Broschüre "Billstedter Geschichtspfad - Rundweg Schiffbek"

billstedt.horn.hamburg.de

Broschüre "Billstedter Geschichtspfad - Rundweg Schiffbek"

Billstedter Geschichtspfad

Rundweg Schiffbek

Entwicklungsraum BillstEdt i Horn

Bezirksamt Hamburg-Mitte

Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung

Fachamt Management des öffentlichen Raumes


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Inhalt

Editorial

Einleitung: Billstedter Geschichtspfad

Der Rundweg Schiffbek

Station1: Der Luisenhof – Alterssitz von Johann Wilhelm

von Archenholz

Station 2: Strom, Gas und Wasser für Schiffbek

Station 3: Von der Mühle zum Schleemer Park

Station 4: Die „Jute“: Arbeitsstätte für 1.500 Menschen

Station 5: Aus Billwärder wird Billbrook

Station 6: Schiffbek: Dorf vor den Toren Hamburgs

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Station 7: Billstedt im Nationalsozialismus

Station 8: Die Entwicklung des Billstedter Zentrums

Station 9: Schiffbek im Hamburger Aufstand

Station 10: Das Schiffbeker Arbeiterquartier

Station 11: Der Spökelberg: Burg, Villa und Fabrik

Station 12: Sozialer Wohnungsbau der 1920er Jahre

Kontakt: Geschichtswerkstatt Billstedt

Impressum

Bildnachweis


Editorial

liebe Billstedterinnen und Billstedter,

Entwicklungsraum BillstEdt i Horn

so etwas gibt es nur in Billstedt: interaktive Infotafeln, die an geschichtsträchtigen

Orten von vergangenen Zeiten erzählen. Mit dreizehn solcher

Tafeln ist jetzt der Billstedter Geschichtspfad eröffnet worden.

Die Tafeln machen lokale Geschichte am Ort des Geschehens hautnah

erlebbar – und öffnen den Blick für Vieles, was nicht sofort im Stadtbild

erkennbar ist. Sie regen dazu an, sich mit der Vergangenheit des eigenen

Stadtteils auseinander zu setzen – auch, um die Gegenwart besser zu

verstehen.

Ich wünsche mir, dass viele Familien, Schulklassen und Geschichtsinteressierte

auf eine spannende Reise in die Historie von Billstedt gehen und

dabei erkenntnisreiche Streifzüge erleben.

Ob mit Broschüre oder Smartphone in der Hand – tauchen Sie ab in Billstedts

Geschichte.

Ihr

Andy Grote

Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte

September 2012

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EInlEItung

Billstedter geschichtspfad – Der Rundweg Schiffbek

Mit dem Rundweg Schiffbek wird anlässlich der 800-Jahrfeier von Schiffbek

der erste Baustein des Geschichtspfades Billstedt realisiert. Auf der

BilleVue 5 wird der historische Rundweg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Rundweg verbindet zwölf Orte mit historischer Bedeutung

für Schiffbek. Der etwa zwei- bis dreistündige Rundgang führt an der

Billstedter Hauptstraße entlang und durch den Schleemer Park.

Die in die Gehwege eingelassenen Metallplatten – 40 mal 40 Zentimeter

groß – erzählen an zwölf Stationen in Billstedt und an einer weiteren Station

in Kaltenbergen (Kamerun) aus der Vergangenheit der einzelnen Orte.

Jede Platte ist mit einem sogenannten QR-Code ausgestattet, der mit der

Website der Geschichtswerkstatt Billstedt verlinkt ist. Per Smartphone

können so weitere Informationen aus dem Internet abgerufen werden.

Die vorliegende Broschüre erläutert geschichtliche Hintergründe zu den

einzelnen Stationen näher. Sie lädt ein, auf historischen Spuren den

Stadtteil zu erkunden. Die Broschüre kann auch für Schulklassen z.B. im

Geschichtsunterricht genutzt werden.

Für die Zukunft sind regelmäßige Rundgänge auf dem Rundweg Schiffbek

geplant. Eine mögliche Erweiterung des Geschichtspfads um neue Stationen

hängt v.a. davon ab, ob Sponsoren gefunden werden können.

Das Konzept für den Billstedter Geschichtspfad wurde 2009 entwickelt

und seit März 2012 umgesetzt. Für die Realisierung beauftragte das

Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Hamburg-Mitte

die Kooperationspartner steg Hamburg mbH, SUPERURBAN und Ralph

Ziegenbalg von der Geschichtswerkstatt Billstedt, der die Inhalte für die

Infotafeln zusammengestellt und aufbereitet hat. Unterstützt wird das

Projekt vom Fachamt Management des öffentlichen Raumes.

Die Info-Platten in der Produktion: Modell vor dem Metallguss.

Rechts: Historische Orte: Die 12 Stationen des Rundwegs Schiffbek


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Entwicklungsraum BillstEdt i Horn

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kartE: landEsBEtriEB gEoinformation und VErmEssung

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DER luISEnhof – AltERSSItz

von JohAnn WIlhElm von

ARchEnholz

Ende des 18. Jahrhunderts befand sich der luisenhof im Besitz des

Schriftstellers und verlegers Johann Wilhelm von Archenholz.

Das Dorf Öjendorf grenzte unmittelbar an Schiffbek. Sein bedeutendstes Anwesen

war der Öjendorfer Hof, der ab 1857 Luisenhof genannt wurde. Mitte

des 19. Jahrhunderts umfasste das Gut zweieinhalb Hufen (altes Flächenmaß),

eine Kate, eine Schmiede und eine Schäferei. Außerdem verfügte es seit 1762

über die Brauerei-Gerechtigkeit. Das im 19. Jahrhundert errichtete Gutshaus

war zweigeschossig und wurde beiderseits von mehreren Wirtschaftsgebäuden

gesäumt. In seinem Hauptgiebel befand sich eine Uhr, deren Glocke der

Bevölkerung bis ins 20. Jahrhundert hinein zur zeitlichen Orientierung diente.

Heutzutage ist alleine das parkartige Gutsgelände mit dem alten Baumbestand

erhalten.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts befand sich der Öjendorfer Hof im Besitz des

weitgereisten Schriftstellers und Verlegers Johann Wilhelm von Archenholz.

1809 siedelte er vollends hierher über, 1812 verstarb er hier. Archenholz wurde

1741 in der Nähe von Danzig geboren und schlug zunächst eine militärische

Laufbahn in der preußischen Armee ein. Nach einer schweren Verwundung

im Siebenjährigen Krieg wurde er 1763 entlassen. In den folgenden Jahren

bereiste er zahlreiche europäische Länder. Während dieser Reisen begann er

seine literarische Tätigkeit, die ihm zunehmend den Lebensunterhalt sicherte.

Nachdem er sich 1780 eine dauerhafte Lähmung des Fußes zugezogen hatte,

ließ er sich in Dresden nieder. Neben seiner Tätigkeit als Autor für wissenschaftliche

Zeitschriften wurde er nun auch als Herausgeber aktiv: Ab 1782

gab er die erfolgreiche Monatsschrift „Litteratur- und Volkskunde“ bzw. „Neue

Litteratur- und Volkskunde“ heraus. Viele Beiträge verfasste er selbst; andere

stammten von Literaten aus ganz Europa, um deren Kontakt er sich auf seinen

Reisen immer bemüht hatte.

