Nr. 4 / April 2010 - Büromode (PDF, 3660 kb) - KV Schweiz

kvschweiz.ch

Nr. 4 / April 2010 - Büromode (PDF, 3660 kb) - KV Schweiz

Ueli Mäder

Für den Soziologen ist die

Krise noch nicht vorbei

Das Magazin für Bildung und Beruf

Büromode

Für den Erfolg braucht es

auch die richtigen Kleider

UBS-Stellenabbau

Für das Personal wird es

langsam wieder besser

26. 4. 2010

Heft 4


Editorial

In unserem Beruf als Redaktorinnen und

Redaktoren befassen wir uns oft mit Stilblüten.

Solche Missgriffe in der Wortwahl

wirken meist komisch. Selber sind wir

davor auch nicht gefeit.

Mit ganz anderen Stilfragen ist eine

Mehrheit der Arbeitnehmer/innen konfrontiert:

Was soll/darf/muss ich zur Arbeit

anziehen? In den meisten Schweizer

Unternehmen gibt es keine expliziten

Kleidervorschriften. Es wird aber auf einen

gewissen Stil Wert gelegt. Insbesondere

Personen mit Kundenkontakt müssen

sich daran halten.

Wer sich nämlich gut anzieht, profitiert

auch selber davon. Studien belegen,

dass Kleider Karriere machen. Nicht nur

Können, sondern auch der Anzug oder

das Kostüm führen zum Erfolg.

Den Weg nach oben sollte man also

gestylt erklimmen. Einmal zuoberst angelangt,

ist Stil aber offenbar nicht mehr

nötig. Stilberater Clifford Lilley etwa verteilt

ganz schlechte Noten an Männer wie

Renzo Blumenthal, Roman Kilchsperger,

Filippo Leutenegger, Jürg Marquard oder

Armin Walpen.

Auf andere Art stillos präsentierten

sich die obersten UBS-Banker. Bei Marcel

Ospel & Co. schützten auch die Massanzüge

nicht vor Masslosigkeit. Gut, dass die

Aktionäre ihnen die Decharge verweigerten.

Schade ging es nicht auch dem Vergütungssystem

an den Kragen – was ganz

im Sinne der Sozialpartner gewesen wäre.

Sie steigen nach der Stellenabbau-Runde

nun für faire Saläre in die Hosen.

Über ungerechte Löhne und Verteilung

von Arbeit hat auch der Soziologe

Ueli Mäder im Monatsinterview einiges

zu sagen. Er spricht zudem Tabus wie die

Armut in der Schweiz an. Nach dieser Lektüre

scheint eine Diskussion über Kleidertabus

in der Geschäftswelt ein Stilfehler

zu sein.

Andrea Mašek

context 4 – 2010

Inhalt

Im Büro Karlsruhe, Deutschland 5

Unbürokratisch 6

Leserbriefe, KV in den Medien, Webrating 7

Politik und Wirtschaft 8

Auftakt ALV/Treuhänder/SuisseID

Kolumne Von Mario Fehr 9

UBS Nach dem Stellenabbau 10

Sozialfirmen Wie Betroffenen und Staat geholfen wird 12

Monatsinterview Ueli Mäder über die Arbeitskrise 14

Dossier Büromode 18

Den Erfolg anziehen

Seinen eigenen Stil finden 22

Beruf und Bildung 26

Auftakt Helvetas/Bike to work

Kolumne Von Astrid van der Haegen 27

Computer Diese Kenntnisse brauchen Angestellte 28

Bewerbung Ein neues Instrument und eine neue Broschüre 30

Überstunden Die wichtigsten Fragen und Antworten 31

Leben Tobias Muntwyler, KV-Stift und Zirkusartist 32

Ratgeber Büroalltag, Bildung, Recht, Gesundheit 36

KV-Aktuell/Sektionen Veranstaltungen und Informationen/Personen im KV 38

Impressum 44

Rätsel SBB-Tageskarten zu gewinnen 45

Cartoon Von Ruedi Widmer 46


4

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KV WINTERTHUR

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die ankommt.

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Im Büro

Karlsruhe, Deutschland

Matthias Walz ist zuständig für die Presseund

Öffentlichkeitsarbeit im Museum für

Literatur am Oberrhein. Das Museum

befindet sich im Karlsruher Prinz-Max-

Palais.

Interview/Fotos Verena Vogt

Hatten Sie als Kind einen Traumberuf?

Nein.

Welchen Beruf üben Ihr Vater/Ihre Mutter

aus?

Meine Mutter ist Erzieherin, mein

Vater arbeitet im Ministerium für Kultus

und Sport.

Was arbeiten Sie?

Ich mache hier im Museum die Presse­

und Öffentlichkeitsarbeit und bin für

die Veranstaltungsorganisation zuständig.

Darüber hinaus arbeite ich redaktionell

an der Literaturzeitschrift «allmende»

mit.

Welche Ausbildung haben Sie gemacht?

Ich habe in Konstanz deutsche Literatur,

Kunst­ und Medienwissenschaft sowie

Geschichte studiert.

Seit wann sind Sie hier tätig?

Seit Anfang 2008.

Was kann man im Museum für Literatur

am Oberrhein sehen?

Wir dokumentieren hier die Literaturgeschichte

der Region, dazu gehören auch

das Elsass und die Schweiz. Die Sammlung

reicht von den Anfängen der Klosterkultur

im Mittelalter bis in die Gegenwart.

Wie lange brauchen Sie von Ihrem

Wohnort zu Ihrem Arbeitsort?

Meistens fahre ich mit dem Fahrrad,

da brauche ich etwa sieben Minuten. Mit

der Strassenbahn sind es vier Haltestellen.

Welche Qualitäten sind in Ihrem

Beruf gefragt?

Flexibilität, Beharrlichkeit, Überblick.

Man sollte auch Fingerspitzengefühl mitbringen

sowie Offenheit und Interesse für

verschiedene Themen.

context 4 – 2010

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

Wir sind ein junges Team, und wir

können neue, kreative, künstlerische Impulse

setzen. Wir sind Literaturförderer

und ­vermittler, das gefällt mir. Ich wollte

schon immer im Kulturbereich arbeiten.

Woran stören Sie sich?

Dass manche Projekte nicht richtig

vorankommen bzw. an wirtschaftlichen

oder politischen Aspekten scheitern. Wir

würden zum Beispiel gerne mehr Autoren

einladen, können aber oft das Honorar

nicht bezahlen.

Arbeiten Sie hauptsächlich im Team

oder allein?

Im Team.

Wie viele Stunden pro Woche

arbeiten Sie?

Offiziell 40. Es kann aber schon mal

mehr werden.

Wie oft machen Sie Ferien?

Ich habe insgesamt 30 Ferientage.

Meistens mache ich im Sommer drei bis

vier Wochen Urlaub, gehe an Ostern eine

Woche Skifahren, und über Weihnachten

habe ich auch noch ein paar Tage frei.

Wie viel Geld verdienen Sie?

Das möchte ich lieber nicht sagen. Nur

soviel: Ich kann gut davon leben.

Können Sie Geld auf die Seite legen?

Ja, ein bisschen.

Wie viele Personen müssen von Ihrem

Einkommen leben?

Nur ich, meine Freundin hat als Lehrerin

ein eigenes Einkommen.

Sind Sie gegen Krankheit versichert?

Ja, über meinen Arbeitgeber.

Haben Sie eine Altersvorsorge?

Nein.

Was möchten Sie beruflich noch

erreichen?

Es wäre schön, wenn wir unser Team

vergrössern könnten, und wenn wir mehr

Gelder zur Verfügung hätten.

Reden Sie mit Ihrer Partnerin über

die Arbeit?

Ja, oft.

Steckbrief Deutschland

Karlsruhe ist Sitz des Bundesgerichts­

hofes und des Bundesverfassungsgerichts.

Die Stadt hat etwa 290 000

Einwohner.

Einwohner 82 Millionen

Arbeitslosenquote 8,6%

Durchschnittseinkommen Männer:

3294 Euro, Frauen: 2661 Euro (gilt für

das produzierende Gewerbe und den

Dienstleistungsbereich (Stand: 2008,

Quelle: Statistisches Bundesamt)

Gewerkschaftlicher Organisationsgrad

26% der Arbeitnehmer sind Mitglied in

einer Gewerkschaft

Wichtigste Exportartikel Autos

und Autoteile, Maschinen, Metalle,

Chemikalien

Steckbrief Person

Name Matthias Walz

Alter 36

Zivilstand ledig

Wohnform Mietwohnung

Wohnort Karlsruhe

5


6

Unbürokratisch

Im Zürcher Fahrradgeschäft VeloHenderson sucht Antonio Pate nach einer Information im Internet. Foto: Atelier MFM/Ex-Press

context 4 – 2010


LeserbrieFe

«Ein Steuerabzug für Freiwilligenarbeit

wäre das mindeste.»

context 3 – 2010

aus freiem Willen

Wenn eine pflegebedürftige Person von

ihren Kindern betreut wird, kann dies zu

wenig in Rechnung gestellt werden. Diese

Dienstleistung geht für mich auch unter

Freiwilligenarbeit. Würde diese Person in

einem Pflegeheim betreut, kostete es wesentlich

mehr.

Roger Fritschi, Gränichen

Ich organisiere seit Jahren eine Secondhand-Börse

mit Freiwilligen. Dabei bin

ich immer wieder überrascht, dass vor allem

Frauen mithelfen, die mit Familie,

Teilzeitarbeit und nebenamtlichen Tätigkeiten

eigentlich schon ausgelastet wären.

Personen, die theoretisch Zeit hätten –

und auch von dieser Börse profitieren –,

sind hingegen oft nicht bereit, dafür auch

etwas zu leisten. Ich akzeptiere das, verstehe

aber nicht, wenn dann genau diese

Leute jammern, dass sich niemand für

ihre Bedürfnisse einsetze.

Maria Meyer, Staufen

Vieles in unserem Land wäre nicht möglich,

wenn es nicht die freiwillige Arbeit

gäbe. Einiges davon sollte man «verrechnen»,

da es ein Gegenüber gibt, das davon

profitiert. Ich z.B. machte über 25 Jahre

Jugendarbeit. Abrechnen konnte ich diese

nie, sie wurde mir auch nie an eine Ausbildung

oder Weiterbildung angerechnet

(wie z.B. Sozialpädagoge, Ausbildner etc.).

Aber man machte das ja auch nicht für irgendwen,

sondern für Menschen, die

heute ihren Weg im Leben gefunden haben.

Auf der anderen Seite sollte man sich

dies gerade bei Bewerbungen oder Ausbildungsvergünstigungen

etc. anrechnen

lassen dürfen. Man muss in Bereiche in-

Webrating

Von der unbezahlten arbeit Freiwilliger profitieren

alle. Finden sie das in ordnung?

Ja, viele Arbeiten müssen nicht

bezahlt werden: 15,4 %

Ja, aber es sollten sich

mehr Menschen daran

beteiligen: 42,4 %

Nein, ein grosser Teil

davon müsste entschä-

digt werden: 42,2 %

context 4 – 2010

vestieren, in denen es Menschen gibt, die

sich ohne Lohn einbringen. Ein Steuerabzug

wäre das mindeste.

Hans Waldmann, Stein am Rhein

Meine Mutter gibt seit etlichen Jahren

Aufgabenhilfe. Zuerst ehrenamtlich,

dann mit einem kleinen Lohn. Wie stolz

war sie, als sie ihre ganze Familie mit ihrem

selbst verdienten Geld (über etliche

Jahre) zu einem Ausflug ins Tessin einladen

durfte! Deshalb finde ich, ja, Freiwilligenarbeit

sollte entlöhnt werden. Zudem

hat meine Mutter «Belohnungen»

und kleine Geschenke für ihre Aufgabenhilfe-Kinder

gekauft.

Monika Sidler, Affoltern am Albis

Ich bin der Ansicht, dass Freiwilligenarbeit

nicht entschädigt werden darf. Wenn

solche Arbeiten entschädigt oder professionalisiert

werden, bin ich der Meinung,

dass die Freiwilligenarbeit innert kurzer

Zeit massiv zurückgehen wird. Vielleicht

sollte über mögliche Freiwilligenarbeit

mehr informiert werden.

Paul Wittwer, Bannwil

context allgemein

Ich finde Context eine sehr gute Zeitschrift,

die ich immer von vorne bis hinten durchlese.

Auch gebe ich sie an eine Kollegin

weiter, die sie ebenfalls mit grossem Interesse

liest. Machen Sie weiter so.

Daniela Schöpfer, Schüpfheim

Context freut sich über Ihren Leserbrief!

Bitte mit Vor-/Nachnamen sowie Wohnort an:

context@kvschweiz.ch, oder an

context, Postfach, 8027 Zürich

Jetzt abstimmen:

www.context.ch

Viele betriebe kennen

un geschriebene kleidervorschriften.

braucht es das?

> Ja, aber sie sollten nur im

Kundenkontakt gelten.

> Ja, ein gepflegtes Äusseres

ist wichtig.

> Nein, alle sollen sich so

anziehen, wie sie wollen.

kV in den Medien

Stefan Keller, Präsident des KV Ost,

St. Gallen stellte am Informationsanlass

für Lehrabgänger den Verband

als Mitkämpfer an der Seite kaufmännischer

Angestellter vor. (…) Zu den

Vorzügen gehöre nicht nur, dass er

sich für gute Rahmenbedingungen

einsetze. Er berät seine Mitglieder

auch in arbeitsrechtlichen Fragen und

Problemen am Arbeitsplatz.

13.4.2010

In einem Vorstoss fordert Albert Vitali,

Fraktionschef der Luzerner FDP, die

Verkaufssonntage von zwei auf vier

im Jahr zu erhöhen. Sowohl die Regierung

als auch der Gewerbe-, Detaillisten-

und der Kaufmännische Verband

sowie der Luzerner Gewerkschaftsbund

stehen hinter dem Vorschlag.

Gleichzeitig machen sie aber auch

klar, dass eine Erweiterung der Ladenöffnungszeiten

für sie tabu ist.

12.4.2010

Ein Jahr nach dem grossen Jobabbau

sind die Aussichten für ehemalige

UBS-Angestellte weiterhin gemischt.

Inzwischen haben rund 1000 Leute

die Grossbank verlassen. «Viele von

ihnen arbeiten heute für andere Banken

und Versicherungen», beobachtet

Barbara Gisi vom Kaufmännischen

Verband Schweiz. Längst nicht alle

ehemaligen Mitarbeiter der UBS seien

aber bei anderen Gesellschaften untergekommen.

7.4.2010

40 Prozent der Belegschaft der Hotelplan

Group sind nach den Bedingungen

des komfortablen Migros-GAV angestellt.

Sie müssen nur 41 Stunden

pro Woche arbeiten. […] Die Verhandlungen

mit den Sozialpartnern über

die Weiterführung sind gescheitert.

Dies, weil das Management auf die

42,5-Stunden-Woche pochte, die dem

Branchendurchschnitt entspricht.

«Eineinhalb Stunden mehr arbeiten

für denselben Lohn – das war für uns

inakzeptabel», sagt Barbara Gisi vom

KV Schweiz.

21.3.2010

7


8

Politik und Wirtschaft

«Leistungsabbau ist falsch»

context 4 – 2010

ALV-Revision. Der KV Schweiz bekämpft den Leistungsabbau in der Arbeitslosenversicherung.

Er hat deshalb beschlossen, das Referendum gegen die geplante

Gesetzesrevision zu unterstützen. Von Thomas Heeb

Besonders junge Arbeitslose wären von der ALV-Revision betroffen.

Die vom Parlament im März 2010 beschlossene

Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes

bringe nichts

als Leistungsverschlechterungen, hält der

KV Schweiz fest. So soll generell die Beitragszeit

erhöht werden: Wer 12 Monate

Beiträge an die ALV entrichtet hat, soll nur

noch Anrecht auf 260 Taggelder (bisher

400) haben. 400 Taggelder würden erst

nach einer Beitragszeit von 18 Monaten

ausbezahlt. Und das Maximum von 520

Taggeldern gibt es für über 55-Jährige erst

nach einer Beitragszeit von mindestens 24

Monaten, ein halbes Jahr länger als bisher.

«Vor allem für ältere Personen, die

zweimal oder mehrfach arbeitslos werden,

wird es damit schwierig, sich wieder

einen stabilen Versicherungsschutz aufzubauen»,

sagt Peter Kyburz, Generalsekretär

des KV Schweiz. Erhöht werden soll

auch die Wartefrist, die heute generell

fünf Tage beträgt; Personen ohne Kinder

müssten neu eine einkommensabhängige

Wartefrist zwischen 10 und 20 Tagen

in Kauf nehmen.

Besonders betroffen von der Revision

und den darin enthaltenen Abbauplänen

wären aber junge Arbeitslose:

> Unter 30-Jährige ohne Kinder müssten

künftig auch eine Arbeit annehmen, die

ihren Qualifikationen und ihrer Erfahrung

nicht Rechnung trägt.

> Unter 25-Jährige ohne Unterhaltspflichten

haben nur noch Anrecht auf 200 und

nicht mehr wie bisher auf 400 Taggelder.

> Schüler und Studenten werden nach einer

Wartezeit von 6 Monaten noch 90 Taggelder

(bisher 200) zugestanden. Sie werden

damit faktisch weitgehend von der Arbeitslosenversicherung

ausgeschlossen.

Die Botschaft an die Jungen sei klar,

sagt Peter Kyburz: «Erworbene Qualifikationen

zählen wenig; wer Probleme auf

dem Arbeitsmarkt hat, soll notfalls zurück

zu den Eltern oder zur Sozialfürsorge.»

Damit werde die Solidarität zur

Bewältigung der Wirtschaftskrise überstrapaziert,

die ja im Übrigen nicht von

den jungen Arbeitnehmenden verursacht

worden sei.

Beiträge erhöhen

«Der Leistungsabbau ist sozialpolitisch

und volkswirtschaftlich falsch», betont

Peter Kyburz. Denn der Einkommensersatz

bei Arbeitslosigkeit wirke auch als

automatischer Konjunkturstabilisator.

Zudem müssten Kantone und Gemeinden

mit einer Mehrbelastung von rund 200

Millionen Franken jährlich rechnen.

Hinzu kommen zu zögerliche Beschlüsse

auf der Einnahmenseite. Denn

obwohl eine rasche Sanierung nötig wäre,

hat das Parlament die ALV-Beiträge nur

um 0,2 Punkte auf neu 2,2 Prozent und ein

Solidaritätsprozent für hohe Einkommen

erhöht. Der Bundesrat hatte 2,3 Prozent

vorgeschlagen und war damit von Arbeitnehmerseite

unterstützt worden, auch

vom KV Schweiz.

Die ALV sitzt auf einem Schuldenberg

von mittlerweile 9 Milliarden Franken.

Ein Grund dafür ist der krisenbedingte

Anstieg der Arbeitslosenquote von 2,5 auf

bis zu 4,4 Prozent im Februar 2010. Gravierender

war aber, dass bei der letzten

Revision im Jahre 2003 die langfristige

durchschnittliche Sockelarbeitslosigkeit

unterschätzt worden war. Gerechnet

hatte man mit rund 100 000 Personen, realistisch

wären 125 000 gewesen.

Der Fehler wurde zwar relativ rasch

erkannt, aber nicht behoben. Laut Peter

Kyburz warteten die massgebenden

Kräfte in der Politik mit Massnahmen zu,

um die Sanierung der ALV aus ideologischen

Gründen mit einem massiven Leistungsabbau

koppeln zu können. Wird die

Revisionsvorlage an der Urne abgelehnt

(die Volksabstimmung findet voraussichtlich

am 26. September 2010 statt), wäre der

Bundesrat gezwungen, das Milliarden-

Defizit mit Beitragserhöhungen zu bekämpfen.

Nach Ansicht des KV Schweiz

wäre dies der sinnvollere Weg – obwohl

die höheren Lohnabzüge auch seine Mitglieder

schmerzen würden.

Arbeitsmarktfähigkeit stärken

Denn statt Leistungen abzubauen, müsste

die ALV-Sanierung in die umgekehrte

Richtung laufen: Der KV Schweiz fordert

gezielte Investitionen in die Arbeitsmarktfähigkeit

der Angestellten. «Sie tragen zur

Gesundung der ALV bei», sagt Peter Kyburz.

Konkret schlägt der KV vor, dass die Arbeitnehmenden

regelmässige Standortbestimmungen

vornehmen lassen können,

zudem soll die präventive Weiterbildung

mitfinanziert werden. Mit solchen

Massnahmen könnte die ALV die Arbeitslosigkeit

effektiv bekämpfen statt bloss

deren Folgen zu lindern.

Hier kann das Referendum unterschrieben werden:

www.kvschweiz.ch/alv


Revisionsaufsicht

Polemische Treuhänder

Die eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde

RAB, die seit 2007 über die Zulassung

von Revisoren bestimmt, kommt unter

Beschuss.

Es sind vor allem kleinere Treuhänder,

die Kritik an der RAB äussern. Sie fühlen

sich benachteiligt und sagen, dass jene

grossen Treuhhandfirmen profitieren, die

genauer kontrolliert werden sollen. Tatsächlich

erliess die Schweiz das Revisionsgesetz

im Zuge der internationalen

Wirtschaftsskandale, wo die Kontrollinstrumente

grosser Revisoren versagten.

Bereits gibt es in Bern eine Anlaufstelle

für «RAB-Geschädigte» und kürzlich

wurde eine «Schutzvereinigung gegen

die Willkür der RAB» gegründet.

Deren Initiator Bernhard Madörin spricht

von Missbrauch der RAB und beziffert die

Zahl der nicht mehr zugelassenen Revisoren

auf unakzeptable 2000.

Laut RAB handelt es sich höchstens

um 500 kleine Revisoren. Gegenüber der

Berner Zeitung meint RAB-Direktor

Frank Schneider, die Arbeit seiner Behörde

führe zu einem Professionalisierungsschub.

Es sei zu erwarten gewesen,

dass der eine oder andere Kleintreuhänder

kapitulieren müsse.

Die Branchenvereinigungen veb.ch,

Treuhand Suisse und Treuhand-Kammer

Die Suche nach dem richtigen Passwort

hat bald ein ende: Die «SuisseID», ein

elektronischer Identitätsnachweis, soll ab

Mai erhältlich sein.

Die SuisseID wird als USB-Stick oder

Chipkarte für Unternehmen und Privatpersonen

angeboten, unter anderem in

den Postfilialen. Dort muss man sich physisch

mit einer Identitätskarte ausweisen

und ein Formular unterschreiben. Auf

dem Stick oder dem Chip werden Name,

Vorname und eine E-Mail-Adresse gespeichert

– sowie eine für den Nutzer

nicht ersichtliche SuisseID-Nummer.

Danach wird nur noch ein einziges

Passwort nötig sein, um sich bei allen Online-Anwendungen

und elektronischen

Dokumenten sicher zu authentisieren.

E-Banking oder Einkaufen im Internet

dürften dank dem neuen Instrument einfacher

und sicherer werden. Denn laut

Fachleuten soll das Passwort nach heutigem

Ermessen nicht geknackt werden

können. Der elektronische Schlüssel gilt

context 4 – 2010

bemängeln ebenfalls den exzessiven juristischen

Formalismus der RAB. Sie pflegen

aber den Dialog mit der Behörde – arbeiten

et wa bezüglich Peer-Review-Pflicht

für Revisionsunternehmen gemeinsam

auf eine vernünftige Lösung hin – und

verwahren sich gegen den polemischen

Stil der Schutzvereinigung.

Herbert Mattle, Präsident des veb.ch,

sagt, das RAB habe innert kürzester Zeit

aufgebaut werden müssen und habe bis

anhin trotz einer grossen Flut von Gesuchen

einen guten administrativen Job gemacht.

Was anscheinend immer wieder

vergessen werde: «Das RAB hat wenig

Spielraum bezüglich Interpretation des

Gesetzes und darf dieses auch nicht zurechtbiegen.

Wenn heute kleinere Mängel

vorhanden sind, so sind diese dem Parlament

anzulasten und Korrekturen kann

nur dieses vornehmen.»

Mattle weist darauf hin, dass sich die

Anforderungen an die Revision, insbesondere

an die ordentliche, in den letzten

Jahren massiv erhöht haben. Die Prüfungsstandards

seien heute kleine Regelwerke.

«Ich glaube, die Haftungsfrage

wird von einigen, welche die Zulassung

nicht erhalten haben – sei es wegen

fehlender Ausweise oder mangelnder

Praxis – einfach unterschätzt.» ajm

Elektronische ID kommt

denn auch im Umgang mit Behörden oder

beim Abschluss von Verträgen als rechtsgültige

Unterschrift. Voraussetzung ist allerdings,

dass die besuchten Internetseiten

von Firmen und Verwaltungen für die

SuisseID eingerichtet sind.

