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Junge wirtschaft wien

aPriL 2013 kunDengewinnung i selbstVermarKtuNg

Das ProDukt bin ich! | Neue KuNdeN, Neue Verträge

netzwerker aus LeiDenschaft | Customer empowermeNt

Mut zuM eigenen | der weg zu deiNer oNliNe-

strategie | auf PersonaLsuche

Hast du eiN passeNdes image?


Ein echter Naturbursch:

Der Stromtarif MEGA Wasser.Plus

für Ihr Unternehmen

Ihre ökologische Haltung zeigt sich in Ihrem ökologischen Handeln? Dann entscheiden

Sie sich für den Stromtarif aus 100 % erneuerbarer Energie. Denn MEGA Wasser.Plus hält,

was sein Name verspricht. Und sorgt mit mindestens 80 % Wasserkraft plus Wind, Sonne

und Biomasse dafür, dass Ihr Unternehmen nachhaltiger agiert. Mehr auf wienenergie.at

www.wienenergie.at Wien Energie Vertrieb, ein Unternehmen der EnergieAllianz Austria.

Die unten angeführten Werte beziehen sich auf die Beschaffungssystematik von Wien Energie Vertrieb und treffen keine Aussage zum konkreten Produktmix.

Wasserkraft 48,22 %

Wind- und Sonnenenergie 4,32 %

feste oder flüssige Biomasse 3,57 %

sonstige Ökoenergie 1,05 %

Erdgas 42,84 %

CO2-Emissionen 188,50 g/kWh

radioaktiver 2 junge Abfall wirtschaft wien0,00

g/kWh

Stromkennzeichnung des Lieferanten: Gemäß § 78 Abs. 1 ElWOG 2010 und Stromkennzeichnungsverordnung

2011 hat die Wien Energie Vertrieb GmbH & Co KG im Zeitraum 1.10.2011

– 30.9.2012 auf Basis der in der nebenstehenden Tabelle angeführten Primärenergieträger

Strom an Endverbraucher verkauft. Die Herkunftsnachweise stammen aus Österreich

(75,97%) und Norwegen (24,03%). Das Erdgas wird mit höchster Effizienz in modernen

KWK-Kraftwerken zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Fernwärme eingesetzt. Gemäß

§ 78 Abs. 2 ElWOG 2010 und Stromkennzeichnungsverordnung 2011 entstanden bei der

Stromerzeugung in diesem Zeitraum nebenstehende Umweltauswirkungen. Unsere Lieferungen

sind frei von Atomstrom. Bei der Erzeugung entstehen keine radioaktiven Abfälle.

Demner, Merlicek & Bergmann


martin puaschitz

Landesvorsitzender der

Jungen wirtschaft wien

geschäftsführer der

Puaschitz it gmbh –

it Dienstleister für

server-, netzwerk- &

clientlösungen sowie

hosting von webseiten,

servern & Domains.

martin@puaschitz.at

@martinpuaschitz

Kommr brigitte Jank

Präsidentin der

wirtschaftskammer wien

photosandmore

oneye

Vorwort

Packen wir‘s an!

In Wien gibt es 100.239 UnternehmerInnen. 22.432 davon haben ihren 40. Geburtstag

noch nicht erreicht. Sie schuften aus Leidenschaft. Ohne Reichtum. Oft nicht mal für

den Ruhm. Das höchste der Gefühle ist vielleicht einmal ein freundschaftlicher Klopfer

auf die Schulter. Und natürlich die Mutter, die verträumt meint, sie sei ja so unglaublich

stolz. Hart, so ein Start-up. „Was Dich nicht umbringt, macht Dich härter“, lautet die

Devise. Oder: „Work hard, play hard.“ Das Leben beginnt bekanntermaßen erst außerhalb

der Komfortzone. Für Start-ups ist das manchmal ein wenig zu viel des Lebens.

Aber bei allem Ärger, Zweifel und sonstigen Emotionen macht man weiter. Weil man

etwas aufbauen möchte. Weil man sich selbst beweisen möchte. Rahmenbedingungen

müssen hingenommen werden. Die Zeit reicht gerade noch für einen Kommentar in einer

beliebigen Online-Tageszeitung. Will man es übertreiben, so raunzt man abends am

Stammtisch – sofern man da nicht noch schnell seine Steuererklärung macht. Pflichtmitgliedschaften

entsprechen nicht dem Freiheitsdrang der Jungen. Doch was, wenn

es keine Interessenvertretung, keinen Gegenhalt mehr gäbe. In Wien kämpfen 1.735

Funktionäre für die Belange einer sehr großen Community. Viele davon ehrenamtlich,

ohne Bezahlung und in ihrer Freizeit. Wieder aus Leidenschaft. Diesmal aber nicht nur

dem eigenen Unternehmen gegenüber, sondern dem Unternehmertum an sich. Für die

Freiheit, für die Gerechtigkeit und den sozialen Ausgleich. Ein Luxus, den sich manche

leisten können und wollen. Das Schöne daran ist: Diese Community benötigt keine Registrierung,

keinen Login und auch kein Passwort. Wer dabei sein möchte, muss einfach

nur hingehen. Klingt trivial. Ist es auch.

Euer Martin

Langfristig erfolgreich

Die Kunden sind das Rückgrat jedes Unternehmens. Neue Kunden und neue Aufträge

zu gewinnen, ist die erste und wichtigste unternehmerische Aufgabe. Aber ohne

konsequentes Marketing und effiziente Verkaufsstrategien geht heute nichts mehr. Wer

nur sporadisch Aktivitäten setzt, geht im härter werdenden Wettbewerb unter. In wirtschaftlich

schwierigen Zeiten ist rasches und richtiges Handeln gefragt. Die generelle

Devise lautet: Mehr verkaufen, Kosten sparen und dabei kunden- und serviceorientiert

bleiben. Mein Produkt oder meine Dienstleistungen klar vom Mitbewerb abzugrenzen,

oder die Vorteile deutlich zu präsentieren, das ist die oberste Prämisse. Hier benötigt

man kein großes Marketing-Budget, denn strategische Kreativität steht im Vordergrund.

Online-, Direkt- und Guerilla-Marketing unterstützen hier die Unternehmer bei ihrem

Marktauftritt.

Auch bei der Neukundenakquise muss die Ansprache auf die jeweilige Zielgruppe punktgenau

abgestimmt werden. International agierende Konzerne haben vorgezeigt, wie

optimales Reputation Management funktioniert. Dabei kann man klar erkennen, dass

die Unternehmen ein Gesicht beziehungsweise eine Person als Identifikationsfigur einsetzen.

Dadurch wird der Wiedererkennungswert intensiviert und der Unternehmer kann

sich als Markenpersönlichkeit etablieren. Die Netzwerkveranstaltungen der Jungen Wirtschaft

sind hier beim richtigen Einsatz von Selbstvermarktungsstrategien sehr nützlich.

Ihre Brigitte Jank

Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien

junge wirtschaft wien 3


Netzwerker aus Leidenschaft. Netzwerken ist eine Lebenseinstellung – offen

auf andere Menschen zuzugehen, frei von Vorurteilen, ohne den

Hintergedanken, mit demjenigen ein Geschäft zu machen.

4 junge wirtschaft wien

18-19

6-9

Das Produkt bin ICH!

Der (Jung-)Unternehmer darf nicht nur die Vorteile seines Produkts herausstreichen,

sondern auch seine eigenen. Durch Selbstvermarktung auf Kundenfang.

Customer Empowerment. Der informierte

Mitmach-Kunde

22-23


10-11

Spezies Journalist. Um am Markt bekannt zu werden, ist eine

gezielte Pressearbeit nötig. Man beachte dabei den richtigen

Umgang mit Journalisten.

14-15

Neue Kunden, neue Verträge! Für viele ist das Aufsetzen von

Verträgen mit neuen Geschäftspartnern eine lästige Pflicht, die

oft vernachlässigt wird. Das birgt große Risiken.

26-27

Mut zum Eigenen. Dkfm. Hans Staud spricht im großen Interview

mit dem LeadersClub über seine Familie, seine Vision

und erklärt, warum er heute nichts anders machen würde als

damals.

Vorwort 3

Herausforderung Kundengewinnung 13

Die PG Handel & Handwerk hat Jungunternehmer

befragt, was ihre größten Herausforderungen

sind.

businesspläne sind nur etwas für weicheier, oder? 16

ein emotionales Plädoyer für strukturierte

gedanken und ein klassisches instrument im

gründercontrolling

präsentieren wie alfred Hitchcock 17

Überzeugen mit dem Meister der spannung

auf den punkt gebracht 20

kurze, knackige antworten wollen bei erfolgreichen

netzwerken gelernt sein

reed Fachmessen mit starterpaket effizient nutzen 21

Dir. kommr Johann Jungreithmair stellt sein

starterpaket für erstaussteller und

Jungunternehmer vor

der weg zu deiner online-strategie 28-29

für wen soll was wie kommuniziert werden? wenn

man diese kernfrage gut beantwortet, hat man das

rüstzeug für seine optimale online-Präsenz.

auf personalsuche 30-31

frau Magistra heißenberger gibt ratschläge, worauf

man bei der Personalsuche achten sollte.

Hast du ein passendes image? 32-33

sieht man Dir Deine kompetenz an? kannst Du auch mit

Deiner äußeren erscheinung überzeugen?

Familientradition auf dem prüfstand? 34-35

theodor Vanicek über den einstieg in sein familienunternehmen,

der schwäbischen Jungfrau.

burn-out 36-37

Dr. ilse gund-Jung über symptome und Vorbeugung

was wurde aus... 40-41

Persönliche einblicke und erlebnisse. was die

Junge wirtschaft für Dr. rainer trefelik war... und

nach wie vor ist.

zahlungsverzug teil ii 42

ergänzung zur letzten ausgabe

junge wirtschaft wien 5


6 junge wirtschaft wien

Das Produkt

bin ICH!

Der (Jung-)unternehmer darf nicht nur die Vorteile

seines Produkts herausstreichen, sondern auch seine

eigenen. Durch selbstvermarktung auf kundenfang.

text: florian binder und Daniel horak


junge wirtschaft wien 7


Was haben Immobilien-Tycoon René

Benko, Red Bull-Chef Didi Mateschitz

und Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann

gemeinsam? Eine geniale Idee und

ein einzigartiges Produkt? Aus heutiger

Sicht vielleicht ja, aber versetzt man

sich in die Lage vor 10, 20 Jahren sähe

die Antwort wahrscheinlich anders aus.

