horst, überlegt weiter: Johanna, dass war doch immer so ne ganz

fromme.

Horst: Ja, richtig, die fromme Johanna haben wir doch immer gesagt.

Die und Heini, das war schon ein Paar. Heini hat in jedem

Hafen einen gesoffen und die fromme Johanna hat in Hamburg

gebetet, dass Heini nicht absäuft. Ha, Torsten der Goldjunge. Steht

auf: Ich fahre sofort zu John Deere und schau mich mal nach einer

neuen Zugmaschine um. Kurze Pause, dann zu Agathe: Du fütterst

inzwischen die Schweine!

Agathe: Soviel zum Thema, wer hier die ganze Arbeit alleine bewältigt!

Beide ohne den Brief nach hinten ab.

2. Auftritt

Pfarrer, Hilde

Es klopft an der Tür. Pfarrer Uwe Gütig und seine Haushälterin Hilde betreten

die Bühne von links.

Pfarrer tritt ein: Guten Tag die Herrschaften.

Hilde folgt ihm, verwundert: Nanu? Keiner da? Alle im Stall? Die sind

hier doch sonst nicht so fleißig.

Pfarrer: Bitte, bitte, mäßigen Sie sich.

Hilde: Herr Pfarrer, ich glaube nicht, dass die Boll manns für ihren

Orgel- und Gemeindefond spenden. Der alte Horst ist sparsamer

als ein Sparschwein. Sieht sich um und setzt sich neugierig an den Tisch

und studiert die Briefe.

Pfarrer: Bitte, bitte, halten Sie inne.

Hilde: Rechnungen, Rechnungen, nichts als Rechnungen... Sieht die

Flasche Schnaps:...und schwerer Alkohol.

Pfarrer mahnend: Frau Hilde, der liebe Gott sieht alles.

Hilde trocken und respektlos: Ach was... ist der auch so neugierig? Liest

die Briefe weiter: Was ist das denn? - Ein Brief aus Hamburg? Von

Johanna von Meinburg? überlegt: Die kenn ich! Die stammt hier

aus unserm Ort. Die heilige Johanna. Die war so katholisch, die

hat sich nach dem Kacken den Arsch mit Weihwasser abgeputzt.

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 9

Pfarrer: Ich muss schon sehr bitten. Lassen Sie diese Fäkalsprache.

Hilde: Aber hier... Hält den Brief zu Pfarrer Gütig: ...die ist jetzt reich.

Sie ist die Patentante von dem „warmen“ Torsten und will wohl

ihr Erbe bekannt geben.

Pfarrer schaut neugierig in den Brief: Beim heiligen Johannes. Das

kommt ja wie gerufen!

Hilde nachäffend: Herr Pfarrer, der liebe Gott sieht alles.

Pfarrer nimmt schnell seine Nase aus dem Brief, sichtlich peinlich: Nun ja,

Frau Hilde, es wäre ja für einen guten Zweck. Bedenken Sie, auch

Torsten ist ein Kind unserer Gemeinde. Was würde das für ein

Zeichen für die Gemeinde sein, wenn ein junger, christlicher Mann

eine große Spende leisten würde?

Hilde: Jung ja, christlich eventuell auch. Aber wissen Sie denn

nicht, was man von Torsten sagt?

Pfarrer: Nein, was denn?

Hilde: Nun ja, wie sage ich es... überlegt: ...ja, ja, er soll ein... Ein

„Bückling“ sein.

Pfarrer empört: Ein was?

Hilde: Ein warmer Bruder, eine Fummeltrine, ein gemeiner Hinterlader.

Sie wissen schon... Macht eine eindeutige Geste.

Pfarrer jetzt laut: Ich muss schon sehr bitten! Packt die Haushälterin

ans Ohr und zieht sie zur Tür heraus: Ich denke es ist Zeit ihren Mund

einmal mit Weihwasser auszuwaschen!

Beide nach links ab.

3. Auftritt

Torsten, Sara

Torsten mit Perücke und Sara kommen von hinten auf die Bühne, Torsten hat

ein Klemmbrett und Schreibutensilien dabei.

Torsten: War das nicht die Stimme von Pfarrer Gütig?

Sara: Ja, war sie. Der ist mit Sicherheit wieder auf Spendentour.

Freiwilliger Gemeindbeitrag, du weißt ja.

Torsten: Wer es hat. Ist ja für nen guten Zweck.

Sara: Sag mal, wie lange wollen wir noch so weitermachen? Willst

du deinen Eltern nicht mal reinen Wein einschenken?

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


10

Die fromme Johanna

Torsten: Bist du verrückt? Das ist der größte Spaß für mich, meinem

Vater den ewigen schwulen Studenten vorzuspielen.

Sara vorwurfsvoll: Ist ja schön für dich, dass du deinen Spaß hast,

aber denkst du auch mal an mich? Wir wohnen jetzt schon seit

fast einem Jahr zusammen. Jedes dritte Wochenende fährst du

zum Spaß hier her. Ich denke, das könnten deine Eltern, besonders

deine Mutter, mal erfahren. Wovor hast du eigentlich Angst? Du

hast doch alles erreicht. - - - Gut, du hast dein Lehramtsstudium

abgebrochen. Aber den Studiengang mit Abschluss zum Diplom

Agrarökonom erfolgreich abgeschlossen. Jetzt die dicke Stelle

beim Landkreis. Schreibst nebenbei noch deine Doktorarbeit.

