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mariaebene

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JahrESBEriChT 2007

STiFTUng Maria EBEnE


Impressum

Herausgeber

Stiftung Maria Ebene | 6820 Frastanz | Maria Ebene 17

T 05522 72746-0 | F 05522 72746-60

stiftung@mariaebene.at | www.mariaebene.at

Redaktion | Peter Rüscher

Gestaltung | Jutta Ammon, Karin Beer

© Stiftung Maria Ebene | März 2008

Krankenhaus Maria Ebene

Maria Ebene 17 | 6820 Frastanz | 05522 72746-0

Therapiestation Carina

Pater-Grimm-Weg 12 | 6800 Feldkirch | 05522 77151

Therapiestation Lukasfeld

Herrengasse 41 | 6812 Meiningen | 05522 39390-0

Clean Feldkirch

Schießstätte 12 - Top 8 | 6800 Feldkirch | 05522 38072

Supro Suchtprohylaxe

Am Garnmarkt 1 | 6840 Götzis | 05523 54941

Clean Bregenz

Bergstraße 8 | 6900 Bregenz | 05574 45400

Clean Bludenz

Kasernplatz 5 | 6700 Bludenz | 05522 65040


Inhalt

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Bericht des Vorstandsvorsitzenden 4

Bericht des Chefarztes 5

Bericht des Verwaltungsdirektors 6

Krankenhaus Maria Ebene 8

Therapiestation Lukasfeld 9

Therapiestation Carina 10

Beratungsstellen Clean 12

Supro - Werkstatt für Suchtprophylaxe 14

Interreg III A - ASBO 15

Mehr Spass mit Maß 16

EFRE - RauchFrei 18

Interreg III A - Reflect & Act 19

Prävention

Supro

3


BEriChT dES VorSTandSVorSiTzEndEn

4

oar Walter Stefani

Krankenhaus

Maria Ebene

Bericht des Vorstandsvorsitzenden

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Im Jahre 2007 haben wieder mehr als 600 Menschen

in den Einrichtungen der Stiftung Maria Ebene Rat

und Hilfe gesucht und damit das große Vertrauen bekundet,

das sie der Arbeit unserer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter entgegenbringen. Diese identifizieren

sich in der täglichen Begegnung mit suchtkranken

Menschen mit deren Lebenswelt und erleben deren

Sorgen, Ängste und Sehnsüchte. Diese ganzheitliche

Teilhabe stellt immer wieder eine große Herausforderung

dar und setzt eine besondere körperliche und

psychische Belastbarkeit voraus. Es ist bemerkenswert,

dass der Personalwechsel in der Stiftung sehr

gering ist und wir jedes Jahr mehreren Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern – im vergangenen Jahr waren

es dreizehn – für langjährige Mitarbeit Dank und Anerkennung

aussprechen dürfen. Unsere äußerst verdienstvolle

Pflegedirektorin Mona Franzke kann auf

25 Jahre Arbeit für und mit suchtkranken Menschen

zurückblicken. Schon viele Jahre ist sie sehr erfolgreich

in der Führungsarbeit für Maria Ebene tätig und

ist eine tragende Stütze des Krankenhauses. Viele innovative

Projekte, darunter das Qualitätshandbuch,

tragen ihre Handschrift.

Im Rückblick muss ich auch über ein trauriges Ereignis

berichten. Wir mussten Abschied nehmen von

Willi Aberer. Seine Arbeit im Kuratorium wirkte durch

fachkundigen Rat und Klugheit mit großem Verständnis

für die Anliegen der Mitarbeiterschaft.

Auch im vergangenen Jahr wurden in der Stiftung neben

der ureigensten Aufgabe, der Beratung, Betreuung

und Behandlung von Patienten, einige besondere

Schwerpunkte gesetzt: Das Kuratorium hat einstimmig

beschlossen, die bewährte Rechtsform der Stiftung

beizubehalten und den Stiftbrief hinsichtlich

einer besseren Trennung der beschließenden und

kontrollierenden von den ausführenden Organen im

Sinne eines Vorschlages des Landesrechnungshofes

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

zu adaptieren. Dank der raschen Entscheidung von

Landesstatthalter Mag. Markus Wallner konnte mit

dem Umbau der Therapiestation Carina begonnen

werden. Weiter sehr erfolgreich verliefen die Supro-

Projekte „Spass mit Mass“ und „Reflect and Act“,

welche auch die besondere Anerkennung des Landesrechnungshofes

gefunden haben. In Sachen Entgiftungsstation

sind die Diskussionen noch nicht abgeschlossen.

Sehr wertvoll ist auch die Arbeit des Vereines „Friends

of ME“. Für die Wiederbelebung der Strukturen und

Aktivitäten des Vereines im vergangenen Jahr möchte

ich besonders dem Obmann und Vizepräsidenten

Willi Hagleitner und seinem Team danken.

Die umfangreiche und erfolgreiche Arbeit der Stiftung

Maria Ebene ist nur möglich dank einer Mitarbeiterschaft,

deren Arbeit geprägt ist von Fachkompetenz,

sozialem Frieden, Teamgeist und Menschlichkeit. Es

ist besonders anerkennenswert, wie es dem Chefarzt

Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haller, dem Verwaltungsdirektor

Mag. Günter Amann und den Stellenleiterinnen

und Stellenleitern in ihrer Führungsarbeit hervorragend

gelingt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut

zu motivieren, die anstehenden Herausforderungen

mit den immer schwieriger werdenden Patientinnen

und Patienten zu bewältigen und die qualitätsvollen

Standards in den Einrichtungen zu halten und weiter

zu entwickeln.

Das Land und die Gemeinden Vorarlbergs sowie die

Krankenkassen, insbesondere die Vorarlberger Gebietskrankenkasse,

haben mit ihren finanziellen

Leistungen auf hohem Niveau ganz wesentlich zur

positiven Jahresbilanz der Stiftung Maria Ebene beigetragen.

Ein Anlass, mich dafür zu bedanken.

Bei allen, die an dieser sehr positiven Entwicklung

des Stiftungsgeschehens beteiligt waren, insbesondere

bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den

Mitgliedern des Kuratoriums, beim Präsidenten Josef

Fink, beim Chefarzt und Verwaltungsdirektor, bei den

Stellenleiterinnen und Stellenleitern sowie beim Betriebsrat

für die traditionell gute Zusammenarbeit

möchte ich mich mit den Worten von P. Anselm Grün

ganz herzlich bedanken: “Hilfe ist das schönste Wort

der Welt, noch schöner als lieben. Einem andern zu

helfen, ihn zu unterstützen, ihm beizustehen, darin

zeigt sich echte Menschlichkeit.“


Prim. Univ.-Prof. dr. reinhard haller

Bericht des Chefarztes

Krankenhaus

Maria Ebene

Das Thema Sucht hat derzeit Hochkonjunktur, Suchtprävention

und –therapie erleben einen nie dagewesenen

Boom. Neben den inzwischen in die Jahre

gekommenen Problemen mit illegalen Drogen wie

Cannabis, Heroin oder Kokain wurde im vergangenen

Jahr besonders über den Kampf gegen das Rauchen

und den Schutz der Nichtraucher sowie das anwachsende

Problem des Jugendalkoholismus diskutiert.

Damit wurde der Situation Rechnung getragen, dass

die neue Trinkkultur vor allem die jungen Menschen

erfasst hat und dass infolge des Rauchens mehr Menschen

erkranken als durch jede andere Belastung.

Eine völlig neue Dimension eröffnet sich mit dem

Gebiet der sogenannten Verhaltenssüchtigkeit, also

der immer häufiger zu beobachtenden Abhängigkeit

von modernen Medien, von Fernseher, Computer

oder Spielautomaten. Die alte Erkenntnis, dass jedes

menschliche Verhalten zur Sucht werden kann, bewahrheitet

sich in der täglichen Praxis immer mehr.

Unsere Ambulanzen werden tagtäglich von Kauf-,

Konsum-, Sex- oder Spielsüchtigen aufgesucht. Das

Phänomen der Sucht, ohnehin einem steten Wandel

unterworfen, zeigt nun sein modernes Gesicht.