Das Projekt läuft unter der Federführung

des Staatssekretariats für Wirtschaft

Seco und gehört zum dritten Konjunkturpaket.

Das Seco unterstützt geeignete

Pionierprojekte, welche die SuisseID

integrieren. Laut einer Mitteilung ist das

Interesse daran gross. Bis Ende Jahr könnten

bis zu 300 000 der elektronischen

Identitätsnachweise abgesetzt werden.

Wieviel die SuisseID für Privatpersonen

kosten wird, steht noch nicht fest. Der

Bund will den Verkaufspreis zu maximal

80 Prozent subventionieren. Privatpersonen

erhalten bis Ende Jahr oder solange

Vorrat einen Beitrag von 65 Franken an

die Anschaffungskosten, einzufordern

über SuisseID. the

Weitere Informationen: www.suisseid.ch

KoLuMne

Bildung ist wirksam

gegen die Krise

Von Mario Fehr

Die Schweiz steht mitten in einer weltweiten

Wirtschaftskrise besser da als

andere Länder. Viel besser als die meisten

anderen sogar. Die Jugendarbeitslosigkeit

beispielsweise ist in der Schweiz

deutlich tiefer als in den umliegenden

Ländern. Dazu haben viele Faktoren

beigetragen. Einer allerdings ist entscheidend:

Unser Berufsbildungssystem.

Es orientiert sich an den praktischen Bedürfnissen

der Wirtschaft. Mit seiner

Hilfe werden junge Menschen schon sehr

früh zu anerkannten und fähigen Berufsleuten

ausgebildet. Es erstaunt deshalb

nicht, dass immer mehr internationale

Beobachter in die Schweiz pilgern, die

von unserem Berufsbildungssystem

lernen wollen.

Wir sagen zu Recht: Unser Berufsbildungssystem

ist das beste der Welt. Und

es wird höchste Zeit, dass auch die

Schweizer Politik dementsprechend

handelt. Es braucht eine klare politische

Absage an all diejenigen, die in Zeiten der

Krise Leistungen im Bildungsbereich

kürzen wollen. Das wäre nun wirklich

das Verkehrteste, was wir tun könnten.

Wir brauchen im Gegenteil deutlich mehr

Mittel für die Aus- und Weiterbildung

und insbesondere für die höhere Berufsbildung.

Sie ist derjenige Teil unseres

Berufsbildungssystems, der finanziell

am knappsten gehalten wird. Dies ist

nicht nur ungerecht, sondern auch ökonomisch

völlig falsch. Nur mit mehr

Investitionen in Aus- und Weiterbildung

bleiben unsere Angestellten arbeitsmarktfähig

und nur so wird die Schweizer

Wirtschaft dauerhaft einen Weg aus

der Krise finden. Dafür engagieren wir

uns beim KV Schweiz.

Mario Fehr ist Nationalrat und

Präsident des KV Schweiz.

mario.fehr@kvschweiz.ch

9


10

Politik und Wirtschaft

Nach dem Sturm

context 4 – 2010

UBS. Vor einem Jahr kündigte die angeschlagene Grossbank einen Abbau

von 2500 Stellen in der Schweiz an. Jetzt ist dieser Abbau mehr oder weniger

abgeschlossen. Ein Überblick. Von Ingo Boltshauser

Ins Schwitzen geraten: Konzernchef Oswald Grübel mit Präsident Kaspar Villiger an der UBS-Generalversammlung vom 14. April in Basel.

Minus 8700 Stellen weltweit, minus

2500 in der Schweiz. Diese

Zahlen gab UBS-Konzernchef Oswald

Grübel an der Generalversammlung vor

einem Jahr bekannt. Es war dies die

zweite Abbauwelle, nachdem die Bank

schon im Jahr zuvor eine Reduktion des

Personalbestandes um rund 1000 Stellen

bekannt gegeben hatte.

Gegen diese Zahlen formierte sich

kaum Widerstand. Allen war klar, dass die

angeschlagene UBS nicht ohne massive

Kostensenkungen über die Runden kommen

würde. Auch die Arbeitnehmervertretung

der UBS, der Schweizerische

Bankpersonalverband (SBPV) und der KV

Schweiz sperrten sich angesichts der Lage

nicht grundsätzlich gegen einen Stellenabbau.

«Allerdings haben wir der Bank

zahlreiche Vorschläge unterbreitet, wie

dieser so sozialverträglich wie möglich

gestaltet werden könne», sagt Barbara

Gisi, Leiterin Angestelltenpolitik beim KV

Schweiz.

Unter anderem schlugen die Angestelltenorganisationen

der Bank vor, Vollzeit-

in Teilzeitstellen umzuwandeln, sowie

Instrumente wie die Gewährung von

unbezahltem Urlaub, vorzeitige Pensionierung

oder interne Versetzungen so

weit wie nur möglich auszuschöpfen. Dies

nicht nur, um die Angestellten möglichst

zu schonen, sondern auch im Interesse

der Bank, die dank solcher Massnahmen

nach überwundener Krise wieder auf erfahrenes

Personal zurückgreifen könnte.

Ausserdem forderte der KV Schweiz, bei

Entlassungen auch soziale Kriterien walten

zu lassen und nicht gewisse Angestelltengruppen

überproportional zu belasten.

«Bei vielen Massenentlassungen

sind einerseits ältere Mitarbeitende, andererseits

aber auch Teilzeitarbeitende

und Frauen überproportional vertreten.

Hier wollten wir Gegensteuer geben», sagt

Barbara Gisi.

Vor allem rückwärtige Funktionen

Jetzt ist der vor einem Jahr angekündigte

Stellenabbau mehr oder weniger abgeschlossen.

Context hat die UBS deshalb

ausführlich über Details dazu befragt.

Die Bank hat zwar längst nicht alle Fragen

beantwortet, aber immerhin einiges von

sich preisgegeben – ein Novum, denn bislang

gaben sich die Schweizer Grossban-

ken zu Betriebsinterna meist äusserst

schweigsam.

Die wichtigsten Fakten zum Stellenabbau:

> Im Rahmen des Abbaus von 2500 Stellen

kam es im Lauf des Jahres 2009 zu rund

1000 Entlassungen, einige wenige dürften

auch noch im Jahr 2010 erfolgt sein.

Deutlich über die Hälfte des Stellenabbaus

konnte mit der natürlichen Fluktuation

und verschiedenen flankierenden

Massnahmen realisiert werden.

> Gegen zwei Drittel der abgebauten Stellen

fallen in der grössten Division in der

Schweiz, Wealth Management & Swiss

Bank, an. Betroffen sind in erster Linie

rückwärtige Funktionen wie IT, Verarbeitung

und Marketing. Im Corporate

Center (gleichsam der Overhead des

Konzerns über die verschiedenen Divisionen)

fielen rund 25% der abgebauten

Stellen an.

> 42% der abgebauten Stellen betreffen

Frauen, das ist leicht überproportional,

denn die UBS beschäftigt deutlich mehr

Männer als Frauen. Allerdings weisen

gemäss UBS die betroffenen Abteilungen

einen überdurchschnittlich hohen


Frauenanteil auf. Auch Teilzeitstellen

sind vom Abbau überproportional betroffen,

das widerspiegelt aber laut UBS

die Verhältnisse in den Abteilungen, wo

es vornehmlich zu Stellenabbau kam.

> Der oft nach Massenentlassungen geäusserte

Verdacht, wonach die Indianer zu

gehen hätten, während die Häuptlinge

blieben, trifft laut UBS nicht zu: «Es waren

in etwa alle Mitarbeiterkategorien proportional

gleich betroffen, wenn als Referenzgrösse

jene Einheiten betrachtet werden,

wo ein Abbau stattgefunden hat.»

> Geografisch war vor allem der Kanton

Zürich vom Stellenabbau betroffen

(60%). Relativ viele Stellen wurden auch

in den Kantonen Basel-Stadt und Genf

(je 10%) abgebaut.

Keine sozialen Kriterien

Aus den Antworten der UBS geht ausserdem

hervor, dass sie sich einige Vorschläge

der Sozialpartner zu Herzen genommen

hat: Unter anderem wurden

Möglichkeiten geschaffen, dass Angestellte

vorübergehend das Arbeitspensum

reduzieren oder unbezahlten Urlaub beziehen

konnten. Immerhin 1100 Personen

haben davon Gebrauch gemacht. Weitere

900 kauften im Jahr 2009 fünf oder zehn

zusätzliche Ferientage ein. Wie viele Entlassungen

dadurch verhindert werden

konnten, kann die UBS allerdings nicht

beziffern.

Auch die von den Sozialpartnern geforderte

und der UBS gebotene Unterstützung

beim Outplacement war nach Bekunden

der Bank erfolgreich: Drei Viertel der be-

context 4 – 2010

gewissen Bereichen bereits wieder auf

Wachstumskurs ist, wurde diese Massnahme

per Ende Januar wieder aufgehoben.

Über anderes schweigt sich die UBS

ganz aus. So teilt sie weder mit, wie viel

Geld sie für die Outplacement- und Umschulungsmassnahmen

eingesetzt hat,

noch, wie viele Personen betreut wurden

oder wie viele über 50-Jährige entlassen

bzw. über 57-Jährige in die vorzeitige Pensionierung

geschickt wurden. Alles in allem

aber scheinen soziale Kriterien bei

den Entlassungen keine Rolle gespielt zu

haben. Die UBS schreibt dazu in ihrer

Antwort: «Alter, Geschlecht oder Beschäftigungsgrad

sind keine Kriterien für den

Verlust einer Stelle. Wird eine Stelle gestrichen,

entscheidet der Linienvorgesetzte

aufgrund sorgfältiger Abwägung verschiedener

Kriterien wie zum Beispiel

Wissen, Fähigkeiten, Erfahrung und Potential.»

Leicht bessere Zusammenarbeit

Wie bewerten die Sozialpartner die Zusammenarbeit

während des Stellenabbaus?

Die UBS selbst sagt, die verschiedenen

Treffen hätten «in einer offenen und

vertrauensvollen Atmosphäre» stattgefunden.

Ganz so hoch möchte Elli Planta,

Präsidentin der internen Arbeitnehmervertretung

die Glocken nicht hängen.

Aber auch die langjährige UBSlerin sagt,

die Zusammenarbeit zwischen Personalvertretern

und Geschäftsleitung sei intensiver

als je zuvor. Allerdings habe das

wohl noch nichts mit einem grundsätzli-

«Das Personal braucht jetzt Stabilität, denn

momentan herrscht grosse Verunsicherung.»

troffenen Angestellten haben während

des sogenannten COACH-Prozesses eine

neue Stelle gefunden, immerhin 15% davon

konnten intern umplatziert werden.

Eine weitere vorgeschlagene Massnahme,

die Einführung von Kurzarbeit,

fand hingegen nur sehr beschränkte Anwendung.

Lediglich 55 Angestellte des Recruitment

Centers leisteten zwischenzeitlich

Kurzarbeit. Da die UBS heute in

chen Umdenken in der Konzernspitze zu

tun: «In der jetzigen Phase ist der Arbeitgeber

schwach, und das können wir im

Interesse der Mitarbeiter und der Mitwirkung

ausnutzen.» So habe man einiges erreicht,

«und hinter diese Linie werden wir

bei zukünftigen Problemen nicht mehr

zurückweichen». Die jetzige Stimmung

unter den UBS-Angestellten bezeichnet

Elli Planta als «ziemlich durchwachsen.

UBS-GENERALVERSAMMLUNG

An der UBS-Generalversammlung vom

14. April haben die Aktionäre den umstrittenen

Vergütungsbericht 2009 zwar

genehmigt. «Die knapp 40 Prozent Nein-

Stimmen sollten dem Management aber

zu denken geben. Vor allem die hohen

Boni, die jeglichen Bezug zur Wirklichkeit

vermissen lassen, werden immer weniger

verstanden», sagt Barbara Gisi, die

an der GV anwesend war. Der KV Schweiz

lehnt das Salärsystem ab, weil es intransparent

und masslos ist: «Wir sind

durchaus dafür, Leistung zu honorieren,

aber das Fixum sollte den Hauptbestandteil

des Lohns bilden.» Alle Angestellten

sollten ausgewogen am Erfolg der Bank

teilhaben.

Positiv beurteilt Barbara Gisi die Decharge-Verweigerung

für das Jahr 2007.

«Die Aktionäre haben mit diesem differenzierten

Entscheid dafür gesorgt, dass

die damaligen Verantwortlichen an der

Spitze der Bank für die ungemütliche

Lage der UBS zur Rechenschaft gezogen

werden können.»

Was das Personal jetzt vor allem braucht,

ist eine Phase der Stabilität, denn momentan

herrscht, verursacht durch die zahlreichen

Umstrukturierungen, doch eine

recht grosse Verunsicherung.»

Auch Barbara Gisi blickt auf eine anstrengende

Zeit zurück mit zahlreichen

Treffen und unzähligen Einzelfallbesprechungen.

Die Sozialpartnerschaft sei sicher

besser als noch vor wenigen Jahren,

sagt sie. Allerdings glaubt sie nicht, dass

die Zusammenarbeit mit externen Sozialpartnern

einem echten Bedürfnis der

Konzernspitze entspricht. «Wir sind, so

könnte man manchmal den Eindruck haben,

Teil einer Charmeoffensive, mit der

die UBS wieder die Sympathie ihrer Angestellten

und der Schweizer Kunden erringen

will. Solange wir für die Betroffenen

aber doch Verbesserungen erreichen,

können wir damit leben.» Im Vergleich

mit den anderen Sozialpartnerschaften

des KV Schweiz, zum Beispiel im Detailhandel,

der Industrie oder dem Luftverkehr,

sei die Zusammenarbeit in der Finanzbranche

in Bezug auf die tatsächliche

Umsetzung auf jeden Fall noch «weiter

ausbaufähig».

Ingo Boltshauser ist Context-Redaktor.

ingo.boltshauser@kvschweiz.ch

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12

Politik und Wirtschaft

context 4 – 2010

Der erste Schritt zurück

Sozialfirmen. Immer mehr Langzeitarbeitslose landen in der Sozialhilfe.

Unternehmen im zweiten Arbeitsmarkt können den Betroffenen Halt geben

und die Staatskasse entlasten. Von Ingo Boltshauser

Das Sittertal in St. Gallens Westen:

Früher einmal waren die Schwemmebenen

entlang des Flusses begehrte Industrielagen,

denn das Gewässer lieferte

Energie frei Haus. Doch das ist schon

lange her. Die Industrieunternehmen der

Vergangenheit, unter anderem eine Textilfärberei,

sind schon lange weggezogen.

Heute werden die Räumlichkeiten von

Gewerbebetrieben, einer Tanzschule und

Künstlern genutzt.

Einen industriellen Arbeitgeber gibt

es aber noch: Die Sozialfirma Dock, vormals

«Stiftung für Arbeit», ist in die Räumlichkeiten

der Textilfärberei eingezogen.

Sie bietet Elektrorecycling an, ausserdem

einfache industrielle Arbeiten.

Chefin von Dock ist Daniela Merz. Vor

sechs Jahren hat sie die Leitung der Stiftung

für Arbeit übernommen, damals

noch eine eher kleine Institution, die

rund 50 Langzeitarbeitslosen und Suchtkranken

die Möglichkeit bot, einer Arbeit

nachzugehen. Innert nur drei Jahren bauten

Merz und ihr Team die Stiftung auf gegen

300 Arbeitsplätze aus und gestalteten

sie zur ersten und heute noch grössten

Sozialfirma der Schweiz um.

Das Konzept ist so einfach wie bestechend:

Dock sucht Arbeit in Industrie und

Gewerbe, deren Wertschöpfung zu gering

Ihr Ergonomie-Fachgeschäft

www.sitz.ch

ist, als dass sich ein herkömmliches Unternehmen

dafür interessieren würde. So

werden in den Hallen an der Sitter zum

Beispiel Druckgussteile entgratet oder

Elektroschrott recycelt. Dock hat sich auf

Arbeiten spezialisiert, die wegen zu geringer

Wertschöpfung ansonsten ins Ausland

ausgelagert würden, oder von einer

teuren Maschine erledigt werden.

Gegenüber den Kunden will man

keine Kompromisse eingehen: Die Qualität

muss stimmen, Lieferfristen müssen

eingehalten werden. Die Arbeitnehmer

hingegen werden von Sozialämtern hierhergeschickt.

Vielen fehlt es anfangs völlig

an Arbeitspraxis, oft kommen auch gesundheitliche

Beeinträchtigungen hinzu.

«Gegenüber den Kunden will man keine Kompromisse

eingehen: Die Qualität muss stimmen,

Lieferfristen müssen eingehalten werden.»

Diese Menschen müssen zuerst lernen,

sich in eine Betriebskultur einzufügen

und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.

Kostengünstig

Für die Gemeinden hat diese Form der sozialen

Integration grosse Vorteile, sie ist

äusserst günstig. Im Gegensatz zu Beschäftigungsprogrammen,

die meist Zusatzkosten

im vierstelligen Bereich verursachen,

müssen die Gemeinden bei

Teilnehmenden von Dock neben der Sozialhilfe

nur sehr kleine Programmkosten

übernehmen – weil die Arbeitnehmer

diese weitgehend selber erwirtschaften.

Betrachtet man nicht nur die Ausgaben

der Sozialhilfe allein, sondern macht

eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung,

dürfte in Sozialfirmen sogar erhebliches

Sparpotenzial liegen. Zum einen

sind die Mitarbeiter voll sozialversichert.

Bei erneuter Arbeitslosigkeit, aber auch bei

Krankheit oder im Fall der Pensionierung

ist ihre Position gegenüber Sozialhilfebezügern

deutlich besser.

Kommt hinzu, dass sich die Auswirkungen

auf das Wohlbefinden der Angestellten

von Sozialfirmen zwar nicht in

Franken und Rappen messen lassen, aber

ebenfalls ein erhebliches Sparpotenzial

beinhalten: Wer arbeitet, lebt gesünder

und hat ein kleineres Suchtrisiko, was insbesondere

die Krankenkassen entlastet.

Wer bei Dock arbeitet, durchläuft ein

dreistufiges System. Auf Stufe 1 liegt der

Beschäftigungsgrad bei 50 Prozent, der

Stundenlohn beträgt zehn Franken. Dieser

ist vergleichsweise tief, weil die Eintretenden

meist noch nicht voll leistungsfähig

sind. Bei Fortschritten in Motivation

und Arbeitsleistung werden Beschäftigungsgrad

und Stundenlohn erhöht; ein

voll leistungsfähiger Arbeiter kann bei

Dock 3200 Franken im Monat verdienen.

Wer diese oberste Stufe erreicht, wird aber

auch unmissverständlich angehalten,

eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt

zu suchen. Der Bedarf an Arbeitsplätzen

in Sozialfirmen ist gross und das Angebot

klein.

Immer mehr Sozialfirmen

Heute ist Dock ein Exportschlager. Ableger

gibt es in Arbon, Winterthur und Zürich

und bald auch in Luzern. «Wir haben

dieses Wachstum nicht gesucht», sagt Geschäftsleitungsmitglied

Lynn Blattmann,

«aber wir bekamen sehr viele Anfragen

von Sozialämtern und Beschäftigungsprogrammen,

die unser Modell übernehmen

wollten.» Inzwischen haben sie und

Daniela Merz sogar ein Buch geschrieben*,

damit sie nicht immer wieder das


Gleiche erzählen müssen. «Uns geht es

darum, dass überall dort, wo Unterbeschäftigung

herrscht, Sozialfirmen entstehen

können. Ob diese nun zur Dock­

Gruppe gehören oder nicht, ist uns egal.»

Inzwischen versuchen sich wegen des

zunehmenden finanziellen Drucks im Sozialwesen

immer mehr Beschäftigungsprogramme

als Sozialfirmen – mit durchzogenem

Erfolg. Warum dem so ist

beschreiben Blattmann/Merz in ihrem

Buch: «Der Weg zur Sozialfirma erfordert

mehr als nur eine gründliche Reorganisation

eines Betriebs; er verlangt ein konsequentes

Um­ und Neudenken von Prozessen

und Abläufen und ein Überdenken

von jahrelangen Betriebskulturen, verbunden

mit einem konsequenten Verzichten

auf Sicherheiten und einer mutigen

Hingabe an die Fährnisse des

Marktes.» Laut Blattmann dürfte die Bedeutung

von Sozialfirmen aber zunehmen:

«Angesichts der steigenden Sockelarbeitslosigkeit

wird die Zahl der

eigentlich arbeitsfähigen, aber nicht vermittelbaren

Menschen in Zukunft wohl

ansteigen.»

Studie zu Nutzen

Weil die meisten dieser Menschen über

kurz oder lang bei der Sozialhilfe landen,

sind auch die Sozialämter froh über sinnvolle

Einsatzmöglichkeiten, vor allem,

wenn diese vergleichsweise günstig sind.

Für Patrik Müller, Stellenleiter des Sozialamts

St. Gallen, ist neben dem Preis die

Leistungsorientierung von Sozialfirmen

der ausschlaggebende Punkt für die Zusammenarbeit:

«Leistungsfähige Sozialhilfebezüger

werden dort fit gemacht für

den ersten Arbeitsmarkt. Denjenigen, die

diesen Schritt nicht schaffen werden, bietet

das Dock einen Rahmen, in dem sie

entsprechend ihren Fähigkeiten gefordert

werden und der sie sozial und gesundheitlich

stabilisiert.» Allerdings werden in

St. Gallen Sozialhilfebezüger auch in andere

Institutionen der aktivierenden Sozialhilfe

geschickt.

context 4 – 2010

Arbeit für Sozialhilfeempfänger: Bearbeitung von Druckgussteilen im Dock St. Gallen

Bleibt die Frage, wie weit die Sozialfirmen

die Integration in den ersten Arbeitsmarkt

tatsächlich fördern. Im letzten

Oktober wurde eine im Auftrag des Staatssekretariats

für Wirtschaft erstellte Studie

veröffentlicht, welche unter anderem

dieser Frage nachging («Ist Erwerbsarbeit

für Sozialhilfebezüger ein Privileg?»).

Vernichtendes Urteil: Wer in einer Massnahme

verweilt, bleibt im Durchschnitt

länger vom Arbeitsmarkt fern als Personen,

die keine Unterstützungsmassnahmen

erhalten. Die Betreiber der Studie

machen dafür den sogenannten «Lock­

In­Effekt» verantwortlich: Wer in einer

Struktur eingebettet ist, gibt sich weniger

Mühe, eine Stelle zu finden.

Fachleute aus dem Sozialwesen kritisieren

an der Studie zweierlei: Erstens

misst sie nur die Beschäftigungswirksamkeit

von Programmen und nicht andere,

ebenso angestrebte Faktoren wie soziale

oder gesundheitliche Stabilisierung.

Und zweitens wird nicht zwischen verschiedenen

Formen von aktivierender Sozialhilfe

unterschieden.

Wer sich tiefer in die Zahlen vertieft,

kann durchaus das eine oder andere daraus

lesen: Untersucht wurde unter anderem,

welchen Erwerbsstatus ehemalige

Sozialhilfebezüger haben, die wieder

eine Stelle gefunden haben. Am geringsten

ist die Gefahr eines erneuten Rückfalls

in die Sozialhilfeabhängigkeit für

jene, die eine dauerhafte Stelle gefunden

haben. In dieser Statistik schwingt St. Gallen

von allen untersuchten Städten obenaus.

*Lynn Blattmann, Daniela Merz:

Sozialfirmen – Plädoyer für eine mobile Schweiz.

Rüffer & Rub, 2009, ca. CHF 39.–

Ingo Boltshauser ist Context­Redaktor.

ingo.boltshauser@kvschweiz.ch

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Monatsinterview

«Die nächste Krise kommt

bestimmt»

context 4 – 2010

Trotz exzellentem Börsenjahr 2009 ist die Wirtschaftskrise nicht ausgestanden,

sagt Ueli Mäder. Der Basler Soziologieprofessor kritisiert,

viele Jobs im unteren Lohnsegment würden zu schlecht bezahlt und die

Arbeit sei ungerecht verteilt. Interview Pieter Poldervaart / Foto Andreas Frossard

Context: Herr Mäder, wer putzt Ihr Büro?

Ueli Mäder: Wir haben ein privates

Putzinstitut. Denn vor einigen Jahren

lagerte die Uni den Reinigungsdienst aus.

Damals wehrte ich mich gegen das Outsourcing.

Zum einen wächst die Anonymität.

Zum andern verschlechtern sich

die Arbeitsbedingungen. Immerhin

konnten wir erreichen, dass es nicht zu

Entlassungen kam und die bisherigen

Konditionen weiter gelten. Doch aus meiner

Sicht ist das keine gute Lösung.

Dass sich Professoren für Putzfrauen

einsetzen, ist unüblich. Wie waren die

Reaktionen?