Hand aufs Herz: Weder der Kauf und

Verkauf von Häusern, oder das Abfüllen

von gefärbtem, gezuckertem Wasser

in Aludosen, noch der Anbau von Tee

und Kräutern klingt sofort nach einer

bahnbrechenden, erfolgversprechenden

Geschäftsidee.

NiCHt Nur die idee muss

überzeugeN, soNderN auCH

du

Was verbindet nun die drei Unternehmer,

außer einer „reinen“ Idee, aus der

erfolgreiche Betriebe entstanden sind?

Wahrscheinlich gäbe es verschiedenste

Erfolgsfaktoren und Gründe aufzuzählen.

Ein Punkt eint unsere drei Protagonisten

mit aller Sicherheit: Sie haben

es geschafft, Menschen von sich und

ihrer Vision zu überzeugen. Ihnen ist es

nicht nur gelungen, ihre Idee als Produkt

zu vermarkten, sondern vielmehr

jemanden davon zu überzeugen, dass

nur sie das hinbekommen. Sie konnten

klarstellen: Ich mache (meine) Träume

war. Mitstreiter, Geldgeber, Kollegen,

Mitarbeiter, Kunden waren bereit zu investieren,

in eine Idee, in ein Produkt,

in eine Persönlichkeit.

8 junge wirtschaft wien

wie unsere drei

erfolgsbeispiele muss

auch ein Jungunternehmer

es schaffen,

dass Mitarbeiter,

investoren und zahlende

kunden an ihn glauben.

die idee ist Nur so gut wie du

Jungunternehmer stehen oft vor einer

ähnlichen Situation. Sie haben eine

gute Idee, einen schlüssigen Business

Case, und sie haben viel Zeit in die

Entwicklung und Vermarktung des Produkts

gesteckt. Wie viel Energie steckt

man allerdings in sich selbst, in seine

Entwicklung, in sein Auftreten, in sein

Netzwerk und, nicht zu vergessen, in

seine Gesundheit? Zu Beginn, wenn ein

Unternehmen noch keine Substanz und

keinen Wert hat, die Tragfähigkeit des

Geschäftsmodells noch nicht bewiesen

ist, „verkauft“ man als Jungunternehmer

weniger die Idee, sondern stets

sich selbst. Nicht umsonst ist einer der

Schlüsselfaktoren für erfolgreiche Startups

die menschliche Komponente: Der

Unternehmer, das Team und viel weniger

die einzigartige Idee. Solange nicht

ein durchschlagender Markterfolg das

Gegenteil beweist, gilt daher: Dein Produkt

ist nur so gut, wie Du es bist.

die tüCKeN der selbstVermarKtuNg

Nicht nur das Produkt muss vermarktet

werden, sondern auch der Unternehmer.

Wie unsere drei Erfolgsbeispiele muss

auch ein Jungunternehmer es schaffen,

dass Mitarbeiter, Investoren und zahlende

Kunden an ihn glauben. Er muss

Selbstvermarktung betreiben, um bestehende

Kunden langfristig zu binden

und potenzielle, neue Kunden zu gewinnen.

Eigenmarketing ist allerdings eine

diffizile Sache. Je nachdem was man

wie kommuniziert (und man kann ja

bekanntlich, frei nach Paul Watzlawick,

nicht nicht kommunizieren), wie glaubhaft

die eigenen Werbebotschaften sind

und vor allem wie diese beim jeweiligen

Empfänger individuell tatsächlich ankommen.

Um einen Vergleich zur Reklame

zu ziehen: Bist Du ein überzeichneter,

überbelichteter Waschmittelspot

für die weißeste Wäsche der Welt oder

schlimmer, der geschwätzige Moderator

eines Shoppingkanals für die Super-

Messer mit Schneidbrett gratis (allerdings

nur bei sofortiger Bestellung)?

Besser, man wählt den Weg der Authentizität,

Ehrlichkeit und echtem Unternehmergeist.

Schließlich möchte man

es auf das Wirtschaftszeitungs-Cover als

„Unternehmer des Jahres“ und nicht in

irgendein Boulevard-Blatt schaffen.

FüNF tipps Für die erFolgreiCHe

selbstVermarKtuNg

Es gibt kein Kochrezept für erfolgreiche

Selbstvermarktung und Kundenakquise,

aber diese fünf Tipps sind zumindest

ein guter Anfang. Oftmals klingen solche

Tipps banal und selbstverständlich,

aber nur wenn man die Punkte verinnerlicht

und beherzigt, stiften diese

auch einen Nutzen.

sei du selbst

Selbstvermarktung heißt nicht, dass

man seinen Kunden in einer Rolle gegenübertritt,

die der eigenen Persönlichkeit

nicht entspricht. Vielmehr geht

es darum, authentisch zu sein und für

das einzustehen, was man anbietet. Nur

wenn man selbst an die eigenen Leistungen

und Produkte glaubt, kann man

diese auch beim Kunden glaubhaft positionieren.

Hierzu sei gesagt: „Practise


what you preach.“ Tue auch selbst, was

Du dem Kunden empfiehlst. Oder würdest

Du einem Microsoft-Mitarbeiter

glauben, der die Produkte seiner Firma

anpreist und selbst dann Apple-Produkte

nutzt?

Kunden merken viel schneller als man

es zu glauben mag, wenn man ihnen etwas

vorspielt. Menschen, die glaubhaft

sind, finden viel schneller Anklang bei

ihrem Gegenüber und können dadurch

auch oftmals viel schneller Interesse

beim Kunden wecken. Man darf bei

aller Authentizität nur nicht darauf

vergessen, professionell zu bleiben.

Ein Programmierer in Schlapfen und

Kapuzenpulli ist möglicherweise nichts

Untypisches für den Kunden, solange er

die Lösung professionell und termingerecht

umsetzt. Macht er das allerdings

nicht, wird es jedoch sicher heißen:

„War eh von Anfang an klar.“

KeNNe deiNe stärKeN

Oder auch: „Tue Gutes und rede darüber!“

Jeder von uns hat seine Stärken

und auch seine Schwächen. Für erfolgreiche

Kundengewinnung ist es enorm

wichtig zu wissen, wo die persönlichen

und unternehmerischen Stärken liegen.

Denn wenn ich meine Stärken kenne,

kann ich diese auch beim Kunden positionieren

und so für ihn einen Nutzen

stiften. Es hilft niemanden, besonders

einem selbst nicht, wenn man sich als

„Wunderwuzzi“ und „Experte für eh

alles“ verkauft, denn spätestens wenn

der Kunde den Auftrag dann tatsächlich

an Dich vergibt, wird das oftmals nur

ein einmaliges Geschäft und selten eine

langfristige Kundenbeziehung. Es heißt

nicht umsonst: „Schuster bleib bei Deinen

Leisten.“ Sobald Du nämlich fernab

Deiner eigenen Kompetenzen agierst,

wirst Du nicht die Qualität liefern, die

der Kunde von Dir erwartet und die Du

sonst ja auch erbringst. Wenn Du jedoch

Profi in Deinem Bereich bist und unzählige

Referenzen aufweisen kannst, dann

sprich darüber und nutze diesen Status

für Dich. Aber auch hier gilt: Bleibe

professionell und laufe nicht heraus, als

wärst Du das Maß aller Dinge.

Nutze empFeHluNgeN

Selbstvermarktung ist immer schwer,

denn oftmals gibt es keinen persönlichen

Kontakt und die Sprechzeit ist

stark beschränkt. Aber es geht auch

leichter, denn ein absoluter Türöffner

sind Empfehlungen. Dies kann jetzt einerseits

dadurch geschehen, dass man

bei einem Kunden gute Arbeit geleistet

hat und dieser seinen Geschäftspart-

nern davon erzählt. Andererseits kann

man auch viel gezielter vorgehen, in

dem man sich überlegt, welche Kunden

angesprochen werden sollen und dann

versucht, über das eigene formelle bzw.

informelle Netzwerk, wie etwa Freunde,

Verwandte aber auch XING- und

Facebook-Kontakte, eine Empfehlung

zu erhalten. Hilfreich hierbei sind natürlich

auch die unterschiedlichsten

Clubs, Organisationen und Vereine, um

das eigene Netzwerk zu vergrößern und

interessante Kontakte zu treffen. Wichtig

hierbei ist jedoch, das eigene Netzwerk

nicht als Kunden zu betrachten,

sonst gilt man sehr schnell als Keiler,

und Pyramidensysteme funktionieren

erst recht nicht.

VersteHe deiNe KuNdeN

Frei nach dem Motto: „Wer fragt, gewinnt“

ist es auch im Rahmen der Kundengewinnung

von entscheidender Bedeutung,

zuhören zu können. Denn nur

wer zuhört kann verstehen, was sein

Kunde braucht bzw. welcher Lösung

es bedarf. Leider gibt es viel zu wenig

Unternehmer, die zuhören können bzw.

die es aushalten zuzuhören. Vielmehr

neigen wir dazu, über uns zu sprechen,

unser Produkt in höchsten Tönen zu loben

und unsere Referenzen zu präsentieren.

Aber genau hier sollte man ansetzen

und den Spieß umdrehen, indem

man bei einem Erstgespräch einfach

den Kunden einmal fragt, warum man

eigentlich eingeladen wurde und wie

man helfen kann. Die Reaktion des Gegenübers

ist oftmals erstaunlich, denn

welcher Kunde rechnet schon damit,

jetzt selbst erzählen zu müssen, was er

eigentlich will. Jeder, der diesen Tipp

beherzigt und wirklich versucht seinen

Kunden zu verstehen sowie seine Beweggründe

zu hinterfragen, wird sehen,

dass hiermit ein wichtiger Schritt zur

erfolgreichen und langfristigen Kundenbeziehung

gesetzt werden kann.

setze dir ziele

Schon die alten Chinesen wussten: „Wer

seine Ziele kennt, findet einen Weg.“

Und auch jedes moderne Buch zum Thema

Management sagt, dass man als Unternehmer

Ziele setzen muss. Das klingt

oftmals wesentlich spektakulärer, als es

tatsächlich ist. Oftmals reicht es schon

aus, wenn man sich ganz einfache Ziele

setzt. Doch mal ganz ehrlich, wer setzt

sich denn bei der Kundenakquise selbst

Ziele? Du machst es nicht? Schade für

Dich, denn woher weißt Du dann, ob

Du bei der Neukundengewinnung erfolgreich

bist? Und wie kannst Du Dich

verbessern, wenn Du nicht weißt, wo Du

hin willst? Ziele müssen nicht komplex

und auch nicht immer SMART sein. Es

reicht oftmals schon, wenn man klein

anfängt: „Diese Woche rufe ich 20 neue

Kunden an.“ Oder: „In diesem Monat

führe ich mindestens zehn Kundengespräche.“

Hierbei ist dann aber auch

wichtig nicht darauf zu vergessen, die

Erreichung der Ziele zu überprüfen und

falls notwendig diese anzupassen bzw.

zu ändern.

