Newsletter FK TW 03|2012 - beim LCH

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BILDUNG TEXTILARBEIT/WERKEN – AKTUELL 3/2012

LCH-Fachkommission Textiles Werken

Liebe Leserinnen und Leser

«Der Mode entkommt man nicht.

Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt,

ist das schon wieder Mode.»

Karl Lagerfeld

Schon bald neigt sich das Jahr dem Ende entgegen. Die LCH Fachkommission TW wünscht euch allen eine

besinnliche Adventszeit, frohe Festtage und viele goldene Stunden fürs 2013.

Vieles ist geschehen auch in der Textilarbeit. Hier nun ein Rück- und Ausblick:

News aus den Kantonen

Appenzell

Im Museum in Appenzell findet zurzeit eine interessante, kulturhistorische Ausstellung über Schürzen/Schoosse

statt. Es gibt verschiedene Begleitveranstaltungen dazu.

Sie dauert vom 23.11.2012– 20.5.2013.

Alles Wichtige findet man unter ..................................... www.museum.ai.ch

St. Gallen

Am 15. November 2012 war die grosse Kundgebung in St. Gallen «Sparschweinerei auf Kosten des Staatspersonals:

Lohnkürzungen NEIN!» Die Aktion wurde solidarisch von der Personalverbändekonferenz des Kantons

St. Gallen und der Gewerkschaften getragen. Es nahmen ca. 5000 Personen daran teil. Die St. Galler

Regierung will dem Staatspersonal pauschal die Löhne kürzen.

........................................................................................ www.nzz.ch/aktuell/schweiz/nicht-mit-uns-1.17808343

12. Dezember 2012 Vollversammlung in St. Gallen organisiert durch den KLV: Der Nichteintretensentscheid

des Kantonsrats zum XIII. Nachtrag zum Volksschulgesetz wird diskutiert. Erwartet werden ca. 3000 Lehrkräfte,

die über weitere Entlastungsmöglichkeiten miteinander diskutieren.

Zahlen, Daten nach der neusten Mitgliedererfassung 2012/13

Der KAHLV SG hat 825 Mitglieder, davon 566 aktive, 105 passive, 112 pensionierte, und 42 freie. Durch die

guten Vernetzungen in den 14 Regionen funktioniert auch der Austausch innerhalb der Netzgruppen sehr gut.

Die Arbeit dieser Gruppen wird geschätzt; es ist erfreulich, wenn andere Netzgruppen oder Interessierte anderer

Kantone sich beim Verband melden, um regen Austausch zu pflegen.


LCH DACHVERBAND SCHWEIZER LEHRERINNEN UND LEHRER

Das Lehrmittel «Verflixt und zugenäht» wurde überarbeitet und wird im Jahr 2013 von den Autoren vorgestellt

und eingeführt. Bitte nach neuer Version fragen.

Mehr unter: .................................................................... www.lehrmittelverlag.ch/

Myboshi: Mützen werden gehäkelt; Die Arbeit ist für Schülerinnen und Schüler ab der 5.Klasse umsetzbar. Es

macht super Spass, mit dicker Wolle zu arbeiten und die Schüler sind in ca. 6-8 Lektionen mit der Arbeit fertig.

........................................................................................ www.myboshi.net/

Thurgau

Im Kanton beteiligten sich im November 2012 viele regionale Impulsgruppen-Vertreterinnen am hhg-Projekt

der Sternstunden-Aktionswoche, nachdem im Kaderkurs 2012/13 der PHTG unter der Leitung von Yvonne

Joos-Halter und Elisabeth Volkart-Annen auf dieses tolle Projekt hingewiesen und daran gearbeitet wurde.

Stellvertretend für viele Aktionen, Ausstellungen und Umsetzungen im Kanton Thurgau ist das Projekt der

Volksschulgemeinde Amriswil hier aufgeführt.

Mehr unter: ..................................................................... http://hhg-blog.ch/wp-content/

Wallis

Hinweis für Fragen:

Fachberaterin Technisches Gestalten und ICT

Mehr unter: ..................................................................... http://fachberatung.phvs.ch/

Buchtipps

Werken mit dem Taschenmesser

Wenn Kinder und Jugendliche mit dem Taschenmesser arbeiten, sind konzentrierte Gesichter zu beobachten

und es entsteht ein eifriges Tun. Die Augen leuchten und nicht selten ist ein Nachmittag im Flug vorbei.

Im Buch «Werken mit dem Taschenmesser» gibt es Schritt-für-Schritt-Anleitungen die praxiserprobt sind. Auch

wird aufgezeigt wie kreativ die Taschenmesser eingesetzt werden kann und wie es gepflegt werden muss.

Ein anregendes und praxisnahes Werk.

Felix Immler, AT Verlag, ISBN 978-3-03800-665-7

Handlungskompetenzen im Technischen und Textilen Gestalten

Beschreiben – Aufbauen - Einschätzen: Ein Kompetenzmodell für die Unterrichtspraxis Kindergarten bis

9. Schuljahr. Eine kompetenzorientierte schulische Leistungsbeurteilung erfüllt wichtige pädagogische Funktionen,

die die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern massgeblich beeinflussen.

