ANNA – FREUD – CULT(URE) - Anna-Freud-Oberschule

annafreudoberschule

ANNA – FREUD – CULT(URE) - Anna-Freud-Oberschule

Editorial: Schülerredaktion der Anna-Freud- Schüler 1 €

Schule (OSZ Sozialwesen)

Lehrer 2 €

Nr.3 / Dezember 2007 Redaktionsleitung: Danica Dajkic/ Pina Keller Auflage: 350

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ANNAFREUDCULT(URE)

Impressionen Berichte / Nachrichten Kommentare

Wer sind wir?

Portraits

Aktuelles aus dem

Schulleben

Was denkst Du?

Thema: Exil / Heimat

Die Philosophie ist eigentlich Heimweh –

Trieb überall zu Hause zu sein.

Novalis 1772-180


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Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina


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Wir über uns

Frau Rickers geht nach London

Lehrerinterview mit Herrn

Schmidt

Schulleben

Die Anna-Freud wird 30

und die Lehrer tanzen

Spannende Schülerinterviews

Interessante Orte

Heute: Adlershof

Frau Rickers kehrt Deutschland den Rücken

Da ein freudiges Ereignis Cordula Rickers, liebevoll Cordi genannt, zwingt, uns vorerst

zu verlassen, wollen wir sie vorher noch besser kennen lernen. In einem kurzen

Gespräch eröffnet sie uns ihre Meinung zu unserem aktuellen Topp-Thema, das auch

uns schon einige Zeit verfolgt: DEUTSCHLAND!!!!!!!!

AFC: Was bedeutet es für Sie, deutsch zu

sein? Welche Beziehung haben Sie zu

diesem Land?

Cordi: Für mich ist die Nationalität ein

Zufall, deswegen kann ich keinen Stolz

empfinden, deutsch zu sein. Deutschland

ist nur der Ort meiner Geburt. Trotzdem

spüre ich oft, dass ich mit meinem Land

verwurzelt bin, vor allem in der Fremde.

AFC: Sie gehen jetzt für einige Zeit nach

England. Fühlen Sie sich dort wohler als in

Deutschland?

Cordi: Das kann man so nicht sagen. Es

ist für mich immer bereichernd, im Ausland

zu sein. Ich liebe es nicht, an einen Ort

gebunden, sondern flexibel zu sein. Ich

habe mehr Zeit in Frankreich verbracht als

in England, insofern habe ich auch eine

größere Bindung zu Frankreich. Aber

wenn ich mich zwischen London und Berlin

entscheiden müsste, würde ich eindeutig

Berlin wählen.

AFC: Wie ist Ihre große Bindung zu

Frankreich entstanden?

Cordi: Ich hatte bereits in meiner Schulzeit

Französisch und bin dann auch direkt

nach dem Abitur als Au Pair nach Lyon

gegangen. Während des Studiums habe

ich in Frankreich Deutsch unterrichtet,

hinterher lebte ich zwei Jahre in Nancy als

Lektorin an einer Universität.

AFC: Wie stehen Sie zur Anna- Freud?

Cordi: (lacht) Ich mag die Schule, insbesondere

meine Schüler und Kollegen. Allerdings

ist es sehr schwer, an dieser

Schule ein außerschulisches Leben aufzubauen,

da keine Freizeitaktivitäten angeboten

werden.

AFC: Welche Ziele haben Sie noch im

Leben?

Cordi: Zuerst möchte ich für mein Kind da

sein. Die ersten Jahre eines Kindes sind

etwas ganz Besonderes, trotzdem versuche

ich, nicht allein Mutter zu sein, sondern

auch mein eigenes Leben zu führen.

Ich liebe kurzfristige Entscheidungen, ich

plane mein Leben Schritt für Schritt.

AFC: Was würden Sie tun, wenn Sie einen

Tag lang Gott wären?

Cordi: Oh Gott!- Ansonsten möchte ich

allen Leuten einen paradiesischen Tag

schenken oder den Bedürftigen Geld verteilen

oder etwas Schlechtes abschaffen.

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AFC: Was würden Sie Ihren Schülern

gerne zum Abschied sagen?

Cordi: Immer locker bleiben und trotzdem

pünktlich sein!!

Das Kollegium der Anna-Freud-Schule bei

der Verabschiedung der Kollegin Cordula

Rickers. Herr Mehlin sorgte wie immer für

einen würdigen Rahmen und überreichte

Frau Rickers ein liebevoll gestaltetes Plakat

mit all ihren Kolleginnen und Kollegen,

das nun den ihm gebührenden Platz in

ihrer Londoner Wohnung einnehmen wird.

(Übrigens: Sie kommt wieder!!!!)

Das Interview führten Katharina Holzmann

und Melissa Ziegler 1. Sem. OG

Foto: privat


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Foto:

privat

30jähriges Jubiläum – die Anna tanzt

Der Kalle rockt und alle machen mit!

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Student – Spotlight

Wie lernt man am besten eine Schule

kennen? Indem man die Schüler kennen

lernt! In diesem Sinn wollen wir

Euch unser erstes Versuchskaninchen

vorstellen: Robin Venz, 1. Semester

OG.

Also Robin, wann und wo wurdest Du

geboren?

„Ich wurde am 11. Mai 1989 in Berlin

geboren.“

Wenn Du hier und jetzt Deine Koffer

packen könntest und in ein Land Deiner

Wahl fahren dürftest, welches wäre das?

„Teneriffa, denn das ist der schönste Platz,

den ich in meinem Leben gesehen habe.“

Glaubst Du an die Liebe auf den ersten

Blick?

„Nein, aber ich glaube an Seelenpartner

und an die Liebe über Intellekt.“

Bist Du religiös?

«Schwierige, schwierige Frage. Ich gehöre

keiner wirklichen, offiziellen Religion an.

Ich verehre das Leben als große Macht des

Universums. Ja, ich denke es gibt irgendeine

Energie im Universum. Ich glaube,

dass alles, was ich mache, auf mich zurückfällt,

deshalb versuche ich auch immer

lieb zu sein.“

Was würdest Du tun, wenn Du einen

Tag über alles entscheiden könntest?

„Oh nein, das will ich gar nicht.“

Wo wohnst Du momentan?

„Das ist schwierig zu sagen, da mein

Freund mich gerade rausgeschmissen hat,

pendle ich zwischen Steglitz, Moabit und

Lichtenrade hin und her.“

Du sagst, dass Du mit Deinem Freund

zusammen gewohnt hast bis vor kurzem,

kann man daraus schließen, dass Du

homosexuell bist? Wie reagieren Deine

Freunde und Dein Umfeld darauf?

„Na ja, ich würde eher sagen ich bin bisexuell

und meine Freunde haben damit eigentlich

kein Problem und meine Familie

auch nicht.“

In welchen familiären Verhältnissen bist

Du aufgewachsen?

„Auch eine interessante Frage. Also meine

Eltern sind getrennt und mein Vater lebt

mit seiner neuen Frau in Fehmarn, wo ich

noch drei Halbgeschwister und drei Stiefgeschwister

habe. Meine Mutter hatte auch

einen neuen Freund, den sie aber wieder

verlassen hat. Nun ist sie mit einer Frau

zusammen, sozusagen mit meiner Stiefmutter.

Und die wiederum hat drei Kinder, von

denen eins an Krebs gestorben ist, was der

Grund für mich war, mit vierzehn Jahren

zu meiner Oma zu ziehen. Ich habe das

alles einfach nicht ausgehalten.“

Das hört sich nach einer sehr schwierigen

Zeit für Dich an und gleichzeitig

nach einer Menge Abwechslung. Hast

Du zu Deinen Eltern ein gutes Verhältnis?

„Ich bin nun einmal mit vierzehn Jahren

ausgezogen und hatte dadurch nicht so viel

Kontakt zu meiner Mutter, wie ich es vielleicht

hätte haben sollen, aber ansonsten

gibt es eigentlich keine Disharmonien. Und

mit meinem Vater habe ich einen guten

Kontakt, nicht viel, aber immerhin.“

Erzähl uns doch einmal etwas über Deinen

schulischen Werdegang und warum

Du Dich entschieden hast, auf die Anna

Freud Schule zu gehen.

„Ja, das war interessant. Also ich war auf

zwei verschiedenen Grundschulen und bin

ab der 6. Klasse auf die Carl-Zeiss-

Oberschule gegangen. Da bin ich dann

total abgestürzt, also zensurentechnisch.

Somit landete ich auf einer Sonderschule

für drei Jahre. Ich habe dort die 8. Klasse

wiederholt und mich langsam wieder

hochgearbeitet. Letzten Endes habe ich

mich entschlossen, mein Abi auf der Anna

Freud Schule zu machen. Warum? Ganz


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klar, da ich hier Psychologie nehmen

konnte, und als ich mir die Schule angesehen

habe, fand ich das alles ganz sympathisch

hier.“

Das hört sich nach einigen Höhen and

Tiefen an, die Du erlebt hast. Hast Du

Dir schon Gedanken gemacht, was nach

dem Abi kommen soll?

„Ich denke, ich werde Psychologie studieren.

Ich weiß noch nicht genau, entweder

Polizeiforensiker oder ich werde ein absolut

durchgeknallter Psychoanalytiker.“

Wäre eins von beiden auch Dein Traumjob?

„Nicht unbedingt. Ich würde viel lieber

Musiker oder Schauspieler werden, aber

man muss ja realistisch bleiben.“

Wenn Du sagst, Du wärst gerne Musiker,

machst Du in Deiner Freizeit etwas

in dieser Richtung?

„Ja, ich unterrichte Schlagzeug in einem

Jugendfreizeitheim und privat mache ich

gerne elektronische Musik, aber was ich

da genau mache, kann ich auch nicht sagen.

Was mir halt gerade in den Sinn

kommt.“

Was machst Du sonst noch so in Deiner

Freizeit, außer Musik?

„Ich versuche zu lernen, was ich oft nicht

schaffe. Ansonsten versuche ich viel Zeit

mit meinem Freund zu verbringen. Ich bin

außerdem in einer Kosmetik AG, wo ich

Cremes anrühre und ausprobiere. Alle drei

Tage gehe ich ins Fitnessstudio. Ach ja

und ich lese. Ich lese sehr gerne. Im Moment

lese ich Goethe. Oh ich liebe Goethe.“

Hast Du ein Vorbild in Deinem Leben?

„Nicht wirklich. Ich will einen individuellen

Lebensweg beschreiten.“

Wenn du ein Dir ein Tier zuordnen solltest,

welches wäre das?

„Eine Schlange, denn das ist mein chinesischen

Sternzeichen und ich finde die Beschreibung

passend für mich.“

Hast Du ein Lieblings-Zitat oder Motto

in Deinem Leben?

„Ja zwei. Das erste lautet: Da es förderlich

für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen,

glücklich zu sein. Und das zweite

lautet: Unwissenheit schützt vor Dummheit

nicht.“

Was sind Deine Schwächen?

„Mal überlegen. Meine ungezügelten Aggressionen,

die ich an anderen auslasse

,vielleicht? Und ich kann meine Klappe

nicht halt. Ich bin ein kleines Lästermäulchen.“

Ist ja interrasant und was sind Deine

Stärken?

„Ich bin ein freundlicher, liebenswerter

und emotionaler Mensch.

Eine gute Freundin beschreibt Robin als

eine „Intelligente Drama-Queen, vielseitig

und ein guter Koch“.

Wir möchten uns bei Dir bedanken und

wir hoffen, dass wir auch in den zukünftigen

Ausgaben noch viel mehr über

unsere Schüler erfahren.

Das Interview führten Melissa Ziegler und

Tina Windmüller 1. Sem. OG

Wer Lust hat, sich für die nächste Ausgabe

im März von uns interviewen zu

lassen, wende sich bitte an die Reaktion

der Anna-Freud-Cult(ure)! Ihr erreicht

uns über das Postfach 112 oder sprecht

einfach einen der Redakteure oder Redakteurinnen

an!

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Unsere drei Tschetschenen

Aufgewachsen in Grosny, der Hauptstadt Tschetscheniens, erlebten die

Brüder Beckhan, Selim und Ruslan die Gräuel des Krieges . Danica führt für

Anna-Freud-Cult(ure) ein bewegendes Interview mit den Geschwistern.

Drei junge Männer. Jede Pause sitzen sie

in unserer 0. Ebene. Man sieht ihnen an,

dass sie Brüder sind. Aber wer sind sie?

Der Älteste, Beckhan, ist 21 Jahre alt und

ist im dritten Semester. Seine Leistungskurse

sind Geschichte und Physik. Selim,

der Mittlere, ist 19 Jahre alt und ebenfalls

im dritten Semester. Seine Leistungskurse

sind Englisch und Chemie. Der Jüngste,

Ruslan, ist 18, im ersten Semester, und

hat die Leistungsfächer Kunst und Englisch.

Aufgrund einer Jahrzehnte langen Tradition

werden alle drei nach dem Abi in Richtung

Medizin oder Jura weitermachen- „Es

ist nun mal ein ungeschriebenes Gesetz".

In einem kleinen Spiel fordere ich die Brüder

auf, sich gegenseitig zu beschreiben.

Beckhan fängt an und beschreibt seinen

Bruder Selim: "Selim ist zwar schüchtern,

aber ein hübscher und vor allem romantischer

Frauenheld. Er ist intelligent und hat

sehr viel Sinn für Humor." Leidenschaftlich

gerne schreibt er Gedichte und ist Kampfsportler.

Zu Letzterem dreht er auch gerne

eigene Videos. Beckhan hingegen ist für

seinen Ehrgeiz bekannt. Er ist gesprächig

und kann sowohl ernst als auch ein Spaßvogel

sein. „Sein Talent ist das Flirten, nur

an der Treue müsste er arbeiten", so sein

Bruder Selim. Der "Sturkopf", wie Selim

ihn beschreibt, ändert seine Meinung nie,

selbst wenn er im Unrecht ist. Auch Beckhan

ist leidenschaftlicher Kampfsportler

und ein wahrer "Chillertyp".

Als der Krieg ausbrach, flüchtete die

Familie aus Angst in ein nahe liegendes

Dorf und lebte zwei Jahre lang in einem

Bunker.

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Ruslan, der Jüngste des Trios, ist der Ruhigste

und Schüchternste. „Er ist intelligent,

kreativ und hilfsbereit", so Selim.

Neben seinen beiden großen Single-

Brüdern hat er als einziger eine Freundin

und ist ausnahmslos treu. „Die tschetschenische

Politik ist voll und ganz sein

Element", meinen seine Brüder. Auf die

Frage, was sie am Anderen besonders

lieben, bekomme ich dreimal die Antwort:

"Ich liebe alles an ihnen! Sie sind meine

Brüder!"

Drei Brüder mit häufig verschiedenen Interessen

und Charakterzügen und doch verbindet

sie ein und dieselbe schmerzvolle

Erinnerung.

Eines Tages ließen dann die Flugzeuge,

die immer wieder über unsere Köpfe

flogen, ihre Raketen los.

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Geboren wurden sie in Grosny, der

Hauptstadt Tschetscheniens, wo sie ihre

Kindheit verbrachten. Als '94 jedoch der

Krieg ausbrach, flüchtete die Familie aus

Angst vor Angriffen in ein nahe liegendes

Dorf, wo sie nahezu ganze 2 Jahre in einem

Bunker lebten. „In diesen zwei Jahren

gab es keine Schule, keine Arbeit und

auch sonst nichts zu tun. Die Frauen im

Bunker haben uns letztlich geholfen, die

Zeit totzuschlagen. Wir haben stricken

gelernt", erinnerte sich Beckhan lächelnd.