Wie eingangs erwähnt gibt es keine

Formel zur erfolgreichen Selbstvermarktung.

Jeder muss für sich den eigenen

Weg finden und sein Produkt „ICH“

selbst entwickeln. n

Florian binder

über die Autoren

zur person:

Florian Binder hilft Unternehmen zu

sagen, was wichtig ist, sorgt für die

passenden Worte und das richtige

Umfeld. „Kommunikation ist heute

schneller, direkter und vielfältiger.

Klassische Grenzen von Marketing,

Werbung und PR verschwimmen. Die

Crowd ist schonungslos und verzeiht

keinen Fehler. Daher müssen Unternehmer

Kommunikation als wichtige

Kernkompetenz verstehen.“ Mag.

Florian Binder ist Unternehmensberater

mit Schwerpunkt strategische

Kommunikation.

daniel Horak

zur person:

Daniel Horak hat Anfang des Jahres

die Crowdinvesting-Plattform

www.conda.at gegründet. Diese hilft

innovativen Unternehmern bei der

Suche nach Kapital und unterstützt

durch Beratung und ein umfangreiches

Netzwerk. Vor seiner Zeit bei

CONDA war er mehrere Jahre als IT-

und Unternehmensberater tätig und

sammelte davor als Gründer eines

Start-ups wertvolle Erfahrungen.

junge wirtschaft wien 9


Präsenz in klassischen Medien wird überschätzt? Pr sowieso? Pressearbeit ist

heutzutage so was von out? weit gefehlt. um am Markt bekannt zu werden, ist

eine gezielte Pressearbeit nötig. Man beachte dabei den richtigen umgang mit

Journalisten.

Wie Redaktionen ticken, scheint für

Unternehmen und PR-Abteilungen immer

noch ein großes Geheimnis zu sein.

Meist ist ihr einziger Leitgedanke: Wie

möchte ich mich in der Presse dargestellt

sehen? Dass aber die Zeitungen

und Zeitschriften eigene Spielregeln

haben, nach denen sie funktionieren

– und die vor allem unabdingbar sind,

können sich manche nicht vorstellen.

Die meisten Redaktionen sind heute immer

schlechter ausgestattet, vom Drucker

bis zum Kopierer, aber dafür mit

10 junge wirtschaft wien

Spezies

Journalist

text: alexandra schlömmer

immer mehr Aufgaben belastet – ohne

dass sich die Arbeit oder die Zahl der

zu füllenden Seiten mit verringert hätte.

PR-Agenturen sind allein schon vom

Material her besser ausgestattet als Redaktionen.

Und nicht nur das: Die Schar

der PR-Leute übersteigt die Zahl der

Journalisten. Die Arbeitsverdichtung

in den Redaktionen kommt Dir entgegen:

Wenn kein Geld da ist für einen

Fotografen, freut sich die Redaktion,

wenn sie wenigstens von den Unternehmen

selbst kostenlos Fotos von dessen

Führungskräften bekommt. Du bist also

gut beraten, wenn Du von vornherein

darauf achtest, dass von den richtigen

Leuten gute Fotos vorrätig sind (TIPP!).

Gute (PR-) Leute sind ein wahrer Segen.

Und nicht nur für ihre Auftraggeber,

sondern auch für Journalisten.

Und schlechte sind eine Landplage: Weil

sie Redakteuren die knappe Arbeitszeit

stehlen, indem sie ihnen langatmig etwas

erzählen statt zu mailen. Oder sie

machen beim Abstimmen von Zitaten

im entscheidenden Moment einen Rückzieher.

Oder indem sie total umständlich

und kleinlich auftreten.


zeitFrage

Wer mitten im Produktionsprozess ist,

den nahenden Redaktionsschluss im Nacken

hat und auf wen vielleicht noch

Layouter und Bildredakteur warten, der

muss mit seiner Zeit sehr streng haushalten.

Ob er will oder nicht. Anrufer

sollten daher einfach darauf gefasst

sein und es ja nicht persönlich nehmen,

wenn sie vertröstet werden auf den

nächsten Tag. Sie sollten nur schnell

wieder einhängen und noch kurz sagen,

dass sie mailen oder später noch

mal anrufen. Und das dann aber auch

tatsächlich tun. Und bitte nicht die Frage

„Bis wann benötigen Sie das?“ stellen

(TIPP!). Im Redaktionsalltag kann

es hektisch zugehen und Journalisten

benötigen die Infos immer bis gestern.

Meine Empfehlung: „Ich hab verstanden,

ich besorge jetzt sofort die Fakten,

die Sie brauchen.“ Denn schließlich bietet

die Verlegenheit einer Redaktion die

Chance, im Handumdrehen ins Blatt zu

kommen. Du kennst also Deine Aufgabe

genau und bist einsatzfreudig. Notfalls

von einer Minute auf die andere.

erreiCHbarKeit

Mancher Unternehmer braucht sich gar

nicht zu wundern, dass immer nur sein

Konkurrent in der Presse auftaucht –

aber er nicht. Vielleicht liegt es einfach

daran, dass der Schutzwall aus Sekreta-

riat, Pressestelle und Presseagentur um

ihn herum so hoch ist, dass ohnehin

kein Journalist an ihn herankommt.

Es gibt tatsächlich solche Firmen, bei

denen man als Journalist schon vorher

weiß: Dort macht man alles, um das erbetene

Statement vom Chef schnell zu

besorgen - und dass es andere Firmen

gibt. Besser ist es, Zahlen, Fakten und

Geschichten von dem Unternehmen parat

zu haben.

do’s aNd doN’ts

Weise nie darauf hin, dass Dein Unternehmen

Anzeigenkunde ist. Oder

noch besser: Weise nie darauf hin,

dass es das vielleicht werden könnte.

Verständlich schreiben und reden.

Es muss nicht jedes achte Wort Deiner

Pressemitteilung der englischen

Sprache entstammen.

Halte Dich kurz (Zeitdruck)! Relevante

Infos immer am Anfang.

Hochauflösende Bilder und Videos

als Link und nicht als Anhang schicken.

Nichts erfreut einen Journalisten

mehr, als wenn er 30 MB große

Dateien ungefragt im Mail-Eingang

findet.

Keine E-Mail-Pressemitteilungen

ohne Betreff.

Bitte nicht jeder Pressemitteilung

hinterher telefonieren. Jeder Redakteur

ist genervt bei dem Anruf: „Wir

haben Ihnen eine Pressemitteilung

geschickt. Haben Sie die denn bekommen?“

Schreibgeschützte Pressemitteilungen

vermeiden: Kein Journalist hat

Zeit, Daten abzutippen.

Ungültige E-Mail-Adressen als Kontakt

in Pressemitteilungen sind

schlimmer als „Noreply“-Mailadressen.

Die verantwortliche Person für Pressearbeit

immer bekannt machen:

Eine Homepage mit dem Punkt

„Presse“ ohne Ansprechperson verärgert

jeden Journalisten! n

alexandra schlömmer

office@alexandraschloemmer.at

über den Autor

zur person:

Mag. Alexandra Schlömmer ist seit

2010 als Journalistin, PR-Beraterin

und Mediatorin in Wien tätig. Zu ihren

Schwerpunkten zählen Beauty- und

Gesundheitsthemen.

junge wirtschaft wien 11


„Meine Rechnungen

versende ich mit

KingBill.

Das geht schnell

bevor ich laufen gehe.”

Für Jeden die passende Version

12 junge wirtschaft wien

Erhältlich auch bei:

www.Rechnungen.at


Herausforderung

Kundengewinnung

Die Projektgruppe handel & handwerk hat in der wiener innenstadt eine

umfrage durchgeführt und Passantinnen und Passanten gefragt, was ihrer

Meinung nach das schwerste im unternehmerleben ist.

Neben der großen Verwaltungsarbeit,

dem Zurückstecken der eigenen Bedürfnisse,

dem Finanzierungsaufwand, dem

optimalen Zeitmanagement, sowie der

vorausschauenden Planung und Handlung

waren einige auch der Meinung,

dass es sehr schwer ist, Kundinnen

und Kunden zu finden, anzulocken und

schlussendlich auch zu halten.

Für junge Start-ups ist es noch problematischer,

potenzielle Käufer zu finden,

da sie kaum auf Referenzen und einen

vorhanden Kundenstock zurückgreifen

können. Aber wie baut man sich als

Entrepreneur am besten einen Kundenstock

auf? Es ist klar von Vorteil zu wissen,

wen man eigentlich angeln möchte.

Welcher Fisch findet meinen Wurm

am Haken interessant? Welche Köder

muss ich auswerfen, um eine bestimmte

Zielgruppe anzusprechen?

Als Unternehmer sollte ich also genau

definieren, wer meine potenziellen

Klienten bzw. Abnehmer sein sollen

und welche Gemeinsamkeiten dieser

Kundenstock haben könnte. Eine klare

Zielgruppendefinition ist von hoher

Relevanz. Eine Einteilung der Zielgruppe

könnte zum Beispiel auf soziodemografischer

Basis aufgrund von Alter, Ge-

schlecht, Familienstatus, Bildungsstand

oder Gehalt erfolgen. Wenn das Unternehmen

in einem B2B-Markt (business

to business) operiert, könnten zum

Beispiel Unternehmensgröße, -standort

und –branche wichtige Merkmale sein.

Wurden die Fische ausgewählt, sollte

sich der Entrepreneur überlegen, wo

sie oder er diese Fische findet. Auf einen

weißen Hai wird man im Neusiedler

See lange warten. Modebewusste, junge

Leute wiederum findet man zum Beispiel

nicht nur in trendigen Modeshops

oder bei Modeschauen, sondern auch in

Einkaufsstraßen, in den Lokalen in der

Nähe von Modeshops und auch im World

Wide Web.