Dann noch der elterliche Bauernhof. Du bist ne richtig gute Partie.

Und darauf kannst du stolz sein!

Beide setzten sich an den Tisch, Torsten macht Notizen in seine Unterlagen.

Torsten: Zum Spaß fahr ich sicher nicht hierher. Ich arbeite hier.

Sara: Trotzdem! Ich will das nicht mehr. Das Gerede im Dorf über

dich zieht einen auch voll runter.

Torsten: Was interessiert mich das Gelaber von den Leuten?

Sara laut: Dich vielleicht nicht! Aber mich!

Torsten entdeckt den Brief auf den Tisch: Da schau her. Ein Brief für mich.

Wundert sich kurz: Nanu, offen. Ließt: Ein Brief von Patentante Johanna.

Erinnert sich: Ja, ja die fromme Johanna. Damals hat sie

mir „Mensch ärgere dich nicht“ geschenkt. Überlegt erneut:

Allerdings ohne Würfel. Würfel und Karten waren für Johanna

was sündhaft Böses. Sie sagte immer: Junge, Würfel und Glücksspiel

sind Teufels Gebetbuch! Liest weiter: Tante Johanna will herkommen

und uns etwas dringend Wichtiges mitteilen.

Sara: Ja? Was denn?

Torsten: So wie sich das hier liest, könnte es eventuell um ihr Testament

gehen. Johanna ist schon was älter und hat mittlerweile

mächtig Kohle.

Sara: Ja, das ist doch supi...

Torsten: Ja schon. Aber der Brief war offen. Sicher hat Papa den

schon gelesen. Wie ich den alten Pfennigfuchser kenne, hat der

schon was vor mit dem Geld.

Sara: Ist mir egal. Steht auf, geht zu Torsten und küsst ihn auf die Wange:

Ich finde den Gedanken schön, dass du unter Umständen reich

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 11

werden könntest.

Torsten: Mal abwarten was Tante Johanna wirklich will. - So, wollen

wir jetzt endlich mit dem anfangen, weswegen wir eigentlich

hier sind? Ernst: Es geht um Nachhilfestunden. Kurze Pause: Du

hast also Probleme mit dem ökologischen Gleichgewicht im Mutterboden,

der zwischen Humus und Kleinlebewesen besteht?

4. Auftritt

Horst, Torsten, Sara

Horst kommt fluchend von hinten rechts auf die Bühne.

Horst wütend: Wer hat den Tank von meinem Auto leer gejuckelt?

Sieht dann Torsten: Oh, hallo Torsten! Sieht dann Sara: Oh, Sara! Zu

Torsten: Ein Weibchen... Überrascht: ...Sohn, du bist für so manche

Überraschung gut!

Torsten: Schon gut, schon gut! Ich gebe nur Nachhilfe.

Horst schnell und abwimmelnd: Ja, ja, ja, das hol mal ein anderes Mal

nach. Ich habe jetzt Wichtigeres mit dir zu bereden. Zerrt Sara auf

und schiebt sie zur Tür: Tschüss Sara! Gelernt wird ein ander Mal.

Sara: Auf Wiedersehen!

Torsten steht auf: Papa, sei höflich.

Horst energisch: Klappe halten! Sitzen bleiben! Zuhören! Fragend:

Kannst du dich noch an Tante Johanna erinnern?

Torsten: Klar!

Horst: Sie kommt hier her und will dich beerben.

Torsten: Ich weiß, ich hab den Brief auch gelesen.

Horst empört: Was!? Noch nie was von Briefgeheimnis gehört?

Torsten: Ich schon.

Horst: Egal. Junge, jetzt hör mir mal genau zu. Ich bin nicht mit

allem einverstanden, was... Zögernd: ...und mit wem du es wie

treibst.

Torsten laut: Papa!

Horst eindringlich: Wenn die heilige Johanna herkommt, dann darf

sie auf keinen Fall etwas von deinen... Zögernd: „Trieben“ mitbekommen.

Sonst spendet Sie womöglich noch den ganzen Zaster

der Kirche. Verstehst du?

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


12

Die fromme Johanna

Torsten herausfordernd: Ach, dann soll der schwule Junge der erzkatholischen

Tante Theater vorspielen?

Horst: Lass dir erst mal die Haare schneiden und dann benimm dich

einfach wie ein echter Kerl.

Torsten spricht absichtlich schwul: Ach, - und wie geht das?

Horst verzweifelt: Oh Gott, Oh Gott, Oh Gott.

5. Auftritt

Pfarrer, Horst, Torsten

Pfarrer klopft und kommt von links herein: Guten Tag die Herrschaften!

Horst: Sie schickt der Himmel. In der jetzigen Lage ist es nicht

das Schlechteste die Kirche im Kreuz zu haben.