Im Jahr '96 war es ihnen möglich, wieder

zurück nach Grosny zu kehren, da ihr

Haus nur leicht beschädigt blieb. Im Oktober

'99 brach der zweite Krieg in Tschetschenien

aus und sie mussten wieder in

ein Dorf fliehen. Beckhan erinnert sich an

eine Szene und erzählt mir davon. „Auf

dem Marktplatz, an dem man wie gewöhnlich

alles Mögliche eingekauft hatte, ließen

eines Tages dann die Flugzeuge, die immer

wieder über unseren Köpfen flogen,

ihre Raketen los. Die Druckwelle war so

stark, dass die Fensterscheiben brachen

und die Körperteile der Menschen sich

überall verteilten. Ich habe überlebt. Ich


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war noch klein, aber ich erinnere mich,

dass man die Körperteile der Menschen

aufsammelte und in Tüten tat. So viele

Menschen - man wusste nicht einmal

mehr, um wen es sich handelte."

Als sich das Gewehr eines russischen

Soldaten im Autositz verfing, wurde

Ruslan beinahe erschossen.

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Unter dem Unwort der "Säuberung" war es

den russischen Soldaten erlaubt, alle

Tschetschenen zwischen 10-65 Jahren zu

ermorden, da sie fähig waren, Waffen zu

tragen und zu benutzen. Frauen und Kinder

wurden vergewaltigt und anschließend

entweder geköpft, erschossen oder mit

Dynamit gesprengt. Aus großer Angst entschloss

sich die Mutter, gefälschte Pässe

für ihre Kinder zu organisieren, damit sie

das Land verlassen konnten. Nachdem sie

dabei von Russen gefasst und verhört

wurde und dank eines Kasachen ihre Freilassung

doch noch erreichte, fuhren sie

und Ruslan zunächst in das Dorf der

Großeltern. Unterwegs wurden sie von

Russen wieder angehalten und mussten

das Auto verlassen. Als sich das Gewehr

eines der russischen Soldaten im Autositz

verfing und Ruslan half, das Maschinengewehr

vom Sitz zu lösen, wurde er beinahe

erschossen.

Die Mutter, Selim und Ruslan sollten anschließend

mit dem Bus in die Nachbarrepublik,

Ingushetien, gebracht werden. Da

ein brennender Panzer den Weg versperrte,

hielt der Bus und kehrte um. Währenddessen

umzingelten maskierte russische

Soldaten den Bus und forderten die Insassen

auf, den Bus zu verlassen und ihre

Koffer zu leeren. Selim, der sein Gepäck

ebenfalls leeren sollte, wurde währenddessen

eine Waffe an die Schläfe gehalten.

Die Erinnerungen kommen immer wieder

hoch.

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"Die Frauen und Kinder, also auch wir

damals, durften letztendlich weiterfahren.

Die Männer jedoch wurden abgeführt. Je-

der von uns wusste, dass sie nicht mehr

zurückkehren würden."

Nach kurzer Zeit kommen den Brüdern

eine Erinnerung nach der anderen und mit

jedem Mal springt der sich Erinnernde von

seinem Platz, als würde er gezwungen

werden, diese Erinnerung augenblicklich

loszuwerden. „Unsere Nachbarn, ärmere

russische Leute, ein blinder Mann und

seine Frau, hatten oftmals nichts zum Essen

gehabt, sodass meine Eltern und wir

häufig halfen. Als wir Tschetschenien verließen,

baten wir sie, uns zu begleiten,

doch sie lehnten ab. Da sie auf die Hilfe

von anderen angewiesen waren, kritisierten

viele tschetschenische Frauen die

Russen, die in Tschetschenien lebten, sie

müssten ihnen helfen. Aber statt ihnen zu

helfen, traten russische Soldaten in ihr

Haus und richteten zunächst die alte Frau

hin. Anschließend setzten sie das Haus in

Brand, sodass der blinde Mann am lebendigen

Leib verbrannte.", erzählten die Brüder.

Wir haben unsere Heimat schon seit

sechs Jahren nicht mehr gesehen und

vermissen unsere Familie und unsere

Freunde sehr.

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Ihr Direktor wurde an Armen und Füßen

an zwei Panzer fest gebunden, die los

fuhren und seinen Körper entzwei rissen.

“In unserer Grundschule", so erzählten die

Brüder, „wurde ein Massaker veranstaltet,

an dem die Erstklässler in ihren Klassenräumen

erhängt, verbrannt und geköpft

wurden. Insgesamt 42000 Kinder ließen in

dem Krieg ihr Leben."

Da ihr Vater ein tschetschenischer Offizier

war, war die Sorge um das Leben der drei

Söhne groß, sodass sie auf Bitten der

Mutter mit den gefälschten Pässen aus

der Nachbarrepublik in Lkws für jeweils

5000$ pro Kopf nach Deutschland gebracht

wurden. In Berlin angekommen,

wurden sie zur Polizei in die Motostraße

geschickt und von dort als „anerkannte

Flüchtlinge" nach Braunschweig, Bad

Bendheim und anschließend wieder nach

Berlin.

“Wir haben unsere Heimat 6 Jahre lang

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schon nicht gesehen und vermissen unsere

Familie, Freunde, Nachbarn- kurz, unsere

Heimat. Aber wir sind glücklich, hier

sein zu können. Deutschland ist unsere

zweite Heimat geworden. So mussten wir

das Elend nicht mehr miterleben. Ungefähr

80% der männlichen Tschetschenen

starben. Wären wir länger dort geblieben...

Wir wünschen uns, dass der Krieg zu

Ende geht und wir, nachdem wir hier „richtige

Menschen“ werden konnten, unserer

Heimat etwas zurückgeben können.", so

Beckhan.

„Wir waren Kinder, die mit dem Krieg

aufgewachsen sind, und kannten es

nicht anders.“

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Eindringlich und unbeschreiblich fassungsvoll

berichteten mir die Brüder von

ihren Erlebnissen und Erinnerungen, dass

auch mir die Tränen kommen, sodass das

Interview mehrmals unterbrochen werden

muss. „Wir wünschen uns, dass Friedenstruppen

endlich den Weg nach Tschetschenien

finden und der Krieg zu Ende

geht. Wir hassen die Russen nicht!", beteuerten

die Brüder, „aber wir verstehen

nicht, wieso das alles passieren muss."

„Unsere Familie war und ist unsere

Kraft, die ganze Zeit über.“

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Es war für mich kaum vorstellbar, dass so

etwas möglich ist und tatsächlich geschieht.

„Wir waren Kinder, die mit dem

Krieg aufgewachsen sind, und kannten es

nicht anders. Wenn jemand stirbt, tut es

uns leid, aber wir haben gelernt, damit

umzugehen.", erklären mir die Brüder. Wie

gut wir es haben, ist scheinbar ins Unbewusstsein

gedrängt und mit immer mehr

und immer größeren Wünschen überdeckt,

welche uns DANKBARKEIT haben

völlig vergessen lassen.

Unsere drei Tschetschenen haben sich im

anfänglichen Spiel alle als "impulsiv" bezeichnet:

„Unsere Familie war und ist unsere

Kraft, die ganze Zeit über. Wenn wir

der Meinung sind, wir müssten sie aus

irgendeinem Grund verteidigen, dann tun

wir es. –Weil wir einander brauchen."

Danica Dajkic

My Big Fat Turkish

Wedding

Dilan wird bald 18 Jahre alt und ist im ersten Semester mit den Leistungsfächern

Deutsch und Kunst. Ihre Hobbies sind "lachen, lachen, lachen". -

Also ein ganz gewöhnliches Mädchen.


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Doch sie ist bereits verlobt. Seit sechs

Monaten kennt sie ihren Verlobten und ist

genauso lang mit ihm verlobt. "Es war

Schicksal", sagt Dilan schmunzelnd. "Seine

Mutter hat uns einander vorgestellt und

zwar in der Moschee. Dort hat sie mich

nämlich gesehen und hat sofort gewusst,

ich wäre genau die Richtige für ihren

Sohn. Daraufhin haben wir uns mit ihm

getroffen, unterhalten

und haben gemerkt,

dass wir so einige

Gemeinsamkeiten

haben und schließlich

tagtäglich telefoniert.

Bald schon sind zu

dem Entschluss gekommen,

ein Zeichen

zu setzten. Wir wollten

eigentlich nur einen

Ring tragen, ohne

großartige Bedeutung,

aber danach haben wir

uns entschlossen, aus

dem “Standard-Ring”

einen Verlobungsring

zu machen und in

einer kleinen

familiären Atmosphäre

gefeiert."

Lebt ihr denn

zusammen in einer gemeinsamen

Wohnung?

”Zurzeit sind wir nur verlobt. Um mit ihm

zusammen zu wohnen, müssten wir nach

dem Islam vermählt werden, anderenfalls

würden wir sündigen. Aus dem Grund

wohne ich noch bei meinen Eltern."

Wie stellst du dir deine Zukunft vor?

"Ich stelle mir vor, ihn zu heiraten, eine

kleine Familie, bestehend aus ihm und

mir, zu gründen, die Schule zu beenden

und hoffentlich zu studieren."

Wann habt ihr denn vor zu heiraten?

"Wir wissen noch nicht, wann die Hochzeit

stattfinden soll, aber wir wissen definitiv,

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dass es eine typisch türkische Hochzeit

wird,- aber auf islamischer Basis, d.h. ohne

den Schnickschnack wie Tanzen. Aber

natürlich werde auch ich einen Henna-

Abend

haben, mit allen bekannten Frauen und

Mädchen. Dort werde ich kein Kopftuch

tragen, weil nur Frauen anwesend sein

werden. Nachdem ich dann Henna auf die

Hände aufgetragen

bekomme, folgt die

Hochzeit in Weiß."

Wie wird die Feier

aussehen?

”Mit über 500 Gästen

in einem großen Saal,

einer gemieteten Limo

oder einem Porsche,

je nach dem. Viele

bekannte orientalische

Muslima werden

eingeladen sein. So

wird's aussehen."

Auf die Frage, ob das

immer schon ihren

Vorstellungen

entsprach, wie es

gekommen ist,

antwortet Dilan:

"Gute Frage. -Ich sag mal so, so wie es

jetzt gekommen ist, ist es das Beste, was

mir hätte passieren können. Ich möchte

auch Wert darauf legen, dass ich die Tradition

auch an meine Kindern weitergebe.

Denn die Religion steht bei mir an erster

Stelle und darauf bin ich stolz!".

Dilan möchte Lehrerin werden. Sie ist in

Deutschland geboren und aufgewachsen,

doch ihre Familie ist aus der Türkei. Aus

diesem Grund ist sowohl Deutschland als

auch die Türkei ihre Heimat.

“An Deutschland liebe ich das soziale

Netz, in dem jeder jedem hilft. Ich würde

mich jedoch gerne, wenn ich denn die

Möglichkeit dazu hätte, für die Rechte der

islamischen Frauen einsetzen, die nicht


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unterrichten dürfen. - Mein größtes Vorbild

ist unser Prophet Mohammed (Segen sei

mit ihm) und darauf bin ich stolz. Man sollte

so was auch zeigen dürfen."

Danica Dajkic

Student - Spotlight

Nr. 2

Moon Eleni Felicitas Fröhlich ist in der

12. Klasse und hat sich als zweite Person

bereit erklärt uns die eine oder

andere Frage zu beantworten, mit der

Hoffnung, dass wir unsere Schüler und

somit auch unsere Schule noch ein

Stück besser kennen lernen.

Wann und wo wurdest du geboren?

„Ich wurde am 17. April 1989 in Dresden

geboren, genauer gesagt in Dresden Neustadt.

Nach fünf Jahren sind wir dann nach

Berlin gezogen.“

Und wo in Berlin wohnst du heute?

„Ich wohne in Prenzlauerberg in einem

ehemaligen besetzten Haus, das per

Selbsthilfe legalisiert wurde. Heute ist es

eine Art Kommune, also alles was gemacht

oder entschieden wird, geschieht in Gemeinschaft.

Ich wohne mit meiner Familie

seit ungefähr sieben Jahren in diesem

Haus. Wir haben alle zusammen, also auch

die restlichen Bewohner, drei Jahre gebraucht

um das Haus zu renovieren.“

Echt, das hört sich wirklich interessant

an. Und wie muss man sich das Leben in

einer Kommune vorstellen?

„Also die anderen Bewohner sind alle unterschiedlich

alt, wobei man hier sehr viele

Familien findet. Wir haben eine Gemeinschaftsküche

und einen Gemeinschafts-

raum zum feiern. Einmal in der Woche gibt

es ein Treffen bei dem über alles Mögliche

entschieden wird. Entscheidungen werden

aber nicht nach dem Mehrheitsprinzip

festgelegt, sondern man versucht einen

Konsens zu finden, mit dem ALLE einverstanden

sind. Das auch bisher immer geklappt

hat.“

Ja, ich glaube, dass ich davon schon

einmal gehört habe. Wieso hast du dich

für die Anna Freud Schule entschieden?

„Ganz einfach, weil es die einzige Schule

ist mit dem doppelt qualifizierten Bildungsgang,

also Abi und Ausbildung zur

Erzieherin.“

Ist das auch die Richtung, die du in deinem

späteren Beruf einmal einschlagen

möchtest?

„So etwas in der Art schon. Ich will einfach

viel zu viel machen. Mein Traumjob

wäre aber Kunsttherapeutin. Das würde

ich total toll finden. Hier bekommen auch

die Menschen, die verbal benachteiligt

sind, eine Möglichkeit ihren Emotionen

Ausdruck zu verleihen. Außerdem reizt

mich die Kombination meiner beiden

Hauptinteressen: Kunst und Menschen.“

Wie verbringst du gewöhnlich deine

Freizeit?

„Also ich gehe wahnsinnig oft tanzen und

auf Konzerte, außerdem zeichne ich gerne.

Ansonsten treffe ich immer 5000 Leute und

das ist keine Hyperbel.“ (lachend)

Bist du religiös?

„Ich bin Christin. Ich habe mich vor zwei

Jahren taufen lassen. Diese Entscheidung

habe ich für mich alleine getroffen, ohne

dass meine Eltern dazu beigetragen haben.“

Glaubst du an Liebe auf den ersten

Blick?


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„Beschissene Frage. Nein. (lachend) Aber

es gibt Leute, die sehen geil aus auf den

ersten Blick.“(grinsen)

Welcher Ort oder welches Land hat dich

am meisten beeindruckt?

„Ich war im Sommer in Island, wo es einen

schwarzen Gletscher gab. Dort war eine

Eishöhle, in der die Sonne reingeschienen

hat. Es tropfte schwarzes Wasser von der

Decke, Das Schwarz kam von der Asche

des Vulkanes. Dieses heruntertropfende

Wasser sah aus wie Tränen- schön melancholisch.

Das alles drückte ein Gefühl aus,

dass ich nicht beschreiben kann.“

Was glaubst du ist der Mensch von Natur

aus, gut oder schlecht?

„Schlecht.“

Ist das nicht etwas negativ gedacht?

„Negativ? Nö, nur realistisch. Trotzdem

glaube ich, dass in jedem Menschen auch

etwas Gutes steckt“

Was macht dich richtig wütend?

„Oh, da gibt es einige Dinge. Also: Politiker,

Polizisten, vor allem das Anti- Konfliktteam,

Snobs und manchmal Klischee

bestätigende Menschen, die deprimieren

mich.“

Wenn du als Tier wiedergeboren werden

würdest, für welches Tier entscheidest

du dich?

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„Ich denke ich wäre eine Schlange, da sie

elegant, klug und manchmal gefährlich

sein können und wenn sie noch ganz klein

sind, dann sind sie süß.“

Wenn du für 30 Sekunden die Aufmerksamkeit

der gesamten Welt hättest, was

würdest du sagen oder tun?