Unternehmer versuchten mir zu erklären,

dass sich das Reinigungspersonal

in einer Putzfirma wohler fühle, als wenn

es von der Uni angestellt sei. Und sie betonten,

dass sie fair mit ihren Beschäftigten

umgingen. Ich bleibe dabei: Die Auslagerung

hat mehr negative Folgen.

Das Putzpersonal arbeitet am unteren

Ende der Lohnskala. Trotzdem herrscht

in der Schweiz die Meinung, so richtig

schlecht gehe es in unserem Land niemandem.

Anfang der Siebzigerjahre glaubte

man, es gebe nur noch die «neue Armut» –

also Menschen, denen eine Perspektive

fehlt, so dass sie den Suchtmitteln verfallen

und abstürzen. Doch dann folgten rezessive

Einbrüche und die Arbeitslosigkeit

stieg. Die soziale Sicherung hält

seither nicht mehr mit dem Wandel der

Lebensformen Schritt, und die Kluft zwischen

Arm und Reich wächst.

Raumpflegerinnen sind klassische

Working Poor, ein Phänomen, das Sie in

der Basler Armutsstudie von 1991 vorstellten.

Sind diese Menschen, die trotz

Lohnarbeit nicht genügend verdienen,

auch heute noch ein Thema?

Working Poor ist noch immer eine

zentrale Ursache für die Armut in der


Ueli Mäder, 58, ist seit 2003 Professor an der Universität Basel und Co-Leiter

des Instituts für Soziologie. Er unterrichtet auch an der Hochschule für Soziale

Arbeit Basel. 1991 publizierte er mit einem Team die «Basler Armutsstudie».

Seit 2001 leitete er unter anderem Nationalfondsstudien über Working Poor in

der Schweiz, rechts extreme Jugendliche, Segmentierung der Sozialhilfe sowie

Verdingkinder. Mäder ist zudem Generalsekretär der Schweizerischen Gesellschaft

für Soziologie. Er ist verheiratet und Vater dreier erwachsener Kinder.

Schweiz. Allerdings wird das Phänomen

von den Behörden ein Stück weit wegdefiniert.

Denn das Bundesamt für Statistik

bezieht nur jene Menschen ein, die einen

Arbeitsplatz haben, mindestens 90 Prozent

erwerbstätig sind und zudem das

Einkommensniveau unterschreiten, das

für den Bezug von Sozialhilfe nötig ist. So

kommt man auf weniger als 200 000 Menschen.

Doch nach meinen Berechnungen

gehören zu den Working Poor heute über

eine halbe Million Personen.

Wie kommt es zu dieser Diskrepanz?

Zum einen zähle ich die Kinder der

Working Poor dazu – denn diese sind

massiv mitbetroffen. Zum andern können

alleinerziehende Mütter in den wenigsten

Fällen 90 Prozent arbeiten. Diese

Gruppe, die einen Drittel der Working

Poor ausmacht, verdoppelt sich, wenn

man die 90-Prozent-Grenze weglässt.

Weiter bietet es sich an, nicht die Grenze

für Sozialhilfebezug, sondern die um

rund 400 Franken höhere Grenze für Ergänzungsleistungen

als Trennlinie zu

wählen.

Wie viele Menschen sind unterbeschäftigt?

Laut Medienberichten von Ende März

soll die Zahl rückläufig sein. Das Gegenteil

stimmt: In den letzten fünf Jahren ist

die Zahl jener Personen, die unterbeschäftigt

sind und ihren Erwerbsgrad

ausweiten wollen, auf über 400 000 gestiegen

und hat sich damit mehr als verdoppelt.

Aber der Bund zählt neu nur

noch als unterbeschäftigt, wer innert

dreier Monate eine Vollzeitstelle annehmen

könnte – was für Alleinerziehende

ohnehin nicht in Frage kommt. Ich verstehe

nicht, weshalb sich Politik und Verwaltung

hierzulande so viel Mühe geben,

die Armut wegzudefinieren.

Gibt es auch positive Entwicklungen

seit 1991?

Das Thema Armut ist heute präsenter,

es wird in Medien und Politik intensiver

diskutiert, was vielen Betroffenen hilft,

context 4 – 2010

sich selbstbewusster zu artikulieren. Wir

leben in einer stark individualisierten

Gesellschaft, wo man sich gerne abkapselt

und die Schuld an seiner Situation

häufig bei sich selbst sucht. Diese depressive

Verstimmung weicht häufig einer

Wut, etwa wenn die eigene Tochter trotz

guter Noten keine Lehrstelle findet, während

Kaderleute ungeniert absahnen.

Und wie artikuliert sich diese neue Wut?

Die einen organisieren sich, etwa in

einer Gewerkschaft. Und sie erkennen,

dass ihre Kinder nicht für Misserfolge in

Schule oder Lehre verantwortlich sind,

wenn die Eltern unter finanziellem Stress

leiden. Andere hingegen setzen ihre Kin-

der unter Druck und erwarten von ihnen

noch mehr Leistung. Solche Eltern werden

anfällig für autoritäre Haltungen. Sie

wollen Ruhe und Ordnung und entwickeln

oft Sympathien für rechtspopulistische

Strömungen.

In den Neunzigerjahren sprach man

von den A­Städten. Gilt diese Geografie

der Armut noch immer?

Ich selbst gebrauchte den Begriff A-

Stadt nie. Denn der klassische Stadt-

Land-Gegensatz hat sich längst erübrigt.

Auffällig ist vielmehr, dass zunehmend

auch die klassische Mittelschicht von

negativen Entwicklungen betroffen ist:

Diese Bevölkerungsgruppe, die sich dem

Diktat der Flexibilität am ehesten unterwirft

und für einen neuen Arbeitsplatz oft

pendelt, klettert heute beim Stellenwechsel

nicht mehr die Karriereleiter hoch,

sondern muss häufig eine Lohneinbusse

in Kauf nehmen. Noch vor wenigen Jahren

führte in dieser Berufsgruppe ein

neuer Arbeitsplatz in neun von zehn Fällen

zu einem besseren Einkommen. Das

ist heute anders. Die Betroffenen spüren,

dass es trotz gutem Job finanziell immer

weniger reicht. Diese Entwicklung kennen

wir aus Deutschland in den Dreissiger-

und aus Frankreich in den Neunzigerjahren

des letzten Jahrhunderts.

Die Politik reagiert auf die aktuelle

Krise mit Konjunkturprogrammen.

Reicht das aus?

Für mich ist die Krise nichts strukturell

Neues. Schon in den rezessiven Einbrüchen

der Siebzigerjahre zeigte sich,

dass der Aufschwung nach dem Zweiten

Weltkrieg nicht ewig weitergehen kann.

Es wurde deutlich, dass eine gewaltige

Umverteilung des Kapitals stattfindet,

«Die Schweiz müsste den Ehrgeiz haben,

die Armut ganz zu bewältigen.»

dass die Produktivitätsgewinne einseitig

nach oben verteilt werden – und nicht

etwa den unteren Einkommen zugute

kommen. Seither ist die Kluft zwischen

Arm und Reich am Wachsen. Wenn nun

eine neuerliche Krise vor der Tür steht,

wirds für die Unterschicht somit erst

recht prekär.

Also bringen staatliche Programme

nichts?

Sie genügen nicht, da die strukturelle

Frage nicht gestellt wird. Selbst Hilfswerke

wie die Caritas beschränken sich

auf die Forderung, die Armut zu halbieren.

Die Schweiz als eines der reichsten

Länder müsste aber den Ehrgeiz haben,

die Armut ganz zu bewältigen. Und das

ist nur möglich, wenn die unteren Einkommen

angehoben werden. Solche Investitionen

in den sozialen Ausgleich

sind übrigens viel effizienter und wirken

langfristig stärker als alle Konjunkturprogramme.

Auch die AHV hat eine hervorragende

Wertschöpfung. Sie ermöglicht

Konsum und schafft Arbeitsplätze.

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16

Monatsinterview

context 4 – 2010

Die politische Praxis sieht allerdings anders

aus: Die 4. ALV-Revision will die

Leistungen für die Jungen kürzen.

Was bringt ein Ja?

Eine Kürzung sozialer Leistungen

würde jene zwingen, den Gürtel enger zu

schnallen, die ohnehin schon am Anschlag

sind. Wer hier ein paar Franken

sparen will, ist auf dem Holzweg. Wenn

sich jemand noch stärker bedroht fühlt,

wird er keinen kreativen Ausweg aus seiner

Situation suchen und plötzlich Arbeit

haben. Auch der neue Armutsbericht des

Bundesrats ist wenig innovativ: Er wälzt

Aufgaben und damit Kosten auf Kantone,

Gemeinden und die Betroffenen ab. Der

Bericht vernachlässigt die strukturelle

Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.

Was halten Sie von der Panikmache

wegen den Sozialkosten?

Das Lamento über die leeren Kassen

ist ohnehin fadenscheinig, denn in den

letzten Jahren stiegen die Einnahmen des

Bundes stärker als die sozialen Ausgaben.

Auch für 2010 ist ein Defizit von vier Milliarden

im Sozialbereich prognostiziert –

trotzdem ist gut möglich, dass wir

schwarze Zahlen schreiben werden. Zudem

sinkt seit 2004 der Anteil der Sozialleistungen

am Inlandprodukt, und zwar

deshalb, weil das BIP ebenfalls wächst.

Kommen wir zum anderen Pol der Gesellschaft,

den Reichen, die Sie aktuell in

einer Studie untersuchen. Was erforschen

Sie genau?

Wir fokussieren auf die Frage, wie gut

Situierte den Trend wahrnehmen, dass

es wachsenden Bevölkerungsanteilen

schlechter geht. Uns interessiert auch der

Machtaspekt: Wo laufen die Fäden zusammen?

Stellt vor allem die Wirtschaft

die Weichen, oder wie spielen hier Kooperationen

zwischen Wirtschaft und

Politik?

Und wie ist die Reaktion?

Wir werden überraschend offen empfangen,

Gespräche sind möglich. Vielleicht

hat das mit der schweizerischen

Kleinräumigkeit zu tun. Es gibt auch in

diesem Bevölkerungssegment durchaus

Menschen, denen die aktuelle Entwicklung

Sorge bereitet. Sie spüren, dass eine

Verschärfung der Gegensätze den gesellschaftlichen

Zusammenhalt gefährdet.

Ist ein Bewusstseinswandel der

Machtelite realistisch?

Möglich ist es. Einerseits haben wir

eine starke Zentralisierung von Kapital

und Macht. In der ersten Globalisierungsphase

in den Achtziger- und Neunzigerjahren

war die Öffnung der Märkte

das Nonplusultra. Dabei wurden weite

Teile der Politik übergangen und instrumentalisiert.

In der jetzigen zweiten Globalisierungsphase

wächst hingegen das

Bewusstsein, dass wir ein politisches

Korrektiv brauchen. Ich hoffe, dass die

Finanzkrise diesen Trend fördert. Aber

noch ist nichts entschieden.

Die Unterschicht wächst, die Oberschicht

ist verunsichert. Wo steht die

Mittelschicht?

Diese Bevölkerungsgruppe muss teilweise

mehr zurückbuchstabieren. Auch

Menschen mit einer soliden Berufslehre

sind plötzlich nicht mehr gefragt. Und

viele Lehr- und Studienabgänger finden

keine Anstellung. Der Spruch von «Leistung

lohnt sich» ist leider zunehmend

überholt.

«Schon wenige Monate Arbeitslosigkeit der

Eltern können zu Schulschwäche und zum

Verlust des Selbstwertgefühls führen.»

Für viele Mittelständler werden die

Kinder zur wirtschaftlichen Belastung –

wie reagiert der Staat?

Leider tut sich wenig, wohl auch, weil

die Auswirkung von Armut auf Kinder

und Jugendliche unterschätzt wird.

Schon wenige Monate Arbeitslosigkeit

der Eltern können zu Schulschwäche und

zum Verlust des Selbstwertgefühls führen.

Das sogenannte Tessiner Modell hat

gezeigt, dass Ergänzungsleistungen an

Familien mit Kindern und tiefen Einkommen

die Armut deutlich senken können.

In meinen Augen ist das noch immer

ein guter Ansatz, wobei man die Ergänzungsleistung

auf alle Menschen mit tiefen

Einkommen ausdehnen könnte, unabhängig

von der Kinderzahl.

Wäre ein Grundeinkommen oder eine

Grundrente die Lösung?

Das sind interessante Denkansätze.

Sie bergen aber die Gefahr, dass unter

dem Strich die heutigen Standards der

sozialen Sicherung unterlaufen würden.

Wer die hiesigen Zustände mit der EU

vergleicht, muss einräumen, dass

wir in der Schweiz auf hohem Niveau

jammern. Wird sich das ändern?

Tendenziell wird die Schweiz dem soziodemografischen

Trend der EU folgen.

Und doch hat die Schweiz heute im internationalen

Vergleich eine starke Position:

Auch wenn monatlich 4500 Menschen

ausgesteuert werden, müssen wir uns

vergegenwärtigen, dass kaum ein anderes

Land wie die Schweiz eine Erwerbsintegration

von 85 Prozent erreicht. Auch

das System der sozialen Sicherung muss

man zwar stark verbessern, weil es mit

dem Wandel der Lebensformen nicht

Schritt hält. Trotzdem steht die Schweiz

verhältnismässig gut da. Umso wichtiger

ist es, dass wir Sorge zu den erkämpften

Errungenschaften tragen.

Neben der wachsenden Sockelarbeitslosigkeit

führt auch die wachsende

Produktivität zu weniger Jobs – wie soll

die Schweiz langfristig damit umgehen?

Tatsächlich nimmt die Produktivität

zu. Im Prinzip wäre es wunderbar, wenn

wir die gewonnene Zeit für Gespräche,

Spaziergänge und Ähnliches verwenden

könnten. Doch es hapert mit der Verteilung:

Arbeit wird als Disziplinierungsinstrument

missbraucht, statt die Wochenarbeitszeit

generell zu senken und wieder

möglichst alle am Arbeitsprozess zu beteiligen.

Mit einer gerechteren Verteilung

wäre auch das Armutsproblem gelöst –

ein besonders stossendes Phänomen,

wenn man bedenkt, dass auf Schweizer

Bankkonti 4000 Milliarden Franken liegen.

Geld ist genug da, es fehlt am politischen

Willen, einen konstruktiven Weg

zu gehen.

Aber auch auf freiwilliger Basis läuft

bisher wenig. Gerade Männer wählen

selten Teilzeitarbeit. Könnte die Krise

das ändern?

Nur bedingt: Wer über viele Ressourcen

verfügt, kommt mit der Krise besser

zurecht als jemand, der eh schon knapp

durch muss. Dennoch dürfte die Krise für

viele Anlass sein, die Sinnfrage zu stellen

und zu hinterfragen, ob wirklich alles


immer noch schneller und rationeller gehen

muss. Denn diese Maxime verursacht

sehr viel Leid in unserer Gesellschaft.

Zu den Gegenmassnahmen gehört

auch, die einseitige Erwerbsorientierung

zu revidieren. Aber einfach ist ein solcher

Bewusstseinswandel nicht.

Immerhin: Roche etwa kündigt eine

Frauenquote fürs Top­Management an

und könnte damit vielleicht auch für

eine neue Aufteilung von Erwerbs­ und

Betreuungsarbeit sensibilisieren.

Solche Schritte sind erfreulich und

zeigen, dass es tatsächlich auch anders

geht. Leider stärkt die Krise aber auch

den gegenteiligen Trend: Nach meiner

Beobachtung feiert die Management-

Philosophie der Hardliner-Schule ein

Comeback.

Das Schweizer Börsenjahr 2009 war ausgezeichnet.

Ist die Krise vorbei?

Leider nein, denn wir haben die Gewohnheit,

die Probleme mit jenen Mit-

context 4 – 2010

«Das Loch, das wir heute stopfen,

wird sich schon morgen wieder auftun.»

teln lösen zu wollen, die sie verursacht

haben. Das Loch, das wir heute stopfen,

wird sich schon morgen wieder auftun,

wenn wir die strukturellen Bedingungen

nicht ändern. Wir müssen zudem aufpassen,

dass wir nicht auf der ökonomistischen

Ebene verharren und immer nur

mit Zahlen argumentieren. Natürlich

müssen wir diese Argumente kennen, das

hat die Abstimmung vom März zum

Rentenumwandlungssatz gezeigt. Doch

selbst wenn die Renten so nicht rentieren

würden, wäre das für mich kein Grund,

eine Senkung des Umwandlungssatzes zu

befürworten. Denn im Grund geht es

doch darum, dass es der ganzen Bevölkerung

möglichst gut gehen soll.

Hilfreich ist, wenn man persönlich

nicht einseitig auf die Erwerbsarbeit ausgerichtet

ist. Wer sinnlich wahrnimmt,

wie es Menschen mit einer Behinderung

geht, wie Working Poor leben oder welche

Bedürfnisse Kinder haben, der ist auch

für Ziele und Visionen zugänglich, die

über das Malochen und Rappenspalten

hinausgehen.

Pieter Poldervaart ist freier Journalist in Basel.

poldervaart@kohlenberg.ch

Andreas Frossard ist freier Fotograf in Binningen.

mail@andreasfrossard.com

17


18

Dossier Büromode

context 4 – 2010

Dunkel angezogene Menschen eilen

um acht Uhr morgens durch die

Zürcher Bahnhofstrasse. Die Männer im

meist schwarzen Anzug mit weissem

Hemd und Krawatte. Die Frauen im dunkeln

Kostüm mit weisser Bluse und dunklen

Strümpfen. Was fast wie eine Uniform

anmutet, ist offenbar das Standard-Geschäftsoutfit

in der Schweiz.

Eine Umfrage in Unternehmen – von

Banken über Versicherungen bis Verwaltungen

– zeigt aber: es gibt keine schrift-

Den Erfolg

anziehen

In der Schweiz gibt es kaum explizite Kleidervorschriften

für Angestellte. Mitarbeitende mit Kundenkontakt

jedoch müssen sich an gewisse Regeln halten.

Von Therese Jäggi und Andrea Mašek

Fotos Michele Limina

lich festgehaltenen KIeidervorschriften.

«Das bedeutet aber nicht, dass jeder tun

und lassen kann, was er will», sagt Daniela

Bär, Leiterin Corporate Communications

bei Tourismus Schweiz. «Wir setzen

auf gesunden Menschenverstand und

sind damit bis jetzt gut gefahren.»

Auch Raiffeisen setzt auf die Eigenverantwortung

der Mitarbeitenden. Das hat

sich laut Mediensprecher Franz Würth bewährt:

«Unsere Angestellten wissen, wie

sie sich kleiden sollen.» Wie? Anzug und

dezente Krawatte für den Herrn, Bluse

oder edles T-Shirt für die Dame. Und für

beide: geschlossene Schuhe. Es gilt aber

das ungeschriebene Gesetz: Man muss gepflegt

zur Arbeit kommen. Die Kleidung

muss der Arbeit angemessen sein.

Regeln für Kundenkontakt

Chantal Heller, Geschäftsführerin von

Perfect Image, stellt fest: «Bezüglich

Dresscodes gibt es enorme Unterschiede

in den Firmen.» Manche Unternehmen


«So wie heute bin ich jeden Tag

angezogen: einfach ganz normal»

René Aschwanden, 40

Ingenieur, SMS Concast AG

liessen ihren Mitarbeitenden völlig freie

Hand in der Wahl ihres Outfits, in anderen

gebe es einige Vorgaben zur Vermeidung

der gröbsten Stilsünden, andere

wiederum händigten ihren Mitarbeitenden

Leitfäden mit detaillierten Empfehlungen

aus, etwa zu Frisur, Make-up,

Schmuck, Sockenfarbe oder auch mal zur

Frage, wie viel nackte Haut es im Sommer

verträgt.

Es würden Standards eingehalten, die

den verschiedenen Funktionsbereichen

context 4 – 2010

und Stufen entsprächen, heisst es bei Credit

Suisse. Mobiliar-Mediensprecherin

Stephanie Walpen sagt: «Die Mobiliar erwartet

von ihren Mitarbeitenden, dass sie

die Erwartungshaltung der Arbeitskollegen,

Geschäftspartner und Kunden in der

Wahl der Kleidung berücksichtigen.» Die

Kleidung müsse den Kunden spiegeln,

sagt auch Susan Orozco, Mediensprecherin

bei IBM Schweiz. Mit anderen Worten:

Für Schweizer Angestellte mit Kundenkontakt

gelten doch gewisse Regeln.

Diese können gelernt werden, zum

Beispiel in Stil-Seminarien, die von Firmen

für ihre Mitarbeitenden gebucht werden.

Gefragt sind bei Versicherungen,

Banken, aber auch vermehrt bei kleinen

und mittleren Unternehmen etwa die

Herren Globus-Bekleidungsworkshops

«Fragen des Stils». Auch Private nehmen

daran teil. Dass das Entschlüsseln des

Dresscodes ein Bedürfnis ist, beweist zudem

der Erfolg der Globus-Stilbibel

«Dresscode».

19

«Ich trage heute ein Kostüm,

weil ich einen Termin bei

einem Stellenvermittler hatte.»

Esther Avdyli, 50

Auf Stellensuche im kaufmännischen Bereich


20

«Ich komme gerade von einem

Kunden, deshalb trage ich

ausnahmsweise einen Anzug.»

Yann Denzler, 47

Freiberuflicher Übersetzer

context 4 – 2010

Gewissen Spielraum

Susanne Zumbühl, lange im HR von

verschiedenen Firmen tätig und heute Inhaberin

der Stilberatungsfirma Autentica,

bietet Seminare für Firmen an, welche die

Mitarbeitenden entsprechend ihrem

Image coachen lassen möchten. Sie führt

auch Einzelberatungen durch. Häufig

kommen Kundinnen und Kunden zu ihr,

die auf Stellensuche sind und sich ihrem

neuen Arbeitgeber optimal präsentieren

wollen.

«Körper und Kleider tragen massgeblich

zum ersten Eindruck bei», ist Susanne

Zumbühl überzeugt. Ein besonderes Augenmerk

legten Personalfachleute ihrer

Erfahrung nach immer auch auf Schuhe

und Hände. «Viele Leute sind nicht eben

kreativ bei der Wahl ihrer Accessoires»,

stellt sie fest. Gerade aber mit diesen habe

man auch bei strengen Dresscodes immer

noch einen gewissen Spielraum, auch

wenn es – bei Männern – nur Hemd und

Krawatte seien.

«Weil ich heute eine Umschulung

mache, bin ich eher freizeitlich,

aber dennoch dunkel angezogen.»

Namaki Dehghani, 51

Elektromonteur

Für das Vorstellungsgespräch gilt laut

Chantal Heller: «Im Zweifelsfall lieber etwas

zu klassisch als zu sportlich.» Falls

sich zeige, dass man sich in der Wahl der

Garderobe doch sehr vertan habe, dann

solle man das einfach rundheraus ansprechen.

«In einer solchen Situation sind wir

Schweizerinnen und Schweizer einfach

viel zu gehemmt.» Eine solche Bemerkung

– mit etwas Humor vorgebracht –

könne beim Gegenüber gut ankommen

und die Situation entkrampfen.


«Ich schaue darauf, nicht

overdressed zu sein und wähle Sachen,

die sich gut kombinieren lassen.»

Claudia Friederich, 45

Verkaufsberaterin im Aussendienst

Susanne Zumbühl führt auch Knigge-

Seminare für Jugendliche durch. Was

empfiehlt sie Jugendlichen auf Lehrstellensuche

für das Vorstellungsgespräch?

«Turnschuhe sind zwar möglich, aber nur,

wenn sie dunkel sind.» Dasselbe gilt für

Jeans. «Bloss keine hellen oder abgewetzten

Jeans.» Hell hingegen darf das T-Shirt

sein, und das gilt auch für Blusen und

Hemden im späteren Berufsleben, denn:

«Schwarz lässt das Gesicht unscheinbar

aussehen.»

context 4 – 2010

Kleider machen Karriere

Bereits schon ist die Kleidung auch hochschulreif:

An Schweizer Universitäten werden

«Dress for Success»-Seminare durchgeführt

(siehe Seite 22). Erst kürzlich wurde

in Österreich das erste Business Line Shirt

auf den Markt gebracht, für erfolgsorientierte

Geschäftsfrauen. Das Shirt wie die

Erfolgs-Seminare scheinen den Spruch

«Kleider machen Karriere» zu bestätigen.

Zum gleichen Ergebnis kam Sonja Bischoff,

Professorin an der Universität Ham-

burg, in ihrer Langzeitstudie «Wer führt in

(die) Zukunft?». 27 Prozent der von ihr befragten

Führungskräfte bezeichneten die

äussere Erscheinung als massgeblichen

Erfolgsfaktor. Gar 46 Prozent der befragten

Männer in der Lohnklasse über 150 000

Franken gaben an, die äussere Erscheinung

habe ihnen zum Erfolg verholfen.