Ist die erste Hürde der Zielgruppendefinition

inklusive Ortswahl geschafft,

beginnt die harte Arbeit des Kundenfanges:

Interesse wecken, konkrete

Angebote kreieren, Kunden überzeugen

und letztendlich halten.

Und ganz nebenbei muss man sich natürlich

noch den täglichen Schwierigkeiten,

wie etwa einem unerwarteten

Geschäftsgang, der ständigen vorausschauenden

Planung und der laufenden

Anpassung an die Umwelt widmen. n

junge wirtschaft wien 13


Neue Kunden,

neue Verträge!

weithin wird als schwierigster teil des geschäftsaufbaus mit kunden der

kundenakquise-Prozess verstanden, der zu einer grundsätzlichen einigung

darüber führt, dass ein geschäftsabschluss zustande kommen soll. Die

vertragliche regelung des geschäfts wird dagegen eher als lästige Pflicht und

formalität gesehen.

Dabei verstecken sich gerade in scheinbar

unbedeutend wirkenden Vertragsbestimmungen

oft weitreichende

(Haftungs-) Konsequenzen.

leistuNgeN deFiNiereN

Das Um und Auf eines jeden guten

Vertrages ist die genaue Definition der

wechselseitigen Leistungen. Hier ist

möglichst genau zu beschreiben, welche

Sache zu welchem Zeitpunkt zu

liefern ist. Die genaue Beschreibung

der wechselseitigen Leistungen ermöglicht

es, bei fehlerhafter Lieferung Gewährleistungsansprüche

leicht geltend

zu machen. In diesem Zusammenhang

darf man auch nicht auf Nebenleistungen

und klarstellende Zusätze vergessen

(z.B. dass sich das Entgelt exklusive

Umsatzsteuer versteht). Weiters ist

wichtig, ob nur ein bestimmtes Bemühen

geschuldet ist (wie z.B. beim Arbeitsvertrag)

oder ob ein bestimmter

Erfolg (z.B. ein mangelfreies Produkt)

geschuldet ist. Bei Verträgen, die über

einen längeren Zeitraum wirken sollen,

darf nicht darauf vergessen werden,

dass das Entgelt durch einen Index angepasst

wird (z.B. Verbraucherpreisindex),

um zu verhindern, dass sich das

Entgelt durch eine Inflation faktisch

verringert.

FolgeN bei sCHleCHtlieFeruNg

Sofern nichts vereinbart wurde, gelten

bei Schlechtlieferung die gesetzlichen

Bestimmungen über die Gewährleistung

14 junge wirtschaft wien

text: wolfgang sieh

und Schadenersatz. Nach den gesetzlichen

Gewährleistungsregeln hat der

Lieferant (verschuldensunabhängig) dafür

einzustehen, dass die Sache die vereinbarten

oder üblich vorausgesetzten

Eigenschaften aufweist. Ist das nicht

der Fall, trifft den Lieferanten die Gewährleistungsverpflichtung,

d.h. dass

er die Sache zu verbessern bzw. auszutauschen

hat und es erst nach erfolglosem

Verbesserungsversuch zu einer

Rückabwicklung des Vertrags kommt

(jeder bekommt das zurück, was er geleistet

hat). Trifft den Lieferanten darüber

hinaus an der Schlechtlieferung Verschulden,

ist er schadenersatzpflichtig.

Von dieser gesetzlichen Regelung kann

zwischen Unternehmern durch eine vertragliche

Regelung abgegangen werden

und so kann vereinbart werden, dass

schon bei erster Schlechtlieferung der

Vertrag rückabgewickelt werden soll.

Darüber hinaus kann auch beispielsweise

eine Pönale vereinbart werden, wonach

es etwa bei Verzug oder Schlechtlieferung

zu Strafzahlungen kommen

soll. Bei einer solchen Regelung ist

allerdings äußerste Vorsicht geboten,

weil sie bei schlechter Formulierung so

ausgelegt werden kann, dass damit ein

Schadenersatzanspruch, der höher als

die Pönale ist, nicht mehr eingeklagt

werden kann.

VertragspartNer

Wird ein Vertrag mit einer Unternehmensgruppe

abgeschlossen und ist

nicht klar, für welche Gesellschaft die

handelnde Person einschreitet, ist die

Frage des Vertragspartners unbedingt

im Vorfeld zu klären. Nachteile können

sich etwa daraus ergeben, dass mit einer

Gesellschaft ein Vertrag abgeschlossen

wird, die möglicherweise nicht die Bonität

einer anderen Gesellschaft, die zur

selben Konzerngruppe gehört, aufweist.

Sofern Zweifel über die Bonität des Vertragspartners

bestehen, empfiehlt es

sich, entweder den Vertrag gleich mit

einer anderen (liquideren) Gesellschaft

abzuschließen oder auf eine Sicherheit

einer anderen Gesellschaft der Unternehmensgruppe

zu bestehen. Üblich

ist hier beispielsweise eine Bankgarantie

oder eine Patronatserklärung

der Muttergesellschaft. Bei Vertragsabschluss

mit einer juristischen Person

(z.B. GmbH, AG) sollte auch überprüft

werden, ob die unterzeichnende Person

auch wirklich bevollmächtigt ist,

das Unternehmen zu vertreten. Gerade

bei Unternehmensgruppen gibt es hier

immer wieder Fehler. Die Vertretungsbefugnis

kann ein Rechtsanwalt sehr

schnell durch einen Blick ins Firmenbuch

überprüfen.

allgemeiNe gesCHäFtsbediNguNgeN

Vertragspartner schließen oftmals Verträge

unter Einbeziehung ihrer Allgemeinen

Geschäftsbedingungen (AGB)

ab. Gerade in AGB könnten sich empfindliche

und äußerst gravierende

Bestimmungen befinden. Als Unter-


nehmer unterliegt man nur einem eingeschränkten

Schutz in Bezug auf die

Sittenwidrigkeit solcher AGB. Es ist

letztlich eine Frage der Vertragsverhandlungstaktik,

ob man einen Verweis

in einem Vertrag auf AGB ganz wegverhandelt

oder stattdessen auf seine eigenen

AGB verweist oder im Vertrag eine

Regelung aufnimmt, wonach die AGB

von keiner Partei gelten sollen. Es ist

auch denkbar, einzelne Punkte der AGB

von der Wirksamkeit auszunehmen.

Gerade bei Bestellungen ohne vorherigen

Vertrag kommt es oft vor, dass

auf einer Warenbestellung unten ein

Verweis auf allgemeine Geschäftsbedingungen

des Bestellers aufgenommen ist.

In diesem Fall empfiehlt es sich in der

Praxis, eine Auftragsbestätigung zurückzusenden,

in welcher entweder ein

Verweis auf die eigenen AGB oder ein

Verweis darauf, dass fremde AGB nicht

akzeptiert werden, enthalten ist. In

diesem Fall gelten nur jene Bestandteile

der AGB, die mit den AGB der Gegenseite

übereinstimmen bzw. gar keine AGB.

aNweNdbares reCHt

In der Regel wird allzu leicht akzeptiert,

dass (insbesondere bei ausländischen

Geschäftspartnern) ein anderes als das

österreichische Recht für einen Vertrag

zur Anwendung gelangt. Dabei sind die

Folgen dieser Rechtswahl nicht absehbar.

Um das Risiko dieser unabsehbaren

Folgen auszuschließen, müsste man

streng genommen einen ausländischen

Rechtsanwalt zu Rate ziehen. Idealerweise

besteht man auf österreichisches

Recht. In Spezialfällen ist zu definieren,

welche zusätzlichen „gesetzesähn-

lichen“ Bestimmungen zur Anwendung

kommen (z.B. ÖNORMEN oder DIN).

geriCHtsstaNd

Neben dem anwendbaren Recht ist auch

wesentlich, wo im Falle eines Streits

vor Gericht verhandelt wird. Sinnvoll

ist es, in dem Land zu streiten, nach

dessen Recht der Vertrag sich richtet.

Wenngleich möglich, ist es etwa nicht

sinnvoll, dass ein spanischer Richter

nach österreichischem Recht entscheidet.

Auch die Kosten sind hier nicht

unwesentlich: Reisekosten der Parteien

und etwaiger Zeugen können sehr hoch

ausfallen und stellen im Endeffekt vielleicht

das Hindernis für einen Vergleich

da, zumal keine Partei diese Kosten

übernehmen will.

sCHiedsgeriCHt

Bei der Vertragserrichtung sollte man

sich überlegen, ob man vereinbart,

dass im Falle von Streitigkeiten nicht

ein ordentliches Gericht, sondern ein

Schiedsgericht zuständig sein soll. Ein

Schiedsgericht ist ein Gericht, dessen

Richter von den Parteien selbst ernannt

werden. Bei diesen Richtern handelt es

sich in der Regel um für den jeweiligen

Fall ausgewählte Experten. Der Vorteil

liegt in der Möglichkeit der Festlegung

gewisser Prozessschritte, einer raschen

und endgültigen Erledigung, der Vertraulichkeit

und der nahezu weltweiten

Durchsetzbarkeit von Schiedssprüchen.

In der Regel zahlt sich ein Schiedsgericht

erst bei hohen Auftragswerten aus,

weil die Kosten für ein Gerichtsverfahren

bei geringen Streitwerten deutlich

niedriger sind. In Ausnahmefällen kann

aber auch bei einem geringen Auftragswert

eine Schiedsvereinbarung sinnvoll

sein. Beispielsweise dann, wenn es sich

um einen ausländischen Vertragspartner

handelt und zu erwarten ist, dass ein

österreichisches Gerichtsurteil in diesem

Staat schwer durchgesetzt werden

kann. Da die meisten Industriestaaten

nämlich die New York Convention (ein

internationales Abkommen zur Durchsetzung

von Schiedssprüchen) ratifiziert

haben, tut man sich hier mit einem

Schiedsurteil deutlich leichter.