Pfarrer: Im Kreuz?

Horst: Ich meine im Nacken.

Pfarrer: Äh, ja. Wie kann ich denn helfen?

Horst grübelnd und greift sich ans Kinn: Helfen? Ja genau, Herr Pfarrer.

Wie steht die Kirche zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen?

Pfarrer: Nun ja, wir alle sind Geschöpfe ein und desselben Herrn.

Und der Herrgott liebt alle Kreaturen gleichermaßen.

Torsten nachäffend und absichtlich schwul: Hörst du! Alle Kreaturen

gleichermaßen.

Horst: Halt den Mund und hör zu!

Torsten steht auf: Das wird mir hier zu Bund! Ich geh in mein Zimmer.

Geht mit seinen Utensilien nach rechts ab.

Pfarrer: Bitte, bitte, keine Streitigkeiten.

Horst: Bitte setzen Sie sich.

Pfarrer Gütig setzt sich.

Horst: Herr Pfarrer, wie können Sie mir helfen... Überlegt, sichtlich

unangenehm:...den dämonischen Teufel aus Torsten auszutreiben?

Pfarrer: Sie sprechen von Exorzismus?

Horst hat keine Ahnung: Ex... or... äh... nennen Sie es, wie Sie wollen.

Bitte helfen Sie mir meinen Jungen in einen aufrichtigen

Mann, der Frauen begehrt, zu verwandeln!

Pfarrer: Verwandeln?

Horst: Ja, keine Ahnung. Gibt’s da nicht einen Gebetsspruch oder

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 13

eine Reinwaschung mit Weihwasser oder ähnliches?

Pfarrer: Tut mir sehr Leid, Herr Bollmann. Aber das ist halt die

Natur. Ich schließe Sie und ihre Familie in meine Gebete mit ein.

Mehr kann ich nicht machen. Und ihnen gebe ich den guten Rat:

Mischen Sie sich nicht in die Natur und in die Angelegenheiten

anderer Menschen ein, auch wenn es hier um ihren Sohn geht.

Steht auf geht zur Tür links: Ich schaue ein ander Mal wieder rein. Im

Augenblick fühle ich mich hier nicht wohl.

Horst unwohl: Aber Herr Pfarrer, Sie bewahren doch Stillschweigen

über unser Gespräch? Sie wissen ja, ihre Haushälterin Hilde...

Pfarrer: Keine Angst mein Sohn. Dieses Geheimnis ist bei mir und

dem Herrn... Deutet nach oben: ...da oben sicher aufbewahrt.

Horst guckt nach oben: Welchen Herrn da oben? Wir haben oben doch

gar nicht ausgebaut geschweige denn vermietet?

Pfarrer kopfschüttelnd und zum Publikum: Selig sind die geistig Armen,

denn ihnen gehört das Himmelreich.

Horst: Wie bitte?

Pfarrer: Ich meine mit dem Herrn da oben natürlich unseren Herrgott.

Und jetzt denken Sie lieber an meine Worte: Es ist halt die

Natur. Nach links ab.

Horst nachäffend: Es ist halt die Natur. Überlegt: Ja genau! Wo der

Glaube nicht weiterkommt, da hilft nur die Schulmedizin. Nimmt

den Telefonhörer ab und wählt eine Nummer: Frau Dr. Heilmann? Horst

Bollmann hier! Kommen Sie sofort auf meinen Hof! Es ist etwas

Schreckliches geschehen. Ich brauch sofort Ihre Hilfe! Legt den

Hörer auf schenkt sich ein/zwei Schnäpse ein und wartet auf die Ärztin.

6. Auftritt

Heilmann, Horst, Agathe

Heilmann eilt von links mit einem Notfallkoffer auf die Bühne, völlig außer

Puste: Wo ist der Verletzte?

Horst ganz ruhig: Bitte setzten Sie sich doch. Bietet ihr durch eine Handgeste

einen Stuhl an.

Heilmann laut: Wie bitte? Geht’s hier nicht um einen Notfall?

Horst: Doch, es ist ein Notfall. Aber lassen Sie mich erst erklären.

Es geht um unseren Sohn.

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


14

Die fromme Johanna

Heilmann: Oh, Gott! Wo ist er?

Horst: Wer?

Heilmann: Ihr Sohn.

Horst: Keine Ahnung.

Heilmann: Wie soll ich ihm dann helfen?

Horst: Sie sollen in erster Linie mir und dann ihm helfen. Setzen

Sie sich bitte hin und hören mir zu.

Heilmann schreit: Das heißt, ich bin an meinem freien Nachmittag

wegen Nichts hupend wie eine Irre durchs Dorf gefahren, habe

Pfarrer Gütig die Vorfahrt genommen und auf die obszöne Geste

von seiner Haushälterin Hilde auf eben so obszöne Art und Weise...

Macht einen Stinkefinger: ...reagiert?

Horst: Also ich finde, das Letztere war die Sache doch wert.

Heilmann setzt sich nun und schenkt sich einen Schnaps ein: Ruhig Erna,

ganz ruhig. Trinkt den Schnaps: So sind die Bauern. Massiert sich selbst

die Schläfen.