«In der Berufswelt hat die Bedeutung

des persönlichen Erscheinungsbildes in

den letzten zwei bis drei Jahren zugenommen»,

ist Chantal Heller überzeugt. Ihrer

21

«Heute erwarte ich keine Kundschaft,

deswegen habe ich bequeme und

legere Sommerkleider angezogen.»

weiter auf Seite 24

Isabelle Hackl, 33

Geschäftsführerin


22

Dossier Büromode

Seinen eigenen Stil finden

Wer sich gut kleidet, ist angeblich erfolgreich. Einblick in ein Seminar

für angehende Geschäftsleute. Von Andrea Mašek

Sie kommen in Jeans, T-Shirt und Turnschuhen.

Nur gerade zwei haben sich in

Schale respektive in einen Anzug geworfen.

Alle aber wollen sie erfahren, wie

Mann sich kleiden muss, um Erfolg zu

haben. «Dress for Success» lautet der Titel

des ungewöhnlichen Seminars an der

Universität Basel, an dem in erster Linie

Wirtschaftsstudenten teilnehmen.

Stilberater Clifford Lilley, der im Auftrag

von Herren Globus als Dozent wirkt,

stellt gleich am Anfang klar: «Wer gut gekleidet

ist, hat Erfolg.» Und: «Derjenige

Bewerber, der am besten angezogen ist,

erhält den Job.» Denn Studien würden beweisen,

dass 55 Prozent des ersten Eindrucks

auf Aussehen und Verhalten basierten.

Es ist also alles eine Frage des Stils.

Diesen müssen die angehenden jungen

Geschäftsleute offensichtlich aber erst

entwickeln. Wie, das erklärt ihnen Clifford

Lilley: Als erstes müssen sie sich fragen:

Wer bin ich, was will ich und welcher

Stil passt dazu? Danach sollten sie ihren

Kleiderkasten ausmisten. Als drittes müssen

sie eine Basisgarderobe kaufen.

Hierzu liefert der Fachmann genaue

Vorgaben: Eine funktionierende Garderobe

besteht aus 6 bis 10 schwarzen, dunkelgrauen

und -blauen Qualitätsanzügen,

15 weissen und blauen Baumwollhemden

und seidigen, dezent gemusterten Krawatten.

«Je dunkler die Kleider, desto autoritärer

die Ausstrahlung», kommentiert

Lilley. Weiter beinhaltet die Garderobe 3

bis 4 Paar Lederschuhe, 2 Gürtel, 12 Paar

lange dunkle Socken, einen beigen Regenmantel

und einen dunklen kurzen Wintermantel.

Selbst an die Wäsche geht

Lilley: Er rät zu engen Retropants.

Bis zum Accessoire

«Angemessen, komfortabel und unaufdringlich»

soll die Garderobe sein. Damit

ist es aber noch lange nicht getan. Mann

muss wissen, was er zu was kombinieren

kann und wie gewisse Teile getragen wer-

context 4 – 2010

den. So ist zum Beispiel Grau dieses Jahr

trendig, aber ein zu helles Grau kommt für

den Geschäftsmann nicht in Frage. Auch

nicht geschäftsmässig ist es, ein dunkles

Hemd zum grauen Anzug zu tragen.

Nur gerade ein Student macht sich Notizen.

Wissen die jungen Leute schon bestens

Bescheid? Zum Beispiel darüber, dass

Mann mit einer Krawatte zwar punkten

kann, aber nur, wenn sie perfekt geknotet

ist und genau den Gürtel berührt. Immerhin

wird hier die einzige Frage gestellt:

Darf Mann ganz dünne Krawatten tragen?

Lilley empfiehlt «das goldene Mittel».

Die Hosenlänge ist ebenfalls ein Punkt,

den es zu beachten gilt: bis zum Schuhabsatz

soll das Hosenbein reichen. Und

beim Jackett muss der unterste Knopf

immer offen gelassen werden. Die Schuhe

gehören auf Hochglanz poliert, die Absätze

dürfen nie abgetreten sein. Zudem

sollten sie bei Nichtgebrauch mit Schuhspannern

versorgt werden.

Erfolg liegt bei der Kleidung überdies

im Detail: Der erfolgreiche Geschäftsmann

trägt eine Ledertasche mit sich sowie

ein edles Visitenkarten-Etui und ein

schlichtes Portemonnaie. Er soll sich mit

so wenig Accessoires wie möglich schmücken.

Ein Ehering, eine nicht zu klobige

Uhr und eine allfällige Brille sind genug.

Am besten, Mann nimmt sich ein Beispiel,

an Unternehmer Ernesto Bertarelli,

an Novartis-Verwaltungsratspräsident

Daniel Vasella oder Tennisstar Roger

Federer. Sie zählen für Clifford Lilley zu

den best angezogenen Schweizern. Und

sie sind erfolgreich.

Pullover erlaubt

Wie steht es eigentlich mit den Frauen?

Da auch Wirtschaftsstudentinnen aufgetaucht

sind, bemüht sich der Fachmann,

das weibliche Geschlecht einzubeziehen.

Schweizer Vorbilder gibt es hier offenbar

nicht und ausser der verstorbenen Coco

Chanel auch keine nennenswerten erfolgreichen

Geschäftsfrauen. Lilley sagt:

«Frauen haben im Allgemeinen die Kleiderfrage

besser im Griff, sie brauchen

keine Stilikonen.»

Trotzdem gibt er den Studentinnen

Tipps für ihre Garderobe: 6 Jacken, 4 gerade

Jupes, 4 Hosen mit messerscharfen

Falten, 12 Blusen – in Schwarz und Weiss.

Pullover sind erlaubt, aber nur schlichte.

Frauen dürfen mehr Farbe zeigen, aber

auch sie sollen Zurückhaltung üben in

Bezug auf Schmuck. Und: Lange Haare

gehören am besten in einen Chignon. Auf

die einzige Frage zum Dresscode der Frau

antwortet Lilley: «Immer Strümpfe tragen,

auch im Hochsommer.»

StIlBlütEN

Folgendes ist

im Geschäftsalltag tabu:

> Schief getretene Absätze

> Zerknitterte Kleidung

> Turnschuhe, Sandalen, Flip Flops

> ausgefranste Säume

Sie:

> zu kurzer Jupe

> keine Strümpfe

> Leggins

> transparentes Oberteil

> ärmelloses Top

> bauchfreies Top

> Tiermuster

> zu tiefer Ausschnitt

> übertriebenes Make-up

> zu viel Schmuck

Er:

> kurze Socken

> weisse Socken

> bunte Hemden

> Lederkrawatte

> kurze Hosen


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24

Dossier Büromode

«Im Büro tragen wir legere

Kleidung, zu Kunden gehen wir

in Anzug und Krawatte.»

Fabian Kröz, 28

IT-Berater, Simcorp Schweiz AG

context 4 – 2010

Meinung nach hat dies auch mit der Krise

zu tun. «Wenn die Stellen rar werden, will

man sich von den andern abheben.» Und

das könne durchaus auch mal mit etwas

anderem als dem fachlichen Know-how

sein. Äusserlichkeiten lassen sich ihrer

Meinung nach nicht auf Kleider reduzieren,

ganz wesentlich dazu gehören auch

Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Mimik,

Gestik und Umgangsformen.

«Kleider spielen in allen Branchen

eine wichtige Rolle», sagt Corinne Staub,

Inhaberin des Imageberatungsbüros One.

Sie führt häufig Seminare für Angehörige

von bestimmten Berufsgruppen durch.

Das kann die Belegschaft einer Privatklinik

sein, wo man den Patienten mit dem

Erscheinungsbild Seriosität und Sicherheit

vermitteln will. In diesem Umfeld

seien etwa rosarote Crocks tabu. Gerade

von Pflegenden jedoch bekomme sie öfters

zu hören, dass einzig die fachlichen

Kompetenzen zählten, und Äusserlichkeiten

nicht so wichtig seien.

«Zum Arbeiten fahre ich meinen

persönlichen Stil herunter.»

Ariane landtwing, 28

Mittelschullehrerin

Modische Akzente

Corinne Staub hat es in ihren Seminaren

oft auch mit Handwerkern zu tun. Auch

hier herrsche noch manchenorts die

Meinung vor, dass jemand seinen Job gut

machen müsse, dann spiele es keine

grosse Rolle, wenn er sonst ein bisschen

schräg daher komme oder komisch angezogen

sei. Viele Arbeitgeber aber hätten

inzwischen gemerkt, dass es durchaus

entscheidend sein könne, wenn ihre Mitarbeitenden

gepflegt seien und sich den


«Meine Kleidung entspricht

der Laune, die ich heute

Dienstagmorgen gerade hatte»

Irene Santos, 46

Mitarbeiterin Backoffice, TAP-Air Portugal

Kunden gegenüber als kompetente Gesprächspartner

erwiesen.

Immer wieder staunt Corinne Staub

über die unterschiedlichen Stilmöglichkeiten

in verschiedenen Ländern. So erschien

kürzlich eine Bankmitarbeiterin

in einem apricotfarbenen Deuxpièces mit

goldenen Knöpfen. «Was auf den ersten

Blick unmöglich aussah, erwies sich als

völlig richtig, denn die Frau war für Kunden

aus Lateinamerika zuständig.» Dass

die Geschäftswelt internationaler gewor-

context 4 – 2010

den ist, zeigt sich laut Corinne Staub eben

auch in der Kleidermode. Es sei mehr

möglich als früher, aber es stellten sich

auch mehr Fragen. Wie kurz darf ein Rock

sein? Welches ist die richtige Hosenlänge?

Verträgt es auch mal Braun statt Schwarz?

Liegen gemusterte Strümpfe drin?

Und wie steht es mit modischen

Trends? Stilberater Clifford Lilley, der sehr

oft für Globus unterwegs ist und die Bekleidungsworkshops

leitet, empfiehlt, die

geschäftliche Basisgarderobe jeweils mit

«An der Front tragen wir

Anzug und Krawatte»

Ivo Zimmermann, 42

Bankangestellter, BHF-Bank Schweiz

saisonalen Akzenten aufzufrischen. Doch

ingesamt hält er sich und hält sich die Geschäftsmode

an das Bonmot des Modeschöpfers

Yves Saint Laurent: «Die Moden

wechseln, doch der Stil bleibt.»

therese Jäggi ist Context-Redaktorin.

therese.jaeggi@kvschweiz.ch

Andrea Mašek ist Context-Redaktorin.

andrea.masek@kvschweiz.ch

Michele limina ist Fotograf bei art4press GmbH.

info@art4press.ch

25


26

Beruf und Bildung

context 4 – 2010

Ausbildung dank KV Schweiz

Nepal. SKILL fördert die Berufsbildung in den ländlichen Gebieten von Nepal. Mit ihren Beiträgen

für die Weihnachtssammlung 2009 unterstützten KV-Mitglieder das Projekt mit einem namhaften

Betrag (siehe auch Seite 39). Von Ingo Boltshauser

Lol Napit erhält eine Ausbildung als Coiffeur.

Der Papierkorb war einst tatsächlich

ein geflochtener Korb, besteht heute

aber meist aus anderen Materialien.

Er soll ja auch nicht mehr vorab weggeworfenes

Papier aufnehmen, denn

seit wir den Abfall trennen, landet das

Papier in der Altpapierkiste – oder?

Das meiste Papier wird heutzutage

sowieso in elektronischer Form der

virtuellen Papierkorb-Entsprechung

auf dem Bildschirm des Computers

anvertraut. Erfunden wurde dieser

Papierkorb von einem Mitarbeiter der

Computerfirma Apple, der aus Versehen

seine Daten gelöscht hatte. Inspiriert

von bereits bestehenden Ideen

der Firma Xerox schuf er darauf den

zweistufigen Papierkorb auf dem

Computer-Schreibtisch: Zuerst legt

man etwas hinein, dann muss der Papierkorb

geleert werden. Also ganz

wie im richtigen Leben.

In den ländlichen Gebieten Nepals

scheint die Zeit stehen geblieben zu

sein. Viele Orte sind nicht einmal ans

Strassennetz angeschlossen, und die

meisten Menschen leben wie seit Jahrhunderten

von der Kleinlandwirtschaft

und von Gelegenheitsarbeiten. Grössere

Handwerksbetriebe oder gar Industrie

gibt es kaum.

In diesen Gegenden ist seit bald 20

Jahren die Nichtregierungsorganisation

SKILL tätig. Gegründet von einem einheimischen

ehemaligen Helvetas-Mitarbeiter,

hat sie sich zum Ziel gesetzt, den jungen

Menschen Basisfähigkeiten in

verschiedenen Berufen beizubringen. Im

Zentrum stehen dabei Ausbildungen in

den Bereichen Schneidern, Lederverarbeitung,

Schreinerarbeiten, Latrinenbau,

Installation und Reparatur von Trinkwasserversorgungen,

Haareschneiden, Kochen

und andere.

Die Ausbildungen dauern in der Regel

zwischen drei Wochen und drei Monaten,

sind also recht niederschwellig. Ausserdem

wird darauf geachtet, dass sich sämtliche

vermittelten Fähigkeiten mit einfachen,

vor Ort zur Verfügung stehenden

Materialien und Werkzeugen ausüben

lassen. Denn nur auf diesem Weg, so die

Überzeugung, ist die Hilfe auch nachhaltig

und befähigt die Menschen, ihre Lebenssituation

zu verbessern.

Ausbildung bezahlt

Damit die Ausbildungen nicht an den Bedürfnissen

der Menschen vorbeizielen,

untersucht SKILL zunächst, welche Fertigkeiten

im angepeilten Gebiet benötigt

werden. Danach sucht sie interessierte

Dorfgemeinschaften und geeignete

Räumlichkeiten und installiert sich mit

einem Instruktorenteam vor Ort.

Unterstützt wird das Projekt von Helvetas.

«Konkret subventionieren wir die

durchgeführten Kurse, das heisst, wir entrichten

einen bestimmten Betrag pro

Kursteilnehmer», erklärt Franz Gähwiler,

Projektkoordinator Nepal und Bhutan,

die Zusammenarbeit. Die Ausbildung einer

Person kostet umgerechnet rund 250

Franken. «Mit der Spende des KV Schweiz

lassen sich also gut 300 Menschen ausbilden»,

rechnet er vor.

Gähwiler war schon mehrmals vor Ort

und besuchte die Ausbildungskurse. «Ich

hatte einen sehr guten Eindruck», sagt er.

«Die Kurse waren gut geführt, und die

Schüler machten mir einen sehr motivierten

Eindruck.»

Lebenssituation verbessern

Ein wichtigeres Kontrollinstrument als gelegentliche

Besuche sind aber die sogenannten

Tracer Studies (Nachfoge-Untersuchungen).

Diese ergaben, dass 85 Prozent

der Kursabsolventen ihre Lebenssituation

markant verbessern konnten und heute

über ein überdurchschnittliches Einkommen

verfügen. Zwar resultieren aus den

Kursen nur relativ selten Vollzeitanstellungen,

aber die meist bäuerlichen Absolventen

werden befähigt, ein markantes

Nebeneinkommen zu erzielen, sei es nun

als Brunnenwart, als Gelegenheits-Handwerker,

als Schneiderin oder als Betreiberin

einer Gaststube.

Inzwischen ist das Modell so erfolgreich,

dass die Projektgruppe in Nepal

personell an ihre Grenzen gestossen ist.

Deshalb betreiben heute verschiedene

ortsansässige Organisationen die gleiche

Arbeit im Franchising. Auch verschiedene

Länder, unter anderem die Schweiz und

Grossbritannien, haben den Wert der Idee

erkannt und unterstützen sie im Rahmen

ihrer Entwicklungshilfe. Heute erhalten

dank SKILL mehrere tausend junge Nepali

jährlich eine Berufsausbildung.


Arbeitsweg

Mitfahrgelegenheit

Immer mehr Betriebe beteiligen sich an «bike to work».

Ihre Angestellten legen im Juni den Arbeitsweg mit dem

Fahrrad zurück.

Bereits zum 5. Mal findet die nationale

Aktion «bike to work» statt. Sie will Pendlerinnen

und Pendler dazu motivieren,

für den Arbeitsweg auf das Velo umzusteigen.

Die Aktion findet vom 1. bis 30.

Juni statt. Die Mitarbeitenden der beteiligten

Unternehmen melden sich bis spätestens

am 24. Mai in 4-er-Teams für den

Aktionsmonat an und nehmen gleichzeitig

an einem Wettbewerb teil. Sie müssen

nicht den gleichen Arbeitsweg oder die

gleichen Arbeitszeiten haben und sollten

an mindestens der Hälfte ihrer Arbeitstage

mit dem Velo ins Geschäft fahren.

Falls der Weg zu weit oder zu beschwerlich

ist, kann auch nur ein Teil der Strecke

mit dem Fahrrad bewältigt werden. Auch

ist es möglich, die Velofahrt mit den öffentlichen

Verkehrsmitteln zu kombinieren.

Laut dem Veranstalter Pro Velo

Schweiz haben sich dieses Jahr bereits

1250 Betriebe angemeldet. 2006 waren es

erst 400. Pro Velo Schweiz erwartet 55 000

Pendlerinnen und Pendler, die sich dieses

Jahr beteiligen werden.

Aktionsmonat Juni: Mit dem Velo ins Geschäft.

context 4 – 2010

Um täglich Bewegung zu haben, ist

nichts einfacher, als mit dem Velo zur Arbeit

zu fahren. «Jeden Tag eine halbe

Stunde Velofahren senkt das Krankheitsrisiko

signifikant, dazu ist es günstig,

schnell und umweltfreundlich», sagt

Aline Haldemann, Projektleiterin bei Pro

Velo Schweiz.

Der KV Schweiz macht bereits zum

zweiten Mal bei «bike to work» mit. Laut

Peter Rüesch, Personalchef beim KV

Schweiz, beteiligten sich letztes Jahr 30

KV-Mitarbeitende. Das entspricht knapp

40 Prozent der Belegschaft. Zusammen

haben sie 2304 Kilometer per Velo zurückgelegt,

was ungefähr einer Strecke von

Zürich nach Moskau entspricht. «Ich

hoffe, dass dieses Jahr noch mehr Mitarbeitende

mitmachen werden», sagt

Rüesch. Was ihm an «bike to work» am

meisten gefällt: dass die Aktion eine breite

Öffentlichkeit anspricht, und dass sie eindrücklich

aufzeigt, wie einfach sich etwas

Bewegung in den Alltag integrieren lässt,

und wie viel dies bewirken könne. tj

www.biketowork.ch

KOLUMNE

Liebe Männer,

don’t work, cry!

Von Astrid van der Haegen

Manch unzerstörbar scheinende Bastion

hat die herrschende Wirtschaftskrise bereits

eingerissen und so kommt rechtzeitig

mit dem Frühling die Diskussion um

Quoten für Frauen wieder auf. Dieses Mal

aber als eruptive Kraft und mit bedeutend

mehr Fleisch am Knochen als in anderen

Jahren.

Denn als erstes DAX-Unternehmen führt

die Deutsche Telekom eine Frauenquote

ein. Bis ins Jahr 2015 sollen 30 Prozent der

oberen und mittleren Führungspositionen

im Unternehmen mit Frauen besetzt

sein, teilte das Bonner Unternehmen im

März mit.

Die Umsetzung der 30-Prozent-Quote

soll systematisch durch Zielwerte wie bei

Neueinstellungen von Hochschulabsolventinnen,

Auswahlprozessen sowie mittels

interner Förderprogramme erreicht

werden. Zudem will die Deutsche Telekom

ihr Programm zur Vereinbarkeit von

Beruf und Privatleben ausbauen. So sollen

Elternzeitmodelle, flexible Arbeitszeitmodelle

und Kinderbetreuung angeboten

werden.

Endlich. PR-Gag oder ernst gemeinte

Massnahme? Kluges Kalkül, denn laut

einer Studie der Unternehmensberatung

McKinsey sind Konzerne mit überdurchschnittlichem

Frauenanteil im Management

wirtschaftlich erfolgreicher als der

Branchendurchschnitt. Norwegen, das

erste und einzige Land der Welt mit einer

Frauenquote für Verwaltungsräte, weist

nach anfänglichen Kritik- und Widerstandslawinen

immer mehr Erfolgsmeldungen

aus.

Auf dass Frauen aufsteigen mögen – notfalls

mit Quote –, sich jedoch auch in

Zukunft nicht über Boni, Limousine oder

Flugmeilen definieren? Liebe Männer:

don’t work, cry!

Astrid van der Haegen ist Kommunikationsberaterin.

27


28

Beruf und Bildung

Von Autoformat bis Zielwertsuche

context 4 – 2010

PC-Kenntnisse. Der Computer ist als Arbeitshilfe unverzichtbar. Doch was

müssen kaufmännische Angestellte eigentlich können, um erfolgreich ihren

Job zu erledigen? Von Annett Altvater

Vor dreissig Jahren klapperten in allen

Büros die Schreibmaschinen –

heute hat die Hermes Baby höchstens

noch Nostalgiewert. Stattdessen hat der

Computer die Arbeitswelt erobert. Doch

der technologische Fortschritt erfordert

von den Anwenderinnen und Anwendern

erheblichen Aufwand: Zahlreiche Programme

und ihre vielfältigen Funktionen

wollen zuerst begriffen sein, bevor sie als

Arbeitsinstrument eingesetzt werden

können. Um die wichtigsten und typischen

Aufgaben zu erledigen, braucht

man zwar keine Meisterprüfung. Unabdingbar

sind jedoch solide Kenntnisse der

MS-Office Palette. Insbesondere gefragt

sind:

> Word

> Excel

> PowerPoint

> Outlook.

DaS DrEigESPann im Büro

Die MS-Office-Programme verfügen über

unzählige Funktionen. Die wichtigsten

sollten Sie kennen.

Word:

> Text erfassen, korrigieren

> Zeichen-, Absatz- und Seitenformate

> Gliederungen

> Tabulatoren, Tabellen- und

Spaltenfunktion

> Geschäfts- und Privatbriefe gestalten

> Serienbriefe erstellen

> Makros programmieren

> Formatvorlagen erstellen

> Inhaltsverzeichnis und Spaltentitel

erstellen

> Kapitelnummerierung

> Fliesstext in Tabelle umwandeln

> Daten mehrstufig sortieren

> mit der Seriendruckfunktion

Etikettenbögen erstellen

mS office ist die Basis

Das gilt auch für Mitarbeitende bei Kuoni.

«Excel darf kein Fremdwort sein, eine Powerpoint-Präsentation

muss ebenfalls

drin liegen, und man sollte wissen, wie

ein Betriebssystem gegliedert ist», sagt

Mediensprecher Peter Brun. Diese Basisanforderungen

bilden die Grundlage,

auf der Kuoni aufbaut. In internen Schulungen

für spezifische Software lernen

die Mitarbeitenden spezielle Applikationen

kennen, wie sie etwa die HR-Abteilung

bei den Salärzahlungen oder die

Buchhaltung bei der Abrechnung verwendet.

«Die Systeme sind heute so benutzerfreundlich,

dass man neue Programme

und Funktionen schnell lernen

kann», so Brun. Auf langwierige Basis-

Lehrgänge können insbesondere all jene

verzichten, die bereits im Rahmen der

kaufmännischen Grundbildung grundle-

Excel:

> Tabelle erstellen, korrigieren,

markieren, formatieren

> Zelladressierung

> Inhalte löschen

> Arbeiten mit Formeln und Funktionen

> arithmetische und logische

Operationen

> Datumsfunktionen

> Diagramme erstellen und gestalten

> Autofilter, Teilergebnisse

> Formelergebnisse in statistische

Werte umwandeln

PowerPoint:

> Folienlayout und -design auswählen

> Präsentationen erstellen,

überarbeiten

> Einblendezeiten konfigurieren

> Begleitmaterial erstellen

> Präsentation ablegen und verwalten

gende Kenntnisse erworben haben. Ist in

Stelleninseraten die Rede von «guten

Computerkenntnissen» oder werden

«fundierte Anwenderkenntnisse» erwartet,

reicht die KV-Grundbildung aus. Auch

der Lerneffekt aus der Computernutzung

in der Freizeit ist gerade bei jüngeren Generationen

nicht zu unterschätzen.

Viele Systeme sind selbsterklärend

«Bei Jüngeren sind gute Computerkenntnisse

eine Selbstverständlichkeit», bestätigt

Markus Schneider, Geschäftsführer

der PKS Personalvermittlung in Basel, die

auf die Vermittlung von kaufmännischem

Personal spezialisiert ist. Im Gegensatz

dazu seien die Kenntnisse der reiferen

Jahrgänge oft rudimentär. Arbeitgeber, so

Schneider, setzten praktische Grundkenntnisse

im Rahmen der MS-Office-Palette

in jedem Fall voraus. «Wer mit der

Hälfte der Word-Funktionen umgehen

kann und 20 Prozent der Möglichkeiten

von Excel ausschöpft, bewegt sich im normalen

Rahmen», meint Schneider. Früher

musste man für viele Erweiterungen der

Programme und neue Anwendungen einen

Kurs besuchen, heute sind die meisten

Systeme selbst erklärend. Und klappt

etwas nicht, bieten die Softwares Hilfe zur

Selbsthilfe. Deshalb bringt es Lernwillige

oft schon weiter, wenn sie sich selbst schulen

und sich Zeit nehmen, bislang unentdeckte

Funktionen auszuprobieren. Zu

wissen, wo Informationen zu finden sind,

zählt heute zur Kulturtechnik. Und die

Beschäftigung mit dem Computer in allen

Lebensbereichen erleichtert es, sich in

branchenspezifische Programme hineinzudenken.