Die Arbeit mit abhängig gewordenen Menschen, welche

zeitlos auf die der Sucht zu Grunde liegenden Basisstörungen

– also Depressionen, Burn out, Selbstwertprobleme

oder Angstzustände - zielt, muss trotz

der für alle Suchtformen geltenden Grundsätze flexibel

und innovativ bleiben. So sind die Einrichtungen

der Stiftung Maria Ebene immer bemüht, neue Trends

frühzeitig zu erfassen, darauf mit modernen Therapieansätzen

zu reagieren und in der Prävention und

Behandlung ganz am Puls der Zeit zu sein. So wurden

die Vorbeugeaktivitäten mit der Aktion „Mehr Spaß

mit Maß“ insbesondere auf die jugendlichen Rausch-

und Komatrinker zentriert. Ein von seinem Ansatz her

völlig neues Projekt, das mit Unterstützung von EU-

Förderungsmittel und Hilfe der Vorarlberger Landes-

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

regierung durchgeführt wird, widmet sich dem „Killer

Nr. 1“, der Zigarette. In den auf individuelle Zuschneidung

bedachten Nikotin-Entwöhnungsprogrammen

kann die Stiftung auf all ihre reichen Erfahrungen bei

der Motivation von Süchtigen jeglicher Art zurückgreifen

und in den diversen Behandlungsansätzen

gleichsam aus dem Vollen schöpfen.

Für das kommende Jahr planen wir eine intensive Befassung

mit dem immer dringender werdenden Problem

der nicht-substanzgebundenen Süchte. Es ist

angedacht, an der Beratungsstelle Clean Feldkirch,

welche seit Jahren erfolgreiche Therapie für Spielsüchtige

anbietet, hier einen Schwerpunkt zu bilden.

Die Aufgaben im Suchtbereich gehen nie aus: Die aktuelle

Diskussion über die Jugendgewalt fordert die

Stiftung mit ihrer großen Erfahrung in der Primär-,

Sekundär- und Tertiärprävention aufs Neue heraus.

Nachdem Sucht und Aggressivität jeweils nur die

Spitze eines Eisberges darstellen, muss sich die Vorbeugung

auf die zu Grunde liegenden Probleme konzentrieren,

und diese sind über weite Strecken genau

gleich. Auch wenn wir Suchttherapeuten hier zum

Teil Neuland betreten und eigene Präventions- und

Therapietechniken entwickeln müssen, wird immer

der Mensch im Mittelpunkt unserer Arbeit bleiben:

Der Mensch, mit all seinen Krankheiten und Nöten,

der Mensch in seiner Vielfältigkeit, der Mensch als

manchmal auch abhängiges und süchtiges Wesen.

5

BEriChT dES ChEFarzTES


BEriChT dES VErWaLTUngSdirEKTorS

6

Mag. günter amann

Krankenhaus

Maria Ebene

Bericht des Verwaltungsdirektors

Leiter

Ärzte inkl. BD-Ärzte

Psychologen/Berater

Sozialarbeiter

Sozio-/Arbeits-/Kreativtherapie

Pflegepersonal

WG-Personal

Verwaltung, Sekretariat

Betriebspersonal

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Berufsgruppen Ärztliche Leitung

Leiter

100

Ärzte inkl. BD-Ärzte

-

Psychologen/Berater

-

Sozialarbeiter

-

Sozio-/Arbeits-/Kreativ-/Physiotherapie

-

Pflegepersonal

-

Projektmanagement

100

Verwaltung/EDV

-

Sekretariat

50

Köche/Küchenhilfen

-

Betriebspersonal

-

Lehrlinge

-

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Personal

Wie schon in den letzten Jahren gibt es beim Dienstpostenplan

der Stiftung Maria Ebene gegenüber den

vergangenen Jahren keine großen Änderungen in der

absoluten Beschäftigtenzahl.

Der erste Lehrling der Stiftung hat seine Lehre als

EDV-Techniker mit gutem Erfolg abgeschlossen. Die

gesetzten Ziele und Erwartungen wurden mehr als

erreicht und haben die Richtigkeit der Entscheidung

zur Ausbildung einer eigenen Fachkraft bestätigt.

Mit Blick auf die Zukunft werden große Änderungen

im Patientengut vor allem im Pflegebereich Anpassungen

an die neuen Rahmenbedingungen notwendig

machen.

dienstpostenplan 2007 ohne aushilfen

Alle Angaben in Prozent; 1 Stelle = 100%.

Zentrale Maria Ebene

Therapie

100

-

-

480

-

280

-

200

-

330

-

800

-

-

550

-

-

90

-

-

-

-

100

-

Carina Lukasfeld Clean

Feldkirch

100

100

80

20

190

10

430

200

60

110

-

200

270

345

-

290

600

-

-

100

-

85

80

50

10

50

-

Maria Ebene

Wirtschaft

50

-

-

-

-

-

-

-

-

525

290

-

Clean

Bregenz

100

10

80

180

-

-

-

80

-

Prävention

Supro

Maria Ebene

Ambulanz

-

150

20

-

-

50

-

30

50

-

-

-

250 750 2.180 865 300

Clean

Bludenz

80

-

62,5

145

-

-

-

37,5

-

1.315 1.665 400 450 325


Leiter

Psychologen/Berater

Sozialarbeiter

Sekretariat

Krankenhaus

Maria Ebene

Bauaktivitäten

Im Jahr 2007 konnte nach langer Vorbereitungsphase

mit der aus brandschutz-, hygiene- und arbeitnehmerschutzrechtlichen

Gründen dringendst

notwendigen Sanierungen und Adaptierung der Therapiestation

Carina begonnen werden.

Neben der Neusituierung der Stiegenhäuser und der

behindertengerechten Erschließung des Gebäudes

wird der gesamte Lager- und Werkstättenbereich

inkl. diverser Funktionsräume für die Soziotherapie

neu gestaltet. Die Baukosten betragen ca. 1,5 Millionen

Euro. Geplante Fertigstellung ist Frühjahr 2009.

In diesem Zusammenhang gilt der Dank vor allem dem

Land Vorarlberg für die finanzielle Unterstützung und

dem ganzen Projektteam für die hervorragende Umsetzung

der Vorgaben aller involvierten Stellen.

EdV und homepage

Das seit 1993 in Stiftung Maria Ebene verwendete

Patientendokumentationssystem wurde 2007 konsequent

weiterentwickelt. Implementiert wurde u.a.

eine Schnittstelle zum Dokli, dem Dokumentationssystem

des österreichischen Bundesinstituts für Gesundheitswesen

sowie Auswertungsmöglichkeiten

für die Vorarlberger Psychiatrieberichterstattung.

Damit beim Ausfall der Datenhauptleitung im Krankenhaus

Maria Ebene die EDV-Systeme weiter verfügbar

sind, wurde mit der Firma Teleport ein Ausfallskonzept

umgesetzt. Bei Ausfall von mehr als

einer der drei entbündelten Hauptleitungen wird automatisch

auf eine Funk-Backupleitung geschaltet.

Die Umschaltung dauert nur wenige Sekunden.

Sobald die Hauptleitungen wieder verfügbar sind, erfolgt

automatisch die Rückschaltung. Die dafür erforderlichen

Geräte wurden von der Firma Teleport zur

Verfügung gestellt.

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

SUPRO inkl. SUPRO Spaß mit Prostituierten-

Projekte Mobil Maß betreuung

100

-

-

-

180

100

110

-

-

-

-

140

180

-

-

-

360 100 110 140

Prävention

Supro

Neu gestaltet wurde auch die interne Organisation

des EDV-Supports. Der neugestaltete EDV Helpdesk

vereinfacht zum einen die Kontaktaufnahme mit der

EDV, zum anderen können EDV-interne Prozesse

besser gesteuert und professionalisiert werden. Die

Mitarbeiter können den Status ihrer Supportanfragen

(insgesamt ca. 1.300 pro Jahr) einsehen und bekommen

Rückmeldungen wie, von wem und wann ihr Problem

gelöst worden ist.

Als erfolgreich kann auch der Internetauftritt der

Stiftung bezeichnet werden. Im Rückblick auf die

vergangenen Jahre konnte jedes Jahr seit Bestehen

eine Steigerung der Seitenaufrufe erzielt werden.

Im Jahr 2006 lag der Durchschnitt noch knapp unter

200.000er Marke, die letztes Jahr durchbrochen

werden konnte. Es wurden insgesamt 228.000 verschiedene

Seiten der Stiftung aufgerufen. Das Portal

der Stiftung Maria Ebene wurde im Jahresdurchschnitt

monatlich 13.562 besucht, das entspricht 437

Besuchen täglich.

