Liebe Mitglieder und Freunde - Menschen für Tierrechte Bayern e.v.

animal2000

Liebe Mitglieder und Freunde - Menschen für Tierrechte Bayern e.v.

Ausgabe Sommer 2012

BLICKPUNKT

... denn Mitleid ist zu wenig!

Einladung Jahreshauptversammlung (extra)

Brief an Bundespräsidenten Gauck

Legehennen leiden weiter

Jagd ist nicht mehr zeitgemäß

Tierheim Gyula - Ungarn

Freizeitspaß - aber nicht für die Tiere

Rodeoshows in Deutschland

Friede und soziale Gerechtigkeit für wirklich alle!


02

Inhalt

02 Inhalt + Impressum

03 Vorwort

04 Abdruck: Brief an Bundespräsident Gauck

05 Spendenaktion Tierheim Gyula

Legehennen leiden weiter

06 Jagd ist (schon lang) nicht mehr zeitgemäß

08 Freizeitspaß - aber nicht für die Tiere

Impressum

Herausgeber/V.i.S.d.P. animal 2ooo -

Menschen für Tierrechte Bayern e. V.

Landesverband gegen Tierversuche,

Intensivtierhaltung und sonstige Formen

der Ausbeutung von Tieren

Anschrift:

Netzegaustr. 1

81377 München

Telefon: 089/5469050

Redaktion:

M. Steck, H. Rudolph, P. Adrian,

S. Westermaier

Gestaltung:

Mitglieder von animal 2ooo

10 Infostand und Tag des Versuchtieres

12 Anzeige StarWars

13 Friede und soziale Gerechtigkeit für alle!

Schaukasten für animal 2ooo

14 Gyula

15 Rodeoshows in Deutschland

16 Protestkarten

Blickpunkt ist die Mitgliederzeitung von

animal 2ooo - Menschen für Tierrechte

Bayern e.V.

www.animal2000.de

Hinweis: Wir verzichten in diesem Heft auf die

Schreibweise wie „die TierrechtlerInnen“ und verwenden

statt dessen die grammatikalisch männliche

Form „die Tierrechtler“, wenn es sich um gemischte

Gruppen handelt. Wir hoffen, dass Sie auch diese

Schreibweise als politisch korrekt empfinden.

Druck:

WDS Druck Bohlinger, Kempten

Auflage: 1.000 Stück

Bezugspreis:

im Mitgliedsbeitrag enthalten

Erscheinungsweise: 2 mal jährlich

Mitglied bei:

Menschen für Tierrechte Bundesverband

der Tierversuchsgegner e.V.

Liebe Mitglieder und Freunde,

in etwas mehr als einem Jahr beginnt die heiße

Phase des Wahlkampfs sowohl für die Bundestagswahl

als auch für die Landtagswahl in Bayern.

Für uns beginnt der Wahlkampf schon jetzt. Es ist

unsere Erfahrung, dass die Politiker in Zeiten vor

einer Wahl wesentlich empfänglicher sind für unsere

Wünsche als danach. Wir versuchen zunächst

bei allen Parteien, dass sie möglichst viele unserer

Wünsche zum Tierschutz in ihre Wahlprogramme

aufnehmen. Für die Regierungsparteien, insbesondere

für die CSU, bedeutet die Nähe zur nächsten

Wahl aber auch, dass sie noch ein Jahr haben, zu

„liefern“. Dies wollen wir in aller Deutlichkeit dem

auch für den Tierschutz zuständigen Bayerischen

Umweltminister Marcel Huber, einem Tierarzt übrigens,

zur Kenntnis geben. Einen Termin zu einem

persönlichen Gespräch gibt es schon: den 1. August.

Wir sind gespannt!

Schon vorher, am 6. Juni, bin ich bei einer Veranstaltung

mit Angela Merkel in Berlin dabei: Im Rahmen

des „Bürgerdialogs“ der Bundeskanzlerin habe

ich die Reise bei einer Verlosung der Volkshochschule

Ulm gewonnen. Es ist nicht sehr wahrscheinlich,

dass ich das Thema Tierschutz bei „Mutti“ anbringen

kann, ich verspreche aber, dass ich’s versuchen

will. Kurz danach, am 12./13. Juni nehme ich in

Brüssel an einer internationalen Tagung teil zur

Durchsetzung der Tierschutz-Gesetzgebung in der

EU.

In Brüssel ist übrigens eine sehr bedenkliche Entwicklung

zu beobachten: Frau Ministerin Aigner

nutzt die Intransparenz der Entscheidungsprozesse

dort, um den Tierschutz in der ganzen EU zu verschlechtern.

Inzwischen wird sogar von Brüssel

aus den einzelnen Staaten ein freiwilliges Mehr an

Tierschutz verboten. (So geschehen bei der Tierversuchsrichtlinie).

Daheim angekommen, kann

Frau Aigner ihre Hände in Unschuld waschen und

behaupten, Brüssel lasse ihr keine Entscheidungsspielräume.

Aber sie gibt sich nicht zufrieden damit:

Bei der Umsetzung der Tierversuchsrichtlinie in

nationales Recht soll eine weitere Verschlechterung

des Tierschutzes erfolgen. Wo bei der EU von der

Vermeidung „lang anhaltender Schmerzen“ die Rede

ist, schreibt das BMELV nun „dauerhafte Schmerzen“.

Das ist schon ein Unterschied!

Wenn auch etwas früh, wünsche ich Ihnen eine

schöne Sommer- und Urlaubszeit. Genießen Sie die

schönen Aspekte der Erderwärmung solange es die

noch gibt!

Dr. Pedro de la Fuente

Vorsitzender animal 2ooo - Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Bitte beachten Sie, dass die

Einladung zur

Mitgliederversammlung

am 07. Juli 2012 dieser Ausgabe

beigelegt ist.