Entwickler bieten Kurse an

Die Möglichkeiten zur Selbstschulung

kommen jedoch an ihre Grenzen, sobald

eine weniger benutzerfreundliche Software

erlernt werden muss. Um beispielsweise

mit dem weit verbreiteten SAP R/3,


WEitErBilDung unD SElBStStuDium

SIZ: Das Schweizerische Informatik-Zertifikat

(SIZ) ist in der Arbeitswelt anerkannt.

Die Ausbildung ist branchen- und

fachneutral. «Und sie ist keine Schnellbleiche»,

sagt Markus Wunderli, Präsident

der SIZ-Prüfungskommission. Um

etwa die Prüfung als Informatik-Anwender

I oder II zu bestehen, benötigen

Kursteilnehmende rund 60 bis 80 Lektionen

Vorbereitung. Das Hauptschwergewicht

liegt auf Word und Excel, ausserdem

sind Kenntnisse zum Betriebssystem

und zur Präsentation erforderlich. An

vielen KV-Schulen sind die SIZ-Module

Bestandteil des Lehrplans, so dass viele

Ausgebildete bereits als Informatik-Anwender

II ins Berufsleben einsteigen.

Quereinsteigern oder Berufsleuten, die

ihre Kenntnisse auffrischen wollen, stehen

SIZ-Weiterbildungen offen, die

schweizweit angeboten werden. Verschiedene

KV-Schulen, aber auch Migros

Klubschulen oder Wirtschaftsinformatikschulen

bieten die Weiterbildungskurse

an. Alle Module können auch einzeln belegt

werden und erlauben so eine punktuelle

Weiterbildung. Wer nicht auf der

Anwender-Stufe stehen bleiben will, hat

die Möglichkeit, sich über den ICT Power-User

und ICT Assistant bis zum ICT

Professional schulen zu lassen. Detaillierte

Informationen und Kursanbieter

findet man unter www.siz.ch.

ECDL: Auch die European Computer Driving

Licence, kurz ECDL, ist Personalverantwortlichen

ein Begriff. Anfänger erwerben

ein Core-Zertifikat, mit dem sie

grundlegende Kenntnisse in den gebräuchlichsten

Anwendungen nachwei-

mit dem betriebswirtschaftlichen Abacus-System

oder mit der Banken-Software

Avaloq zurechtzukommen, braucht

es gezielte Kurse, die oft von den Entwicklerfirmen

angeboten werden. Arbeitgeber,

die Mitarbeitende für spezifische Funktionen

und Aufgaben suchen, schauen

nicht zuerst nach entsprechenden Kurszertifikaten.

Wenn Bewerber schon seit

Jahren erfolgreich ähnliche Gebiete beackern,

ist das Bestätigung genug (siehe

Kasten).

context 4 – 2010

sen. Darauf folgt das Advanced-Zertifikat,

das vier Module in den Bereichen

Textverarbeitung, Tabellenkalkulation,

Datenbank und Präsentation umfasst.

Die Ausbildung erfolgt entweder autodidaktisch

mit Lernmaterialien aus dem

ECDL-Shop oder an verschiedenen Schulen,

etwa an Berufs- oder Informatikschulen.

Alle Module können auch einzeln

absolviert werden. Einen Überblick

über Test- und Prüfungszentren gibts unter

www.ecdl.ch.

literatur fürs Selbststudium

> Stephanie Krieger: Microsoft Office

2007 – Das Profibuch, Microsoft

GmbH, 2008

> Jürgen Gratzke, Bernd Köhler: Kaufmännische

Datenverarbeitung im Betrieb.

Microsoft Office 2007, Winklers

Verlag, 2008

> Hannes Pfeiffer: Office 2007. Ideen

und Lösungen für den Businessalltag,

Data Becker, 2009

> Ignatz Schels: Office 2007 für Chefs,

Markt + Technik Verlag, 2008

Bereit für den Selbsttest?

Mit Trainings können Sie sich auf Computer-Prüfungen

vorbereiten. Sie dienen

aber auch dem Selbsttest.

> www.siz.ch: Auf Anwenderstufe I und

II stehen jeweils vier Prüfungsmodule

zur Verfügung. Jeder Test dauert eine

Stunde.

> www.ecdl.ch: Die Musterprüfungen

vermitteln einen Eindruck von Art und

Umfang der Original-Prüfungen. Die

20 Aufgaben sollten innerhalb einer

Stunde gelöst werden.

Weiterbildung auf eigene Faust

Wer sich intensiver mit dem Computer

vertraut machen möchte, hat die Wahl

zwischen verschiedenen Bildungsanbietern.

Interessierte sollten jedoch darauf

achten, dass ihr Kurszertifikat in der

Branche anerkannt wird (siehe Kasten).

Dabei ist es wenig sinnvoll, nur auf Verdacht

hin Weiterbildung zu betreiben.

«Interessierte sollten sich zuerst die Zeit

nehmen, um herauszufinden, was sie

können, brauchen und wollen», rät Perso-































nalvermittler Markus Schneider. Auf eigene

Faust Weiterbildungen zu absolvieren,

sei auf jeden Fall initiativ. Es lohnt

sich insbesondere, bereits erworbene

Computerkenntnisse à jour zu halten. Immerhin

ist dieses Wissen auch nützlich,

um Computer und Internet in der Freizeit

zu nutzen.

annett altvater ist freie Journalistin im Basler

Pressebüro Kohlenberg.

altvater@kohlenberg.ch

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30

Beruf und Bildung

Immer schön lächeln

context 4 – 2010

Stellensuche. Noch sind Bewerbungsvideos in der Schweiz eine Seltenheit.

Amateure sollten die Finger davon lassen, oder zum Profi gehen. Von Andrea Mašek

Neu für Bewerbende wie für Personalverantwortliche: Bewerbung per Video

Michaels schrille Krawatte sitzt

schief und sein Kopf verschwindet

in einer schwarzen Dachluke. Sabine

schaut in die Höhe oder aus dem Bild hinaus.

Die Kamera schaukelt hin und her

und fokussiert immer wieder auf Dingen,

die in einem Gestell stehen. Martina gibt

sich so verführerisch wie Marilyn Monroe

auf den Bildern hinter ihr.

Das sind abschreckende Beispiele von

Bewerbungsvideos. Dennoch sind sie auf

dafür geschaffenen Portalen hinterlegt

worden und für jedermann, also auch für

potenzielle Arbeitgeber ersichtlich. Auf

Bewerbungsvideos – bei denen es sich um

Kurzpräsentationen von Personen auf

Stellensuche handelt – wird in der schriftlichen

Bewerbungen via Link hingewiesen

oder sie werden der Bewerbung beigelegt.

Mit diesem neuen Instrument, das

in den USA gang und gäbe und in Europa

langsam auf dem Vormarsch ist, können

sich Bewerber zwar von der grossen

Masse abheben – was vor allem in Krisenzeiten

wichtig ist –, häufig eben aber auch

im negativen Sinn.

So ist es richtig

Die Chance ist nämlich gross, dass das Video

amateurhaft wirkt und einen negativen

Eindruck bei den Personalverantwortlichen

hinterlässt. Dabei liefern viele

Laufbahnberater im Internet wertvolle

Tipps, wie man es richtig macht. Hier eine

Auswahl:

> Dauer maximal 2 Minuten

> Üben, was man sagen will,

aber im Video nicht ablesen

> Keine Äh, kurze einfache Sätze

> In der ersten Hälfte klar machen,

wieso man der/die Beste ist für den Job

> Sich stehend präsentieren, Beine

leicht gespreizt, Schultern und Rücken

gerade

> Kleiden wie zum Vorstellungsgespräch

> Auf optimale Beleuchtung achten,

Schatten vermeiden

> Vor neutralem, dezenten Hintergrund,

ohne Möbel oder Gemälde

> Immer in die Kamera schauen

und lächeln

> Kein Kameraschwenk oder

Heranzoomen

Am besten aber lassen Bewerber ein

Video von Profis machen. Es gibt bereits

darauf spezialisierte Studios. Allerdings

muss mit Kosten ab 300 bis über 1000

Franken gerechnet werden. Weil ein Video

teuer ist, sollte es nicht auf einen Arbeitgeber

allein zielen, sondern eher allgemein

gehalten werden, damit es bei

mehreren Bewerbungen mitgeschickt

werden kann.

Nicht für jede Branche passend

Bewerbungsvideos sind in der Schweiz allerdings

nicht nur für Bewerber neu, sondern

auch für Personalverantwortliche.

Es ist gut möglich, dass ihnen die technischen

Möglichkeiten fehlen, solch ein Vi-

ErfolgrEich BEwErBEN

Die neu aufgelegte Broschüre «So

bewerbe ich mich erfolgreich» des KV

Schweiz befasst sich ebenfalls kurz

mit dem Bewerbungsvideo. Dem Umgang

mit elektronischen Medien wie

E-Mail und Webplattformen.

Insgesamt dient die Info-Schrift als

Leitfaden für alle Phasen der beruflichen

Neuorientierung. Ein erfolgreicher

Stellenwechsel beginnt nämlich

mit der Frage nach den persönlichen

Stärken und Schwächen, nach den

erworbenen Kompetenzen und den

nötigen Arbeitsbedingungen. Neben

Anregungen zur persönlichen Standortbestimmung

enthält die Publikation

viele praktische Tipps etwa zur

Gestaltung des Bewerbungsschreibens

oder zur Präsentation beim Vorstellungsgespräch.

Sie enthält zudem

Fragen, die Personalverantwortliche

häufig stellen und zeigt auf, wie Stellensuchende

auf heikle Themen reagieren

sollen.

Die Info-Schrift «So bewerbe ich mich erfolgreich»

ist für KV-Mitglieder kostenlos.

Nicht-Mitglieder können sie für CHF 18.–

(zuzüglich Porto) bestellen bei: KV Schweiz,

Info-Schriften, Postfach 1853, 8027 Zürich

oder bestellungen@kvschweiz.ch.

deo überhaupt ansehen zu können. Zudem

kostet genau das auch Zeit.

Andererseits wünschen sie sich kreative

Mitarbeitende, die mit neuen Medien umzugehen

verstehen und offen für alles

sind. Und sie gewinnen einen lebhaften

und sehr persönlichen Eindruck von den

Bewerbern.

Bewerbungsvideos eignen sich für

Personen, die sich für kreative Stellen

interessieren, in der Medien- oder Werbebranche,

im PR-Bereich und in der Filmwirtschaft.

Auch für Verkaufspersönlichkeiten

sind sie von Vorteil – oder für

Bewerber, die von schlechten Noten, unvorteilhafter

Studienwahl etc. ablenken

wollen. Nicht sinnvoll sind Bewerbungsvideos

in der Finanz- und Versicherungsbranche

sowie im Handel.


Wann sind Überstunden

zumutbar?

Arbeitszeit. Im beginnenden Aufschwung müssen viele Angestellte Mehrarbeit leisten.

Context hat die wichtigsten Fragen zu Überstunden und Überzeit zusammengestellt.

Rainer Mössinger, Leiter Rechtsdienst beim KV Schweiz, beantwortet sie.

was ist der Unterschied zwischen

Überstunden und Überzeit?

Mit dem Begriff «Überstunden» wird diejenige

Mehrarbeitszeit bezeichnet, welche

die vertraglich verein barte Arbeitszeit

überschreitet. Demgegenüber bezeichnet

«Überzeit» die Arbeitszeit, wel che die arbeitsgesetzlich

vorgeschriebene wöchentliche

Höchstarbeitszeit (von 45 Stunden

beim Büropersonal) überschreitet.

wo sind Überstundenarbeit bzw.

Überzeitarbeit geregelt?

Die Überstundenarbeit wird in Art. 321c

des Obligationenrechts (OR) und die

Überzeitarbeit in den Art. 12 und 13 des

Arbeitsgesetzes (ArG) geregelt.

Die beiden Begriffe werden umgangssprachlich

oft als Synonyme verwendet.

warum ist die Unterscheidung wichtig?

Wichtig ist die Unterscheidung vor allem

deshalb, weil im Bereich der Überstundenarbeit

eine Wegbedingung der Entschädigung

zulässig ist, wenn dies im

Rahmen einer schrift lichen Vereinbarung

passiert. Demgegenüber kann die in

Art. 13 ArG vorgesehene Entschä digung

für Überzeitarbeit nicht vertraglich wegbedungen

werden. Darüber hinaus ist die

An ordnung von Überzeit arbeit auch nur

unter strengeren Voraussetzungen zulässig

(vgl. Art. 12 ArG).

in welchen Situationen kann der Arbeitgeber

die Mitarbeitenden zu Überstunden

verpflichten?

Überstunden müssen geleistet werden,

wenn Überstundenarbeit sowohl notwendig

als auch zumutbar ist. Die Anordnung

muss also aufgrund ausserordentlich

grossen Arbeitsanfalles gerechtfertigt

sein. Nicht gerechtfertigt ist sie, wenn sie

zur Normalität wird und durch bes sere

Organisation leicht vermieden werden

könnte. Bei der Frage der Zumutbarkeit

sind auch die persönlichen Verhältnisse

des betroffenen Arbeitnehmers massgebend.

So können unter Umständen z.B.

context 4 – 2010

Elternpflichten oder Fortbildungskurse

Überstunden unzumutbar ma chen. Erforderlich

ist eine Interessenabwägung

im konkreten Einzelfall.

wieviele Überstunden/Überzeitstunden

sind zumutbar bzw. erlaubt?

Das Gesetz sieht keine zahlenmässige

Limitierung der Überstunden vor. Eine

solche Limitie rung besteht indessen bei

der Überzeitarbeit: Die Überzeit darf für

den Arbeitnehmer zwei Stunden im Tag

grundsätzlich nicht überschreiten und

bei einer wöchentlichen Höchst arbeitszeit

von 45 Stunden nicht mehr als insgesamt

170 Stunden pro Kalenderjahr betra gen.

Im Weiteren können Arbeitnehmende

mit Familienpflichten die Leistung von

Überzeit arbeit ablehnen. Bei Jugendlichen

bis 18 Jahre sowie bei schwangeren

und stillenden Arbeitnehmerinnen darf

die tägliche Arbeitszeit nicht mehr als

9 Stunden betra gen.

wie werden Überstunden/Überzeit

entschädigt?

Wird Überzeitarbeit nicht durch Freizeit

kompensiert, so muss Überzeitarbeit von

mehr als 60 Stunden im Kalenderjahr

zwingend mit einem Lohnzuschlag von

25% entschädigt wer den. Auch Überstundenarbeit

muss mit einem Lohnzuschlag

von 25% entschädigt werden, soweit nicht

die Überstundenentschädigung als solche

oder der Zuschlag von 25% schrift lich

wegbedungen wurden.

werden Überstunden bzw. Überzeitarbeit

auch vergütet, die ohne ausdrückliche

An ordnung des Arbeitgebers geleistet

werden?

Im Streitfall muss der Arbeitnehmer nachweisen,

dass die Überstunden angeordnet

oder be trieblich notwendig waren. Anstelle

der Anordnung genügt auch die

stillschweigende Ge nehmigung und insofern

der Nachweis, dass der Arbeitgeber

von der Überstundenleistung wusste und

nicht dagegen protestiert hat.

gelten bezüglich der Abgeltung von

Überstunden bzw. Überzeit für Teilzeitarbeitende

die gleichen regelungen

wie für Vollzeiterwerbstätige?

Ja. Zu beachten ist, dass Arbeitsverträge

bei Teilzeitarbeiten häufig vorsehen, dass

bei der Entschädigung der 25%ige Zuschlag

erst nach Überschreitung der Arbeitszeit

eines Vollpensums ausgerichtet

wird.

gelten für leitende Angestellte die

gleichen Überstunden­ bzw. Überzeitregelungen,

oder sind sie bei ihnen im

lohn inbegriffen?

Auch Kaderangestellte haben grundsätzlich

unter den gleichen Voraussetzungen

Anspruch auf Entschädigung von geleisteten

Überstunden oder Überzeit. Der

Anspruch auf Überstundenentschädigung

kann indessen bei leitenden Angestellten

entfallen, wenn sie vertraglich

keiner festen Arbeitszeit unterstehen.

Ebenso entfällt ein Anspruch auf

Überzeitentschädi gung bei höheren leitenden

Angestellten, weil diese dem Arbeitsgesetz

nicht unterstehen. Zu den höheren

leitenden Angestellten werden

allerdings nur Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen

mit mass geblichen Entscheidungsbefugnissen,

also das oberste

Kader, gezählt.

Können Überstunden­ oder Überzeitguthaben

verjähren?

Ein Anspruch auf Entschädigung von

Überstunden- oder Überzeitarbeit verjährt

innerhalb von 5 Jahren. Allerdings

ist der Arbeitnehmer vor allem bei nicht

angeordneten Überstunden gut beraten,

mit der Geltendmachung des Entschädigungsanspruchs

nicht einfach zuzuwarten,

da die Gerichtspraxis hier unterschiedlich

ist. Darüber hinaus ist der

Arbeitnehmer bei nicht angeordneten

Überstunden auch im Rahmen seiner

Treuepflicht gehalten, die ge leisteten

Überstunden dem Arbeitgeber umgehend

zu melden.

31


32

Leben

context 4 – 2010


Zwischen Akrobatik,

Arbeitsplatz und Ausbildung

Tobias Muntwyler, 16, präsentiert im aktuellen Programm des Circus Monti eine

Diabolonummer. Und er hat im letzten Sommer eine kaufmännische Lehre begonnen.

Wie bewältigt der Enkel des Zirkusgründers sein beachtliches Pensum?

Von Therese Jäggi / Foto Georg Anderhub

Jetzt gerade ist Tobias Muntwyler noch

nicht nervös. Aus Erfahrung weiss er,

dass das Lampenfieber immer erst kurz

vor dem Auftritt da ist. Bis dahin dauert

es aber noch gut zwei Stunden. Es ist Mittwochnachmittag,

der 7. April. Wir befinden

uns in einem Wagen mit einem Tisch

und zwei Bänken darin und ein paar Bildern

aus der 25-jährigen Zirkusgeschichte

an der Wand. Gestern hat der Circus

Monti am Luzerner Alpenquai sein Zelt

aufgeschlagen, und hier wird er gut zehn

Tage bleiben. Die Saison hat eben erst angefangen.

Am 12. März war die Premiere

im aargauischen Wohlen. Dort befindet

sich das Winterquartier.

In diesen zwei Welten ist Tobias zu

Hause. Von November bis Februar lebt er

mit seiner Familie in Wohlen, und von

März bis Oktober ist er mit dem Zirkus unterwegs.

Im letzten August ist noch ein

dritter Schauplatz dazugekommen: Tobias

hat eine kaufmännische Lehre angefangen.

Das bedeutet neben dem Training

und den Auftritten zusätzlich noch

Arbeit im Lehrbetrieb in Wohlen und im

Zirkusbüro sowie Unterricht an der Berufsschule

in Aarau.

Büroarbeiten

Sein Tag kann so aussehen, dass er am

Morgen nach Aarau fährt, acht Stunden

in der Schule verbringt, zurück zum Zirkusplatz

fährt – wo immer der sich auch

gerade befinden mag – und abends in der

Manege auftritt. «Wo ist das Problem?»,

scheint sein Gesichtsausdruck zu fragen.

Die Schule ist um 17 Uhr zu Ende und sein

Auftritt beginnt sicher nicht vor halb zehn.

«Da habe ich sogar noch gäbig Zeit zum

Znachtessen.» An einem solchen Abend

ist er mit einem Ohr immer bei der Zirkusmusik,

denn nach dieser richtet er sich für

seinen Auftritt, nicht nach der Uhr. Jeder

Abend verläuft wieder etwas anders.

Ebenso gleicht kein Tag dem andern.

Heute Morgen beispielsweise arbeitete er

von acht bis zwölf Uhr im Zirkusbüro.

context 4 – 2010

Hier und bei der O. Kleiner AG, einer auf

Verpackungen für Food- und Non-Food-

Produkte spezialisierten Firma in Wohlen,

absolviert er den praktischen Teil seiner

Lehre. Am Morgen erledigte er zunächst

administrative Arbeiten im Zusammenhang

mit Reservationen. Dann verschickte

er ein paar Bestätigungsbriefe

für Bewerbungen. «Viele Leute interessieren

sich für den Zirkus.» Und diesen stehen

die unterschiedlichsten Arbeitsbereiche

offen, denn rund um den Auftritt in

der Manege gibt es viel zu tun: in der Administration

und Kommunikation, in der

Küche und am Buffet, in der Kostümpflege,

in Schule, Stall und Werkstatt.

Diese Stellen sind auf acht Monate befristet

und werden jedes Jahr wieder neu

vergeben. Laut Tobias Muntwyler sind es

die unterschiedlichsten Menschen, die

gerne einmal mitreisen möchten. Manche

wollen eine Auszeit nehmen und gehen

am Ende der Saison wieder in ihren

angestammten Beruf zurück. Sie erfüllen

sich damit einen lang gehegten Traum:

einmal im Leben für längere Zeit in der

ganz besonderen Atmosphäre des Zirkus

zu verbringen. Zum Teil lassen sich auch

Leute eine Saison lang anstellen, deren

berufliche Situation und Perspektiven

ungewiss sind.

Bei Tobias hingegen war schon früh

klar, in welche Richtung es gehen wird.

Als 9-Jähriger trat er zum ersten Mal in der

Manege auf. Er debütierte zusammen mit

seinem Vater und heutigen Zirkusdirektor

Johannes Muntwyler mit einer Perche-Darbietung:

«Der Vater balancierte

eine Stange auf dem Kopf, ich kletterte

diese hoch und jonglierte.» Auf jener

Tournee – im Sommer 2002 – reiste ein Diabolokünstler

mit. Bei dieser Disziplin

wird auf einem zwischen zwei Stöcken

befestigten Seil auf virtuose Art und

Weise und in unzähligen Variationen ein

Doppelkegel – das Diabolo – bewegt. Das

faszinierte Tobias. Zunächst nur spielerisch

und nebenbei eignete er sich ein

paar Tricks an, doch im folgenden Winter

begann er seriös zu trainieren. In den

zwei folgenden Jahren präsentierte er gemeinsam

mit seinem Vater und dem jüngeren

Bruder Mario eine Diabolonummer,

dann trat er vier Jahre lang allein auf.

Dieses Jahr bestreitet er seinen Auftritt

gemeinsam mit dem belgischen Artisten

Romain Hugo. Bei der Wahl seines

Manegenpartners war Tobias Muntwyler

«Der Vater balancierte eine Stange auf dem Kopf,

ich kletterte diese hoch und jonglierte.»

mitbeteiligt. Für Romain Hugo hätten sie

sich entschieden, weil er sich auf dem Bewerbungsvideo

am besten von allen Bewerbern

präsentiert habe. Genauso wie

das Personal werden auch die Artisten in

der Regel nur für eine Saison verpflichtet.

Die Auswahl trifft die Zirkusfamilie gemeinsam

mit dem jeweiligen Regisseur.

Flexibles Umfeld

Die Primar- und Bezirksschule besuchte

Tobias in Wohlen. Im Sommer ging er in

die Zirkusschule. Gegen Ende des 9.

Schuljahres war klar, dass er eine Lehre

beginnen wollte. Landschaftsgärtner

hätte ihn interessiert, für diese Lehre

wäre der Zirkus als Lehrbetrieb jedoch

nicht infrage gekommen. Dass er sich für

das KV entschied, hatte auch mit Vernunft

zu tun: Im Zirkus steht ihm ein Büroarbeitsplatz

zur Verfügung und in der

Firma O. Kleiner hat er eine grosszügige

Lehrfirma gefunden. Dort werden dem

Stift flexible Arbeitszeiten geboten. Nicht

weniger flexibel ist der Zirkus beziehungsweise

der Manegenpartner von To-

33


34

Monatsinterview

context 4 – 2010

bias. Wenn er in der Berufsschule ist und

deswegen in der Nachmittagsvorstellung

fehlt, präsentiert Romain Hugo eine Solodarbietung.

