Nr. 6/2005 November & Dezember Ausgabe 22

freemagazin

Nr. 6/2005 November & Dezember Ausgabe 22

Nr. 6/2005

November & Dezember

Ausgabe 22


David Pu’u

Thorsten Indra

08

Long Bone Gisbert

Stefan Kruse

Kim Albrecht

COVERSHOTS: Surfen•••••••••••••Windsurfen•••••• •••••••Kiten••••

Christoph Maderer / www.kitepix.de

Inhalt 8

Editorial 10

News 12 - 15

hanseboot-News 16 - 19

Knight Rider 20 - 29

Pura Vida 30 - 37

ION Photo Award 38 - 47

Tow in Kiting 48 - 51

Jaime Interview 52 - 57

Eddy would go 58 - 63

Portrait Stefan Kruse 64 - 71

Hot Shot 72 - 73

Sylt im September 74 - 81

World Cup Sylt 82 - 87

Haie 88 - 95

Shopanzeigen 96 - 97

Kolumne 98

David Pu’u Taj Bosko,


10

Wenn du dich jetzt wieder langsam von unserem unten gezeigten Schockerbild erholt hast,

kann ich dir zur Beruhigung unseren Artikel über Haie ab der Seite 88 ans Herz legen.

Während wir mit der internationalen Initiative zum Schutz und zur Erforschung der Haie e.V.

SHARKPROJECT gemeinsam an diesem Artikel gearbeitet haben, wich sogar bei uns in der

Redaktion nach und nach das ein oder andere Vorurteil dem Mitleid gegenüber diesen Tieren.

Sie gehören zu den absoluten Ureinwohnern auf dem Planeten und wir Menschen schaffen es

mal wieder, etwas Schönes und Einmaliges mit, zeitlich betrachtet, einem einzigen Augenschlag

von der Erdoberfläche zu putzen. Mit der Angst vor diesen Tieren rechtfertigen

viele ihr Desinteresse oder finden es eher noch beruhigend, wenn möglichst viele dieser Tiere

aus den Weltmeeren gefischt werden, damit sie uns nicht mehr gefährlich werden können.

Auch ich muss zugeben, dass ich noch nie ein richtiger Fan von Haien war. Ich erinnere mich

noch sehr gut an den Abend, als ich mit 14 Jahren den Spielfilm „Der weiße Hai“ zum ersten

Mal anschauen wollte, obwohl mir doch alle meine Surfkumpels davon abrieten. Blöderweise

habe ich den Film trotzdem angeguckt mit dem Ergebnis, dass ich mich weder auf der Ostsee,

noch auf dem Gardasee so richtig sicher fühlte. Der einzige Vorteil war, dass ich beim Windsurfen

den Wasserstart aus allen erdenklichen Lagen in unter zwei Sekunden hinbekam …

Alexander Lehmann Ein Hai namens Günther Marcus Paul / www.paulis-tauchshop.de

Mittlerweile hat sich die Angst zwar ein wenig gelegt,

richtig sicher fühle ich mich allerdings an Orten wie der

Big Bay in Südafrika beim Wellenreiten immer noch

nicht. Oder wenn man sich an diesen Spots beim Kiten

wie ein lebender Köder durchs Wasser ziehen lässt, um

an das beim Sprung verloren gegangene Board zurückzugelangen,

ist das auch nicht gerade ein tolles Gefühl. Mit

unserem Artikel über Haie wollen wir dir genau dieses

flaue Gefühl nehmen. Wir zeigen Gefahren auf und

geben dir Verhaltenstipps für den unwahrscheinlichen

Fall einer Begegnung mit einem Hai. Ich bin mir sicher:

Nachdem du diesen Artikel gelesen hast, wird auch

deine Angst vielleicht ein klein wenig dem Mitgefühl für

diese Tiere weichen.


12

N E W S

Faith 21

Bereits 2004 gründeten die beiden Vögel Miller Bohlken und Rik Fiddicke abseits des

Mainstreams das Surflabel „Faith 21“. Gemeinsam mit einer Armada von südafrikanischen

Graffiti-Künstlern und Designern basteln die Jungs 100 Prozent handgeshapte Boards, die alle

individuell mit Grafiken veredelt werden. Damit wollen die beiden Gründer auch der deutschen

Hardcore-Szene eine eigene Identität verschaffen und gleichzeitig Underdogs aus Südafrika

unterstützen. Neben klassischen Fish-Shapes umfasst die Boardpalette Shortboards und Mini-

Malibus. Mehr Infos zum „Faith 21“-Projekt bekommst du auf www.faith-21.com.

Salomon S-Core MYO FS 32

Optimale Bewegungsfreiheit kombiniert mit bester Wärmeisolation in einem 3/2er Neo: du

bewegst dich wie in einer Boardshort und deine Muskeln sind warm wie abends nach einer

Massage von der Freundin vor dem Kamin. Und da viele von uns wohl lange nicht mehr in den

Genuss so einer Massage gekommen sind, hat sich Salomon bei der Entwicklung des Myo das Ziel

gesetzt, dass der Anzug sitzt wie eine zweite Haut und gleichzeitig mollig warm ist. Dazu werden

neueste Techniken eingesetzt wie anatomisch vor geformte Materialien an allen Gelenkbereichen

(Monkeyshape), ultraflexible Kneepads, sowie der Verzicht auf jegliche Nähte in Bereichen, wo es

zu Scheuerstellen kommen könnte. www.salomonsports.com

Gaastra Trapez

Gaastra hat sich für 2006 auf die Fahnen geschrieben, vor allem in puncto Qualität ganz vorne

mitzumischen. Unter Berücksichtigung dieses Aspekts wurden auch die Trapeze von Gaastra

weiterentwickelt. Dabei ist das neue Thermoformtrapez das absolute Highlight aus der Palette.

Ein aufwendiges Innenteil macht ein Verrutschen unmöglich und verhindert Rückenschmerzen,

da der Rücken optimal gestützt wird. Pfiffige Detaillösungen und ein absolut fairer Kurs (115,-

Euro) runden das positive Bild ab. Und was auch nicht ganz unwichtig ist: auch das neue Design

kann durch schlichte Eleganz überzeugen! Weitere Informationen bekommst du beim

Fachhändler, unter www.gaastra.com oder bei News Sports, Fon 0221-546950.

Kemt Men bodycare

Es ist vor allem das moderne und sachliche Design, was bei der Men Bodycare-Serie von Kemt

als Erstes ins Auge fällt. Doch auch der Inhalt ist überzeugend: Das „Kemt Men Deospray“

erfrischt Körper und Haut mit einem maritimen Duft, ergänzt mit Aloe Vera und Gurkenextrakten.

Ebenso pflegend ist der „Shaving Foam“, der besonders sanft zu gereizter Männerhaut

ist. Zusätzlich zum pflegenden Aspekt enthält das „Shaving Gel“ von Kemt spezielle

Feuchtigkeitsspender, die das ultimativ pflegende Ergebnis täglicher Rasur garantieren. Das

spezielle Duschgel „Body Wash – Gel to Foam“ bietet eine ultimative Duscherfahrung.

Aufgetragen auf die Haut verwandelt sich das Gel in einen Schaum, der gleichzeitig pflegt und

reinigt. Bomben-Produkte! www.kemtmen.com

Bear Surfboards

Die amerikanische Kultmarke Bear hat sich nach langem Werben einen der besten deutschen (auch wenn

er eigentlich Däne ist) Teamfahrer geangelt: Brian Bojsen. Der auf Sylt lebende Longboarder ist nicht nur

ein fester Bestandteil vieler Storys im Free-Magazin, sondern darüber hinaus auch mit Kalenderproduktionen

und Reiseprojekten ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, seine Lieblingssportart

zu pushen. Neben den absoluten Topfahrern der internationalen Szene wie zum Beispiel Beau Young

oder Chris Griffiths erfreut sich Brian nun an der stylischen Kollektion und an den Boards von Bear.

Weitere Infos zur Marke bekommst du auf der wirklich schönen Homepage www.bearsurfboards.com.

Teamvergrößerung

Gerrit und Olaf von Sailloft vergrößern ihr Team um einen weiteren Fahrer. Oskar Hollmann darf sich

zukünftig glücklich schätzen, die Bomben-Segel aus Hamburg benutzen zu dürfen. Dazu die beiden Segeldesigner:

„Der Junge surft wirklich gut. Außerdem finden wir ihn sehr nett und umgänglich am Strand.

Das sind für uns wichtige Indikatoren.“ Zu Oskars Spezialitäten zählt der vertweakte Shove-it und Bier trinken.

Mehr Infos zu ihm und den anderen Teamfahrern aus von Sailloft gibt es unter www.sailloft.de.

Kite-surfing-center.com

Für alle gefrusteten Kitesurfer, die schon seit Ewigkeiten versuchen, ihr Level zu erhöhen, aber irgendwie

nicht so recht auf einen grünen Zweig kommen, gibt es nun eine echte Alternative, um im Winter sein

Können zu pushen – das Camp von Dzevad in Tarifa. Dort greift euch der langjährige Kitelehrer und Teamrider

von North Kiteboarding beim Erlernen von anspruchsvolleren Manövern höchstpersönlich unter die

Arme. Sein Team und er nutzen den eigenen Winterurlaub in Südspanien, um dir vom ersten Hüpfer bis

zum Handelpass alles beizubringen, was auf dem Wasser Spaß macht. Du erhälst außerdem ein gezieltes

Training mit Videoanalyse. Auch preislich kann sich das Angebot von Dzevad und seinem Team sehen lassen:

Inklusive Flug, Unterkunft, Leihwagen und 20 Stunden Kite-Surfing-Kurs gehen die Preise bei nur

600,- Euro los! Interesse? Dann schickt einfach eine Mail an info@kite-surfing-center.com.

HENSVEN und Naish Wavechallenge 2005

Diesen Herbst ist es wieder soweit! Bereits zum dritten Mal findet die HENSVEN + Naish

Wavechallenge statt. Nachdem die Veranstaltung bereits 2003 und 2004 erfolgreich durchgeführt

wurde, hoffen die Veranstalter wieder auf gute Bedingungen. Damit der Event nur mit

Topbedingungen stattfindet, wird die HENSVEN + Naish Wavechallenge nur bei fettem Südwest

Wind und entsprechend geilen Wellen in Wjik aan Zee / Niederlande gestartet. Das Zeitfenster

dafür reicht vom 15. Oktober bis Ende November. Interessierte Windsurfer sollten sich für nähere

Infos schnell unter contact@hensven.com melden, da das Starterfeld auf 44 Fahrer begrenzt ist.

Hang loose, enjoy your life and see ya in Wjik. www.hensven.com

Gaastra goes bigger

Neopren liegt voll im Trend und so kann sich auch

Gaastra diesem nicht entziehen. Nachdem die

Wetsuits schon dieses Jahr in Holland erhältlich

waren, bringt Gaastra 2006 die erfolgreichen Neoprenanzüge

erstmals auch auf den deutschen Markt. Die

Palette umfasst eine große Auswahl, die vom Lycra

über Shorties bis hin zum ultimativen, warmen

Winteranzug reicht. Dabei gibt es für Windsurfer,

Kiter und Surfer den entsprechenden, perfekt auf die

jeweilige Sportart abgestimmten Anzug. Schuhe,

Handschuhe, Haube und Neoprensocken runden das

ansprechende Sortiment ab. Weitere Informationen

beim Fachhändler, unter www.gaastra.com oder bei

News Sports, Fon: 0221-546950.

Boot Berlin

Die größte Berliner Bootsmesse präsentiert sich vom

24. bis 27. November 2005 mit 55.000 qm auf dem

Berliner Messegelände. Im Herzen von Europas größtem

Binnenwassersportrevier angesiedelt, gilt die 7-

Hallen-Schau als kompetente Veranstaltung für die

Wassertourismusregion Ostdeutschland und für Boote

für Binnengewässer. Auch dem Thema Windsurfen,

Wakeboarden und Kitesurfen wird dort besondere

Aufmerksamkeit gezollt. Mit einer großen Auswahl an

Produkten und Zubehör rund um alle Funsportarten

wird den Besuchern in Halle 25 einiges geboten.

Neben einem ganztägigen Showprogramm auf dem

Wasserbecken gibt es in der Surfers Lounge viel Platz

zum Schauen und Chillen. www.boot-berlin.com


14

N E W S

Wet and salty

Anfang November kommt eine neue DVD auf den Markt – „Wet and Salty“ ist eine actiongeladene

Produktion von André Paskowski und Sebastian Dörr. Der Weltklassefreestyler auf der einen

und der begabte Webdesigner und Schnittvirtuose auf der anderen Seite haben ihre DVD in drei

Hauptparts untergliedert. Im ersten Part werden in jeweils fünf bis acht Minuten die Top-Freestyler

der Welt vorgestellt. Neben sensationeller Action bekommst du hier auch eine ordentliche Portion

Lifestyle und Infos über die Fahrer. Der zweite Part der DVD beinhaltet ein komplettes Trickbuch

für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Hier hast du die Möglichkeit, jeden Trick einzeln anzusteuern.

Das Trickbuch reicht vom Beachstart bis zum one handed shaka into cana brava (was auch

immer das sein mag). Im letzten Part reist du zu allen drei PWA Freestyle-Events 2005 (Bonaire,

Gran Canaria und Lanzarote), um zu sehen, wie der/die Weltmeister(in) 2005 gekrönt worden ist. Du

wirst Aktion, Emotionen, Interviews und einige der entscheidenden Heats sehen. Insgesamt wurde an

Spots u.a. in Brasilien, Südafrika, auf den Kanaren oder auf Hawaii gedreht. Die Länge des

Filmmaterials auf der Doppel-DVD ist über 100 Minuten, zu bestellen unter www.wetandsalty.com

für 29.95 Euro plus Versand. Mehr Infos gibt es auf der Homepage. Die besten Szenen der DVD

bekommst auch am zweiten Wochenende der hanseboot auf der hanseboot-Free-Magazin-Beach-

Lounge zu sehen, wo André persönlich euren Fragen Rede und Antwort stehen wird.

FUNK Teamverstärkung

Das stylische Label FUNK, das als letztes Independentbrand auf dem Brillenmarkt übrig geblieben

ist, hat einen neuen Teamfahrer: Diony Guadagnino. Der Top-Freestyler aus Venezuela hat gerade

verkündet, sich aus dem Wettkampfzirkus zurückzuziehen, um nach dem Vorbild seines Mentors

Brian Talma für diverse Fotostorys und Windsurfpromotionaktionen um die Welt zu reisen. Mit

seinen 23 Jahren hat er es auf die Cover fast aller Windsurfmagazine der Welt geschafft. Mehr zu

dem Frauenschwarm gibt es unter www.dionyguadagnino.com. Wenn du mal eine anständige

Brille suchst, klicke einfach auf www.funk.de.

Tatonka warms you UP

Vielseitigkeit heißt das Zauberwort! Das Warm-up-Bag ist eine Schultertasche für Ladies und

besonders für die kalte Jahreszeit geeignet. Das Geheimnis: In der Klappe ist eine mit Fleece ausgekleidete

Tasche mit zwei seitlichen Eingriffsmöglichkeiten versteckt. Ein praktischer Muff, der

nicht nur für warme Hände sorgt, sondern auch noch zwei Innenfächer mit sinnvollen

Unterteilungen und einen Hauptreißverschluss in das hintere Innenfach bietet. Das Taschenwunder

von Tatonka ist in den Farben Flame, Light Grey und Black erhältlich. Der Preis ist heiß:

29,95 Euro. www.tatonka.com

Gola Gewinnspiel

Der Name Gola ist in seiner knapp hundertjährigen Tradition zum Inbegriff für britische Coolness

geworden. Im Jahre 1905 berührte das erste Paar Gola Fußballstiefel den gepflegten englischen

Rasen. Handgemacht und inklusive der Stollen komplett aus Leder ist dieser Schuh auch heute

noch im firmeneigenen Museum in Manchester zu bestaunen. Doch in hundert Jahren

Firmengeschichte hat sich viel getan. Mittlerweile kommen aus dem Hause auch stylische

Produkte. So wird es für die Damen in diesem Winter schwer, auch nur einen Schritt ohne den

„Sidewalk“ zu machen. Unten kommt der Hightop Stiefel mit seiner vulkanisierten Sohle als lässiger

Skateschuh daher. Obenrum entpuppt er sich jedoch als mollig warmer After-Surfboot! Ein

absolutes Muss in dieser Saison und darum verlosen wir auch eines dieser Modelle in Größe 39 an

die Leserin, die uns sagen kann, welcher englische Fußballverein in den 70er Jahren von Gola

gesponsort wurde, in dem Jahre später David Beckham sein Debüt feierte? Einfach eine E-Mail an

kalle@free-magazin.de und mit etwas Glück gehören die Boots bald dir!