VersiCHeruNgeN

Gerade bei Werklieferverträgen kann es

sinnvoll sein, den Lieferanten zu verpflichten,

bestimmte Versicherungen

abzuschließen. Dann hat man nicht das

Problem, dass – wenn ein solches Risiko

eintritt – der Vertragspartner möglicherweise

insolvent wird. Üblich ist

eine solche Versicherung beispielsweise

im Baugewerbe (Bauwesenversicherung

oder Rohbaufeuerversicherung). n

wolfgang sieh

w.sieh@fplp.at

über den Autor

zur person:

Dr. Wolfgang Sieh ist Rechtsanwalt bei

Fiebinger Polak Leon & Partner und

auf Unternehmensrecht spezialisiert.

junge wirtschaft wien 15


Businesspläne

sind nur etwas für Weicheier, oder?

ein emotionales Plädoyer für strukturierte gedanken und ein klassisches

instrument im gründercontrolling

Wenn wir uns als junge Unternehmer

selbstständig machen, vielleicht sogar

zum ersten Mal in unserem Leben,

dann haben wir in der Regel den Kopf

voller wichtiger Dinge, die wir auf keinen

Fall vergessen dürfen. Da wären

die Sozialversicherung und das Finanzamt,

die Gewerbeberechtigung, die

Geschäftsräume inklusive der Mietverträge,

Standortanalyse, die lieben Kunden

wollen bitte auch nicht vergessen

werden und jede Menge Kosten, die irgendwer

irgendwann mal auch bezahlen

muss. Aber wir sind sehr optimistisch,

denn wir haben in Seminaren ja gelernt,

dass man genau so in das neue Geschäft

geht, mit Elan und Freude.

Überlegt haben wir uns schon oft genug,

wie wir das jetzt angehen wollen,

und wir werden nicht müde darüber zu

reden. Also wozu denn bitte noch einen

Businessplan schreiben? Das haben wir

als neue „alte Hasen“ doch bereits alles

im Kopf. Die Zeit können wir besser

nutzen und uns auf das konzentrieren,

was jetzt das Wichtigste ist. Aber was

war das gleich noch mal? Irgendwas mit

der Bank, oder doch ein Gespräch mit

der Steuerberaterin? Wird schon schiefgehen!

Augen zu und durch! Wer nicht

wagt...

Und dann haben wir uns plötzlich verirrt.

Das Tagesgeschäft hat uns so eingenommen,

dass wir nicht mehr wissen,

wie es von jetzt an eigentlich mit dem

Unternehmen weitergehen soll. Wir

hatten mal einen Traum; nein, wir hatten

sogar mal eine Vision, denn auch

das haben wir brav in einem Seminar

gelernt. Aber was war denn das noch

16 junge wirtschaft wien

text: wolfgang c. altenstrasser

gleich mal? War unsere Geschäftsfinanzierung

jetzt perfekt maßgeschneidert

für ein schnelles Wachstum? Haben wir

das erreicht, was wir vorgehabt haben

oder sind wir mittlerweile ganz weit

weg von unseren früheren Plänen? Vor

einem Jahr war doch alles noch ganz

klar und selbstverständlich, aber irgendwo

unterwegs haben wir vergessen,

was wir eigentlich mal erreichen wollten.

Nun ja, anscheinend ist jetzt doch

irgendetwas schief gegangen, unsere

Augen waren zu und gewagt haben wir

mehr als wir eigentlich wollten.

Wer Businesspläne belächelt oder für

etwas hält, das nur unternehmerische

„Weicheier“ schreiben, dem wünsche

ich an dieser Stelle viel Glück, denn

das ist die realistische Alternative zum

Businessplan.

Vergesst, was in verstaubten Büchern

steht – der Businessplan muss so und

so viele Seiten haben, um gut zu sein.

Und mindestens 80 Stunden Arbeit

müssen da hineingeflossen sein! Wenn

der Businessplan doch mal geschrieben

wird, dann meistens, weil eine Bank

den unbedingt sehen will, um einen

Unternehmerkredit gewähren zu können.

Dabei übersehen wir aber die allerwichtigsten

Personen, für die der Businessplan

eine echte Hilfe sein wird, uns

selbst. Selbst die beste und überlegteste

Idee in unserem Kopf kann niemals

so strukturiert und detailliert sein, wie

in dem Moment, wo ich alles aufschreiben

muss, sie schwarz auf weiß vor mir

sehe und sie lesen kann. Vorgegebene

Inhaltshilfen unterstützen uns dabei,

nichts Wesentliches zu übersehen, und

die laufende Inhaltskontrolle bringt

uns dazu, einen Punkt von mehreren

Seiten zu beleuchten. Die ausgearbeiteten

Finanzpläne sind die Grundlage für

ein späteres Gründungscontrolling im

klassischen Soll-Ist-Vergleich und eine

Basis für Abweichungsanalysen, die uns

helfen zu verstehen, wie es gelaufen

ist.

Die Zeit, die Ihr in Eure Planung steckt

und die Ausarbeitung von Marketing-

und Finanzplänen ist niemals eine

vergeudete Zeit. Wie ausgefeilt diese

Pläne sein müssen, hängt davon ab,

was Ihr genau machen wollt, denn der

Businessplan sollte für Eure Situation

maßgeschneidert sein. Es gibt Profis,

die Euch bei dieser Arbeit unterstützen

können und Euch auch beraten, wie

Ihr Eure Unternehmensstrategie für die

ersten Jahre planen könnt. n

wolfgang C.

altenstrasser

über den Autor

Jahrgang 1971, Studium Verfahrenstechnik

an der TU Graz und Executive

Management an der FH Wien

Unternehmensberater und Geschäftsführer

zweier eigener Unternehmen


Präsentieren

Ein Meeting wie es täglich tausendfach

stattfindet. Plötzlich ein Knall. Alle

schrecken auf. Erwin ist mit seinem

Kopf auf die Tastatur seines Laptops

geknallt. Eingeschlafen! Nein, es war

nicht der späte Feierabend gestern. Es

liegt an dem, der da gerade so monoton

und langweilig präsentiert.

84 Prozent der Präsentationen werden

vom Publikum als langweilig und einschläfernd

bezeichnet, insgesamt 97

Prozent als verbesserungswürdig. Wie

aber überzeugen, wenn keiner zuhört?

Oder anders gefragt: Wenn Menschen

bei einem Film gerne stundenlang folgen,

sich emotional beteiligen, sogar

mit- und vorausdenken – was kann man

vom Film fürs Präsentieren lernen?

Der Großmeister der Spannung, Sir Alfred

Hitchcock, ist ein ideales Vorbild.

Er liebte die Einfachheit – etwas, was

man sich von jedem Präsentator auch

wünscht. Er liebte den roten Faden

und sprang nicht von einem Handlungsstrang

zum anderen. Und er liebte

Spannung über alles.

Neugierde uNd suspeNse

Spannung entsteht durch Neugierde.

Durch das Gefühl, etwas zu erahnen,

ohne sich sicher sein zu können, es

bereits zu wissen. Oder durch das Gefühl,

etwas endlich wissen zu wollen.

Hitchcock erklärt „Suspense“ so: Wenn

unter einem Tisch mit Menschen plötzlich

eine Bombe explodiert, ist das ein

Schreck, der für wenige Sekunden unterhält.

Sieht das Publikum die Lunte

brennen, die Menschen am Tisch ahnen

jedoch nichts, ist dies Suspense und

wie Alfred Hitchcock

Überzeugen mit dem Meister der spannung

text: Michael Moesslang

unterhält für fünf oder zehn Minuten.

Dieser Wissensvorsprung des Publikums

erzeugt Spannung. Und zwar gerade

deswegen, weil es zwar die Gefahr der

Explosion kennt, jedoch nicht weiß, ob

nicht irgendetwas diese Gefahr in letzter

Sekunde bannt.

In Deiner Präsentation entsteht Spannung

dadurch, dass Du auf einen Höhepunkt

hinarbeitest. Etwas Wichtiges,

das Dein Publikum vorher nicht kennt.

Doch das Publikum darf von diesem Etwas

nicht überrascht werden, sondern

es muss es erahnen. Es muss neugierig

darauf sein und den Wunsch entwickeln,

es endlich zu erfahren.

Dabei darf es ruhig versuchen zu erraten,

was es denn sein könnte. Das

steigert sogar das Engagement! Solange

es mit der Vermutung sowohl richtig

als auch falsch liegen kann, bleibt die

Spannung erhalten.

spaNNuNgsmomeNte im

KleiNeN

Eine Szene in einem durchschnittlichen

Film. Die Spannung spitzt sich zu. Kurz

bevor das Erwartete passiert: Cut, andere

Szene. Der Regisseur lässt uns warten,

die Spannung steigt. Diese Technik

nennt man „Tension“. Nur ist der Wechsel

in eine andere Szene problematisch,

vergessen wir doch bald die erste und

damit die Spannung. Auch innerhalb

einer Szene wirkt Tension. Der Mörder

hebt das Messer zum Stich. Da, ein Geräusch!

Er zögert, denn er muss abwarten,

bis die Störung vorüber ist.

Ein Beispiel, wie Du Tension in Deine

Präsentation einsetzt. 2005: Steve Jobs

kündigt den damals neuen iPod nano

an. Er nennt den Namen. Natürlich

ist das Publikum nun neugierig und

will ihn sehen. Doch zunächst lässt er

auf der großen Leinwand seine Hosentasche

zeigen „So… I got a pocket…

right here… Now this one has been the

one where your iPod’s going in, traditionally.

The iPod and the iPod mini fit

great in there. Ever wondered what this

pocket’s for?“ Er deutet auf die kleine,

fünfte Tasche seiner Jeans. „I’ve always

wondered that. Well, now we know. Because

this is the new iPod nano.“ Und in

diesem Moment zieht er dort den kleinen

iPod nano heraus. Durch die kleine

Demonstration konnte er die Spannung

27 Sekunden lang halten.

Spannend zu präsentieren macht nicht

nur Spaß, Du überzeugst auch leichter!

n

michael moesslang

mm@moesslang.com

über den Autor

Michael Moesslang kämpft als Top 100

Speaker, Trainer und Autor (So würde

Hitchcock präsentieren, Redline)

gegen langweilige Präsentationen.

www.michael-moesslang.de

junge wirtschaft wien 17


Einfach miteinander kommunizieren.

„Durchs Reden kommen die Leute zusammen“,

sagt ein uraltes Sprichwort.

Aber es ist die Wahrheit - so ist das Leben.