Die Tür hinten öffnet sich und Agathe betritt die Bühne.

Agathe: Oh, Guten Tag, Frau Doktor. Ist etwas geschehen?

Heilmann: Ja! Ihr Mann hat den Verstand verloren.

Agathe gespielt verwundert: Wie kann man denn etwas verlieren was

man gar nicht hat?

Horst: Bitte? Ich muss mich schon sehr wundern. Benehmen ist wohl

Glückssache. - Frau Doktor, hören Sie mich an. Sie müssen uns

helfen.

Agathe: Uns? Wobei denn?

Horst: Frau Doktor, es geht um unseren Sohn. Wie sage ich es...

ähm... unser Sohn ist krank.

Heilmann: Mein Gott, was Ernstes?

Horst: Was sehr Ernstes.

Agathe laut: Was?

Horst: Ruhig Agathe, lass mich das machen. Also unser Sohn hat

andere Interessen als die Natur es vorsieht.

Heilmann und Agathe gleichzeitig: Bitte?

Horst: Wie sag ich es... überlegt: Jetzt weiß ich! Vor Jahren hatten

wir mal einen jungen Eber, sein Name war Hans, ein wahrlich

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 15

prächtiges Tier. Doch sein Problem war, das er von unseren Sauen

nichts wissen wollte. Er rannte den ganzen Tag unserem alten

Eber Paul hinterher und versuchte ihn zu bespringen.

Agathe ist die Sache unangenehm: Horst! Ist gut jetzt!

Heilmann: Herr Bollmann, ich glaube ich verstehe Ihr Problem, aber

was soll ich da machen?

Horst: Na ja, Eber Hans musste ich damals erschießen. Das gleiche

Schicksal müssen wir Torsten doch wohl ersparen. Oder? Frau

Doktor: Was hat die Schulmedizin in Petto?

Agathe: Jetzt ist aber genug! Torsten ist nicht schwul!

Heilmann: Herr Bollmann, Frau Bollmann. Jetzt hören Sie mir mal

zu: Homosexualität ist etwas völlig normales. Ihr Sohn ist völlig

normal! Ich denke, Sie müssen sich, falls dies überhaupt der Fall

ist, damit anfreunden, dass ihr Sohn homosexuell ist. Die moderne

Medizin kann da gar nichts machen.

Horst: Sagen Sie das nur, weil wir einfache Leute bei der Ortskrankenkasse

versichert sind?

Heilmann: Ganz bestimmt nicht.

Horst: Ich denke, wenn Herr Westerwelle oder Herr Wowereit ein

Mittelchen haben möchten, würden Sie sofort Ihren Rezeptblock

ziehen!

Heilmann: Sie sind krank! Will gehen.

Horst: Halt, warten Sie noch. Dieses Geheimnis ist doch sicher bei

Ihnen?

Heilmann: Kennen Sie den Eid des Hippokrates?

Horst überlegt: Den Griechen unten an der Ecke?

Heilmann: Sie meinen das Restaurant Akropolis! Schüttelt den Kopf:

Aber seien Sie beruhigt. Was wir hier besprochen haben unterliegt

der ärztlichen Schweigepflicht. Wechselt das Thema: So, ich

muss mich jetzt bei Pfarrer Gütig entschuldigen. Herr Bollmann,

Guten Tag. Frau Bollmann, Sie tun mir leid! Vergisst ihren Notfallkoffer,

nach links ab.

Agathe laut: Bist du verrückt geworden? Frau Dr. Heilmann herzurufen?

Wer kommt als nächstes? Pfarrer Gütig?

Horst kleinlaut: Der war schon da...

Agathe schreit: Was? Dann weiß doch sicher auch Stasi Hilde von

deinem Wahn?

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


16

Die fromme Johanna

Horst: Beruhig dich doch.

Agathe: Du bist verrückt! Was soll das ganze Theater überhaupt?

Horst: Mensch! Wenn die fromme Johanna mitbekommt, dass unser

Junge schwul ist, dann ist es aus mit der großen Kohle. Du

weißt doch, was sie damals für einen Circus veranstaltet hat, als

das mit Heini raus kam.

Agathe: Stimmt! Sie hat jahrelang jede Woche 5 Briefe zum Vatikan

geschrieben und sich für die Todesstrafe von gleichgeschlechtlichen

Beziehungen eingesetzt. Überlegt: Ja, aber meinst du denn,

dass unser Junge wirklich...

Horst will Agathe beruhigen: Ganz sicher bin ich mir nicht. Ich will nur

100 Prozent sicher gehen, dass ich... ähh... Torsten das Geld auch

wirklich bekommt. Und dafür ist mir jedes Mittel recht.

Agathe: Hast du denn schon mit Torsten gesprochen?

Horst: Ja!

Agathe: Und?

Horst: Bin mir nicht sicher. Ich hatte den Eindruck, dass ihm das

alles egal ist.

Agathe: Und jetzt?

Horst: Mann muss überlegen, was man tut. Steht auf: Komm Agathe,

Johanna kommt erst Morgen, bis dahin fällt uns schon was

ein. Beide nach hinten ab.