1791 siedelt von Archenholz mit seiner Familie nach Paris über

Im Jahre 1786 zog er nach Hamburg, da dort die Zensur weniger streng war.

Nun veröffentlichte er seine Artikel auch nicht mehr anonym. Mit großer Begeisterung

nahm er die französische Revolution auf. 1791 siedelte er gar mit

seiner Familie nach Paris über und gründete die Zeitschrift Minerva, mit der er

das deutsche Publikum über die Geschehnisse in Frankreich informieren wollte.

Bereits im folgenden Jahr musste er das Land angesichts der politischen Lage

wieder fluchtartig verlassen. Aufgrund einiger Veröffentlichungen drohte ihm

die Hinrichtung.

Er kehrte nach Hamburg zurück und setzte hier die Herausgabe der Minerva fort.

Dieses Journal bestand über seinen Tod hinaus bis ins Jahr 1858. Die einzelnen

Ausgaben umfassten etwa 200 Seiten. Der Inhalt bestand aus sachlichen,

politischen Erörterungen, davon abgesetzten Kommentaren, detailgetreuen

Kriegsberichten, historischen Abhandlungen über die Geschichte verschiedener

Länder sowie einigen Literaturrezensionen und Gedichten.

Neben seiner journalistischen und publizistischen Tätigkeit war Archenholz

auch als Schriftsteller aktiv. Sein bekanntestes Werk ist die sehr anschauliche

„Geschichte des siebenjährigen Krieges in Deutschland von 1756 bis 1763“,

die 1791 erstmalig erschien. Aber auch seine Reiseberichte und die insgesamt

19-bändigen „Annalen der britischen Geschichte der Jahre 1788-1796“ fanden

ein großes Publikum.

Der Luisenhof: Nach seiner Turmuhr richteten sich die Bauern in der Umgebung

mit ihren Pausen- und Feierabendzeiten


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StRom, gAS unD WASSER

füR SchIffBEk

Anfang des 20. Jahrhunderts halten technische gemeinschaftseinrichtungen

für die Strom-, gas- und Wasserversorgung in Schiffbek Einzug.

Im Oktober 1903 hielt die elektrische Stromversorgung in Schiffbek Einzug. Zu

verdanken war dies dem Ingenieur Dr. Zieseniß, der am Schleemer Bach ein

kleines Elektrizitätswerk errichtete, von dem heute noch die zugehörige Villa

sowie eine Giebelwand der Maschinenhalle erhalten sind. Zunächst wurde mit

dem Elektrizitätswerk vor allem eine Straßenbeleuchtung betrieben. Diese fiel

allerdings recht spärlich aus und zog durch Versorgungsunterbrechungen immer

wieder das Gespött auf sich. Nur die Hauptstraßen waren mit Laternen ausgestattet

worden. Der Rothenbrückenweg, der täglich von vielen hundert Arbeitern

auf ihrem Weg von und nach Billbrook genutzt wurde, war beispielsweise

gar nicht bedacht worden. An der Möllner Landstraße endete die Beleuchtung

am Schleemer Bach.

Zu einer deutlichen Verbesserung in der Stromversorgung kam es, als die Berliner

Aktiengesellschaft AGWEA Anfang 1908 das Elektrizitätswerk von Dr.

Zieseniß für 350.000 Mark übernahm. Sie ersetzte die 25-kerzigen Kohlenfadenglühlampen

durch 50-kerzige Osrambirnen, die Schiffbeks Straßenbeleuchtung

nun nicht mehr hinter dem Hamburger Gasglühlicht zurückstehen ließen, und

baute die Straßenbeleuchtung weiter aus. Außerdem startete die AGWEA eine

Werbekampagne: Im Lokal-Anzeiger propagierte sie das elektrische Licht immer

wieder als kostengünstige Alternative zu der in den Haushalten vorherrschenden

Petroleumbeleuchtung und den Elektromotor als „das billigste Betriebsmittel

für das Kleingewerbe.“

Werbung im Lokalanzeiger: „Bade zu Hause! Bade mit Gas!“

Doch die AGWEA beließ es nicht dabei, nur die Stromversorgung auszubauen.

Sie schloß Schiffbek auch an das Gasnetz an. Bereits 1909 wurde mit der

Verlegung der Leitungen begonnen, 1910 errichtete man auf dem Gelände des

Elektrizitätswerks einen großen Gasbehälter. Das Gas selbst kam aus dem von

der AGWEA betriebenen Gaswerk in Bergedorf und sollte in dem Gasometer

zwischengespeichert werden. Auch diese technische Neuerung wurde kräftig

Entwicklungsraum BillstEdt i Horn

Von dem 1903 errichteten E-Werk am Schleemer Bach ist nur noch die denkmalgeschützte

Villa erhalten

beworben: Im Lokal-Anzeiger pries man gasbetriebene Warmwasserbereiter

mit den Worten „Bade zu Hause! Bade mit Gas!“, im Elektrizitätswerk demonstrierte

man die Vorzüge des Dampfwaschautomaten „Fix“ und bot Vorträge an

zum Thema „Das Gas im modernen Haushalt unter besonderer Berücksichtigung

des Kochens, Bratens und Backens“. Bis dahin hatte man in den Haushalten

sowohl für die Warmwasserbereitung als auch zum Kochen massive Kohlenöfen

verwendet, die mühselig befeuert werden mussten und eine Menge Dreck

verursachten.

Das Wasser stammte zunächst aus privaten Brunnen. Erst 1913 erhielt der Ort

eine zentrale Wasserversorgung. Das Wasserwerk wurde am Öjendorfer Weg

errichtet. Bauherr und Betreiber war die Gemeinde Schiffbek selbst. Die Motivation

hierfür bestand vor allem in der damit verbundenen Verbesserung des

Feuerlöschwesens. Gleichwohl die Gemeinde zugleich auch die Anlage einer

Kanalisation sowie eines Klärwerks beschlossen hatte, mussten die Bewohner

hierauf noch über 20 Jahre warten. Erst in den Jahren 1933 bis 1936 wurden

sie im Rahmen von Notstandsarbeiten ins Werk gesetzt. Bis dahin wurden die

Abwässer in teils offenen Rinnen und Gräben entlang der Straßen abgeleitet.

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von DER mühlE zum

SchlEEmER PARk

Am Schleemer Bach, kurz vor der mündung in die Bille, lagen über

mehrere Jahrhunderte hinweg verschiedene mühlen.

Die ersten Erwähnungen von Mühlen in Schiffbek stammen aus den Jahren

1256 und 1276. Wie alle ihre Nachfolger dürften sie im unteren Bereich des

Schleemer Baches, kurz vor der Mündung in die Bille, gelegen haben. Das

nächste Mal wurden die Schleemer Mühlen in den 1640er Jahren aktenkundig.

Nunmehr befanden sie sich im Besitz des Hamburger Kaufmanns Albert Block,

der die Erlaubnis erhielt, seine beiden Kupfermühlen zu Papier- und Ölmühlen

umzubauen und unterhalb des Teiches weitere Mühlen anzulegen, ausgenommen

waren davon jedoch Korn- und Walkmühlen. Im Jahre 1644 errichtete er

daraufhin eine Holzmühle mit zwei Mahlgängen für Brasilholz und Lohe, sein

Sohn und Enkel fügten später eine Holz- bzw. Pulvermühle hinzu.