„Ich glaube ich wäre zu aufgeregt, um

überhaupt irgendetwas zu sagen. Ich wäre

nervös. Ich würde versuchen den Menschen

Gott näher zu bringen, aber da ich

wüsste, dass ich das nicht schaffen würde,

wäre ich nervös. Ja, ich glaube ich wäre

einfach nur nervös.“

Wofür würdest du dich entscheiden, Unsterblichkeit

oder Reichtum?

„Unsterblichkeit. Was soll ich denn mit

Reichtum?“

Ok eine Sache habe ich noch. Beschreibe

mir mit drei Worten eine Person, die das

exakte Gegenteil von dir ist!

„Organisiert, rational, oberflächlich.“

Vielen Dank Felicitas. Ich muss sagen,

dass ich schon lange keine Peson mehr

getroffen habe, die so offen und lustig

war wie du und am liebsten hätte ich das

Interview noch stundenlang weitergeführt.

Das Interview führte Tina Windmüller.

„Interview mit einem Lehrer“

Vorname: Rainer

Name : Schmidt

unterrichtete Fächer: Sport und Geografie

an der Schule seit: 30 Jahren

Familienstand: verheiratet seit 1977

Kinder: einen erwachsenen Sohn


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Idee Lehrer zu werden: In der 13. Klasse entschied er sich fürs Studium.

Sport und Geografie waren schon damals neben Mathe

seine Lieblingsfächer.

Er wollte mit Jugendlichen arbeiten und ihnen auf ihrem

Lebensweg „ein Stück mitgeben“.

Gerade an dieser Schule, weil: Ausbildung in Hessen, dann Bewerbung in Berlin

Schule war damals ganz „neu“, gerade in ihren An-

fängen Herr Schmidt half beim „Aufbau“

einen guten Lehrer zeichnet aus: Eingehen auf persönliche Eigenschaften,

Stärken und Schwächen der Schüler

Sowohl Beachten der Wünsche des Einzelnen,

als auch der Gruppe

drei Wünsche: auf jeden Fall Gesundheit

Motto: kein Motto, aber immer optimistisch bleiben, nach dem

Prinzip:

„es wird schon gehen“

Drei Gründe warum wir Schüler

Herrn Schmidt als Lehrer lieben: 1. weil er die perfekte Mischung aus „Autorität“,, aber

gleichzeitig total entspannter Arbeitsatmosphäre be-

Herrscht.

2. weil er jedem Schüler einen Zugang zu Erdkunde,

Fitness, Badminton, Basketball usw. schafft. Und das

mit Begeisterung!

3. weil er unsere Kreativität schätzt und für jeden Spaß

zu haben ist.

Unsere drei Wünsche: Herr Schmidt:

1. Bleiben Sie so wie Sie sind!

2. Kommen Sie gar nicht erst auf die Idee zu gehen!

3. Wer angefangen hat, muss es auch zu Ende

bringen!

Und: Bleiben Sie gesund!

von Aileen Schröder und Pina Keller


ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Widmung an Monique von Mike

Stell dir vor

ich

ja ich bin ein narr

mit einer schweren, eisernen kugelkette um den hals.

Der narr,

der alles bekommt,

weil die leute angst vor seinem zauber haben.

Was die leute nicht wussten,

der zauber küsst all die traurigen seelen.

Der zauber,

der nun selbst traurig war,

weil er gefürchtet wird,

zog mit dem narren in die weite welt

um endlich

eine seele zu treffen,

die ihn nicht fürchtet,

sondern vielmehr braucht.

Nachdem sie durch alle täler und über alle berge

gewandelt waren,

mit vielem singen und weinen,

sah der zauber dem narren zum ersten mal tief ins gesicht

und sah,

im nassen auge,

in der träne des narren,

sein spiegelbild.

Er fragte fast erschrocken aber leise:

„wer ist diese traurige schönheit?“

Da spach der narr im brüchigen hauchen:

„DU BIST DIESE SCHÖNHEIT“.

Es blitzte der zauber auf,

er war es,

er suchte nach seiner seele.

Der zauber küsste die träne des narren,

seine eigene seele

und sang immer wieder

einen namen,

den er schon lange

lief verborgen hielt .... Monique

16


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ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Wer von Euch kennt Adlershof?

Weit von draußen komm ich her…

„Morgens um halb sechs klingelt der Wecker.

Schlaftrunken wanke ich ins Bad, mache mich fertig.

Für das Frühstück fehlt mir zumeist die Zeit,

dann müsste ich früher aufstehen.

Zu essen werde ich mit nachher etwas kaufen.

Halb sieben gehe ich dann aus dem Haus,

damit ich pünktlich in der Schule bin.

Meine Fahrzeit beträgt etwa eine Stunde.“

Vielen Schülern dieser Schule geht es so wie mir. Sie kommen aus allen Teilen der Stadt, um

hier, an der Anna-Freud-Schule, unterrichtet zu werden. Man darf dies ruhig auf den guten

Ruf der Schule zurückführen.

Und wo kommen diese Schüler nun aber her? Wie leben sie, wo leben sie, was haben ihre

Stadtteile zu bieten?

Wählen wir doch einmal einen Ort, der

möglichst weit weg von unsrer Anna liegt,

nämlich Adlershof.

Ja, es existiert wirklich ein Stadtteil mit

diesem Namen. Dieser befindet sich zwischen

den Bahnhöfen Schöneweide und

Grünau/Altglienicke. Da wir jetzt im Groben

wissen, wo Adlershof

liegt, schauen wir uns an, was

es dort gibt, was uns dieser

Stadtteil zu bieten hat, denn

irgendetwas Interessantes

muss es ja dort geben.

Und das ist konkret der Technologie-

und Medienpark –

Adlershof. Ist man daran interessiert,

Informationen für

naturwissenschaftliche Vorträge

zu sammeln, eignet sich

die naturwissenschaftliche

Zweigbibliothek der Humboldt-Universität,

sesshaft in

der Rudower Chaussee, dazu

hervorragend. Dass Psychologie und Medizin

hier als Naturwissenschaften angesehen

werden, ist für den Besucher nur vorteilhaft.

(Sind sie das etwa nicht?) Zusätzlich

sind die angebotenen Informations-

quellen dort immer up-to-date. Werke des

aktuellen Jahrgangs mit den neuesten Erkenntnissen,

historische und ältere Schriften

sowie Internetzugang sind hier zu finden.

Durch das benutzerfreundliche Betriebssystem

und eine gute Beratung findet

man schnell und effektiv gesuchte Werke.

Doch nicht nur Informationen

für Referate erhält man

hier, auch Fernsehen kann

ja so schön sein. Mit knapp

140 Unternehmen der Medien-

und Fernsehbranche

ist auch ein medialer Informationsstandort

und Arbeitsstätte

gegeben – Studio

- Berlin, welches eine

Tochterfirma des NDR ist.

Für Interessierte gibt es hier

unter anderem auch den

großen Konzern Chemie -

Berlin, der gerne junge interessierte

(Fach-

)Abiturienten ausbildet.

Für die Nostalgiker unter uns haben wir

natürlich auch noch einen Leckerbissen zu

bieten.


ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Gleich gegenüber in der Dörpfeldstraße –

auch nur 5 Minuten vom Bahnhof entfernt

– befindet sich das restaurierte Gebäude

des ehemaligen Kino - Capitol, welches

nun als Markthalle, Café und Vitalitätszentrum

dient.

In behaglicher Atmosphäre werden zur

frischen Ware und beruhigender Atmosphäre

auch Informationen rund um Vitalität

und Gesundheit angeboten.

Hier findet man Dinge, die es in Kaufhäusern

nicht gibt.

Und das alles direkt am Bahnhof, ohne

langen Fußmarsch! „Aber die Fahrt dort-

18

hin, die dauert mir viel zu lange“, mag man

sich denken, aber von Ostkreuz und Neukölln

aus sind es nur 15 Minuten Fahrtweg,

ganz ohne umsteigen.

Und für ein erstklassiges Referat, ob im

Bereich der Naturwissenschaften oder der

Medien, lohnt sich ein Besuch allemal.

Dazu ein kleiner Brunch in der Capitol.

Also dann, auf nach Adlershof und viel

Spaß beim Entdecken und Lesen!

Martin Brauer FOS 12


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ANNA-FREUD-CULT(URE

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Was es uns bedeutet, Deutsche

zu sein

Topp-Thema:

Heimat Exil Fremde

Nähe

Flucht und Vertreibung

Foto:privat


ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Was Deutschsein für mich bedeutet

Ich fühle mich als Mensch, der zufällig in

Deutschland geboren ist. Daraus resultiert

mein reges Interesse an diesem Land und

seiner Geschichte. Es gibt viele Dinge die

mich hier halten, meine Familie, mein

Freund, meine Schule und vieles andere.

Ich fühle, dass ich meine Heimat vermissen

würde, sollte ich dieses Land einmal

verlassen. Natürlich liebe ich meine Heimat.

Aber Deutschland ist nur zufällig

meine Heimat. Ich würde nicht einmal sagen,

dass Deutschland meine Heimat ist,

sondern eher der Ort, an dem ich Dadurch

bin Ich bin an dieses Land gebunden. Objektiv

gesehen, habe ich ziemliches Glück

hier geboren zu sein. Wäre ich jedoch in

einem anderen Teil der Welt geboren,

würde ich mich dort wohl fühlen und nicht

hier. Ich glaube, so etwas wie Nationalstolz

ist im eigentlichen Sinne ein Sich-

19

Abfinden mit einer unveränderbaren Situation,

denn wir suchen es uns nicht aus, in

welchem Land wir geboren werden und

wo wir aufwachsen. Fragen Sie einmal

einen Maurer, ob er stolz ist, Maurer zu

sein. Ich jedenfalls bin eigentlich nur stolz

auf meine persönlichen Leistungen und

auf die Leistungen der Menschen, die ich

liebe und respektiere. Ein Land an sich

vollbringt aber keine Leistungen, höchstens

die Menschen. Beim Nationalstolz

geht es ja darum, stolz darauf zu sein,

einem bestimmten Volk anzugehören. Ist

das nun eine Leistung, auf die man stolz

sein kann? Oder ist es nicht eher ein Sich-

Abfinden mit der Situation, zufällig zu diesem

Volk zu gehören?

Robin Venz 1. Sem. OG

Deutschland in den Augen von ausländischen

Jugendlichen

Wenn Ihr einen ausländischen Jugendlichen fragen würdet, was für ihn dieses Land

bedeutet, würdet Ihr eine interessante Antwort bekommen. Für die meisten ist

Deutschland nämlich die zweite Heimat. Es ist ein Land, das ihnen sehr viel bedeutet,

weil sie hier die eigene Kindheit und Jugend erlebt haben.

Tut uns Deutschland gut? Ja, die ausländischen

Jugendlichen schätzen dieses

Land und die Möglichkeiten, die es bietet.

Die Meinungsfreiheit und andere Rechte

sind ihnen sehr wichtig, da sie ihnen in

ihrer ersten Heimat häufig verwehrt wurden.

Hier können sie sich frei bewegen,

ohne Angst zu haben und weggesperrt zu

werden. Deutschland sehen sie als wohlhabendes

Land, in dem sie die Chance

bekommen, eine Schule zu besuchen und

eine Ausbildung machen zu können. Es

sind die Möglichkeiten, die sie positiv bewerten.

Denn in der Wirklichkeit wird das deutsche

Schulsystem von ausländischen Jugendlichen

im Allgemeinen als unbefriedigend

bezeichnet. Armut, Steuererhöhungen und

der Weg zum Jobcenter zählen zu den

größten Belastungen für die Jugendlichen.

Gerade bei der Frage wo und wie sie eine

Arbeit oder einen Ausbildungsplatz suchen

und finden sollen, fühlen sie sich hilflos

und sich selbst überlassen. Der Sozial-

bzw. Rechtsstaat wird bei diesen Fragen

zu ihrem Feind.

Sie erleben die Angst vor Veränderungen

und die gesellschaftliche Starre, die hier


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ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

den Ausländern das Leben erschwert.

Immer wieder hört man Sätze wie „ich fühle

mich hier fremd / ich bekomme keine

Anerkennung, weil ich ein/-e Ausländer/in

bin / ich fühle mich diskriminiert / ich

kann mich nicht erfolgreich in die Gesellschaft

integrieren...“

Ein Flüchtling, der wegen der gesetzlichen

Starre wartet und sein Leben inzwischen

vorbeifließt, kann nicht zufrieden und

glücklich werden, da seine Zukunft vollkommen

ungewiss ist. So wird es auch als

ungerecht empfunden, dass sie hier zur

Schule gehen, aber später keine weiteren

Bildungsangebote bekommen. Darum sind

sie apathisch, deprimiert und wollen nicht

weiter.

Eine weitere Problematik ist die Fremdfeindlichkeit.

Die Jugendlichen bezeichnen

dieses Land als ihre zweite Heimat und

finden hier Hilfsbereitschaft und Toleranz.

Trotz dieser Tatsachen spüren sie aber

auch Fremdfeindlichkeit und haben Angst

vor Rechtsradikalismus. Das bedeutet,

dass sie sich einerseits vom Staat und

anderseits von manchen Einheimischen

eingeengt fühlen. Sie bleiben in einer

Sackgasse stecken.

Nichtsdestotrotz leben sie in diesem Land

und haben eigene Erwartungen und

Träume. Sie leben für das Hier und Jetzt.

Sie versuchen das Gute und Schöne zu

sehen und zu suchen. So zum Beispiel,

dass man sich hier um Dinge wie Umwelt-

Es un artículo sobre una familia espanola,

que ha decidido de cambiarse afuera a

Alemania. Después de la guerra la

población española paso mucha hambre y

no había trabajo. Pero en Alemania

buscaron por trabajadores extranjeros.

Por eso el padre de la familia quería irse a

Alemania. En este tiempo nadie de la

familia (padre, madre y una hija) podía

hablar alemán. Este facto ha causado

muchos problemas.

Cuatro anos más trade un hijo nació. Los

padres solo le han esenado la lengua

Una vida entre dos mundos

und Tierschutz kümmert, die Kriminalitätsrate

nicht so hoch ist und es viele

Kulturangebote gibt. Diese Dinge werden

von ausländischen Jugendlichen sehr positiv

gesehen.

Außerdem ist der wichtigste Punkt hier die

Integration. Ob man sich hier integrieren

kann? Integration heißt für mich selbst,

mich in einer Gesellschaft oder in einer

Gruppe wie der meiner Familie wohl zu

fühlen, gleichberechtigt zu sein, von den

anderen akzeptiert und anerkannt zu werden.

Heißt, dass sich beide Seiten einander

annähern und eine Angleichung der

kulturellen und sprachlichen Differenzen

stattfindet. Deutschland ist für mich persönlich

ein Schutzraum, indem ich mich

wohl fühle. Ich hatte keine Angst, als ich

als Flüchtling hierher gekommen bin, aber

trotzdem werden wir Ausländer hier nicht

akzeptiert und nicht anerkannt. Wir werden

von einigen als eine Last gesehen

und deswegen gibt es immer Streit.

Ich sehe mich nicht als eine Fremde, weil

ich versuche, mich zu integrieren, und das

ist kein Fehler, obwohl es auf dem Weg

zum Ziel immer Unterbrechungen geben

wird. „Was heute als Fehler gilt, kann

morgen die Lösung sein“.

Gülistan Kar 12. Klasse FOS

espanola y los costumbres espanoles.

Cuando los ninos entraron en la escuela

alemána, le costaba mucho trabajo de

comunicar con los maestros y otros ninos

Porque los ninos crecieron con dos

lenguas, tenian la posibilidad de conocer a

dos mundos diferentes.

Hoy la hija tiene la nacionalidad alemana,

se ha acostrumbado de la vida alemana y

no quiere vivir en otro parte del mundo.

Los dos ninos tienen esposos alemanes,

pero no se olvidan su sangre espanola.