«Ich spiele noch immer sehr gerne

Diabolo und ich habe darin auch ein gewisses

Niveau erreicht», meint Tobias

Muntwyler auf die Frage, ob ihn nicht

auch mal eine andere Disziplin reizen

würde. Klar fasziniert ihn auch anderes,

beispielsweise das Trampolinspringen,

doch würde es lange dauern, bis er wieder

auf dem gleichen Level wäre. Mit dem

Diabolo sei er auch noch längst nicht auf

Top-Niveau. Viele Artisten beherrschten

es besser als er. Gerade auch sein Manegenpartner

Romain Hugo. «Klar, er ist

besser als ich, aber er beschäftigt sich in

der Freizeit auch mehr als ich mit dem

Diabolospiel.»

Rund um den Wagen wird es allmählich

immer lauter. Die grossen und kleinen

Zuschauer treffen ein und vertreiben

sich die Zeit bis zum Beginn der Vorstellung

mit der Besichtigung der Monti-Tiere.

Diese befinden sich in Gehegen, die dem

Alpenquai entlang aufgebaut worden sind.

Tiere haben im Circus Monti seit einigen

Jahren nur noch kleine oder gar keine

Auftritte mehr, vielmehr möchte der Zirkus

seinen Besucherinnen auch einige

Vertreter von «Pro Specie-Rara-Rassen»

vorstellen: diverse Ziegenarten, Diepholzer

Gänse, Appenzeller Spitzhaubenhühner

und Zwergesel. 2003 sind noch Meerschweinchen

im Programm aufgetreten,

und bis 2004 gab es Pferdenummern. Tobias

studierte in jenen Jahren zusammen

mit seinem Bruder Mario noch eine Geissennummer

ein. Doch schien ihm dies

längerfristig zu wenig interessant, vor allem

weil seiner Meinung nach das Potenzial

der Geissen ausgeschöpft war.

Verwirklichung eines Traums

Gegründet wurde der Circus Monti 1984

von Guido Muntwyler, dem Grossvater

von Tobias. Guido Muntwyler war zuvor

Reallehrer in Wohlen. In der Schule organisierte

er Kurse für Kinder mit Clown

Pello und trat selber auch immer wieder

als Clown auf. Pello soll ihn dazu ermu-

«Ich spiele noch immer sehr gerne Diabolo und

habe darin auch ein gewisses Niveau erreicht.»

YOUR

IT HEART

BEAT

tigt haben, mit seinen eigenen Kindern

Zirkus zu machen. So trat Guido Muntwyler

1977 erstmals mit seinen vier Kindern

Johannes, Franziska, Niklaus und Andreas

in der Manege auf: Sie waren die «5

Montis» im Zirkus Olympia. Sieben Jahre

später startete der Circus Monti nach einer

Vorbereitungszeit von nur wenigen

Monaten in seine erste Saison. «Zirkus

war immer ein grosser Traum von ihm»,

sagt Tobias über seinen Grossvater. Dessen

Frau Hildegard unterstützte ihn da-

«Dank unserer Zusammenarbeit

mit der iSource brauchen wir

uns nicht einmal mehr um

die Weiterentwicklung unserer IT

Gedanken zu machen. Dies passt

genau zu unserer Einstellung

zur IT: Wir wollen uns auf unsere

Kernkompetenzen konzentrieren,

die IT ist dabei wie ein Gebrauchsgegenstand,

der einfach zu funktionieren

hat.»

Markus Wagner

Finanzchef ALUWAG AG

rin, diesen Traum zu verwirklichen. Sie

reiste in all den Jahren bis heute immer

mit und half, wo immer es gerade nötig

war. Sie führte durchs Programm oder

war hinter den Kulissen tätig. Eine eigene

Nummer hatte sie nie.

«Mein Grossvater hat mir extrem gefallen

als Clown», sagt Tobias. Er muss

eine ganz besondere Ausstrahlung gehabt

haben. Die Clownrolle lag ihm. Er

hatte eine ganz bestimmte Begabung

dazu. Tobias glaubt, man könne alles trainieren,

sogar Clown sein könne man lernen,

aber deshalb sei man noch lange

kein guter Clown. «Clown Monti ist vielen

Zuschauern noch ein Begriff.» Der Zirkus-

beziehungsweise Clownname ergab sich

in Abwandlung des Familiennamens.

Guido Muntwyler ist 1999 gestorben. Sein

ältester Sohn Johannes Muntwyler ist

schon in allen möglichen Rollen aufgetreten,

aber nie als Clown. In einem Interview

sagte er einmal: «Diese Rolle traue

ich mir nicht zu. Zum Clown musst du geboren

sein. Mein Vater war Clown. Er

brachte diese riesige Liebe zur Clownfigur

mit. Mich hat sie nie gereizt. Das Komische,

Schräge, Ironische hingegen gefällt

mir.»

Verdrehter Kopf

Schön schräg ist denn auch die Nummer,

die der Zirkusdirektor im aktuellen Programm

präsentiert. Er lässt sich von seiner

Partnerin Armelle Fouqueray in ein

vertikales Rohr einschliessen. Vorne

schauen nur sein Kopf und seitlich seine

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IT SERVICE CENTER

Zahlreiche Kunden aus den unterschiedlichsten

Branchen verlassen sich täglich auf die

langjährige Erfahrung und die ausgewiesenen

Spezialisten von iSource. www.isource.ch


eiden Arme heraus. Mit seinem Kopf

passieren nun sehr erstaunliche Dinge.

Einmal wird dieser um seine eigene Achse

gedreht, mehrmals saust er in der vertikalen

Öffnung von oben nach unten und

wieder hoch. Nur schon das Zuschauen

tut richtig weh. Die Nummer wird im Programmheft

als Illusion bezeichnet und so

kann man denn auch ruhig annehmen,

dass man etwas gesehen hat, was nicht

der Realität entsprechen kann.

Rhythmus, Tanz und Akrobatik bilden

den roten Faden des neuen Monti-

Programms. Die Manege ist eine Bühne

für die Artistik, die Zeltkuppel ein Ort

fürs Fliegen und das siebenköpfige

Zirkus orchester legt den Klangteppich,

auf dem das Spektakel springend, jonglierend,

schwebend und tanzend präsentiert

wird. Neben den vielseitigen Auftritten

im Ensemble überzeugen die jungen Artistinnen

und Artisten – sie stammen aus

Belgien, Frankreich, Japan, Kanada, den

USA und der Schweiz – in ihren Spezialdisziplinen,

zum Beispiel auf dem Doppelseil,

am Schwungtrapez, auf dem

Schleuderbrett oder am Vertikaltuch.

Verständigung ist wichtig

«Fehler passieren immer wieder», sagt Tobias.

Im Hinblick auf seinen eigenen Auftritt

scheint ihm das keine grossen Sorgen

zu bereiten. «Klar ist es nie gut, wenn man

viel gheien lässt.» Zwei- bis dreimal pro

Auftritt, das liege noch drin. Man liest das

Diabolo auf und spielt weiter. Wichtig ist,

dass man sich in einer unvorhergesehe-

context 4 – 2010

Juristisches Fachwissen für die Berufspraxis

nen Situation darüber verständigt, wo

man weiterfährt, und dass man auch mal

improvisieren kann, beispielsweise wenn

einem plötzlich mal entfällt, wie ein bestimmter

Trick geht. Das ist Tobias letztes

Jahr einmal passiert. Schlecht wäre auch,

wenn das Seil reissen würde. Doch dafür

ist vorgesorgt. Wenn sie als Duo auftreten,

liegen drei Ersatzspiele bereit.

Kurz vor 15 Uhr hat Tobias noch immer

Zeit für einen Rundgang auf dem

Platz. Zwischen den Wagen breitet sich

eine Spur Wohnlichkeit aus. Blumentöpfe

und Frühlingssträusse, Tische und Stühle,

Wäscheleinen und Hängematten. Bevor

er den Bürowagen betritt, zieht Tobias die

Schuhe aus. Die Besucherin wundert sich

und fragt, ob sie den Bürowagen ebenfalls

ohne Schuhe betreten solle, was Tobias

aber verneint. Im Buch «Monti – Zuhause

unterwegs» erinnert sich die frühere Kassenmitarbeiterin

Annette Hasler in ihrem

Beitrag an die Anfänge des Schuhverbots

im «nagelneuen Bürowagen». Das war

1999. Johannes Muntwyler habe «die Order»

ausgegeben, beim Betreten hätten

ausnahmslos alle die Schuhe auszuziehen.

Eines Tages sei Regisseur Dimitri mit

Johannes Muntwyler zu einer Besprechung

in den Bürowagen gekommen. Als

der Zirkusdirektor dem Regisseur beschied,

dass für ihn das Schuhverbot

selbstverständlich nicht gelte, entgegnete

die Mitarbeiterin: «Entweder aui oder

niemer!» Daraufhin habe Dimitri die

Schuhe ausgezogen und gesagt, er sei sich

dies aus Japan gewohnt. Dimitri war ins-

Dipl. Rechtsassistent/in HF

Die berufsbegleitenden Lehrgänge beginnen im Herbst 2010

und dauern 6 Semester. Daten Informationsveranstaltungen und

weitere Informationen siehe Homepages.

Zentrum für berufliche

Weiterbildung

St.Gallen

Tel. 071 313 40 40

info@zbw.ch

www.zbw.ch

gesamt viermal für die Regie eines Monti-

Programms verantwortlich.

Wunsch unter Artisten

Was wünscht man sich vor dem Auftritt

unter Artisten? «Merde», sagt Tobias. Wie

bitte? Genau, aber es sei wichtig, dass

man nichts darauf antworte, sonst sei der

Wunsch wirkungslos. Jetzt geht Tobias in

seinen Wagen um sich umzuziehen und

zu schminken. Eineinhalb Stunden später

wird er zusammen mit seinem Partner

in der Manege erscheinen und gelassen,

spielerisch und souverän seine Diabolonummer

präsentieren.

Unmittelbar bevor man ins Zelt eintritt,

begegnet man Guido Muntwyler. Ein

Foto zeigt ihn, wie er mit einem Besen den

Zirkusplatz wischt. Neben dem Foto sein

Bekenntnis: «Das Leben im Circus bedeutet

mir sehr viel. Mit vielen Menschen, die

ähnlich denken, unterwegs sein, arbeiten,

mitdenken, mitfreuen, mitleiden und immer

mit dem Gedanken an die Vorstellung,

dass die Vorstellung gelingen soll

und gut über die Runde geht.»

Im Zelt haben die Zuschauer und Zuschauerinnen

Platz genommen. Es riecht

nach Popcorn. Vorfreude herrscht. Um 15

Uhr geht das Licht aus. Die Vorstellung

beginnt. Und sie geht sehr gut über die

Runde.

Therese Jäggi ist Context-Redaktorin.

context@kvschweiz.ch

Georg Anderhub ist Fotograf in Luzern.

ge@anderhub.lu

neu

Schweiz. Institut für

Unternehmerschulung

Bern und Zürich

Tel. 031 388 51 51

gewerbe-be@siu.ch

www.siu.ch

Höhere Fachschule

Südostschweiz

Chur

Tel. 081 286 62 62

info@ibw.ch

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Die Die Leistungsschulen

Leistungsschulen

35


36

Ratgeber

context 4 – 2010

Büroalltag

Wie spreche ich

Mundgeruch an?

Ich habe einen sehr netten Arbeitskollegen.

Doch jedes Mal, wenn er sich in meiner Nähe

aufhält, suche ich diskret das Weite: Sein

Mundgeruch ist für mich unerträglich. Wie

soll ich das ansprechen?

Unsere empathische Grundhaltung verbietet

uns, jemanden vor den Kopf zu stossen.

Dies fällt uns besonders schwer, wenn

wir die Person mögen. Doch die Lösung

liegt gerade im direkten Ansprechen des

Problems. Egal, ob es sich um Mundgeruch

oder körperliche Ausdünstungen handelt,

die mangelnde Körperhygiene vermuten

lassen: Das Problem muss angesprochen

werden, zumal die Betroffenen sich dessen

häufig nicht bewusst sind.

Allerdings sollte man den Arbeitskollegen

nie im Beisein anderer Personen, sondern

unbedingt diskret unter vier Augen angehen.

Ist der Umgang locker und vertraulich,

fällt das Unterfangen entsprechend leichter.

Um Nähe zu schaffen, kann man als Einstieg

sagen, dass der Schritt zu diesem Gespräch

nicht leicht fällt. Es kann manchmal

helfen, während des Gesprächs über eigene

Erfahrungen zu sprechen – schliesslich leidet

jeder morgens nach dem Aufstehen unter

Mundgeruch. Auch das Ansprechen

möglicher medizinischer Ursachen für üble

Gerüche wirkt entschärfend und verständnisvoll.

Man muss sich aber bewusst sein,

dass der Arbeitskollege trotz aller Behutsamkeit

verletzt auf die Konfrontation reagieren

könnte. Aber auch wenn die Beziehung

eine Irritation erfährt, erweisen Sie

Ihrem Arbeitskollegen einen Dienst: Er wird

mit grosser Wahrscheinlichkeit etwas unternehmen

und dadurch werden ihn künftig

alle besser riechen können!

Patrizia Rizzo

Psychologin lic.phil.,

ist Trainerin und

Beraterin bei ICAS

Schweiz, einem

Unternehmen für

externe Mitarbeiterberatung.

Bildung

Weiterbildung statt

Frühpensionierung?

Die Lern- und Weiterbildungsbereitschaft

nimmt im Alter ab. Statt Weiterbildung im

Alter sind Frühpensionierungen nach wie

vor beliebt. Warum gelingt es nicht besser,

ältere Arbeitnehmende im Erwerbsprozess

zu halten?

Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Naheliegend

sind Frühpensionierungen etwa bei

körperlich anstrengender Arbeit oder auch

einfach, weil die Arbeitnehmenden endlich

mehr Zeit für sich haben wollen. Lange Zeit

hat man aber die Kompetenzen und Potenziale

der Älteren nicht gut genug erkannt.

Hier findet allerdings ein Sinneswandel

statt – nicht zuletzt auf Druck des drohenden

Fachkräftemangels. Heute schaut man

zudem anders aufs Älterwerden als noch

vor zehn Jahren: Der Abnahme von Fähigkeiten,

die körperliche Leistungsfähigkeit

ist hier ein offensichtliches Beispiel, steht

ein Kompetenzzuwachs in anderen Bereichen

gegenüber.

Klar ist: Wer wenig Neues lernt, hat auch

wenig interessante Perspektiven. Man

bleibt stehen – das ist unbefriedigend, bringt

oft Langeweile und Demotivation mit sich.

Und man positioniert sich im Unternehmen

sicher auch nicht optimal.

Leider scheinen sich heute viele ältere

Menschen Weiterbildung nicht (mehr) zuzutrauen,

um ihre berufliche Situation zu

verbessern. Das ist falsch: Weiterbildung ist

auch für ältere Arbeitnehmende ein Thema –

und sie funktioniert. Ältere Menschen lernen

sehr wohl, allerdings sind bei ihnen oft

andere Formen des Lernens erfolgreich als

bei Jüngeren.

Lebenslanges Lernen ist weit mehr als

nur ein Schlagwort und in jeder Phase der

Erwerbsbiografie wichtig. Doch gilt es auch,

Gelassenheit und Augenmass zu wahren.

Sonst wird aus dem lebenslangen Lernen

rasch einmal die Drohung einer «lebenslänglichen

Lerngefangenschaft mit freier

Zellenwahl», wie das ein Forscher einmal

zugespitzt ausgedrückt hat. Das wiederum

gibt älteren Arbeitnehmenden einen zusätzlichen

Grund, frühzeitig aus dem Erwerbsleben

auszusteigen.

Mehr zum Thema in der Info-Schrift

«Arbeitnehmende 50+» des KV Schweiz:

www.kvschweiz.ch/Arbeit/Publikationen/

Info-Schriften

Ralf Margreiter

Stabsstelle

Bildungspolitik

KV Schweiz


Recht

Wer zahlt den

ausfallenden Lohn?

Ich war bis vor einiger Zeit selbstständig erwerbend.

Wegen nachlassender Aufträge sah

ich mich gezwungen, die selbstständige Tätigkeit

aufzugeben und mich nach einer Anstellung

umzusehen. Am 1. März 2010 hätte

ich die neue Arbeit aufnehmen sollen. Leider

verunfallte ich auf dem Arbeitsweg mit dem

Velo und zog mir mittelschwere Kopfverletzungen

zu, weshalb ich heute noch arbeitsunfähig

bin. Wer bezahlt mir den ausfallenden

Lohn?

Die Unfallversicherung: gemäss Art. 3

Abs. 1 UVG beginnt der Versicherungsschutz

«an dem Tag, an dem der Arbeitnehmer auf

Grund der Anstellung die Arbeit antritt oder

hätte antreten sollen, in jedem Fall aber im

Zeitpunkt, da er sich auf den Weg zur Arbeit

begibt».

Der Anspruch auf die Taggelder der Unfallversicherung

entsteht allerdings erst am

3. Tag nach dem Unfalltag (Art. 16 Abs. 2

UVG). Es besteht somit eine Karenzfrist von

drei Tagen. Es stellt sich deshalb die Frage,

ob der Arbeitgeber während der dreitägigen

Karenzfrist, welche bei der Unfallversicherung

besteht, den Lohn bezahlen muss.

Gemäss Art. 324b OR hat der Arbeitgeber

dem Arbeitnehmer den Lohn zu entrichten,

falls die Versicherungsleistungen erst nach

einer Wartefrist gewährt werden. Andererseits

hat der Arbeitgeber gemäss Art. 324a

OR den Lohn nur zu bezahlen, sofern ein

unbefristetes Arbeitsverhältnis mindestens

drei Monate gedauert hat oder ein befristetes

Arbeitsverhältnis für mindestens drei

Monate eingegangen worden ist. Dies trifft

in Ihrem Fall nicht zu, haben Sie doch einen

unbefristeten Anstellungsvertrag abgeschlossen

und hat das Anstellungsverhältnis

im Zeitpunkt des Unfalles noch keine

drei Monate gedauert.

Es ist in der Lehre umstritten, ob der

Arbeitgeber während der Wartefrist einer

gesetzlichen Versicherung in den ersten

drei Anstellungsmonaten den Lohn zu

bezahlen hat. Das Arbeitsgericht Zürich hat

in einem Entscheid aus dem Jahr 1990 festgehalten,

in den ersten drei Anstellungsmonaten

stünden dem Arbeitnehmer ausschliesslich

die Taggelder der Unfallversicherung

zu.

context 4 – 2010

Felix Kuster

arbeitet beim

Rechtsdienst

des KV Schweiz.

Gesundheit

Was kann ich gegen

Müdigkeit tun?

Seit einem Jahr gelingt es mir in Sitzungen oft

nicht mehr wach zu bleiben. Auch fühle ich

mich tagsüber häufig müde und leistungsreduziert.

Bei längeren Autofahrten gibt es

Phasen mit Einschlaftendenz. Obwohl ich genügend

schlafe und dabei nicht aufwache,

habe ich das Gefühl, mein Schlaf sei nicht erholsam.

Meine Partnerin beklagt sich über

mein Schnarchen. Was raten Sie mir?

Es könnte sein, dass Sie unter dem

Schlafapnoe­Syndrom leiden. Es handelt

sich dabei um eine Erkrankung, die durch

Atemstillstände (=Apnoe) während des

Schlafes verursacht wird. Diese Atemstillstände

dauern von 10 Sekunden bis zu einer

Minute und verursachen einen nicht erholsamen

Schlaf, so dass diese Patienten sich

am Morgen unausgeruht und müde fühlen.

Weitere Symptome neben der Tagesmüdigkeit

sind Kopfschmerzen am Morgen, Konzentrationsstörungen

oder Schwindel nach

dem Aufstehen.

Folgende Risikofaktoren begünstigen

das Auftreten des Schlafapnoesyndroms:

Übergewicht, Nasenscheidewandverkrümmungen,

Polypen in der Nase, Veranlagung,

Alkohol vor dem Schlafen.

Die Folgen dieser Erkrankung sind mannigfaltig:

Menschen mit Schlafapnoe haben

häufiger Herzinfarkte, einen hohen Blutdruck

und Schlaganfälle. Auch wird ein

gehäuftes Auftreten der Zuckerkrankheit

beschrieben. Da diese Menschen gehäuft

auch am Steuer Sekundenschläfchen machen,

besteht ein erhebliches Unfallrisiko.

Die Diagnose wird im Schlaflabor gestellt.

Dafür muss die betroffene Person

eine Nacht in einer Spezialklinik verbringen,

wo ihr Schlaf überwacht wird. Ist die

Diagnose gesichert, kann versucht werden,

die Risikofaktoren zu vermindern. Gewichtsverlust,

Verzicht auf Alkohol am

Abend, keine opulenten Mahlzeiten vor

dem Schlafen und operative Korrektur von

Behinderungen der Nasenatmung. Bringen

diese Massnahmen keine Besserung, erhält

der Patient zum Schlafen eine Atemmaske,

mit der er Luft mit Überdruck einatmet. Der

Erfolg tritt dabei sofort ein. Die Patienten

sind wieder wach, fühlen sich dynamischer

und die Lebensqualität steigt markant.

Dieter Kissling

ist Leiter des

Instituts für

Arbeitsmedizin

in Baden.

37


38

context 4 – 2010

KV AKtuell

Josef Kälin als Verlagsleiter verabschiedet

Nach 20 Jahren als erfolgreicher Leiter des Verlags SKV ging Josef Kälin Ende März 2010 in Pension.

Zahlreiche KV-Mitarbeitende nahmen am Abschiedsapéro teil. Von Thomas Heeb / Fotos Michele Limina

Abschied über den Dächern von Zürich (v. l.): Peter Kyburz, Corinne Rudolphi und Josef Kälin.

Der Ort war mit Bedacht gewählt: Vom

Restaurant im Uni-Turm aus ging der

Blick über das nächtliche Zürich bis zu

den Alpen und damit schon fast bis in den

Süden. Was wiederum gut zum Anlass

passte, wird doch das Tessin zur neuen

Wahlheimat von Josef Kälin.

Er hatte den Verlag 1990 übernommen,

als dieser einen Umsatz von rund 4,5 Millionen

Franken erzielte. Inzwischen ist es

mehr als doppelt so viel: 2009 betrug der

Umsatz knapp 9,8 Millionen.

«Der Verlag SKV ist eine Erfolgsgeschichte»,

bekräftigte Nationalrat Mario

Fehr, Präsident des KV Schweiz, in seiner

Ansprache. Wegen Josef Kälin sei er, Fehr,

im Übrigen ein glücklicherer Mensch:

«Denn ohne Verlag gäbe es den KV

Schweiz nicht und ich könnte folglich

nicht sein Präsident sein, was ich sehr

gerne bin.»

Gesungener Dank

KV-Generalsekretär Peter Kyburz überraschte

Kälin und wohl auch die meisten

anderen Anwesenden mit einem Lied-

vortrag: Begleitet von Karl Scheuber am

E-Piano besang Kyburz in «De Zürisee-

Kapitän» von Max Rüeger einen See-

Mann und dessen Vorfreude auf die Pensionierung.

Er bedankte sich bei Kälin

für dessen Loyalität auch in schwierigen

Situationen und wünschte ihm für die

Zukunft im Tessin alles Gute. Damit er

sich dort auch selber versorgen kann, erhielt

Kälin von der Geschäftsleitung und

dem Zentralvorstand einen Gutschein für

einen Kochkurs bei Spitzenkoch Ivo Adam

in dessen Restaurant Seven in Ascona.

Corinne Rudolphi, die Kälin als Verlagsleiterin

abgelöst hat, bedankte sich

mit einem Buch bei ihrem Vorgänger.

Einem speziellen Buch allerdings: Das

Unikat wurde von Autoren und Autorinnen

des Verlags und den Mitarbeitenden

gestaltet. Kälin habe den Verlag SKV geprägt

und ihr mit Tipps und Tricks den

Einstieg erleichtert, «auch wenn ich die

noch nicht ganz durchschaue».

Der Gefeierte selbst schliesslich bedankte

sich ebenfalls und gab seiner

Nachfolgerin zu bedenken, dass sie eine

längerfristige Aufgabe übernommen

habe: Sie sei erst die vierte Person an der

Spitze des immerhin 85 Jahre alten Verlags.

Allein der erste Verlagsleiter war 40

Jahre lang im Amt. Er selber hätte ebenfalls

nie gedacht, dass er 20 Jahre bleiben

werde, sagte Kälin, «doch die Jahre gingen

wie im Flug vorbei». Er sei erleichtert, dass

in den letzten zwei Jahren im KV Leute am

Werk sind, die den Verband voranbringen:

«Ich bin froh, dass ich das auch noch

erleben durfte.» Die früheren Strukturen

habe er oft als etwas schwerfällig empfunden:

«Vor meiner Anstellung musste ich

mich bei fünf verschiedenen Gremien

vorstellen.» Kälin wünschte dem Verlag

SKV und dem KV Schweiz alles Gute und

versicherte, deren Geschicke von seinem

neuen Wohnsitz in der Sonnenstube aus

mit Interesse zu verfolgen. Arrivederci!