Doch nicht immer ging es mit den Schleemer Mühlen aufwärts. Als das Anwesen

im Jahre 1769 von dem Hamburger Kaufmann Jacob Schultze erworben

wurde, war es offensichtlich in einem sehr baufälligen Zustand. Zum Kaufpreis

von 21.000 Mark Banco musste er weitere 30.000 Mark für den Wiederaufbau

der Mühlen aufwenden. Er legte eine Wachsbleiche an, errichtete an der Stelle

einer bereits viele Jahre zuvor gesprengten Pulvermühle eine Papiermühle,

die bis ins 20. Jahrhundert hinein bestehen sollte, und auch das Gutshaus,

der Schleemer Hof, dessen Bild bis heute mit dem Schleemer Mühlenanwesen

verbunden wird, soll aus dieser Zeit stammen. Denn es wird dem Hamburger

Baumeister Ernst Georg Sonnin zugeschrieben, der von 1713 bis 1794 lebte.

1792 wurde das Mühlenanwesen dann um eine Windmühle ergänzt, die an der

heutigen Straßenecke Kapellenstraße/Oberschleems errichtet wurde. Dies war

der ursprüngliche Verlauf der Möllner Landstraße; der gerade Durchstich von der

Brücke über den Schleemer Bach zur Ecke Möllner Landstraße/Oberschleems

erfolgte erst in den 1920er Jahren. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die

Windmühle als Farbholzmühle genutzt, später dann zum Mahlen von Korn und

Schrot. Im Jahr 1861 löste man sie aus dem Mühlenanwesen heraus. Von 1887

Das Gutshaus Schleemer Hof, das vom berühmten Architekten Ernst-Georg

Sonnin gestammt haben soll, wurde 1953 abgebrochen

bis 1941 befand sie sich im Besitz der Familie Böhndel. Der neue Besitzer brach

sie bereits im folgenden Jahr ab.

Die Papiermühle wurde während des Ersten Weltkriegs abgebrochen

Bei dem restlichen Mühlenkomplex, der neben dem Herrenhaus mit Lustgarten,

einigen Nebengebäuden, der Wachsbleiche und der Papiermühle noch eine

wassergetriebene Farbholzmühle umfasste, wurde das Bild im 19. Jahrhundert

von zahlreichen Besitzerwechseln, Abtretungen, Teilungen und einem Verfall

der Mühlen geprägt. Das nördlich der Möllner Landstraße gelegene Areal

ging schließlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Besitz des Ingenieurs

Zieseniß über, der die hier befindliche Mühle abbrach und an ihrer Stelle das

Schiffbeker Elektrizitätswerk errichtete.

Das Mühlengelände südlich der Möllner Landstraße kam 1910 an die Gemeinde

Schiffbek, die es in einen öffentlichen Park umwandelte. Während die Papiermühle

bereits in der Zeit des Ersten Weltkriegs abgebrochen wurde, nutzte man

das alte Gutshaus in den 1920er Jahren als Arbeitsamt. In den 1930er Jahren

folgte die Übernahme durch die NS-Frauenschaft und 1953 schließlich der Abriss

des mittlerweile baufälligen Gebäudes. Der Park erfuhr seitdem mehrere

grundlegende Renovierungen, zuletzt in den Jahren 2010/11.


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DIE „JutE“: ARBEItSStättE

füR 1.500 mEnSchEn

Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich Schiffbek zum Industriestandort.

Allein die Jute-Spinnerei verfügte über 304 Webstühle.

1883/84 wurde Schiffbek auf einen Schlag zum Fabrikort. In diesen Jahren errichtete

die in Hamburg ansässige „Norddeutsche Jute-Spinnerei und Weberei

A.G.“ am Ufer der Bille einen Großbetrieb für die Verarbeitung von Jute. In einer

zeitgenössischen Publikation wird das Werk wie folgt beschrieben: „Die Bauten

sind durchweg nur eingeschossig, die großen Säle der Spinnerei und Weberei

mit Sheddächern, das Kesselhaus, die Appretur und der Batschraum mit Bogendächern

aus Holzlatten. Die Fußböden sind aus schweren Sandsteinplatten

hergestellt. Vier Galloway-Kessel zu je 120 Quadratmeter Heizfläche und ein

Economiser, Betriebsmaschine von 800 Pferdekräften mit Haftseiltransmission.

Schornstein 50 Meter hoch, 1,75 Meter Durchmesser. Dampfheizung in allen

Räumen, Beleuchtung theils durch Oelgas, theils elektrisch.“

Zu Beginn wurde der Betrieb mit 500 Arbeitskräften aufgenommen, 1890 waren

es bereits 1150, bald noch der Wende zum 20. Jahrhundert mehr als 1500. Ein

Großteil der Belegschaft waren Frauen und Jugendliche. Zum einen verfügten

sie häufig über eine größere Fingergeschicklichkeit, die bei der Bedienung der

Spinn- und Webmaschinen von Vorteil war. Zum anderen waren sie ausgesprochen

günstige Arbeitskräfte. Gut lässt sich das an einem Tarif vom Ende des

Jahres 1923 ablesen: Handwerker 36 Pfennige pro Stunde, Männer 30 Pfennige,

Frauen 17 Pfennige und Jugendliche 6 Pfennige. Nachdem die wöchentliche

Arbeitszeit noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei 60 Stunden gelegen hatte,

sank sie in den 20er Jahren auf 48 Stunden.

1890 verfügte das Werk über 5600 Spindeln, 304 Webstühle und 75 Dampfnähmaschinen.

Im Vollbetrieb produzierte es zu dieser Zeit etwa 30.000 Säcke,

40-45.000 Meter Gewebe und 22-25.000 Kilogramm Garn am Tag.

Für die Arbeitskräfte errichtete die Jute eine große Arbeiterkolonie

Die Jute konnte ihre Belegschaft zu Beginn unmöglich aus Schiffbek selbst re-

Entwicklungsraum BillstEdt i Horn

krutieren. 1880 zählte der gesamte Ort nur 980 Einwohner. Deshalb engagierte

man Agenten, die vor allem in Osteuropa, insbesondere in polnischen, tschechischen

und ungarischen Gebieten, junge Leute anwarben. Unter anderem

begründeten diese Zuwanderer die noch heute große katholische Gemeinde

Schiffbeks. Waren es 1885 erst drei Familien, so machte sie 1910 mit 3262

Personen etwa ein Drittel der gesamten Bevölkerung des Ortes aus.

Zur Unterbringung der Arbeitskräfte errichtete die Jute eine große Arbeiterkolonie.

Neben zahlreichen Arbeiterwohnungen gehörte zu ihr auch ein großes

zweigeschossiges Gebäude. Es diente als Kindergarten und Warteschule und

zielte darauf, die Frauen ein Stück weit von ihren familiären Pflichten zu entbinden

und als Arbeitskräfte zu gewinnen.

Die Jute galt zwar als recht sozialer Arbeitgeber, doch auch hier gab es immer

wieder Arbeitskämpfe. Besonders lange dauerte ein Streik im Sommer 1911:

Damals ruhte der gesamte Betrieb für mehr als sieben Wochen.

Bereits nach dem ersten Weltkrieg litt das Werk unter der Konkurrenz durch

neue Fabriken, die in Indien, einem der Hauptanbaugebiete der Jute, entstanden

waren. Daran änderte auch die Fusion mit mehreren anderen Betrieben im Jahr

1923 nur wenig. Nach Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs baute

man die Anlagen 1952 noch einmal auf. Doch schon sechs Jahre später schloss

das Werk für immer seine Tore.