7. Auftritt

Torsten, Pfarrer, Hilde

Torsten mit einer Zeitung von rechts: Endlich alle weg. Was kann Ruhe

schön sein. Geht zum Kühlschrank und holt sich eine Cola, setzt sich an den

Tisch und studiert die Zeitung.

Pfarrer mit Hilde kommt von links: Guten Tag.

Hilde neugierig: Na, am Bekanntschaften blättern?

Pfarrer mahnend: Frau Hilde! Zu Torsten: Lieber Torsten schön dich

mal wieder zu sehen. Kann mich noch gut erinnern, wie du als

kleiner Junge Messe gedient hast. Wie geht es dir?

Torsten verwundert: Gut!

Hilde: Ach was! Die Frau Doktor hat gerade erzählt, dass hier jemand

krank ist!

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 17

Torsten: Sicher unser Papa.

Pfarrer: Ach, der Herr Vater ist krank. Das tut mir aber leid. Frau

Hilde, können Sie mal eben den Raum verlassen. Ich muss mit

Torsten unter vier Augen sprechen.

Hilde: Ungern. Geht nach links ab.

Pfarrer geht zur linken Tür, öffnet Sie, man sieht, wie Hilde an der Tür lauscht

und auf die Bühne fällt.

Hilde peinlich: Jedes Mal das Gleiche mit Ihnen Herr Pfarrer.

Pfarrer: Ja Hilde, jedes Mal das Gleiche.

Hilde nach links ab.

Torsten: Was gibt’s denn Herr Gütig?

Pfarrer: Mir hat ein Englein zugeflüstert, dass sich in eurem Hause

bald etwas verändern wird. Und da ich dich für den gebildeten

Mann auf diesem Hof halte, frage ich dich nun, ob die Kirche

und die Gemeinde nicht etwas von eurem Glück abhaben könnte?

Torsten: Ach Sie meinen... Reibt den Daumen und Zeigefinger als Zeichen

für Geld.

Pfarrer: Ganz richtig.

Torsten: Sagen Sie mal, weiß der Bischof eigentlich, was Sie so

treiben?

Pfarrer unangenehm: Wie... was... äh... Bischof?

Torsten: Naja, Sie spekulieren hier auf den Tod einer treuen Christin.

Pfarrer noch unangenehmer: Tod... wer? Ich? Nein! Macht ein Kreuzzeichen.

Torsten: Erstens, Tante Johanna lebt noch. Und nur der liebe Gott

weiß, wie lange noch. Und zweitens, Keine Sau... ähh, ich meine

kein Mensch weiß, was Johanna hier wirklich will. Vielleicht

will sie uns ja nur besuchen kommen.

Pfarrer: Die ganze Situation ist mir jetzt sehr unangenehm, ich

denke, es ist besser jetzt zu gehen.

Torsten: Das denke ich auch!

Pfarrer links ab und läuft dabei Sara in den Arm.

Pfarrer: Guten Tag Fräulein Sara. Eilig ab.

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


18

Die fromme Johanna

8. Auftritt

Sara, Torsten

Sara: Guten Tag! - - - Mann, ist der auf der Flucht?

Torsten: Ja, so ein glatter Aal.

Sara: Wieso?

Torsten: Da ist Tantchens Brief noch nicht mal 2 Stunden hier und

schon stehen die ersten Abzocker auf der Matte.

Sara: Was? Das wusste der schon und wollte Geld? So ein Schnorrer...

Torsten: Man könnte meinen, Hilde und er wären bei der Stasi

ausgebildet worden.

Sara: Im Dorf sagt man ja nicht umsonst „Stasi Hilde“.

Torsten: Dabei weiß doch keiner, was Johanna hier wirklich will.

Sara: Tja, dann müssen wir halt abwarten.

Torsten: Nee, das tun wir nicht. Ich ruf Sie jetzt an. Kramt den Brief

raus, geht zum Telefon und wählt eine Nummer: Ja, Torsten Bollmann

hier... Laut: Torsten Bollmann! Dein Patenkind! Pause: Ja genau!

Pause: Wie? Da hat grade schon mal jemand von hier angerufen?

Wer? Pause: Des Pfarrers Haushälterin Hilde? - Alles klar. Du, Johanna,

dein Brief stiftet hier reichlich Verwirrung. Was möchtest

du uns denn mitteilen? Lange Pause: Ach so ist das. Wie schön für

uns! Du Tante, was hast du denn Hilde erzählt? Pause: Sehr gut!

Johanna, ich freu mich auf deinen Besuch. Bis morgen! Tschüss!

Sara: Und?

Torsten: Unglaublich! Hat doch tatsächlich Hilde in Hamburg angerufen

und sich umgehört.

Sara: Was wollte sie denn?

Torsten: Ja was wohl. Geld wollte sie haben.

Sara: Und was hat Tante Johanna ihr gesagt?

Torsten: Ja ein Glück hat Johanna nicht angebissen. Als das Tantchen

mitbekommen hat, dass Hilde des Pfarrers Haushälterin ist,

hatte sie gleich wieder ein anderes Thema drauf. Da hat Hilde

aufgelegt.