Eine kompetenzorientierte Leistungsbeurteilung wirkt sich unter anderem auf die Entwicklung des Selbstvertrauens,

des eigenen Fähigkeitskonzeptes, der Selbstwirksamkeitsüberzeugung sowie der Lernmotivation der

Schülerinnen und Schüler aus.

schulverlag plus, Mario Somazzi, Hans Jensen, Caroline Weber

ISBN13 978-3-292-00704-9

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Trendbericht

Von der musischen Bildung zur «aestetic literacy»

Trendbericht 12, Musik, Kunst und Gestaltung in der Volksschule

Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF veröffentlicht regelmässig Trendberichte

zu aktuellen Fragestellungen im Bildungswesen. Die Trendberichte dienen dazu, den Entwicklungsstand in

den Kantonen zum ausgewählten Thema aufzuzeigen und auch auf diesbezügliche Forschungsergebnisse

hinzuweisen. Bisher sind solche Berichte beispielsweise zur Entwicklung integrativer Schulformen, zur Begabungsförderung,

zum Thema Beurteilen, zur Chancengerechtigkeit im Bildungswesen oder zur Schulsozialarbeit

erschienen. Mit den Publikationen greift die SKBF also meist Themen auf, die neu sind oder zu denen es

wenig Überblickswissen gibt. Bei der Erarbeitung der Trendberichte stützen sich die Autorinnen und Autoren

in der Regel auf Dokumente aus den Kantonen, auf Forschungsliteratur sowie auf Befragungen von Expertinnen

und Experten. Wenn möglich, wird auch ein «Blick über den Zaun» auf Entwicklungen und Erfahrungen im

Ausland geworfen.

Gedanken zum Trendbericht Musik, Kunst und Gestaltung in der Volksschule

Von der musischen Bildung zur «aesthetic literacy»

«Wenn ich nach einem strengen Arbeitstag eine Naht, die an meiner geliebten Handtasche aufgegangen ist,

verbessern kann, die ich sonst zum Müll gebracht hätte, so löst das in mir eine innere Zufriedenheit aus und

gibt mir ein Glücksgefühl. Kannst du dir das vorstellen?» Das hat letzthin eine junge Frau ausgesprochen, von

der ich diese Aussage nie erwartet hätte. Sie ist Studentin und eher geneigt, möglichst unkritisch einzukaufen

was trendy ist. Was mich so fasziniert, ist die Aussage der Zufriedenheit, dass sie eine Naht nähen kann. Löst

die Zufriedenheit das Können aus? Das Wissen, das es braucht um eine Naht zu nähen? Material und Werkzeug

dafür zu kennen? Es zu haben und damit auch umzugehen, so dass man die geliebte Tasche am

nächsten Morgen wieder mit Stolz zur Arbeit trägt?

Wissenschaftlich ist noch nicht erforscht, welche Auswirkungen Wohlbefinden und Zufriedenheit auf das Lernen

haben können. Im Schulalltag ist es das A und O, wenn die Lernenden sich mit einer neuen Technik auseinandersetzten

müssen, welche viel feinmotorische Fingerkoordination und Ausdauer voraussetzt. Wer nach

dem ersten Versuch nicht aufgibt und weiter übt, erreicht einmal eine Fertigkeit, die ihn zufriedenstellt. Eine

sichtbare Zufriedenheit überträgt sich auf die Gesichtzüge und auf den ganzen Körper. Das sind sehr schöne

Beobachtungsmomente im Unterricht, doch messbar sind sie nicht.

Handwerk als immaterielles Erbe ist seit Jahren ein besonderes Anliegen von Frau Christine Ax*. Ihr Referat

beginnt so: Kultur ist ohne Handwerk nichts! Es gäbe sie gar nicht. Und damit Sie verstehen was ich meine,

möchte ich Ihnen kurz mein Verständnis von Handwerk erläutern. Wenn ich von Handwerk spreche, dann

meine ich mehr als den Wirtschaftsbereich. Ich meine das Prinzip Handwerk, das was Handwerk ausmacht,

den eigentlichen Kern, der auf dem Prinzip des praktischen, des erfahrungsbasierten Lernens beruht und im

Ergebnis ein Können hervorbringt, das mehr ist als Wissen, denn es reicht nicht zu wissen, wie etwas geht –

man muss auch können. Gewollt, das weiss jeder Lehrling, ist noch lange nicht gekonnt – drum kennt im

Handwerk jeder seinen Meister.

Die Ziele im Bildungsbericht «Kunst, Musik und Gestaltung» werden im HarmoS-Konkordat von 2007 konkret

gefasst: Angestrebt wird «eine auch praktische Grundbildung in verschiedenen künstlerischen und gestalterischen

Bereichen, ausgerichtet auf die Förderung der Kreativität, des manuellen Geschicks und des ästhetischen

Sinnes sowie auf die Vermittlung von Kenntnissen in Kunst und Kultur.»