03


04

Abdruck: Brief an Bundespräsident Joachim Gauck vom 25.04.2012

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,

zu allererst möchten wir Ihnen zu Ihrer Wahl herzlich gratulieren.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und auch Freude bei

der Erfüllung Ihrer neuen Aufgabe.

Auch möchten wir Ihnen für Ihre Antrittsrede vom

23.03.2012 danken, die wir nicht kommentieren oder bewerten,

aber doch mit der gebotenen Bescheidenheit in einem

uns wesentlich erscheinenden Punkt ergänzen möchten.

Sie beendeten Ihre Rede mit einem Gedanken von Ghandi,

wonach Menschen, aber auch Länder, nur mit Selbstvertrauen

Fortschritte machen und Erfolge haben können. Dem

möchten wir einen weiteren Gedanken Ghandis daneben

stellen, der auch zu unseren Themen führt: Die Größe und

den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran

erkennen, wie sie die Tiere behandelt. Seit mehr als 30

Jahren beschäftigen wir uns mit dem „politischen Tierschutz“

(im Gegensatz zum karitativen Tierschutz) und müssen feststellen,

dass wir in Deutschland in dieser Zeit alles andere

als Fortschritte gemacht haben. Gewiss gibt es hierzulande

keinen Stierkampf und keine sog. „Gallebären“, aber es gibt

z.B. eine immer intensiver werdende Massentierhaltung und

eine damit verbundene immer schlimmere Gewalt gegen

Tiere. Wenn bald nach der Geburt einer Mutterkuh ihr Kalb

und einem Kalb ihre Mutterkuh weggenommen werden,

dann ist das Gewalt. Wenn ein sog. Masthähnchen mit 25-

30 Artgenossen auf einem Quadratmeter auf den eigenen

Exkrementen dahinvegetieren muss, wenn eine Sau in einem

extrem engen Käfig (fest)gehalten wird, damit sie nicht ihre

Ferkelchen erdrückt (die sie nicht erdrücken würde, wenn sie

genug Platz hätte), dann ist das Gewalt.

Sie sagen uns in Ihrer Rede: „Ihr seid nicht nur Konsumenten.

Ihr seid Bürger, das heißt Gestalter, Mitgestalter.“.

Genau dieses Mitgestalten versuchen wir Tierschützer (oder

präziser: Tierrechtler) seit über 30 Jahren. Wir sind dabei

unseres Erachtens die einzige Gruppe, die aus absolut

altruistischen Motiven Einfluss auf die Politik zu nehmen

versucht. Aber durchschlagenden Erfolg hatten wir dabei

nicht, obwohl uns die Gesamtgesellschaft positiv bis indifferent

–jedenfalls nicht negativ- gegenüber steht. Gewiss ist

der Tierschutz als Staatsziel ins Grundgesetz aufgenommen

worden, doch hat sich gezeigt, dass dies nur eine deklamatorische

Bedeutung gehabt hat und dass sich beispielsweise

das Verhalten der Amtstierärzte (also derjenigen, die im

Auftrag des Staates den Tierschutz in der Praxis durchsetzen

sollen) in keinster Weise geändert hat. Wir bekommen zwar

auf unsere Briefe (dank Petitionsrecht) stets eine Antwort,

doch niemals ein „Was Sie uns schreiben, hatten wir so nicht

bedacht. Sie haben Recht, wir kümmern uns“. Inzwischen

sind es häufig im Gegenteil nur noch zusammengeflickte

Textbausteine, die uns zwischen den Zeilen mitteilen: Lasst

uns in Frieden, wir machen es so, wie WIR es für richtig

halten.

„Wie soll es nun also aussehen, dieses Land, zu dem unsere

Kinder und Enkel ‚unser Land’ sagen?“ Sie beantworten Ihre

Frage (u.E. ganz richtig) mit „Es soll ‚unser Land’ sein, weil

‚unser Land’ soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Aufstiegschancen

verbindet.“ Hier möchten wir auf einen Aspekt hinweisen,

den Sie bestimmt nicht bedacht haben, als Sie Ihre

Rede geschrieben haben: Für uns Tierrechtler (und hoffentlich

nicht nur für uns) sind Tiere unverzichtbarer Teil unseres

sozialen Gemeinwesens und folgerichtig muss der Begriff

der „sozialen Gerechtigkeit“ (aber auch der der „Solidarität“)

auch die Tiere umfassen. Es ist unsere Überzeugung, dass

Tieren elementare Rechte zustehen, wie z.B. das der körperlichen

Unversehrtheit oder das der Leidensfreiheit, und dafür

setzen wir uns ein. Für uns gilt selbstverständlich Schopenhauers

Wort „Nicht Mitleid, sondern Gerechtigkeit sind wir

den Tieren schuldig“. Wenn wir als Menschen die Freiheit

des ethischen Reflektierens und Handelns haben, dann

haben wir auch die Verantwortung dafür. Daraus möchten

wir die Bitte an Sie ableiten, sich zu dem hier angerissenen

Thema in einer Ihnen adäquat erscheinenden Form öffentlich

zu äußern.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Pedro de la Fuente, 1. Vorsitzender

animal 2ooo - Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

PS: Im Jahr 2015, also innerhalb Ihrer regulären Amtszeit,

wird sich die Findung (oder wie soll man das sonst ausdrücken)

des Begriffs „Ehrfurcht vor dem Leben“ durch Albert

Schweitzer zum 100. Mal und der Tod dieses großen Mannes

zum 50. Mal jähren. Das wäre sicherlich ein Anlass für eine

große Rede. Bitte warten Sie aber nicht so lange mit Äußerungen

zur Gerechtigkeit gegenüber Tieren.