Statistische daten 2007 (gesamte Stiftung)

verr. Pflegetage: 27.814

Stationäre Patienten: 616

Stationäre Aufnahmen: 534

Durchschnittliche Verweildauer in Tagen: ca. 51

Durchschnittliche Auslastung der Stationen: > 92%

Anteil Vorarlberger Patienten: ca. 60 %

Anteil Innerösterreichischer Patienten: ca. 35 %

Anteil ausländischer Patienten: ca. 5 %

Alter der Patienten: 15 – 45 Jahre: 345 Aufnahmen

Alter der Patienten: 45 - 65 Jahre: 172 Aufnahmen

Alter der Patienten: über 65 Jahre: 17 Aufnahmen

7

BEriChT dES VErWaLTUngSdirEKTorS


KranKEnhaUS Maria EBEnE

8

Krankenhaus Maria Ebene

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Für das Krankenhaus Maria Ebene, die Zentrale

der Stiftung, war das vergangene Jahr durch „Routinearbeit

auf hohem Niveau“, Konsolidierung im

therapeutischen Team und Innovationen im Fortbildungsbereich

gekennzeichnet. Die Auslastung

im stationären Bereich ist mit 356 Aufnahmen bei

nur selten vorkommenden Therapieabbrüchen nach

wie vor sehr hoch. Die 100%-Marke lässt sich nur

aus organisatorischen Gründen (zB durch Therapiebeendigung

am Freitag und Neuaufnahme erst

am darauffolgenden Montag oder durch Bettenfreihaltung

bei vorübergehend in anderen Krankenhäuser

transferierte Patienten) nicht erreichen.

Generell ist in einer Zeit, in der alles schneller, kürzer

und effektiver gehen muss, auch in der Suchttherapie

ein Trend zur Verkürzung des stationären Aufenthaltes

zu beobachten. Besonders gefragt sind Kriseninterventionen

und Stabilisierungsbehandlungen,

welche sich nur auf wenige Tage beschränken. So gelingt

es oft, durch 3 oder 4 Therapietage einen Rückfall

rechtzeitig abzufangen, eine Krise zu bewältigen

und eine Langzeitbehandlung zu verhindern. Bei

denjenigen Patienten, die sich zu einer klassischen

Entwöhnungskur entschließen, stellen wir schwerere

Krankheitsformen als früher fest. Bei den meisten

Suchtkrankheiten lässt sich zusätzlich ein schweres

internistisches, orthopädisches und psychiatrisches

Leiden feststellen. Diese Mehrfachbelastungen stellen

enorme Anforderungen an das gesamte Personal,

insbesondere im pflegerischen und ärztlichen Bereich.

Einen anhaltenden Boom erlebt die suchtmedizinische

Ambulanz, welche vor allem am Feierabend und an

den Wochenendtagen geradezu gestürmt wird. Eine

Steigerung von 11,95 % gegenüber dem Vorjahr auf

insgesamt 7.538 Ambulanzkontakte im Jahr 2007

zeugen von dieser Entwicklung. Suchtkranke Menschen,

denen der Verlust ihres Arbeitsplatzes droht

oder welche aus verschiedenen Gründen nicht von

zuhause weg können, bevorzugen diese Form der

Therapie.

Das therapeutische Konzept musste auch im vergangen

Jahr an die sich rasch ändernden Verhältnisse im

Suchtbereich adaptiert werden. So liegen bei unseren

Patienten immer seltener sogenannte „Monoabhängigkeiten“,

also die Süchtigkeit auf eine einzige Substanz

(zB Alkohol) vor. Immer häufiger sind mehrere

Suchtformen, von Medikamenten- über Cannabismissbrauch

bis zu den sogenannten Verhaltenssüchten

reichend, zu beobachten. Eine besondere Heraus-

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

forderung, vor allem an die Psychotherapie, stellen

die zunehmen häufiger werdenden Spiel-, Internet-,

Computer-, Kauf- oder Sexsüchte, die sogenannten

„Verhaltenssüchte“, welche gerade bei jungen Menschen

vermehrt auftreten, dar.

Am Krankenhaus Maria Ebene wurde eine eigene fächerübergreifende

Fortbildungsreihe gestartet. Diese

hat sich im Jahr 2007 mit dem Thema „Psychotrauma“,

einer bei vielen Suchtkranken vorliegenden

Grundstörung, beschäftigt. Diese neue Initiative hat

großen Zuspruch bei den Therapeuten der Stiftung

Maria Ebene, vielen Mitarbeitern externer psychosozialer

Beratungsstellen und frei praktizierenden Psychotherapeuten

gefunden.

Der Organisatorin der Veranstaltungsserie, Frau Pflegedirektorin

Mona Franzke, ist es gelungen, namhafte

ausländische Referenten für die bis zum letzten Platz

ausgebuchten Tagesseminare zu gewinnen.

Als großer Erfolg hat sich wiederum das traditionelle

„Maria-Ebene-Symposium“, das sich dem Thema

„Selbstverletzendes Verhalten“ gewidmet hat, erwiesen.

Über 200 Fachleute, Interessierte und Freunde

unseres Krankenhauses haben den Weg zu dieser

Abendveranstaltung mit anschließendem Buffet, welches

als kleines Dankeschön der Stiftung an alle Kooperationspartner

zu verstehen ist, gefunden.

Im therapeutischen Team ist es zu einigen Veränderungen

gekommen. Dr. Monika Gomig ist zur Fortsetzung

ihrer Facharztausbildung an das Psychiatrische

Krankenhaus Hall/Tirol gewechselt. Neu eingetreten

sind die Assistenzärzte Dr. Philipp Haider aus Wien

und Dr. Klaus Schwendinger aus Dornbirn. Die wegen

Karenzurlaub der Psychologin Dr. Yvonne Skrabl

freigewordene Stelle wurde durch die Therapeuten

Dr. Elisabeth Sorgo, Mag. Daniela Frick und Manfred

Buchacher in Teilzeitbeschäftigung besetzt. Im

Pflegebereich hat DPGKS Sarah Vogel die Stelle von

DPGKS Simone Haller, welche nach Ergänzung ihrer

Ausbildung wieder zu uns kommen wird, übernommen.


Therapiestation Lukasfeld

Krankenhaus

Maria Ebene

In der TS Lukasfeld wurden 2007 zwölf Patientinnen

und Patienten ausschließlich zum Entzug oder für die

Vorbereitung in andere Einrichtungen (ua. TS Carina)

aufgenommen, zu einer längerzeitlichen Therapie

in der TS Lukasfeld kamen 102 Personen, wobei nur

19,7 Prozent die Behandlung regulär abgeschlossen

haben. 2006 waren es 42,7 Prozent gewesen, aber

auch 2004 waren es nur 22,1 Prozent. Die Klientel ist

in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich fünf

Jahre jünger geworden, der Altersschnitt lag 2007

bei 21,6 Jahren. Auch das Einstiegsalter in einen

regelmäßigen Drogenkonsum hat abgenommen, so

dass wir mit mehr Instabilität und geringerem emotionalen

Durchhaltevermögen konfrontiert sind. Demgegenüber

zeigt die Wohngemeinschaft auf, dass es

eine Gruppe von Personen gibt, die sich auf längere

Prozesse einlassen und davon sehr profitieren. In den

zehn Jahren seit Eröffnung (1997) wurden 80 Personen

aufgenommen, 44 Entlassungen waren positiv,

42 blieben über sechs Monate, von diesen hatten 36

(82 %) einen positiven Abschluss.

Chronik 2007

Höhepunkt war das Ehemaligentreffen am 1. Juni

2007 mit ehemaligen Patientinnen und Patienten sowie

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir haben es

mit einem lockeren Sport- und Geschicklichkeitswettbewerb

verbunden.

Am Stiftungssymposium im November wurde eine

Studie zum Thema „Selbstverletzendes Verhalten“

vorgestellt, 40 % haben Erfahrungen mit Ritzen und

anderen Formen des SVV.

Ein Theaterprojekt hat mit Textsammlung und dem

Einspielen von Videosequenzen begonnen.