Spektakuläre Surfing-Action auf Borkum

Vom 8.-9. Oktober fand auf Borkum der 1.Gezeiten Borkum Indoor Surfing Contest statt. Zwei

Tage lang rockten die Teilnehmer, den erst im August eröffneten Flowrider im neuen Erlebnisbad

Gezeitenland. 28 Boardsportler aus ganz Deutschland hatten sich zu dem Contest angemeldet.

Gestartet wurde in den Disziplinen Surfing und Bodyboarden. Jeder Fahrer hatte 3 Minuten Zeit

sein bestes in der Welle zu geben. Am Freitagabend konnten die Teilnehmer den Flowrider für

erste Trainingversuche nutzen und ihre Tricks einüben. Samstag wurde es dann ernst. Obwohl fast

alle Teilnehmer zuvor noch nie auf einem Flowrider gestanden haben, zeigten sie nach kurzer Zeit

schon spektakuläre Tricks auf der Welle. Abends wurde im Cafe Matrix der Surfkinofilm „Step into

Liquid“ gezeigt. Anschließend heizten die Dj´s die Stimmung an und es wurde dann bis um drei

Uhr kräftig gefeiert. Am Sonntag wurden gegen 14:30 Uhr die Finale des 1. Gezeiten Borkum

Indoor Surfing Contest gestartet. In der Disziplin Bodybaorden siegte Geerd Huelsenbusch knapp

mit nur einem Punkt Unterschied vor Renke Meuser. Dritter wurde Local Sören Linneberg. Beim

Surfingfinale hieß der Gewinner Timo Eichner. Zweiter wurde Fabian Funk vor Juergen Reissing.

www.gezeiten-borkum.de

ION Quantum Serie 2006

Die Quantum Serie ist die Premiumlinie aus dem ION-Programm. Höchste Qualität beim Material und

in der Verarbeitung zeichnen diese Top-Produkte aus. Das Ziel war es, einen maximal stretchigen, komfortablen

und extrem warmen Anzug für eisiges bis kaltes Wasser zu konzipieren. Dank der besonders

cleveren Lösungen an den Armen, Beinen und am Hals ist der Anzug noch komfortabler und resistenter.

Alle Quantum-Anzüge werden in einem Nylon-Sack geliefert, der sich hervorragend zum Verstauen

eignet oder als Unterlage dienen kann, wenn man sich umzieht. Der Nylon-Sack, der Gerüchten

zufolge auch als Accessoire unter dem Namen „Frenulum“ erhältlich sein soll, hält dabei übelste

Beanspruchungen selbst von Krankenschwestern aus. Dazu der Produktmanager von ION, Jan Müller:

„Das kann ich nur bestätigen. Wir haben bei der Konzeption darauf geachtet, dass man sich auf keinen

Fall in dem Sack verfangen kann, auch nicht mit einer

Zahnlücke …“. Die Serie der Quantum-Anzüge reicht

vom Quantum Semidry 5/4, über den Quantum

Steamer 4/3 mit abnehmbaren Armen und bis hin zum

Quantum Steamer 3/2. www.ion-essentials.com

Rigging Coat

Der Wind heult, die Wellen rollen bedrohlich auf

dich zu, der Regen kommt immer näher und du freust

dich darauf! Denn der Rigging Coat von Helly

Hansen sorgt bei den Vorbereitungen fürs Windsurfen

oder Kitesurfen für Wärme und Komfort. Der

speziell für die Anforderungen von Wassersportlern

entwickelte Mantel bietet dank der wasserdichten

und atmungsaktiven Außenhaut den ganzen Tag

Schutz vor Regen, während das abgesteppte Innenfutter

für die Wärme in den Pausen im Trockenen

sorgt. Neben einem integrierten ADC-Windmesser

findest du auf der Innenseite des Mantels eine Tasche

für einen MP3-Player sowie Taschen für Sonnenbrillen

und Schlüsselclip. Der supermoderne Dreiviertelschnitt

lässt dich damit nicht nur auf dem

Wasser, sondern auch an Land gut aussehen! Der

Preis liegt bei 299,99 Euro. www.hellyhansen.com


H A N S E B O O T – N E W S

Wann warst du das letzte Mal auf einer Wassersportmesse? Schon seit Jahren nicht mehr, oder? Das ist ja

auch kein Wunder, wurde das Angebot der Messen hinsichtlich aller Sportarten, die nass machen, in der

Vergangenheit immer dünner. Zum Glück ändert sich das ab diesem Jahr gewaltig. Denn am 29. Oktober

2005 öffnet die hanseboot in Hamburg mit einem neuen, fetten Konzept für uns Funsportler für neun Tage

ihre Pforten. Die Verantwortlichen der hanseboot, Herr Greve und Frau Bahrs, sowie wir vom Free-Magazin

werden dafür sorgen, diese Messe für dich wieder salonfähig zu machen! Bereits im letzten Jahr haben wir

in unsere Beach Lounge eingeladen, wo viele namhafte Hersteller ihr neuestes Material präsentierten. In

diesem Jahr kannst du dich auf eine fünfmal so große Fläche einstellen (über 1.500 qm)! Erstmalig wieder

in einer eigenen Halle (Nummer 7) werden 28 Aussteller in unserer hanseboot-Beach-Lounge übersichtlich

mit einem jeweils eigenen Stand present sein und werden dich über neueste Entwicklungen auf dem Surf-

/Windsurf-/Kitemarkt informieren. Auf einer Bühne werden sich nicht nur die nationalen Top-Fahrer aus

allen drei Bereichen blicken lassen, auch aktuelle Filme wie „Step into Liquid“ oder die Highlights aus „Wet

and Salty“ werden gezeigt. In speziellen Technikseminaren demonstrieren dir die Hersteller Tipps und

Tricks zum neuen Material. Bei coolen Gewinnspielen kannst du mit etwas Glück tolle Gewinne der einzelnen

Hersteller abgreifen. Am Mittwochabend rocken wir auf unserem Stand die Halle! Dazu steht ein hauseigener

DJ von N-Joy an den Turntables, um dir so richtig einzuheizen. Freitagabend ist die legendäre

Messeparty im Madhouse in Hamburg. Du siehst, die hanseboot wird eine neue Generation von

Wassersportmessen einläuten und avanciert zum wichtigsten Branchentreff im Herbst. Alle Infos zum

genauen Programm findest du auf www.free-magazin.de. Wir freuen uns auf dein Kommen!

NORTH RHINO 06 – Rhino 06 steht für Top-

Performance in allen Aspekten. Er bietet extremen

Lift und maximale Hangtime zusammen mit allen

notwendigen Features, die ein moderner Kite für

Experten haben sollte. NORTH CONVERTER –

Das North Converter Medium ist ein super Board

für leichte bis mittelschwere Fahrer, die eine

Affinität für Freestyle und Wave haben.

www.northkites.com

SAILLOFT CAM-2 – Nachdem im letzten

Sommer die ersten Prototypen zu sehen waren,

wurde viel spekuliert: Wann bringen die Jungs

aus Hamburg endlich das Sailloft Cambersegel

auf dem Markt?! Nun ist es endlich soweit! Auf

der hanseboot-Free-Magazin-Beachlounge

2005 präsentiert dir Sailloft das angleitstarke

Renntuch. Dort kannst du den beiden Segelmachern

Löcher zu den Details Löcher in den

Bauch fragen. Das Segel ist ab März 2006 in folgenden

Größen erhältlich: 6.5, 7.0, 7.5, 8.0,

8.5 und 9.0 qm. Den Einsatzbereich hat Sailloft

klar definiert: Heizen!

www.sailloft.de

SLINGSHOT OCTANE – Durch lange Hangtime,

sehr gutes Lift-Verhalten, schnellen Turningspeed

und hohe Grundgeschwindigkeit hat er

den Namen „Hochleister“ wirklich verdient und

ist eine super Ergänzung zum Fuel. Die fünfte

Leine sorgt für ein leichtes Handling. SLINGS-

HOT SX – Das neu aufgelegte SX ist das Freeride-

Board aus der Slingshot-Palette.

www.sskiteboarding.com

FLYSURFER & Spleene.com FLYDOOR – Die

Flydoor ist durch die Maße von 159 cm x 42

cm nicht etwa die Eingangstür zum Haus der 7

Zwerge, sondern mit seinem 4-Finnen-Setup

ein absoluter Flautenkiller mit hervorragenden

Höhelaufeigenschaften. FLYSURFER SPEED –

Er wurde ursprünglich für die Speedwettbewerbe

entwickelt. Für die 2006er Saison

wurde er aber so aufgetuned, dass er weit

mehr als nur für das Geschwindigkeitskiten

geeignet ist. Er überrascht den Rider durch

seine extreme Luv-Gierigkeit, sein enormes

Sprung- und Hangtimepotenzial.

www.flysurfer.de

Das Free-Magazin präsentiert dir die History

of Windsurfing Ausstellung! Die „History of

Windsurfing presented by Mistral“ ist die erste

und einzige Ausstellung weltweit, die nicht nur auf

die technischen und sportlichen Entwicklungen

des Windsurfens eingeht, sondern gleichermaßen

den Lifestyle und die Helden der ersten Stunden in

einer umfassenden Retrospektive darstellt. Gemeinsam

mit dem Surf-Magazin und Ernstfreid Prade

wurden aus alten Archiven alle relevanten Informationen

gesammelt und aufbereitet. Neben den

vielen kleinen Geschichten, die der Sport schrieb,

lebt die Ausstellung vor allem von den atemberaubenden

Bildern und natürlich von skurrilen Prototypen,

den ersten Serienboards und Custom Shapes.

28 Brands werden ihr komplettes Sortiment

auf der hanseboot präsentieren. Hier findest

du die Highlights der ausstellenden Firmen.

STARBOARD KOMBAT – Der neue, völlig überarbeitete

Shape des Kombat überzeugt mit frühem

Angleiten und hoher Endgeschwindigkeit. Dabei

fühlt sich das Board sehr leicht an den Füßen an.

Halsen in jedem Radius scheinen dem Board

besonderen Spaß zu machen, verschneiden gibt

es nicht, egal ob Kabbelwelle, rollende Dünung

oder sauberer Swell. Ein echtes Universaltalent also.

www.star-board.com

F-ONE DEMON – Der neue Maßstab für Freestyle-

Boards: Eine flache Bodenkurve in Verbindung mit

der bewährten Parabolic-Outline lassen den

Demon früh angleiten und gewährleisten eine

hervorragende Starkwindkontrolle. Der moderate

Flex schafft ein sehr gutes Absprungverhalten

(Pop) schon bei geringer Geschwindigkeit.

F-ONE IMPACT – Der Impact setzt die

begonnene Entwicklung des M5 sehr konsequent

für den Bereich Freestyle um. Das Ergebnis

ist eine neue Kite-Kategorie: Hochleister im

Freestyle-Einsatz für Unhooked Riding, Handle

Passes und Wellenritte in allen Bedingungen.

www.f-onekites.com

Als Projektleiter der hanseboot ist Martin

Greve maßgeblich dafür verantwortlich, dass

wir in diesem Jahr für unsere Sportarten

mehr Gas geben können, als jemals zuvor.

Wir sprachen mit ihm u.a. über die Bedeutung

der Funsportarten für die hanseboot.

FM: Herr Greve, was ist in ihren Augen das

Besondere im diesjährigen Surf-, Windsurfund

Kitesurf-Bereich?

AHD TRACER – Im Herzen der Geschwindigkeit!

Das Tracer ist die Antwort deiner Träume

nach Geschwindigkeit! Diese Shapes werden

dir die Möglichkeit geben, Limits zu überschreiten

und eine andere Art von Topspeed

kennen zu lernen. Dabei bleibt das Board

trotzdem einfach zu kontrollieren und unheimlich

Laufruhig.

www.a-h-d.com

BIC SURF ASC BAUREIHE – Auf der hanseboot präsentiert

BIC Surf seine neue ACS-Baureihe. Diese

Boards sind optimal auf die Ein- und Aufsteiger im

Wellenreiten ausgerichtet: Sie sind günstig, sodass

der Preis keine Einstiegshürde darstellt. Die Shapes

sind perfekt für die ersten Wellenreiterlebnisse entwickelt

worden. Die Bauweise macht diese

Boardrange fast unzerstörbar. BIC TECHNO 2/160 –

Der BIC Techno 2/160 wurde für Windsurfer entwickelt,

die ein einfach zu fahrendes Board suchen,

das früh angleitet und leicht zu kontrollieren ist.

Dabei lässt sich der Techno 2/160 extrem einfach

halsen, sowohl in großen als auch in kleinen Radien.

www.bicsport.com

MG: Zum ersten Mal stellen wir in Hamburg eine ganze Halle (7) den Surfern, Windsurfern, Kitern und auch

Tauchern zur Verfügung. Chillen, Meet and Greet sind angesagt in der Beach-Lounge, und Cocktails jeder Art

serviert dazu unser Partner „Sierra Tequila“. Damit nicht genug: Die Bühne bietet an fünf Tagen der hanseboot

Programm, Gewinnspiele gibt’s und die Händler bieten alles zum Kauf, was das Surf- und Kiterherz begehrt.

Wer etwas mehr über seinen geliebten Sport erfahren möchte, der schaut sich in Halle 7 auch die Ausstellung

„History of Windsurfing“ an, wo es Antworten auf Fragen gibt wie: Wer erfand diesen wundervollen Sport?

Wer waren die ersten Helden des Windsurfens? Was machte diesen Sport so unvergleichlich?

FM: Warum ist ihnen die Zielgruppe der Funsportler so wichtig?

MG: Diese sehr dynamische und innovative Szene passt sehr gut zur hanseboot, denn gerade im Norden

Deutschlands sind diese rasanten Sportarten beliebt und zu Hause. Mit dem Free-Magazin als Partner sind wir

ganz nah dran an allem, was sich in dieser Branche tut, die Zusammenarbeit läuft hervorragend. Und in diesem

Jahr können wir den Besuchern in der Halle 7 weitaus mehr bieten als jemals zuvor.

FM: Wir sind ihnen sehr dankbar, dass sie unseren Sportarten erstmalig eine eigene Halle zugestehen!

MG: Die Halle 7 als Funsporthalle ist nur möglich, weil die Hamburg Messe zusätzliche Hallen baut und im Jahr

2008 mit sieben neuen Hallen eines der modernsten Messegelände weltweit sein wird. In diesem Jahr nutzen

wir mit der Halle 14 die erste neue Halle und haben so rund 10.000 Quadratmeter mehr Platz. Dort präsentieren

sich die großen Motoryachten. Eine neue Brücke zur Halle 9 verbindet altes und neues Messegelände. Die

geschwungenen Hallendächer, die sich in der Form der Brücke fortsetzen, sind ein architektonisches

Schmuckstück und Wahrzeichen der Neuen Messe Hamburg.

FM: Was erwarten Sie sich in diesem Jahr von der hanseboot?