1958 schloss die Jutespinnerei und -weberei endgültig ihre Tore

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AuS BIllWäRDER WIRD

BIllBRook

Sommerfrischen, Ausflugsdampfer, fabrikschlote – innerhalb von 100

Jahren wandelt sich Billwärder zu Billbrook.

Die Landschaft Billwärder war bereits 1395 unter die Herrschaft Hamburgs

gekommen. Ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einem der bevorzugten

Orte für Sommerfrischen wohlhabender Hamburger. Die herrschaftlichen

Anwesen verfügten vielfach über prächtige Gärten mit großen Orangerien, die

weit über die Grenzen der Hansestadt bekannt waren.

Als es zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den besseren Kreisen Hamburgs in

Mode kam, an der Elbchaussee zu residieren, wandelten sich viele Herrenhäuser

am Billwärder Billdeich zu Ausflugslokalen. Das bedeutendste war der mächtige,

1727 errichtete Bau bei der blauen Brücke, der bis ins 20. Jahrhundert die

Gastwirtschaft „Billwärder Park“ beherbergte. Bis in diese Zeit verkehrten auch

immer wieder Ausflugsdampfer aus der nahen Hansestadt zur unteren Bille.

Ursache für das sinkende touristische Interesse war, dass sich die untere Bille

zunehmend zu einem Industrierevier wandelte. Den Anfang hatte bereits 1846 -

ebenfalls bei der blauen Brücke - eine chemische Fabrik gemacht, die als älteste

chemische Fabrik Hamburgs gilt. Nachdem hier zunächst nur in einer kleinen

Kate aus Gasabfällen Salmiak hergestellt worden war, entwickelte sie sich bis

1889 zu einem bedeutenden Betrieb mit 300 Beschäftigten.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich lediglich fünf weitere Betriebe hinzugesellt:

Eine Eisengießerei, eine weitere chemische Fabrik, eine Parfümerie- und Seifenfabrik,

eine Öl- und Firnisfabrik sowie eine Wäscherei und Färberei. Hamburgs

Anschluss an das Zollgebiet des Deutschen Reiches im Jahre 1888 beschleunigte

diese Entwicklung dann erheblich. Nunmehr verging bis zum Ersten Weltkrieg

kaum ein Jahr, in dem nicht mindestens ein neuer Betrieb hinzukam. Zu den

bedeutendsten zählten ein Metallwalzwerk mit seinem über 100 Meter hohen

Schornstein und die 1908 eröffnete Zinkhütte, die bis zu 360 Arbeiter beschäftigte.

Neue Kanäle, Straßen und Bahngleise: Billbrook entsteht

Während sich diese Entwicklung bis Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend

urwüchsig vollzogen hatte, griff nun die Stadt Hamburg gestaltend ein: Nachdem

bereits in den 1890er Jahren die Bille verbreitert und ausgebaggert und die

blaue Brücke erneuert worden war, bemühte man sich nun im großen Stil um die

Bereitstellung neuer Flächen für Industriebetriebe. Das gesamte Areal zwischen

der Bille im Norden, dem Dorf Moorfleet im Süden, dem Unteren Landweg im

Osten und dem heutigen Tiefstackkanal im Westen wurde aufgehöht und durch

Kanäle, Straßen und Bahngleise erschlossen. 1912 erhob die Stadt Hamburg das

Gebiet zum eigenständigen Stadtteil Billbrook.

Zahlreiche Arbeiter, die in den Billbrooker Fabriken tätig waren, wohnten im benachbarten

Schiffbek. Um ihnen den Weg zur Arbeit zu erleichtern, errichteten

die beiden Gemeinden Schiffbek und Billbrook im Jahr 1906 eine zusätzliche Fußgängerbücke.

Bald bürgerte sich für sie die Bezeichung „Stinkbüdelsgang“ ein.

Von den Billbrooker Betrieben gingen zum Teil massive Umweltbelastungen

aus. Am gravierendsten waren die Ausdünstungen der Zinkhütte. Sie ließen die

Vegetation am Schiffbeker Geesthang weitgehend absterben und schädigten

massiv die Gesundheit der Bewohner.

Neben chemischen Betrieben und einem Metallwalzwerk siedelte sich auch die

Zinkhütte an


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SchIffBEk: DoRf voR DEn

toREn hAmBuRgS

Das Dorf Schiffbek wurde vermutlich nach der bis hierhin schiffbaren

Bille benannt.

Das Dorf Schiffbek wurde erstmalig im Jahre 1212 urkundlich erwähnt. Namensgebend

war vermutlich die bis hierher schiffbare Bille, die in diesem Gebiet

unmittelbar am Fuße des Geesthangs entlang fließt. Zugleich wurde seine

Anlage dadurch begünstigt, dass hier von alters her ein Fernhandelsweg verlief.

Bis 1864 stand Schiffbek als Teil Holsteins unter dänischer Herrschaft, ab 1867

gehörte es zur neuen preußischen Provinz Schleswig-Holstein. 1927 wurde es

dann mit den beiden Nachbargemeinden Kirchsteinbek und Öjendorf zur Großgemeinde

Billstedt zusammengefasst, die durch das Groß-Hamburg-Gesetz von

1937 in die Hansestadt eingemeindet wurde.

Schiffbek war von Beginn an ein Straßendorf. Es erstreckte sich entlang der

heutigen Billstedter Hauptstraße und reichte unmittelbar von der Hamburger

Grenze an der heutigen Legienstraße bis zur Abzweigung der Möllner Landstraße.

Bereits 1835 war die Billstedter Hauptstraße als Teil der Hamburg-Berliner

Chaussee mit einem soliden Pflaster versehen worden. Auf der Südseite befanden

sich die Bauernhäuser. Sie waren im Stil des niedersächsischen Hallenhauses

gebaut und mit Stroh gedeckt. Im Südwesten, der vorherrschenden Windrichtung,

wurden sie von prächtigen Bäumen umsäumt. Zur Bille hin verfügten

sie über fruchtbare Gärten mit zahlreichen Obstbäumen. Auf der Nordseite

lagen die Gebäude von Kätnern, anderen unterbäuerlichen Schichten und Gewerbetreibenden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Ort schließlich

an beiden Enden von zwei größeren Gasthäusern gesäumt. Im Westen war

dies das „Schleswig-holsteinische Wappen“. Bei ihm handelte es sich um ein

großes Fachwerkhaus, vor dem zwei große schattenspendende Bäume standen.

Außerdem befanden sich vor seinem Eingang auf Pfählen befestigte Eisengitter,

die zum Anbinden der Pferde dienten. Das Lokal am östlichen Ende wurde vom

Gastwirt Vocke betrieben.

Mitte des 19. Jahrhunderts lebten knapp 600 Menschen in Schiffbek

Im Jahr 1634 waren in Schiffbek acht Höfe und elf Katen sowie insgesamt 96

Entwicklungsraum BillstEdt i Horn

Die heutige Billstedter Hauptstraße auf Höhe des Legiencenters um 1900

Einwohner gezählt worden. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl

dann auf knapp 600 Menschen, die sich auf etwa 130 Haushaltungen in

66 Gebäuden verteilten. Zu den Bauernfamilien hatten sich nun unter anderem

mehrere Zollbedienstete, ein Chausseegeldeinnehmer, ein Gendarm, ein Oberpolizeidiener,

ein Lehrer, einige Ärzte, Schmiede, Bäcker, Krüger, Höker, Tischler,

Schneider und Schuster, jeweils ein Rademacher, Riemermeister, Mehlhändler

und Torfschiffer sowie zahlreiche Arbeiter und Tagelöhner gesellt.

