Nutzungsmöglichkeiten der tiefen Geothermie in Deutschland

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Nutzungsmöglichkeiten der tiefen Geothermie in Deutschland

Nutzungssysteme der tiefen Geothermie

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3.2 hydrothermale systeme mit niedriger enthalpie: störungen

In der Nutzung von Störungszonen (Abb. 11) als geothermisches Reservoir besteht

derzeit noch wenig Erfahrung. Ihnen wird ein großes Potenzial zugerechnet (Jung et

al. 2002), weil sie natürliche Wasserwegsamkeiten darstellen können, die in große

Tiefen reichen. Störungszonen können auch Aquifere in unterschiedlichen Tiefenlagen

miteinander verbinden. Abhängig vom Störungstyp, d. h. der Entstehung der Störung,

den rezenten Spannungsverhältnissen, aber auch den geochemischen Prozessen,

können diese Strukturen sehr gut bis nicht durchlässig sein. Unsicherheiten bezüglich

ihrer hydraulischen Eigenschaften einzugrenzen, eröffnet einen Forschungsbereich,

der erst die Voraussetzung dafür schaffen muss, diesen Reservoirtyp planbar

zu machen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Klüfte Fluide

führen, wird derzeit bei geologisch

jungen Strukturen höher eingestuft als

bei älteren Strukturen, welche häufiger

durch Ausfällungen wieder verheilt sind.

Zum jetzigen Zeitpunkt wird jedoch darauf

verzichtet, spezielle Parameter zu

definieren.

Die technische Realisierung für eine

energetische Nutzung ist meistens aufwendig

und sehr stark von den geologischen

Verhältnissen abhängig. Bei den

natürlichen Thermalwasseraustritten,

die über Bohrungen bzw. Brunnen gefasst

sind und zu balneologischen Zwecken

genutzt werden, handelt es sich

z. T. um Tiefenwässer, die auf solchen Störungszonen

bis oder nahe zur Erdoberfläche

aufsteigen und dort genutzt werden.

Abb. 11: Beispiel für eine

Störungszone im Grundgebirge

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