MG: Die hanseboot wird wieder internationaler Treffpunkt der Branche werden. Mit vielen Premieren und hoffentlich

zahlreichen Besuchern, die Spaß und Spannung und jede Menge Anregungen erwarten dürfen.

MISTRAL SYNCRO FISH – Der Syncro Fish ist

ein manöverorientiertes Free-Move-Board,

das sowohl für Wave- als auch für Freestyle-

Bedingungen perfekt ist. Der Shape ist so gut

durchdacht, dass sich das Board auch in extremen

und grenzwertigen Wind- und Wellenbedingungen

zu Hause fühlt. Damit ist das

Board auch für Nord- und Ostsee geeignet.

www.mistral.com

NAISH REDLINE – Das neue Race-/Slalom-

Segel Redline ist aus dem Weltrekordsegel

Stealth entwickelt worden. Das neue Masttaschenkonzept

mit einer moderaten Weite

und zwei Cambern (drei bei den größeren

Versionen) sowie die sieben Latten ermöglichen

eine kompromisslose Performance in

Verbindung mit easy rigging und top handling,

was durch die neuen Snap-Cams möglich ist!

NAISH ICON – Das Icon ist ein neues Freeride-

/Freewave-Board aus der Naish-Boardrange.

Die wesentlichen Charaktereigenschaften sind

frühes Angleiten und Top-Speed.

www.naishsails.com

FANATIC FREEWAVE – Die Freewave-Erfolgsstory

geht weiter! Jeder, der schon einmal

auf den Boards stand kennt das deutlichste

Feature der Freewave: den unglaublich

großen Einsatzbereich. Egal ob Flachwasser-

Heizen, Wellenritte, fette Aerials oder Freestyle

– das Freewave kann alles und macht in

allen Bedingungen Spaß.

www.fanatic.de

NAISH TORCH – Der 2006er Torch ist dank seiner

unproblematischen Flugeigenschaften ein

optimaler Kite für Aufsteiger und Könner.

Typische Merkmale des Kites sind, dass er sehr

eng dreht, sodass Kiteloop-Fans voll auf ihre

Kosten kommen. NAISH TT SOL – Ein leichtes,

stabiles Board, das einfach zu fahren ist und in

allen Bedingungen kontrollierbar bleibt. Das

2006er Modell besitzt ein neues Flexkonzept mit

verschiedenen Flexzonen. Das frühe Gleiten

wird durch ein konkaves Unterschiff gewährleistet

und eine 10 Prozent flachere Scoop-Rocker-

Linie sorgt für mehr Kantengriff und Speed.

www.naishkites.com

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H A N S E B O O T – N E W S

GOYA FREEWAVE SERIES 77 bis 95 L – Durch

den kurzen und breiteren Shape der Boards ist die

Freewave-Serie von Goya extrem benutzerfreundlich.

Egal ob bei Onshore oder Sideshore, Welle

oder Flachwasser, es steht dir nichts im Weg,

einen Move zu lernen oder ihn zu perfektionieren,

da die Boards auch mal einen Fehler verzeihen.

www.goyasails.com

EXOCET TURBO BOOST_ 67 – Der Turbo

Boost_ 67 läutet die neue Generation der

Hightech-Slalomboards ein. Der kompakte

Wide-Shape kombiniert mit der Vollcarbon-

Sandwich-Bauweise macht den Turbo Boost

zu einer Slalomrakete! Die Exocet typischen

DDSA (Double Density Shock Absorber)

sorgen für ein komfortables Fahrgefühl

im Highspeed. Dieses Board ist ausgelegt

für kompromissloses Heizen mit

unglaublicher Beschleunigung.

www.exocet-original.com

SEVENRE BLADE – Das neue Blade der innovativen

Segelmarke SEVERNE fällt besonders durch

das unvergleichliche Design auf. Mit etwas mehr

Power ausgestattet als sein Bruder S1 zeichnet

sich dieses Segel durch sehr frühes Gleiten aus.

Dabei bleibt der Zug auch bei zunehmendem

Wind gleichmäßig auf beide Hände verteilt. Gerade

beim Wellenabreiten in böigen Revieren wird

man die für das Blade typische Portion Extrapower

lieben, so kann man doch das ein oder andere Mal

vor einer Welle flüchten oder sie doch noch für

einen atemberaubenden Sprung erwischen,

während andere gnadenlos gefressen werden.

www.severnesails.com

ANGULO SUPERGU - Der SuperGu gleitet wie

ein Freerider, hat den Speed eines Slalom-

Boards, die Manöverfreudigkeit eines Super-

X-Boards und die Spontanität eines Wave-

Boards. Das sagt zumindest Josh über sein

Board. Eine echte Granate mit einem stark verbesserten

Design im Vergleich zum Vorjahr.

www.angulosurf.com

YES WAVE – Nachdem es um die YES Segel in

der Vergangenheit etwas ruhiger geworden ist,

will der neue Vertrieb mit den Segeln so richtig

durchstarten. Das 2006er Wave-Segel ist eine

konsequente Weiterentwicklung in Druck und

Profil des 2005er Modells. Die Outline wurde

allerdings in allen Komponenten stark verändert,

so dass sich das Segel noch besser in Wellen fahren

lässt und besser angleitet als sein Vorgänger.

Auf der hanseboot kannst du dir außerdem ein

Bild von der guten Qualität der Segel machen.

www.yes-sails.com

THE LOFT LIP WAVE – The Loft Sails 2006 überzeugen

– wie auch schon die 2005er Serie – durch

extrem hochwertige Verarbeitung und einen innovativen

Shape. Das Lip Wave ist sowohl für

Sideshore-Wave-Performance als auch für Onshore-Bedingungen

geeignet. Das Lip ist elastisch,

fahrstabil und spielerisch direkt. Der Performance-

Charakter und das Fahrgefühl verändern sich mit

der Variation des Trimms. Das Lip verhält sich absolut

neutral in der Welle, sodass jeder Wellenritt

leicht und spielerisch verläuft, hält aber immer die

Möglichkeit offen, die volle Power des Segels

beim Cutback oder Aerial herauszulassen.

www.loftsails.com

FANATIC DR. GONZO TWIN TIP WAVE –

Stell dir vor, du hast eine Killer-Flachwasser-

Session mit allen Moves, die du so drauf hast,

und am nächsten Tag gehst du mit demselben

Board in fette Wellen. Du denkst, dass ist

nicht möglich? Dann überzeug dich selbst –

das Dr. Gonzo kann es!

www.fanatic.de

HIFLY MADD WAVE – Kaum ein anderer

Hersteller kann mit dem Twinser-Konzept so

große Erfolge vorweisen wie Hifly. Daher war es

nur die logische Konsequenz, dass früh oder

später auch ein Wave-Board mit den Zwillingsfinnen

in die Palette folgen wird. Mit dem Hifly

MADD WAVE 76 ist es 2006 nun soweit.

Radikale Cut Backs und superenge Bottom

Turns werden zum Kinderspiel, hier kommt

die enorme Drehfreudigkeit der Twinser so

richtig zur Geltung.

www.hifly.de

HOT SAILS MAUI SO – Das SO Sean Ordonez ist

für die fünfte Generation völlig neu entwickelt worden.

Das Segel hat sich in ein absolutes Allroundsegel

für Side-, Onshore- sowie für radikale

Freestyler entwickelt. Es bekam eine neue Outline,

große Dacronbahnen wurden intelligent gelegt.

Der Segelflex funktioniert dadurch wesentlich präziser!

Die Angleiteigenschaften wurden durch den

neuen Bahnenverlauf stark verbessert. Damit

eignet sich das SO exzellent für den Flachwasserund

vor allem für radikalen Freestyle-Einsatz,

bleibt dabei aber ein federleichtes, völlig neutrales

und extrem gut verarbeitetes Wavetuch!

www.hotsailsmaui.de

QUATRO FREESTYLE 85 – Die neuen Freestyle-

Wave-Boards von Quatro sind die Schnittmenge

aus der neuen Generation von Freestyleund

Wave-Boards. Die etwas dickeren Wave-

Rails zusammen mit dem Rocker vom Freestyle-

Boards bieten Manövrierfähigkeit und Speed

einer neuen Klasse.

www.quatrointernational.com

GOYA SAILS – Direkt aus den Wurzeln des

Surfens hat Goya Sails eine Wave-Segellinie entwickelt,

die kompromisslos ihre Entwicklungen

und Erfahrungen aus allen Bedingungen weltweit

verkörpert. Die Segel sind auf frühes

Angleiten konzipiert worden, da es nur so möglich

ist, mit dem geringsten Kraftaufwand bei

Manövern in der Welle oder in der Luft die

Kontrolle zu behalten. Als einer der ganz wenigen

Hersteller verzichtet Goya (noch) auf den

großflächigen Einsatz der Gerry-Glitter-Folie.

www.goyasails.com

AIRUSH PROTOY – Das Protoy gilt mit seiner aufwendigen

Bauweise (Corecell/Spinal Core) als edelstes

Board der Airush-Range und überzeugt durch

seine extreme Haltbarkeit in Kombination mit seinem

perfekten Flex. Uns persönlich überzeugt jedoch

natürlich das Design am meißten ... AIRUSH REAC-

TOR – Der Reactor wurde für die 2006er Saison noch

weiter verbessert: Bessere Beschleunigung am

Windfenster, noch mehr Power, Lenkimpulse, die

noch direkter umgesetzt werden und ein besseres

Liftverhalten. VORSICHT: Der Reactor ist ein

Wettkampfkite und daher nur für Profis und sehr gute

Fahrer geeignet! Also zum Beispiel für Kalle.

www.airush.com

GUN SAILS WAVE MC 2006 – Ein richtiger

Wave-Allrounder mit dem extra Schuss Leistung,

bestehend aus 70 Prozent X-PLY und 30

Prozent mit Insignia verstärktem Monofilm.

Die Kraftentwicklung im Low-Windbereich ist

seine Stärke in Onshore-Wave- und bei unregelmäßigen

Bedingungen.

www.gunsails.de

ARROWS IMPACT – Das Impact ist ein feinfühliges,

leicht zu händelndes Wave-Segel, das

Wellen fast von selbst zerschlitzt. Die Verarbeitungsfeatures

setzen in der Segeltechnologie

neue Maßstäbe. Das Design wirkt ausgereifter

als bei den Vorgängermodellen und die Segel

machen einen deutlich haltbareren Eindruck.

Man merkt, dass die neuen Besitzer der

Marke kräftig aufs Gaspedal drücken und

wirklich mit keinem teuren Produktionsfeature

hinter den Berg halten.

www.arrows-sails.com

TIGA HYPER-X – Bei diesem High-Performance-

Board aus Frankreich spielt das Volumen nur noch

eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sind vielmehr

die benetzte Fläche und die Scoop-Rocker-

Linie, die zusammen die Boardgeschwindigkeit und

das Angleitpotenzial bestimmen. Die Hyper-X-

Boards wurden für eine maximale Geschwindigkeit

in ihrem jeweiligen Windbereich entwickelt. Die

Boards gleiten unglaublich schnell an, beschleunigen

wie eine Rakete und gleiten sicher durch jedes

Windloch. Mit diesem Board kann sich Tiga auf der

deutschen Windsurfbühne sehen lassen und wird

sicherlich den einen oder anderen überraschen.

www.tigasport.com


Wenn es Abend wird am Strand, packen normalerweise auch die letzten

Kitesurfer ihre Sachen zusammen und begeben sich zum Chillen

in die nächste Bar. Dann rücken Caipirinhas und Campari in den Fokus

des Geschehens und die Heldentaten vom Tag werden als Seemannsgarn

versponnen. Doch gerade wenn in solchen Nächten der Mond

besonders hell den Strand beleuchtet, packen neuerdings viele Kiter

ihr Material erst aus, dann steht „Nachtkiten“ auf dem Programm. Bei

dämmrigem Himmel über das schwarze Wasser zu heizen, ist noch

aufregender als am Tag – und irgendwie gruselig. Wenn man erstmal

den Anblick der untergehenden Sonne genossen hat und kein künstliches

Licht vom benachbarten Bolzplatz die Wasseroberfläche bescheint,

wird „Nachtkiten“ zum Gänsehautfaktor der Extraklasse. Wie auf

einem schwarzen Teller bewegt sich das Board und irgendwie sind die

ersten Sprünge wie ein Sprung ins Nichts. Wenn sich die Augen an die

Dunkelheit gewöhnt haben und die Szene dank des Mondes in schaurig

schimmerndes Licht gesetzt wird, ist Nachtkiten ein echter Kick.

Dörte Horn Jérémie Eloy

Christoph Maderer / www.kitepix.de

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Kim Albrecht Christoph Maderer / www.kitepix.de


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Sky Solbach Christoph Maderer / www.kitepix.de Christoph Maderer / www.kitepix.de

Jérémie Eloy

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Sky Solbach Christoph Maderer / www.kitepix.de


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Sky Solbach Christoph Maderer / www.kitepix.de

Christoph Maderer / www.kitepix.de

Dzevad Durgut

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DREI PEITSCHEN IM DSCHUNGEL

Rik Fiddicke Rik Fiddicke alle Fotos von Jason F. Richter

Kapstadt/Long Beach im südafrikanischen Spätherbst – Jason und ich sitzen

nach einer guten, aber kalten Session, noch mit den Nachwirkungen

einer Ice Headache, am Strand von Kommetje. Selbst am Wellenparadies

Südafrika gibt es etwas auszusetzen, das Wasser ist mal wieder arschkalt

und die Birne ist kurz vorm Platzen. Da sitzen wir verwöhnten Winterflüchtlinge

auf der hölzernen Balustrade und träumen uns trotz perfekter

Wellen vor der Nase in wärmere Gefilde. Tropisch grüne Regenwaldlandschaft,

warmes Wasser, surfen in Shorts, komische Tiere und noch

perfektere Wellen. Vielleicht machen diese Rastlosigkeit, dieses Verlangen

nach einer Steigerung und den Reiz des Unbekannten einen Surftraveller

aus. Vielleicht hat uns das eiskalte Salzwasser auch nur die letzten

Gehirnzellen weggefressen. Man weiß es nicht! Fest steht, in Deutschland

ist es noch zu kalt und wir brauchen für unser Boardlabel

Faith21 noch einige Katalogfotos ohne 4-Millimeter-Neo, also wird die

Karte mal wieder ausgerollt und der imaginäre Dartpfeil geworfen.

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Costa Rica fällt schnell in die engere Auswahl. Die Schweiz Mittelamerikas besticht landschaftlich

durch diverse Vegetations- und Klimazonen. Warm soll es sein, sehr gut! Eingeklemmt

durch das Karibische Meer im Osten und den Pazifik im Westen kann Costa Rica also folglich

mit zwei Küsten aufwarten. Jede davon hat einige Weltklasse-Breaks im Angebot. Pavones an

der Grenze zu Panama hat schon längst Weltruhm erlangt als eine der längsten Lefts des

Planeten und bei dem Namen Salsa Brava horchen die Big-Wave-Surfer auf. Und jetzt wird es

besonders toll: Der Neo bleibt in Kapstadt! Die Sache ist gebucht! Eine Woche später sitzen wir

im Flieger nach San José. Als wir das Flugzeug verlassen, trifft es uns wie der Schlag – das Klima

kann wirklich als tropisch beschrieben werden, die Luftfeuchtigkeit ist einfach der Hit! Wir bahnen

uns den Weg durch aufdringliche Mietwagenvermieter, die uns einer nach dem anderen

den Jahrhundertdeal anbieten. Nach hartem Verhandeln in einer Mischung aus Englisch,

Spanisch und Gebärdensprache sitzen wir endlich in unserem leicht überladenen, knallblauen

Mini-Jeep und juckeln über kleine Serpentinenstraßen dem Meer entgegen. Schnell stellen wir

fest, dass der Allradantrieb die richtige Wahl war, denn die Straßen sind meist eine

Aneinanderreihung von Schlaglöchern, die das Zeug haben, einen Kleinwagen zu verschlucken.