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Lea Heidt 1. Sem. OG

Extremer Rassismus

in den USA

Our Race is Our Nation! - Racial

Purity is our Nations Security!

Diesen Satz liest man als erstes, wenn

man die Internetseite der rassistischen

Gruppe „Aryan Nation“ besucht. Die extreme

Gruppe ist hauptsächlich in den

USA vertreten und wurde im Jahr 1974

gegründet. Auf ihrer Internetseite hetzen

sie gegen Israel und fordern den Krieg

gegen die Juden. Der Holocaust wird von

ihnen als Lüge abgetan. Angebliche unveröffentlichte

Berichte sollen beweisen,

dass 6 Millionen Juden weniger gestorben

sind als offiziell verbreitet, was bedauert

wird. Die offizielle Zahl sei natürlich eine

Lüge der Juden.

Es finden sich viele antisemitische Karikaturen

auf dieser Internetseite. Menschen,

die viele Juden getötet haben, werden als

Nationalhelden gefeiert und zur allgemeinen

Erbauung wird ein Brief von Hitler

veröffentlicht, den er nach dem ersten

Weltkrieg geschrieben hat. Für einzelne

Anhänger dieser Gruppe gibt es strickte

21

Anweisungen, wie man sich zu verhalten

hat, wichtige Regeln für das Überleben

des „Einzelkämpfers“: Man soll mit nie mit

Foto: amnesty international

jemandem über die „Aryan Nation“ sprechen,

unauffällige Berufe annehmen, darf

sich nicht tätowieren, um die Schönheit

weißer Haut zu erhalten und falls man

einen Anschlag plant, solle man gefälligst

dafür sorgen, dass es keine Mitwisser gibt.

Nicht einmal der Lebenspartner soll von

den Aktivitäten wissen. Dies hat natürlich

den Zweck, dass niemand den „Einzelkämpfer“

von anderen Ideologien überzeugen

kann. Niemand kann ihn davon

überzeugen, dass das, was er tut, falsch

sein könnte, niemand wird versuchen ihn

vom Rassismus abzubringen, weil niemand

erfährt, dass er der „Aryan Nation“

angehört.

Dass es solch eine Internetseite gibt, die

für jeden frei zugängig ist, ist kaum zu

glauben, aber eine Tatsache.

Robin Venz

What is Germany?


22

ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

To describe Germany and Germans is a

very difficult task, especially for me as I

am a German.

Because of that fact I am only able to give

a subjective view of the country I live in

and the fellow man I spend my daily life

with.

First of all I would like to clear up a misunderstanding

that every German was a

punctual and orderly person.

Just look at all the people who are late for

class every single day. And what about all

of our good friends? Do they arrive on time

when we want to meet them?

In fact, we as well have better to do them

only checking on the time. Moreover we

or she is interested when asking something.

A long that the country is quite keen

on representing its culture which is influenced

by our multicultural society. We are

also fashinable in creating our own style

next to the bis metropolises like New York

and London. That means that we do not

wear “Lederhosen“ and “Dirndil“ every

day. For hours long I could keep on enumerating

argument but this arguments

Gefühlte Identität

are not that meticulous except when itś

comming to bureaucracy.

A true thing about Germany is that the

people appear reserved and serious on

the first view. When meeting a foreign person

on the street he or she seldomly makes

eye contact or smiles. Because of that

pattern of behaviour you could easily develope

the imagination that we don´t have

the capability of enjoying ourselves or

having fun. But this impression deceives.

On the surface we are not very friendly

and open-minded compared to the Americans

who constantly ask the popular question

“how are you“ to every person they

meet only to be polite. A German on the

other hand relly wants to know about the

ohter persons´ feelings, that means he

could never replace a visit visit in our

beautiful country, especially in our capital

Berlin which gives a great impression of

the german mixture of hard-workers but

fun-lovers. And if you are not interested in

the people at least you have to try the

“German Currywurst“.

Pina Keller 1. Sem.

Wer bin ich?

Bin ich die, die hier geboren, oder die, die von dort

stammt?

Sind es zwei verschiedene Menschen oder

sind wir miteinander verwandt?

Wer bin ich? Wo komme ich her?

Bin ich die, die diese oder jene Sprache

spricht?


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Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Hier halt ich die Beziehung aufrecht, dort ist meine Sprache schuld, dass sie

bricht.

Wo komme ich her? Wer bin ich?

Auf welcher Sprache träume oder denke

ich?

Nach so vielen Jahren, Gedanken und

Träumen,

weiß ich es immer noch nicht.

Wo komme ich her? Wer bin ich?

Ich lebe hier- gehöre dorthin.

Bin ich dort - will ich zurück, wo ich

geboren bin.

Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo will

ich hin?

Ich habe zwei Heimaten.

Hier lebe ich - hier bin ich.

Dort gehört ein Teil von mir hin.

Auch das ist, was ich lebe - was ich

bin.

Ich bin eins mit dem Dort und dem Hier.

Zwei Heimaten. - Sie gehören zu mir.

Das bin ich!

Sowohl dort als auch hier.

23

Danica Dajkic


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Linkes Straßenfest, aggressive Polizisten,

abwesende Nazis

Am 1.12., um 10:30 Uhr, hat am U-

Bahnhof Rudow eine Kundgebung gegen

eine Demonstration der NPD für ein rechtes

Jugendzentrum stattgefunden. Laut

den Veranstaltern standen den Rechtsradikalen

über 1500 Demonstranten gegenüber.

Unter den Protestierenden herrschte zunächst

eine heitere Straßenfeststimmung,

was auch damit zusammenhing, dass das

Altersspektrum sehr weit gefächert war

und von den Grünen bis hin zur kommunistischen

Gruppe „Revolution“ nahezu

alle politischen Gruppierungen vertreten

waren. Die wenigen Nazis hingegen, die

sich auf der anderen Kreuzung von Polizisten

geschützt verschanzt hatten lieferten

eine jämmerliche Vorstellung ab. Weder

zahlenmäßig, noch akustisch oder

durch Transparente hatten sie auch nur

ansatzweise eine Chance gegen unsere

Übermacht, jedoch hatte die Leitung der

Kundgebung angekündigt, dass sich über

700 Nationalisten und Faschisten auf den

Weg Richtung Rudow gemacht hätten.

Doch als diese auch nach über zwei Stunden

kein Lebenszeichen von sich gegeben

hatten, entschied sich ein Teil der Antifaschisten

die Nazis an der Ecke Zwickauer

Damm/ Neuköllner Allee abzufangen.

Dort angekommen ging die Polizei extrem

aggressiv vor, schubste und verhaftete

viele Demonstranten, die sich das nicht

gefallen ließen und so schallten viele Parolen

wie „Deutsche Polizisten schützen

die Faschisten“ oder „A.C.A.B.“(All Cops

are Bastards, Anm. d. Red.) durch die

Straßen.

Doch auch hier wartete die Gruppe vergebens

auf die „stolzen Deutschen“, die sich

bis zum Schluss der linksautonomen Demo

nicht blicken ließen.

Hoffentlich hatten sie Angst, denn die

müssen sie haben, wenn sie ohne Polizeischutz

unseren Genossen von der Antifa

begegnen!

Thomas Jacobi


NNA-FREUD-CULT(URE

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LK Kunst und LK Geschichte

besuchen die mittelalterliche

Stadt Quedlinburg

Immer in Bewegung...

Langsam, stetig geh ich

hin,

lass unter mir die Straße,

laufe weiter bleib nicht

stehen,

in der kleinen Gasse.

Atme ruhig die Luft hinaus,

tu einen Fuß vorn andern,

puste sanft Gedanken

aus,

die in mir noch wandern.

Aus den Fachbereichen

Theaterrezensionen

Praktikumserfahrungen

Briefwechsel mit Afrika

Quedlinburger Impressionen

Lausche ich dem dunklen

Klang,

meiner vielen Schritte,

wie Melodie, die in mir

sang,

eine sanfte Bitte:

„Ach du bleib doch niemals

stehen,

dies kann dir so viel geben,

du musst immer weiter

gehen,

nur dann wirst du leben!“

So lauf ich dann nun immer

fort,

Besuch im Europäischen

Haus

Foto: Pauline/Lena

mal langsam und mal

schnell,

vom einen gleich zum

andern Ort,

so wie ich’s grad erzähl.

25

Denn eines ist mir einverleibt,

wer Mensch ist, der muss

sehen:

„Tot ist der, der stehen

bleibt,

wer leben will, muss gehen!“

Annekatrin Nagel


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Das Tor zur Ewigkeit

Wenn man eine Tür öffnet und den

einen ersten Schritt macht, einzutreten.

Betritt man dann das Neue und verlässt das Alte?

Es scheint eine Selbstverständlichkeit, doch wie viele

dieser Türen betreten wir? Wie viele Möglichkeiten bieten

sich uns eigentlich und welche davon nehmen wir wahr?

Leben und leben lasse, doch Wege trennen sich und

irgendwo lassen sich gemeinsame Ziele finden.

Ein ewiger Kreis.

Betrittst Du die Tür?

Lena Zolghadri

Stillstand oder der Lauf der Zeit

Am Tag meiner späten Ankunft in Quedlinburg

überwältigt mich die unglaubliche Ruhe

und Idylle, in der ich die Hektik und den Krach

der Großstadt augenblicklich hinter mich lasse.

Ich laufe entlang der verlassenen Stadt, habe

das Gefühl, meine Stimme würde so weit

schallen, dass man sie noch Straßen weiter

deutlich hören kann. Etwas fremd und sinnend,

auf die umliegenden Häuser und Gassen

schauend, stelle ich mir vor, wie das Leben der

Einwohner wohl verfliegt oder ob es seit geraumer

Zeit stillsteht. Wo ich doch meines

schon als langweilig und viel zu gewöhnlich

empfinde. Ich denke, Architektur ist eine

Kunst, die den Menschen am meisten beeinflusst,

da er ständig umringt von ihr ist und

sich stets in Gebäuden und Bauwerken befindet.

Ich frage mich, welchen Einfluss wohl die

Architektur und Geschichte der Stadt auf die

Einwohner von Quedlinburg ausübt, was sie

von uns Großstadtmenschen unterscheidet.

Sind wir oberflächlicher, oder vielmehr abgehärtet?

Annastasia Rhamalara


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Käsekuchen versus Fachwerkhäuser

Der Käsekuchen erwies sich als der eindeutige Favorit

Wenn ich diesen Ort in Sachsen-Anhalt

mit drei Worten beschreiben müsste, würde

ich sagen, dass die Stadt süß, kleine

und touristisch ist. Der Grund, weshalb so

viele Menschen die Stadt anpilgern, sind

vor allem die Häuser – die berühmten

Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter.

Wenn man einmal über den Marktplatz

geht, empfindet man die Häuser noch als

schnuckelig und interessant. Beim Rückweg

jedoch verspürt man bereits ein Ödheitsgefühl

und zunehmende Langeweile

beim Betrachten. Da unser

Was ist

schon ein

Leben ohne

H&M und

ohne Rewe

Leicht müde und halb

erfroren kommen wir am

Bahnhof Quedlinburg am

3.10.2007, mittags, an.

Mein erster Eindruck ist:

Hmmmmmm, na ja, nicht

wirklich modern und

kaum belebt. Und so frage

ich mich, wo bloß die

Quedlinburger sich verstecken.

Aber dann fällt

mir ein, dass wir den 3.

Oktober haben, ein Feiertag

also. Anscheinend

verbringen die meisten

den Feiertag in voller Askese!

Oder liegt es viel-

leicht daran, dass alle

Läden geschlossen haben?

Läden wie McGeiz,

Schlecker, Souvenirshops

und Rewe, auf die könnte

man durchaus verzichten.

Aber auch weit und breit

keine Spur von H&M,

zum Leidwesen shopping-besessenerfashionvictims,

world-shopper....

Endlich erreichen wir in

unsere Jugendherberge,

die unserer Lehrer komplett

für uns gebucht hatten.

Meine Zimmergenossinnen

und ich rennen

hoch in unser Zimmer,

nachdem wir als erste

Gruppe die Schlüssel

überreicht bekommen

haben. Als sich die Tür

öffnet, ertönen Worte wie:

Boa krass! Geil ey! Ohaaa!

Mann, Luxus pur!

Ohohoo! Ey, Hamma! Zu

27

Kurs die freie Wahl beim Abzeichnen der

Motive hatte, hielten wir uns meist in unserem

geliebten Käsekuchencafe auf. Dort

wurden wir durch das gemütliche Ambiente

und die familiäre Atmosphäre kreativ

angeregt. Es tat gut, das Großstadtchaos

ein paar Tage hinter sich zu lassen und

die Ruhe einer Kleinstadt zu genießen.

Pauline Buff

recht, denn ich vermute,

dass wir das schönste

und größte Zimmer bekommen

haben. Zudem

gibt es noch ein eigenes

sauberes Badezimmer

mit zwei Waschbecken

und zwei Spiegeln. Gott

sei Dank!

Um ehrlich zu sein, empfand

ich unser Zimmer als

den angenehmsten Ort in

Quedlinburg. Es war echt

gemütlich und vor allem

schützte es uns vor der

Kälte draußen. Kein Wunder,

denn wir hatte die

zwei Heizungen im Zimmer

immer volle Pulle

aufgedreht. Manche

konnten auf Grund der

Hitze gar nicht mehr

schlafen. Aber das haben

wir in Ruhe geklärt.

Außerdem waren wir sehr

sehr oft bei Rewe einkaufen

und hatten demnach

immer einen gutsortierten

Tisch, der ca. 2,50 m lang

war.

Nora El-Sayed, 3. Sem,


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Eine mittelalterliche Stadt im Dornröschenschlaf

Wie froh bin ich, dass ich weg bin. Ich sitze

in diesem Cafe in Quedlinburg und trinke

heiße Schokolade mit Sahnehäubchen.

Die gleiche süße Geborgenheit die von

der Schokolade auszugehen scheint, umgibt

wohl ebenfalls diese Stadt. Als hätte

sie sich in eine Nische zurückgezogen ,

um ungestört zu

sein. Es scheint

hier selbst die Zeit

an Bedeutung zu

verlieren. All die

Fachwerkbauten

stehen duldsam,

etwas arrogant am

Straßenrand, während

sie immer

wieder betrachtet

und fotografiert

werden. Sie posieren

selbstbewusst

in naiv bunten Farben.

Dagegen

konkurrieren

die repräsentativen historischen

Bauten

der Stadt. Das Schloss etwa erhebt sich

alt und würdevoll über den Dächern. Auf

dem Marktplatz erhascht das Rathaus

noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Doch wenn man durch die verwinkelten

Gassen über die Pflastersteine stolpert,

wird man hier und dort von Blicken verfolgt.

In den Fenstern jener kleinen Fachwerkhäuser

sitzen Menschen etwas abgeschottet,

wie es die Stadt selbst zu sein

scheint, und ebenso massiv verankert, wie

es das Schloss ist. Wie selbstverständlich

starren sie auf die Straße; nur manchmal,

während Reisende das Blickfeld kreuzen,

ist mir, als funkelte eine Spur Wehmut,

wenn nicht gar Missbilligung in ihren Blicken

auf.

?

Q

uedlinburg, das war schon

eine Erfahrung, die ich gegen nichts in der

Welt eintauschen möchte. Wenn man den

Aufstieg zum Schlossberg über mittelalterliches

Pflaster überwunden hatte, ließ man

auch einen Teil von sich selbst zurück.

Der Stress der Großstadt löste sich auf. Er

fiel einfach von einem ab. Ich fühlte mich

frei.

Die Augen öffnen

sich nun für

die schöneren

Dinge im Leben,

für die einzigarti

ge

Harmonie, mit

der uns die Stadt

empfing.