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Wir erhielten mehrere Besuche, etwa Landesstatthalter

Mag. Markus Wallner, mit welchem wir unsere

beengte Entzugssituation besprochen haben, eine

Gruppe um AK-Präsident Hubert Hämmerle, weiters

Mitarbeiter von anderen Drogenstationen (Walkabout

Graz, Lutzenberg Schweiz), Angehörigenverein HPE,

Mitarbeiter der Telefonseelsorge, Ethiklehrer oder

die Krankenpflegeschule Feldkirch.

Seminartage zu den Themen „Humor in der Psychotherapie“

(Michael Titze) und „Körperarbeit in

der stationären Therapie von Borderline-Patienten“

(Franz Lettner).

Außertourliche Veranstaltungen mit Patienten: Outdoortage,

Sonnenaufgangswanderung auf die Hohe

Kugel (siehe Bild), Erste-Hilfe-Training, Sportturnier

mit Bewohnern des Kolpinghaus Götzis sowie Patientinnen

und Patienten des KH Maria Ebene und der TS

Carina, Initiativveranstaltung zum Thema „Laufen“,

wobei wir von Günter Ernst/Laufart in Bregenz 40

Paar Laufschuhe gesponsert bekamen, sowie ein Expertentreffen

und Erfahrungsaustausch zum Thema

„Erfolge in der Suchttherapie: Gibt es das?“

ausblick auf das Jahr 2008

Wir erwarten für heuer die endgültige Entscheidung,

ob die TS Lukasfeld den Auftrag bekommt, für das

Land Vorarlberg eine eigene Drogenentgiftungsstation

zu errichten und zu führen. Unabhängig davon

stehen bauliche Veränderungen an, um die Standards

im Akutbereich zu verbessern. Weiters freuen wir uns

auf die Fortsetzung des Theaterprojekts und die öffentliche

Aufführung im Frühsommer 2008.

9

ThEraPiESTaTion LUKaSFELd


ThEraPiESTaTion Carina

10

Therapiestation Carina

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Rückblickend auf das Arbeitsjahr 2007 können wir

zum einen von einer sehr hohen Auslastung von knapp

über 100 % berichten, zum anderen liegen auch erste

Ergebnisse der laufenden Evaluierungsstudie vor.

Neben dem Ziel, konkrete Aussagen über die Wirksamkeit

der Therapie treffen zu können, regen die

vorliegenden Ergebnisse zur Reflexion und Diskussion

an, um anschließend in die aktuelle Behandlungsstrategie

einfließen zu können.

Im November 2007 haben wir die behördliche Genehmigung

zur Sanierung des Kellers und zur Durchführung

der die Stiegenhäuser betreffenden nötigen

Brandschutzmaßnahmen erhalten. Eine mehrjährige

Planungsphase konnte damit abgeschlossen und die

Bautätigkeit begonnen werden. Im Rahmen dieser

Bautätigkeit werden auch notwendige Infrastrukturverbesserungen

durchgeführt. Dies beinhaltet eine

Werkstätte für Holz- und Metallverarbeitung, mit

deren Hilfe wir Einkommen für Freizeitaktivitäten

bewerkstelligen wollen. Neue Umkleideräume verbessern

die Arbeitssituation der PatientInnen in ihren

Arbeitsbereichen. Die Lagerung der Lebensmittel

kann optimiert und die bislang prekäre räumliche Gestaltung

und Ausstattung der PatientenInnen-Zimmer

stark verbessert werden. Die Bauarbeiten wurden

im November 2007 aufgenommen, zunächst mit

der Errichtung der neuen Straßenzufahrt und dem

Abbruch des baufälligen Kellers. In der Baukonzeption

ist ein hoher Anteil von Eigenleistungen durch die

PatientInnen mitberücksichtigt. Die Baumaßnahmen

sollen Ende 2008 abgeschlossen werden.

Evaluierungsstudie - Chronologie

Im Rahmen der 2005 initiierten „Initiative Qualitätssicherung

und Qualitätsentwicklung“ wurde in den

letzten drei Jahren ein am aktuellen Forschungs- und

Wissensstand orientiertes Modell zur klinisch-psychologischen

Dokumentation und Evaluation stationärer

Entwöhnungsbehandlungen entwickelt und in

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

den Regelbetrieb der Therapiestation integriert. Ab

dem Jahr 2006 kam eine standardisierte klinischpsychologische

Eingangs- und Abschlussdiagnostik

routinemäßig zum Einsatz. Ein psychologisches

Fachteam führt die Testungen laufend durch und erstellt

für alle PatientInnen etwa zwei bis vier Wochen

nach ihrer Aufnahme einen detaillierten klinisch-psychologischen

Aufnahmebericht und ebenso zwei bis

vier Wochen vor Therapieende einen Abschlussbericht,

die den fallführenden PsychotherapeutInnen

und dem Leiter der Therapiestation zur Verfügung

gestellt werden. Nach der erfolgreichen Etablierung

dieser Qualitätsentwicklungsmaßnahme konnte Mitte

2006 mit der Entwicklung eines Katamnesefragebogens

und im Herbst 2006 mit dessen Erprobung begonnen

werden. Bereits im Jänner 2007 konnte mit

den ersten Befragungen zur Einjahreskatamnese des

PatientInnenjahrgangs 2006 begonnen werden.

Evaluierungsstudie - aktueller Stand

Mit 1. Jänner 2008 liegt ein erster umfassender Katamnesebericht

jener befragten PatientInnen vor, die

2006 ihre Therapie beendet haben. Die Ausschöpfungsquote

betrug 81 %. Für 1. März 2008 ist die Fertigstellung

des Evaluationsberichts der Jahre 2006

und 2007 geplant. Ein zentrales Erhebungskriterium

in der Katamnesebefragung war der individuelle Abstinenzstatus

bzw. das Ausmaß des Beikonsums zur

Abstinenz. Die Berechnung der Quote erfolgte anhand

der Standards der Deutschen Gesellschaft für

Suchtforschung und Suchttherapie (DGSS). Nach der

strengsten Berechnungsform (DGSS4) betrug die

Abstinenzquote für illegale Suchtmittel ein Jahr nach

Abschluss der Therapie 73 %. Trotz der Wertung nicht

erreichter PatientInnen als „rückfällig“, konsumierten

nach eigenen Angaben sieben von zehn PatientInnen

zum Zeitpunkt der Befragung keine illegalen Drogen.

Nimmt man den Konsum von Alkohol dazu, reduziert

sich die Abstinenzquote auf 37,5 %. Das bedeutet,

dass beinahe immer noch vier von zehn PatientInnen

ein Jahr nach Abschluss ihrer Therapie ein komplett

abstinentes Leben führen. Ein weiteres zentrales Ergebnis

der Befragung ist, das 72 % der Befragten angaben,

dass sich ihre persönliche Lebensqualität ein

Jahr nach ihrer Therapie im Vergleich zur Zeit vor

Therapieantritt wesentlich verbessert hat. Fast die

Hälfte der befragten PatientInnen schätzte ihre Lebensqualität

als gut bis sehr gut ein.

Bei weiterführendem Interesse können die Berichte (Katamnesebericht

2007; Evaluationsbericht 2006-2007) im Sekretariat der

Therapiestation Carina angefordert bzw. eingesehen werden.


Krankenhaus

Maria Ebene

Statistik Patientinnen

Erfolgreiche Abschlüsse, Abbrüche, Entlassungen

Betreuungsende nach Plan

Betreuungsende nicht nach

Plan: kein Abbruch (zB

Krankheit, Ortswechsel, Haft,

Tod, Vermittlung in andere

Eintrichtung)

Betreuungsabbruch

Entlassungen

Gesamt

19

2

1

2

1

A rb e its in te g ra tio n 2 0 0 7

29

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Gesamt

35

2

davon

Männer

24

2

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

E ins tieg in ein D iens tverhältnis

M aß nahm e des A M S

S c hulis c he A us bildung

D uale A us bildung, Lehre

P ens ion

A rbeits projek t

Gesamt

davon

Frauen

11

0

15

8

7

2

2

0

54 36 18

W o h n s itu a tio n n a c h d e r s ta tio n ä re n T h e ra p ie 2 0 0 7

11

43

E igene W ohnung

W ohngem eins c haft

Prävention

Supro

11

ThEraPiESTaTion Carina


BEraTUngSSTELLEn CLEan

12

Beratungsstellen Clean

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Die Klienten- bzw. Patientenauslastung war im Jahr

2007 in allen drei Beratungsstellen auf einem unverändert

hohen Niveau. Sämtliche folgenden Daten beziehen

sich auf „Betreute Personen“, die direkt von

Suchtverhalten betroffen sind, ohne Bezugspersonen

und kurzfristige Kontakte.

neu- und Wiederaufnahmen sowie abschlüsse 2007

600

500

400

300

200

100

0

C lean

B ludenz

Suchtdiagnosen

Die Trends im Drogenkonsumverhalten waren ähnlich

denen des Jahres 2006. Diagnostisch bildeten

die Cannabiskonsumenten zwischenzeitlich die größte

Gruppe, gefolgt von der Gruppe der Opiatkonsumenten

und an dritter Stelle die Gruppe der Menschen

mit multiplem Drogenkonsum. Kokain als Leitdroge

spielte eine eher untergeordnete Rolle. Zu berücksichtigen

ist hier allerdings, dass in der Gruppe der

Menschen mit multiplem Drogenkonsum Opiate als

Leitdroge dominierten, so dass die Gruppe der Opiatkonsumenten

immer noch die deutlich größte war.