Vegetarier sind unterstützenswert

In den letzten Ausgaben des Blickpunktes haben wir Sie bereits

über unsere Kampagne „Vegetarier sind“ informiert, die

sich für eine fleischfreie Ernährung einsetzt, in dem sie die

positiven Aspekte einer vegetarischen Ernährung aufzeigt.

Auf die Kampagne wurden bisher viele Menschen aufmerksam

über Anzeigen, Postkarten die in Kneipen auslagen und

unsere eigene Facebookseite, der mittlerweile sehr viele

Freunde folgen.

Werbekampagnen von Unternehmen haben ein großes

Budget, um ihr Produkt oder ähnliches zu bewerben. Unsere

finanziellen Mittel sind aber begrenzt, weswegen wir versuchen

auf anderen Wegen die Menschen mit unseren Anliegen

zu erreichen.

Legehennen leiden weiter

Seit dem 1. Januar 2012 ist es in der EU verboten, Legehennen

in konventioneller Käfighaltung unterzubringen. Es

sind nur noch Käfige erlaubt, die mit Sitzstangen, Nestern

und Scharrbereich „ausgestaltet“ sind sowie ein Platzangebot

von mindestens 750 cm² pro Tier bieten (um stehen zu

können, benötigt ein durchschnittliches Huhn schon mindestens

690 cm² Fläche). Nicht alle Mitgliedstaaten haben dies

fristgerecht umgesetzt; auf einen Importstopp von eihaltigen

Produkten aus illegaler Haltung konnten sich die EU-Länder

allerdings nicht einigen.

War die Käfighaltung in Deutschland 1999 vom Bundesverfassungsgericht

noch als tierquälerisch erkannt und seit

2009 verboten worden, erlebte sie als Kleingruppenhaltung

seit 2006 eine Renaissance. 2010 erklärte das Bundesverfassungsgericht

die Regelung zur Kleingruppenhaltung

allerdings als nicht rechtens, weil die Tierschutzkommission

nicht einbezogen wurde. Eine neue Regelung gibt es nicht,

die Kleingruppen-Käfige dürfen allerdings noch bis zum Jahr

2023 verwendet werden.

Eine Kleingruppe besteht aus 60 Tieren mit einem Platzangebot

von 800 cm² Fläche pro Tier. Die grundlegenden

Probleme der Käfighaltung bleiben bestehen: drangvolle

Enge, schmerzhaftes Schnabelkürzen, lediglich Dämmerlicht.

Außerdem sind neue Probleme hinzugekommen, z.B. können

die Hennen ihren nun geweckten Trieb zum Sandbaden nicht

ausleben, weil die Einstreu-Fläche viel zu klein ist. Es kommt

auch vermehrt zum sogenannten Kloakenpicken – einerseits,

da die Käfige lediglich 60 cm hoch sind und Hennen

an anderen, auf der Stange sitzenden herumpicken und

Deshalb haben wir uns dazu entschieden, eine Pressemappe

zu gestalten, um diese den unterschiedlichsten Zeitungen

und Magazinen zur Verfügung zu stellen - mit der Bitte um

Abdruck einer kostenlosen Füllanzeige. Über 250 Redaktionen

und Verlage haben die Mappe erhalten. Wir hoffen,

dass wenigstens der ein oder andere unsere schönen Motive

kostenlos abdruckt.

Falls Sie über Kontakte zu Medienvertretern verfügen oder

selbst in der Presse tätig sind, können Sie sich gern an uns

wenden. Wir freuen uns Ihnen eine Pressemappe zukommen

zu lassen. Auf www.vegetarier-sind.de/fuellanzeigen finden

Sie ebenfalls unsere Motive zum Download.

andererseits, weil das Legenest so klein ist, dass Gedränge

entsteht und Hennen oft mit noch ausgestülpter Kloake das

Nest verlassen müssen.

05


Jagd ist (schon lange) nicht mehr zeitgemäß

Eine Sympathiekampagne des Bayerischen Jagdverbandes,

aber auch die Initiativen zur Novellierung der Jagdgesetze in

mehreren Bundesländern haben uns veranlasst, uns wieder

einmal mit dem leidigen Thema Jagd zu beschäftigen.

Vorangestellt sei, dass wir als konsequent denkender Verband

die Jagd gänzlich ablehnen. Dennoch ist uns klar, dass

ein derartig dickes Brett nicht auf einmal zu bohren ist.

Unsere Gedanken sind als Zwischenschritte zu verstehen,

die aus unserer Sicht unter vernünftigen Leuten konsensfähig

sind.

Historisch gesehen, ist die Jagd, wie wir sie heute kennen,

ein Relikt aus der Feudalherrschaft, dem ein modernes

Deckmäntelchen übergestülpt worden ist (Stichworte: Hege,

Wald vor Wild). Nicht anders ist zu verstehen, dass bis

heute Jäger das tun dürfen, was seinerzeit nur die Fürsten

und ihr Gefolge durften: Auf fremden Grundstücken ihrer

blutigen Freizeitbeschäftigung nachgehen.

Die Jagd ist zudem auf keinen Fall ein Kulturgut (Art. 2 Abs.

1 BayJG), auch wenn sie auf aristokratische Traditionen

beruht.

In der Folge werden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) einige

Forderungen dargelegt an eine stärkere Ausrichtung der

Jagd an den Tierschutz und an die heutige Zeit. Diese leiten

sich aus dem gesunden Menschenverstand ab und bedürfen

unserer Ansicht keiner großartigen Erläuterung:

• Jagdverbot bei Widerspruch des Grundbesitzers.

• Strengstes Verbot des Abschusses von jeglichen

Haustieren.