Zeit für Elternurlaub

Fünf Jahre nach der Einführung der Mutterschaftsversicherung

wird über einen Ausbau

nachgedacht: Der KV Schweiz organisiert

zusammen mit dem KV Zürich und

der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt

Zürich am 10. Mai die Veranstaltung «Zeit

für Elternurlaub!». Mit ihrem Referat «Aktive

Väter – die neue Elterngeldzeit in Deutschland»

führt Sozialwissenschafterin Svenja

Pfahl ins Thema ein. Unter der Leitung

von Radiomoderatorin Marina Villa diskutieren

Ruth Derrer Balladore vom Schweizerischen

Arbeitgeberverband, SP-Nationalrätin

Jacqueline Fehr, René Hoppeler, Leiter

Personal Zürcher Kantonalbank, sowie

Markus Theunert, Präsident männer.ch,

über den Elternurlaub.

Montag, 10. Mai 2010, 19 Uhr im Kaufleuten

in Zürich. Der Eintritt ist frei.

Erfolgreiche

Weihnachtssammlung

unterstützung für Ausbildungen in Nepal.

Für einmal führte der KV Schweiz seine

Weihnachtssammlung nicht für bedürftige

Mitglieder durch, sondern für ein Projekt in

Nepal, das der dortigen Jugend hilft, einen

Beruf zu erlernen (Details dazu: Seite 26).

Insgesamt kamen bei der Sammlung 77 500

Franken zusammen. Ende März konnte

KV-Schweiz-Präsident Mario Fehr (links)

den Scheck an Melchior Lengsfeld, Geschäftsleiter

von Helvetas, überreichen. Mit

dem Geld erhalten rund 300 Personen eine

Berufsausbildung. Der KV Schweiz unterstützt

selbstverständlich auch weiterhin

bedürftige Mitglieder in der Schweiz. Die

Mittel im Sozialfonds ermöglichen dies. pd

context 4 – 2010

Regionen und Zentrale Schulter an Schulter

Die Operative Gesamtleitung sorgt für mehr Austausch und Kooperation.

Die Zusammenarbeit zwischen Regionen

und Zentrale verbessern und damit den Mitgliedern

einen optimalen Service anbieten:

Dies ist das Ziel der «Operativen Gesamtleitung».

Das neue, von der Delegiertenversammlung

2009 beschlossene Gremium,

tagte am 24. März in Zürich zum zweiten

Mal, besprach dabei neue Projekte und

tauschte sich zu politischen Fragen aus. In

der Operativen Gesamtleitung sind Ge-

Einladung zur Veteranen-Ehrung 2010

Auch dieses Jahr werden wir unsere Mitglieder,

die seit 50 Jahren dem Berufsverband

angehören, für ihre Treue ehren und an der

Veteranen-Tagung zu KV-Schweiz-Veteraninnen

und -Veteranen ernennen. Die Veteranen-Tagung

findet am Donnerstag, 2. September

in Luzern statt.

NACHRuf

Ehrenmitglied Hermann Voll, Horgen

Am 20. März 2010 ist Hermann Voll im 88.

lebensjahr gestorben. er wurde 1987 zum

ehrenmitglied des KV Schweiz ernannt.

Hermann Voll trat 1964 als Bürochef

der Abteilung Berufsbildung in das Zentralsekretariat

des Kaufmännischen Verbandes

ein und wechselte 1969 ins Generalsekretariat,

wo er als Adjunkt tätig war.

Sein Einsatz für den Verband war geprägt

von Kompetenz, Loyalität und Zuverlässigkeit.

Er erwarb sich grosse Verdienste

um die Förderung der Stenographie, einer

Disziplin, die er selber meisterhaft

beherrschte. Während einiger Jahre prä-

schäftsleiter/innen der Regionen sowie der

Generalsekretär vertreten. Es sind dies (von

links nach rechts): Franziska Gambirasio

(KV Basel), Gabriela Brauchli (KV Winterthur),

Christine Mangold (KV Baselland),

Peter Kyburz (KV Schweiz), Eveline Florian

(KV Ost), Beat Schürmann (KV Luzern),

Luc Python (Westschweiz), Valerio Agustoni

(KV Tessin), Ruedi Flückiger (KV Bern) und

Rolf Butz (KV Zürich). rt

Mitglieder, die im Jahre 1960 in den KV

Schweiz eintraten, jedoch nicht im Besitz einer

Einladung sind, bitten wir, sich schriftlich

oder telefonisch bei Maya Jecklin zu melden:

Kaufmännischer Verband Schweiz, Maya

Jecklin, Postfach 1853, 8027 Zürich, Telefon

044 283 45 85, maya.jecklin@kvschweiz.ch.

sidierte er den Stenographenclub des KV

Horgen, wo er zwischen 1985 bis 1991 auch

Präsident war. Ausserdem engagierte er

sich als Aktuar der Lehrabschlussprüfungen

der Apothekenhelferinnen im

Kanton Zürich. 1987 wurde er in Lugano

von der Delegiertenversammlung zum

Ehrenmitglied ernannt.

Der KV Schweiz spricht den Angehörigen

von Hermann Voll sein herzliches

Beileid aus und wünscht ihnen alles Gute

in der Zeit des Abschieds und der Trauer.

Peter Kyburz, Generalsekretär

39


40

SeKtiONeN

ReGiON BASel-StADt

KV BASel

telefon 061 271 54 70

fax 061 272 24 41

info@kvbasel.ch

www.kvbasel.ch

Abendseminare

> «Bereit für die Zukunft/Zusammenspiel

der Vorsorge in der

Schweiz» mit Hans-Ulrich Stauffer,

Rechtsanwalt/Pensionskassenspezialist.

Inputs zur rechtzeitigen

Planung im Umgang mit den

Vorsorgeeinrichtungen.

Donnerstag, 6. Mai

> «Braingym» mit Kleo Demmak,

Coach/Supervisorin/Organisationsberaterin.

Fähigkeiten,

Verhalten und Lernen aktiv

trainieren. Dienstag, 8. Juni

Die Seminare finden im KV Basel,

Aeschengraben 15, Saal, 6. Stock,

statt und dauern von 19 Uhr bis

etwa 21 Uhr. Kosten pro Seminar:

CHF 30.– für KV-Mitglieder und

Lernende der Abteilung Grundbildung

an unserer Handelsschule;

CHF 80.– andere.

english Club

All meetings will be held on Tuesdays

at 8 pm at the KV building. For

any suggestions contact Gaby Felix:

phone 061 228 90 34 or Felix

Schurter: phone 062 868 74 00.

Pensioniertengruppe

> Tagesausflug: Spargel-Essen auf

dem Bohrerhof – ein kulinarisches

Ereignis für KV-Mitglieder in Freiburg

im Breisgau. Führung durch

das Freiburger Münster, Spargel-

Essen, anschliessend Besichtigung

des Spargelanbaus. Kosten

pauschal: KV-Mitglieder CHF 80.–,

andere CHF 100.–. Anmeldung bis

4. Mai. Donnerstag, 27. Mai

> Rundgang «Trinkwasseraufbereitung»

Lange Erlen. Führung ab

14 Uhr durch die Wasseraufbereitungsanlage.

Dauer 1 ½ Stunden.

Ausklang Restaurant Lange Erlen.

Besammlung: 13.45 h, Tramhaltestelle

Eglisee (Tramlinie 2 oder 6).

Kosten: KV-Mitglieder CHF 10.–,

andere CHF 25.–.

Mittwoch, 16. Juni

Anmeldung: www.kvbasel.ch,

E-Mail: info@kvbasel.ch, telefonisch

061 271 54 70 Daniel Spreyermann

context 4 – 2010

ReGiON BeRN

KV BeRN

telefon 031 390 60 30

fax 031 390 60 20

info@kvbern.ch

www.kvbern.ch

Seminare

> «Finanzielle Pensionsplanung –

richtig gemacht» mit Oliver Grob,

Kaufmann HKG, Finanzplanungsexperte;

Dienstag, 4. Mai, Abendseminar

18 bis 21 h, Kurs 663

> «Sponsoring und Eventplanung»

mit Josef Zenhäusern; Donnerstag,

6. Mai, eintägig, Kurs 331

> «Professioneller Umgang mit Kundschaft»

mit Ruedi Krummenacher,

Ausbildungs- und Organisationsberatung;

Dienstag, 11. Mai,

eintägig, Kurs 330

> «Nein sagen leicht gemacht: Nein

sagen, ohne zu verletzen» mit

Verena Diethelm, Körperzentrierte

Psychologin/Coach;

Montag, 17. Mai, eintägig, Kurs 527

> «Führen durch Persönlichkeit»

mit Joachim Hoffmann, Psychologe;

Dienstag und Mittwoch,

18./19. Mai, zweitägig, Kurs 263

> «Interviewtechnik im Personalwesen»

mit Chantal Harder,

Personalexpertin; Donnerstag,

20. Mai, eintägig, Kurs 261

> «Projektmanagement» mit Jürg

Schaad, Organisator;

Donnerstag und Freitag,

27./28. Mai, zweitägig, Kurs 328

Aufruf Seniorenclub

Dringend gesucht werden aktive

Menschen, die im Vorstand mitarbeiten

möchten. Bitte im Sekretariat

melden. Sollte dieser Aufruf keine

Früchte tragen, d.h. wenn die Zahl

der Teilnehmenden an unseren

Veranstaltungen bis Ende 2010

nicht steigt, wird sich der Seniorenvorstand

per Hauptversammlung

2011 auflösen.

Geplante Tagesausflüge:

> «Tagesausflug auf dem Vierwaldstättersee»;

Dienstag, 8. Juni

> «Besichtigung Landestopographie»;

Dienstag, 12. Oktober

> «Führung Sensorium Rüttihubelbad»;

Dienstag, 2. November

Bitte weitersagen und teilnehmen.

Weitere Informationen im

Sekretariat.

KV BeRNeR OBeRlAND

033 223 35 77

info@kvbeo.ch

www.kvbeo.ch

Spiezer Sternstunde

Bereits zum 10. Mal findet die

«Spiezer Sternstunde» statt. Referent

ist Hanspeter Latour. Er weist

auf die Parallelen zwischen Fussball

und Wirtschaft hin und greift Themen

über Motivation, Teambildung

und den Umgang mit Druck auf.

Weitere Infos bei der Geschäftsstelle.

Donnerstag, 29. April, 19 h

ReGiON MittellAND

KV AARGAu OSt

telefon 056 437 19 16

fax 056 437 19 10

info@kvagost.ch

www.kvschweiz.ch/aargau-ost

Generalversammlung

Die Generalversammlung findet am

Montag, 17. Mai 2010 um 19 Uhr

statt. Die Einladung erfolgte über

die Verbandszeitschrift Top in der

Ausgabe 1–2010.

Picasso-Ausstellung

Kunsthaus Zürich, Donnerstag,

21. Oktober um 18.45 Uhr. Weiter

Infos folgen.

KV AARGAu WeSt

telefon 062 837 65 15

fax 062 837 65 19

info@kvagwest.ch

www.kvagwest.ch

Handelsschule KV Aarau

Seminarangebote: Erwachsenenbildung

> «Effizienzsteigerung durch

moderne Arbeitstechniken»

> «Umsatz steigern in schwierigen

Zeiten»

> «Kundenorientiert und effizient

telefonieren»

> «Verkaufen am Messestand»

> «Die Börse – Fluch oder Segen?»

> «Fehlerfrei schreiben»

> «Moderne Briefe ohne Floskeln»

> «Protokolle schreiben –

mit Vergnügen»

> «Arbeitszeugnisse verfassen»

> «Selbstsicher auftreten –

klar kommunizieren»

> «Sozialversicherung und Lohnabrechnung»

> «Vorbereitung Führungsfunktion»

> «Führungskompetenzen

verstärken»

> «Das Wichtigste der Mehrwertsteuer»

> «Professionell und wirkungsvoll

präsentieren mit PowerPoint 2007»

führungsakademie

«Führungsfachfrau/Führungsfachmann

mit eidg. Fachausweis».

Dauer vier Semester mit modularem

Aufbau. Beginn: 21. Oktober,

Fachausweisprüfung Herbst 2012.

Informationsabend: Donnerstag,

6. Mai, 18.30 h

Weitere Infos: www.hkvaarau.ch,

telefonisch Marianne Wagner,

062 837 97 20 (Mo + Do) oder

E-Mail: m.wagner@hkvaarau.ch

Handelsschule KV Aarau

Führungsakademie

Bahnhofstrasse 46

5001 Aarau

www.hkvaarau.ch

KV BASellAND

telefon 061 926 70 10

fax 061 926 70 15

www.kvbl.ch

info@kvbl.ch

einladung zur ordentlichen 114.

Generalversammlung

1.

2.

3.

Begrüssung durch den Präsidenten

Ehrungen

Protokoll der Generalversammlung

vom 14. Mai 2009

4. Jahresberichte

4.1 des KV Baselland 2009

4.2 der Schulen des KV Baselland

2008/2009 (bereits erhalten)

5. Jahresrechnungen 2009 und

Revisionsberichte

5.2 des KV Baselland

5.3 der Schulen des KV Baselland

6.

7.

Festsetzung der Mitgliederbeiträge

für 2011

Budget des KV Baselland für 2011

8. Bauvorhaben

8.1 Abschluss KV Saal

8.2 Fassaden/Fenstersanierung

Schulgebäude


9. Wahlen

9.1 des Vorstandes, des Präsidenten

(Amtsdauer 2010-2014)

9.2 der Schulräte Liestal, Muttenz

und Reinach (Amtsdauer 2010-

2014)

9.3 Bestätigung der Kreiskommission

(Amtsdauer 2010-2014)

9.4 Bestätigung der Prüfungskommission

HFW

9.5 der Revisionsstelle des

KV Baselland für 2010/2011

9.6 der internen Revisionsstelle

der Schulen des KV BL für 2011

10. Verabschiedungen

11.

Orientierungen

12. «Die Wirtschafsregion Basel im

internationalen Standortwettbewerb»

Referat von Dr. Franz Saladin,

Geschäftsführer BaselArea,

Wirtschaftsförderung Basel-Stadt

und Baselland

Einladung, Anmeldetalon und

Jahresbericht werden per Post in

der Woche 18 verschickt.

Donnerstag, 20. Mai, 18.45 Uhr im

KV Saal, Liestal

KV OlteN-BAlStHAl

telefon/fax 062 212 02 32

info@kvob.ch

www.kvob.ch

Generalversammlung

Die 10. Generalversammlung findet

am Donnerstag, 27. Mai ab 18.30

Uhr im Restaurant Aarhof in Olten

statt.

7. Schweizer Ausbildner-forum

«Ethik in der Weiterbildung» mit

Christoph Weber-Berg, Veranstalter:

Ausbildner-Verband.ch. Dienstag,

1. Juni, 13 bis 18 h, Hotel Bern, Bern

KV SOlOtHuRN

telefon 032 622 31 21

fax 032 622 31 56

info@kvsolothurn.ch

www.kvsolothurn.ch

SOlOtHuRNeR fORuM

füR WeiteRBilDuNG

telefon 032 624 90 50

fax 032 624 90 59

info@sfw.ch

www.sfw.ch

context 4 – 2010

Seminare

> «Mind Mapping» mit Herbert

Bühler; Dienstag 4. Mai

> «Businessplan für KMU» mit

Herbert Bühler; Dienstag 4. Mai

und 11. Mai

> «Rhetorik – Überzeugend und

wirkungsvoll» mit Myriam Minnig;

Mittwoch 5. Mai und 12. Mai

> «Kunden gewinnen, betreuen und

binden» mit Dr. Jörg T. Sorg; Donnerstag

6. Mai und Freitag 4. Juni

> «Wirkungsvolle Geschäftskorrespondenz»

mit Marianne Ulmi;

Dienstag, 11. Mai

> «Mit PEP an die Arbeit» mit Willy

Knüsel; Mittwoch, 12. Mai

> «Ablageorganisation» mit Darya

Haller; Dienstag, 18. Mai

> «Life Balance und Belastungsmanagement»

mit Viviana Abati;

Dienstag, 18. Mai

> «Der richtige Ton am Telefon» mit

Rahel Rohrer; Mittwoch, 19. Mai

> «Sitzungen effizient leiten» mit

Viviana Abati; Donnerstag, 20. Mai

> «Führungskurs für Frauen» mit

Vreni Höhener; Dienstag 25. Mai

und Mittwoch, 23. Juni

> «Lohn und Personalversicherungen»

mit Felix Kuster; Mittwoch,

26. Mai

> «Rationeller lesen – Effizientes

Bewältigen der Infoflut» mit Jürg

Bösiger; Donnerstag, 27. Mai

ReGiON OStSCHWeiZ

KV OSt

telefon 071 274 36 50

fax 071 274 36 56

info@kvost.ch

www.kvost.ch

fachtagung

«Das Arbeitszeugnis»: Für Mitarbeitende

und Führungskräfte. Arbeitszeugnisse

sind wahrheitsgemäss

und wohlwollend abzufassen.

Leider zeugen viele Auseinandersetzungen

davon, dass der Teufel im

Detail steckt. Freitag, 11. Juni,

13.30 bis 17 Uhr im Seerestaurant

Rorschach, Churerstrasse 28,

9400 Rorschach.

Seminare

> «Das Arbeitsverhältnis endet,

Rechtsprobleme beginnen» mit

Edi Class; Freitag, 30. April, 9 bis

12.30 h

> «Gut vorbereitet ans Lohngespräch»

mit Vera Class-Bachmann;

Freitag, 30. April, 9 bis 17 h

> «Das Geheimnis der Körpersprache

entschlüsseln» mit Jacqueline

Steffen Oberholzer

> Mittwoch, 5. Mai, 9 bis 17 h

> «MwSt: Das neue Gesetz» mit

Roland Besmer; Donnerstag,

6. Mai, 9 bis 17 Uhr

> «Business Knigge heute» mit

Nicole Veser Leschzyk;

Donnerstag, 6. Mai, 9 bis 17 h

> «Führung von Lernenden – eine

besondere Aufgabe» mit Vera

Class-Bachmann; Freitag, 7. Mai,

9 bis 17 h

> «Erfolgreich verkaufen im Detailund

Fachgeschäft» mit Fredy

Zurflüh; Montag, 17. Mai, 9 bis 17 h

> «Flexibilisierte Arbeitsverhältnisse»

mit Andrea Degginger;

Mittwoch, 19. Mai, 13.30 bis 18 h

> «Perfekter Kundendienst am

Telefon» mit Jacqueline Steffen

Oberholzer; Donnerstag, 20. Mai,

9 bis 17 h

> «Mit Mentaltraining zum Erfolg»

mit Susanne Wunderli-Koch;

Mittwoch, 26. Mai, 9 bis 17 h

> «Neue Kaufmännische Grundbildung:

NKG-Update/Modulkurs»

mit Stefan Keller; Mittwoch,

26. Mai, 8.30 bis 17 h

> «Neue Kaufmännische Grundbildung:

NKG-Update/Modulkurs»

mit Stefan Keller; Donnerstag,

27. Mai, 8.30 bis 17 h

> «Verkaufsoptimierung im Detailund

Fachgeschäft: Internet» mit

Fredy Zurflüh; Montag, 31. Mai,

8.30 bis 12 h

> «Verkaufsoptimierung im Detailund

Fachgeschäft: Verkaufsförderung»

mit Fredy Zurflüh; Montag,

31. Mai, 13.30 bis 17.30 h

Anmeldung/Auskünfte bei der

Geschäftsstelle.

CelARiS

eine Schule des KV Ost und des

SiB Schweizerisches institut für

Betriebsökonomie Zürich

«Fachfrau/Fachmann im Finanz und

Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis»;

Start: Tageskurs April, Repetitionskurs

Juni

Weitere Infos über Telefon

071 272 66 00 oder www.celaris.ch.

Open-Air-Aktion

Als KV Ost Jugendmitglied (bis 25

Jahre) kannst du günstiger an die

zwei grössten Open Airs der Ostschweiz:

Wähle aus zwischen Open

Air St.Gallen oder Open Air Frauenfeld.

Einen 3–Tagespass erhältst

du für CHF 130.–, nur ein Ticket pro

Mitglied. Die Aktion läuft bis

28. Mai und ist limitiert. Bestellung

per E-Mail.

St. Galler festspiele

«Il diluvio universale» die Sintflut,

Opernrarität mit biblischem Hintergrund.

Die Aufführung findet open

air auf dem Klosterhof statt. KV-Ost-

Mitglieder erhalten Tickets für den

29. Juni für CHF 100.–, 1. Kategorie

(anstelle CHF 130.–). Aktionsschluss

30. April. Weitere Infos auf der

Homepage.

freizeitclub 60

> «Giovanni Giacometti: Farbe im

Licht» – Führung durch die Sonderausstellung

im Bündner Kunstmuseum

in Chur. Churer Altstadt –

Rundgang am Nachmittag;

Mittwoch, 5. Mai (Tagesausflug)

> «Insel Mainau» – Ausflug per

Bahn und Schiff mit Führung durch

die Pflanzenschätze der Mainau.

Mittwoch, 9. Juni (Tagesausflug)

ReGiON ZeNtRAlSCHWeiZ

KV luZeRN

telefon 041 210 20 44

fax 041 210 78 50

info@kvluzern.ch

www.kvluzern.ch

Genralversammlung

Einladung zur ordentlichen Generalversammlung

des KVL mit Grussbotschaft

von Peter Kyburz, Generalsekretär

KV Schweiz. Die Traktandenliste

ist in den KV-Nachrichten

publiziert. Angemeldeten Mitgliedern

werden die Unterlagen

auf Wunsch zugestellt. Dienstag,

18. Mai, 18 h, KV-Haus, Seminarraum,

Frankenstrasse 4, Luzern.

tagesseminare in luzern

> «Life Balance» mit Dagmar Härle;

Mittwoch, 12. Mai

41


42

SeKtiONeN

> «Kundenfreundlichkeit im Mittelpunkt»

mit Vera Class-Bachmann;

Freitag, 21. Mai

> «Neues und Bewährtes im BVG –

Refresher für die Berufliche

Vorsorge» mit Bruno Ern;

Mittwoch, 26. Mai

tagesseminare in Zug

> «Arbeiten ohne auszubrennen –

Burn-out und Stress wirksam

begegnen!» mit Christian A.

Bünck; Donnerstag, 6. Mai

> «Überzeugend argumentieren und

verhandeln» mit Daniel L. Ambühl;

Dienstag, 8. Juni

Abendseminar

«Wir schreiben Deutsch» mit Ignaz

Wyss; 3 Abende, Montag, 10.,

17., 31. Mai, jeweils 18 bis 20.30 h

frauennetz

4. Frauenkongress «We have a

dream» – wovon Traumfrauen

träumen; Donnerstag, 27. Mai,

im Casino Zug. Detailprogramm

siehe www.frauenkongress.ch und

www.wehaveadream.ch

context 4 – 2010

ReGiONeN

ZüRiCH/SCHAffHAuSeN

KV SCHAffHAuSeN

telefon 052 630 78 78

fax 052 630 78 77

info@kv-sh.ch

www.kv-sh.ch

tagesseminare

> «Augen- und Sehtraining am

PC – Wellness für die Augen» mit

Ruth Bär, Seh- und Augentraining;

Dienstag, 4. und 18. Mai,

19 bis 21 h

> «Zeitmanagement» mit Katharina

Noetzli, Managementtrainerin/

Coach; Mittwoch, 19. Mai,

9 bis 17 h

> «Selfmarketing – die Persönlichkeit

als Marke» mit Vera Class-

Bachmann, Kommunikationsleiterin/Ausbilderin/Coach;

Donnerstag, 27. Mai, 9 bis 17 h

> «Professionell telefonieren – ein

Erfolgsfaktor» mit Jürg Sutter,

Trainer/Coach; Dienstag, 9 bis 17 h

Sprachkurse und Seminare

Angebote auf der Homepage

iGKG SH

Interessengemeinschaft Kaufmännische

Grundbildung: Update für

KV-Lehrmeister und Ausbildungsbeauftragte;

Mittwoch, 12. Mai,

8 bis 17 h

frauennetz

«Denkmalpflege — Spagat zwischen

zeitgemässer Nutzung und Erhalt der

Strukturen»; Donnerstag, 17. Juni

Senioren Club Kaufleute

Besuch beim «Spargelhof Spaltenstein

mit Essen auf dem Hof»;

Mittwoch, 19. Mai

KV WetZiKON-Rüti

telefon 044 930 75 60

fax 044 930 72 65

allgemeines@kv-wr.ch

www.kv-wr.ch

Wir sind Ihr Bildungsunternehmen für Wirtschaft

ehemals Kaufmännische Berufsschule Biel

Kaufmännische Weiterbildung

– Bürofach- und Handelsdiplom BFB

– Kaufmännischer Lehrabschluss für Erwachsene

– Grundkurs Immobilienbewirtschaftung KABIT

– Wiedereinstieg in den kaufmännischen Beruf

– Eidg. Fachausweis Direktionsassistent /in

führung

– Höhere Fachschule für Wirtschaft HFWbern.ch

– Eidg. Fachausweis Führungsfachleute SVF/KFS

– Eidg. Fachausweis Technische Kaufleute

– Eidg. Fachausweis Direktionsassistent/in

finanz- und rechnungsWesen

– Eidg. Fachausweis Fachleute in Finanz- und Rechnungswesen

– Sachbearbeiter/in Rechnungswesen edupool.ch/KV Schweiz

– Sachbearbeiter/in Treuhand und Steuern

Generalversammlung

Am Freitag, 28. Mai um 19.15 Uhr

findet die ordentliche GV statt.