„Netzwerken macht bekannt“

„Netzwerken macht erfolgreich“

„Durchs Netzwerken bekommt man

neue Kunden“

18 junge wirtschaft wien

Netzwerker

aus Leidenschaft

zuerst war es neugier, dann wurde ehrgeiz daraus und heute ist es für mich

nicht mehr wegzudenken. netzwerken ist eine Lebenseinstellung – offen auf

andere Menschen zuzugehen, frei von Vorurteilen, ohne den hintergedanken,

mit demjenigen ein geschäft zu machen.

text: ing. hermann stanzel

Zumindest steht das in den Büchern

zum Thema Netzwerken. Aber was ist

Netzwerken wirklich? Was macht uns

dabei erfolgreich?

Eine Studie dazu besagt, dass drei

Hauptkomponenten für unseren Erfolg

verantwortlich sind: Die Bekanntheit

(zu 60%), das Image (30%) und die Kompetenz

(unsere fachliche Qualifikation;

10%). Das heißt, dass die Bekanntheit

hauptverantwortlich für unseren Erfolg

ist, und bekannt werden wir durch das

Netzwerken, sowohl online als auch offline

im realen Leben.

Als XING-Mitglied der ersten Stunde

kann ich die Plattform nur jedem empfehlen,

der sich im deutsprachigen B2B-

Bereich vernetzen will. Auf XING stellt

sich jedes Mitglied mit seinem Beruf

oder seinen geschäftlichen Interessen


vor. Dementsprechend wirst Du auf Dein

Angebot angesprochen. Umgekehrt

suchst Du Deine Geschäftspartner auch

nach diesen Kriterien aus.

Wer allerdings mit der Erwartung

kommt, sofort Geschäfte zu machen, der

wird enttäuscht. Netzwerken ist kein

Cashgeschäft – es ist ein Investitionsgeschäft.

Ein Netzwerk muss wachsen.

Gras wächst auch nicht schneller, wenn

man daran zieht. In der Praxis beginnt

ein Netzwerk erst nach eineinhalb bis

zwei Jahren zu „funktionieren“, aber

dann richtig!

Es gibt sehr viele unterschiedliche Meinungen

zum Thema Netzwerken. Die einen

sagen, Du musst so viele Kontakte

wie möglich haben. Die anderen wiederum

bestätigen nur Kontakte, die sie

persönlich kennen. Beim Netzwerken

gibt es kein richtig oder falsch. Jeder

muss für sich entscheiden, ob er viele

Kontakte braucht oder nicht. Vor allem

richtet sich das natürlich auch nach

dem eigenen Business. Ich für meinen

Teil vertrete die Meinung: Es gibt keine

schlechten Kontakte!

Wenn man weiß, dass heute jeder über

25 mindestens 500 Personen kennt,

dann kann es doch nur von Vorteil sein,

wenn ich meine Botschaft so vielen

Leuten wie möglich kommuniziere. Egal

ob ich etwas suche oder etwas anzubie-

ten habe. Wenn jemand einen Kinderarzt

sucht, dann sucht man den auch

nicht in den gelben Seiten. Man holt

sich eine Empfehlung aus dem Bekanntenkreis

oder vom Hausarzt. Und genau

so funktioniert Netzwerken: Empfehlungen

von bekannten Personen, zu denen

man Vertrauen hat.

Und so kommen wir wieder zu den

60% Bekanntheit: Je bekannter ich bin

(mein Branding ist), umso eher werde

ich auch Hilfe oder Informationen zu

meinen Fragen bekommen.

Ideales Netzwerken ist die Kombination

von Online und Offline Netzwerken.

Das Leben spielt sich nicht nur vor dem

PC ab! Da setzt auch XING an: Online

Leute auf der Plattform kennenzulernen

und die Person bei einem realen, offline

Netzwerken persönlich zu treffen. Nur

so kann Vertrauen wachsen und nur so

können nach und nach Empfehlungen

abgegeben werden. Das wichtige dabei

ist, dass man nicht nur einmal zu einem

Netzwerktreffen geht. Es muss ein Fixtermin

werden. Sieh es wie einen wichtigen

Geschäftstermin und plane diesen

Termin fest ein. Vertrauen wächst nicht

von heute auf morgen.

Ich kann nur jeden, der Kontakte für

sein Business sucht, ermutigen zu einem

geführten XING-Netzwerkabend zu

gehen. Einfach hingehen, völlig ohne

Erwartungen und ohne Erfolgsdruck. Es

ergeben sich immer tolle Gespräche, frei

nach dem Motto „persönliches zählt -

geschäftliches ergibt sich“. Es gibt genügend

regionale Gruppen bei XING, die

regelmäßig Netzwerkabende veranstalten.

Die Moderatoren der Gruppen helfen

einem gerne, die ersten Kontakte

zu knüpfen.

Es würde mich freuen, den einen oder

anderen bei einem unserer nächsten

Netzwerkabende persönlich zu treffen

und wünsche Euch allen viel Erfolg

beim Netzwerken! n

ing. Hermann stanzel

office@fotoatelier2.at

über den Autor

Ing. Hermann Stanzel ist Fotograf,

Digital Artist und Netzwerker aus Leidenschaft.

Er betreibt neben seinem

Welser Fotostudio die Bildagentur

Pixdotcom (www.pixdotcom.com) und

bietet über die Akademie – Wissenspool

– Fotografie Schulungen, Trainings

und Live Coachings an (www.

wissenspool-fotografie.com).

junge wirtschaft wien 19


20 junge wirtschaft wien

Auf den Punkt

Stell Dir die folgende Situation vor:

Du besuchst ein Netzwerk-Event und

die erste Frage, die Dir gestellt wird,

ist: „Was machst Du beruflich?“ Lange

Ausführungen und Erklärungen sind

hier fehl am Platz. Du hast maximal

60 Sekunden Zeit, Dein Gegenüber in

den Bann zu ziehen und das Interesse

an weiterführenden Gesprächen zu

wecken. Die Antwort muss daher kurz,

knackig und vor allem für Außenstehende

verständlich sein. Mit Hilfe des

Elevator Pitches können genau diese

Antworten gelernt werden!

Der Begriff „Elevator Pitch“ kam erstmals

in den 80er Jahren in Amerika auf,

wo junge, karriereorientierte Vertriebler

nur die Dauer einer Aufzugsfahrt hatten,

um ihre Vorgesetzten von ihren

Ideen zu überzeugen (gemessen an den

Aufzugsfahrten der dortigen Wolkenkratzer).

Mittlerweile ist der Elevator Pitch eine

der effektivsten Methoden, neue Kontakte

und/oder potenzielle Kunden

anzusprechen. Aus diesem Grund ist es

verwunderlich, dass viele Unternehmer

nicht in der Lage sind, den Nutzen ihres

Produktes oder ihrer Dienstleistung

in wenigen Worten auf den Punkt zu

bringen. Natürlich ist es schwierig, ein

abstraktes oder erläuterungsbedürftiges

Produkt in knappen, verständlichen

Worten zusammenzufassen. Doch jeder,

der die Mühe auf sich genommen hat

und sich damit auseinandersetzt, wird

langfristig dafür belohnt werden.

Ein erfolgreicher Elevator Pitch bedient

sich gedanklicher Bilder, Vergleiche und

Beispiele. Weiters sollte man sich vorab

gebracht

kurze, knackige antworten wollen bei erfolgreichen netzwerken gelernt sein

text: Daniela steiner

mit dem relevanten Markt, der Zielgruppe

und den Besonderheiten der eigenen

Produkte oder Dienstleistungen im Vergleich

zu den Wettbewerbern beschäftigen.

Aber wie kommt man jetzt zum

eigenen Elevator Pitch?

sCHritt 1 - der iNHalt des

eleVator pitCHes

Zunächst wird der Inhalt des Elevator

Pitches festgelegt. Soll das Gesamtunternehmen,

Teilprojekte oder einzelne

Produkte vorgestellt werden? Unabhängig

vom Ziel des Pitches ist es

empfehlenswert von altbekannten Floskeln

und 08/15-Formulierungen Abstand

zu nehmen.

sCHritt 2 – wer bist du uNd

was tust du Für deiNe KuNdeN?

Eine Kurzbeschreibung der vorzustellenden

Person, des Produktes oder der

Dienstleistung ist hilfreich. Um das

Interesse des Gegenübers zu wecken,

konzentriert man sich hier nur auf das

Wesentliche.

sCHritt 3 – Vorteile Für

deiNe KuNdeN HerVorHebeN

Vorzugsweise zeigt man auf, wie sich

die Situation des Kunden durch das

Produkt oder durch die Dienstleistung

positiv verändert. Witzige oder provokante

Anfangssätze und/oder eine Einstiegsfrage

erleichtern den Anfang des

Gespräches.

sCHritt 4 –zusammeNstelleN

des eleVator pitCHes

Abschließend werden alle Teile zum

persönlichen Elevator Pitch zusammengestellt.

Die Länge des Elevator Pitch

sollte nicht über 45 bis 60 Sekunden

hinausgehen. Verschieden lange Versionen

können jedoch je nach Situation

und Gesprächspartner von Vorteil sein.

Der Elevator Pitch ist ein Werkzeug,

der durch regelmäßigen Gebrauch verbessert

und geschärft wird. Er muss reflexartig

und ohne Nachzudenken wiedergegeben

werden können – lediglich

angepasst an die Individualität des jeweiligen

Gesprächspartners. Aus diesem

Grund sollte der eigene Elevator Pitch

von Zeit zu Zeit evaluiert und adaptiert

werden.

Also, sei kreativ und hebe Dich mit

Deinem Elevator Pitch von der breiten

Masse ab. Du wirst bald den Unterschied

erkennen! n

über die Autorin

daniela steiner

d.steiner@

pichler-media.com

daniela@talentwechsel.com

zur person:

Daniela Steiner ist bei Pichler Medientechnik

für Marketing verantwortlich.

Durch ihre Künstlervermittlung Talentwechsel

unterstützt sie Musiker,

deren Auftritte zu organisieren.


Reed Fachmessen

mit Starterpaket effizient nutzen

Insgesamt 129 Veranstaltungen – von

Fachmessen über Kongresse bis hin zu

Firmentagungen - fanden im Jahr 2012

in der Messe Wien statt. Immer mehr

neu gegründete Unternehmen nutzen

dabei das Marketing- und Absatzinstrument

Fachmesse zur Geschäftsanbahnung.

Veranstalter Reed Exhibitions

hat ein spezielles Angebot für Start-ups

im Programm. Wir haben Dir. KommR

Johann Jungreithmair, den CEO von

Reed Exhibitions Messe Wien, dazu interviewt.