Sara: Hilde, Hilde, Hilde! Diese alte bucklige Brotspinne.

Torsten: Weißt du was, die verarschen wir jetzt mal richtig. Du

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 19

rufst jetzt bei Hilde an, verstellst deine Stimme, gibst dich als

Tante Johanna aus und versprichst ihr und dem kollektegierigen

Pfarrer die dicke Kohle.

Sara: Das merkt die doch.

Torsten: Die hohle Runkel merkt doch gar nichts. Schön die Stimme

verstellen und alt und faltig klingen.

Sara: Na gut. Nimmt den Telefonhörer, wählt eine Nummer und verstellt ihre

Stimme: Einen göttlichen guten Tag noch mal. Johanna von Meinburg

zu Hamburg in der Leitung. Pause: Kann schon sein das ich

etwas anders klinge. Sie wissen ja, die lange Telefonleitung. Da

gibt’s schon mal Ubertragungsfehler. Werte Frau Hilde... Ich habe

es mir überlegt. Ich werde mich äußerst großzügig gegenüber der

St. Gertrudis Gemeinde zeigen. Pause: Ach, auch noch eine Spende...

für Sie privat? Pause: Weil der Pastor so schlecht zahlt... Pause.

Torsten macht eine Geste der Zustimmung.

Sara: Aber natürlich! Ich helfe doch wo ich kann. Ich freue mich

schon auf ihr Gesicht. Widerschauen! Kann sich kaum halten vor Lachen

und legt den Hörer auf: Mann ist die dämlich! Die hat es gefressen.

Torsten: Hilde hat nicht alle Zimmer oben... Zeigt einen Vogel: ...möbliert!

Sara: Und wenn Hilde die echte Tante morgen auf die Piepen anspricht?

Torsten: Dann wird sich Hilde wohl ziemlich blamieren, oder?

Sara: Na ja, hoffentlich. So jetzt erzähl mal. Was will Tante Johanna

denn jetzt hier?

Torsten: Das erzähl ich dir in meinem Zimmer. Geht zum Kühlschrank

und holt eine Flasche Sekt raus, geht nach rechts ab.

Sara: Wie schööön... Folgt ihm, nach rechts.

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


20

Die fromme Johanna

9. Auftritt

Heilmann, Horst

Horst betritt die Bühne von hinten.

Horst: Was mache ich nur, was mache ich nur? Sieht die Zeitung: Was

haben wir denn da? Ließt ab: Ah, Kontaktanzeigen. „Frau sucht

Mann mit Pferdeschwanz, Frisur egal“ Leute gibt’s. Pause: Hier.

„Die heiße Dolly mit großen Brüsten wartet auf einen richtigen

Mann. Ruf an und lass dich verwöhnen, Haus und Hotelbesuche“

Grübelt: Richtiger Mann? Hausbesuche? Das wäre doch ein Versuch

wert. Grübelt weiter.

Heilmann von links: Guten Tag noch mal. Ich habe gerade in der Hitze

des Gefechts wohl meinen Koffer vergessen. - Ah, da ist er ja.

Horst: Frau Doktor, eine medizinische Frage noch. Überlegt: Wie sag

ich es...

Heilmann: Oh Gott, was kommt jetzt?

Horst: Sie erinnern sich noch an die Geschichte vom Eber Hans?

Heilmann: An diese Geschichte werde ich mich bis an mein Lebensende

erinnern.

Horst: Gut! Angenommen ich hätte Eber Hans nicht erschossen und

ich hätte stattdessen... also rein theoretisch... eine Sau vom

Fach...

Heilmann unterbricht: Eine Sau vom Fach?

Horst: Ja, ja, Sie wissen schon! Eine Frau, ähh, Sau vom Fach...

vom ältesten Gewerbe der Welt... vom Horizontalgewerbe. Sie

wissen schon... Also, wenn ich Hans mit einer solchen Sau zusammen

gebracht hätte, bestünde dann, also rein theoretisch,

die Möglichkeit, dass er seine Neigungen geändert hätte?

Heilmann geht auf Horst zu, fasst ihn an die Stirn, leuchtet ihn mit einer Taschenlampe

in die Augen: Nehmen Sie Drogen?

Horst laut: Nein!

Heilmann: Dann hauchen Sie mich mal an!

Horst haucht sie an: Hä.

Heilmann: Wie ich mir dachte. Eine Fahne!

Horst: Äh, ich war gestern im Dorfkrug Kartenspielen.

Heilmann: Und warum steht hier dann der „Berentzen Vierkant“...

Zeigt auf die Flasche Schnaps:... auf dem Tisch?

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 21

Horst unangenehm: Ja, ich hab gerade Rechnungen bezahlt, das ist

der Stress und der Nachdurst. Wechselt das Thema: Frau Doktor, ich

denke Sie haben meine Frage verstanden. Was ist jetzt? Könnte

Torsten ähh... Hans... ja Hans... hätte Hans seine Triebe ändern

können?