Der Trendbericht zur «ästhetischen Bildung» ist sehr wertvoll, zeigt er doch den momentanen Stand der einzelnen

Gestaltungsfächer auf. Es wird betont wie wichtig die ästhetische und kulturelle Bildung für den Menschen

ist. So auch an der 1. Weltkonferenz der Sonderorganisation der Vereinten Nationen zur Förderung von

Wissen, Erziehung und Kultur zur künstlerischen Bildung von Experten aus den verschiedenen Ländern erfragt

und beantwortet.

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Namhafte Experten gehen davon aus, dass künstlerische Bildung entscheidend zur Verbesserung der kognitiven

Lernprozesse beiträgt. Sie spiele eine wichtige Rolle in der kindlichen Entwicklung, in der modernen

Pädagogik, bei der nachhaltigen sozialen und ökonomischen Entwicklung, in der Förderung von Fähigkeiten

zur Problemlösung und Friedenserziehung sowie der kulturellen und sozialen Integration.

Nach Sir Ken Robinson, Bildungsexperte und Berater der Paul Getty Stiftung in Los Angeles, soll Kreativität im

21. Jahrhundert eine ebenso wichtige Grundkompetenz sein wie die Sprach- und die mathematische Kompetenz.

Sofort kommt die Frage auf, gibt es nicht noch Wichtigeres für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen? Können

wir die «Wichtigkeitsfrage» unserer Fächer überhaupt beantworten? Ist unsere Aufgabe nicht eher, den

Kindern und Jugendlichen eine vielseitige und ausgewogene Bildung zukommen zu lassen. Der Lehrplan 21

sieht dies im bisherigen Umfang in den Grundlagen vor. Wenn die umstrittenen Stellen bereinigt sind, kann

der Lehrplan 21 mit verständlichen und griffigen Kompetenzen eine Stütze für die drei Fachbereiche des Gestaltens

sein. Die Pädagogischen Hochschulen bilden Studierende im Hinblick des Lehrplans 21 aus. Die

Lehrpersonen hoffen auf eine geplante Implementierung sowie gezielte und breite Weiterbildungsangebote.

In der ganzen Bildungskette dürfen in Zukunft keinen Lücken mehr bestehen, wie dies bis jetzt an den Maturitätsschulen

der Fall ist. Die Matura ist die Voraussetzung für das Studium an den Pädagogischen Hochschulen,

aber sie weist im Textilen und Technischen Gestalten kein oder ein nur sehr marginales Angebot auf.

Wir erhoffen uns, dass sich dies bei der nächsten Reform ändern wird.

* Aus dem Referat von Frau Christine Ax, Hannover, Deutschland, anlässlich der UNESCO Tagung vom

17.9.2011 in Bern zum Thema «Penelope und Hephaistos – Handwerk»

Museen-Tipps

Basler Papiermühle

In den Mauern einer mittelalterlichen Papiermühle erfährt der Besucher alles über den Weg vom handgeschöpften

Papier bis hin zum fertigen Buch. Verteilt auf vier Stockwerken bietet das Museum eine faszinierende

Atmosphäre mit einer Mischung aus Ausstellung und Produktionswerkstätten. Das Museum zum Anfassen

und Mitmachen zeigt auf vielfältige Weise, wie spannend Geschichte und wie «lebendig» ein Museum sein

kann. Kinder wie Erwachsene sind eingeladen, sich als Handwerker zu versuchen und erleben so einen Besuch

für alle Sinne.

Mehr unter: .................................................................... www.papiermuseum.ch

Museum Bellerive

Designpreise der Schweizerischen Eidgenossenschaft 2012

Vermittlungsprogramm

Schön und gut? Designpreise 2012

Im Vermittlungsprogramm werden die unterschiedlichen Designtechniken

der Ausstellung erkundet und mit eigenen Vorstellungen verknüpft: Was ist Design? Was macht gute Gestaltung

aus? Wie wirkt sich Design auf unseren Alltag aus? Welches Exponat spricht mich spontan an?

Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblick in kreative Berufsfelder sowie die Möglichkeit, einzelne Objekte

zu präsentieren und zu jurieren. Im anschliessenden

Workshop wird ein eigenes Designstück entworfen.

Workshops für Schulklassen (Mittel-/Oberstufe, Berufsschulen):

Im Dezember/Januar 2012/13

Mehr unter: .................................................................... www.museum-bellerive.ch

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Nächste Fachtagung LCH TW

Diese findet am Samstag, den 25. Mai 2013 in Zürich statt.

Reaktionsschluss der Newsletter im 2013

31. März 2013 ................................................................ erscheint Mitte April 2013

31. Juli 2013 .................................................................... erscheint Mitte August 2013

30. November 2013 ........................................................ erscheint Mitte Dezember 2013

Zum Schluss in eigener Sache!

Bildung Textilarbeit/Werken ist auf der Website des LCH unter «Newsletter» und unter

Kommissionen/Fachkommissionen Textiles Werken aufgeschaltet

........................................................................................ www.lch.ch

Kontaktperson Bildung Textilarbeiten/Werken-Aktuell

Micheline Ruffieux .......................................................... micheline@gr8.ch

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