Das sog. „Wildern“ eines Haustieres rechtfertigt nicht die

Todesstrafe für sie.

• Wildtiermanagement statt „Vernichtungskrieg“.

Dazu gehört z.B. das Verbot der Jagd auf Schalenwild auf

nicht bewaldeten Wiesen-und Ackerflächen. Die gegenwärtigen

Jagdgewohnheiten drängen das Schalenwild in den

Wald, wo es Verbissschäden anrichtet, die bei Gräsern schon

aus Gründen der unterschiedlichen Pflanzenanatomie nicht

vorkommen können.

• Ausgedehnte Schonzeiten, jahreszeitlich, aber auch tageszeitlich.

Die Jagd ist tageszeitlich so zu gestalten, dass das Wild zu

Zeiten, in denen es hungrig ist, nicht in den Wald flüchten

muss.

• Jagdverbot am Wochenende.

Geballere im Wald ist für manche Erholung suchende Spaziergänger

eine seelische Beeinträchtigung, auf die (zumindest

am Wochenende) Rücksicht zu nehmen ist. Waldabsperrungen

u.ä. sind da sowieso indiskutabel.

• Verbot der Bewegungsjagd und der Jagd mit Schrot.

Bei beiden ist die (ohnehin kleine) Wahrscheinlichkeit unmittelbar

tödlicher Schüsse deutlich verringert.

• Verbot der Fallenjagd.

Bei keiner Falle kann ausgeschlossen werden, dass „falsche“

Tiere gefangen werden und leiden und/oder sterben müssen.

• Null Promille an der Waffe.

Diese Forderung bezweckt einerseits die Erhöhung der Zielgenauigkeit

der Jäger, hat aber auch die Verminderung von

Jagdunfällen zum Ziel.

• Jährliche Schuss- und Augenprüfungen im Wechsel.

Diese Forderung bezweckt ebenfalls einerseits die Erhöhung

der Zielgenauigkeit der Jäger, hat aber ebenso die Verminderung

von Jagdunfällen zum Ziel.

• Berücksichtigung von positiven Erfahrungen jagdfreier und

-armer Zonen.

• Verbot von Jagden als gesellschaftliches Event.

Das hat mit „Hege“ nichts zu tun und gilt ganz besonders

für sog. Diplomatenjagden.

• Verbot der Jagdhundeausbildung und -prüfung mit lebenden

Tieren.

Auch wenn die Jagdhundeausbildung nicht Teil der Jagd im

eigentlichen Sinne ist, gehört die Jagdhundeausbildung und

-prüfung zur Beseitigung jeden Zweifels explizit verboten.

Im Übrigen verweisen wir auf viele positive Ansätze im Artikel

„Gerhart Zwirglmaier: Vertreibung aus dem Paradies“

der LWF, Bay. Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

(http://www.waldwissen.net/wald/wild/oekologie/

lwf_vertreibung_paradies/).

Ach, wie lustig!

Ein Jäger aus Kurpfalz,

Der reitet durch den grünen Wald,

Er schießt das Wild daher,

Gleich wie es ihm gefällt.

Refrain:

Juja, Juja, gar lustig ist die Jägerei

Allhier auf grüner Heid

Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders

feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf.

Theodor Heuss (1884 -1963),

1. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland

06 07


Freizeitspaß – aber nicht für die Tiere

Es gibt viele Möglichkeiten seine freie Zeit zu verbringen.

Aber leider auch einige davon, die mit Tierleid verbunden

sind. Wir beschreiben hier kurz drei davon.

Jagdurlaub

Nicht alle Menschen suchen in ihrem Urlaub Erholung und

Entspannung. Es gibt auch Urlauber, die einem widerlichen

Hobby nachgehen wollen – der Jagd.

Elefanten, Löwen, Büffel oder Eisbären – diese und andere

Tiere enden zum Schluss eines gebuchten Jagdausfluges als

Trophäe im deutschen Wohnzimmer. Es gibt einige Reiseveranstalter

in Deutschland, die ihren Kunden den Wunsch nach

einem Jagdurlaub ermöglichen – und das für viel Geld. Eine

Jagd auf einen Eisbär in Kanada kann bis zu 40.000 Euro

kosten. Ca. 18.500 Jagdbegeisterte begeben sich jährlich

im Ausland auf die Pirsch – die meisten davon kommen aus

Europa und den USA.

Prominentes Beispiel der letzten Zeit: Der spanische König

Juan Carlos, Ehrenpräsident des WWF, hat sich in Botswana

auf Elefantenjagd begeben.

Jedes Jahr sterben geschätzt allein 600 Löwen in Afrika bei

der Jagd durch Touristen. Tausende andere Tiere auf der

Welt in anderen Ländern ebenso. Veranstalter rechtfertigen

dies damit, dass die Jagd im jeweiligen Land völlig legal ist.

Beispiel: So verbieten zwar u.a. die USA, Russland oder Dänemark

die Jagd auf den Polarbären, Kanada vergibt jedoch

jährlich 700 Jagdlizenzen an Ureinwohner, die diese an Reiseveranstalter

verkaufen. Den großen Profit dabei machen

diese aber nicht, sondern nur der Reiseveranstalter. Wie in

vielen Bereichen ist viel Geld im Spiel, wodurch Unternehmen

ihre Verantwortung vergessen und selbst seltene Tiere

zum Abschuss freigeben. Für eine solch barbarische Art der

Freizeitgestaltung gibt es keine Rechtfertigung.