Fast wirkte diese

Ruhe und Ausgeglichenheit

auf

mich schon wie-

der heimisch. Nie ist mir diese Anzie-

hungskraft,

die dieser Ort auf mich ausübt,

bewusst gewesen. Doch jetzt, da ich in

Quedlinburg mehrere Tage verbracht habe,

bin ich mir dieser Atmosphäre bewusst

und ich fühle so etwas wie Stolz,

wenn ich sagen kann, dass meine Oma

dort geboren ist.

Monique Arnold


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Nachdenkliches

Die Jugendherberge, in der wir uns mehrere

Tage aufhielten, war einige Minuten

zu Fuß vom Stadtzentrum entfernt. Der

nahe gelegene Supermarkt stellte zwar

unser Mekka dar, war allerdings ebenfalls

beliebter Treffpunkt vieler Rechtsradikaler.

Da kam es schon vor, dass der Kunde vor

einem ein Hakenkreuz auf der Glatze,

dem Hals oder den Händen tätowiert hatte

und beim Herausgehen noch freundliche

vom Polizisten gegrüßt wurde. Nach wenigen

Tagen stellte ich fest, dass es für die

ich geh zu rewe und was seh ich

blaue augen voller leere

blonde haare

häkchen dreh dich

ich lauf vorbei und sie sehn mich

die pulle stramm

stets zur hand

der deutsche mann

job nicht fand

frau verhaun

kind geschorn

in deutschland deutschland geborn

29

Jugend in Quedlinburg kaum möglich ist,

nicht in diese Kreise hinzugeraten; zu

schlecht die Ausbildungs- und Arbeitslage,

zu gering das kulturelle Angebot, zu klein

das Städtchen mit der verlogenen Puppenhausfratze.

Das folgende Gedicht spiegelt ungeschönt

das Stadtbild wider, das sich mir bot, trat

ich keine zwanzig Meter aus der Herberge

heraus. Resignierte, vom Alkohol aufgedunsene

und verblödete Fressen, gaffend,

rülpsend, zwischen rosefarbenen Fachwerkhäuschen

hockend.

deutschland deutschland über alles

arisch blut alles kann es

leugnen lügen

sich bekriegen

nur nicht deutsche wahrheit lieben.

Anna Rocca


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A Smile Never Lies

A smile never lies

You can always tell what a person is by the smile.

A sinister smile isn’t a nice friendly smile, but it’s a smile none the less.

Smiles can invoke terror and dread depending on who the person is who smiles.

Smiles from young ones are selfless, pure and readable. Theirs are the most honest,

true and heartfelt smiles of all.

Smiles when you wake up and roll out of bed are the best kind. Something happened

to you that night and your body subconsciously is still feeling good enough to that

smile on your face all night.

A smile never lies.

A smile through tears is a smile with strength.

A smile that doesn’t leave and is spur of the moment is true. It is whole and warm.

A smile that is fake, hurts. It shows in your face, and it turns into a grimace yet it is

not a lie.

It holds true to the fact that a smile, no matter what kind, never lies.

You can’t lie through a smile.

The human body can tell every emotion cruising though every vein in your body from

one simple, self explanatory, tiny emotion.

A smile.

So smile, always smile.

It’s a true example of every feeling in your body and an expression that doesn’t need

words.

Just smile when you can’t describe what you’re feeling.

It tells it all, to every person that takes the time to read and study your face.

Just smile.

Smile to yourself when you think of something that brings joy, laughter, and memories

of a wonderful time to you.

Smile when you’re scared.

Smile when you’re in a bad mood.

Smiles are infectious and never lie.

If you can walk into a room with one thousand smiling faces and not smile yourself,

you’re not human.

A smile never, ever lies.

By Tina Windmüller


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Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Las vacaciones de verano – como siempre terminaron

demasiado temprano, ¿no?

Sentando en el Berlín frío y húmedo donde el

invierno empieza a enseñar su cara oscura

pienso en mis vacaciones de verano:

Es siempre lo mismo. Esperamos mucho

tiempo el último día en el instituto. Contamos

los últimos minutos hasta que la campana

toque y hasta que podíamos por fin salir de

clase y cuando las puertas del colegio se

abren vamos a la libertad de seis semanas

sin ningun profesor, sin deberes de casa. El

mundo epera a nosotros, existe sólo para

satisfacer nuestros deseos.

Queremos hacer muchas cosas: salir por la

noche, encontrarnos con amigos, levantarnos

tarde de la cama, por mediodía y sobre todo

queremos viajar a países diferentes para

conocer culturas y lenguas distintas.

A veces si viajamos tenemos la suerte de

practicar al mismo tiempo una lengua que ya

hemos aprenddido en clase como por ejemplo

español.

Así yo viajé a Madrid, la capital de España,

situado en el centro de la península ibérica.

Es una ciudad grande que armoniza a pesar

de su dimensión, los habitantes de los barrios

diferentes viven como un pueblo unido. Consiste

de una parte moderna donde están los

grandes bancos y empresas del país y de un

centro histórico que aloja casas antiguas y

donde están normalmente los turistas como

yo. Allá compré cosas típicas de España

como pósteres del toro y de su matador, de

las bailarinas de flamenco.

Existían muchos restaurantes donde comé

comidas especiales como las tapas, que con

31

sisten de muchas cosas pequeñas: por

ejemplo olivas, papas, jamón.

Si estas en Madrid también no deberías olvidar

visitar los museos y galerías que enseñan

los pintores más importantes del país.

El Prado presenta los obras de Velasquéz, el

Greco y de Goya. En el museo Arte de Reina

Sofía admiré el cuadro enorme del bombardeo

de Gúernica pintado por Pablo Picasso.

Despúes de las caminadas duras me

relajé en el Parque del Retiro dondeobservé

la vida española. Además existe un jardín

botánico que muestra plantas impresionantes

y olores fascinantes. Por la noche

fui a la Plaza Mayor en que alrededor están

varios bares y discotecas. Por desgracia sólo

tenía tres días para ver todo. Entonces no es

mucho tiempo para una ciudad como esta,

que tiene tanta tradición pero que se desarrolla

también muy rápido a una ciudad moderna

y llena de progreso.

Eran vacaciones fantásticas y mirando hoy

por la ventana, contemplando al cielo con los

nubes grises y a las calles empapadas por la

lluvia deseo que esté en el Madrid soleado

otra vez. Pero tenemos que esperar más de

medio año hasta que nos podemos relajar en

el sol para seis semanas. Por suerto vamas a

tener vacaciones de navidad en unas semanas.

Entonces, vamos a tener poco sol en

estas vacaciones, pero a lo mejor, podemos

disfrutar de la nieve y de algunas horas tranquilas

entre la familia.

Pina Keller 1. Sem.


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ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Die Europäische Union – eine europaweite

Plattform für Großunternehmen

Ein Kommentar zur Bedeutung der Europäischen Union, anlässlich eines Besuches im „Europäischen

Haus“ von Valentin von Oy (3. Semester OG)

Entgegen meiner Erwartung empfing uns

keineswegs ein verschulter, hochnäsiger EU-

Beamter, sondern ein aufgeschlossener, netter

Herr mit holländischem Akzent. Trotz aller

Freundlichkeit des Referenten, der in einem

informativen Vortrag seinen

Schwerpunkt auf die

wirtschaftliche und politische

Seite der EU legte, die soziale

Komponente sei seiner

Ansicht nach auch wenig ausgeprägt,

muss man sich kritisch

mit solchen Besuchen

auseinandersetzen. Fakt ist,

dass die Europäische Verfassung

an den Niederlanden

und Frankreich gescheitert ist

und die Aufgabe der EU darin

besteht, den Reformvertrag möglichst gut zu

verkaufen, um abzulenken von der undemokratischen

Verfahrensweise, die angewendet

wurde, um Entscheidungen und Verträge

über das Volk hinweg zu vereinbaren.

Das spricht nicht gerade für die Ziele der EU,

für mehr Demokratie zu sorgen, sondern

vielmehr für eine Scheindemokratie, die nur

förmlich die Mitentscheidung des Volkes enthält.

Für diese Ziele werden viele Gelder investiert.

So verlassen wir dieses EU-Haus an

diesem Tage mit zahlreichen Plakaten und

Flyern, auf denen aufgelistet ist, welche Vorteile

uns die EU bringen soll. Die Ängste in

Bezug auf die EU sind keineswegs unberechtigt.

So gefällt mir die differenzierte

Darstellung typische Vorurteile verglichen mit

der tatsächlichen Entwicklung der Union.

Wichtig ist mir jedoch an dieser Stelle eine

kurze Einschätzung der Funktion einer Union,

die vor allem eine Grundlage darstellt für eine

supranationale Ausbeutung der Arbeiter und

eine europaweite Plattform für Groß-

unternehmen. Dafür werden Zollfreiheit und

eine nähere wirtschaftliche Zusammenarbeit

der profitstärksten Länder etabliert und die

kleinen Länder abhängig gemacht. Natürlich

wird kein Land gezwungen, der EU beizutreten

Auf der anderen Seite

sind die kleineren Länder

durch ihre wirtschaftliche

Abhängigkeit von Deutschland,

Frankreich usw. und die

heutige, internationale Verflechtung

der Produktion

nicht in der Lage, unabhängig

zu bleiben.

Vor allem deshalb ist es das

Ziel der oberen Klasse eines

Landes, in die EU aufgenommen

zu werden. Die

Arbeiter sollen auf diese Weise ausgebeutet

werden, sollen gegeneinander ausgespielt

werden und ihr wahrer Gegner, die internationalen

Konzerne und deren Interessen, im

Verborgenen bleiben. Deshalb wird diese

Verfeindung der Arbeiterklasse mit allen Mitteln

gefördert, die der herrschenden Klasse

zur Verfügung stehen.

Dieser kurze Abriss stellt wahrlich nicht alle

Sachverhalte dar, soll aber meinen Standpunkt

zur EU- Frage und meine Einschätzung

zu einer solchen Exkursion bzw. der Schaffung

eines solchen EU-Hauses aus Propagandazwecken

wiedergeben.


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Die zehn Gebote

Die zehn Gebote MDR.DE

Was bedeuten uns heute noch die zehn Gebote? Über drei von ihnen haben wir uns

Gedanken gemacht, nachzulesen auch in dem Lokalteil der Berliner Morgenpost in

der Vorweihnachtszeit.

Was bedeutet mir das zweite Gebot?

Jedes Wort der Bibel bedeutet mehr als

der „erste Blick” zulässt. So warnt das 2.

Gebot davor, diesem ersten Eindruck zu

vertrauen, sich ein Bildnis zu machen und

dieses auch noch zu missbrauchen.

Wie kann man nun aber den Namen von

etwas missbrauchen, das keinen Namen

trägt? Wenn wir davon ausgehen, dass

erst das existiert, was wir benennen können,

müssten wir dann nicht notwendigerweise

daraus folgern, dass Gott nicht existiert?

„Ich bin, der ich bin”, sprach Gott.

Für mich heißt das, dass Gott sehr wohl

existiert, auch unbenannt, und darüber

hinaus derjenige ist, der für uns da ist.

Wir geben im Alltag den Menschen Namen

und bezeichnen Dingen aus Bequemlichkeit,

um nicht weiter darüber nachdenken

zu müssen und um uns ihrer zu bemächigen.

Denn es beängstigt uns, wenn

wir ein Geheimnis nicht lüften können,

keine Worte für das Unerklärliche finden,

so eben auch für Gott. Gründet sich darin

nicht auch die Gefahr, Vorurteile zu bilden,

mit denen wir uns gegen alles Außenstehende,

Fremde wehren?

Einen Namen zu haben, schließt auf die

Existenz seines Trägers, den Namen zu

33

kennen, bedeutet das Geheimnis seines

Trägers zu entdecken, ihn mit seinem

Namen ansprechen zu können, heißt eine

Beziehung zu dem Benannten herzustellen,

und sich einen Namen machen, meint

sich durch Wirkung, Charakter oder Leistung

individuell hervozuheben. Aber was

wäre, wenn es etwas gäbe, das existiert,

weil wir daran glauben, das wir ansprechen

können und das in seiner Eigenschaft

unvergleichlich ist, jedoch ohne

einen Namen haben zu müssen? Es heißt,

der Mensch sei nach dem Bild Gottes geschaffen,

und doch begegnet uns in der

Realität, dass der Mensch durch seine

individuellen Vorstellungen wiederum sein

Bild von Gott formt, es entstellt und zur

Rechtfertigung von Lüge und Verrat missbraucht.

Weshalb fällt es uns so schwer, unsere

Nächsten als Abbilder Gottes zu erkennen

und zu respektieren, ihnen also den gebührenden

Anteil Göttlichkeit zu gewähren?

Warum berauben wir andererseits

Gott seiner grenzenlosen, unbeschreiblichen

und vor allem namenlosen weil

beipsiellosen Göttlichkeit? Der Bildnisentwurf

ist die häufigste Ursache für Hass,


34

ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Gewalt und Krieg, denn, sich ein Bildnis

von jemanden machen, bedeutet, ihn in

seiner Einzigartigkeit zu beschränken, ihn

seiner Freiheit und freien Entfaltung zu

entmächtigen.

Es ist allein die Liebe, die aus jeglichem

Bildnis befreit. Wer seinen Nächsten liebt

wie sich selbst, der macht sich kein Bildnis

von ihm, sondern liebt ihn so, wie er ist.

Somit lautet die Botschaft des 2. Gebotes,

einander kennen zu lernen, einander lieben

zu lernen. Durch die Liebe erkennen

wir vorurteilslos den Anderen als Abbild

Gottes, begegnen ihm mit aller gebührenden

Menschlichkeit und begreifen Gott in

seiner Göttlichkeit, in seiner Unsagbarkeit.

Dies fordert uns auf, unsere Fenster der

Seele zu öffnen und auch offen zu halten,

wenn es stürmt und regnet, es uns also

schwer fällt. Wären wir endlich alle dazu

bereit, an diesem die ganze Welt umfassenden

Ziel zu arbeiten, würden wir im

Namen Gott leben, statt ihn zu missbrauchen.

Danica Dajkic 1. Sem. OG

Du sollst nicht begehren deines

Nächsten Haus

Die im neunten Gebot enthaltene Kernaussage,

sich nicht ständig zu vergleichen

und nicht über andere stellen zu wollen,

spiegelt meiner Meinung nach weit mehr

als nur ein christliches Gebot wider. Es ist

das Grundprinzip wohl aller Religionen

und Grundlage vieler demokratischer

Staatsformen, die die Idee von der Gleichheit

oder besser von der Gleichberechtigung

des Menschen in ihren Mittelpunkt

stellen.

Das ständige Bedürfnis des Menschen,

wichtiger und bedeutender als andere zu

sein oder zumindest erscheinen, sie um

ihr Hab und Gut zu beneiden, wird auch

noch zunehmend durch den Einfluss der

Medien, z.B. in Form von Werbung verstärkt,

was letztlich auch dazu führt, dass

traditionelle Werte in Vergessenheit zu

geraten drohen und durch Konsumsucht

und Oberflächlichkeit ersetzt werden.

Der im 9. Gebot enthaltene Gedanke,

dass man weder Neid noch Missgunst

gegenüber seinem Nächsten empfinden

soll, sich somit auch nicht immer als der

Benachteiligte fühlen soll, den das Schicksal

ungerecht behandelt hat, stellt sich

gegen eine Entwicklung, die nach immer

mehr und teureren Luxusgütern schreit,

gebietet dieser, konsequent gelebt, Einhalt

und Besinnung auf das, was uns wirklich

wichtig ist.

Er trägt dazu bei, dass ein möglichst allgemein

gültiges Verständnis von Gerechtigkeit

und Solidarität erfolgreich immer

wieder neu definiert wurde und werden

kann.