2 0 0

1 8 0

1 6 0

1 4 0

1 2 0

1 0 0

8 0

6 0

4 0

2 0

0

1 7 3

C lean

B regenz

1 3 9

1 2 6

F12: Cannabinoide

F19: multipler Substanzgebrauch

F11: Opioide

C lean

F eldk irc h

5 4

G es am t

1 9

1 3

F14: Kokain

F63: pathologisches Spielen

F10: Alkohol

F15: andere Stimulanzien

V om V orjahr übernom m en

und N eu- und

W iederaufnahm en

A bs c hlüs s e

5 5 3 1 1

F50: Essstörungen

keine

F16: Halluzinogene

F18: flücht. Lösungsmittel

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Lebensunterhalt und Wohnsituation

Die Wohnsituation war bei 97 % unserer Klienten bzw.

Patienten gesichert. Diese gesamthaft betrachtet erfreulich

hohe Zahl lässt sich mehrfach interpretieren

und auf verschiedene Faktoren wie die Verbesserung

der Angebote in der (Delogierungs-)Prävention und

der Wohnungslosenhilfe, die Entwicklungen im Wohnungsmarkt,

den unter Umständen veränderten Umgang

mit den betroffenen Menschen bei Wohnproblemen

u.a. zurückführen.

Voll erwerbstätig waren 52 % unserer Klienten bzw.

Patienten. Rechnet man jene hinzu welche einer Teilzeittätigkeit

nachgehen, erhöht sich diese Zahl auf

58 % Erwerbstätige.

Die genauere Betrachtung zeigt, dass ein beachtlicher

Teil der Vollerwerbstätigen über keine abgeschlossene

berufliche Ausbildung verfügt und als angelernte

Kräfte bzw. Hilfsarbeiter in eher unsicheren und

schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen steht. Demgegenüber

standen 40 %, welche keine Erwerbstätigkeit

ausübten. Zu dieser Zahl ist anzuführen, dass

hier Schüler und Studenten ebenso enthalten sind

wie Menschen, welche eine Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension

beziehen. Arbeitslosigkeit stellt

aber nach wie vor ein häufiges und großes Problem

für unsere Klienten bzw. Patienten dar.

R e ih e 1

V oll erw erbs tätig

Teilz eit erw erbs tätig

G eringfügig erw erbs tätig

K eine E rw erbs tätigk eit

unbek annt

G es am t

P s y c hos oz iale B eratung

P s y c hotherapie

M ediz inis c he B ehandlung

N ac hgehende A rbeit

D rogen- und A lk oholtes t

Indirek te Leis tungen

B ez ugs pers on

G es am t

Summe der Leistungen (Maßnahmen)

Die Beratungsstellen stehen nicht nur jenen Menschen

offen, die selbst von einer Suchtproblematik

betroffen sind. An den Clean Beratungsstellen wurden

2007 in Summe 812 Leistungen für Bezugspersonen

erbracht. Nicht eingerechnet sind dabei jene

Angehörigen und Bezugspersonen, die sich ohne die/

den „direkt“ Betroffene/n an die Beratungsstellen


Krankenhaus

Maria Ebene

wenden. Allein im Clean Feldkirch waren dies 44 von

insgesamt 71 Bezugspersonen, die sich kurz- oder

langfristig bzw. direkt (Beratung, Therapie) oder indirekt

(Telefon, Mail) professionelle Hilfe holten.

Spielsucht

„Ich fühle mich körperlich so viel gesünder seit ich

nicht mehr spielen kann“ – so eine Teilnehmerin der

Gruppe nach ihrer Spielsperre im Casino. „Ich brauche

noch den Schutz aller Menschen, die ich kenne

um nicht zu Spielen. Das nicht-Spielen-können hilft

mir, genauer hinzuschauen wie ich bisher gelebt habe,

was wichtig war und was und wer jetzt in meinem Leben

wichtig ist.“ – ein Teilnehmer, der alles Mögliche

gespielt und dabei auch viel fremdes Geld verspielt

hat.

Dies sind Aussagen von zwei Menschen, die schon in

einem langen Prozess der Begleitung stehen. Es gibt

viele, die nur kurz mit uns in Kontakt sind und nach einer

nur wenige Monate dauernden Abstinenz denken,

dass sie die jahrelange Spielsucht hinter sich gelassen

haben. Als Therapeutin fragt man sich manchmal ob

es für SpielerInnen noch schwieriger ist auszusteigen

und die der Sucht zugrundeliegenden Muster anzugehen

als für Menschen mit stoffgebundenen Süchten.

Manches mag dafür sprechen, da Geld und Spielsucht

tabuisierte Themen unserer Gesellschaft sind. Die Erfahrung

mit anderen Abhängigen zeigt, dass es auch

hier oft viele Anfänge braucht um aus der Sucht auszusteigen.

Insgesamt wurde in den Beratungsstellen in Feldkirch

und Bregenz 480 Stunden dem Thema Spielsucht (44

Betroffene) gewidmet. Weiters wurden 37 Angehörige

in diesem Kontext betreut. Es fanden 20 Gruppentreffen

mit durchschnittlich 10 TeilnehmerInnen statt.

Substitution

Zentrale Inhalte der seit 1. März 2007 geltenden

Substitutionsverordnung sind die Betonung der Zusammenarbeit

von verschreibenden Ärzten, Amtsärzten

und Apotheken sowie die Definition von Methadon

und Buprenorphin als Mittel erster Wahl. Für

unser Bundesland brachte die Verordnung keine

wesentlichen Fortschritte, da sie sich unter dem in

Vorarlberg längst etablierten Standard von medizinischer

Behandlung und psychosozialer Betreuung

der Substituierten bewegt.

Eine einschneidende Änderung ergab sich 2007 an

der Beratungsstelle in Bludenz, nachdem sich deren

Gründer und langjähriger Leiter, der Facharzt

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Dr. Wilhelm Jochum im Jänner 2007 ganz aus der

Suchtarbeit zurückgezogen hat. Einen Teil seiner

PatientInnen übernahm Dr. Vinko Duspara, der viel

Erfahrung aus seinen langjährigen Tätigkeiten in der

Suchtberatung Bludenz, der Therapiestation Lukasfeld

und dem Clean Feldkirch mitbringt.

Neben ihm weitete der bereits seit 2003 an unserer

Stelle verschreibende praktische Arzt Dr. Maximilian

Mohilla sein Engagement aus, sodass wir unseren

substituierten Patienten auch in Zukunft eine hohe

Qualität in der medizinischen Behandlung bieten können.

Fortbildung von Mitarbeiterinnen

Im Jahr 2007 schlossen zwei Mitarbeiter längere

Weiterbildungen erfolgreich ab: Wolfgang Mader (Clean

Bregenz) absolvierte den „Masterstudiengang Sozialarbeit“

in St. Pölten mit dem Abschluss Magister

(FH). Bernhard Herburger (Clean Feldkirch) machte

das Upgrade in Klientenzentrierter Psychotherapie

mit der Masterarbeit „Bedeutung der Familiengeschichte

in der Klientenzentrierten Psychotherapie“.