Zirkus

Tiere gehören nicht in den Zirkus, denn sie haben besondere

Ansprüche an Platzbedarf, Klima, Ernährung und Pflege. Und

diese Ansprüche können in einem reisenden Unternehmen

nicht erfüllt werden. Die Tiere leben oft in zu engen Käfigen

oder Gehegen und können ihre natürlichen Verhaltensweisen

nicht ausleben. Sie leiden extrem unter dem Klima, der nicht

artgerechten Haltung und dem Stress, dem die Tiere durch

ständiges Reisen und den täglichen Auftritten ausgesetzt

sind. Um das Publikum zu unterhalten, müssen die Tiere

artwidrige Dressuren aufführen und oft mit Gewalt dazu

bewegt werden.

Österreich und weitere 13 europäische Länder haben bereits

ein Verbot oder eine Einschränkung der Wildtierhaltung in

Zirkusunternehmen verabschiedet. In Griechenland wurde

Anfang des Jahres die Haltung und Vorführung von allen

Tieren für Zirkusse verboten. Im Dezember 2011 entschied

der österreichische Verfassungshof, dass das bestehende

Wildtierverbot im Einklang mit der Verfassung steht – Circus

Krone, Europas größter Zirkus, hatte versucht, dagegen zu

klagen.

Neuen Zündstoff bekam die Diskussion um ein Wildtierverbot

in Deutschland, nachdem in diesem Jahr bereits drei

Zirkuselefanten gestorben sind. Im Januar starb „Mausi“

im Circus Voyage, im Februar „Maya“ im Zirkus Universal

Renz und im Mai starb „Colonel Joe“ im Circus Krone. Die

mangelhafte Elefantenhaltung bei Circus Krone, der seit

einem Gerichtsurteil von 2010 öffentlich als „notorischer

Tierqualzirkus“ bezeichnet werden darf, ist mittlerweile sogar

behördlich bestätigt: Die Staatsanwaltschaft München I hat

im Oktober 2010 festgestellt, dass bei einem Teil der Tiere

tatsächlich deutliche Haltungsmängel sowie Verhaltensstörungen

vorlagen, die als erhebliche Leiden eingestuft wurden.

Im Februar 2009 wurde Krone wegen Tierquälerei vom

Amtsgericht Darmstadt rechtskräftig verurteilt – Grund war

die nicht art- und tiergerechte Elefanten- und Pferdehaltung.

Rund zwei Drittel der Deutschen sprachen sich im November

2011 in einer repräsentativen Emnid-Umfrage für

ein Wildtierverbot im Zirkus aus. Bislang weigert sich die

Bundesregierung jedoch, ein Verbot einzuführen, obwohl der

Bundesrat bereits 2003 und 2006 diese aufgefordert hat, ein

solches zu schaffen. Einige Städte und Gemeinden spielen

eine Vorreiterrolle und verhängen kommunale Wildtierverbote

für Zirkusse. Die Stadt München schränkt seit Januar

2011 die Auftritte von Wildtieren im Zirkus ein – Wildtiere

dürfen nur noch auf der Theresienwiese auftreten.

Zoo

Auch in einem Zoo können die meisten Tiere ihre arteigenen

Verhaltensweisen nicht richtig ausleben. Ein Leben in

Freiheit kann sowieso nichts ersetzen, auch wenn ein Zoo

sich Mühe gibt, die Tiere so gut wie möglich zu halten.

Letzteres ist selten der Fall. Studien zeigen, dass in vielen

Zoologischen Gärten in Europa die Zoo – Richtlinien, die Mindeststandards

zur Unterbringung regelt, nicht eingehalten

werden. Darunter leiden die Tiere extrem, die ihr Leben lang

eingeschlossen sind. Die Folge sind schwere Verhaltensstörungen,

wie ständiges auf und ab laufen am Käfigzaun.

Die Tiere werden zu lebenden Ausstellungsstücken in Gefangenschaft.

Niemand sollte durch einen Besuch diese Form der Tierquälerei

unterstützen.

Seit Jahren versuchen Zoos auch hierzulande, ganze „Erlebniswelten“

zu schaffen. Sie überbieten sich mit Millionen-

Investitionen und Themenlandschaften: In so genannten

Geo-Zoos werden Tiere nach Themen und Landschaften

gruppiert und in größeren Freigehegen gehalten. Im Kampf

um Besucher werden Zoos immer mehr zum Disneyland mit

Tieren. Die Neuerungen sollen mehr Besucher anlocken,

die Eintrittspreise steigen, die Shops und Restaurants sollen

mehr Umsatz generieren. Mittlerweile gibt es in deutschen

Zoos mehr als doppelt so viele Besucher als die Bundesliga

in den Stadien zählt. Wir stehen dieser Entwicklung zwiespältig

gegenüber. Wenn sich dadurch die Zahl der in Zoos

gehaltenen Tiere erhöht, dann sind wir natürlich dagegen.

Wenn aber in einer Themenlandschaft nach und nach lebende

Tiere durch gemalte oder solche aus Gummi ersetzt

werden (zuerst natürlich im Hintergrund), dann ist das für

Zoos DIE Möglichkeit, sich zum Besseren zu entwickeln ohne

die eigene Existenz in Frage zu stellen.

08 09


Infostand “Tag des Versuchstieres”

Gemeinsam mit den Tierschutzvereinen Ärzte gegen Tierversuche,

Animal Asia, Tierversuchsgegner München und

Pro Vieh waren wir anlässlich des Internationalen Tages des

Versuchstiers am 28. April mit unserem Infostand vertreten.

Bereits am Vormittag hatte der starke Wind unseren Pavillon

zerstört und so standen wir bis zum Abend bei brütender

Hitze in der prallen Sonne. So sparten wir uns ein Sonnenstudio

und kamen abends mit einer gesunden Farbe nach

Hause.