Wenn diese Werte nun 1000, 2000 oder

auch 1 Million Jahre alt wären, so würde

ihr Sinn dennoch nicht verloren gehen,

denn der Mensch, so sehr er sich über die

Jahrhunderte verändert haben mag, ist im

Grunde immer noch derselbe Narr mit

denselben Ängsten und Problemen, wie er

es schon damals in der Steinzeit in seiner

der Höhle war.

Mitja Fellenberg 11b

Das 6. Gebot – Du sollst nicht

die Ehe brechen/ unkeusch

sein

Die Zehn Gebote. Die meisten haben

schon einmal davon gehört, doch ihre Bedeutung

gerät immer mehr in Vergessenheit.

Religion ist veraltet, von der Moderne

überrollt. Nicht zuletzt, weil der aufgeklärte

Mensch sich nicht mehr nur mit halben

Antworten zufrieden gibt. Es ist nicht mehr

wichtig zu glauben, man muss wissen.

Auch ich bin so ein Mensch. Dennoch gibt

es alte Werte, die für mich immerwährende

Gültigkeit besitzen. Das sechste Gebot

aus der christlichen Bibel lautet: Du sollst

nicht Ehe brechen. Dieses Gebot ist veraltet,

wenn man es in seinem historischen

Kontext betrachtet. Damals waren Ehen

eine Verbindung für das ganze Leben und

Ehebruch, wurde dieses Verbrechen von

Frauen begangen, konnte mit dem Aus


ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

stoß aus der Gesellschaft oder gar der

Todesstrafe geahndet werden. Heutzutage

ist diese Art von Denken in der westlichen

Welt nicht mehr vorstellbar. Ehen werden

geschlossen, können aber genauso leicht

wieder aufgelöst werden. In meinen Augen

ist das gut, denn eine Ehe ist etwas Schönes

und sollte nicht zu einer Kette werden,

die zwei Partner, welche nicht mehr miteinander

auskommen, gefangen hält.

Doch im übertragenen Sinne handelt dieses

Gebot für mich nicht nur von Treue,

sondern auch von Respekt. Sollte eine

Ehe nicht mehr intakt sein, ist es das Beste

sich scheiden zu lassen. Das gilt für

mich nicht nur für Ehen, sondern generell

für Beziehungen. Doch das Betrügen des

Partners mit einer dritten Person, egal von

welchem der beiden Partner begangen

und egal, ob innerhalb einer Ehe oder einer

ungebundenen Beziehung, ist mit das

Schlimmste, was ein Mensch dem anderen

antun kann. Es ist respektlos dem anderen

gegenüber, der einem sein Vertrau-

35

en und seine Liebe geschenkt hat. Ein

Verrat, der oftmals tiefe Wunden hinterlässt

und bisweilen sogar das Vertrauen in

die Mitmenschen schädigt.

Obwohl ich mich nicht als religiösen Menschen

bezeichne, interessiere ich mich

sehr für alle Arten von Religion, da sie

lange Zeit und zum großen Teil noch heute

die Geschicke des Menschen leiten und

sein Handeln und Denken prägen. Auch

wenn Religionen wie das Christentum in

der Vergangenheit falsch interpretiert und

ausgelebt wurden, was zum Beispiel zur

Hexenverfolgung und dem Mord an unzähligen

Menschen führte, ist es falsch zu

behaupten, Religion sei etwas Überlebtes

und beruhe nur auf Phantasien. Religionen

bieten den Menschen Richtungen für

ein gutes Leben und die Möglichkeit, an

ein Leben nach dem Tod zu glauben. Sie

sollten Trost in schweren Stunden spenden

und enthalten, trotz ihrer jahrtausend

alten Grundsätze, im Kern Werte wie

Gleichheit, Respekt und den Glauben an

das Gute in der Welt.

Melissa Ziegler 1. Sem .OG


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ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Während sich das Jahr 2007 nun langsam

seinem Ende zuneigt, rückt 2008 immer

näher und mit ihm die Zeit des Rückblicks

und Ausblicks. Was ist in den vergangenen

12 Monaten eindeutig schiefgelaufen?

Welche Entscheidungen bereue ich am

meisten? Was möchte ich im kommenden

Jahr endlich in die Tat umsetzen, das ich

2007 stets resigniert vor mir hergeschoben

habe? Da wäre zum einen der ewige Vorsatz

des Sporttreibens. Zwar ist mir bewusst,

dass ich mir vor genau zwölf Monaten

dasselbe Ziel gesetzt habe, aber wer

behauptet denn, dass es sich im vielversprechenden

kommenden Jahr nicht

diesmal verwirklichen ließe? Hatte ich mir

aber nicht bereits Silvester 2007 vorgenommen,

mindestens einmal in der Woche

schwimmen zu gehen und meine kostbaren

Samstage im Fitnessstudio zu verbringen?

Ich erinnere mich dunkel, dass

Schokolade ebenso tabu sein sollte, wie

Sahneeis, genauso wie ich mehr lernen,

früher ins Bett und weniger Geld ausgeben

wollte. Gute Vorsätze: schnell gefasst,

ernst gemeint, rasch verworfen, noch

schneller vergessen. Ein neues Jahr - eine

neue Chance auf echten Neubeginn und

grundlegende Veränderung?

Doch mein schlechtes Gewissen lässt sich

eindeutig damit beruhigen, dass ich nicht

die Einzige bin, die mit guten Vorsätzen

beladen, ins neue Jahr startet. Laut dem

Kölner Psychologen Reinhard Finger tun

das sogar nahezu alle Bundesbürger und

scheitern natürlich kläglich. Er warnt zudem

davor, sich mit zu vielen, zu hochgesteckten

Zielen zu überfordern. „Wer alles

ALLE JAHRE WIEDER…

auf einmal schaffen will, ist meist zum

Scheitern verurteilt“, sagt Finger. „Hinterher

ist die Enttäuschung groß und der Leidensdruck

noch stärker.“ Deshalb gilt auch

hier: Weniger ist manchmal mehr!

Doch woher kommt eigentlich dieser Mythos

des Neubeginns und Umsturzes, an

dem so viele Menschen festhalten, wenn

sie das bevorstehende Jahr mit Sekt,

Fondue, „Dinner for One“ und Luftschlangen

einläuten? Mag sein, dass wir uns und

die Welt um uns herum ausgerechnet zu

Silvester ein klein wenig verbessern wollen.

Zu Silvester soll uns allen ein bisschen

Naivität erlaubt sein, die aber auch

nur an jenem Tag über die Realität siegt.

Neuer Anfang, neue Träume, neue Hoffnungen,

neue Wünsche, neue Pläne, neue

Vorsätze, neues Jahr - alles neu!? Natürlich

nicht! Dennoch stehen Sporttreiben

und ein Leben in vollkommener Askese

wieder ganz oben auf meiner Neujahrsliste.

Und Schokolade ist sowieso tabu!

Sophia Zichel 11d (doppelqualifizierender

Bildungsgang)

INTERVIEW:

„Was ist eigentlich Chanukka?“

Wenn Christen und Atheisten ihre

Weihnachtsbäume kaufen, holen die

Juden ihre Chanukkiá vom Schrank

und machen sie festtagstauglich. Doch

was ist eigentlich Chanukka? ANNA-

FREUD-CULT(URE) hat den Rabbi-


ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

nerstudenten Jona Simon zum Thema

Tradition, Ursprung und Kommerzialisierung

befragt.

Welche Gefühle verbinden sie mit

dem jüdischen Lichterfest?

Chanukka ist für mich ein Feiertag, der

Gemütlichkeit verströmt. Das liegt bestimmt

daran, dass er im Winter liegt.

Draußen ist es kalt und regnerisch,

während es drinnen schön warm und

gemütlich ist.

Wie stimmen Sie sich auf Chanukka

ein?

Eine große Einstimmungsphase gibt

es eigentlich nicht. Die Einstimmung

kommt automatisch mit der Vorbereitung.

Ich hole den Chanukkaleuchter,

die „Chanukkiá“, vom Schrank und

putze ihn. Meist sind noch Wachsreste

vom Vorjahr dran. Dann besorge ich

Chanukkakerzen. Das sind Kerzen, die

etwas dünner sind und in den Leuchter

passen. Man kann sie in 45er Packungen

kaufen. Man braucht ja am 1. Tag

eine Kerze, am 2. Tag zwei und so

weiter. Dazu kommt für jeden Tag eine

Kerze, mit der man die anderen anzündet.

Man nennt sie „Schamasch“,

was ‚Diener’ bedeutet. Das macht zusammen

44 Kerzen, eine als Ersatz

macht 45.

Wo liegen eigentlich die Ursprünge

dieses jüdischen Feiertags?

Im Jahr 332 vor Christus eroberte Alexander

der Große den gesamten Mittleren

Osten. Auch Judäa, so hieß der

37

jüdische Staat damals, wurde von den

Griechen beherrscht. Alexanders

Nachfolger Antiochus IV. wollte allen

Völkern den Glauben an die Götter der

Griechen aufzwingen. Der Heilige

Tempel in Jerusalem wurde entweiht

und dem Gott Zeus geweiht. Im Hof

des Tempels wurden zudem Götzenbilder

aufgestellt. Einer der Priester,

Matitjahu aus Modi´in, kämpfte mit seinen

fünf Söhnen und anderen Männern

gegen die Griechen und vertrieb

sie aus Jerusalem. Das geschah im

Jahr 165 vor Christus. Der Tempel

wurde gereinigt und wieder geweiht.

Es gab im Tempel einen großen siebenarmigen

Leuchter, die Menorah.

Für diesen Leuchter brauchte man besonderes

Öl, man fand allerdings nur

noch einen kleinen Krug mit dem Siegel

des Hohepriesters. Es dauerte

aber acht Tage, um neues Öl herzustellen.

Als man den einzigen Krug Öl

benutzte, brannte dieses wie durch ein

Wunder acht Tage lang, bis neues Öl

hergestellt war. Deswegen feiert man

acht Tage lang das Chanukkafest

Wie feiern Sie Chanukka?

Das Wichtigste ist natürlich das Anzünden

der Chanukkiá nach Sonnenuntergang.

Jeder bei uns zu Hause hat

seine eigene. Wir stellen sie ins Fenster,

damit man sie von draußen sehen

kann. Wir laden oft Freunde ein oder

werden selber eingeladen. Wir essen

zusammen und spielen Dreidel. Ein

Dreidel ist ein Kreisel mit vier Seiten,


38

ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

auf denen jeweils ein Buchstabe steht:

N-G-H-Sch. Diese vier Buchstaben

stehen für den Satz „Nes Gadol Haja

Scham“, „ein großes Wunder geschah

dort“. In Israel steht statt Sch

(scham=dort) ein P (po=hier). Man

dreht den Dreidel und je nachdem,

welcher Buchstabe oben liegt, muss

man mit Geld oder Süßigkeiten bezahlen

oder bekommt etwas aus dem Topf

in der Mitte.

Das klingt nach sehr viel Wärme,

Geborgenheit und vor allem Tradition.

Welche mögen Sie denn an diesem

Fest am meisten?

Das Kerzenanzünden und das Essen.

Wie sieht ein traditionelles Festessen

zu Chanukka aus?

Es gibt kein traditionelles Festessen,

jedenfalls nicht so, wie an anderen Tagen.

Oder würdest Du Kartoffelpuffer

als Festessen bezeichnen? Man isst

traditionell Dinge, die mit Öl gemacht

sind. Die jüdischen Kartoffelpuffer heißen

Latkes - ich mag sie am liebsten

mit Apfelmus oder Lachs. Manchmal

gibt es auch Berliner/Pfannkuchen.

Fahren Sie zu Chanukka eigentlich

weg? Besuchen Sie Verwandte oder

pilgern Sie sogar zu dem historischen

Ort Modi’in?

Ich fahre am ersten Chanukka-Tag

nach Hamburg. Dort wohnt mein Vater

und die Gemeinde in Hamburg ist meine

erste Praktikumsgemeinde als

Rabbinatsstudent. Zum Verreisen fehlt

mir leider die Zeit und das (Chanukka-)

Geld. Nach Modi´in pilgere ich nicht.

Das werde ich wahrscheinlich auch in

nächster Zeit nicht tun.

Die Kinder erhalten zu Chanukka

sogenanntes Chanukka-Geld. Was

kann man sich darunter vorstellen?

Darunter kann man sich Geld vorstellen☺.

Es hat sich so entwickelt, dass

die Kinder zu Chanukka Geld geschenkt

bekommen, wahrscheinlich als

Entschädigung für die Weihnachtsgeschenke

der anderen Kinder. Der Feiertag

an sich ist allerdings ein sehr unbedeutender,

verglichen mit vielen anderen.

Seine Bedeutung ist in den letzten

Jahren jedoch stark aufgebauscht

worden. Dass das mit Weihnachten

zusammenhängt, ist offensichtlich.

Chanukka ist also ein Fest, an dem

man sich nicht beschenkt. Das bedeutet

ja, dass Sie sich nicht den

Kopf über Weihnachtsgeschenke

zerbrechen und durch die Einkaufsstraßen

hetzen müssen.

Ehrlich gesagt, bedauere ich die meisten

Menschen sogar, wenn ich sie von

Geschäft zu Geschäft rennen sehe,

völlig verzweifelt, weil sie nicht wissen,

was sie kaufen sollen oder müssen,

um ihre Verwandten zu befriedigen.

Durch die völlige Kommerzialisierung

haben sie den Gedanken und Sinn des

Festes völlig aus den Augen verloren.


ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Das ist eine interessante Aussage.

Wie erleben Sie denn das christliche

Weihnachtsfest?

Es wäre gelogen, wenn ich sagen

würde, ich bekäme es nur am Rande

mit. Gerade gestern habe ich gesehen,

wie der Weihnachtsmarkt an der Wilmersdorfer

Straße aufgebaut wurde.

Es weckt zwar keine starken Emotionen

in mir - obwohl ich mich schon auf

den Glühwein freue - gehört aber irgendwie

zum Winter dazu. Lustige Situationen

sind zum Beispiel, wenn mir

den ganzen Tag „Frohes Fest“ oder

„Fröhliche Weihnachten“ gewünscht

wird. Noch lustiger ist es, wenn mir die

muslimische Verkäuferin im Supermarkt

„Frohe Weihnachten“ wünscht

und ich „Ihnen auch“ antworte und keiner

von uns beiden am 24. Dezember

in der Kirche anzutreffen sein wird.

Um noch einmal auf die Kommerzialisierung

eines Feiertages zurückzukommen:

Es ist doch offensichtlich,

dass dies inzwischen auch mit

Chanukka geschieht. Jüdische Familien

werten Chanukka als „Weihnukka“

auf und beschenken sich

trotz der gegensätzlichen Tradition.

Wie denken Sie darüber?

Es stimmt schon, dass Chanukka zunehmend

kommerzialisiert wird, obwohl

das in Deutschland nicht ganz so

extrem ist, wie zum Beispiel in den

USA. Noch kann ich in Deutschland

keine Riesen-Chanukkiá kaufen, um

sie auf meinem Auto zu befestigen. Es

39

gibt hier keine Wettbewerbe, wer die

größte Weihnukka-Dekoration auf seinem

Garagendach aufbaut. Viele Eltern

schenken ihren Kindern etwas,

damit diese sich nicht völlig ausgeschlossen

fühlen, wenn sich die anderen

Kinder in der Schule erzählen, was

sie zu Weihnachten geschenkt bekommen

haben. Dagegen ist auch

nichts einzuwenden, solange man den

Sinn und Charakter des Festes nicht

vergisst. Wenn Chanukka und Weihnachten

jedoch zu Weihnukka verschmelzen

und man womöglich noch

einen „Weihnukka-Busch“ ins Wohnzimmer

stellt, ist das eine Sache, die

ich nicht für erstrebenswert halte.