Herr direktor Jungreithmair, wie

würden sie das wesen einer

Fachmesse charakterisieren?

Die Fachmesse ist der Event der Entscheider,

der Ort, an dem sich für wenige

Tage eine Branche vereint und darstellt.

Sie bietet somit wie kein anderes

Marketinginstrument die Möglichkeit,

die verschiedensten Kontaktebenen für

einen bestimmten Zeitraum zu verbinden.

Und das nicht nur am Messestand,

sondern auch durch eine aktive Teilnahme

am Rahmenprogramm und bei

Get-together-Events rund um den Messeauftritt.

welche stärke hat eine Fachmesse

neben der persönlichen

Kontaktebene noch?

In diversen Studien hat die Fachmesse

in der Nutzungsstärke regelmäßig

im Vergleich zu anderen Marketingtools

die Nase vorne. Ihre besonderen

Stärken spielt die Fachmesse vor allem

beim Marktüberblick, bei der fachlich

kompetenten Information und bei der

Entscheidungssicherheit aus. Die Kriterien

Glaubwürdigkeit, Aktualität der Information

und praktischer Nutzen sind

bei Fachmessen unschlagbar. Daran zeigt

sich, wie wichtig auch für jüngere Unternehmen

die Messeteilnahme ist. Denn

sie schafft rasch hochwertige Geschäftskontakte

mit jenen, die in den als Kunden

anvisierten Unternehmen als Entscheider

die Fäden in der Hand halten.

Für viele junge unternehmen

stellen sich bei einer messeteilnahme

als aussteller finanzielle

Hürden in den weg. gibt es seitens

reed unterstützung?

Ja, diese gibt es definitiv durch unser

spezielles ‚Jungunternehmer-‘ und

‚Erstausstellerpaket‘ für alle von Reed

Exhibitions in Österreich veranstalteten

B2B- und B2C-Fachmessen. Das Angebot,

das zahlreiche Vergünstigungen

und Unterstützungsmaßnahmen enthält,

soll Unternehmen überzeugen,

dass sie auf der Fachmesse richtig platziert

sind.

Neue Unternehmen oder solche, die

noch nie bei einer Messe ausgestellt haben,

sollen an dieses im Marketingmix

unverzichtbare Medium herangeführt

werden. Wir wollen damit vor allem

kleinere und mittelgroße Unternehmen

ansprechen und sie dabei unterstützen,

ihre Marktpotenziale effizienter auszuschöpfen.

Zudem eröffnen Fachmessen

auch den effizienten Zugang zu Märkten

in den Nachbarländern. n

iNFo-box

Das Reed-Starter-Paket

wer? neue unternehmen innerhalb

der ersten zwei bestandsjahre und

firmen, die zum ersten Mal auf einer

reed-Messe auftreten wollen.

was? spezielle Vergünstigungen bei

allen fachmessen von reed exhibitions

in Österreich:

+ 40% ermäßigung auf die standfläche

+ 20% rabatt für den standaufbau

+ 5 golden bons (= gratis-eintrittskarten)

pro gebuchtem Quadratmeter

standfläche

+ kostenloses Pr-Paket

wie? Vorlage eines gewerbescheins

und firmenmäßig gezeichnetes schreiben

mit Versicherung, noch nie an

einer Messe in der eu teilgenommen

zu haben.

wo? alle Detailinfos und kontakte unter

www./jeweiliger Messename/aussteller/erstausstellerpaket

www.messe.at

junge wirtschaft wien 21

Foto: Dir. Johann Jungreithmair / © Reed Exhibitions


Customer

Empowerment

Eine Bekannte wollte sich vor Kurzem

einen neuen Farbdrucker kaufen. Sie

hat sich vorab schon über Online-Foren

und Blogs informiert, ob für ihre Bedürfnisse

eher ein Farblaser- oder ein

Farbtintenstrahldrucker geeignet wäre.

Dann hat sie auf der Website eines

Elektronikfachgeschäfts geschaut, welche

verschiedenen Modelle zur Auswahl

stehen, welchen Preis sie haben und

welche technischen Unterschiede sie

aufweisen.

Im Geschäft wurde meine Bekannte

dann sofort von einem aufmerksamen

Verkaufsberater angesprochen. Sie erklärte

ihm also, was sie suchte und

welche Modelle sie schon ins Auge gefasst

hatte. Sie brachte eine Liste mit

Tintenstrahldruckern mit, weil sie eher

22 junge wirtschaft wien

Der informierte Mitmach-kunde.

text: claudia Pöckl

wenig druckt aber eine hohe Bildqualität

braucht. Der Berater allerdings

versteifte sich auf Farblaserdrucker und

wurde nicht müde, deren Vorteile und

technischen Details zu erläutern. Jegliche

Einwände wurden gekonnt übergangen

und meine Bekannte wurde das

Gefühl nicht los, der Mann nehme sie

nicht ernst oder ist nur auf den wahrscheinlich

höheren Verkaufsbonus für

Laserdrucker aus. Sie kaufte schließlich

woanders und ihre negative Erfahrung

endete mit einem Frustposting auf Social

Media Kanälen.

Solche oder ähnliche Fälle passieren

heutzutage leider immer noch. Bevormundung

von Kunden, Arroganz,

Zurückhaltung von Informationen, Zugangsbeschränkungen.

Firmen, die so

agieren, haben leider immer noch nicht

begriffen, dass sie durch Nötigung keinen

Kunden gewinnen bzw. an sich binden

werden. Und sie haben noch nicht

bemerkt, dass die Zeiten des unwissenden,

passiven Kunden längst vorbei

sind!

es Hat siCH Viel VeräNdert

Früher gab es eine viel geringere Auswahl

an Angeboten. Es gab zum Beispiel

einen Telefonanbieter und ein Telefonmodell.

Die Anbieter hatten die Kontrolle

über den Käufer. Heute kann man

sich vor Angeboten nicht mehr retten

und so ist die Verfügbarkeit von Informationen

immer mehr in den Vordergrund

gerückt. Neben den sogenannten

traditionellen Medien wie Zeitungen,

Magazinen, Büchern, dem Fernsehen


„schwache Marken

machen kunden werbung,

für starke Marken machen

kunden werbung.“

karsten kilian, Markenexperte

oder dem Radio nutzen Konsumenten

heute überwiegend das Internet (Blogs,

Wikis, Videos, Bewertungsplattformen,

Social Media Kanäle etc) um sich zu

informieren. Dort finden sie nicht nur

technische Details oder Preise von Produkten,

sondern auch Erfahrungsberichte

anderer Käufer. Konsumenten

haben eine Stimme bekommen. Sie können

also Informationen recherchieren

und Produkte vergleichen, aber auch

Gleichgesinnte finden, Botschaften

selbst verfassen sowie Meinungen und

Erlebnisse austauschen.

Es ist ganz klar: Kunden lassen sich

heute nicht mehr kontrollieren, beeinflussen

oder zu etwas überreden. Und

das ist eigentlich eine tolle Chance für

uns Unternehmer! Konsumenten können

auf verschiedene Art und Weise mit

dem Unternehmen in Kontakt treten,

das Image einer Marke weitertragen,

Feedback und Vorschläge einbringen.

Dadurch entsteht eine unglaubliche Fülle

an Informationen, die Du nur mehr in

eine geordnete und disziplinierte Struktur

umwandeln musst. Als Anbieter von

Waren und Dienstleistungen kannst Du

heute schnell herausfinden, was die

Leute wollen, wann, wie und warum sie

es wollen.

der Neue umgaNg mit KuNdeN

Menschen sind frustriert, wenn sie das

Gefühl haben, keine Kontrolle zu haben.

Wenn sie nicht wissen, was genau

sie zu tun haben oder wie sie etwas

anstellen sollen, um zum gewünschten

Ergebnis zu kommen. Sie sind aber auch

frustriert, wenn sie zwar wissen, was sie

wollen, aber von der umsetzenden Seite

nicht ernst genommen werden. Und genau

hier kannst Du ansetzen:

stelle iNFormatioNeN bereit

Durch eine offene Informationspolitik

ermöglichst Du dem Käufer, bessere

Entscheidungen zu treffen. Gib ihm vertrauensvolle

Anleitungen. Stelle Werk-

zeuge zur Verfügung, damit er sich in

Zukunft selbst weiterhelfen kann. Vertiefe

sein Wissen auf Deinem Gebiet.

agiere auF gleiCHer

augeNHöHe

Respektiere die selbst angeeigneten

Kenntnisse Deines Kunden und setze

mit Deiner Beratung dort an, wo das

digital erlangte Wissen aufhört. Nutze

die Kreativität Deiner Kunden. Gehe auf

ihre Lösungsvorschläge ein. Ja ermutige

sie sogar, neue Vorschläge einzubringen.

Lass Deine Kunden mitmachen, involviere

sie wenn immer es möglich ist.

arbeite traNspareNt

Lass Deinen Kunden nicht im Dunkeln,

aus Angst, er könnte Dir dreinreden.

Versuche nicht, Geheimnisse aufzubauen

oder kritische Dinge unter Verschluss

zu halten. Erkläre Deinem Kunden, warum

Du was wie machst. Lass ihn entscheiden,

wie viel Verantwortung er

übernehmen möchte, was er sich selbst

zutraut und wobei er Deine Hilfe benötigt.

sCHaFFe eiNeN meHrwert

Gib Deinen Kunden immer wieder die

Möglichkeit, über Dich und Deine Produkte

zu reden, indem Du ihre Erwartungen

stets erfüllst oder gar übertriffst.

Finde heraus: Was sind wirklich

die Bedürfnisse Deiner Kunden? Welche

Fragen könnte ein Käufer haben, nachdem

er Dein Produkt verwendet oder

Deine Leistung in Anspruch genommen

hat? Welches weitere Produkt aus Deinem

Sortiment könnte für den Kunden

noch hilfreich oder nützlich sein? Was

könnte die bisherige Kauferfahrung

noch ergänzen? Nutze berechtigte Kritik

zur Weiterentwicklung Deiner Produkte

und Leistungen. n

Claudia pöckl

claudia@

marketingboots.com

über die Autorin

zur person:

Claudia Pöckl ist Inhaberin von Marketing

Boots, der Agentur für Marketing

und Kommunikation. Sie unterstützt

junge Unternehmer und kleine Betriebe

bei der Planung und Durchführung

ihrer Marketingaktivitäten.