Daneben gibt es – neben der Teilnahme an internen

Fortbildungen der Stiftung – eine große Zahl von

Lehrgängen, Seminaren und Tagungen, die von den

MitarbeiterInnen der drei Cleans im Jahr 2007 besucht

wurden.

13

BEraTUngSSTELLEn CLEan


SUPro - WErKSTaTT Für SUChTProPhyLaxE

14

Krankenhaus

Maria Ebene

Supro - Werkstatt für Suchtprophylaxe

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Die erfolgreiche Zusammenführung aller Präventionsmaßnahmen

der Stiftung Maria wurde mit der

offiziellen Eröffnung der neuen Büroräumlichkeiten

durch Landesstatthalter Mag. Markus Wallner in Götzis

am 6. Februar 2007 abgeschlossen.

In einem sehr intensiven Arbeitsjahr wurde von den

MitarbeiterInnen der Supro hervorragende Arbeit

geleistet und so kann ohne weiteres gesagt werden,

dass die Supro wieder als kompetenter Ansprechpartner

in allen Fragen der Suchtprävention im Land

Vorarlberg gesehen und akzeptiert wird.

zahlen

Die im Folgenden aufgelisteten Zahlen sollen zeigen,

mit welchem Engagement das Team der Supro die

Präventionsarbeit in Vorarlberg vorangetrieben hat.

So konnten mit Vorträgen, Workshops, Fortbildungen

und Projekten insgesamt 11.207 Personen (3.368 Jugendliche

und Kinder, 4.171 Erwachsene und 3.668

Multiplikatoren) direkt und unmittelbar erreicht und

betreut werden. Zu diesem Zweck wurden 2007 unter

anderem insgesamt 52 Elternvorträge, 92 Workshops

mit Jugendlichen und 36 Workshops bzw. Weiterbildungsmaßnahmen

für Multiplikatoren von den

MitarbeiterInnen der Supro durchgeführt. Aufgeteilt

nach Settings ergibt sich folgendes Bild: Familie (8

%), Kindergarten (1,2 %), Schule (32,8 %), Jugend/

Freizeit (14,2 %), Arbeitswelt (6,9 %), Gemeinde (27

%), settingübergreifend (9,9 %). Nach Art der Tätigkeit

aufgeschlüsselt wurden unsere Ressourcen folgendermaßen

eingesetzt: Infomanagement (21 %),

Beratung & Coaching (11 %), Vorträge, Schulungen,

Projekte (21 %), Innovation & Konzeption (16 %), Krisenintervention

(3 %), Vernetzung (17 %), Medienarbeit

(4 %), Administration (7 %).

Schwerpunkte 2007

Das bestehende Angebot der Supro wurde auch 2007

laufend auf Wirksamkeit und Nachhaltigkeit untersucht

und aufbauend auf den Ergebnissen adaptiert.

Im Sinne der Weiterentwicklung wurden aber auch

neue Pilotprojekte auf dem neuesten Stand der Wissenschaft

konzipiert und evaluiert. Die Einführung

des Lebenskompetenzprogramms „Eigenständig

werden“ in den Volksschulen stieß auf ausgezeichnete

Resonanz bei den Beteiligten. So konnten 2007

insgesamt 25 LehrerInnen ausgebildet werden. Die

Fortbildungen für „klartext:sucht“, „klartext:nikotin“

und „klartext:alkohol“ für LehrerInnen der Hauptschule,

des Poly und der AHS/BHS wurden sehr stark

nachgefragt. 76 Klassen führten ein klartext-Programm

durch.

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Im Rahmen der Plattform „Migration & Sucht“ wurde

von Eltern und Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund

gemeinsam mit Fachleuten aus der

Suchtprävention ein „Filmprojekt“ konzipiert, das

zum Ziel hat, türkischsprachige Eltern in ihrer Erziehungskompetenz

zu unterstützen.

Das im Auftrag der VGKK entwickelte Projekt „ZOOM“

soll gefährdeten Jugendlichen Möglichkeiten eröffnen,

ihren Substanzkonsum bzw. ihre Verhaltenweisen

zu reflektieren und ihnen andere Perspektiven zu

eröffnen. Dazu wurde im Jahre 2007 das Programm

„VIVA“ zur Förderung der Selbstregulation und Sozialkompetenzprogramme

für unterschiedliche Gruppen

im Pilotversuch erprobt. Außerdem konnte mit

„ProFi“ ein Projekt zur Frühintervention bei Cannabis

konsumierenden Jugendlichen entwickelt und vorgestellt

werden.

Mit dem Ziel der Vernetzung und des fachlichen

Austausches wurde bei vier Bezirkskonferenzen das

Thema der „Früherkennung und –intervention“ diskutiert.

Neben der Präsentation des bereits bestehenden

Angebots und der Analyse des Bedarfs hatte

die Bezirkskonferenz vor allem die Erarbeitung von

Handlungsleitfäden für alle beteiligten Institutionen

und Personen zum Ziel.

Das Team der Eventbegleitung hat 2007 bei 43

Events ca. 35.000 Partygeher begleitet. Nach Auslaufen

des Projektes „Supromobil“ wird die Eventbegleitung

nicht mehr zum ursprünglichen Arbeitsgebiet

der Supro gehören, sondern in Hinkunft von der

KOJE, dem Koordinationsbüro für offene Jugendarbeit

betreut.


interreg iii a - aSBo

Krankenhaus

Maria Ebene

Das von der EU im Rahmen des Interreg III A Programms

geförderte Projekt „ASBO – Akutversorgung

Suchtkranker im Bodenseeraum“ hat zum Ziel, die

Zusammenarbeit zwischen grenznahen Suchteinrichtungen

in Österreich, Deutschland und der Schweiz

zu verbessern. In den einzelnen Ländern wird ein differenziertes

Versorgungsangebot für Suchtkranke

vorgehalten. Trotz der geringen Entfernungen gab es

bisher nur sporadische Zusammenarbeit. Der gegenseitige

Wissenstand über die jeweiligen Behandlungsangebote

war gering.

Im Jahr 2005 wurde das Projekt ASBO ins Leben gerufen

mit dem Ziel, Versorgungsangebote und –strukturen

zu vergleichen und gemeinsame Instrumente zu

entwickeln, die ein Benchmarking der Leistungsangebote

ermöglichen. Darauf aufbauend wurde ein „Best

Practice Modell“ entwickelt. Zentrale Punkte des

Projekts waren die Dokumentationssysteme, die Behandlungsmuster,

sowie Qualitätsindikatoren für den

Behandlungserfolg. Im Rahmen des Projekts wurden

grenzüberschreitende Strukturen der Zusammenarbeit

(Fortbildungsreihen, Tagungen, Arbeitsgruppen,

Hospitationen, Qualitätszirkel) geschaffen werden,

mit denen der Entwicklungsprozess auch nach Ende

des Projekts nachhaltig weitergeführt werden kann.

Folgende Einrichtungen haben sich für das ASBO

zusammengeschlossen:

• Stiftung Maria Ebene (Vorarlberg)

• Psychiatrische Klinik Münsterlingen (Thurgau)

• Psychiatriezentrum Breitenau, (Schaffhausen)

• Zentrum für Psychiatrie Weissenau (Landkreise Ravensburg

und Bodenseekreis)

Im Rahmen von ASBO wurde in allen Partnereinrichtung

eine Katamnese durchgeführt. Die Patienten

wurden drei Monate nach Abschluss der Therapie

mittels eines einheitlichen Fragebogens telefonisch

befragt. Die Auswertung der Ergebnisse sollen zum

Projektende vorliegen.

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Es wurde weiters eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen

durchgeführt:

• Sucht und Psychose (Krankenhaus Maria Ebene)

• Sucht und Stigma

(Psychiatrische Klinik Münsterlingen)

• Sucht und selbstverletzendes Verhalten

(Krankenhaus Maria Ebene)

Prof. Ulrich Sachsse über selbstverletzendes Verhalten

ASBO bot Mitarbeitern der Partnereinrichtungen die

Möglichkeit einer Hospitation. Dieses Angebot wurde

von zahlreichen Mitarbeitern in Anspruch genommen

und durchgängig positiv bewertet.

Die Abschlussveranstaltung des Projekts findet am

12. März 2008 im Zentrum für Psychiatrie Weissenau

in Ravensburg statt.