Nach schwitzigen vier Stunden erreichen wir Jaco am Pazifik, das für die ersten zwei Nächte als

unsere Basis dienen soll und wo wir uns mit Ben und Matt, unseren Travel Buddies aus Jersey

für die kommenden drei Wochen, treffen. Jaco ist der Pauschaltouri-Himmel mit überfüllten

Bars, Backpackers, Surfshops, Restaurants und einer bunten Mischung aus amerikanischen

Mädels auf Spring Break, Surfern, kleinen Drogendealern und käuflichen Damen. Für zwei

Tage kann man sich das bunte „Treiben“ ansehen, allerdings sind die Surfbedingungen am

Dorfstrand eher mäßig und die Wellen brechen schnell close out.

Rik Fiddicke

Zum Glück merken wir schnell, dass die Qualität

der Wellen mit kurzer Fahrt gen Süden drastisch

steigt. Im Playa Hermosa herrscht ein gänzlich

anderes Bild. Der dunkle Sandstrand zieht vor

allem Surfer und Leute an, die dem Lärm von Jaco

entfliehen wollen. Einige kleine Surfhostel liegen

zwischen Strand und Straße, Pelikane lassen sich

vom Aufwind der perfekt brechenden Beachbreak-

Wellen tragen. Die Szenerie ist ruhig und friedlich,

aber das Level auf dem Wasser ist erstaunlich! Die

local Kiddies geben Vollgas, sind aber trotzdem sehr

entspannt und aufgeschlossen. Wir machen

Bekanntschaft mit Alex, einem Puerto Viejo Local,

der per Anhalter von der Karibikseite zum Playa

Hermosa gekommen ist. Er stellt uns seine Kumpels

vor und rät uns schnellstmöglich, von Jaco direkt an

den Playa Hermosa zu ziehen, was uns angesichts

der sauberen Beachbreaks-Barrels nicht schwer fällt.

Wir stellen schnell fest, dass ein Ventilator das

Nonplusultra in Costa Rica ist, denn ohne bekommt

man nachts nur schwer ein Auge zu. Die kommenden

Tage testen wir, wie viele Kiddies in unseren

Rik Fiddicke Mark Inge Walweibchen


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Jase

Wagen passen, und cruisen mit den Jungs etwas abgelegenere Spots ab. Ein großer Bonus am

Playa Hermosa sind die Mädels, die sich dort tagtäglich in die Fluten stürzen, egal wie ruppig

es ist. Sie scheinen mit ihren knappen Schlüppies allesamt dem neuen Roxy-Katalog entsprungen

zu sein, doch im Gegensatz zu den meisten Katalogschönheiten chargen die

Mädels, als ob es ihr letzter Tag wäre und sind zudem noch kontaktfreudig! Wir finden das

prima und sehr unterstützenswert. Die Bedingungen wechseln mit der Tide. Meistens stehen

wir frühmorgens gegen 6:00 Uhr auf, um die ersten Wellen zu schnappen. Gegen Mittag heißt

es Siesta machen, da es eh zu heiß ist. Der Nachmittag ist geprägt durch Surfsessions und

Hängematte. Abends wird es dann meist genial, die Sonne geht direkt im Meer unter und stürzt

die Szenerie in ein unwirkliches Licht. Die Pelikane tun das Ihre, um den Moment perfekt kitschig

zu gestalten. Zum Glück nimmt der Swell die kommenden Tage beachtliche Ausmaße an,

sodass Hermosa ziemlich close out bricht, sonst wären wir höchstwahrscheinlich für die komplette

Zeit am einen Spot hängen geblieben. Wir entscheiden uns, den Weg in Richtung

Süden fortzusetzen, Pavones ist unser Ziel. Der perfekte Lefthander liegt mitten im

Regenwald an der Grenze zu Panama und braucht einen kräftigen Südswell. Natürlich verschätzen

wir uns heftig bei der Anfahrtszeit, die letzten Stunden sind Schotterpiste und

Wegweiser sucht man natürlich vergebens. Mitten in der Nacht kommen wir im

Stockfinsteren in Pavones an und sind überglücklich, unfallfrei und unbeschadet angekommen

zu sein. Pavones ist eine Ansammlung einiger Häuser, es gibt eine Bar und ein

Restaurant, das wars. Wer hier keine Ruhe findet, hat ernsthafte Probleme! Als uns das erste

Sonnenlicht aus unserem Wagen scheucht, sehen wir eine traumhafte Welle, die sich durch

die Bucht schält. Einige Locals sitzen schon draußen und wir gesellen uns schnell dazu. Die

Sets sind knapp über kopfhoch, doch deutlich kleiner, als wir sie erwartet hatten, aber dennoch

purer Spaß! Die Welle hat mehrere Sections. Backside habe ich Probleme, die ein oder

andere schnelle Passage zu meistern, doch für Ben als Goofy Footer ist es ein Paradies und

er floatet sich von einer Section zur nächsten, rennt am Strand wieder zurück, um mit einem

fetten Grinsen zurück in den Line-up zu paddeln. Nach ausgedehnten Sessions streunen wir

durch den Regenwald und fahren die Küste entlang, um einige weitere Wellen zu surfen, die

aber nicht die Qualität von Pavones haben. Nach drei Tagen nimmt der Swell ab und wir entscheiden

uns für den Rückweg. Auf halbem Wege zurück nach Hermosa checken wir

Domical und trauen unseren Augen kaum. Perfekte, kraftvolle Wellen rollen rechts und links

von einer Flussmündung an den Strand und es kommt noch besser, nur eine Hand voll

Surfer teilen sie untereinander auf! Die Strömungen sind deftig und schnell treiben

Matt, Ben und ich weit auseinander. Das Rauspaddeln gestaltet sich nach jeder

Welle als relativ hart, aber die Wellen sind jede Anstrengung wert. Abends schlafen

wir in dem kleinen Hippie-Nest, doch am kommenden Morgen ist der Zauber

verschwunden, die Wellen klein und durcheinander. Right place, right time!

Wir entscheiden uns, Alex in Hermosa aufzugabeln und die etwas unbekannteren Spots

nördlich von Jaco auszuchecken. Tatsächlich gibt es noch einen netten Spot an einer

Flussmündung. Als wir jedoch auf dem Rückweg einen Haufen Leute an einer Brücke

sehen, halten wir an und sehen den Grund der kleinen Menschenansammlung: 13

Salzwasserkrokodile, das größte gute vier Meter lang, machen sich hier einen faulen Lenz,

Enrico Alex Susi Uschi Horst Matt, Rik, Ben


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keine drei Kilometer flussaufwärts von dem Spot, an dem wir surfen. Die Fischer antworten auf

unsere fragenden Blicke nur mit „Hay mucho crocodrillos!“, ja, das können wir auch sehen.

Aber anscheinend stellen die kleinen Beißer keine wirkliche Gefahr für Surfer da. Des Öfteren

taucht zwar ein Baumstamm mit Augen im Line-up auf, aber es gab noch keine gemeldeten

Angriffe. Trotzdem entscheiden wir uns, lieber weiter in Richtung Norden zu fahren. Wir nehmen

die Fähre von Puntarenas nach Puerto Naranjo, um einen weiteren Höllenritt auf Schotterund

Schlammpisten anzutreten. Durchgeschüttelt erreichen wir Mal Pais, ein kleines verschlafenes

Nest mit vielen Freaks, Surfern und Hippies. In Mal Pais gibt es eine geniale Openairbar

direkt am Strand, die nachts nur von Feuern und Fackeln beleuchtet wird. Jeder, der in der

Gegend ist, sollte sich dort das ein oder andere Imperial reintun. Dies nur am Rande. Auch die

Surfbedingungen sind gut und wir testen zwei Tage die unterschiedlichen Peaks. Wir treten

unseren blauen Jeep weiter an der Küste entlang durch diverse Flüsse und Schlaglöcher, nehmen

ab und zu eine falsche Lichtung als Abzweigung und so dauert die Fahrt nach Tamarindo

einen guten Tag. Tamarindo ist das Pendant zu Jaco und das Dorf zieht eine Vielzahl von

Urlaubern an. Einziger Grund für uns nach Tamarindo zu kommen, ist die Möglichkeit, Boote

zu chartern, die uns zu den durch Endless Summer bekannt gewordenen Wellen Witchs Rock

und Ollies Point bringen sollen. Der Swell nimmt jedoch zusehends ab, sodass uns die

Angelegenheit mit dem Boot zu teuer und risikoreich erscheint. Daher checken wir die Spots

um Tamarindo. Mit Little Hawaii und Avellanas finden wir zwei kleine nette Wellen, die auch

bei der Wellenhöhe Spaß bringen und die wir nur mit ein paar Einheimischen, Schildkröten und

kleinen Seeschlangen teilen müssen. Nachdem wir die ganze Pazifikküste abgefahren sind,

steht uns noch die Karibikseite offen. Wir entscheiden uns, spontan quer durchs Land zu

fahren, mit einer Nacht in San José. Nach zwei Stunden hinter einer LKW-Kolonne mitten im

Ben

Heimatdorf zeigt. Die Wellen sind die ersten drei Tage riesig. In Salsa Brava sitzen nur

noch eine Hand voll Verrückte im Wasser. Die Welle kommt aus dem Nichts, saugt sich am

Riff fest, scheint eine Sekunde bewegungslos als Wand dazustehen und schmeißt sich

dann mit enormer Kraft in eine der miesesten Tubes, die wir je gesehen haben. Es gibt

Geschichten über gebrochene Wirbelsäulen und Knochen. Die konstanten Vier-Meter-

Faces und einige Freaksets überzeugen uns problemlos, das Spektakel vom Strand aus zu

beobachten. Besonders auffallend sind zwei farbige Surf-Groms, die in jede Tube ziehen,

als hätten sie nichts zu verlieren – die wahren Helden weitab der Hochglanz- Surfwelt! Bei

dieser Größe brechen auch die anliegenden Beachbreaks close out, aber wir finden noch

eine gute Welle an einer vorgelagerten Insel, die läuft. Trotzdem hängen unsere Gedanken

an Salsa Brava und an den geisterhaften Gestalten, die dort Kopf und Kragen riskieren.

Nach vier Tagen geht der Swell auf eine Größe zurück, an dem man einen Wipe Out in

Salsa Brava unbeschadet überstehen kann. Frühmorgens springen wir über die Felsen ins

Wasser und lassen uns in dem Channel nach draußen ziehen. Unsere Herzen klopfen zum

Zerspringen und meine Gesichtsfarbe wechselt zu angstweiß. Wir reihen uns ganz hinten

ein und ernten trotzdem grimmige Blicke. Erst als Alex zu uns rüberpaddelt und uns mal

bergigen Hinterland setze ich zum Überholen an

und kachel mit 125 km/h statt der erlaubten

60km/h in eine Radarfalle. Der Officer gibt uns zu

verstehen, wer hier am längeren Hebel sitzt, freut

sich aber über unsere verkrampften Spanischkenntnisse.

Wir haben zwei Optionen: die offizielle

erscheint uns nicht sehr reizvoll, sodass wir uns für

die inoffizielle entscheiden, die günstiger und vor

allem schneller daherkommt, wobei ein großer

Schein direkt in Tasche des Polizisten verschwindet

und so sein Abendessen sichert. Der Beamte grinst

uns durch seine Zahnlücke an und rät dazu, vorsichtiger

zu fahren, da uns noch fünf Polizei-

Checkpoints auf der Route erwarten – guter Tipp!

Am kommenden Tag rollen wir in Puerto Viejo ein,

Heimat der legendären Welle Salsa Brava, eine

Mischung aus Pipeline und Tahiti, wenn es groß ist.

Die Bevölkerung ist eine bunte Mischung aus farbigen

Zuwanderern einiger Karibischer Inseln, zugezogenen

Amis, Euros und Ticos. Das ganze Dorf

riecht nach Gras, was an jeder Ecke pfeilgeboten

wird. Wir kommen in einem kleinen Hostel unter

und treffen Alex wieder, der uns stolz sein

wieder einige seiner Kumpels vorstellt, wird die

Stimmung etwas entspannter. Trotzdem ist klar,

dass ein Fehler gleichbedeutend mit einem

Verweis aus dem Wasser ist. Hier geht es nicht

um Spaß, es scheint eine strenge Rangordnung

zu geben, die von Respekt und Achtung geprägt

ist. Die meisten der Jungs tun so, als hätten sie

nicht viel zu verlieren und das merkt man ihrem

Surfen deutlich an. Die letzten Tage in Salsa

Brava runden den Trip perfekt ab und wir hätten

solche Wellen niemals in der Karibik vermutet.

Ausgebrannt und überglücklich gehen wir den

Rückweg zum San José Airport an und verlassen

das Land mit einer riesigen Menge an Eindrücken,

Erinnerungen und Erfahrungen, die uns

garantiert zurückkehren lassen. Pura Vida!!!


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Michi Schweiger Julia Schweiger Bester Shot des Events: Michele Franziosi beim Zunge-raus-Shaka

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Obwohl es bei dieser Story nicht um meine Person (Michi Schweiger) geht, möchte ich doch

kurz mit mir anfangen. Vor Jahren war ich nicht nur Zeuge der Entstehung des „King of the

Lake“, sondern in allen Ehren war dies der Anfang meiner Karriere in der Windsurfindustrie.

Mein Freund Alex Humpel hat damals eine wahre Bewegung in der internationalen

Windsurfszene heraufbeschwört und kreiert. Über die Jahre kristallisierte sich heraus, dass

Alex ein Mann großer, zukunftsweisender Ideen ist. Mittlerweile ist es nicht nur bei den Ideen

geblieben, sondern auch die Verwirklichung wurde immer professioneller und unabhängiger.

Daher war es für mich klar, meinen geschäftlichen Europatrip mit einem Besuch beim „ION

Photo Award“ zu verbinden. Ich war sogar dazu eingeladen, zusammen mit Alex Humpel

im Altstars-Team teilzunehmen, aber es sollte dann, wie in so vielen Fällen, anders kommen.

Zuerst einmal verpasste ich das vorausgehende Ridersmeeting und somit gleich den ersten Contesttag.

Damit war ich aus dem Rennen und sah mir das ganze Spektakel als fahrender Zuschauer an.

Ronny Kiaulehn Fede Lacroix und Fabian Weber battlen sich über die gleiche Welle

Das Konzept des Contests ist es, ein Team von Fahrern

auf eine viertägige Adventuretour rund um einen Spot

zu schicken – in diesem Fall um den Gardasee.

Ausgerüstet mit einer digitalen Kamera sollen die

Fahrer ihre Eindrücke und Erlebnisse einfangen, um

sie am finalen Tag des Events auf einer Großleinwand

mit eigenem Kommentator dem Publikum und der

Jury zu präsentieren. Der künstlerischen Freiheit sind

keine Grenzen gesetzt und alle Rider können ihren

Style, ihre Ideen und präsentatorischen Fähigkeiten

unter Beweis stellen. Eigentlich der perfekte Schulhof

für junge Rider, die lernen müssen, dass gut fahren

nicht genug, sondern sich selbst präsentieren alles ist.


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Elf höchst motivierte Teams hatten sich für die Premiere des Events am Gardasee eingefunden.

Als besonderes Zuckerl (österreichisch für Belohnung) wurde das schon legendäre Speedy-

Ausflugsboot für zwei volle Stunden während der Ora vom lokalen Shaka Shop gesponsert.

Die darauf folgende Jump-Session über den „Boat Wake“ hätte bei jeder Red-Bull-Airshow mithalten

können und es war ein Wunder, dass es keine Verletzten gab. Als weiteres Zuckerl (wir

wissen jetzt, was das heißt) waren drei professionelle Fotografen an Bord, die die Mega-Action

festhielten. Jedes Team konnte am letzten Tag Actionbilder von den Profis zur Präsentation hinzufügen.