Obwohl gerade an diesem Stand lauter erfahrene graue

Eminenzen, geradezu Urgesteine im Tierschutz mithalfen,

war die Resonanz auf die gesamte Veranstaltung leider sehr

gering.

Aber unsere Devise lautet ja, wenn wir nur einen zum Nachdenken

gebracht haben, ist das auch schon ein Erfolg. In

diesem Sinne machen wir weiter.

Die nächsten Termine für Stände:

26.05.2012 Servicetag beim Fressnapf

Puchheim, Dornierstraße 1

15. bis 17.06.2012 h.und- Festival für Hundefreunde

Greifenberg am Ammersee, Schlosspark

28.07.2012 Tierrechtstag

München, Marienplatz

29.09.2012 Veganes Oktoberfest

München, Marienplatz

Friede und soziale Gerechtigkeit für wirklich alle!

Unser Vorschlag für den Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin

auf: www.dialog-ueber-deutschland.de

Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der es friedlich

und sozial gerecht zugeht. Nicht nur unter den Menschen,

sondern selbstverständlich auch in Bezug auf die Tiere.

Derzeit erleben wir aber insbesondere gegenüber sog.

Nutztieren schreckliche Gewalt. Wenn bald nach der Geburt

einer Mutterkuh ihr Kalb und einem Kalb ihre Mutterkuh

weggenommen werden, dann ist das Gewalt. Wenn ein sog.

Masthähnchen mit 25-30 Artgenossen auf einem Quadratmeter

auf den eigenen Exkrementen dahinvegetieren muss,

wenn eine Sau in einem extrem engen Käfig (fest)gehalten

wird, damit sie nicht ihre Ferkelchen erdrückt (die sie nicht

erdrücken würde, wenn sie genug Platz hätte), dann ist das

Gewalt. Die Gesellschaft erkennt immer mehr, dass die Tiere

zu unserem Leben und damit auch zu unserem Gemeinwesen

gehören. So sollte die Politik entsprechend handeln

und so müssen Begriffe wie „soziale Gerechtigkeit“ und

„(öko-)soziale Marktwirtschaft“ die Tiere selbstverständlich

mit einschließen. Klientelpolitik gegenüber gewissen(losen)

Bauern (Agroindustrielle ist der treffendere Begriff) oder

anderen Leuten, die am Tierleid verdienen, ist nicht der

richtige Weg. Der richtige Weg fängt an mit dem Wildtierverbot

in Zirkussen nach österreichischem Muster und der

Klagemöglichkeit für Tierschutzvereine zum besseren Vollzug

des vorhandenen Tierschutzgesetzes. Auch eine wesentliche

Verbesserung des Tierschutzgesetzes ist ein wichtiger Teil

dieses Weges.

Tierschutz ist Menschenschutz!

Ein Schaukausten für animal 2ooo

Unser Mitglied, Frau Ingrid Gänß aus Wald

arbeitet u.a. auch für den Bund für Umwelt

und Naturschutz in Pfullendorf und hat diesen

Werbekasten mit Plakaten von animal 2ooo

und Ärzte gegen Tierversuche dekoriert.

Eine tolle Idee - zur Nachahmung empfohlen.

Ein ganz herzliches Dankeschön.

Fotorechte: Armin Linnartz

10

Diese Anzeige erschien Anfang des Jahres im Star-Wars-Magazin. Danke an

Oliver Restorf-Thomsen für die Gestaltung der Anzeige.

11


Tierheim Gyula - was 2012 bereits geschah...

Die Resonanz auf unseren Hilferuf im Januar war wieder mal

schlichtweg überwältigend. Ganz herzlichen Dank an alle

guten Geister. Wir möchten Sie kurz informieren, was wir mit

Ihrer Hilfe auf den Weg bringen konnten.

Februar 2012: Ein verzweifelter Hilferuf der Tierheimleiterin

Aniko erreichte uns. Bitte schickt dringend Trockenfutter

und Decken, Decken, Decken - die Hunde erfrieren

bei Temperaturen bis zu minus 30 Grad. Also machten wir

uns bei diesem unwirtlichen Wetter auf die Reise (12.02. bis

15.02.2012), unseren uralten VW-Bus wie immer bis unters

Dach vollgepackt. Mit unserer Ladung kamen wir zur rechten

Zeit - das Lager war leer und Aniko begrüßte uns mit einem

„Gott sei Dank, Decken!“. Für einige wenige Tiere hatten wir

Pflege- oder Endplätze in Deutschland. So ließen wir also

unsere letzten Forint beim Tierarzt für Chippen, Impfen,

Behandlungen und Kastrieren. Wie immer völlig abgebrannt,

traten wir die Heimreise an und freuten uns über die geretteten

Vierbeiner an Bord, die die Wärme im Bus genossen.

März 2012: Nach der Fahrt ist vor der Fahrt - so hat sich

das inzwischen eingespielt. Wenn wir auf dem Heimweg

einen Hund bei einer Pflegestelle abgeben, steht dort schon

wieder die Garage voll mit Decken und Körben und wir

könnten eigentlich gleich wieder losfahren. Im März waren

so viele Hilfsgüter zusammengekommen, unter anderem

sehr schwere und große Stücke, dass wir schlaflose Nächte

hatten, weil wir nicht mehr wussten, wie man die Teile nach

Ungarn bringen sollte. Die Spedition Barth in Laupheim half

uns aus unserer Misere und organisierte und spendierte eine

Transportfahrt mit einem Lkw. Er erreichte gut bestückt mit

rund 10 bis 15 Tonnen Pflastersteinen, Kanthölzern, Planen,

Brettern und dem gesamten Dachstuhl eines abgebauten

Pferdestalls am 05.03.2012 das Tierheim. Wir waren natürlich

auch da mit einer weiteren Busladung an Futter und

Decken und wurden auf der Rückfahrt wieder von ein paar

vierbeinigen Glückskindern begleitet, die das große Los

gezogen hatten.

