Nutzungsmöglichkeiten der tiefen Geothermie in Deutschland

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Nutzungsmöglichkeiten der tiefen Geothermie in Deutschland

Gebiete für hydrogeothermische Nutzungen in Deutschland

Neben den hydraulischen Auswertungen bildet die Hydrochemie einen weiteren

Schwerpunkt der Arbeiten. Dieser ist insbesondere für die Planung und den Betrieb

geothermischer Anlagen unter den Aspekten Lösung, Fällung und Korrosion von großer

Bedeutung.

Die Tiefenwässer im Oberrheingraben haben durchweg hohe Salzgehalte und sind

reich an Natriumchlorid. Abbildung 33 zeigt beispielhaft die Hauptinhaltsstoffe verschiedener

Analysen aus dem Oberen Muschelkalk in einem Schoeller-Diagramm.

Der Feststoffinhalt (TDS) als Summenparameter der im Wasser gelösten Inhaltsstoffe

schwankt in den einzelnen Analysen in weiten Grenzen zwischen 14 und 74 g/kg

(zum Vergleich: Meerwasser hat einen Salzgehalt von etwa 35 g/kg). Der Feststoffinhalt

ist an die Tiefenlage des Aquifers gekoppelt und nimmt mit der Tiefe zu.

Gleichzeitig verdeutlicht das Schoeller-Diagramm, dass im Aquifer des Oberen

Muschelkalks zwei verschiedene Wassertypen vorliegen können.

Die niedriger mineralisierten Wässer liegen im Bereich der Vorbergzone und sind

reich an Calcium, Sulfat und Hydrogenkarbonat. Die tiefer liegenden Wässer sind

in der inneren Grabenzone zu finden. Sie zeigen eine höhere Mineralisation an und

besitzen hohe Gehalte an Natrium und Chlorid. Beide Wassertypen im Oberen

Muschelkalk sind für sich genommen sehr einheitlich.

Zur Entwicklung von Modellkonzepten über den strukturellen Bau des tieferen Untergrundes

wurden reflexionsseismische Sektionen aus der Erdöl-/Erdgasexploration

geologisch interpretiert. Die digitalisierten Lagepläne und gescannten Seismiksektionen

bilden in Kombination mit Tiefbohrungen die Datengrundlage für die Erarbeitung

zweidimensionaler geologischer Tiefenschnitte. Die seismischen Sektionen

können Informationen über die Lage von Störungen sowie die Tiefenlage und Mächtigkeit

hydrogeothermischer Nutzhorizonte liefern. Anhand der Kenntnisse über den

regionalen geologischen Bau des Untergrunds lassen sich Hinweise auf erreichbare

Temperaturen, Förderraten sowie auf Kompressions- und Dehnungsstrukturen ableiten.

Abb. 33: Hydrochemische

Eigenschaften der Wässer

aus dem Oberen Muschelkalk

(SchOel l er-Diagramm)

(JO d O c y & st O B e r 2008)

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