15

aSBo


SPaSS MiT MaSS

16

Mehr Spaß mit Maß

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Im Projekt “Mehr Spaß mit Maß“ geht es um die Erziehung

zur Alkoholmündigkeit durch Vorbildwirkung,

das Schaffen präventiver Gesellschaftsstrukturen,

gesundheitsfördernder Lebenswelten und pädagogischer

Maßnahmen im Sinne des Empowerments.

Das Projekt ist in verschiedene Sektoren und daraus

resultierende Einzelprojekte aufgegliedert. In den

einzelnen Sektoren ist es gelungen, zahlreiche Partner

aktiv mit einzubinden (Einzelhandel, Gastronomie,

Gemeinden, Wirtschaftskammer, Exekutive, Schulen,

Kuratorium für Verkehrssicherheit, Ärztekammer,

Frauenreferat, Mädchenzentrum Amazone, etc.). Primäres

Ziel in diesen Sektoren ist es, Bereiche wie

zB Handel, Gastronomie oder Gesundheitsberufe zur

Übernahme von Verantwortung für diesen Themenbereich

zu gewinnen als auch dementsprechend zu

sensibilisieren, sodass auf den Sektor abgestimmte

Maßnahmen vereinbart und auf lokaler Ebene umgesetzt

werden können. Jeder Sektor hat seine eigene

interne Struktur und die Verantwortlichkeit über

Maßnahmen bleibt bei den im jeweiligen Bereich zuständigen

Projektbetreibern.

rückblick und auszüge aus verschiedenen Sektoren

Sektor gemeinde

Im Bereich der Kommunen soll die Auslösung eines

Politik- und Strategiewechsels der Gemeinde in Bezug

auf ihre Alkoholpolitik stattfinden. Der Gemeindesektor

wird zudem von der SUPRO als der wichtigste

angesehen, da über diesen die meisten und wesentlichsten

Multiplikatoren erreicht werden. Nach eher

mäßiger Teilnahme der Gemeinden bis 2005 konnte

ab 2006 und speziell im Jahr 2007 eine große Anzahl

an interessierten Gemeinden für das Projekt gewonnen

werden.

Folgende Gemeinden sind aktive Partner von Mehr

Spaß mit Maß: Bregenz, Feldkirch, Hard, Rankweil, die

Hofsteiggemeinden (Lauterach, Schwarzach, Kennelbach,

Wolfurt, Buch und Bildstein), Schruns/Tschagguns,

St. Anton im Montafon, Mittelberg (Kleinwalsertal),

Egg, die Walgaugemeinden (Frastanz, Nenzing,

Göfis, Satteins, Schlins, Düns, Dünserberg, Schnifis,

Bludesch, Thüringen und Ludesch), die Marktgemeinde

Lustenau, die Gemeinden der Kummenbergregion

(Götzis, Altach, Koblach und Mäder), die Gemeinden

Nüziders, Bludenz, Bürs, Stallehr, Braz, Dalaas,

Bürserberg und Brand, weiters die Leiblachtalgemeinden

(Lochau, Hörbranz, Hohenweiler, Möggers

und Eichenberg), die Gemeinden des Großen Walser-

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

tales (Thüringerberg, Blons, St. Gerold, Raggal, Marul,

Sonntag und Fontanella) und die Rheindeltagemeinden

(Gaissau, Höchst und Fussach).

Somit können über die beteiligten Gemeinden bereits

64,6 % der Vorarlberger Bevölkerung erreicht werden

(siehe Karte).

Sektor handel

Im Handel ist besonders der Point of Sale mit dem

Problem Jugend & Alkohol betraut. Hier kann/soll

eine Kontrolle des Alters erfolgen. An der Kassa sitzen

jedoch oft sehr junge Frauen, denen laut eigener

Aussage aus Kommunikationsunsicherheit vielfach

der Mut fehlt, entsprechend zu handeln. Dieses Personal

wird gezielt geschult. Als wichtiges Instrument

im Bereich Handel gilt das Mystery Shopping, wodurch

vor allem eine Sensibilisierung des Personals

vor Ort erreicht wird.

Ergebnisse des Mystery Shopping

Im Zeitraum von 2004 – 2007 wurden insgesamt

2.823 Testeinkäufe durchgeführt. Davon 1.040 Testeinkäufe

in unseren Projektpartner-Handelsketten

und 364 Testeinkäufe in den Nicht-Partner-Handels-


Krankenhaus

Maria Ebene

ketten. Die restlichen 1.419 Testeinkäufe wurden in

der Gastronomie, auf Events, Vereinsveranstaltungen,

in Tankstellen und in Trafiken durchgeführt. Anbei

die genauen Auflistungen mit den prozentuellen

Ergebnissen.

2007 Nicht erhalten Erhalten Gesamt Nicht erhalten Erhalten

Nicht-Partner Handel 95 61 157 61% 39%

Partner Handelsketten 189 90 279 68% 32%

Trafiken 108 93 201 54% 46%

Tankstellen 107 75 182 59% 41%

Sektor Verkehr

Die Arbeitsgruppe Verkehr besteht aus Schlüsselpersonen

der folgenden Institutionen: Kuratorium für

Verkehrssicherheit, Landespolizeikommando, Verkehrsabteilung

des Landes Vorarlberg, Sicherheitsdirektion,

ÖAMTC und ARBÖ. Die von Bezirksinspektor

Mario Leiter entwickelten Schulungen wurden

gemeinsam mit uns inhaltlich überarbeitet. Im Sinne

einer möglichst hohen Authentizität und nachhaltigen

Informationsvermittlung wurden Beamte des

Landespolizeikommandos als Referenten von Mario

Leiter geschult, eingearbeitet und bei diversen Schulungs-

und Informationsveranstaltungen eingesetzt.

Sie sind Experten zum Thema Straßenverkehr, Recht

und Rechtsfolgen und kennen die Problematik „von

der Straße“ her.

Durchgeführte Veranstaltungen und Vorträge

Zwischen Jänner 2004 und September 2007 fanden

499 Veranstaltungen, 120 davon zwischen Mai und

September 2007.

166 Veranstaltungen wurden zwischen Januar 2004

und September 2007 in Fahrschulen durchgeführt

(34 von Mai bis September 2007). In Betrieben und

Vereinen wurden in diesem Zeitraum 69 Veranstaltungen

(2 von Mai bis September 2007) durchgeführt.

Am 28. April 2007 wurde das Programm „Night-

Dryvers“ (vormals BOB) gestartet. Nach der neuen

Namensfindung (aufgrund des Mobilfunkanbieters

„bob“) wurde die Aktion des Designated Drivers nach

der Pressekonferenz am 23. April in Bregenz mit

Ende April in Feldkirch gestartet.

Mit dem Infomobil wurden hauptsächlich Veranstaltungen

(Feste) besucht, aber auch vor Diskotheken

oder auf Weihnachtsmärkten war das Infomobil des

Night-Dryvers anzutreffen. Die Standbetreuung erfolgt

durch zwei geschulte Personen, wobei eine Per-

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

son davon auch im Vortragsteam von Mario Leiter tätig

ist (Exekutivbeamter). Durch diese Konstellation

kann eine qualitativ hochwertige Informationsstelle

garantiert werden.

Von Mai bis September 2007 fanden 38 Veranstaltungen

mit dem Night-Dryver statt, wobei rund 1.500

Personen von der Möglichkeit eines Alkoholvortests

Gebrauch machten.

17

SPaSS MiT MaSS


aUChFrEi

18

EFrE - rauchFrei

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Die Stiftung Maria Ebene verfügt über jahrzehntelange

Erfahrung in der Prävention und Behandlung

von Suchtkrankheiten. Da die Nikotinabhängigkeit zu

einem immer größeren Thema wird entstand die Idee,

als Facheinrichtung dahingehend ein Projekt zur Vorbeugung

und Behandlung ins Leben zu rufen. Es wurde

ein Projektantrag für das EU-Förderprogram EFRE

(Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung) eingereicht.

Das Projekt RauchFrei wird mit 250.000

Euro aus diesem Fonds gefördert. Es umfasst verschiedene

Subprojekte und Handlungsfelder, die im

Folgenden kurz dargestellt werden sollen.

raucherentwöhnung TS Lukasfeld und Carina.