Wasserstelle wurde geschaffen und ein Weg gepflastert.

Auch die Einzäunung rund um das Tierheim wurde vervollständigt.

Neun glückliche Hunde und eine Katze waren

unsere Begleiter auf dem Weg nach München und haben

inzwischen fast alle ein gutes Zuhause gefunden.

Zur Zeit leben ca. 400 Hunde im Tierheim Gyula, leider immer

noch viele in winzigen Zwingern. Da sie durch Kettenhaltung

bei ihren früheren Besitzern mit anderen Hunden

unverträglich sind, müssen sie alleine leben und sind auch

kaum mehr vermittelbar. Bei vielen von ihnen handelt es sich

auch um sog. „Kampfhunde“. Sie werden wohl im Tierheim

bis zu ihrem Lebensende bleiben müssen.

Als nächstes Ziel haben wir uns daher gesetzt, das Los

dieser armen „Lebenslänglichen“ zu verbessern und ihnen

wenigstens ein bisschen mehr Auslauf in Freigehegen zu

verschaffen. Für dieses Vorhaben bitten wir ganz herzlich um

Spenden. Wer einmal gesehen hat in welch armseligen Verschlägen

diese armen Kreaturen ihr Dasein fristen und wie

sehr sie sich über ein kleines Plätzchen an der Sonne oder

eine Handvoll Stroh als Einstreu freuen, gibt ganz sicher ein

paar Euro. Man kann mit wenig Geld so viel bewegen!

Wenn viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, viele kleine

gute Werke tun - das wird die Welt verändern.

Bitte bleiben Sie uns weiter verbunden und unterstützen Sie

unsere Arbeit, damit wir den Tieren helfen können, denn

Mitleid ist zu wenig!

www.tierheim-gyula.de

Spendenkonto: animal 2ooo,

Kto: 265 590 0, BLZ: 700 905 00, Stichwort: Gyula

Besonderer Dank an:

Spendenaktion in dm Drogerie

31.03. bis 08.04.2012: Dieses Mal waren wir gleich zu

siebt in Gyula, zusammen mit dem gesamten Vorstand des

jungen Tierschutzvereines Animals United aus München.

Pkw und Bus waren vollgepackt mit Spielsachen, Werkzeug,

Schüsseln und Futter - die letzten Futtersäcke auf

dem Schoß der Fahrzeuginsassen. Von den mitgebrachten

Geldspenden von Animals United konnten wir in Gyula Futter

kaufen, Wasserschläuche erneuern und Kastrationen bezahlen.

In diesen neun Tagen voller Arbeit und engagiertem

Einsatz konnten schattenspendende Bäume gepflanzt werden,

Hundehütten und Zwinger wurden repariert, eine neue

12

Die Auszubildenden, die bei dm drogerie markt Lernlinge

genannt werden, müssen in ihrem zweiten Ausbildungsjahr

ein Projekt zum Thema „Nachhaltigkeit“ starten. Dies kann

verschiedene Bereiche treffen, wie zum Beispiel Umwelt,

Kultur oder Gesellschaft. Karina Kalmbacher, Lernling bei dm

drogerie markt in Heidenheim, hat sich dazu entschieden,

ein gemeinnütziges Projekt zu unterstützen. Da ihr Tiere am

Herzen liegen, besonders Hunde, wollte sie, dass ihre Mühe

Vierbeinern zugute kommt. Ihr Filialleiter schlug ihr vor, die

Hunde in Gyula zu unterstützen, da er sich selbst bei

animal 2ooo engagiert und vor ein paar Jahren selbst die

Situation in Ungarn vor Ort erlebt hat.

Mit Hilfe von Christina Schmid, Lernling im ersten Lehrjahr,

organisierte sie eine zweiwöchige Spenden-Aktion. Kunden,

durch einen extra Aufbau am Ladeneingang auf die Aktion

aufmerksam gemacht, konnten Hundefutter kaufen und in

einer Abgabebox den Hunden in Ungarn spenden. So kam

Hundefutter in Wert von rund 140 Euro zusammen. dm

verdoppelte das zusammen gekommene Futter und legte

noch einmal Hundenahrung im Wert von 140 Euro oben

drauf. „Ich freue mich, dass die Aktion gut an kam und so

viel Futter zusammen gekommen ist“, findet Karina Kalmbacher,

„Auch wenn mir bewusst ist, dass diese Menge nur ein

Tropfen auf den heißen Stein ist.“

Wir bedanken uns für das Engagement der zwei

dm - Mitarbeiterinnen.

13


Rodeoshows in Deutschland-praktisch ohne Publikum

Auch in diesem Jahr verfolgen wir mit Spannung, was sich

bei Rodeos in Deutschland und Europa tut. Mit Spannung

deshalb, weil sich immer wieder neue irrsinnige Situationen

ergeben, denn die Behörden lassen sich mit einem Verbot

viel Zeit.

Eine Überraschung gab es gleich beim ersten Rodeowochenende

Mitte April in Edewecht-Osterscheps (Niedersachsen).

Die Flankengurte waren zwar erlaubt, durften aber nicht

festgehalten oder festgezogen werden. Daraufhin verzichteten

die Möchtegern-Cowboys freiwillig auf den Einsatz dieses

Zwangsmittels, das Pferde und Rinder zum Buckeln bringt.

Rodeo ohne Publikum © FAACE

Einen neuen Programmpunkt gab es auch: Rodeo-Poker. Für

ungefähr 30 Minuten wurde die Kuh „Paula“ gereizt, damit

sie einige in der Arena auf Stühlen sitzende Männer angriff.