Bis auf die tägliche Windsurfsession am Pier war während des Contests nur schwer

festzustellen, was die Teams planten, wodurch die anstehende Präsentation an Spannung

gewann. Party war natürlich auch angesagt. Eine deftige Melonenparty vom Team Detonation,

sozusagen als „Après Surf“, war schon mal von Haus aus schwer zu überstehen, vor allem wenn

man mit Jetlag sowieso in den Seilen hing. Weil es so spät in der Saison war, musste von

Wassermelonen- auf Zuckermelonenbowle umgestellt werden – ich bin mir nicht sicher, ob das

Ronny Kiaulehn Fred Niedner loopt sich ins Getümmel

nicht noch viel schlimmer war. Für alle, die es von

der Party noch wegschafften, ging die klassische

Torbole-Runde los. Mit voller Action und freien

Getränken, die Moby Dicks/Walter für alle Teilnehmer

gesponsert hatte (anscheinend war ich

doch noch auf der Liste, zumindest auf der für die

freien Getränke), ging dann, wie unsere süddeutschen

Freunde sagen, die Post ab. Viele der besagten

süddeutschen Freunde hatten eindeutig einen

Vorteil, da sie zu der Jahreszeit im vollen Training

für das Oktoberfest standen. Den Rest der Nacht

konnte ich wegen der freien Getränke nicht mehr

beurteilen, mir wurde aber erzählt, dass manche


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sogar noch den Weg in die Diskos der Umgebung fanden. Ich hab nichts mehr gefunden

und konnte mich glücklich schätzen, dass meine wunderbare Frau mich heimgebracht

hat. Das kommt halt davon, wenn man auf Maui immer um 6:00 Uhr ins Bett geht.

Der nächste und finale Tag war für viele schmerzhaft, aber das gehört halt dazu. Die Spannung war

immens, da alle Teilnehmer die Bilder um 17:00 Uhr am Conca d’ Oro abgeben mussten. Nach

einem klassischen Pastadinner ging es zur Präsentation im Beachpark. Auf der leiwanden (österreichisch

für super) Megaleinwand mit Red-Bull-Hummer-Sound begannen die Präsentationen.

Die Storys waren unglaublich: Ein verwirrtes Team F2 mit dem Bergfax Dani Aeberli, der den Weg

vom Berg zum See nicht fand und zusehen musste, wie Teammember Alex Hasch im Sprung sein

gesamtes Material verlor; das italienische Team Future um Fede la Croce, das im Hafen von Riva

stecken blieb und zu Fuß durch die Menschenmassen und die idyllischen Gassen spazieren musste;

das Team Altstars, das als heruntergekommene Bettler anfangen musste, um steuerfrei auf der

Mikel vom Shaka Surfshop ermöglichte die radikale Speedy Jumpsession.

Julia Schweiger

Seepromenade ein Vermögen zu machen und voll

pimped out mit neuestem Material und Boxenludern

am Pier zu hausen. Nicht zu vergessen das A-Team,

das sich gleich mit einem mehrdeutigen Naturshot

und dem ersten FKK-airchachoo in Szene setzte.

Alle Teams lieferten erstklassigen Style ab und mir

tat es richtig Leid, dass ich zu spät gekommen war.

Nach langen Diskussionen stand das Endresultat fest,

bei dem sich das Team Altstar (Alex Humpel, Pesche

Vogt, Rolf Graf und Fred Niedner) gegen ein berauschendes

A-Team (Andy Platzer, Andrea Ghione,

Andrea Valade, Antonello) durchsetzen konnte.

Ihnen gleich im Nacken saßen das Team Future (Fede


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La Croce, Matteo Guazzoni, Michele Franciosi) und Team F2 (Alex Hasch, Wolfgang Wiefling,

Mathias Moser und Dani Aeberli). Das Team Detonation sprintete auf den fünften Platz

(Gerhard Gürtler, Geli Huber, Peter Sedelmayer, Peter Schoen). Zu dieser Gesamtwertung

gab es eine Selection der besten Shots in verschiedenen Kategorien, deren Preisträger sich

über die exklusiven Naish-Carbon-Toilettensitze freuen durften: Der „Best lifestyleshot” ging

ans A-Team, der „Best actionshot” ans Team Future und der „Best natureshot” ans Team m.sky.

Im Namen der beiden Veranstalter und Initiatoren Fred Niedner und Alex Humpel möchte

ich mich bei den Sponsoren für die tolle Unterstützung des ersten ION PHOTO AWARD

powered by stehsegelrevue.com bedanken: Vielen Dank an Titelsponsor ION, die neue

Boards and More Company, merci Walter für die besten Event-Drinks in Torbole im Moby

Dick. Danke an die Villa Cian für den unvergesslichen Abend am See, an das Hotel Pier und

das Pierwindsurf für die sensationelle Unterstützung und Verpflegung. Ein ganz besonderes

Dankeschön an Mikel vom Shaka Surfshop, dieser Mann hat die radikalste Speedy Jumpsession

Julia Schweiger Alex Humpel beim One-foot-jump

aller Zeiten möglich gemacht, ebenso "mille grazie"

an die Conca d'Oro Beachbar und das Circolo

Vela Torbole für die perfekte Organisation am

Abend der Präsentation. Red Bull hat für die überlebenswichtigen

Drinks und den fetten Sound ihres

einmaligen Party Hummers gesorgt. Die Preise für

die besten Teams wurden von Chiemsee, Freestyle

Watches und Naish Sails gestiftet, letztere

spendierten unglaubliche Kohlefaser-Klodeckel

für die "Best Shots". Die Fotographen Ronny

Kiaulehn und Julia Schweiger hielten die gnadenlose

Speedy Jumpsession digital fest und stellten

zusammen mit Sandra Schönbein und Hans

Voglsamer die vier gnadenlosen Preisrichter.

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Dörte Horn Malik und Teiva Joyeux

Oxbow / Tim McKenna

ST DEIN

JETSKI

GERADE

MAL WIEDER

KAPUTT?

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DIR EINFACH

BESORG

NICHTS!

MACHT

EINEN

KITER!

Jetski war gestern, Tow-In-Kiting ist heute! Die

beiden Brüder Malik und Teiva Joyeux beweisen

mit diesen Bildern eindeutig, dass sich die beiden

Sportarten sensationell ergänzen können.

Diese Bilder dürften bei einigen Surfern sicherlich

ein Umdenken einläuten! Auch wenn der

Jetski-Markt nun wohl nicht schlagartig einbrechen

wird, ist diese Form des Tow-In-Surfing mal

um Welten stylischer als alles andere. Bereits im

Juli machte sich der Oxbow-Prosurfer Malik

Joyeux auf, die legendäre Teahupoo-Welle als

Erster im „Tow-Kiting“- Style zu surfen. Gezogen

von seinem Bruder, dem Kitesurfer Teiva, startete

Malik am tiefsten Punkt und ließ im besten

Moment die Leine los, um die mörderische Welle

für einige Sekunden optimal zu reiten. Malik und

Teiva sind die Ersten, die es versucht und geschafft

haben, zwei Sportarten zu kombinieren,

um damit eine der gefährlichsten Wellen der

Welt zu zähmen. Im Alter von 23 Jahren ist der

aus Tahiti stammende Malik bekannt für seine

Meisterstücke und seine Kreativität, die ihm

immer wieder neue Herausforderungen bescheren.

2003 ritt er die größte Welle, die jemals in

Tahiti gesurft wurde. Im Alter von 21 Jahren

setzte der junge Malik nach Laird Hamiltons

legendärem Teahupoo-Ritt seine Marke ins

Wasser, was jetzt nicht bildlich gemeint war …

Wir sind gespannt, was wir in Zukunft noch

von den beiden Jungs zu sehen bekommen!


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Der Spanier Jaime Herraiz gehört nicht nur zu den besten Kitesurfern

der Welt, er ist auch einer der sympathischsten Zeitgenossen, die wir

dieses Jahr treffen durften. Nach einer gemeinsamen Kitesession am Laboer

Strand, wo er anlässlich einer Promotion Tour für seinen Arbeitgeber

Station machte, interviewten wir Jaime beim gemeinsamen Abendessen.

Wir sprachen mit ihm über seine Zeit als Caddy für Björn Dunkerbeck

und über seine Ängste, bei der Entwicklung neuer Kites, was eines

seiner Aufgaben bei North Kiteboarding ist, auf der Stelle zu treten.

Jamie und Alexander Jamie Herraiz

Ludovic Franco

FM: Du hast mit dem Windsurfen aufgehört

und dich vollständig auf die Seite der

Kiter geschlagen. Das ist für einen Windsurfer

wie mich schwer nachzuvollziehen!

JH: Das kann ich dir erklären. Ich habe in Tarifa

gelebt und konnte jeden Tag bei optimalen Bedingungen

surfen gehen. Die letzten drei Jahre in meiner

Windsurfkarriere bin ich viel auf Maui gewesen

und trotzdem konnte ich retrospektiv am Ende des

Jahres nur sagen: „Ich hatte in diesem Jahr fünf

oder sieben super Windsurftage.“ Beim Kitesurfen

habe ich fast jeden Tag einen epischen Tag auf

dem Wasser! 15 Knoten und Flachwasser reichen

für unglaublich viel Spaß. Das hat mich gefesselt

– ich war vom Windsurfen einfach zu frustriert.

FM: Aber hat dir die Freestyle-Entwicklung

gar nicht gefallen?

JH: Doch total! Wenn überhaupt war es der

Freestyle, der mich beim Windsurfen begeistern

konnte, aber trotzdem hat mir die

Branche nichts Neues mehr geben können.

FM: Du bist ein ziemlich guter Freund von

Björn Dunkerbeck, stimmt's?

JH: Ja, das stimmt, ich war lange Jahre sein Caddy.

FM: Sein was?

JH: Sein Caddy! Ich bin mit ihm gereist, habe ihm

seine Segel aufgeriggt und bin mit seinem

Material an die Startlinie gefahren, sodass wir

kurz vor dem Start noch wechseln konnten, wenn

Björn merkte, dass er doch eine Nummer kleiner

oder größer fahren wollte.

FM: Hast du das bezahlt bekommen?

JH: Nein, nicht wirklich. Ich habe jede Menge Material

und natürlich meine Auslagen bezahlt bekommen.

FM: Wann war das genau?

JH: Erinnerst du dich noch an das Jahr, als Björn den

Open-water-Speedrekord in Tarifa gebrochen hat?

Das ist schon ziemlich lange er. Vielleicht 1996

oder so, ich kann mich nicht mehr genau erinnern.

FM: Und das hast du zwei Jahre lang gemacht?

JH: Mehr oder weniger. Das war natürlich nicht

mein Full-Time-Job. Er hat immer mal zwischendurch

angefragt, ob ich ihn hierhin und dorthin

begleiten möchte und so bin ich mitgereist. Im

„wirklichen Leben“ habe ich für einen Vertrieb in

Tarifa gearbeitet. Aber ich war zu der Zeit dem

Windsurfen sehr „committed“ und die Reisen mit

Björn, die Art, wie er sein Material aufriggt, wie er

seine Boards behandelt – das hat mich sehr viel

gelehrt. Außerdem hat es einfach unglaublich viel

Spaß gemacht, mit Björn abzuhängen. Aber jetzt

habe ich ihn schon ewig nicht mehr gesehen.

Irgendwann haben wir uns mal auf Maui getroffen,

als ich dort zum Kiten war. Da haben wir über

die guten alten Zeiten gequatscht und uns an

seine legendären Geburtstagspartys in Tarifa

erinnert. Sein Geburtstag fällt nämlich in den

Zeitraum der Tarifa Speed Week. Unglaublich, wie

wir uns an diesem Abend abgeschossen haben.

Björn ist eine „Drinking-machine“, so was von

trinkfest, da komm ich nicht mehr mit. Gesund

war unser „Revival“ auf Maui jedenfalls nicht …

FM: Was hältst du von Björns Wechsel von

Neil Pryde zu North Sails?

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Jamie Herraiz

Ludovic Franco

JH: Das ist ziemlich interessant, wenn du mich

fragst. Er hat es eigentlich nicht mehr nötig, arbeiten

zu gehen und dennoch ist er immer wieder

auf dem Wasser und fährt bei allen Wettkämpfen

mit – rein aus Spaß und Ehrgeiz. Dass

Björn jetzt ein Comeback mit North Sails hat, ist

nicht nur gut für ihn und North Sails, sondern für

die gesamte Windsurfbranche, denn mit Björn

kommt ein Stückchen „altes, neues Blut“ zurück

in den Windsurf-Zirkus. Auch Leute wie

ich, die ja mittlerweile zum Kiteboarden übergewechselt

sind, bekommen wieder richtig Lust,

auf ein Slalomboard zu steigen!

FM: Was ist deine Aufgabe bei North

Kiteboarding?

JH: Ich mache ein bisschen von allem. Hauptsächlich

bin ich für die Entwicklung der Kites zuständig.

FM: Ist es nicht richtig schwer, jedes Jahr

etwas Neues auf den Markt zu bringen?

JH: Absolut, aber irgendwie finden wir immer

neue Sachen, die uns ein komplett neues Universum

an Weiterentwicklungen öffnet, das ist echt

irre und sehr motivierend. So sind in diesem Jahr

zum Beispiel die Cam Buttons entstanden. Ein

gutes Profil ist kein Mysterium. Mit unserer

Neuentwicklung können wir uns in Sachen

Profile in ein neues Universum katapultieren, uns

stehen vollkommen neue Möglichkeiten offen.

FM: Aber wie muss ich mir das vorstellen:

Sitzt du auf dem Klo und auf einmal fällt dir

der Vorzug von Cam Buttons ein oder wie

entwickelt sich das?

JH: Nein, wir tauschen uns untereinander aus, so

blöd und unsinnig die Ideen von den einzelnen

Entwicklern im Team anfangs auch erscheinen

mögen. Wir sprechen alles an und lassen uns die

kleinste Idee im Team durch den Kopf gehen.

Wer weiß, vielleicht führt uns diese Unsinnigkeit

ja zu einer großen Idee. Bei dem Cam Buttons

war es ähnlich. Seit Jahren haben wir über eine

solche Möglichkeit nachgedacht, da wir von

Anfang an versuchten, ein größeres Profil bei

Kites zu erreichen. Mit unserer Neuentwicklung

waren wir einfach zur rechten Zeit auf dem

Markt. Unser Chefdesigner Ken Winner ist einfach

ein Genie in solchen Sachen. Ein weiterer

Vorteil bei uns ist, dass wir mit zwei verschiedenen

Fabriken zusammenarbeiten. Eine Fabrik ist

in Sri Lanka, die andere in China. Um ehrlich zu

sein, bestehen 90 Prozent unserer Arbeit aus „try

and error“. Aber mit zwei Fabriken können wir es

uns leisten, in einer Woche zehn Prototypen

von der einen und in der nächsten zehn Prototypen

von der anderen zu bekommen. So können

wir permanent testen und neu entwickeln.

FM: Das hört sich teuer an!

JH: Das ist es auch. Die Entwicklung ist die teuerste

Abteilung bei uns.

FM: Ist der Markt denn groß genug?

JH: Ja, ansonsten würden sich unsere Produkte

nicht so gut verkaufen. Wir verkaufen aber nicht,

indem wir einfach nur behaupten, unsere Produkte

seien die besten. Alles, was wir anbieten, hat Hand

und Fuß, denn es wurde entsprechend getestet.


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Viele Firmen versuchen, einen Hype um ihre Produkte zu machen, der nur selten hält, was er verspricht.

Da gibt es in meinen Augen zurzeit so einige Beispiele. Bestimmte Produkte werden einfach

zu früh am Markt gepusht, ohne dass eine tatsächliche Entwicklungsarbeit dahinter steckt,

manchmal gibt es noch gar kein Feedback von Fahrern. Aber manche Firmen haben gar keine

andere Möglichkeit, denn stell dir mal vor, du hast einen Misserfolg nach dem anderen und musst

mit einem Produkthit auf den Markt kommen, weil du sonst erledigt bist. Das einzige Produkt,

was du hast, ist etwas komplett anderes. Dann musst du einfach damit rauskommen und einen

Riesenhype darum machen, ansonsten wirst du auch weiterhin aus dem Markt gedrängt.