Die Schiffbeker Feldmark ersteckte vom Nordrand des Dorfes bis zur Jenfelder

Grenze. Im Jahre 1773 wurden die bis dahin bestehenden Gewannflure

(in schmale Streifen aufgeteilte, von den Bauern gemeinsam urbar gemachte

Felder) in Koppeln umgewandelt. Im Zuge dieser Verkoppelung erhielt der heutige

Schiffbeker Weg seinen geraden Verlauf. Die Böden waren überwiegend

sandig, wurden aber häufig durch Dünger ergiebig gemacht. Im 19. Jahrhundert

herrschte der Kartoffelbau vor, bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde dann

überwiegend Getreide angebaut. Außerdem gab es entlang der Bille, im Bereich

des Schiffbeker Moores sowie am Jenfelder und Schleemer Baches zahlreiche

Weiden.

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BIllStEDt Im

nAtIonAlSozIAlISmuS

In Schiffbek, einer hochburg der Arbeiterbewegung, konnte die

nSDAP nur schwer fuß fassen.

Schiffbek hatte sich seit der Industrialisierung zur einer Hochburg der Arbeiterbewegung

entwickelt, und auch Billstedt, zu dem es 1927 mit den Nachbargemeinden

Kirchsteinbek und Öjendorf zusammengefasst worden war, war ein

„roter“ Stadtteil. Bis in die Endzeit der Weimarer Republik hinein kamen die

beiden Arbeiterparteien SPD und KPD hier bei den Wahlen zusammen auf mehr

als 60 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Die NSDAP, die mit ihrer Machtergreifung im Jahr 1933 der ersten deutschen

Demokratie ein Ende bereitete, hatte es dagegen schwer, hier Boden zu fassen.

Mehrfach kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen mit den politischen Gegnern,

einmal wurde sogar auf einen Billstedter Nationalsozialisten geschossen.

Einen nennenswerten Stimmanteil hatte die NSDAP in Billstedt erstmals bei

den Reichstagswahlen im September 1930 mit 9,7 Prozent erzielt. Trotz massiver

Propaganda und gleichzeitiger Unterdrückung von SPD und KPD kam sie bei

den Reichstagswahlen im März 1933 in Billstedt nicht über 27,1 Prozent hinaus.

Und auch bei der eine Woche später durchgeführten Wahl zum Gemeinderat

war das Ergebnis nur unbedeutend besser.

Die Schiffbeker Kirchen mussten die Hakenkreuz-Fahne hissen

Gleichwohl folgte nun auch in Billstedt die Gleichschaltung, zunächst auf politischer

Ebene. Da dies aufgrund des örtlichen Wahlergebnisses nicht leicht zu

rechtfertigen war und man dieses auch nicht ganz ignorieren mochte, griffen

die Nationalsozialisten zu einigen zweifelhaften Maßnahmen, um die Mehrheitsverhältnisse

zu ihren Gunsten zu verschieben. Zuvor waren bereits zahlreiche

Sozialdemokraten aus der Gemeindeverwaltung entfernt worden. Den

langjährigen Gemeindevorsteher Heinrich Klink überzog man zudem mit zwei

Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Aberkennung seiner Pensionsansprüche,

die allerdings beide abschlägig beschieden wurden.

Außerdem wandte sich die NSDAP der Gleichschaltung des gesellschaftlichen

Lebens zu. Vereine und andere Organisationen wurden, wenn man sie nicht

gleich auflöste, entweder mit neuen, linientreuen Vorständen versehen oder

aber in nationalsozialistische Einrichtungen eingegliedert. Die Kirchen mussten

die Hakenkreuz-Fahne hissen, von Kindern und Jugendlichen wurde die Mitgliedschaft

in den Jugendorganisationen HJ und BDM erwartet, Nachbarschaften

standen bald unter der Aufsicht von Blockwarten.

Wer nicht ins nationalsozialistische Weltbild passte, wurde diskriminiert,

schikaniert und mitunter erbarmungslos verfolgt. Bereits im April 1933 wurde

mit an den Schaufenstern befestigten Transparenten zum Boykott jüdischer

Geschäfte aufgerufen. Immer wieder kam es zu willkürlichen Verhaftungen. Die

Sozialdemokratin Katharina Corleis kam unter ungeklärten Umständen in ihrer

Zelle im KZ Fuhlsbüttel durch Erhängen zum Tode. Fiete Schulze, der Anführer

der Schiffbeker Kommunisten im Hamburger Aufstand, wurde nach schweren

Misshandlungen im Gefängnis in einem Aufsehen erregenden Schauprozess

zum Tode verurteilt und mit dem Beil enthauptet. Mehrere jüdische Familien

wurden während des Zweiten Weltkriegs deportiert und ermordet. Zahlreiche

Stolpersteine erinnern mittlerweile in Billstedt an diese Opfer des nationalsozialistischen

Terrors.

Die jüdische Familie Laser vor ihrem Geschäft


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DIE EntWIcklung DES

BIllStEDtER zEntRumS

In den 1970er Jahren löst das Billstedt-center die Billstedter

hauptstraße als Einkaufszentrum des Stadtteils ab.

Mit Schiffbeks Wandlung zum Arbeiterquartier entwickelte sich die heutige

Billstedter Hauptstraße zu einer lebendigen Einkaufsstraße. In nahezu jedem

Erdgeschoss befanden sich Ladengeschäfte. Ergänzt wurde dieses vielfältige

Einzelhandelsangebot durch zahlreiche Lokale und zwei Kinos. 1914 erhielt

Schiffbek Anschluss an die Hamburger Straßenbahn: Von Horn kommend

verlängerte man die Gleise bis zur Gabelung von Billstedter Hauptstraße und

Möllner Landstraße. In den 1920er Jahren kamen dann einige Buslinien hinzu.

Außerdem fand seit dieser Zeit auf dem bei der Einmündung des Schiffbeker

Wegs gelegenen Marktplatz ein regulärer Wochenmarkt statt, der den bis dahin

vorherrschenden Straßenhandel ablöste.

Mit der Zeit wurde der zunehmende Autoverkehr jedoch zu einer Belastung.

Bereits in den 1920er und 1930er Jahren wurde die Straße mehrfach verbreitert.

Den Wochenmarkt verlegte man an die Möllner Landstraße, die Straßenbahnkehre

wurde an die Einmündung des Schiffbeker Wegs verlagert. Weitere

Beschädigungen erfuhr das Straßenbild durch ein umfangreiches Absterben

der Alleebäume in den 1940er Jahren und etliche Bombentreffer während des

Zweiten Weltkriegs.