Paula war jedoch eher verunsichert und suchte nach dem

Ausgang. Sie wurde daraufhin mit Sand und großen Spielkarten

beworfen und von einem kläffenden Hund umrundet.

Ein Tisch wurde immer näher an sie herangeschoben. Auf

diesen ging sie dann wie gewünscht los. Begleitet wurde

das dümmliche Spektakel von großem Gelächter seitens der

Teilnehmer. Das wenig zahlreiche Publikum reagierte eher

gelangweilt.

Doch es gab eine Überraschung. Nach dem Motto „Hier quält

der Chef persönlich!“ wurden die Flankengurte überraschend

doch festgehalten und das vom Rodeounternehmer selbst.

Die Pferde buckelten somit heftig. Und zwar nicht nur in der

Arena, sondern auch nach dem Verlassen in der engen Box,

wo ihnen endlich der Gurt abgenommen wurde. Der Gurt

blieb also wesentlich länger am Körper, als die immer wieder

erwähnten acht Sekunden.

Da das Buckeln in einem engen Metallverschlag ein großes

Verletzungsrisiko mit sich bringt, haben wir beim zuständigen

Veterinäramt den Widerruf der § 11-Genehmigung

TierSchG beantragt. Wir hoffen, dass die Behörden unsere

zahlreichen Hinweise nicht weiterhin ignorieren, sondern

endlich einmal durchgreifen. Wir werden Sie über den Fortgang

der Angelegenheit informieren.

Einen Beweis dafür, dass man die Cowboyszene ständig im

Auge behalten muss, fanden wir in einer aktuellen amerikanischen

Veröffentlichung. Demnach versuchte sich ein

deutscher Staatsbürger, der hier immer wieder bei Rodeos

auftritt, im „Steer Wrestling“. Das ist in Deutschland verboten,

denn es ist eine besonders brutale Rodeodisziplin,

bei der in den USA viele Jungrinder an ihren Verletzungen

sterben. Die Cowboys betreiben also einen „Tourismus der

Grausamkeit“, wie manche eben mal nach Asien fliegen,

um sich an Kindern zu vergehen, fliegen sie ungeniert in die

USA, um Tiere zu quälen.

Besuchen Sie auch unsere Webseite www.anti-rodeo.org, wo

wir immer wieder unsere Beobachtungen veröffentlichen.

Bitte teilen Sie uns außerdem mit, wenn in Ihrer Gegend ein

Rodeo oder ein Ochsenrennen angekündigt wird.

Werden Sie aktiv ... denn Mitleid ist zu wenig!

Postkarten bitte ausschneiden und verschicken!

Sehr geehrte Frau Aigner,

am 12. Dezember 2011 ist die geänderte

Tierschutz-Nutztierverordnung in Kraft getreten,

in der allen Pelztierfarmen in Deutschland

eine Mindestgröße der Käfige für

Nerze vorgeschrieben wird. An die gültige

Verordnung hält sich wohl kein einziger

der in Deutschland verbliebenen Betreiber

von Nerzfarmen. Alle Betreiber von Farmen

verstoßen wissentlich und in gravierendem

Ausmaß gegen gültiges Recht. Hiermit fordere

ich Sie auf, die Einhaltung geltenden

Rechts zu gewährleisten bzw. sämtliche

Verstöße umgehend zu ahnden und alle

Pelzfarmen schließen zu lassen.

Die Pelztierhaltung hat in Deutschland keine

Zukunft mehr.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

vor Kurzem hat die Schweizer Regierung

ein Importverbot für Delfine erlassen. Dies

bedeutet das sichere Ende der Delfinhaltung

in der Schweiz, denn eine Zucht ist

hier unmöglich.

Ich möchte Sie nun nachdrücklich bitten,

dem Schweizer Beispiel zu folgen und

ein solches Importverbot, wenn nicht gar

ein Haltungsverbot für Delfine, auch in

Deutschland schnellstmöglich auf den Weg

zu bringen! In Duisburg und Nürnberg sind

bereits über 80 Delfine gestorben und die

Zoos halten ihre Zuchtbücher geheim, vermutlich

sind es sehr viel mehr.

Mit freundlichen Grüßen

Bundesministerin

Ilse Aigner

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Bundeskanzleramt

Bundeskanzlerin

Angela Merkel

Willy-Brandt-Straße 1

10557 Berlin

Anfang Mai baute man die Rodeo-Arena in Osnabrück neben

der Diskothek „Five Elements“ auf. Die Betreiber kündigten

eine „After Party“ an und hofften darauf, dass zahlreiche

Rodeobesucher im Anschluss in der Disko ihr Geld ausgeben

wollten. Die Rechnung ging erfreulicherweise nicht auf. Am

ersten Abend zählten wir ca. 20 Besucher und am darauf

folgenden Nachmittag einige wenige Personen mehr. Das

Programm zeichnete sich durch endlose Wartezeiten und

dilettantische Vorführungen aus.

Pferdefreundlich? © FAACE

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Bitte

mit Marke

frei

machen!

Bitte

mit Marke

frei

machen!


... denn Mitleid ist zu wenig!

Werden auch

Sie Mitglied!

animal 2ooo

Menschen für Tierrechte

Bayern e. V.

Landesverband gegen Tierversuche,

Intensivtierhaltung und

sonstige Formen

der Ausbeutung von Tieren

Anschrift:

Netzegaustr. 1

81377 München

Telefon: 089/5469050

info@animal2000.de

Bankverbindung:

animal 2ooo –

Menschen für Tierrechte Bayern e. V.

Spardabank München

Konto-Nr.: 26 55 900

BLZ: 700 905 00

www.animal2000.de

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