kritisch nachgefragt

animal2000

kritisch nachgefragt

Fragen von animal 2ooo:

Wir wollen die Verdienste einzelner Politiker der FDP um den Tierschutz in der Vergangenheit nicht schmälern. Wir erinnern

uns ganz besonders an die klaren Worte von Theodor Heuss zur Jagd. Auch später hat sich die FDP um die Aufnahme

des Tierschutzes ins Grundgesetz zugegebenermaßen sehr verdient gemacht. Doch das war 2002 oder davor und seitdem

ist uns die FDP nicht als besonders tierschutzfreundlich aufgefallen. Im Gegenteil, wir erinnern uns daran, dass der in

der FDP für den Tierschutz verantwortliche Bundestagsabgeordnete die Einführung der „Kleinvoliere” für Legehennen als

Fortschritt gefeiert hat. Dürfen wir Ihre Ausführungen zum „erfolgreichen Tierschutz” so verstehen, dass die heutige FDP

es für nicht gut hält, wenn Deutschland voran geht und in einem Tierschutzbereich für andere in Europa oder international

Beispiel gebend ist? Wir erinnern z.B. daran, dass der EU-weite Handel mit Robbenprodukten als Folge einzelner nationaler

Alleingänge (auch Deutschlands) verboten worden ist.

Aussagen von Bündnis 90/Die Grünen:

Der grüne neue Gesellschaftsvertrag. Bundestagswahlprogramm 2009 von

Bündnis 90/Die Grünen

Auch der Schutz von Umwelt und Tieren macht Grenzziehungen für die Forschung nötig.

Alternativen zu Tierversuchen müssen konsequent an gewandt werden, die Erforschung von

Ersatzmethoden wol len wir verstärken. (…)

Grüne Verbraucherpolitik dient dem Klimaschutz. Gutes Le ben hängt für uns mit einem

nachhaltigen Lebensstil zusam men. Wer die quälerische Massenhaltung bei Tieren ablehnt und

saisonale Biolebensmittel kauft, tut sich etwas Gutes und sorgt außerdem für eine bessere Umwelt und sichere Arbeits plätze

in der Region. (…)

Staatsziel Tierschutz umsetzen

Das Staatsziel Tierschutz muss im Tierschutzrecht konsequent umgesetzt werden.

Wir GRÜNE setzen in der Landwirtschaft auf die artgerechte Haltung von allen Nutztieren. Dafür wollen wir die

Rahmen bedingungen schaffen, unter anderem durch Reformen und strikte Anwendung des Emissions-, Bau- und

Planungsrechts, um industrielle Massentierhaltungsbetriebe zu verhindern. So muss jegliche Käfighaltung von Legehennen

ausnahmslos verboten werden ebenso wie sämtliche Qualzuchten. Es darf bei allen mit Schmerzen verbunden Eingriffen

an Tieren keine Ausnahme von der Pflicht zur Schmerzausschaltung geben – auch für das Schlachten nicht. Tiertransporte

müssen zeitlich begrenzt werden. Auch in der Fischerei müssen Tier- und Ar tenschutz deutlich gestärkt werden.

Im Rahmen eines Nachhaltigkeitssiegels wollen wie eine Tier schutzkennzeichnung für alle Lebensmittel, um den

Verbrau cherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, sich be wusst für Produkte aus tiergerechter Haltung zu

entscheiden.

Tierversuche darf es nur dort geben, wo es keine Alterna tive gibt, die Gesundheit von Menschen, Umwelt und Tieren zu

schützen. Tierversuchsfreie Ersatzmethoden müssen besser erforscht und schneller in der Praxis eingesetzt werden. Als

Einstieg in den Ausstieg fordern wir eine jährliche Reduktion der Tierversuche in Deutschland um zehn Prozent.

Wir fordern ein Klagerecht für Tierschutzorganisationen und eine Bundesbeauftragte oder einen Bundesbeauftragten für

Tierschutz.

Fragen von animal 2ooo:

Viele der Aussagen Ihres Wahlprogramms entsprechen unseren Wünschen an die Politik. Doch ein wichtiger Aspekt

fehlt unserer Meinung nach: Wenn Sie von grüner Verbraucherpolitik und nachhaltigem Lebensstil schreiben, die dem

Klimaschutz dienen, warum wird zwar die Ablehnung der Massentierhaltung angesprochen, nicht aber der (mehr oder

weniger vollständige) Verzicht auf Nahrungsmittel tierischen Ursprungs? Gerade in Ihrer Partei müsste es sich doch

herumgesprochen haben, dass unsere Tierhaltung und der Verkehr ähnlich schädlich sind für die Umwelt. An sich wäre ja

eine Ökosteuer für Kühe angesagt…

Aussagen von Die Linke:

Konsequent sozial. Für Demokratie und Frieden.

Bundestagswahlprogramm 2009 der Partei DIE LINKE

DIE LINKE fordert:

- nachhaltige Landwirtschaft ausweiten: (…) den Tierschutz bei der Haltung und beim Transport deutlich verbessern; (…)

EU-Subventionen für soziale und ökologische Leistungen der Agrarbetriebe einsetzen und ihre Verteilung transparent

machen; (…)

- Natur bewahren und nachhaltig nutzen: (…) umfassende Informations-, Beteiligungs- und Klagerechte für Bürgerinnen

und Bürger sowie Umwelt- und Naturschutzverbände; generelles Verbot von Tierversuchen, die nur in besonderen

Ausnahmefällen durchgeführt werden dürfen – alternative Testmethoden müssen energischer erforscht werden;

Fragen von animal 2ooo:

Die Linke hat in ihrem Wahlprogramm eine Vielzahl von Forderungen aufgestellt, die in unserem Sinne sind. Angesichts der

Vielzahl interessiert uns aber eher, was in dem Forderungskatalog nicht enthalten ist: Hält Ihre Partei eine Forderung nach

der Verteilung von EU-Subventionen auch nach Tierschutzgesichtspunkten nicht für sinnvoll? Gibt es einen Grund, weshalb

ein Klagerecht für Tierschutzverbände nicht im Wahlprogramm gefordert wird?

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