Sektionsmitglieder sind anschliessend

zu einem kleinen Nachtessen

eingeladen. Ausführliche Unterlagen

werden per Post zugestellt.

KV WiNteRtHuR

telefon 052 269 09 09

fax 052 269 09 08

info@kv-winterthur.ch

www.kv-winterthur.ch

Öffnungszeiten

Die Büros sind über Auffahrt ab

Mittwoch, 12. Mai, 16 Uhr bis

Freitag, 14. Mai geschlossen.

Generalversammlung

Die GV findet am Donnerstag, 6. Mai

ab 18.15 Uhr in der Aula der Wirtschaftsschule

KV Winterthur, Tösstalstrasse

37 statt. Traktanden

gemäss Statuten Art. 26. Anträge

zuhanden der Generalversammlung

sind dem Vorstand spätestens bis

6. April 2010 schriftlich einzureichen.

Einladung publiziert in KV

PersonalWesen

– Eidg. Fachausweis HR-/Personalfachleute

– Sachbearbeiter/in Personalwesen edupool.ch/KV Schweiz

– Intensiv-Vorbereitung auf die Zertifikatsprüfung

Sachbearbeiter/in Personalwesen

marKeting und VerKauf

– Sachbearbeiter/in Marketing+Verkauf edupool.ch/KV Schweiz

– Vorbereitung auf Zulassungsprüfung MarKom

– Eidg. Fachausweis Marketingfachleute

– Eidg. Fachausweis Verkaufsfachleute

sPrachen, informatiK, berufsbildner/innen,

erWachsenenbildung sVeb

– Deutsch, Französisch, Englisch

– Informatikkurse und SIZ II

– Kurse für Berufsbildner/innen

– Kurse Erwachsenenbildung SVEB-Zertifikat

BFB I Robert Walser Platz 9 I Place Robert Walser 9 I 2501 Biel-Bienne I Tel. 032 328 30 00 I www.bfb-bielbienne.ch


Nachrichten vom Februar 2010. Der

Jahresbericht kann bestellt werden

unter Telefon 052 269 09 09 oder

per E-Mail: info@kv-winterthur.ch.

Mitglieder und Gäste sind willkommen.

Anmeldung erforderlich bis

spätestens 30. April.

Seminare

> «Arbeitszeugnisse» mit Edi Class;

Mittwoch, 2. Juni

> «Professionell telefonieren – ein

Erfolgsfaktor» mit Jürg Sutter;

Montag, 7. Juni

> «Sicher im Umgang mit der

deutschen Sprache» mit Marcus

Kradolfer; Montag, 14. Juni

> «Coaching – mehr Erfolg durch

Stärkenorientierung» mit Jürg

Sutter; Donnerstag, 17. Juni

> «Führung von Lernenden –

eine besondere Aufgabe» mit

Vera Class-Bachmann;

Mittwoch, 23. Juni

Seniorinnengruppe

Besuch der Ausstellung «Kleid im

Kontext» im Gewerbemuseum

Winterthur, Kirchplatz 14.

Anmeldung bis Donnerstag, 14.

April an Maria Burren, Telefon

052 23 34 79 oder an Trudi Lack,

Telefon 052 212 98 20. Dienstag,

20. Apil, 14.30 h

frauenNetz

«Führung durch die Seilerei Winterthur»

am Montag, 3. Mai, 19 h.

Seilerei Winterthur, Breitestrasse 18,

Winterthur. Anmeldung erforderlich.

Veranstaltung

Altstadtführung in Zug mit «Kirschtorten-Demonstration».

Anmeldung

bis 20. Mai erforderlich. Details auf

der Homepage. Samstag, 5. Juni,

13.30 bis 16 h

KV ZüRiCH

telefon 044 211 33 22

fax 044 221 09 13

info@kvz.ch

www.kvz.ch

Öffentliche Seminare

> «Grundlagen der persönlichen

Kommunikation – klar und situationsgerecht»

mit Daniel L. Ambühl;

Dienstag, 4. Mai

context 4 – 2010

> «Smart Reading – effizient und

schneller lesen» mit Rinaldo

Manferdini; Donnerstag, 6. Mai

> «Powernapping & Tipps für einen

erholsamen Schlaf» mit Lars

B. Sonderegger; Montag, 10. Mai,

18 bis 21 h

> «Kritisieren ohne zu verletzen»

mit Joachim Hoffmann; Freitag,

28. Mai

> «Neues und Bewährtes im BVG»

mit Bruno Ern; Montag, 31. Mai

> «Mikropausen – Leistungsfähigkeit

steigern» mit Claude Weill;

Dienstag, 1. Juni, 18 bis 21 h

> «Absenzen – und Case Management

am Arbeitsplatz» mit Roger

Ritler; Mittwoch, 2. Juni, 13.30 bis

17.30 h

> «KV-Lernende rekrutieren und

begleiten» mit Vera Class-Bachmann;

Freitag, 4. Juni

> «Pensionierung und Finanzen:

Die Vorbereitung» mit Roland Hitz;

Donnerstag, 10. Juni, 18 bis 21 h

> «Erfolgreich führen – Vertiefung

und Praxis» mit Vera Portmann;

Freitag, 11. Juni

> «NKG-Erfahrungsaustausch –

Schwerpunkt ALS und PE» mit

Gilbert Roos; Donnerstag, 17. Juni

frauenNetz

«Mein Arbeitszeugnis – Überlassen

Sie die Formulierung nicht dem Zufall»

mit Claudia Eugster, Rechtsanwältin.

Persönlich profitiert, wer mit

der Anmeldung Fragen,

Formulierungen oder Passagen aus

dem eigenen Arbeitszeugnis einreicht

(bis Anfang Mai). Anmeldung

an Iris Ichsanov, Telefon 044 211 33

22, E-Mail: i.ichsanov@kvz.ch. Für

KV-Mitglieder kostenlos, andere

CHF 20.–. Montag, 31. Mai von

18.30 bis 20.30 h im Verbandshaus

Kaufleuten, Talacker 34,

8001 Zürich, 1. Stock

Cercle français

Chaque mercredi (sauf pendant

les vacances) 18.45 bis 20 h, KVZ,

Kurierstube, Talackerstrasse 34,

8001 Zurich. Notre cercle nous

permet de cultiver le français littéraire

et quotidien, d’approfondir

le vocabulaire et la grammaire,

d’apprendre davantage sur la France

géographique, politique, culturelle

et touristique. Toute personne intéressée

à améliorer ou à entretenir

«son français» est bienvenue dans

notre cercle.

PeRSONeN iM KV

isabelle Dubois, 43, Leiterin Angestelltenpolitik KV Ost

Was machen Sie für den Kaufmännischen

Verband?

Seit zwei Jahren stehe ich KV-Mitgliedern

bei arbeitsrechtlichen

Anliegen mit Rat und Tat zur Seite.

Dabei geht es oft nicht nur um

rechtliche Aspekte, sondern auch

um psychische Unterstützung.

Ein Beispiel: Wird einer Angestellten

gekündigt, steht sie unter

grossem Druck. Neben der rechtlichen

Prüfung werden auch die

Stellensuche und eine Anmeldung

beim RAV besprochen. Zudem

fördern wir Firmen in ihrem

Bestreben, eine faire Personalpolitik

zu betreiben und veranstal-

Beitrag zu gerechten Löhnen leistet.

Dann ist Arbeit immer auch

verbunden mit Beruf oder Berufung,

Arbeitszeit und Freizeit,

Familie usw. Daraus ergibt sich

eine Themenvielfalt, welche die

Menschen ganz direkt betrifft.

Daran zu arbeiten macht mir

Freude und im Kleinen kann ich

da manchmal etwas bewegen.

Was haben Sie vorher gemacht?

Ich habe eine typisch weibliche

Klettergerüstkarriere eingeschlagen:

Erst war ich als Sozialarbeiterin

für diverse Projekte bei Pro

Senectute Kanton Zürich verantwortlich.

Ein Nachdiplomstudium

«Mir gefällt, dass der KV mit seinen Empfehlungen

einen Beitrag zu gerechten Löhnen leistet.»

ten aus dieser Idee heraus den

KVision-Apéro, eine Informations-

und Diskussions-Plattform. Weiter

bin ich für Angestelltenpolitisches

verantwortlich: Im Kanton

Sankt Gallen wird demnächst

über die Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten

abgestimmt. Dazu

habe ich ein Positionspapier mit

unseren Forderungen verfasst,

das öffentlich gemacht wird.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit

am besten?

Arbeit geniesst in unserer Gesellschaft

einen hohen Stellenwert.

Da gibt es den Wert der Arbeit,

der ganz direkt am Lohn gemessen

werden kann. Dieser ist in

den letzten Jahren ausser Kontrolle

geraten und wir haben erfahren,

dass Lohn nicht mehr unbedingt

an eigene Leistungen

geknüpft sein muss. Mir gefällt,

dass der KV mit seinen Lohnempfehlungen

und -studien einen

als Managerin für Nonprofit-Organisationen

brachte mich in

leitende Positionen bei der Stadt

Illnau-Effretikon sowie beim Stellennetz

Zürich, und heute bin ich

wieder Fachverantwortliche.

Was ist Ihnen im Leben sonst

noch wichtig?

Ebenfalls vor zwei Jahren bin ich

nach 20 Jahren Stadt Zürich zusammen

mit meinem Partner ins

oberste Toggenburg gezogen. Die

Nähe zur Natur wie auch die Einfachheit

des Lebens hier geben

mir Kraft. Ein Schritt aus dem

Haus und schon kann ich Berg

und Tal zu Fuss, mit Skiern oder

Mountainbike erkunden. Neuerdings

auch als Yogalehrerin.

Über wen im Verband möchten

Sie gern mehr wissen?

Über Peter Rüesch, Personalleiter

des KV Schweiz.

Er wird in der nächsten Ausgabe vorgestellt

(die Red.).

43


44

SeKtiONeN iMPReSSuM

Contact: Hugo Schnurrenberger;

hugo.schnurrenberger@tele2.ch,

Im Wyl 15, 8055 Zürich,

044 462 16 74 ou Erika Salzmann;

erika.salzmann@gmx.ch

ladies’ english Club

All meetings will be held on

Mondays at 6.45 p.m. in the Kurierstube,

First Floor, Talacker 34,

Kaufleuten Building, 8001 Zürich.

Professional Leader:

Nancy Scherer-Howe,

Phone 044 720 93 09,

Assistant Leader: Erika Weibel,

Phone 044 362 96 13,

www.raccourci.ch/ladies. Guests

are welcome.

Please note: Meetings are resumed,

April 26th 2010, after Sechseläuten

Men’s english Club

Meetings held tuesdays at 7 pm unless

otherwise indicated. Meeting

Place: Talacker 54 (First Floor) –

Kaufleuten Building – 8001 Zürich.

Guests are most welcome.

Web page: http://mec.ch.to

Programme May:

> 4 – Cusco

> 11 – Petra

> 18 – Ancient Walls

> 25 – Palestinian

Gleichstellung

«Zeit für Elternurlaub»; Montag,

10. Mai, 19 h, im Verbandshaus

Kaufleuten, Pelikanstrasse 18,

Zürich, Kaufleutensaal. Anmeldung

an KV Zürich, Telefon 044 211 33 22

oder E-Mail: info@kvz.ch. Weitere

Infos unter www.kvz.ch

Wir von der Bank

«Die Zukunft des Finanzplatzes

Zürich»; Montag, 17. Mai, 18.30 h,

im Verbandshaus Kaufleuten,

Pelikanstrasse 18, Zürich, Kaufleutensaal.

Anmeldung bis 17. Mai an

KV Zürich, Telefon 044 211 33 22

oder E-Mail: info@kvz.ch. Weitere

Infos unter www.kvz.ch

Wir vom service public

«Blick ins Moulagenmuseum»;

Donnerstag, 27. Mai, 18 h, Moulagenmuseum,

Haldenbachstrasse 14,

8006 Zürich. Anmeldung bis 21. Mai

an KV Zürich, Telefon 044 211 33 22

oder E-Mail: info@kvz.ch. Weitere

Infos unter www.kvz.ch

context 4 – 2010

Orchester des Kaufmännischen

Verbands Zürich (OKVZ)

«Frühlingskonzert» Programm:

> E. Humperdink, Ouverture aus

Hänsel und Gretel

> A. Liadoff, Der verzauberte See,

Op. 62

> P. I. Tschaikowsky, Symphony

No 1, Op. 13

Leitung: Ivan Vatchev. Eintritt frei,

Kollekte.

Freitag, 28. Mai, 20 h; Reformierte

Kirche Männedorf, Friedhofweg,

8708 Männedorf

Sonntag, 30. Mai, 18.30 h; Kirche

St. Peter, St. Peterhofstatt,

8001 Zürich

SiB SCHWeiZeRiSCHeS

iNStitut füR BetRieBS-

ÖKONOMie

telefon 043 322 26 66

fax 043 322 26 51

info@sib.ch

www.sib.ch

Öffentliche Seminare

jeweils von 9 bis 16.45 h

> «Arbeitszeugnisse schreiben»

mit Helena I. Schmidhauser;

Dienstag, 4. Mai

> «Konfliktgespräche am Telefon»

mit Joachim Hoffmann;

Mittwoch, 5. Mai

> «Personalgewinnung und Interviewtechnik»

mit Viola Christen;

Dienstag, 18. Mai

> «Führungsworkshop» mit Stephan

Kissling; Mittwoch, 19. Mai

> «Konfliktmanagement» mit Joachim

Hoffmann; Mittwoch, 26. Mai

infoveranstaltungen

Beginn jeweils um 18 h

> «Cert. Digital Marketing Expert

IAB/SIB»; Dienstag, 11. Mai

> «Dipl. Controller/in HF»;

Mittwoch, 19. Mai

> «Dipl. Personalleiter/in NDS HF»;

Mittwoch, 19. Mai

> «Dipl. Betriebswirtschafter/in

HF»; Donnerstag, 20. Mai

> «Dipl. Leiter/in Finanzen u. Dienste

NDS HF»; Donnerstag, 20. Mai

Studiengänge

> «Dip. Schulverwaltungsleiter/in

SIB/VPZS»; Beginn Mai

> «Dip. Betriebswirtschafter/in HF»;

Beginn Oktober

> «Dip. Marketingleiter/in HF»;

Beginn Oktober

KV-Mitglieder erhalten eine

Ermässigung.

WOODtli SCHuleN

ZüRiCH

telefon 043 243 43 30

fax 043 243 43 31

info@woodtli-schulen.ch

www.woodtli-schulen.ch

Start der nächsten Aus- und

Weiterbildungen:

> «Basiskurs Ernährungswissen»;

Mittwoch, 19. Mai

> «Sprechstundenassistenz Grundlagen»;

Samstag, 28. August

> «Ernährungsberater/in»;

Samstag, 28. August

KV-Mitglieder erhalten 10%

Vergünstigung auf die Bildungsangebote.

le COuRtil BilDuNGS-

uND SeMiNARZeNtRuM

ROlle VD

telefon 021 822 42 42

info@courtil.ch

www.courtil.ch

französisch-lAP-CfP-Vorbereitungskurse

2010

Lehrabschlussprüfungsvorbereitungskurse

LAP/CAP 2010 für

KV-Lernende, die das Fach Französisch

für die CFP-Prüfung oder für

die Lehrabschlussprüfung vorbereiten

(auch für NKG für Erwachsene).

Achtung: Diese Kurse sind für

M-Profil-Absolvent/innen nicht

geeignet.

CAP 8: 3. – 7. Mai

KV-Mitglieder erhalten 10%

Ermässigung aufs Schulgeld.

Nr.4 – April 2010

iSSN 1424-5345

Herausgeber

KV Schweiz

Telefon 044 283 45 45

www.kvschweiz.ch

Verlagsleitung

Rolf Trechsel (rtr)

rolf.trechsel@kvschweiz.ch

Redaktion

Ingo Boltshauser (ibo),

ingo.boltshauser@kvschweiz.ch

Thomas Heeb (the),

thomas.heeb@kvschweiz.ch

Therese Jäggi (tj),

therese.jaeggi@kvschweiz.ch

Andrea Mašek (ajm),

andrea.masek@kvschweiz.ch

Redaktionsadresse

Kaufmännischer Verband Schweiz

Context

Hans-Huber-Strasse 4

Postfach 1853, 8027 Zürich

Telefon 044 283 45 33

context@kvschweiz.ch

www.context.ch

Sekretariat: Andrea Stoop

Bildnachweise

Titelbild: Michele Limina; S. 8: Heike Grasser/

ex-press; S. 10: Georgios Kefalas/Keystone;

S. 13: zvg.; S. 26: Helvetas/Silvia Voser;

S. 27: zvg. PRO VELO Schweiz;

S. 30: Partner & Partner; S. 39: zvg und Michele

Limina; 43: zvg.

Adressänderungen

KV Schweiz

Mitgliederadministration

Telefon 044 283 45 67

mitgliederadmin@kvschweiz.ch

oder im Mitgliederbereich:

www.kvschweiz.ch/Service/Registrierung

erscheinungsweise

Monatlich (11 Ausgaben)

114. Jahrgang

Auflage: 50 470 Exemplare

(WEMF-beglaubigt 2009)

Abonnemente

12 Monate CHF 48.–

Anzeigen

Creative Media GmbH

Zürichstrasse 135

8910 Affoltern am Albis ZH

Telefon 043 322 60 30

context@c-media.ch

Druckerei

Vogt-Schild Druck AG

4552 Derendingen

Konzeption, layout, Druckvorstufe

Partner & Partner AG

8400 Winterthur

www.partner-partner.com

Context bekennt sich zum «Code of Conduct»

der Schweizer Presse. Werbung und

redaktioneller Teil sind klar getrennt.

Context wurde vom Verband

SCHWEIZER PRESSE für das Jahr

2008 mit dem Gütesiegel

«Q-Publikation» ausgezeichnet.


äTSel

Tal

stadtRegion

Dorf

See

context 4 – 2010

Fluss

BERG

Pass

Permanenter Sonnenschein

Vielleicht wissen Sie noch nicht, wohin Ihr nächster Ausflug

führen soll. Wir hätten da einen interessanten Tipp. Wohin es geht,

müssen Sie allerdings selber herausfinden. Wenn Sie uns die

Lösung schicken, nehmen Sie an der Verlosung von drei Tageskarten

der SBB (gültig mit Halbtax) im Wert von CHF 64.– teil.

Auf dem gesuchten Gipfel und den Nachbarbergen

herrscht stets eitel Sonnenschein,

und zwar nicht nur in der Werbung,

sondern auch auf dem Wappen der

Standortgemeinde: es zeigt eine Sonne

über zwei weissen Berggipfeln. Tatsächlich

scheint zuhinterst im Alpental, in

dem dieser Ort liegt, oft die Sonne. Es

schneit aber auch regelmässig, was nicht

weiter stört, im Gegenteil, schliesslich ist

der Ort auf 1800 Metern Höhe heute vor

allem als Winterkur- und -sportdestination

bekannt.

Das war nicht immer so. In den Anfängen

des Fremdenverkehrs lag der saisonmässige

Schwerpunkt eindeutig im

Sommer, nachdem ein deutscher Arzt die

wohltuende Wirkung der Alpenluft für

seine Ruhe und Erholung suchenden Patienten

entdeckt und ein erstes Sanatorium

erbaut hatte. Das erinnert an einen

anderen Ort ganz in der Nähe, und tatsächlich

waren es einst Walser aus jener

Gegend, welche die Siedlung am Fuss des

gesuchten Berges gründeten. Doch im

Gegensatz zu dieser ebenfalls bekannten

Tourismusdestination, die an einer

Durchfahrtsstrecke liegt, ist «unser» Dorf

nur noch von Bergen umgeben, was zur

offenbar beliebten besonderen Stimmung

beiträgt.

Der Aufschwung setzte jedenfalls

schnell ein, begünstigt durch die immer

bessere Erschliessung, zu der die 1912 bis

1914 erbaute, durchaus spektakuläre

Bahnstrecke vom rund 15 Kilometer entfernten

Kantonshauptort gehört. Seit 1927

ist auch die Strasse für den privaten Autoverkehr

offen. Diese hatte einst exakt so

viele Kurven wie das Jahr Tage, behauptet

jedenfalls der Volksmund; inzwischen

haben Tunnels und neue Streckenführungen

die Kurvenzahl wohl etwas reduziert.

Zünftig gestiegen ist hingegen die

Einwohnerzahl, zwischen 1870 und 1930

von rund 60 auf knapp 3500. Heute wohnen

etwa 2600 Personen ganzjährig im

Ort. Doch bei den Touristen ist er heute

noch überaus beliebt, und zwar gleichermassen

im Sommer wie im Winter. In den

12 000 Gästebetten werden jährlich rund

900 000 Übernachtungen erzielt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der

Sommertourismus etwas zurück, die Kurhäuser

und Sanatorien wurden zu Sport-

3 SBB-Tageskarten

zu gewinnen!

hotels und Ski- und Sessellifte erschlossen

das – dank Nordlage schneesichere

– Skigebiet. Schon seit 1957 führt eine Luftseilbahn

in zwei Etappen auf den gesuchten

Gipfel. Mit dem dort geplanten neuen

Restaurant hat sich vor kurzem auch das

Bundesgericht befasst. Der gesuchte Berg

übrigens ist nicht identisch mit dem stilisierten

Berg im Wappen. Dabei soll es sich

um ein anderes, leicht höheres Horn in

der Nähe handeln. Die Sonne scheint aber

auf beiden Gipfeln. the

Wie heisst der gesuchte Berg?

Schicken, faxen oder mailen Sie das

lösungswort bis spätestens 20.5.2010 an:

Redaktion Context

Postfach 1853, 8027 Zürich

Fax 044 201 50 95

raetsel@kvschweiz.ch

Gewinner/innen des letzten Georätsels:

Heinz Bertschinger, Gutenswil

Eveline Scheidegger, Maienfeld

Alfred Neuhaus, Möhlin

lösungswort Nr. 3: ronco sopra Ascona

45


46

cartoon

context 4 – 2010


Nein zur Revision

der Arbeitslosenversicherung

Mit der 4. Revision kürzt das Parlament die Leistungen.

Betroffen sind vor allem jüngere und Langzeit-Arbeitslose:

r 12 Monate Beitragszeit berechtigen nur noch zu 260 Taggeldern (bisher 400).

r Unter 30-Jährige ohne Kinder müssen künftig auch eine Arbeit annehmen,

die ihren Qualifikationen und ihrer Erfahrung nicht entspricht.

r Unter 25-Jährige ohne Unterhaltspflichten haben nur noch Anrecht auf

200 und nicht mehr wie bisher auf 400 Taggelder.

r Schülern und Studierenden werden nach einer Wartezeit von 6 Monaten

noch 90 Taggelder zugestanden: Faktisch ein Ausschluss aus der ALV!

r Abwertung des Zwischenverdienstes: Neu soll die Kompensationszahlung

bei der Berechnung der neuen Taggeldhöhe nicht mehr angerechnet werden.

r Auf die Kantone kommen Mehrausgaben für die Sozialhilfe zu.

Stattdessen fordert der KV Schweiz Investitionen in die Arbeitsmarktfähigkeit:

aRegelmässige Arbeitsmarkt-Check-ups für Arbeitnehmende

aWeiterbildung zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit

Solche Massnahmen sind in der Revision aber nicht vorgesehen.

Der KV Schweiz unterstützt deshalb das Referendum.

Unterschreiben Sie jetzt:

www.kvschweiz.ch/alv


Nächster Halt – Bachelor

Bachelor of Science in Business Administration

Ein Betriebsökonomie-Studium an der FHS St.Gallen eröffnet Ihnen viele Türen und Wege Ihre Zukunft nach persönlichen

Wünschen zu gestalten. Informieren Sie sich über die einzelnen Studienrichtungen:

General Management, International Management, Wirtschaftsinformatik

Weitere Informationen

FHS St.Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Tel. +41 71 274 36 40, wi@fhsg.ch

Studiengang: www.fhsg.ch/betriebsoekonomie, Informationsanlässe: www.fhsg.ch/bachelorinfo

Mitglied der FHO Fachhochschule Ostschweiz www.fhsg.ch

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