Welcher bedeutende Unterschied

besteht Ihrer Ansicht nach zwischen

Chanukka und Weihnachten?

Der bedeutendste Unterschied ist,

dass es überhaupt keine Gemeinsamkeit

gibt. Außer dem ungefähr gleichen

Datum. Letztes Jahr begann Chanukka

bereits Ende November, dieses Jahr

beginnt es Ende Dezember.

Wie denken Sie über religiöse Feiertage

im Allgemeinen und welchen

Rat würden Sie Ihren gläubigen und

nichtgläubigen Mitmenschen diesbezüglich

mit auf den Weg geben?

Jede Religion hat ihre Feiertage mit ihren

ganz speziellen Inhalten und diese

Inhalte sollte man nicht gering schätzen.

Wir können unsere - wahrscheinlich

- christlichen Nachbarn besuchen


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ANNA-FREUD-CULT(URE

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und sie wiederum zu uns einladen, um

so voneinander über die Feiertage des

Anderen zu lernen. Wir können Gemeinsamkeiten

und Unterschiede entdecken.

Diese Unterschiede sind wichtig.

Es leben Milliarden Menschen auf

der Welt, aber keine zwei Gesichter

sind gleich. Es wäre vielleicht einfacher

gewesen, wenn Gott uns alle

gleich gemacht hätte. Aber er liebt die

Vielfalt – und genau das sollten wir

auch tun.

Ich danke Ihnen für dieses Interview.

Sophia Zichel 11d


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Ensemble, c’est tout

«Ensemble, c’est tout!» - une critique de film de Bircan Eckert (LK Französisch)

> est un film

de Claude Berri, un réalisateur,

acteur, producteur et

scénariste français de cinéma.

Dans le film, il s ‘agit de

quatre personnes qui ont au

début peu de contact avec le

monde extérieur. Chaque personne

est confronté à ses propres

problèmes.

Philibert vit dans son propre

monde. Il est vendeur de

cartes postales dans un petit

magasin. Il souffre d’un défaut

de prononciation et par conséquent,

il visite un orthophoniste

pour réaliser son rêve

et devenir acteur.

Franck est le colocataire de Philibert. Il est

cuisinier dans un restaurant. Sa vie n’est

pas particulièrement enivrante. Il passe ses

loisirs avec des affaires de femmes ou en

visitant sa grand-mère malade, Paulette,

dans la maison de retraite.

En outre, il y a aussi Camille, une femme

anorexique, qui se dispute plusieurs fois

avec sa mère à cause de sa maladie.

Camille a des problèmes graves avec sa

mère.

Pendant une grippe lourde, Philibert lui

offre de vivre chez lui. D’abord, il y a

beaucoup de malentendus entre elle et

Franck, mais finalement il se développe un

amour véritable entre les deux, un amour

avec des détours.

Le film vise à nous démontrer qu’ on peut

atteindre beaucoup en partageons la vie,

c’est-à-dire en vivant ensemble. On se

soutient mutuellement et on est là l’un

pour l’autre dans des périodes mauvaises.

On devrait parler avec des autres de ses

problèmes et de ses craintes au lieu de se

renfermer.

Zur Anzeige wird der QuickTime

Dekompressor „TIFF (Unkomprimiert)“

benötigt.

41

Claude Berri, nous présente

pas un film avec beaucoup

d’effets spéciaux. Son intention

est plutôt de de faire passer

le message. Au niveau du

langage cinématographique, il

n’y a pas beaucoup de moments

excitants dans le film,

mais il ne devient pas ennuyeux.

Il éveille des sentiments

et des émotions, ce qui

encourage à réfléchir à la vie.

En outre, il y a aussi quelques

situations dans lesquels on

peut bien rire et le choix des

acteurs était très bon. Ils

montrent grand talent. La musique a été

également bien choisie. Les chansons sont

très significatives et réussissent à souligner

les particularités des personnages.

C’est un bon film pour des élèves, puisque

la langue est – à part quelques passages

argotiques - compréhensible et on peut

facilement suivre les actions.

Pour conclure: Le film m’a plu, parce qu’il

est très réaliste et triste. On commence à

réfléchir à la vie et on remarque que la

famille et des amis jouent un rôle très important

dans la vie. Ils nous aident à sourire

tout de même.

Date de sortie en France : 21 Mars 2007

Une comédie dramatique réalisée par

Claude Berri d’après le roman d’Anna Gavalda

Avec Audrey Tautou, Guillaume Canet,

Laurent Stocker, Francoise Bertin

Le film passe encore à Berlin au „Babylon“

à Kreuzberg (en version originale, vo)


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Anna Gavalda

Anna Gavalda, écrivaine contémporaine de

la France a réussi à enregistrer plusieurs

grands succès au marché international des

livres. L'oeuvre le plus connue, c'est le

roman "Ensemble, c'est tout" de l'année

2004 dont l'adaptation cinématographique

("Zusammen ist man weniger allein")

passe actuellement dans les cinémas allemands.

Dans l'Hexagone, la jeune Anna

Gavalda (37 ans) compte parmi les auteurs

les mieux gagnants; cependant, elle n'est

pas du tout devenue arrogante ou

exagérante. Elle ne se vante pas d'être tant

célèbre - elle n'a jamais fait beuacoup de

publicité pour elle-même! C'est plutôt le

public qui l'a aidée à avoir du succès et qui

estime sa sensibilité. S'étant décidée pour

cette profession, Anna Gavalda travaille à

la maison et dans la solitude absolue qui la

déprime toutefois. Son monde, ce sont les

mots; elle ne se sert que des 26 lettres de

l'alphabet pour créer une nouvelle histoire

qui doit divertir les lecteurs.

Ce n'est pas un sens profond qui fascine

ceux-là, c'est peut-être la nonchalance et le

style vif et subtil. Ainsi, Anna Gavalda n'a

pas pour but d'assimiler sa biographie,

mais d'exprimer son imagination. Le résultat:

le lectorat féminin a catapulté les livres

de la jeune Française au sommet des listes

des best-sellers.

Quel succès surprenant!

Claude Berri

Eva Löblein (LK Französisch)

Claude Berri ou Claude Langmann est né à

Paris le 1 er juillet en 1934. Il est un acteur,

un réalisateur, auteur de scénario et un

producteur de film.

Ses deux fils, nommé Julien Rassan et

Thomas Langmann, sont des acteurs aussi

et Thomas en outre est un réalisateur.

Depuis 2004 Claude Berri est le président

de la Cinémathèque française. Berri a produit

plusieurs films qui comptent parmi les

co-productions internationales les plus

importantes. Par exemple la mise en

œuvre de la BD «Astérix et Obelix

contre Caesar » avec Gérard Depardieu

au rôle principal.

L’échelle des genres est vraiment

grande pour un réalisateur : Berri a fait

plusieurs comédies, drames historiques,

documentaires d’animaux, films

érotiques et un film au sujet des mineurs.

Stefan Tonn (LK Französisch)


ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina 43

„Maria Magdalena“. Die bürgerliche Familie

im Wandel der Zeit

Im Gorki-Theater werden die Werke großer Autoren nicht nur „heruntergespielt“,

sondern auf neue Weise interpretiert

www.joerg-sieger.de ©

Die sonst so kalte Atmosphäre des Theaters

wird an diesem Freitagabend im Maxim-Gorki-Theater

ersetzt durch eine Bühne

aus dunklem Holz, die dem Zuschauer

im ersten Moment den Eindruck von

Schlichtheit und Einfachheit vermittelt. Erst

im Laufe des Stücks, inszeniert von Jorinde

Dröse, löst sich das starre Bild, die

Bühne erweist sich als wahrer Verwandlungskünstler,

indem sie sich gleich dreier

Ausgänge an den Seiten, zwei aufklappbarer

Bodenöffnungen und einer im Hintergrund

befindlichen hochfahrbaren Ku-

lisse bedient. In unsere Zeit transferiert

erscheinen die von Susanne Schuboth

entworfenen freakigen Kostüme: Leonhard

in grünen Schuhen und dazu ein hoch

stehendes Kragenhemd, Klara mit auffallendem

blauen Kleidchen und Kniestrümpfen.

Zu Beginn des Stückes wird eine Spannung

dadurch erzeugt, dass eine Frau sich

mittig im hinteren Teil der Bühne positioniert,

in einer Körperhaltung, die der Symbolik

einer Heiligen entspricht und dem

Titel zufolge Klara, der Tochter Meister

Antons, entsprechen würde. Kurz darauf

wird das Publikum über den dramaturgischen

Einfall Carmen Wolfram aufgeklärt,

indem die sehr jung wirkende Klara, gespielt

von Anika Baumann, aus dem Rock

ihrer schon sehr zerbrechlich wirkenden

Mutter, verkörpert durch Ruth Reinecke,

hervorkommt, um sich gleich darauf wieder

in den Schutz des Rockes ihrer Mutter

zu begeben. Immer wieder löst sich die

Mutter von ihrem Kind, doch Klara möchte

nah bei ihr bleiben. Hier wird in kurzen

Augenblicken auf metaphorische Weise

die Beziehung Klaras zur Mutter gezeigt:

Klara hängt an ihr, scheint abhängig sein,

sucht Schutz, hingegen ist die Mutter bestrebt,

sich von ihr zu lösen, sie auf eigenen

Füßen stehen zu lassen. Der Einstieg

ist innovativ und charakteristisch für die

Darstellung der Charaktere: Der Regisseur

hält sich nicht exakt an die Vorlage, doch

wird die Kernaussage des Romans klar

herausgestellt. In gleicher Weise verhält

es sich mit Leonhard, der als Karrierist

und Vertreter der aufstrebenden Bourgeoisie

wunderbar dargestellt wird. Vor

allem in der Szene, in der er seine Akten

sortiert, sie archiviert und abheftet. Dieser

Vorgang wiederholt sich und spiegelt

wunderbar die Mechanisierung des Menschen

auf der einen und die Einfältigkeit

Leonhards auf der anderen Seite wider.

Ein anderes Mittel stellen die in dunklem

Lichte dargestellten Traumsituationen dar,

in denen Klara das Erlebte verarbeitet und

dem Zuschauer ermöglicht wird, sich in

das „Innere“ ihrer Person hineinzuversetzen.

Klara, die von Leonhard schwanger

ist, ist einem großen Druck ausgesetzt,

der sich steigert und mit ihrem Selbstmord

endet. Man merkt, dass nicht nur die Geburt

eines unehelichen Kindes, sondern

auch der Selbstmord verpönt ist. Der Vater

weiß nichts von diesem Kind und Klara hat

Angst vor dem angekündigten Selbstmord

des Vaters, denn wenn sie am Leben

bleibt und es gebärt, bringt sie Schande

über die Familie. Bedient sie sich aber des


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ANNA-FREUD-CULT(URE

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Todes als letztem Ausweg, indem es aussieht

wie ein tragischer Unfall, so wären

ihrer Ansicht nach alle Probleme gelöst.

Lieber tötet sie sich selbst als den Ruf der

Familie zu gefährden. Diese Verzweiflung

Klaras zeigt sich in Wutausbrüchen und in

der Bitte, Leonhard auf der Stelle heiraten

zu dürfen, nicht aus Liebe, sondern um

den Selbstmord des Vaters zu verhindern.

Der Konflikt, der entsteht bei dem Aufeinandertreffen

von Meister Anton mit Leonhard,

ist Ausdruck einer sich wandelnden

Gesellschaft, einer überholten, feudalen

Weltanschauung, die abgelöst wird durch

neue Werte, die sich konzentrieren auf

Profit und individuellen Erfolg um jeden

Preis, unabhängig von Stand und familiärem

Hintergrund. Diese neue, sich entwickelnde

Klasse, die Bourgeoisie, wird

durch Leonhard repräsentiert.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Julian

Mehne, welcher die wahre Liebe Klaras,

den Sekretär, darstellt. Es ist nicht ganz

ersichtlich, ob er gewollt skurril und humorvoll

dargestellt werden sollte oder ob

es an seinen körperlichen Voraussetzungen

liegt, dass er, ähnlich wie Otto Waalkes,

etwas tollpatschig ist und als Auflockerung

des ansonsten ernsten und dramatischen

Stücks dienen soll. In jedem

Fall tut er dies glänzend und gewinnt jedem

der Zuschauer ein Lächeln ab.

Auf den letzten Metern wird das Stück

wunderbar abgerundet durch das Gitarrenspiel

Karls, der ausbricht aus diesen

engen Verhältnissen, um sich seinen

Traum erfüllen zu können, Matrose zu

werden. Diese Botschaft stößt auf Anerkennung,

vor allem auch im jungen Publikum,

das sich bekräftigt fühlt, eigene Ziele

und Träume in die Tat umzusetzen.

Das Maxim-Gorki-Theater gilt im Allgemeinen

als experimentierfreudig und

zeichnet sich dadurch aus, dass es Werke

großer Autoren nicht „herunterspielt“, sondern

vielmehr neu interpretiert und ihnen

ein zeitgemäßes Gesicht verleiht. Insgesamt

ein Theater, das mir persönlich sehr

gefallen hat, das nicht bei der Aussage

des Buches bleibt, sondern darüber hinaus

Denkanstöße gibt und trotzdem der

Intention Hebbels entspricht. Der Besuch

dieser Inszenierung hat sich in jedem Fall

gelohnt und es bedarf nur noch der abschließenden

Bemerkung, dass keiner

diese Inszenierung verpassen sollte.

Valentin von Oy


ANNA-FREUD-CULT(URE

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Korrespondenz mit Afrika

Der LK Englisch, 3. Semester, von Frau

Klueg-Hoffmann, schrieb sich mit einer

Familie in Afrika Briefe. Die Schülerinnen

und Schüler schickten ihre Texte und Fotos

sowie eine Einmal-Kamera über eine

Organisation und erhielten noch etlichen

Wochen tatsächlich eine Antwort. Die hier

45

abgebildeten Fotos zeigen die Kinder mit

ihrer Familie, die sich für die Fotosession

sichtlich herausgeputzt hatten. Was in den

Briefen stand, das müsst Ihr die Schüler

des Kurses selbst fragen, denn sie haben

uns bis heute leider keine Text eingereicht,

die wir Euch präsentieren könnten.


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Und das sind die Fotos, die nach Afrika gingen.


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Praktikum in der Altenpflege und im Gesundheitswesen

Schülerinnen und Schüler der 07.C Berufsfachschule berichten über ihre Erlebnisse

12.11.2007, 23.30 Uhr, Frau X verstirbt.

Zwischen 9.00 und 9.30 Uhr des folgenden Tages erscheint das Bestattungsinstitut und holt

sie aus ihrer Wohnung des betreuten Wohnen. Sie liegt auf einer Liege, mit Tüchern abgedeckt,

und wird in einen mit Vorhängen verkleideten Bus, die das Innenleben vor neugierigen

Blicken schützen, hineingeschoben.

Im ersten Moment bin ich schockiert und bestürzt, doch dieses Erlebnis gehört traurigerweise

zu dem Beruf und Alltag des Altenpflegers dazu.

Nastasja

Intensivstation – Kehlkopfkrebs - Loch im Hals, - Schlauch durchgezogen - Not-OP -

Das war mein erster Arbeitstag. Ich musste in die dritte Etage zur Intensivstation. Dort lag ein

Mann mit offenem Hals im Bett. Er wurde gerade operiert. Eine Stunde nach dem Eingriff

verstarb der Patient.

Es war traurig anzusehen, wie alle Geräte abgeschaltet wurden.

Nicole

Seine Augen sind feucht, als ob er gleich anfangen wird zu weinen. Er bleibt ganz still sitzen

und versucht mir mit trauriger Stimme etwas aus seinem Leben zu erzählen: „Ich will nicht 92

Jahre alt werden, eher würde ich sterben“. Diesen Satz bekomme ich eine Weile nicht aus

meinem Gedanken.

