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Biotechnologie 2005


Success Stories

Success Story: Antisense Pharma GmbH

Mit Eiweiß-Blockern gegen Krebs

Krebserkrankungen stellen immer noch eine der größten

Herausforderungen für die Forschung dar. Nachdem sich

Hoffnungen auf den einen „großen Wurf“ – Stichwort zum

Beispiel „Interferon“ – nicht erfüllten, setzte sich im Zuge

des rasant wachsenden Verständnisses über die Ursachen

der Entstehung von Krebs auf genetischer Ebene die Erkenntnis

durch, daß der Kampf gegen die Krankheit nicht

nur an einer Front gewonnen werden kann. Eine der vielversprechenden

neuen Strategien gegen Krebs sind sogenannte

Antisense-Pharmazeutika, die gezielt die Bildung

bestimmter krankheitsfördernder Eiweiße (Proteine) verhindern.

Fortgeschrittene klinische Erprobung

Der 1998 von den Brüdern Dr. Karl-Hermann und Dr. Reimar

Schlingensiepen gegründeten Antisense Pharma

GmbH gelang es bereits nach zwei Jahren als erstem

deutschen Unternehmen, einen Antisense-Wirkstoff bis

zur klinischen Erprobung am Patienten zu entwickeln. Inzwischen

konnte im Mai dieses Jahres für den Wirkstoff

„AP 12009“ die Patientenrekrutierung für die klinische

Phase IIb-Studie abgeschlossen werden. Sie wird international

an 140 Patienten durchgeführt, die an bestimmten

Formen bösartiger Hirntumore leiden. „Es gibt mehrere

Fälle, in denen sich Tumore langanhaltend zurückgebildet

haben. Das betrifft zum Beispiel einen Patienten aus

der ersten Phase I-Studie, der mehr als drei Jahre nach

Behandlungsbeginn noch tumorfrei ist. Solche Verläufe

sind bei diesen aggressiven Tumoren sehr ermutigend“,

freut sich Antisense-Geschäftsführer Dr. Karl-Hermann

Schlingensiepen.

Wirkstoffe vielseitig einsetzbar

Der Wirkstoff AP 12009 blockiert die Bildung des Tumorfaktors

TGF-beta2 durch ein gegenläufig („antisense“)

ausgerichtetes DNA-Molekül. Es kann auch bei anderen

Krebsarten zum Einsatz kommen, die klinische Phase I/II-

Studie zur Behandlung von Patienten, die an fortgeschrittenem

Bauchspeicheldrüsen- oder schwarzem Hautkrebs

leiden, hat Anfang dieses Jahres begonnen. Ein weiterer

Wirkstoff aus der Antisense-Entwicklungsplattform

„R.A.D.A.R“, AP 11014, hat den Tumorfaktor TGF-beta1

im Visier, der bei Darm-, Lungen- und Prostatakrebs eine

zentrale Rolle spielt. AP 11014 hat die fortgeschrittene

präklinische Entwicklung erreicht. In der Produkt-Pipeline

befindet sich schließlich, im frühen präklinischen

120 GoingPublic „Biotechnologie 2005“

Stadium, ein dritter Anti-Krebs-Wirkstoff. Für die Vermarktung

ihrer Produkte nach der Zulassung will die

Antisense Pharma GmbH sowohl Lizenzen vergeben als

auch den Vertrieb in ausgewählten Regionen in eigener

Regie übernehmen.

Businessmodell überzeugt Investoren

Die kontinuierliche Entwicklung erfolgversprechender

Wirkstoffe hat dem Regensburger Unternehmen bisher

nicht nur den Bayerischen Innovationspreis und den

Deutschen Gründerpreis in der Kategorie „Visionär“ eingebracht,

sondern auch das andauernde Vertrauen seiner

Investoren. Zuletzt konnte die Antisense Pharma

GmbH mit der im April 2004 durch das Second Closing

abgeschlossenen dritten Finanzierungsrunde ihre geschäftliche

Zukunft auf ein solides Fundament von insgesamt

16,5 Mio. Euro frischen Kapitals stellen. Neben dem

Sparkassen-Fonds S-Refit, der bereits seit 1999 an dem

Unternehmen beteiligt ist, konnte Antisense auch die Alfred

Wieder AG, die die Fonds „Global Asset“ und „Global

Chance“ vertreibt, von ihrem Businessmodell überzeugen:

„Alles, was die Due Diligence versprochen hat, hat

sich mehr als bewahrheitet“, sagt der Vorstand der Alfred-Wieder

AG, Dr. Matthias Hallweger, „und das ist in erster

Linie auf die Professionalität des Managements, insbesondere

der überaus zielstrebigen Dres. Schlingensiepen

zurückzuführen.“

Bernd Luxa

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