Heilmann: Wie Ich Ihnen vorhin schon sagte: Sie sind krank. Hier

ist eine Karte... Gibt ihm eine Visitenkarte: ...von einem Kollegen von

mir. Der entrümpelt ihnen ihr Oberstübchen! Auf Wiedersehen!

Mit dem Koffer nach links ab.

Horst ließt die Visitenkarte: Prof. Dr. med. Fabian Scheinheiler. Facharzt

für Psychologie, Neurologie und Akupunktur. Überlegt: Akupunktur?

Das wäre auch noch eine Lösung! Überlegt weiter: Aber

wo sticht der seine Nadeln denn wohl hin? Überlegt, guckt und fast

sich in den Schritt. Entsetzten: Oh nein! Allein der Gedanke... Nee,

das kann ich Torsten nicht antun.

10. Auftritt

Agathe, Horst, Torsten, Sara

Agathe von hinten: Ist dir schon was eingefallen?

Horst: Ich überlege in alle Richtungen! Kannst du mir wirklich glauben.

Agathe: Wir sollten einfach bei der Wahrheit bleiben.

Horst: Bist du verrückt? Vorher tausche ich ihn lieber aus! Überlegt

was er gerade gesagt hat. „Ihm geht ein Licht auf“: Warum nicht? Ja genau

das ist es! Wir besorgen uns jemanden, der für die Dauer von

Johannas Besuch Torsten spielt. Vielleicht einen aus der hiesigen

Theatergruppe. Die sollen alle sehr gut sein!

Agathe trocken: Ja, aber die trinken zu viel!

Horst: Stimmt! Aber wer dann? Wer dann? Überlegt.

Agathe: Ich weiß nicht.

Horst: Ich fahr mal zum Dorfkrug. Da sitzt wohl einer...

Agathe: Schlepp aber nicht Willi Speckmann an.

Horst will gehen: Warum nicht?

Agathe: Der frisst zu viel!

Horst links ab.

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


22

Die fromme Johanna

Agathe: Das ist doch wieder ne Schnapsidee. Wie kommt er nur

immer auf so was? Nimmt die Flasche Schnaps vom Tisch in die Hand, schaut

die Flasche an: Ach ja, da war ja was...

Torsten und Sara kommen von rechts.

Torsten: Was ist denn hier los? Trinkst du mitten am Tag? Wo ist

denn Papa?

Agathe: Im Dorfkrug!

Torsten: Oh je. Helllichter Tag. Vater im Krug und Mutter mit der

Flasche in der Hand. Muss ich mir Sorgen machen?

Agathe: So ein Quatsch! Ich räum hier nur auf! Stellt die Flasche in

den Kühlschrank und räumt den Tisch ab, Sara hilft ihr.

Torsten: Mama, wir müssen uns mal mit dir unterhalten. Ist was

Wichtiges. Setz dich mal besser hin.

Agathe sorgenvoll: Oh je! Kommt jetzt der große Moment? Ich glaube

ich brauch einen Schnaps! Fasst Torsten an die Hände: Torsten,

bevor du dich jetzt outest, sage ich dir als Mutter: Ich liebe dich!

Mach das, was dich glücklich macht.

Torsten: Outen? Nein, nein, keine Sorge! Überleg doch mal! Wenn

ich mich wirklich outen würde, hätte ich sicher nicht Sara dabei,

oder?

Sara: Keine Sorge Frau Bollmann! Sie können auf Ihren Sohn richtig

stolz sein. Ich bin es zumindest!

Agathe: Du? Warum?

Torsten: Mama, Sara und ich sind ein Paar! Schon seit 3 Jahren!

Agathe baff: Jetzt brauch ich wirklich einen Schnaps!

Sara geht zum Kühlschrank, holt den Schnaps und schenkt Agathe ein.

Sara: Prost!

Agathe trinkt: Danke

Sara: Wir wohnen auch schon seit einem Jahr zusammen. In (passenden

Ortsname einsetzen)

Agathe völlig verwirrt: Bitte noch einen.

Sara schenkt nach: Prost!

Agathe: Was kommt als nächstes? Habt ihr auch schon geheiratet?

Habt ihr Kinder?

Sara: Nein, nein! Erstmal wird die Schule fertig gemacht!

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 23

Agathe ironisch: Ach, wie vernünftig!

Torsten: Wo wir beim Thema sind. Ich bin schon fertig mit Schule.

Ich arbeite beim Landkreis.

Agathe: Als Lehrer beim Landkreis?

Sara: Torsten hat nach seinem Lehreramtsstudium abgebrochen und

danach Agrarökonomie studiert.

Agathe völlig baff: Haben wir auch Wodka im Haus?

Torsten: Ach Mama! Jetzt ist doch alles raus. So schlimm war es

doch auch nicht. Wir sind alle gesund. Mach dir doch keine Sorgen.

Komm! Wir gehen ein bisschen nach draußen an die frische

Luft. Alle stehen auf: Wir gehen hinten raus. Alle nach hinten ab.