Das Billstedt-Center ist zunächst nur eine offene Ladenpassage

Nach Kriegsende drängte das weiter anwachsende Verkehrsaufkommen auf

eine grundlegende Neuordnung. Die Lösung wurde schließlich durch Billstedts

Anbindung an das Hamburger Schnellbahnnetz geprägt. Als im September

1969 einige hundert Meter nördlich der Billstedter Hauptstraße die U-Bahn-

Haltestelle Billstedt in Betrieb genommen wurde, weihte man gleichzeitig den

unmittelbar anschließenden ersten Bauabschnitt des Billstedt-Centers ein. Es

handelte sich dabei um eine offene Einkaufspassage mit Laubengängen und

zahlreichen Geschäften, darunter Karstadt, die Kaufhalle und Schwedenpelz.

An der Billstedter Hauptstraße setze zugleich ein Niedergang ein. Zum einen lag

das an der Konkurrenz durch das neue Einkaufszentrum. Zum anderen wurde das

Entwicklungsraum BillstEdt i Horn

Platz für Flaneure: Die Billstedter Hauptstraße Ende der 1930er Jahre

alte Zentrum noch mehr als bisher an den Erfordernissen des Straßenverkehrs

ausgerichtet. Der Schiffbeker Weg wurde nun auf vier Fahrspuren verbreitert

und über die Moorfleeter Brücke mit dem Industriegebiet Billbrook verbunden.

Zwar verlagerte man die B5 in dieser Zeit von der Billstedter Hauptstraße ans

Ufer der Bille, doch angesichts des Schwerlastverkehrs, der jetzt den Stadtteil

auf dem Weg von oder nach Billbrook passierte, brachte dies keine Entlastung.

An die Stelle des Billstedter Knotens, auf dem sich bis 1968 die Straßenbahnendhaltestelle

befunden hatte, trat nun eine riesige Kreuzung.

Zu einem gewissen Abschluss kam die Zentrumsentwicklung Ende der 1970er

Jahre. 1977 erweiterte man das Billstedt Center mit einem zweiten Baubschnitt

bis an die Möllner Landstraße. Der Wochenmarkt musste hierfür um einige

Meter nach Osten verlegt werden und wurde wenig später auf seiner Ostseite

durch den Neubau eines Ärztehauses gefasst. Zugleich wurden der untere Teil

des Öjendorfer Wegs und die Möllner Landstraße in eine Fußgängerzone umgewandelt.

Den Verkehr nahm fortan die Reclamstraße auf, die man nun von

der U-Bahn-Haltestelle um das Billstedter Zentrum herum bis zur Billstedter

Hauptstraße durchführte.

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14

9

SchIffBEk Im

hAmBuRgER AufStAnD

Im oktober 1923 ist Schiffbek zwei tage lang die hochburg des

kommunistischen Aufstandes.

Im Oktober 1923, in der Hochphase der Inflation, wollte die Kommunistische Partei

Deutschlands (KPD) von Hamburg und Kiel aus einen gewaltsamen Umsturz

versuchen. Obwohl die Aktion kurzfristig abgesagt wurde, schlugen die Hamburger

Kommunisten am 23. Oktober los. Es wurden zahlreiche Polizeiwachen

gestürmt und ganze Stadtviertel besetzt. Die Sicherheitskräfte benötigten zwei

Tage, um den Aufstand niederzuschlagen. Es gab eine Vielzahl von Verletzten

und Toten. Schiffbek war eine der Hochburgen des Aufstandes und entwickelte

sich zur letzten Bastion der Umstürzler.

Im Einzelnen verliefen die Auseinandersetzungen in Schiffbek wie folgt: Nachdem

sich die Aufständischen in den frühen Morgenstunden des 23. Oktobers

gewaltsam der Waffen der Einwohnerwehr bemächtig und den Polizeiposten

überwältigt hatten, besetzten sie die Gemeindeverwaltung, das evangelische

Gemeindehaus und das Postamt. Die Bevölkerung wurde durch Plakate über die

Ziele des Umsturzes informiert.

Bewaffnete Patrouillen zogen durch den Ort und versuchten, Arbeiter am Aufsuchen

ihrer Arbeitsplätze zu hindern. Andere errichteten derweil Barrikaden.

Am Rothenbrückenweg sowie in der heutigen Billstedter Hauptstraße auf Höhe

der Legienstraße und hinter der Einmündung des Schiffbeker Wegs riss man

das Pflaster auf, um Schützengräben anzulegen. An der Möllner Landstraße blockierte

man die Straße zudem durch quer gestellte Fahrzeuge, von Kirchsteinbek

kommende Fahrzeuge wurden mit Waffengewalt zur Umkehr gezwungen. Für

das leibliche Wohl der Aufständischen, deren Zahl auf 200 geschätzt wurde,

sorgten derweil Frauen und Mädchen, die im evangelischen Gemeindehaus

eine Volksküche eingerichtet hatten. Die Lebensmittel stammten dabei aus den

Vorräten der Schulspeisung, das Brot wurde bei Schiffbeker Bäckern beschlagnahmt.

Neun Personen starben bei den Auseinandersetzungen, darunter fünf

Polizisten

Kurz nach dem Mittag rückten die Sicherheitskräfte zum ersten Mal vor. Sie

näherten sich von der Wandsbeker Seite sowie über die Billewiesen und wurden

von den Aufständischen, die sich unter anderem auf Hausdächern und im Turm

der evangelischen Kirche versteckt hatten, unter Beschuss genommen. Zwar

gelang es der Polizei, bis zum jenseits der Abzweigung der Möllner Landstraße

gelegenen Postamt vorzudringen, doch dann mussten sie sich aufgrund ihrer zu

geringen Stärke zurückziehen. Neun Personen fanden bei diesen Auseinandersetzungen

den Tod, darunter fünf Polizisten.

Am folgenden Tag dauerte es wieder bis zum Mittag, ehe die Sicherheitskräfte

angriffen. Zunächst überflogen zwei Flugzeuge den Ort, um sich ein Bild von der

Lage zu verschaffen. Sie wurden von den Aufständischen ebenso beschossen

wie die Sicherheitskräfte, die kurz darauf von einer Barkasse in den Schiffbeker

Wiesen abgesetzt wurden. Als dann jedoch aus verschiedenen Richtungen Panzerwagen

in den Ort eindrangen und mit Maschinengewehren das Feuer auf die

Aufständischen eröffneten, brach der Widerstand zusammen.

Der militärische Leiter der Schiffbeker KPD, Fiete Schulze, konnte nach Chile

entkommen. Viele andere wurden verhaftet. Insgesamt wurde gegen 191

Aufständische aus Schiffbek Anklage erhoben. Fast alle wurden für schuldig

befunden und zu ein bis fünf Jahren Haft verurteilt.

Aus dem Aufruf der Aufständischen: „Schließt Euch zusammen zum Schutz des

Arbeiterstaates Deutschland“


10

DAS SchIffBEkER

ARBEItERquARtIER

mit zunehmender Industrialisierung entwickelte sich in Schiffbek aus

ungelernten Arbeitern ein proletarisches milieu.

Mit Beginn der Industrialisierung wandelte sich Schiffbek binnen kurzer Zeit

zum Arbeiterquartier. Hatte der Ort 1880 noch 980 Einwohner gezählt, waren

es dreißig Jahre später fast zehnmal so viele. Mehr als drei Viertel davon waren

ungelernte Fabrikarbeiter, die hier ein proletarisches Milieu entstehen ließen,

wie man es auch in Arbeiterquartieren der nahen Hansestadt, etwa in Hammerbrook,

Barmbek oder Eimsbüttel, vorfand.

Den Anfang hatte die Arbeiterkolonie der 1883/84 errichteten Jutespinnerei

und -weberei gemacht: Zum einen bestand sie aus den sogenannten „alten

Spinnhäusern“, die sich oberhalb der direkt an der Bille gelegenen Fabrik

zwischen der heutigen Billstedter Hauptstraße und der Möllner Landstraße

befanden, und den „neuen Spinnhäusern“, die sich nördlich davon anschlossen

und etwa bis zur heutigen U-Bahn-Trasse reichten. Bei ersteren handelte es

sich um zwei langgezogene eingeschossige Zeilenbauten, bei letzteren um vier

zweigeschossige Blocks. Insgesamt umfassten sie 166 Wohnungen. Den „alten

Spinnhäusern“ war zudem auf der Südseite ein zweigeschossiger Komplex vorgelagert,

der tagsüber als Kindergarten diente und abends von den Arbeitern

als Lesesaal genutzt werden konnte. Des Weiteren gab es ein Speisehaus mit

Schlafsälen für unverheiratete Arbeiter und Arbeiterinnen. Ab 1896 errichtete

man weiter östlich, rund um die heutige Straße Spökelbarg, eine kleine Siedlung

mit Einzelhäusern für die Werkmeister. 1898 folgte schließlich gegenüber dem

Kindergarten eine herrschaftliche Villa für den Werksdirektor. Heutzutage sind

von der Arbeiterkolonie der „Jute“ alleine diese Villa, die Meisterhäuser am

Spökelbarg und ein Ende der 1930er Jahre errichteter neuer Kindergarten in der

Billstedter Hauptstraße erhalten.

Wo einst die Spinnhäuser standen, verläuft heute die Reclamstraße

Unmittelbar westlich an die alten Spinnhäuser schloss sich die ab 1883 errichtete

neue Schiffbeker Volksschule an. Sie wurde bis ins 20. Jahrhundert

Entwicklungsraum BillstEdt i Horn

Das Arbeiterquartier zwischen heutiger Billstedter Hauptstraße und

Möllner Landstraße

mehrfach erweitert und zählte 1914 schließlich nicht weniger als 1800 Schüler.

Ebenso wie die Spinnhäuser fiel sie Ende der 1970er Jahre der Neugestaltung

des Billstedter Zentrums zum Opfer. Auf dem ehemaligen Schulgelände befinden

sich heute die Billstedter Polizeiwache sowie ein großer Wohnblock. Dort, wo

einst die Spinnhäuser standen, verläuft heute die Reclamstraße.

Rund um diesen Komplex aus Arbeiterkolonie der Jute und Volksschule entstanden

um die Wende zum 20. Jahrhundert zahlreiche zwei- bis viergeschossige

Arbeitermietshäuser. Im Westen reichte diese Bebauung über den heutigen

Schiffbeker Weg hinaus unmittelbar bis an das alte Dorf Schiffbek heran, im

Osten erstreckte sie sich bis über den Schleemer Bach. Während die Bauweise

im inneren Bereich sehr eng war – mit geschlossenen Blockrändern und Terrassenhäusern

und Gewerbebetrieben in den Höfen – wurde sie an den Rändern,

gerade in Richtung Kirchsteinbek und jenseits der Möllner Landstraße, lockerer.

Die Wohnungen selbst waren klein. Meist verfügten sie neben der Küche über

zwei bis drei Zimmer. Bäder gab es keine, die Toiletten befanden sich am Treppenhaus

oder aber im Hof. Da die Familien zum Teil vier und mehr Kinder hatten,

waren die Verhältnisse oft sehr beengt.

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16

11

DER SPökElBERg:

BuRg, vIllA unD fABRIk

Der Spökelberg beheimatete eine Burg, eine villa und eine fabrik –

und ist wohl der geschichtsträchtigste ort Schiffbeks.

Der Spökelberg erlangte erstmals zu Beginn des 9. Jahrhunderts Bedeutung. In

dieser Zeit wurde hier ein mehrere Meter hoher Wallring aus Erde aufgeworfen,

dessen Krone mit Palisaden bewehrt war. Noch heute sind die Überreste

des Walls gut zu erkennen. Der Durchbruch an der Nordseite wurde erst im 19.

Jahrhundert hergestellt. Bis dahin befand sich der Zugang an der Südwestecke.

Mutmaßlich sollte die Burg dazu dienen, die zu dieser Zeit etwa zehn Kilometer

weiter westlich von den Franken errichtete Hammaburg, die Urzelle des heutigen

Hamburgs, abzusichern. Für die Wahl des Standorts waren wohl zwei

Faktoren ausschlaggebend. Zum einen lag der Spökelberg unmittelbar an der

Fernhandelsstraße, die von alters her dem Nordrand des Elb-Urstromtals folgte

und im Bereich der Hammaburg die Alster querte. Zum anderen handelte es sich

beim Spökelberg um einen äußerst gut zu verteidigenden Ort: Er bildete nämlich

einen Geestsporn, der im Süden unmittelbar an die Billeniederung grenzte, die

im 9. Jahrhundert noch durch die normale Flut der Elbe überspült wurde, während

im Osten das gleichfalls unwegsame Tal des Schleemer Baches anschloss.

Gefahr drohte zu dieser Zeit insbesondere von den jenseits des heutigen Sachsenwaldes

siedelnden Slawen.

1225 wurde die Spökelburg von Hamburger Truppen geschleift

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts spielte die Spökelburg dann in der Auseinandersetzung

zwischen Dänen und Schauenburgern eine Rolle: Nachdem der

dänische König Waldemar II. im Jahr 1201 den Schauenburgern ihre nördlich

der Elbe gelegenen Besitzungen entrissen und Albrecht von Orlamünde aus dem

Geschlecht der Askanier zum Grafen von Holstein und Stormarn erhoben hatte,

setzte dieser die Spökelburg noch einmal instand. Nunmehr sollte sie zur Absicherung

des dänischen Herrschaftsgebiets dienen. Doch diese Phase währte

nicht lange: Bereits im Jahr 1225 wurde sie von Hamburger Truppen, die von der

Schlacht bei Mölln zurückkehrten, wo sie den Schauenburger Adolf IV. erfolgreich

bei der Rückeroberung seines Erblandes unterstützt hatten, geschleift.

Karte der Burganlage auf dem Spökelberg

In der Folgezeit verfiel der Ort wohl zusehends. Vermutlich geht sein heutiger

Name ebenso auf diese Zeit zurück wie die Sage, dass dort eine goldene Wiege

vergraben sei.

Im Jahre 1865 errichtete dann der Unternehmer L.G.C. Ullner auf dem Spökelberg

die Villa, die ihn noch heute krönt. 1870 wurde er Teilhaber der Firma Zipperling,

Kessler & Co., wenig später ihr alleiniger Eigentümer. Das Unternehmen

war darauf spezialisiert, Farbhölzer zu zermalen, und unterhielt zu diesem Zweck

bereits zwei Mühlen in Wandsbek und am Lübschen Baum. 1876 folgte eine

dritte, die direkt am Fuße des Spökelbergs errichtet wurde. Diese wurde mit

Dampfkraft betrieben und war damit die erste Fabrik Schiffbeks. Die Zahl der

Beschäftigten stieg von anfangs 17 über mehr als 70 im Jahr 1905 bis auf 200

am Vorabend der Weltwirtschaftskrise.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs produzierte die Firma noch bis Anfang

der 1970er Jahre am Fuße des Spökelbergs. Dann musste die Fabrik der neuen

Trasse der B5 weichen, die direkt am Ufer der Bille entlang geführt wurde. Das

Unternehmen siedelte daraufhin nach Ahrensburg um.


12

SozIAlER WohnungSBAu DER

1920ER JAhRE

In den 1920er Jahren entstand in Schiffbek eines der besten Beispiele

für das neue Bauen in hamburg.

Bis zum Ende des Kaiserreichs gab es in Deutschland keinen großen Mangel an

Wohnungen. Zwar waren die angebotenen Wohnungen häufig sehr klein, eng,

dunkel und schlecht belüftet. Doch die Zahl der Wohnungssuchenden hielt sich

in Grenzen.

Mit Beginn der Weimarer Republik änderte sich dies auf dramatische Weise.

Das hatte mehrere Gründe. Zum einen hatte der Wohnungsbau während des

Krieges weitgehend geruht. Und auch nach Kriegsende kam er nur schwer

wieder in Gang. Eine besondere Rolle spielte hierbei die Kohlenknappheit, die

dazu führte, dass viele Ziegeleien nicht arbeiten konnten. Zum anderen hatten

zahlreiche Kriegsteilnehmer während des Krieges oder aber nach Kriegsende

geheiratet, was eine verstärkte Nachfrage nach Wohnungen nach sich zog.

Und schließlich kamen die geburtenstarken Jahrgänge aus der Zeit nach der

Jahrhundertwende nun bald ins heiratsfähige Alter.

Auch der Schiffbeker Wohnungmarkt war nicht ansatzweise in der Lage, die

Nachfrage zu befriedigen. Bis 1925 stieg die Zahl der Wohnungssuchenden

auf 295, 1927 waren es bereits 347 und ein Jahr später 400. Eine nachhaltige

Verbesserung der Lage versprach ein Projekt, das im Dezember 1927 vorgestellt

wurde. Die gemeinnützige Baugesellschaft Selbsthilfe plante, auf einem 30.000

Quadratmeter großen Grundstück zwischen Schleemer Bach und Billstedter

Mühlenweg einen Komplex mit insgesamt 270 Wohnungen zu errichten. Während

die Wohnungen über zwei Zimmer und eine Fläche von 50 Quadratmetern

verfügten, sahen die Planungen auch ein Gemeinschaftshaus mit modernen

Waschküchen, Badeeinrichtungen und einem Kinderhort vor.

Die modernen Backsteinfassaden waren schlicht, fast schnörkellos

Der von den Architekten Berg und Paasche gemeinsam mit der Bauhütte Nord

erarbeitete Entwurf sah eine weitgehend geschlossene Blockrandbebauung

Entwicklungsraum BillstEdt i Horn

vor, in deren Hof einige weitere Gebäude gestellt werden sollten. Er war ganz

dem vom Bauhaus begründeten, sogenannten „Neuen Bauen“ der 1920er Jahre

verpflichtet: Die bis zu viergeschossigen Baukörper verfügten sämtlich über

Flachdächer. Die Fassaden waren schlicht, fast schnörkellos und in dunklem

Backstein gehalten und wurden allein durch einheitliche Fensterbänder gegliedert.

Lediglich an den Eingangsbereichen und an den Blockecken am Mühlenweg

wollte man gestalterische Akzente setzen.

Gleichwohl die Gemeinde das Vorhaben durch die Überlassung des Grundstücks

in Erbpacht und die Bereitstellung von Hauszinssteuer-Hypotheken unterstützte,

konnten infolge der Weltwirtschaftskrise lediglich die ersten beiden Bauabschnitte

an Kapellenstraße und Billstedter Mühlenweg fertiggestellt werden.

Doch auch so spricht der Kunsthistoriker Hermann Hipp von einem der besten

Beispiele für das Neue Bauen in Hamburg.

Ende der 1930er wurde die Anlage dann vervollständigt. Da das Neue Bauen

jedoch nicht im Einklang stand mit den ästhetischen Vorstellungen der Nationalsozialisten,

wich man massiv vom ursprünglichen Entwurf ab. An der Klinkstraße

sowie im Straßenzug An der Schleemer Mühle entstanden nun mehrere

Backsteinblocks mit Sattel- bzw. Walmdächern und zum Teil volkstümlichen

Ornamenten im Eingangsbereich. An die Stelle der spannungsvollen Modernität

im Entwurf von Berg und Paasche trat eine biedere, ganz traditionelle Bebauung.

Der ursprüngliche Entwurf für die Bebauung am Billstedter Mühlenweg

17


18

geschichtswerkstatt

Billstedt

Postanschrift

Geschichtswerkstatt Billstedt

c/o Kultur Palast Hamburg

Öjendorfer Weg 30a, 22119 Hamburg

Büro

Öjendorfer Weg 30, 22119 Hamburg

Öffnungszeiten: 1. und 3. Dienstag im Monat, 17-19 Uhr

info@geschichtswerkstatt-billstedt.de

www.geschichtswerkstatt-billstedt.de

Die Geschichtswerkstatt Billstedt besteht seit April 2007 und

ist beim Kultur Palast Hamburg, dem Stadtteilkulturzentrum

am Öjendorfer Weg, angesiedelt. Sie hat sich zum Ziel gesetzt,

die Geschichte des Stadtteils aufzuarbeiten und zugänglich zu

machen.

Dieses Ziel wird auf vielfältige Weise verfolgt: Es werden

historische Bilder und Karten sowie Bücher, Filme und andere

Dokumente zur Geschichte des Stadtteils gesammelt und

systematisiert. Die im Besitz der Geschichtswerkstatt befindlichen

Ausgaben der Lokalzeitung werden indiziert und so für

eine schnelle Recherche aufbereitet. Weitere Informationen

werden durch Zeitzeugeninterviews gesammelt und Ausstellungsprojekte

verfolgt. Ferner ist angestrebt, Stadtteilrundgänge

anzubieten. Über all diese Aktivitäten informiert die Homepage,

auf der auch das im Aufbau befindliche Stadtteillexikon beheimatet

ist.

Gegenwärtig engagieren sich in der Geschichtswerkstatt etwa

zehn Billstedter zwischen 18 und 70 Jahren. Weitere Mitstreiter

sind willkommen.

Der Busbahnhof auf dem alten Schiffbeker Knoten an der Einmündung des Schiffbeker

Wegs in die Billstedter Hauptstraße


Impressum

V.i.S.d.P.

Bezirksamt Hamburg-Mitte | Sorina Weiland

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Klosterwall 8 | 20095 Hamburg

www.hamburg-mitte.hamburg.de

Texte: Ralph Ziegenbalg, Geschichtswerkstatt Billstedt

Redaktion und Layout: www.superurban.de

Bildnachweis: Geschichtswerkstatt Billstedt,

außer S. 4 Galerie Mandos-Feldmann

Entwicklungsraum BillstEdt i Horn

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KontaKt

lea frisinger

stadterneuerungs- und

stadtentwicklungsgesellschaft

Hamburg mbH (steg)

telefon 040 43 13 93 58

lea.frisinger@steg-hamburg.de

susanne winch

Bezirksamt Hamburg-mitte,

fachamt stadt- und landschaftsplanung

telefon 040 428 54 33 78

susanne.winch@hamburg-mitte.hamburg.de

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