Nutzungsmöglichkeiten der tiefen Geothermie in Deutschland

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Nutzungsmöglichkeiten der tiefen Geothermie in Deutschland

Gebiete für hydrogeothermische Nutzungen in Deutschland

Abbildung 35 zeigt die räumliche Verteilung der Gebirgsdurchlässigkeiten im Oberjura

des westlichen Teils des Molassebeckens (Stober & Villinger 1997). Mit fortschreitendem

Abtauchen der Oberjuratafel gehen die Durchlässigkeiten nach Südosten zunächst

langsam zurück. Neben einer verstärkten Grundwasserneubildung und einem

damit verbundenen CO 2 -Eintrag aus nordwestlicher Richtung im Bereich der Schwäbischen

Alb ist diese geringe Reduktion der Durchlässigkeiten im Wesentlichen auf

die Ausbildung eines aus Schwamm-Algen-Riffen aufgebauten Gürtels in der Region

Saulgau zurückzuführen. Erst südlich der Linie Überlingen – Aulendorf – Ochsenhausen

findet ein verstärkter Abfall statt. In dieser Region wird mit großer Wahrscheinlichkeit

die Südgrenze der Verkarstung des Grundwasserleiters liegen. Zudem

erfolgt in dieser Region der allmähliche Übergang zum helvetischen Faziesbereich.

Diese Annahme wird durch negative Erschließungsversuche in den Thermalwasserbohrungen

Waldsee 1 und Ravensburg bzw. geringe Ergiebigkeiten in der Bohrung

Waldsee 2 bestätigt. Ein nennenswerter Grundwasserumsatz findet demzufolge im

höheren Oberjura des südlichen baden-württembergischen Molassebeckens nicht

statt.

Abb. 35: Verteilung der

Durchlässigkeit im Oberjura

(Malm) des westlichen

Molassebeckens (JO d O c y &

st O B e r 2008)

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