FM: Hast du eigentlich keine Angst davor, dass die Entwicklung irgendwann

einmal zu Ende sein wird?

JH: Doch, davor habe ich große Angst, denn an diesem Tag werde ich arbeitslos, aber

Kites haben ein sehr großes Potential. Man kann so viel daran verändern und entwikkeln.

Das ist wie bei der Aerodynamik von Flügeln. Nach hundert Jahren, die der

Mensch nun schon fliegen kann, kommen die Designer und Ingenieure immer noch mit

so vielen Neuigkeiten und Verbesserungen an. Aber ich habe wirklich Angst, dass

die Entwicklung einschläft und man nur noch an kleinen Rädern dreht. Schließlich

sind es auch die großen Veränderungen, die meine Arbeit so interessant machen.

FM: In den letzten zwei Jahren hatte das Wakeboarden einen großen Einfluss auf

das Kiten. Findest du das gut?

JH: Absolut. Wir haben viel von anderen Sportarten gelernt, weil Sportler neue Ideen

mitgebracht haben, die das Kiten erst so richtig spannend und vielfältig machen.

FM: Was wird der neue Einfluss beim Wave-Riding sein?

JH: Ich glaube, wir sind mittlerweile eigenständig genug, uns auch ohne Einfluss weiterentwickeln

zu können. Ich denke, ein wichtiger Punkt wird in Zukunft unsere Erfahrung und unsere

Entwicklung in großen Wellen werden. Wahrscheinlich wird es genau andersherum sein, sodass

Kitesurfen andere Sportarten beeinflusst und inspiriert, wie zum Beispiel auch das Wakeboarden

viel Einfluss durch das Kiteboarden genommen hat.

Aber im Grunde ist es egal, was du auf dem Wasser

machst, wenn der Spaß im Vordergrund steht und

nicht das Profilieren vor irgendwelchen Leuten am

Strand. Es gibt für mich nichts Größeres, als mit

meinen Freunden einen Tag auf dem Wasser zu

verbringen und einfach Spaß zu haben. Meine Philosophie

ist: Es gibt so viele Tricks, Jumps und

Styles – keep learning! Du musst dir nicht ständig

neues Equipment kaufen, um Spaß zu haben. Übe

einfach und dein Spaß wird sich maximieren!

Jamie Herraiz Ludovic Franco

Jamie Herraiz

Ludovic Franco

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Carsten Kurmis FloHagena.de

Kennt Ihr das: Man lebt in der gleichen Stadt, hat den gleichen Freundeskreis

oder die gleichen Hobbies, aber trotzdem trifft man sich nur selten,

obwohl München manchmal den Anschein hat, als wäre es ein Dorf.

Doch es gibt wahrscheinlich nur ein Ereignis in München, bei dem ich einfach

alle diese Freunde wiedersehe. Nein, die Rede ist nicht von der

Wiesn, oder für unsere Muschelschubser, dem Oktoberfest. Das

Ereignis, an das ich denke, hat keinen festen Termin oder einen bestimmten

Platz, doch jeder hat es wohl irgendwie im Urin, wann und wo er sich

einzufinden hat. Ich weiß nur, dass ich jedes Mal nervös im Internet surfe,

wenn es im Frühjahr oder Herbst sehr viel regnet. Ich fahre ganz hektisch

in der Stadt auf und ab. Ich telefoniere so viel wie sonst nie im ganzen

Jahr, was sich dann meistens so anhört: „Hallo, wo bist du gerade, geht

die Brudermühl, bist du am Stromkasten gewesen, was zu viel, ja dann

lass uns mal … checken, denn die geht auch über 3,40. Auf jeden Fall

geht die … in ein paar Stunden, wenn der Pegel wieder fällt, bis gleich.“

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Fritz Hollweck

Björn Lob

Mattias Ramoser und Stefan Wagenbacher

Curt

Es passiert immer dann, wenn es regnet, sehr viel

regnet. Dann, wenn die Männer und Frauen in

Garmisch und in vielen anderen Orten ihre Sandsäcke

füllen, um die Keller abzudichten. Es passiert

dann, wenn Schröder, Beckstein und Stoiber mal

wieder fleißig in den Hubschraubern sitzen und

sich in den Krisengebieten einen Überblick verschaffen

oder anders gesagt, mal wieder Politik

machen. O.K., ich finde es ja auch nicht toll, wenn

anderen der Keller voll läuft, aber genau dann treffe

ich Flo, Steffen, Fritz, Mathias die Prinzesschen,

Moritz, Arnd, Stefan und Dr. Timster endlich wieder.

Und du kannst unser Grinsen nicht mehr aus

unseren Gesichtern schlagen. Es ist die Zeit der

großen Wellen in Bayern. Du musst schnell sein,

denn morgen kann alles schon wieder vorbei sein.

Morgen kann die Tide schon wieder so weit gefallen

sein, dass nichts mehr geht. Deswegen stehst

du entweder ganz früh auf, um noch vor der Arbeit

mal schnell die Ufer abzufahren und um 'ne Stunde

zu surfen, oder du nimmst dir einfach ganz frei.

Carsten Kurmis

FloHagena.de

Letztens bin ich circa acht Stunden am Stück draußen gewesen. So viel bin ich schon lange

nicht mehr gesurft. Meine Beine haben geschmerzt, was nach einem Ritt von bis zu fünf

Minuten kein Wunder ist. Trotzdem willst du an solch einem Tag nicht aufhören, du willst nur

surfen, den ganzen Tag, am besten noch die ganze Nacht, doch das ist schon nicht ungefährlich.

Tja, da sind wir beim nächsten Punkt, denn der ein oder andere riesige Baum kommt

schon runter. Und oftmals kannst du ihn nicht sehen, da er wie ein Eisberg nur zu einem

Bruchteil über Wasser ist und erst dann, wenn er im Wellental ist, sich im wahrsten Sinne des

Wortes aufbäumt. Wenn du nicht schnell genug bist, hast du ein fettes Loch im Brett, eine

Finne weniger oder wenn es ganz beschissen läuft, zieht dich das Scheißding unter Wasser

wie ein Alligator, weil du mit deiner Leash hängen geblieben bist. Deshalb sind zu dieser Zeit

auch nur die Jungs auf dem Wasser, die sich wirklich auskennen. Es ist so wie am Meer. Du

musst dir deinen Spot lange anschauen, checken, wo du am besten rein- und vor allem wieder

rauskommst, wo die Strudel, Felsen und sonstige Hindernisse im Wasser sind. Ansonsten

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Mattias Ramoser FloHagena.de

bist du ziemlich am Arsch. Nicht nur deshalb haben

wir auch stündlich Besuch von unseren grünen

Freunden. Ich glaube, dieses Jahr hatten wir schon

fünf Anzeigen mit Bußgeld und zwei konfiszierte

Bretter. Das Problem sind aber eigentlich nicht

unsere Freunde, ich mein, sie machen ja nur ihren

Job. Es ist mehr der gemeine (oder normale Bürger-

) Zuschauer. Der fährt mit dem Auto entlang und

sieht aus dem Augenwinkel eine Person im Wasser

treiben und denkt, es wäre einer am Ertrinken. Er

macht sich natürlich nicht die Mühe und schaut

nach, ob es wirklich so ist, denn bei näherer

Betrachtung müsste ihm auffallen, dass derjenige

auf einem Brett paddelt oder sogar auf der Welle

reitet. Und mal so nebenbei: Kann ein Mensch, der

gerade am Ertrinken ist, so viel Spaß haben, dass er

übers ganze Gesicht grinst? Wirklich nett fand ich

die Geschichte mit den Jungs von der Feuerwehr.

Die haben dem Treiben zugeschaut und meinten

nur: „Mensch, wir bräuchten ein Paar von euch bei

uns im Verein! Wir würden im Notfall ja nie ins

Wasser springen! Da müssten wir immer erst auf die

Taucher warten!“ Wir sollten also dem Landrat den

Vorschlag machen, dass ab Hochwassermeldestufe

2 mindestens zwei Surfer pro Kilometer als

Bademeister an der Isar sein müssen! Aber jetzt

zurück zum Surfen, ich bin schon wieder ganz fiebrig,

wenn ich mir die Bilder anschaue, wie wahnsinnig

schön war diese Session. Sonne, Wellen und

deine Freunde bei der schönsten Nebensache im

Leben. Und danach sitzt du bei der Gerti am Kiosk

und freust dich auf ein Augustiner und ziehst dir die

Rides auf der endlosen Welle nochmal in deinem

inneren Kino rein. Pororoca kann da nicht mithalten.

Mann, wie fett war dieser Tag eigentlich. Für manche

(die mit den Kellern) ist er nicht so toll, aber für

uns kann er kaum besser sein. Ein dreifaches Hoch

auf die globale Erderwärmung! Danke Mr. Bush.


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Stefan Kruse und seine Leidenschaft fürs Surfen

Auch wenn Stefan am 24. Oktober 1983 in Wilhelmshaven auf dem Festland geboren

wurde, ist er ein waschechter Insulaner und genießt die entsprechenden Privilegien auf

der Nordseeinsel Wangerooge. Die Liebe zum Meer und Wassersport wurde Stefan in die

Wiege gelegt: Seine Familie zählt zu den ältesten der Insel, während sein Urgroßvater

nicht nur als letzter echter Leuchtturmwärter der Insel, sondern auch wegen seines

unübertroffen leckeren Labskaus einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte. Stefans

Mutter Birgit war eine sehr gute und über Jahre die einzige Windsurferin auf Wangerooge.

Ich selbst reise, seitdem ich denken kann, nach Wangerooge. Nachdem ich im Dezember

1984 im Aldiana in Tunesien meinen Surfkurs samt Grundschein gemacht hatte, fuhr ich

Ostern 1985 mit meiner nagelneuen Fanatic Viper auf die Insel, um mich in die Nordsee zu

stürzen. Am Ostertag kam ich auf der Suche nach einem Priel zu Niedrigwasser an den

Surfstrand, wo ich zwei langhaarige Typen beobachtete, die mit einem merkwürdigen, dreirädrigen

Gerät inklusive Surfsegel auf dem Strand hin- und herknallten. Von Neugier gepackt

und mit dem Wunsch, auch mal mit diesem Ding zu fahren, lernte ich meinen zukünftigen

Freund und Stefans ersten Förderer Kai Schultenkötter, damals noch auf

Wangerooge lebend, später auf Norderney, und Stefans Onkel Wilhelm „Willi“ Kruse kennen.

Michael Meyer / www.windsurfing-wangerooge.de Toni

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Nachdem wir den Nachmittag mit dem Strandroller unterwegs gewesen waren, gingen wir in

die „Tenne“. Mir war mit meinen 14 Jahren ein wenig mulmig zumute, weil die „Tenne“ in meinen

Augen genau einer der Orte war, vor denen Eltern ihre Kinder warnen, aber der leere

Kinderwagen vor der Eingangstür beruhigte mich. Ich erforschte das Sündenbabel und traf auf

Stefans Mutter, die den Laden abendfein machte. Hinter der Tanzfläche traf mein Blick auf einen

weißblonden, kleinen Jungen, der versuchte, sich am Billardtisch hochzuziehen, um die bunten

Kugeln zu erreichen. Dies war der Moment, in dem sich Stefans und mein Lebensweg trafen

und eine tiefe Freundschaft begann. Die Tenne scharrte einen Haufen völlig verrückter Surfer

um sich, die Stefan in ihre Mitte aufnahmen, obwohl er noch nicht einmal richtig laufen konnte.

Ich habe Stefan nie mit Gleichaltrigen oder Nicht-Surfern über die Insel ziehen sehen. Sein

Kinderzimmer und Spielplatz war das Surfmateriallager der Tenne, in welchem er in jeder freien

Minute seine Paradedisziplin „Gabelbaumhängen“ perfektionierte. Klein Stefan war zudem

immer und bei allem dabei, ob wir im Watt wanderten, Surfen gingen, mit den Strandrollern losknallten,

Bretter flickten und shapten oder einfach nur rumhingen und auf Wind warteten.

Schon als Kindergartenkind zeigte Stefan eine große Selbstständigkeit. Der am Abend

gestellte Wecker sorgte dafür, dass Stefan morgens pünktlich aufstand. Während seine

Mutter oft noch länger schlief, zog sich der Kleine alleine an und frühstückte. Es standen

immer ein großer Bierkrug mit schwarzem Tee und ganz viel Milch und Zucker, Corn-Flakes

und manchmal auch sein Lieblingsbrotaufstrich auf dem Tisch. Oft sah ich Stefan morgens

Thorsten Indra


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im Supermarkt oder auf dem Weg zum Kindergarten, wobei mich diese unglaubliche

Selbstständigkeit und Vernunft des Kindes immer wieder erstaunte. Mit der Einschulung

begann auch Stefans Surfkarriere. Sein erster Förderer und Antreiber war mein Freund

Kai, der mittlerweile die Surfschule am Strand leitete. Während wir die Surfkurse gaben,

war es Stefans größtes Vergnügen, den Surfschülern vor der Nase rumzufahren. Er konnte

gar nicht genug davon bekommen, vor allem den älteren Schülern den Weg abzuschneiden,

bis diese ins Wasser knallten, um ihnen anschließend zu zeigen, wie es richtig

geht. Ich schätze, das war die Zeit, als er sich die Anlage zum Surflehrer legte und auf den

riesigen Schulungsplanken alle damaligen Freestyletricks lernte und beherrschte. Wenn

der Wind auffrischte, war für Stefan aufgrund seines geringen Gewichts mit Windsurfen

immer schnell Schluss und er schaute uns stundenlang in der Brandung oder im Watt zu.

Andrea Stetter (XS-EXES): „Wir haben

Stefan während unserer Fotoproduktion

für XS-EXES auf Fuerteventura kennen

gelernt. Seine sympathische Art, sein

Idealismus und seine Zielvorstellungen

haben uns sofort überzeugt, ihn in unser

XS-EXES-Fahrerteam aufzunehmen.“

Thorsten Indra

Marc Behrens (Hifly): „Stefan ist eine

tolle Persönlichkeit mit viel Ehrgeiz

und Talent. Ich denke, wir werden in

Zukunft noch einiges von ihm hören!“

Besonders stolz war er immer auf seine Mutter Birgit, die sehr gut surfen konnte.

Irgendwann war Stefan des Zuschauens bei viel Wind überdrüssig und so wurde

der Wellenreiter gewässert. Weiterhin hatte Kai, weil damals keine anständigen

Kindersegel vorhanden waren, unsere alten Segel für Stefan getunt. Schließlich

mussten Skim- und Bodybords herhalten, um Stefans Tatendrang zu befriedigen.

Als Stefan in die erste Klasse kam, erlitt er einen großen Schicksalsschlag. Der Inselarzt stellte

bei Stefan eine Wachstumsstörung in der Hüfte fest. Mit dieser Diagnose begann ein langer

Leidensweg mit zwei Operationen, Krankenhaus, Rollstuhl und Reha, gefolgt von Schulausfall,

Spott der Mitmenschen und der ärztlichen Prognose, nie wieder richtig laufen zu können. Aus

dem prächtig heranwachsenden Jungen wurde ein trauriges, mageres und blasses Kind, dem

die Lebensfreude abhanden gekommen war. In dieser sehr schwierigen Lebensphase nahm

sich vor allem Kai dem kleinen Stefan an. Sein eigenes Feuer bezüglich der großen Leidenschaft

Windsurfen steckte auch den Jungen wieder an. Das Kinderzimmer war mit Surfpostern gepflastert

und Stefan lernte sämtliche Surfmagazine auswendig. Ich glaube, zu diesem Zeitpunkt

wurden aus seinen Träumen und Wünschen Ziele, die ihm genügend Kraft gaben, um den

Rollstuhl zu verlassen und wieder richtig laufen zu lernen. Ich werde nie vergessen, wie die

ganze Surfclique mit Stefan zum Surfen an den Strand ging und ihm alle zehn Meter in den

Hintern trat, damit er weiter lief. Neben den Fortschritten an Land entwickelte sich Stefan auch

auf dem Wasser und alle waren der Meinung, dass er viel besser surfen könne als zu Fuß zu

gehen, geschweige denn zu laufen. Alles, was Stefan brauchte, bekam er von der Surfszene –

Zuspruch, Motivation, Anerkennung und natürlich auch Surfmaterial. Der Junge wurde schwerer

und stärker, was es ihm ermöglichte, vorne in der Brandung windsurfen zu gehen. Es dauerte

nicht lange, bis der Kleine zur Freude aller seinen großen Vorbildern mächtig einheizte.

Anfang der neunziger Jahre wechselte Kai die Insel – er ging nach Fuerteventura. Der

Treffpunkt der Surfer, die Tenne, wurde abgerissen und die Surfszene löste sich nach und

nach auf. Ich machte mich an Land selbstständig und war fünf Jahre nicht auf Wangerooge.

Die Surfschule der Insel schlief ein und für Stefan begann eine einsame, führungslose Zeit

auf seiner Heimatinsel. Letztlich verlor er wichtige Jahre in seiner surferischen Entwicklung.

Die Highlights dieser Zeit waren Stefans Ferienbesuche bei Kai auf Fuerte, wo sich

seine neue Motivation entwickelte. Die beiden fuhren zum Worldcup nach Sotavento,

weil Kai ein Treffen mit Robbie Naish arrangiert hatte, um auf Stefan aufmerksam zu

machen. Die Bedingungen an diesem Tag waren so gut, dass sich Stefan nicht von seinem

Element trennen konnte und er sogar den Termin mit Robbie vergaß. Während Kai der

geplatzten Verabredung nicht ganz so entspannt gegenüberstand, reagierte Robbie

amüsiert: „Aus dem wird mal etwas, der geht lieber surfen als sich mit mir zu treffen.“


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Hoch motiviert von seinen Erlebnissen auf Fuerteventura kehrte Stefan nach Wangerooge

zurück, wo seine Entwicklung im Surfen jedoch durch fehlendes Material und fehlende

Trainingspartner – meist war er mit Hayo der einzige auf dem Wasser – gebremst wurde.

Diese Situation sollte sich ändern, als Bettina und ich im Sommer 1998 auf die Insel zurückkamen.

Unsere Firma auf dem Festland war mittlerweile so groß und stabil, dass wir Zeit hatten,

die Surfschule auf Wangerooge zu übernehmen. Der Surfstrand füllte sich wieder mit

Leben. Es entwickelte sich eine neue Surfszene und Stefan hatte endlich wieder Surfschüler

um sich herum, die er aber mittlerweile nicht immer nur vom Brett, sondern auch aufs Brett

brachte. Nach wie vor demonstrierte Stefan den Schülern, wie sie richtig surften,

freute sich aber mittlerweile, wenn sie stehen blieben und nicht dauernd im Bach lagen.

In den letzten Jahren entwickelte sich Stefan zu einem ganz hervorragenden Surfer und

Surflehrer, der mittlerweile den Windsurfbereich unserer Schule leitete. Nun kamen auch

die ersten kleinen Sponsorings von jenseits der Insel. Stefan bekam Boards von Jogi aus

Cuxhaven und der damalige Sailworksimporteur lies mal eine günstige Palette Wavesegel

springen. Stefan wurde mit Abstand der beste Surfer auf der Insel und keiner konnte

ihm mehr das Wasser reichen. Diese Situation stärkte Stefans Selbstwertgefühl zurecht.

Als Stefan die Schule abschloss und die Surfschulzeit im Sommer 2001 vorbei war, trieb es ihn zum

Arbeiten und Trainieren nach Fuerte. Dass arbeiten zum Leben dazugehört, konnten wir ihm gerade

noch beibringen und somit überlebte er seinen ersten Winter in der Ferne auf eigenen Füßen.

Unser blaues Wunder erlebten wir im Sommer 2002. Stefan kam als junger Erwachsener von

Fuerte zurück nach Wangerooge, um wieder bei uns zu arbeiten. Er zeigte uns ein Feuerwerk

an Manövern, die uns die Sprache verschlugen. Wir sollten uns noch oft über die Entwicklung

Stefans wundern. Stefan kehrte zunächst nach Fuerte zurück, wo er seinen Job

sofort wieder aufnehmen konnte, weil er sich vorher so gut bewährt hatte. Im Jahr darauf

ging es im Winter nach El Yaque und anschließend wieder nach Fuerte zum Surfcenter von

Réné Egli. Auf einmal rannte Stefan in XS-EXES-Klamotten durch die Gegend, bekam Segel

von Sailloft und Bretter von Hifly. Mit Hifly fuhr er auch nach Südafrika zum Fotoshooting.

Im letzten Jahr führten Stefans Wege nach Klitti, wo endlich genügend Wind war, um

sich messen zu können. Stefan genoss die anderen Surfer um sich herum. Bei seinen

ersten Heats war ich allerdings aufgeregter als er selbst. Ich bewundere noch heute

seine Seelenruhe während eines Wettkampfes. Für Stefan ist es halt so, als ob er einfach

nur surfen ginge. Er zeigte gute Heats und gehörte mit zu den besten Deutschen.

Im Jahr 2005 hatte Stefan das Bedürfnis, in das deutsche Windsurfgeschehen einzugreifen.

Zuerst ging es, natürlich immer mit unserem Auto, zum Jump&Style nach Wustrow,

wo er den ersten Platz belegte. Danach fuhr er zu seinen ersten Deutschen

Meisterschaften nach Sylt, wo er auf Anhieb den vierten Platz im Freestyle erreichte. Nach

unserem jährlichen Betriebsausflug nach Klitti fuhr Stefan im direkten Anschluss mit

seiner Wildcard nach Sylt, wo er sich gerade aufhält, während ich diese Biografie tippe.

Kai Schultenkötter (Stefans erster Förderer): „Stefan ist untrennbar mit dem

Windsurfen verbunden – seit seinem ersten Windsurftag ist er zu hundert

Prozent Windsurfer. Der Wind und das Meer haben ihn mehr geprägt als alles

andere in seinem Leben, wobei nicht der Ehrgeiz, sondern die Faszination am

Sport seinen Lebensplan so entschieden beeinflusst hat. Für Stefan war Windsurfen

kein gewöhnlicher Kindheitstraum – es war von Beginn an sein Weg.“

Toni

Gerrit Maaß und Olaf Hamelmann

(Sailloft): „Stefan passt sehr gut in unser

Team, weil er kein Schnacker ist, sondern

durch klasse Leistungen überzeugt.“

Ehrlich gesagt, wundere ich mich täglich über diesen blonden Jungen. Noch nie hat er

Zigaretten, Alkohol oder Drogen angerührt, obwohl alles in Reichweite gewesen wäre.

Außerdem ist Stefans Persönlichkeit frei von Gewaltpotential und Draufgängertum. Seine

ausgeglichene Art spiegelt sich auf dem Wasser wider. Man erkennt Stefan unter vielen

Surfern an seinem absoluten Können und der Kontrolle, mit der er seinen eigenen Style

kreiert. Unverkennbar ist, dass er seit Kindestagen auf dem Brett steht. Manchmal frage ich

mich immer noch, woher Stefan seine Kraft hergenommen hat, als er den Weg vom Rollstuhl

an die Weltspitze im Surfen antrat. Trotz allen Erfolges ist er ein heimattreuer, friesischer

Junge mit gutem Herzen geblieben, das ihn immer wieder zurück auf seine Insel lockt.

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Felix Cocos

Jeff Pfeffer

Dicke Wellen sind für Kitesurfer schon lange kein Grund mehr, den Schwanz einzuziehen und

an Land zu bleiben. Bei der Bilderserie dürfte auch dem übelsten Hardcore-Wellenreiter klar

werden, dass Kiten Potenzial in diese Richtung hat. Ja noch mehr: Mit dem Kite bekommst du

Wellen, bei denen man sich normalerweise halbtot paddeln müsste, bevor sie dann trotzdem

unter einem durchrutschen. Also ab in die nächste Kiteschule und ran an den Spaß! Wer trotz

dieses fetten Cut Backs noch behauptet, Kiten wäre nicht cool, sollte sich einweisen lassen!

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Dörte Horn Sven vom Outback-Shop Brian Bojsen

Wer Sylt nur im Sommer kennt, kennt die Insel nicht wirklich. Der

Sommer auf Sylt ist warm und schmeckt nach Zitroneneis. Hunderte

Touristen patrouillieren an den Stränden auf und ab und

geben sich in ständig wechselnden Szene-Läden ein Stelldichein.

Sylt im Sommer, das sind Dieter Bohlen und Champagner, Milchcafé

und Badenixen, Rettungsschwimmer und Sonnenschirme. Erst

wenn die Tage kürzer werden, tritt auch die Insel wieder kürzer.

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Melv Lange

Brian Bojsen

Jens Vollquarzen

Brian Bojsen

Die Strände werden leerer, die Rettungsschwimmerhütten

abgebaut und bis zum nächsten Jahr

gut verstaut. Durch die Reihen der Insulaner geht

ein Aufatmen. Geschafft! Wieder eine Saison vorbei.

Es ist September und das Leben hat uns wieder!

Wer in den letzten Sommermonaten geackert

und gerackert hat, Betten bezogen, Kaffees serviert

und Autos verladen hat, den erwartet nun

eine ruhige Zeit.

Die Saisonkräfte packen ihre Koffer und verlassen

die Insel über den Winter. Die Schlange,

die sich die letzten Monate vor dem Bäcker in

Abeling geschlängelt hat, verlagert sich vors

Arbeitsamt. Die Insel befindet sich im Vorstadium

zum Winterschlaf. Doch vorher kommt

der Spätsommer, vorher kommt der September.

Kein anderer Monat wird von den Insulanern

so geliebt wie der neunte des Jahres.

Endlich hat man Zeit für sich und die Familie

und kann das tun, was man schon den ganzen

Sommer über tun wollte. Surfen. Jetzt, wo sich

die ersten Herbststürme anmelden, ist das

ideal. Jetzt ist die Zeit, wo Roy vom Modeladen


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Christian Ludwigsen

Brian Bojsen

Tom Knuth

Brian Bojsen

und Mario vom Crêpestand endlich auch mal

auf ihre Bretter kommen. Bis zum Longboardfestival

ist es meist noch warm. Danach wird es

kälter und man sieht morgens um acht die

ersten Surfer mit dicken Neos und Füßlingen

auf dem Wasser. Haube und Handschuhe werden

bald folgen. Auch wenn der September auf

der Insel die Zeit ist, in der jeder Insulaner seinen

Winterurlaub für November, Dezember

oder Januar in der Sonne plant, sind diese Tage

auf dem Wasser die besten.

Oft wird morgens der Wind ablandig, man

hat brusthohe Wellen und strahlende Sonne

– Bedingungen, die es im Sommer selten

gibt. Eine Belohnung für alle Sylter, die nun

langsam die Insel wieder ganz für sich

haben. Nachmittags dreht der Wind wieder

und bläst mit konstanten vier bis fünf Beaufort

aus Südwest.

Der September lässt die Sylter Boarder auf

der Lauer liegen. Ständig verändern sich die

Bedingungen und der Wind dreht manchmal

Alex Gerhard

Dieter

Andre Müller

Brian Bojsen

Brian Bojsen

Brian Bojsen

Brian Bojsen


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Roy vom stylischsten Shop der Insel gleichen Namens

Brian Bojsen

Dr. Zahn Edsart Eitker

Brian Bojsen

sehr abrupt. Es kann passieren, dass man

zwei Tage Traumbedingungen zum Wellenreiten

hat und an den nächsten zwei Tagen

der Wind so auffrischt, dass die Jungs mit

Taschentüchern windsurfen gehen können.

Pünktlich wie ein Glockenschlag dreht der

Wind nach zwei Tagen wieder und der

September-Swell beschert den Longboardern

von der Insel kopfhohe Wellen. Das ist

beinahe Portugal-Feeling, nur in kalt.

Und dann, mit Abschluss des Worldcups

Ende September, ist wirklich alles vorbei.

Keine Partys, keine Gäste – nur ein paar

Insulaner bleiben und schlitzen die Herbstund

Winterwellen ganz allein für sich. In

dicken Neoprenanzügen sitzen die harten

Jungs von der Insel dann morgens um acht im

Line-up. Hier wäre jeder Fremde verloren,

denn ohne ein bisschen Insulaner-Speck ist

das Wellenreiten kaum noch genießbar. Dick

eingemummelt und mit einer Tasse Glühwein

am Abend erzählt man sich dann Geschichten

vom Tag – ganz ohne Touristen.


Stefan Kruse Bernd Flessner und Björn Dunkerbeck

PWA / Carter

WIMBLEDON DES SURFENS

Stefan Kruse berichtet über seinen ersten World Cup

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Worldcup! Ein Traum, der für viele Surfer unerreichbar erscheint. Schon öfter

habe ich darüber nachgedacht, bei einem Worldcup mitzumachen, mich aber

nie wirklich dazu durchringen können. Zusammen mit den Surfstars aus Magazinen

und Videos zu surfen und sich mit ihnen zu messen, konnte ich mir eben

nie richtig vorstellen. Doch drei Wochen vor Beginn des Worldcups auf Sylt

bekam ich eine spontane Anfrage per E-Mail: „This is your confirmation, you

are competing in the 2005 Sylt Worldcup“! Damit stand die Entscheidung fest:

Ich werde beim Wave-Worldcup dabei sein.

Rechtzeitig erreichte ich am Samstagmittag das Pressebüro, um mich einzuschreiben.

Meine beiden Freunde Jan und Stephan, die mich begleiteten, meldete ich als meine

Caddys an und so gelangten auch sie zu den äußerst praktischen „Access-all-areas-

Ausweisen“, die uns den Zugang zu allen wichtigen Locations des Worldcups ermöglichen

sollten. Im Materiallager sahen wir die Elite der Windsurfing-Welt an uns vorbeilaufen.

Anfangs waren wir alle von ihrer Anwesenheit

recht beeindruckt. Gegen die soll ich surfen?

Der erste Programmpunkt war der „Einmarsch

der Nationen“. Wie bei Olympischen Spielen versammelten

sich alle Fahrer eines Landes unter der

jeweiligen Flagge und marschierten gemeinsam

durch eine riesige Menschenmenge! Es war

schon ein wahnsinniges Gefühl, Teil der Windsurfing-Profiwelt

zu sein, mit den ganzen Stars

auf einer Bühne zu stehen und von Hunderten

begeisterten Menschen bejubelt zu werden, obwohl

man eigentlich noch gar nichts gemacht hatte,

denn es war ja erst die Eröffnungszeremonie!

Der Worldcup war eröffnet. Das erste Skippersmeeting

fand am nächsten Tag um 10:00 Uhr

statt. Der Contest selbst startete so wie bis

jetzt jeder meiner erst sechs Windsurf-Events:

mit Flaute! Nebenbei erfuhr ich, dass meine

Sponsoren nicht Mitglied in der PWA-Firmenvereinigung

sind, und deshalb keines meiner

Sponsorenlogos größer als 20 Zentimeter sein

durfte. Das hieß im Klartext, entfernen bzw.

überkleben sämtlicher Logos von Hifly und

Sailloft in meinen Segeln. Zu dritt hatten wir

es nach drei Stunden geschafft, „falsche“ Sticker

zu entfernen und die „offiziellen“ Sticker

sowie Segelnummern zu kleben.

Kauli Seadi PWA / Carter

Daida Moreno

PWA / Carter

bei den Slalomrennen. Solange der Wind stark war, dominierte Dunkerbeck die Rennen,

er gewann insgesamt fünf. Micah Buzianis, overall Zweiter, schaffte vier Siege. Der drittplatzierte

Antoine Albeau konnte kein Finale für sich entscheiden, fuhr jedoch sehr konstant.

Dunkerbeck gewann also die Slalom-42-Wertung auf Sylt und muss sich damit in der

Weltrangliste den ersten Platz mit Micah Buzianis teilen. Zwei Weltmeister standen

somit fest, der Wave-Weltmeistertitel musste noch ausgekämpft werden!

Um den für Donnerstag angesagten Wind perfekt auszunutzen, wurde das Skippermeeting

für die Waver auf eine unchristliche Zeit noch vor dem Aufstehen gelegt. Die

Sonne stand um 7:30 Uhr gerade einmal über dem Horizont, da war Steffi Wahl schon eine

knappe Stunde auf dem Wasser. Bei strömendem Regen und guten 6-7 Bft genau

Sideshore von links machte ich mich für meinen Heat gegen Alex Mussoulini bereit. Die

grüne Fahne ging hoch und ich schoss etwas überpowert mit 4.7 auf die Wellen für meine

ersten Sprünge und Wellenritte zu. Etwas verspätet

erreichte mein Gegner Alex Mussolini

den Heat, was ihn nicht davon abhielt, Pushund

Backloops sowie extreme Wellenritte zu

zeigen. Er hatte nicht umsonst letztes Jahr den

fünften Platz auf Sylt belegt. So war es für mich

auch keine Schande gegen ihn zu verlieren.

Nur wäre ich gerne mehr als zehn Minuten bei

dieser Veranstaltung mitgefahren.

Auch Matze Baade hatte mit Greg Allaway einen

harten Gegner, aber er machte es ihm nicht

leicht. Ein Tabeltop Forward sowie ein perfekter

Pushloop von Matze machten diesen Heat sehr

knapp. Die Entscheidung hing am Wellenritt,

in dem Matze leider etwas hinten lag.

Jonas Schmidt musste sich mit Matt Pearch messen.

Allerdings machte ihm der fette Sylter

Shorebreak sehr zu schaffen und auch er schaffte

es leider nicht in die zweite Runde. Nach einer

Schauerfront wurde die zweite Runde bei vier

Windstärken und Side-Onshore von rechts

gestartet. In diesen Bedingungen schaffte es

Bernd Flessner nicht, sich gegen Vidar Jensen

durchzusetzen. Auch der letzte Deutsche, der in

Am dritten Tag sah es endlich so aus, als könnten die ersten Wettfahrten stattfinden. Das

komplette Starterfeld für Slalom war schon auf dem Wasser, der Kurs gelegt, doch kurz vor

dem Start sank der Wind wieder unter das erforderliche Limit von sieben Knoten und der

Start wurde abgebrochen! Trotzdem waren bei super Sonnenschein sehr viele Zuschauer am

Strand, denen auch bei den für uns Surfer schlechten Bedingungen einiges geboten wurde.

Als der Wind nach Tagen dann endlich kam, ging die Action gleich los. Zuerst wurde bei

sportlichen Bedingungen mit Sideshore-Winden der Slalom gestartet. Die Slalompiloten

schossen in beeindruckendem Tempo übers Wasser. Insgesamt wurden am ersten Tag vier

komplette Läufe gestartet, in denen Björn Dunkerbeck zeigte, dass er den Ruf des

„Terminators“ immer noch verdient. Bei den schwierigen Bedingungen ließ er nichts

anbrennen und fuhr in allen vier Finalläufen als Erster durchs Ziel und damit allen davon.

Bernd Flessner als bester deutscher Slalomrenner fuhr konstant in jedes Finale und mischte

ordentlich in den Top Ten der Welt mit. In den folgenden Tagen änderte sich nicht viel

die zweite Runde gesetzte Klass Voget, musste sich in seinem Heat Xavier Huart geschlagen

geben, der mit Glück die besseren Wellen erwischte. Einen für die Verhältnisse sehr

guten Heat zeigte auch Nik Baker, der trotz Onshore-Bedingungen schöne Front- und

Backloops sowie radikale Wellenritte zeigte und so in das Viertelfinale einzog. Die deutschen

Mädels schafften es leider auch nicht viel weiter. Andrea Hausberg und Steffi Wahl

schieden beide in der ersten Runde aus. Obwohl Steffi die besseren Wellen gegen Karin

Jaggi erwischte, hatte sie leider keine Chance gute Sprünge zu zeigen und musste sich

geschlagen geben. Bei den Männern schaffte es Robby Swift, Björn Dunkerbeck zu

schlagen. Die Action fand nun immer mehr draußen auf der Sandbank statt, wo ganz vernünftige

Wellenritte und Sprünge möglich waren. Kauli zeigte einen sehr schönen Air

Chachoo, den er quasi mit Ankündigung sprang. Nach zwölf Stunden ging um 7:00

Uhr abends ein sehr langer und actionreicher Tag zu Ende. Doch für viele Fahrer

bedeutete der Anbruch der Nacht noch nicht das Ende des Tages.

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In den letzten Tagen des Worldcups waren immer mehr Fahrer in der dritten Sylter

Worldcup-Disziplin am Start: Party machen! Die Moves wurden radikaler und die Heats länger.

Der Bruder von Jonas Ceballos zeigte einen „tweaked pants down“ und wagte sich sogar

an den „tripple Groupie“! Antony Ruenes und Boujamaa Guilloul überzeugten uns durch

eine gelungene Over-all-Performance an gleich mehreren Tagen. Auch Peter Volwater erhielt

von uns zwölf Punkte für seine Performance am letzten Abend, sein Heat beinhaltete alles

vom schönen „Groupie-Ritt“ auf der Tanzfläche bis hin zum „mega high Pogo Jump“. Kauli,

ganz weltmeisterlich, schnappte sich gleich zwei Groupies in einem Zehn-Minuten-Heat!

Alles in allem war es ein sehr gelungener erster Worldcup für mich und ich werde

nächstes Jahr mit Sicherheit wieder dabei sein, wenn es heißt: „Attention Competitors

– this is your one o’ clock announcement: Nothing has changed, the wind is still at five

to seven knots. You are still on standby. Your next announcement will be at 1:30!“

Nik Baker

PWA / Carter

Slalom-Weltmeister Björn Dunkerbeck und Micah Buzianis vor Antoine Albeau

Links: Wave-Weltmeisterin Daida vor Iballa Moreno (2.) und Karin Jaggi (3.)

Rechts: Wave-Weltmeister Kauli Seadi vor Nik Baker (2.) und Robby Swift (3.)

Stefan (links) beim Einzug der Nationen Bernd Flessner im dritten Stock Björn zum 34. Mal Weltmeister Victor Lopez


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HAIE

DIE WOHL VERKANNTESTEN

TIERE DIESES PLANETEN

Seit 500 Millionen Jahren schwimmen die Haie durch die Weltmeere und

sorgen für ein Gleichgewicht des Ökosystems in unseren Ozeanen. Doch

in der jüngsten Vergangenheit werden die Tiere immer öfter zu Opfern

merkwürdiger Essensgewohnheiten merkwürdiger Menschen. Es droht

die Ausrottung dieser Spezies, was katastrophale Auswirkungen auch für

uns Menschen bedeuten würde. Die Initiative SHARKPROJECT hat es in

wenigen Jahren geschafft, durch ideenreiche Forschungsmethoden und

durch eine einmalige Öffentlichkeitsarbeit auf diese Problematik Aufmerksamkeit

zu lenken. Da insbesondere wir Wassersportler immer die

Schreckensberichte vor Augen haben, wenn wir im Line Up sitzen oder

beim Wasserstart mit den Beinen paddeln, wollen wir mit diesem umfangreichen

und wissenschaftlichen Bericht die tatsächlichen Risiken,

die von den faszinierenden Tieren ausgehen, genauer analisieren.

Gerhard Wegner SHARKPROJECT / Andreas Mserec

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Seit fast 500 Millionen Jahren bevölkern Haie die Weltmeere. Über 570 Arten hat man

bis heute beschrieben, vom zehn Zentimeter kleinen Zwerghai bis zum Plankton fressenden

Giganten, dem Walhai, der bis zu 14 Meter groß werden kann. Die meisten

Haie leben im Meer, aber auch Süßwasserhaie sind bekannt. Bestimmte Haiarten können

sogar zwischen Süß- und Salzwasser wechseln. In ihrer jeweiligen ökologischen

Nische zählen sie zu den Topräubern und sorgen so für die Gesundheit und die Balance

in dem sie umgebenden, komplexen Ökosystem.

Haie verfügen über geradezu unglaubliche Sinne. Neben einem extrem guten Gehör, das

auch Bewegungen unter Wasser als so genannte Schwingungsmelodien hören kann,

sehen die meisten Haiarten extrem gut und verfügen über ein exzellentes Riechvermögen,

das es ihnen erlaubt, Gerüche bis zu einer Verdünnung von 1:10 Milliarden zu erfassen.

Das entspricht einem Tropfen in einem Schwimmbecken von 20x50 Metern und zwei

Meter Tiefe. Dazu kommen weitere Sinnesorgane, die zum Beispiel Druckwellen messen

können oder elektrische Felder bis zu einer Spannung von fünf milliardstel Volt.

Auch wenn die verschiedenen Sinne bei den einzelnen Arten unterschiedlich ausgeprägt

sind, in einem sind alle Haie gleich: Sie sind optimal an ihre jeweilige

Umwelt angepasst. Dazu trägt eine ungewöhnliche Anatomie bei. Auch wenn Haie

oft als Fische bezeichnet werden, so sind wir Menschen doch mehr mit einem

Salamander verwandt, als ein Hai mit einem „normalen“ Knochenfisch. Haie gehören

ebenso wie Rochen und Chimären zu den Knorpeltieren. Wesentliche Unterschiede

bestehen in dem leichteren Skelett aus Knorpel und einer ausgeprägten

Leber, die die Schwimmblase der Fische ersetzt.

Ebenso ungewöhnlich wie seine Anatomie ist auch die Biologie des Haies. Obwohl die meisten

Haiarten lebend gebären, gibt es viele Arten, die Eier legen. Unter den

Lebendgebärenden gibt es wiederum einige Arten, die ihre Eier im Bauch ausbrüten und

die Junghaie lebend gebären. Haie sind deshalb mit einem Begriff und einer Beschreibung

nicht zu umfassen. Zu unterschiedlich sind die Arten, ihre Anatomie und ihre Biologie.

Nur wenige Arten können dem Menschen potenziell gefährlich werden und selbst bei

diesen gehört der Mensch nicht ins Beuteraster. Das zeigen die geringen Zahlen der

Haiattacken sehr deutlich. Zwischen 60 bis 100 dieser Unfälle zwischen Mensch und

Hai ereignen sich jährlich und nur fünf bis zehn enden für den Menschen tödlich. Doch

ungeachtet der statistisch fast nicht erfassbaren Unfälle ist die Angst vor dem „Killer

Hai“ eine der ausgeprägtesten Phobien der von Medien beeinflussten Menschheit.

Die Medien sind es, die aus einem Haiunfall eine weltumspannende Horrorgeschichte

machen, die wochenlang alle Zeitungen füllt. Nehmen wir zum Beispiel einen Motorradunfall,

bei dem der Fahrer später im Krankenhaus einen Arm verliert. Dieses Ereignis

wäre maximal eine kleine Meldung im lokalen Teil einer Zeitung, aber keine Grundlage für

eine internationale Medienkampagne. Ist jedoch anstelle des Motorrads ein Hai in den

Vorfall verwickelt, stürzen sich alle Medien auf die Meldung, ungeachtet der im Verhältnis

zu Motorradunfällen statistisch sehr geringen Zahl von Haiunfällen weltweit. Diese einseitige

Berichterstattung hat ihre Ursache in der menschlichen Sensationslust, die nicht erst

seit dem Stephen-Spielberg-Klassiker „Der weiße Hai“ besteht.

All diese Fakten machen den Hai zu einem der wohl verkanntesten Tiere auf diesem

Planeten und verhindern gleichzeitig den Schutz dieser Tiere. Wer schützt schon

etwas, vor dem er sich fürchtet? Und dass wir Haie schützen müssen, steht außer

Frage. Ihre extrem wichtige Rolle im Ökosystem Meer beginnen wir erst jetzt allmählich

zu verstehen. Fast zu spät, denn weltweit beginnt das Meer als größtes Ökosystem

der Erde mit einer enormen Komplexität bereits zu bröckeln. Einen wesentlichen

Anteil daran hat die aktuelle Ausrottung der Haie. Über 200 Millionen Haie

sterben jährlich durch Menschenhand. 100 der 570 bekannten Arten gelten bereits

als hochgradig bedroht, der berüchtigte Weiße Hai inzwischen sogar als biologisch

ausgestorben. Eine Untersuchung der Universität von Halifax zeigt Rückgänge

bestimmter Haiarten im Nordatlantik von 90 Prozent in den letzten sechs Jahren.

Die Ausrottung der Haie ist in vollem Gange,

aber sie geschieht im Verborgenen, unbemerkt

von der Öffentlichkeit. Ein Umsatz versprechender

Grund für die unbarmherzige Verfolgung

der Tiere ist das Finning. Damit bezeichnet

man das Abschneiden der Flossen meist

bei lebendigem Leib, denn es geht ausschließlich

um die Flossen. Inzwischen weltweit zu

einem Milliardenmarkt geworden, bei dem die

Gewinnspannen höher als im Rauschgifthandel

liegen. Alles für eine stundenlang weichgegarte

Knorpelmasse in einer Brühe. Kulinarisch

fragwürdig, ökologisch eine Katastrophe, denn

nach einer Studie werden in den nächsten vier

Jahren etwa 250 Millionen Chinesen die Einkommensschwelle

überschreiten, die es ihnen

erlaubt, mehrmals im Monat Haiflossensuppe

zu essen. Spätestens dann beginnt der Ausverkauf

der Meere.

Aber es nicht nur ein chinesisches Problem.

Weltweit boomt der Flossenhandel. Spanien

zum Beispiel ist der zweitgrößte Exporteur

von Haiflossen und unter der spanischen

Flagge ist eine der weltweit größten Haifangflotten

unterwegs. Auch Deutschland ist recht

aktiv und gehört zu den führenden Exporteuren

von Heringshai-Flossen. Der Flossenhandel

bietet Gewinnspannen, die höher als

bei Rauschgift liegen, und wird von einer

internationalen Mafia regiert. Aktuell sind

große Flossen bereits selten geworden. Da

überwiegend nur noch Babyhaie gefangen

werden – ein Symptom für die Überfischung

der Arten – werden die getrockneten Babyhaie

heute als neuer, perverser „Modetrend“

gehandelt.

Auch in Europa und vor allem in Deutschland

werden Haie perfekt vermarktet. Die Bauchlappen

des selten gewordenen Dornhais werden

unter „Schillerlocke“ angeboten, das Fleisch

unter „Seeaal“. Haiknorpel wird zu fragwürdigen

Medikamenten verarbeitet und die Haut zu

Uhrenarmbändern. Auch Flossen gibt es in jedem

„besseren“ asiatischen Lokal. Der Hai ist ein

regelrechter Supermarkt, aus dem sich jeder

ungestraft bedienen kann.

Das Ende einer fast 500 Millionen alten Entwicklung

scheint ebenso absehbar wie die dramatischen

Folgen für das Ökosystem Meer. So formulierte

der bekannte südafrikanische Haischützer

Andrew Cobb: „Wenn die Haie sterben, stirbt das

Meer. Wenn das Meer stirbt, werden wir folgen!“

Weiterführende Informationen unter

www.Stop-sales.com und

www.sharkproject.com

Tom Körber SHARKPROJECT / Gerhard Wegner

SHARKPROJECT / Erich Ritter

SHARKPROJECT / Erich Ritter

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