Wir sitzen am Frühstückstisch und gratulieren einem Senioren zu seinem Geburtstag. Er

sieht aber unglücklich und verzweifelt aus. „Ich bin erst 82 Jahre alt und will nicht noch 10

Jahre älter werde.“ Ich fühle mich unwohl und traurig zugleich.

Loren

Für eine Weile ist sie ganz still. Ich bemerke, wie sie sich wünscht, wieder jung und beweglich

zu sein. Sie erinnert sich zurück an die schöne Zeit mit ihrem Mann und ihrem gemeinsamen

Sohn. Ich würde ihr jetzt so gerne irgendwie helfen, doch ich weiß nicht wie. So nehme

ich sie in den Arm und streichle sie am Rücken. Da läuft auch schon eine Träne über ihre

Wange und ihre Worte machen mich so traurig, dass auch ich meine Tränen nicht mehr halten

kann. Ihre Hände fangen an zu zittern. Auf dem Foto, das sie in den Händen hält, sieht

man ihren älteren Sohn, der mit 30 Jahren verstorben ist.

Lisa D.

In dem Altersheim, in dem ich arbeite, haben wir auf meiner Station die meisten Patienten

der Pflegestufe II oder III, d.h., dass sie kaum noch Dinge alleine tun können, meist aufgrund

ihres hohen Alters. Umso mehr geht es mir nahe, als ich von dem Schicksal einer Frau höre,

aus deren Zimmer man immer die Musik des Jugendsenders Kiss fm hören kann.

Im Speisesaal hatte ich die Patientin noch nie gesehen. Als ich den Raum zum ersten Mal

betrete, wird mir klar warum. Sie ist erst 40 Jahre alt, die Haare sind noch braun, stark und

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lang. Eine der Betreuerinnen erklärt mir, dass sie aufgrund einer allergischen Reaktion auf

einen Bienenstich so schwer erkrankt ist, dass sie weder reden noch laufen kann. Mit 37

Jahren hat sie diese Biene gestochen, ihr Sohn war damals erst zwei und ihre Tochter 12

Jahre alt. Ihr Mann besucht sie fast täglich und ihr Zimmer hängt voller Bilder mit ihren Kindern.

Sie selbst sieht mich immer mit so klaren Augen an.

Lucia

Jeden Tag denselben Weg, dieselbe Tätigkeit. Tür auf, die alten Flaschen und Gläser heraus,

die neuen Flaschen hinein, ins Zimmer auf den Nachttisch, Tür wieder zu. Als ich den

langen Flur wieder hinunter gehe, springt mit einem Mal die Tür auf, die Schwester schießt

heraus und meckert mich an, ich solle gefälligst mehr Gläser hinstellen und meine Arbeit

richtig machen, da sie sonst nur hinter mir herarbeiten müsse. Total geschockt stehe ich da

und weiß nicht, was ich als erstes sagen soll.

Das war mein erster Tag.

Alexa

Jeden Morgen, kurz vor 10 Uhr, wartet sie schon auf mich. Wenn ich das Altersheim betrete

und sie sehe, freut sie sich sehr und fragt, wie es mir gehe und wann wir denn spazieren

gehen können. So ziehe ich mich schnell um und gehe sogleich hinüber zu Frau R.. Sie hat

erfahren, dass ich in der gleichen Straße wohne, in der sie dreißig lange Jahre gelebt hat.

Wenn sie mich sieht, erinnert sie sich an ihre Kinder, wie sie vor dem Haus immer gespielt

haben und sie nach der Arbeit von der Bushaltestelle abgeholt haben.

Ich hole sie von ihrem Zimmer ab und dann gehen wir in das Cafe des Waldkrankenhauses.

Wir trinken Kaffee, unterhalten uns und die Trennung am Ende fällt ihr meist sehr schwer.

Jeden Tag wartet sie aufs Neue auf mich. Ich spreche gerne mit ihr, um ihr die Zeit ein wenig

zu vertreiben. Erst kürzlich hat sie ihren Sohn verloren und die anderen Kinder besuchen sie

nicht allzu häufig.

Tatjana

Tac, Tac (polnisch: ja), gebeugt und mit magerem Körper, am Tisch fixiert, treffe ich jeden

Morgen den polnischen Professor an. Seine Gestalt ähnelt einem Furcht erregenden Wesen

aus einem Horrorfilm. Weiße, wirr abstehende Haare, milchig blaue Augen.

Kurz nach dem täglichen Waschen der Patienten beginnt mein Arbeitstag im Dominicus-

Krankenhaus. Herr S. leidet an der Parkinson Krankheit. Er ist auf jede nur erdenkliche Hilfe

angewiesen. Jeden Morgen füttere ich ihn und fühle seinen sich alle zehn Sekunden wiederholenden

Schmerz mit. Immer mehr beginne ich ihn zu mögen und denke nun auch außerhalb

des Krankenhauses öfter an ihn. Jedes Mal spüre ich, wie er meine Anwesenheit bemerkt

und sich über mein Kommen freut.

Mit fröhlicher Stimme tönt mein „Guter Morgen“ über den Flur, auf dem Weg zu ihm, dem

kleinen polnischen Professor mit dem zotteligen Haar. Da erblicke ich durch die halbgeöffnete

Tür eine Frau auf dem Bett meines Patienten sitzen, die mich mit strengem Gesicht anblickt.

Mir wird kalt und jegliche Lust an meinem Praktikum vergeht mir augenblicklich.

Gamze


ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Ein Patient, kaum noch fähig, etwas alleine zu machen, isst seit einer Woche kaum noch

etwas und muss flüssig ernährt werden. Als ich am Mittwoch noch einmal zu ihm gehen will

und ihn dazu bringen möchte, doch wenigstens etwas von seinem Brot abzubeißen, sehe ich

beim Eintreten in sein Zimmer, dass er in seinem Bett kauert und selbständig isst. Laura

Mit einer gewissen Freude betrete ich das Zimmer, die Vorhänge sind zurückgezogen und

für einen Augenblick scheint die Sinne auf das Bett. Herr M. schläft noch in aller Ruhe und

sein Gesicht sieht aus, als würde er von etwas Schönem träumen. Ich wecke ihn sanft, begrüße

ihn freundlich mit einem „Guten Morgen, Herr M., wie haben Sie geschlafen?“ und

erkläre ihm ruhig, was die Schwester und ich, die mittlerweile mit im Zimmer ist, heute mit

ihm vorhaben. Nachdem wir ihn gewaschen und rasiert haben, kommt uns die wunderbare

Idee, Herrn M. auf einen Stuhl vor das Fenster zu setzen. Gesagt, getan. Der Patient, der

schon lange Zeit nicht mehr aus seinem Bett gekommen ist, strahlt glücklich, schaut hinaus

aus dem Fenster und sagt: „Was für ein wunderschöner Morgen!“

Natascha

Zusammen mit meinem Betreuer holen wir Herrn S. ab. Er ist 95 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl.

Trotz dieser Einschränkung ist Herr S. geistig sehr fitt. Danach holen wir seine Frau

ab, die in einer WG für an Demenz erkrankte, ältere Menschen lebt. Aufgrund ihrer Krankheit

kann sie ihren Mann nicht mehr pflegen. Als sich die beiden sehen, denkt die Frau, ihr Mann

sei ihr Vater. Herr S. redet daraufhin auf seine Frau ein, spricht sie zärtlich mit „mein Mäuschen“

an und küsst sie. Da erinnert sie sich wieder und sie nimmt seine Hand in die ihre.

Diese Situation hat mich sehr beeindruckt, das war etwas Neues für mich, etwas, was ich

noch nie erlebt habe.

Stylianos

In einer Zahnarztpraxis gibt es viele interessante Instrumente. Wie viele es allein für die

Mundgeschichte gibt, hat mich sehr erstaunt. Da finden sich z.B. Hebel, Zangen, Löffel und

Skalpells, alles etwas gruselig. Ab und zu denke ich, wenn ich alle diese Werkzeuge sehe,

an einen Horrorfilm. Das kann mir richtig Angst machen.

Aber auch die Patienten haben Angst vor dem Zahnarzt. Die fangen an zu zittern, machen

ihre Augen zu und werden rot im Gesicht. Ich weiß nicht, warum ich es ein wenig lustig finde,

wenn ich die Menschen so sehe. Vielleicht weil ich froh bin, nicht selbst der Patient zu sein.

Unangenehm finde ich es hingegen, wenn Zähne gezogen werden. Wenn die Zahnärztin

dann kräftig rüttelt, zieht und hebelt, dann bereitet mir das Kopfschmerzen.

Ruzica

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ANNA-FREUD-CULT(URE

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Ankündigung:

Projekttag zum Thema

„Widerstand“

Verschiedenes

Kino-Tipps

Liebe Schülerinnen, liebe Schüler,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit 30 Jahren strömen Schüler und Lehrer

aus dem U- Bahnhof Halemweg auf dem

kürzesten Weg ins Lehrgebäude. Sie fallen

also morgens aus der U- Bahn heraus,

in die Schule hinein und nachmittags geschieht

das Ganze in umgekehrter Richtung.

Das obige Straßenschild steht nur ein paar

Meter von unserem

Schuleingang entfernt an der

nächsten Straßenkreuzung

und hatte deshalb bisher

keine echte Chance auf

gebührende Beachtung, da es

einfach nicht in der

Einflugsschneise steht.

Vielleicht ist das mit ein

Grund, weshalb bis vor einem

Jahr niemand von uns auf die

Idee kam, mit unserer

Anschrift eine Person zu

verbinden. Vielleicht hätten wir es früher

und besser wissen können, wenn der U-

Bahnhof nur anders gestanden hätte.

Nun aber ist es klar: Die Straße ist nach

dem Widerstandskämpfer Nikolaus von

Halem benannt.

Im November 2006 wurde auf der Jahressitzung

des Fördervereins der

Anna-Freud-Schule ein Antrag auf

Unterstützung eines Projektes zum

Thema Widerstand- in

Charlottenburg und anderswo

eingebracht und angenommen.

Wenn das Projekt die Zustimmung

der Schülerschaft sowie des

Kollegiums findet, kann weiter und

genauer über Ziel, Form und

Zeitpunkt des Unternehmens

entschieden werden.

Foto: www.charlottenburg-nord.de

Mit freundlichen Grüßen


ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

Gabriele Neumann-Schirmbeck

Sneak-Preview in der Kurbel

Jeden Montag, so gegen 21.30h, ist etwas

ungewöhnliches in der Nähe des Oliver

Platz zu beobachten. Auf einer kleinen

Freifläche, die von dem Licht einer Leuchtreklame

in roten, schwummrigen Schein

getaucht wird, stehen kleine Grüppchen

von jungen Erwachsenen. Es tauchen

immer wieder neue Menschen auf, die von

einigen der Wartenden freundlich begrüßt

werden. Es wird geredet, geraucht und

getrunken. Je später es wird, je mehr sich

der Stundenzeiger der 10 nähert, desto

mehr Menschen versammeln sich. Teilwiese

wird nach fehlenden Mitgliedern

telefoniert, denn Stunde Null ist nicht mehr

fern!

Dieses Schauspiel wiederholt sich regelmäßig.

Aber wieso? Was bringt Berliner

Jugendliche dazu, an einem Wochentag

51

so spät scheinbar ziellos in der Gegend

zustehen?

Es ist einfach: Das Treiben ist nicht ziellos,

es ist motiviert! Das Neonschild, welche

die Ausharrenden in dieses geheimnisvolle

Licht taucht zeigt den Schriftzug „DIE

KURBEL“. Diese Reklame gehört zu dem

kleinen Kino „Die Kurbel“, eins von diesen

winzigen Kiez Kinos, die noch persönlich

und gemütlich sind. Die Kinosäle sind

nicht so kolossal wie in den gigantischen

Multiplex-Kinos, die Sitze sind mit rotem

Samtstoff bezogen und die Angestellten

sind nett und fertigen einen nicht so

schnell und emotionslos ab wie in den Zoo

Palästen dieser Welt.

Jeden Montag um 22h findet in der Kurbel

die Sneak-Preview statt. Bei der „Schnupper-Vorführung“

wird ein unbekannter Film

gezeigt, der noch nicht in den Kino ange-


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ANNA-FREUD-CULT(URE

Nr. 3 Dezember 2007 Seite/ Page/ Pagina

laufen ist. Das stellt natürlich eine enorme

Gefahr dar, denn wenn man Pech hat wird

ein koreanischer Tanzfilm oder ein Kong-

Fu Film gespielt. Ich hatte bis jetzt immer

Glück und sah zum Beispiel „Ratatouille“

und „Chuck und Larry“. Das Risiko lohnt

sich also!

Was die Sneak so toll macht ist erstens,

das der Eintritt (für Schüler) nur 3 Euro

kostet und das es immer eine große Tombola

gibt. Ein Teil jeder Eintrittskarte wird

abgerissen, auf der eine Nummer steht,

die auch auf der Karte abgedruckt ist. Die

abgerissenen Streifen werden anschießend

in eine Schale geschmissen, gemischt

und bevor der Film startet werden

zwei dieser Schnipsel gezogen. Für diese

Ritual wir immer ein oder eine Glücksfee

aus den vollen Publikumsrängen ausgewählt

und hat die Ehre zwei Lose zu ziehen.

Die glücklichen Kinobesucher, die die

passende Nummer auf der Karte wieder

finden, gewinnen jeweils ein Sneck-Pack,

bestehend aus Popcorn, Schokolade,

M&M, einem Getränk und einer Freikarte

für eine der nächsten Vorstellungen.

Durch diese Verlosung wird jeder Montagsfilm

zu einem unvergesslichen Ereignis

und während der Ziehung sitzt jeder

Impressum

Anna-Freud-Cult(ure)© wird herausgegeben

von Schülerinnen und

Schülern der Anna-Freud-Schule.

Die Zeitung erscheint außerhalb des

Verantwortungsbereichs der Schülervertretung

und der Schulleitung.

Redaktion/Layout:

Martin Brauer

Aileen Schröder

Danica Dajkic

Katharina Holzmann

Jannis Riethmüller

Marlene Rohde

Melissa Ziegler

Pina Keller

Robin Venz

Tina Windmüller

Redaktionsleitung:

Danica Dajkic/ Pina Keller

Druck: Medienstation

Anwesende mit seiner Karte fest im Griff

auf seinem Platz und bangt und hofft. Aber

es kann nur zwei Gewinner geben!

Ich habe leider noch nie gewonnen, aber

es ist möglich, denn Sitznachbarn von mir

hatten schon das Glück. Das Leben ist

unfair!

Das eigentlich tolle an Diesen Montagen

ist nicht der Film oder das leckere Popcorn.

Zur Sneak-Preview geht man um

seine Freunde zu treffen und einen schönen

Abend miteinander zu verbringen.

Und selbst wenn ein schlechter Film läuft

tut das der Stimmung keinen Abbruch.

Das macht es oft sogar noch lustiger! Also

ein Aufruf an alle Interessierten und Film-

Freaks: Kommt, versammelt euch und

genießt die ganz besondere Atmosphäre

dieses Ausnahme-Kinos!

Allgemeine Informationen zur Kurbel:

www.die-kurbel.de; Giesebrechtstraße 4

Marlene Rohde 3. Semester


ANNA-FREUD-CULT(URE

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Ganz Berlin liest „Transit“

Die Pflichtlektüre für das Abi 2009 im Fach Deutsch hat uns motiviert, das Thema

Heimat, Exil, Flucht und Vertreibung als Topp-Thema für diese Ausgabe zu wählen.

Als Topp-

Thema der

nächsten

Ausgabe

schlagen

wir vor:

Glaube, Liebe Hoffnung

53

Die Redaktion


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