In beiden Drogentherapiestationen werden Raucherentwöhnungsprogramme

angeboten. In der TS Carina

leitet Mag. Anja Burtscher ein Seminar mit derzeitigen

Patienten. In der TS Lukasfeld wird auf Basis

von Einzel- und Gruppengesprächen und gezielten

Freizeitaktivitäten gearbeitet. Die Raucherentwöhnung

hat beobachtbare positive Effekte auf die gesamte

Therapie (geringere Gruppenbildung; beim

Rauchen werden oft Suchtgespräche geführt, etc.).

raucherentwöhnung Kh Maria Ebene

Im Krankenhaus Maria Ebene wird Raucherentwöhnung

speziell für stationäre Patienten angeboten.

Aufgrund des teilweise körperlich schlechten Allgemeinzustands

der Patienten stellt dies ein wichtiges

Ergänzungsangebot dar. Mag. Gerold Münst leitet Seminare,

zusätzlich wird Akupunktur (Dr. Helmut Jarosik)

und Hypnose (Dr. Otto Zech) angeboten. Für die

medizinische Behandlung der Nikotinabhängigkeit

sind OÄ Dr. Johanna Rohrer sowie das Pflegeteam

zuständig.

rauchFrei zum halbmarathon

Der Gedanke hinter RauchFrei ist es, ein modulares

Programm zur ambulanten Raucherentwöhnung anzubieten,

welche dadurch möglichst spezifisch auf

die individuellen Bedürfnisse des Rauchers angepasst

ist. In diesem Rahmen werden verschiedene bewährte

Methoden zur Entwöhnung angeboten. Dies umfasst

die RaucherAmbulanz, das RaucherSeminar, Akupunktur,

Hypnose, ein Seminar speziell für Jugendliche

und junge Erwachsene (Take Control), sowie ein

qualifiziertes Lauftraining.

In der RaucherAmbulanz erfolgt eine spezifische Raucheranamnese.

Darauf aufbauend wird anschließend

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

gemeinsam mit dem Klienten eine Vorgehensweise

zum Rauchstopp entwickelt (medikamentöse Behandlung,

weitere Ambulanztermine, Zuweisung zu

einem bzw. mehreren der spezifischen Programme,

etc.). Die einzelnen Programme können dabei kombiniert

genutzt werden (zB Seminar, Akupunktur und

Lauftraining).

Das Lauftraining wird in Zusammenarbeit mit dem

Physiotherapiezentrum Medisport in Frastanz angeboten.

Sportarzt Dr. Bruno Renner nimmt die sportmedizinische

Untersuchung vor.

Theaterproduktion der TS Lukasfeld

Gemeinsam mit den Patienten der TS Lukasfeld wird

im Rahmen des RauchFrei Projekts ein Theaterstück

produziert. Inhaltlich beschäftigt sich das Stück mit

dem Rauchen als Einstieg in die Sucht. Das Drehbuch

wird von Dorrit Kogler (Theater Vagabund) geschrieben.

Die Entstehung des Theaterstücks wird filmisch

dokumentiert (Aaron Sutterlütte).

Projekt „nico:Teen“ (Supro/JUz Westend)

Freizeiteinrichtungen als direktes soziales Umfeld

für Kinder und Jugendliche sollen dazu angeregt

werden, eigene Projekte mit einem suchtpräventivem

bzw. gesundheitsförderndem Hintergrund zum

Thema Nikotin zu entwickeln und durchzuführen. Der

Wissensstand rund um das Thema Nikotin soll bei den

Jugendlichen vertieft werden. Sie sollen die Möglichkeit

bekommen, sich mittels neuer Medien mit dem

eigenen Suchtverhalten auseinanderzusetzen.

Broschüren

Im Rahmen des Projekts werden Broschüren zu folgenden

Themen erstellt:

• Wasserpfeife

• Mit Jugendlichen übers Rauchen reden (für Eltern)

• Broschüre für Multiplikatoren

• Klartext: Nikotin (Broschüre für Jugendliche)

• Nikotinsucht – Die medizinische Seite


interreg iii a - reflect and act!

Krankenhaus

Maria Ebene

Digitale Medien machen stark – heute braucht man

kein Aufnahmestudio mehr, um zum Regisseur der

eigenen Geschichte zu werden. Geschichten bilden

das Herzstück von Reflect and Act, einem Projekt der

Stiftung Maria Ebene mit Unterstützung des Landes

Vorarlberg und Mitteln der Europäischen Union (Interreg

III A). Reflect and Act begleitet Jugendliche

und deren Bezugspersonen in ihrem Umgang mit der

Welt und den Medien.

reflektieren und handeln

Mag. (FH) Johannes Rinderer, Projektleiter von Reflect

and Act, will mit Anleitungen zur Herstellung

kurzer Videoclips „Jugendliche und ihre Umwelt

zum Reflektieren und zum Handeln bringen.“ Mit

einfachen Mitteln werden Fotos, gesprochene Texte

und Musik zu einem zwei- bis dreiminütigen Videoclip

zusammengeführt. Grundgedanke ist, verstärkt Orientierung

in der reizüberfluteten Konsum- und Mediengesellschaft

zu finden. Gleichzeitig sollen auch

aktuelle Gesellschaftsentwicklungen aufgezeigt und

dokumentiert, sowie der Dialog zwischen Jugendlichen

und Erwachsenen gefördert werden.

Multiplikatorschulungen

Eine Zielgruppe des Projekts sind MitarbeiterInnen

aus Institutionen (aus der offenen und verbandlichen

Jugendarbeit, MitarbeiterInnen aus Schul- und Sozialeinrichtungen

sowie Studierende des Studiengangs

Sozialarbeit an der FH Vorarlberg), die die Methode

des „Digital Storytelling“ in ihrer Arbeit umsetzen

möchten. Im vergangenen Jahr nahmen rund 100

Personen an den Schulungen teil. Es wurden Methoden

und Techniken vorgestellt, wie Jugendliche

zur Selbstreflexion und Medienproduktion angeregt

werden können. In Workshops erarbeiteten die TeilnehmerInnen

selbst eine Digital Story und lernten

alle Prozesse von Storytelling, Bildgestaltung und

der Umsetzung am Computer kennen. Bisheriges Fazit:

„Digital Storytelling eignet sich sehr gut, um die

Geschichten Jugendlicher hör- und sichbar zu machen.“

19

Therapiestationen

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Mediencamp

Im September 2007 haben sich 30 junge Leute auf

das „Abenteuer Mediencamp“ an der Fachhochschule

Vorarlberg eingelassen. Eine Woche lang produzierten

sie Videospots, Kurzfilme, Webradio und digitale

Porträts. Ihre Zelte haben sie trotz Regen und

Kälte am Dornbirner Zanzenberg aufgeschlagen. Um

die vielen Ideen umzusetzen, standen den jungen

Leuten die Räumlichkeiten und das Equipment der

Fachhochschule zur Verfügung. Betreut wurden sie

von Medienexperten und von einem Sozialteam der

Supro, das sich rund um die Uhr um das Wohlbefinden

der jungen Leute und das Miteinander in der Freizeit

kümmerte.

Als Ausgleich zum kreativen Gestalten in den Workshops

haben die Betreuerinnen Jutta Ammon und

Christine Ruff von der Supro und der Outdoor-Pädagoge

Martin Waldner ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm

auf die Beine gestellt. Reflect and Act

ist für Landesstatthalter Mag. Markus Wallner, der

die Workshops in der Fachhochschule besuchte, ein

toller Ansatz: „Es trifft die Sprache und die Kommunikationsmittel

der heutigen Jugend. Es gelingt, eine

selbstkritische Auseinandersetzung der Jugendlichen

mit für sie zentralen Themen zu starten und

bildet so eine Brücke zwischen Gesundheit und Jugendkultur.“

Die beeindruckenden Ergebnisse des Camps wurden

zum Abschluss bei einer Präsentationsparty vorgestellt.

Die Vorbereitungen für eine Neuauflage des

Camps (von 15. - 20.8.2008) finden derzeit statt.

rEFLECT and aCT!


Verein der Freunde der Stiftung Maria Ebene

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Pflege der Beziehungen zwischen derzeitigen

und ehemaligen PatientInnen,

deren Angehörigen und den Mitarbeitern

der Stiftung Maria Ebene.

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im Freizeitbereich, aber auch für Weiterbildung

und Kultur.

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Der Jahresbeitrag beträg EUR 15,--. Anmeldungen

und weitere Informationen unter:

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Veranstaltungen, Projekte, etc.

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