11. Auftritt

Horst, Major

Horst von links, wütend: Verdammter Dorfkrug, bevor ich überhaupt

was sagen kann, knöpft mir dieser Spelunkenwirt das Geld von

meinem letzten Deckel ab! Das war auch schon mal anders.

Es klopft.

Horst: Herein!

Major im Tarnanzug und mit Rucksack von links: Guten Tag

Horst erschrocken: Ach du Scheiße! Sind Sie wegen der 1973 gestohlenen

Panzerhaubitze hier?

Major: 1973? Was für eine Haubitze?

Horst zum Publikum: Na ein Glück! Zum Major: Völlig egal. Bitte, worum

geht’s?

Major: Sind Sie der Besitzer der Wälder südlich der Ems Höhe Altenlingen?

(Passenden Wald einsetzen)

Horst stolz: Jawohl, alles Horst Bollmanns Wald!

Major: Ich stelle mich kurz vor... Militärisch zackig: Major Martin

Schulz, Kompaniechef der achten Panzergrenadierkompanie,

zweite Brigade, erstes Bataillon Fürstenau. Ich leite das jetzt

stattfindende Manöver im Emsland-Süd. Ich beabsichtige ihre

Wälder für unsere Übungen mit einzubeziehen. Selbstverständlich

werden Sie für eventuelle Schäden seitens der Bundeswehr

großzügig entschädigt.

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich


24

Die fromme Johanna

Horst überlegt: Großzügige Entschädigung? Überfreundlich: Bitte setzen

Sie sich doch? Kann ich ihnen etwas anbieten?

Beide setzen sich.

Major: Nein Danke. Überlegt: Oder eventuell doch. Sieht sich um:

Wissen Sie, die Verpflegung im Feld, selbst für Offiziere wie mich,

ist äußerst spartanisch. Ich kann die EPA-Pakete nicht mehr sehen!

Horst: Sie möchten was zu Essen?

Major: Oh, das wäre schön! Schwärmt und vergisst sich: Gepökelter

Bauchspeck, Salami, Schinken, eingelegte Heringe, hausgemachte

Braunschweiger, frische Jagdwurst, oh. Bratkartoffeln mit Creme

Fraiche, dazu Schwarzbrot mit Spiegelei mh. Jetzt wieder ernst: Ja,

Essen wäre schön.

Horst: Und was ist für mich drin? Reibt den Daumen und Zeigefinger als

Zeichen für Geld.

Major: Sie können von mir haben, was Sie wollen.

Horst: Was ich will? Grübelt, dann geht ihm ein Licht auf: Ja, genau! Herr

Major, ich brauche einen Ihrer Soldaten.

Major: Bitte? Einen Soldaten?

Horst: Nur für 2 bis 3 Tage! Im Gegenzug bekommen Sie meinen

Sohn.

Major: Ihren Sohn?

Horst: Die Lage ist so. Erklärt wie für ein Kleinkind: Mein Sohn ist schwul.

Morgen kommt reiche Tante, die das nicht wissen darf. Tante

kennt Sohn nicht. Vater von schwulen Sohn (Ich) tauscht Sohn

gegen Soldaten von ihnen aus. Dafür bekommt Major (Sie) lecker

Essen!

Major überlegt kurz: Ich glaube, ich habe genau den Richtigen in

meiner Kompanie. Gefreiter Stehmann. Der Junge kommt aus

(geeigneter Ort) und spielt nebenbei in einer Theatergruppe.

Horst abwertend: Theatergruppe (Ort)... haben Sie denn keinen Besseren?

Major: Ich fürchte nicht!

Horst: Na ja, besser als nichts!

Major: Ist Ihr Sohn militärisch geschult?

Horst: Leider nein. Er war Zivi im Kindergarten!

Bitte beantragen Sie Aufführungsgenehmigungen vor dem ersten Spieltermin

Kopieren dieses Textes ist verboten - © -


Kopieren dieses Textes ist verboten - © -

Die fromme Johanna 25

Major: Ist auch egal. Für drei Tage wird es wohl gehen. Ich werde

mich seiner persönlich annehmen.

Horst: Na, sehr gut. Seien Sie auch ruhig grob zu ihm. Keine Sonderbehandlung

und Extrawürste! Das raue Leben im Wald tut ihm

vielleicht ganz gut.

Major: Kein Problem. Schreibt in ein Notizbuch: Keine Sonderbehandlung.

Horst: Eine letzte Bitte noch: Sorgen Sie dafür, dass er die Haare

geschnitten bekommt!

Major schreibt in sein Buch: Haare ab.

Horst: Morgen Früh um 8.00 Uhr holen Sie meinen Jungen hier ab

und bringen mir ihren Gefreiten.

Major: Morgen früh, 8.00 Uhr, kein Problem.

Horst: So, jetzt kommen Sie mal mit in die Speisekammer, da

werden wir ihren Rucksack füllen, bevor Sie mir noch vom Fleisch

fallen! Und danach fahren wir zum Dorfkrug, da gebe ich einen

aus.

Beide stehen auf, gehen nach hinten.

Vorhang

Für jede Aufführung dieses Spiels ist eine Aufführungsgenehmigung erforderlich

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine