Beitrag: Das 'Bild von der" dritten Welt" - ein antimarxistisches Bild ...

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Beitrag: Das 'Bild von der" dritten Welt" - ein antimarxistisches Bild ...

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Das 'Bild von der" dritten Welt" - ein antimarxistisches

Bild, das die Klassen und den Klassenkampf nicht berücksichtigt

von Spi roD e d e

Einen wichtigen Platz in der Theorie der "drei Welten" nimmt das Bild von

der" dritten Welt" ein. Diese sogenannte" dritte Welt'! , die den chinesischen

Opportunisten zufolge aus unterdrückten Ländern und Nationen und sozta.ltstis chen.

Ländern zusammengesetzt ist, wird als eine" eigene Welt" dar gestel lt.va.ls eine

einheitliche antiimperialistische Kraft, die steh gegenwärtig andie Spitze des

revolutionären Kampfes auf der Welt gestellt hat. Eine solche Auffassung, so'

behaupten dieVerf,echter dieser Theorie, sei eine wissenschaftliche, marxistischleninistische

Auffassung, die die Klassen und den Klassenkampf berücksichtigt

und der Sache der Revolution und der Befreiung derVölker sehr dienlich sei.

Doch wie halten diese Behauptungen einer Gegenüberstellung mit der Realität

und den Lehren des Marxismus-Leninismus stand?

In erster Linie, vom marxistisch-leninistischen Klassenstandpunkt, läßt sich

der Begriff" dritte Welt" selbst und ihre Darstellung als eine" eigene Welt" nicht

halten. Wenn die Marxisten-Leninisten von der Einteilung der Welt reden, so ,

legen sie dabei das wirtschaftlich-gesellschaftliche System, die typischen Pro-~

dukttonsverhältn isse in dem einen oder anderen Land zugrunde. Es ist bekannt,

daß es in unserer Zeit zwei Arten von Produktionsverhältnissen gibt; SOzialistische

und kapitalistische. Folglich teilt sich auch die heutige Welt, und das geht gar

nicht anders, von den Positionen des Marxismus-Leninismus aus nur in zwei

Welten, in die sozialistische und die kapitalistische.

Die Urheber der Theorie der" drei Welten" dagegen lehnen ganz offen dieses

Kriterium ab und legen der Einteilung der Welt das zugrunde,' was sie den Grad

der Gefährlichkeit der imperialistischen Mächte für verschiedene Länder und

den Grad des Widerstandes dieser Länder gegen die imperialistischeri Mächte

nennen.Aber eine solche Einteilung leugnet vollkommen die rnarxisttsch-Ieninistische

Theorie von den Klassen und dem Klassenkampf. Der Begriff" dritte

Welt" z. B. meint nur Länder und Völker im allgemeinen, sagt aber überhaupt

nichts darüber aus, was das für Völker sind, aus welchen Klassen sie bestehen,

welche Beziehungen sie untereinander haben, welche Klasse an der Macht ist

usw.


,'.)J:Die Realität zeigt [edoch, daß es, in der Mehrzahl dieser Länder antagonistische

2;Ki~s'sengibt,"deren Lage und Interessen vom Wesen her unversöhnlich sind, 'die

\'l?im ständigen Klassenkampf miteinander stehen', daß dort Verhältnisse der Aus-

:'~;;yeuhing\ll1dUnterdrückung bestehen, die kapitalistische Wirtschafts- und Ge-

" 'sensch~ft.'Folglich gibt es kernen Grund, wie Genosse Enver Hoxhaunter atr ichen

hat,_'warum andere Welten erfunden werden müssen, "dritte" oder "vierte

Welten\!;'S61~mgesie gegenwärtig 'einer der beiden Welten angehören, der kapitalistischertWelt:.

'

Diese klassenmäßtge Wirklichkeit wird aber von den Theoretikern der "dritten

Welt" nichtberücksichtigt. Die Begriffe Klasse und-Klassenkampf, Proletariat,

Bauernschaft und Bpurgeoisie existieren nicht in ihrer Theorie. Ein solcheTheorie

aber, die das Proletariat, die Klasse, die im Mittelpunkt der Epoche 'steht;

ignoriert und nicht berücksichtigt, kann alles sein, aber nicht marxistischlp'1inistisch.

Kein Marxist, sagt Lenin, hat jemals seine Standpunkte auf etwas

~eres gestützt, als auf ihre Ubereinstimmung mltderRealität und der Geschichte

der gegebenen wirtschaftlich-sozialen Verhältnisse, und er kann sie

auf nichts anderes stützen, da diese Forderung gegenüber' der Theorie vom

Begründer des Marxismus,Marx selbst, ganz klar und deutlich bekräftigt und

dargelegt 'f0rden ist, als :Grundstein der gesamten Lehr e. ' :

Gerade dieser Grundstein des Marxismus fehlt dem Bild von der .u dritten Welt"

Den chinesischen OPPortunisten zufolge ist diese Welt gegenwär-tigdie antttmper ialtsttschste-und

r'evotutionärste Kraft unserer Zeit, die revolutionäre Triebkraft,

-', die das Rad der Geschichte vorantreibt. ' ,

Diese These allein schon aurstelleri , heißt, das marxistisch-leninistische

Verständnis vom Problem der Triebkraft der Gesellschaft voltkommenverfälsehen,

Die revolutionäre Triebkraft, die die Gesellschaft vorantr etbtv-kann

niemals nur in einen Teil der Welt 'verlegt und dort konzentriert werden, im

konkreten Fall in das, was als "dritte Welt" bezeichnet wird, denn dann taucht

die FrageauI: Welche Kräfte werden eigentlich in den anderen Teilen der Welt

wirksam? Das klassenfeindliehe Wesen der Theorie über die" drei Welten" läßt

nur eine Möglichkeit der Antwor-toffen: Da 'dterevolutionäre Kraft ja in der

"dritten Welt" zu'suchen sei, bleiben den andren Welten'nichts weiter alsreaktionäre

Kräfte übrig. '

Auch hier muß man das Klaaaenkr iter lurn zugrunde legen, wiltrnandas Problem

r ichtig bestimmen.' Die heutige Gesellschaftbesteht überall aus Klassen , .

und an jedem einzelnen Ort oder in der ganzen Gesellschaft unterscheidet sich

die revolutionäzstevori der r'eaktioriärsten nicht durch ihre geographische Lage

'1ir gebietsmäßig. Welches ist die revolutionärste Klasse, die die Zukunft der

~ellschaft vertr'ittund welches ist die reaktionärste? So'stellt der Marxismus-

Lentnisrr-us die Frage. Zu 'diesem Problem sagte Lenin, daß die Triebkraft, die

die Geseltschart vorantreibt, jerie Klaase vertritt, die im MittelpUnkt dieser

oder jener Epochesteht.vdie ihren Hauptinhalt, die Hauptrichtung ih:r'erEntwicklung,

die Haupteigenschaften der historischen Verhälntsse dieser bestimmten

Epoche usw. bestimmt.

Die Klassiker des Marxtsmus-Lentntsrnus haben nachgewiesen, daß in unserer

Zeit diese revolutionäre Kraft in erster Linie das Proletariat aller Länder ist.

Aber gerade die Rolle desWeltproletariats und aller Werktätigen undAusgebeuteten

aller Länder leugnen die Theoretiker der" dritten Welt" und sprechen. diese

historiSche Rolle der sogenannten "dritten Welt" zu. Ihnen zufolge ist die." dritte

Welt" jene Kraft, die über die Zukunft der ganzen Menschheit bestimmen wird,

das heißt unter anderem, in Rassismus zu verfallen.

Die Theoretiker der !!dritten Welt" behaupten, diese "Welt" sei die revolutionärste'

Hauptkraft der Zeit, da sie einen entschlossenen, antiimperialistischen


und .revoluttonär en Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit führe.' Daß die ;Völker

inden Ländern Asiens, Afrikas undLateinamerikas einen heftigen Kimpf um

Freiheit und Unabhängigkeit führen, ist eine Realität, die die wahren Marxisten-

Leninisten stets anerkannt,begrüßt und mit allen Kräften unter.stützthaben.

Aber zu behaupten, die ganze sogenannte "dritte Welt", die von ihren Urhebern,

als umfassende Einheit von Ländern und Staaten gedacht ist, sei gleicher maßen

an den Kämpfen um Freiheit und Unabhängigkeit interessiert und stehe gleichermaßen'

im Feuer dieser Kämpfe, bedeutet eine Verfälschung der .Realrtät und

Sabotage am nationalen Befreiungskampf. Warum? ' ,

Erstens besteht diese sogenannte "Welt" aus einem Haufen Länder, in den

Klassen und Regierungen der heterogensten politischen Or ientterungen und

Richtungen.an der Macht sind. Neben den Ländern, in denen Regierungen mit

, demokratischen und antiimperialistischen Tendenzen an der Macht 'Sin'd, gibt

es viele Länder, in denen die reaktionäre Bourgeoisie, Könige und feudale I......,;

Blutsauger herrschen, und es gibt auch Länder, in denen faschistische Cliquen, •••

die Zügel in der Hand haben. Die reaktionären Cliquen und Kräfte sind aber

schon aus ihrer Klassenposition heraus, die sie verteidigen-und vertreten, die

wütendsten Feinde dieser Kämpfe.

Zweitens haben die reaktionäre Bourgeoisie, die geheichs und die Könige,

die in vielen dieser Länder herrschen, seit langem die Freiheit und Unabhängigkeit

ihrer Länder an die rremdeä.tmper tattetfschen Mächte. verkauft. Daher

können die reaktionären Cliquen und Regime, ob einzeln oder vereint, niemals

die revolutionären Kräfte sein, die dte Gesellschaft antreiben, und auch nicht

Teile jener revolutionären Kräfte, .die in den Ländern Asiens, Afrikas und..

Lateinamerikaswirkeri. Die revolutionäre Kraft in diesen Ländern sind die

Völker,. das Proletariat und die Bauernachart sowie alle Schichten in Stadt und

Land,die an der Freiheit, der Unabhängigkett und dem nationalen Fortschritt

interessiert s ind und die an den demokratischen und Befreiungsbewegungen teilnehmen

und sie mit aller Kraft unterstützen. •

Im Feuer des Kampfes um.Fretheit und Unabhängtgkettspttr-en diese fortschrittlichen

und revolutionären Klassen und Schichten, daß es notwendigisf,

Bündnisse miteinander einzugehen. Die Einheit dieser Nationalstaaten, sagt

Genosse Bnver. Hoxha, kann nur durch den Kampf des Proletariats und der

werktätigen Massen jedes einzelnen Larides in erster Linie gegen den äußeren ','

Imperialismus errungen werden, der in das Land eingedrungen ist, aber auch c

gegen den Kapitalismus und die innere Reaktion. Nur auf dieser Grundlage können

diese Länder vereinigt werden, nur auf dieser Grundlage kann die' E inheits- ,ic~

front gegen den ausländischen Imperialismus wie auch gegen die einheimischen, _

'Könige, Feudalen und Diktatoren, die elnhetmtsche Bourgeoisie zustande kommen.

Die These,daß die "dritte Welt" die revolutionäre Kraft darstellt, die die

Gesellschaft vorantreibt, ist eine These, mit der die .antagomsttschen Klassen

versöhnt werden sollen, eine These, mit der der Klassenkampf in jedem Land

dieser sogenannten -


ten undCltquen niemals revolutionär sein, sondern sind die geschworensten

Feinde der' Revolution, Sie können niemals antiimperialistischsein, sondern

sind Kettenhunde des Irnper ialtsmus ,' '

Lenin sagte, da~ nach der Lehre des Sozialismus, d. h. des Marxismus, die

wahre Triebkraft der Geschichte der, revolutionäre Klassenkampf ist. Nach der

Lehre der bürgerlichen Philosophen aber ist die Triebkraft des Fortschritts die

Solidarität aller Elemente der Gesellschaft. Die erste Lehre ist materialistisch,

die zweite idealistisch. Die erste begründet die Taktik des Proletariats in den

heutigen kapitalistischen Ländern; die zweite die Taktik der Bourgeoisie. Lenin

hat diese Einschätzung vor etwa 65 Jahren vorgenommen. Doch sie trüft auch

heute auf die chinestschen Opportunisten zu und entlarvt sie, die Begründer der

Theorie der" drei Welten", die mit ihrem Bild VOlt der" dritten Welt" nichts

anderes machen, als die Taktik der Bourgeoisie, des Imperialismus und der

P"aktiotl zu begründen und ihr Ausdruck zu geben. Wenn die chinesischen Revi-

~Jlisten die" dritte Welt" als revolutionäre Kraft betrachten, die das Rad der

Geschichte vorantreibt, setzen sie damit dem Endkampf- des Proletariats und

der Völker eine Grenze. Sie setz-en die proletarische Revolution von der Tagesordnung

abrnit der Behauptung, sie förderten die Kämpfe zur Verteidigung der

Freiheit und der nationalen Unabhängigkeit. '

- Die Marxisten-Leninisten standen immer an der Seite der gerechten Kämpfe

der V,ölker für Freiheit und Unabhängigkeit. Sie haben alle demokratischen und

nationalen Befreiungsrevolutionen unterstützt und sie .als Bestandteile des weltweiten

revolutionären Prozesses betrachtet und unterstützen seit jeher mit allen

Kräften und Möglichkeiten diese Bewegungen. Gleichzeitig .haben die Marxisten-

Leninisten das Proletariat dazu aufgefordert, die Führung dieser Kämpfe zu

übernehmen und durch seine Kraft, seine Or gantaiertheit und seine Ideologie die

hegemorie Rolle in den nationalen Befreiungskämpfen und den nationalen Befreiungsrevolutionen

'zu erlangen und die Bedingungen und Möglichkeit en dafür zu

schaffen, sie in die proletarische Revolution zu verwandeln.

Die chinesischen Opportunisten dagegen ignorieren nicht nur vollkommen die

proletarische Revolution, sie erwähnen das Proletariat und seine Rolle auch im

Rahmen der nationalen Befreiungskämpfe nicht einmal. Alles belassen sie in der

Hand der Bourgeoisie, so wie die Opportunisten aller Zeit gehandelt haben, die

die Sache der Revolution auf halbem Wege stehenließen. In dieser Kernfrage'

übertreffen die chinesischen Führer sogar noch die vorhergehenden Opportunisten

Wenn sie die feudalen Regime der 'mittelalterlichen Könige unterstützen und ver-

, teidigen, wenn sie die Bourgeoisie. revolutionär nennen und die Vereinigung des

.,'~letariats und der BauernSChaft. mit der Bourgeoisie predigen, die sie an den

\~perialismus verkauft hat, sobotieren und ersticken sie nicht nur die nattonalen

Befreiungskämpfe, sondern jede Form des Klaase nkampfe.s.

Mit diesen Auffassungen wollen die chinesischen Führer eine ganze Reihe von

Zielen erreichen. Indem sie auf der einen Seite als legitime Väter der Theorie

von den "drei Welten fl hervortreten, sich selbst in die "dritte Welt" stecken und

dieserWeltLobeshymnen singen, wollen sie .stch zu deren Führer und Herrscher

erheben. Auf der anderen Seite wollen die chinesischen Führer mit dieser Theorie

ihre ver rätertachen Bündnisse mit dem amerikanischen Imperialismus rechtfertigen,

den Status quo beibehalten, die Ausbeutung und Unterdrückung der Völker

aufrechterhalten, den Ausbruch der Revolution verhindern und jeden Kampf

um Freiheit und Unabhängigkeit, jeden Funken der revolutionären Revolte austreten.

Diese Sklavenruhe, die dem Kapitalismus das Leben verlängert und die

Ausbeutung des Proletariats und der Völker verewigt, benötigen die chinesischen

Führer dazu, um ihre hegemonistischen Pläne zu verwirklichen.

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