WELtWISSEN

VoN JuLIANE SCHMIDt

Anforderung: Auslandserfahrung,

open minded! Na und?

Erfahrung

Die haben reisende und nicht unbedingt

urlauber. reisende sind interessiert

an anderen kulturen und

nehmen ein anderes Land intensiver

wahr. abseits von immer sonnenschein

der Pauschalurlaubshotelwelt

lässt man sich auf wirkliche herausforderungen

ein. erfahrungen werden

dann als solche wahrgenommen,

wenn situationen den reisenden fordern

und ihn vor die aufgabe stellen,

sein eigenes kulturelles Verständnis

zu umgehen und die herausforderung

auf eigene faust zu meistern.

Ja, Interesse ist die ehrlichste form

von respekt. es geht nicht ums akzeptieren,

sondern um den respekt,

den man einer anderen kultur entgegenbringt.

Je mehr Du fragst, desto

mehr wirst Du erfahren und desto

besser wirst Du verstehen. kein reiseführer

dieser welt wird Dir das reale

Leben einer gesellschaft so darstellen,

wie Du es erlebst.

Verbindet man interesse an reise,

so erhält man eine Mischung, die unglaublich

spannend ist. es zu schaffen,

heimatgefühl und kulturwissen

zu verbinden, ist der knackpunkt.

spannend ist und bleibt, welcher teil

die oberhand gewinnt.

was das alles bringt? nun ja, es ist

vielleicht vermessen zu sagen, dass

jegliche anstrengung in diese richtung

das seelenheil ist. wir leben globalisiert

in unserer heimat. firmen

fordern die kulturelle unabhängigkeit,

und jeder kann davon profitieren,

wenn er seine internationale kompetenz

nutzt. am ende ist es der antrieb

eines jeden, sich selbst zu vermarkten.

internationales wissen ist und

bleibt ein Pluspunkt und ist nicht nur

auf dem globalen Markt positiv zu bewerten.

„Jede Wanderschaft gilt einem äußern

und innern Wege.“ (gottfried

keller)

junge wirtschaft wien 23


Veranstaltungen &

24 junge wirtschaft wien

Termine

Entdecke Deine

Grenzen!

unternehmer, wollt Ihr angehenden

Selbständigen zeigen, wie

Euer Arbeitsalltag jenseits von rosigen

Klischees wirklich aussieht?

Zukünftige Selbständige, wollt Ihr

einem etablierten Unternehmer

über die Schultern schauen und

schon vor Eurer Gründung den

harten Unternehmeralltag hautnah

erleben?


––

20. Bundestagung für

Jungunternehmer &

Führungskräfte

27. - 28. September 2013

Klagenfurt am

Wörthersee

Laufe mit der Jungen

Wirtschaft darüber hinweg!

du suchst einen sportlichen

ausgleich zum harten

unternehmeralltag?

dann mach mit!

Mentoring...

Projekt 24/7

-

Tech Natives:


––

3. Juni 2013

eintragen!

VORMERKEN!


26.6.2013

SOMMERFEST

der Jungen Wirtschaft

In Kürze:

MICROSOFT Office-Tour &

KMU-Workshop:

i

*


––

PROJEKT

BuSINESS HERo

Alle Informationen

findest Du auf unserer Website:

www.jungewirtschaft.at/wien

14. Mai 2013

Erlebe bei Microsoft Österreich vor

ort, wie die neue Welt des Arbeitens

täglich gelebt wird.

Save the

date!

-

7. Mai 2013

Monatlicher

Jour fixe!

––


Wo: Brasserie Stadtboden; Krugerstrasse

8; 1010 Wien

Unser monatliches Netzwerktreffen, jeden

ersten Dienstag im Monat!

Hier hast Du die Möglichkeit, Dich mit

anderen JungunternehmerInnen und

Wirtschaftstreibenden auszutauschen und

Deine Businesskontakte zu erweitern.

-

* Badeschiff

junge wirtschaft wien 25


Mut zum Eigenen

Dkfm. Hans Staud im Interview

war von beginn an klar, dass

sie in das Familienunternehmen

einsteigen?

Für mich war schon sehr früh klar, dass

ich ein eigenes Unternehmen gründen,

aber auch die Firmentradition mit Obst

und Gemüse fortführen will.

Unsere Familiengeschichte geht 130

Jahre, bis ins Jahr 1883, zurück. Meine

väterlichen Vorfahren haben in Ottakring

(in der Hubergasse 3 und am damaligen

Yppenmarkt, heute Brunnenmarkt)

einen Groß- und Detailhandel

für Obst und Gemüse betrieben. Dazu

gehörte auch ein kleiner Verkaufsstand,

den meine Mutter Johanna Staud über

60 Jahre mit großer Leidenschaft geführt

hat. Vor rund zehn Jahren haben

wir dieses „alte Standl“ komplett neu

aufgebaut und heute zeigen wir im

„Staud’s Pavillon“ unser gesamtes Sortiment

an süßen und feinsauren Delikatessen

wie in einem offenen Schaufenster.

Ottakring ist und bleibt meine Heimat

und der Brunnenmarkt ist mein „zweites

Wohnzimmer“. Als Kind habe ich in

den 50er Jahren zwischen den Obstkisten

im Betrieb meiner Eltern gespielt.

Später habe ich als Schüler bzw. als

Student schon zeitig in der Früh meinem

Vater auf dem nahen Yppenmarkt

geholfen.

Auf der Hochschule für Welthandel haben

uns die Professoren klar gemacht,

dass wir nicht das Gleiche machen dürfen

wie unsere Väter, dass wir stets mit

der Zeit gehen müssen und mit neuen

Ideen bessere Erträge erwirtschaften

müssen. Da ist mir schnell klar gewor-

26 junge wirtschaft wien

text: Maria scholz-fischhuber | fotos: b. V. ederer/ Photosandmore

den, dass der klassische Obsthandel

nicht „mein Business“ ist. Ich wollte

Obst und Gemüse veredeln. Und so habe

ich bereits ein Jahr vor Abschluss meines

Diplomstudiums, im Jahr 1971, das

Gewerbe der Obst- und Gemüsekonservierung

als Einzelunternehmer angemeldet.

was waren danach die größten

Herausforderungen?

Mit dem Wissen von der Hochschule

hatte ich zwar eine gute theoretische

Grundlage. Aber die größte Herausforderung

war, mit den stets begrenzten

budgetären Mitteln eine unverwechselbare

Marke, einen Begriff, für meine

Produkte aufzubauen. Nach 40 Jahren

ist die Marke „Staud’s“ nun national

und international etabliert.

Ein Vorteil war sicherlich, dass mein

Familienname Staud mit dem Markennamen

„Staud’s“ (abgeleitet aus dem

Englischen „von Staud“) identisch ist.

Das größte Kompliment ist für mich

persönlich, dass wir heute im heimischen

Lebensmittelhandel als eine der

ganz wenigen starken Marken – sowohl

im süßen als auch im feinsauren Gemüsesegment

– geschätzt sind.

was gefällt ihnen an ihrer arbeit

besonders?

Meine Freiheit. Dass ich als kleiner, unabhängiger

Unternehmer frei entscheiden

kann. Natürlich müssen auch wir

die Rahmenbedingungen des Marktes

akzeptieren und Risken tragen bzw.

Haftungen übernehmen – ich bin also

nicht völlig frei, aber doch relativ!


gibt es besonderheiten in ihrem

betrieb?

Es sind wahrscheinlich die gleichen

Besonderheiten wie in den anderen erfolgreichen

Klein- und Mittelbetrieben

auch: Der Chef muss ein Vordenker/Initiator

sein, stets mit Mut vorangehen,

flexibel und schnell agieren. Da gibt es

aber viele KMU in Österreich, die Vorbild

für die Großen sind.

wie werden in ihrem unternehmen

probleme/schwierigkeiten

gelöst?

Richtige Probleme sollten in einem Unternehmen

erst gar nicht aufkommen.

Aber Schwierigkeiten, wie z.B. schwache

bzw. unberechenbare Ernten durch

Wetterkapriolen, können wir nur gemeinsam

mit unseren Lieferanten meistern.

Ich sage immer zu meinen Bauern,

sie sollen das Risiko streuen, indem sie

landwirtschaftliche Flächen im Umkreis

von 40 – 50 km dazupachten. Denn der

Hagel ist meist regional begrenzt und

somit wird nur ein Teil der Ernte zerstört.

Der Bauer mag zwar durch die

Hagelversicherung entschädigt werden,

aber uns als Verarbeiter fehlt die wertvolle

Rohware.

möchten sie den betrieb im Familienverband

weitergeben?

Aus der Sicht des Eigentümers ist eine

Betriebsübergabe an Familienmitglieder

nur dann sinnvoll, wenn die Nachfolger

auch das unternehmerische Risiko auf

sich nehmen und den Betrieb in der/

den nächsten Generation/en weiterführen.

Da ich selbst keine Kinder habe, ist

für mich eine Weitergabe des Unternehmens

an vertraute Mitarbeiter durchaus

denkbar, aber derzeit noch nicht

spruchreif.

was empfehlen sie Jungunternehmern,

die sich gerade selbstständig

machen?

Zuerst sollte man kritisch mit Familie,

Freunden und Experten hinterfragen,

ob die neue Geschäftsidee auch Entwicklungspotenzial

hat und eine gewisse

Marktlücke abdeckt.

Danach geht’s an die Knochenarbeit:

Man braucht einen realistischen Businessplan

und Experten, die als unabhängige

Berater zur Seite stehen (Banken

und Wirtschaftskammer sind hier

wertvolle Wegbegleiter und bieten ein

breites Angebot an – auch kostenlosen –

Serviceleistungen an).

Noch ein Tipp: Man darf nicht gleich

beim ersten Gegenwind aufgeben. Mit

Konsequenz und Disziplin den eingeschlagenen

Weg fortsetzen hat sich bei

uns bewährt.

wenn sie nochmals am anfang

einer jungen Karriere stehen

würden, worauf würden sie achten

bzw. was würden sie anders

machen?

Ich würde heute gar nichts anders machen

als damals. Im Gegenteil, ich würde

auf das Gleiche achten wie ich seit über

40 Jahren täglich achte – auf extrem

hohe Qualitätsanforderungen in allen

Stufen. Von der Kultivierung des Saatgutes

über die Auswahl der Rohware bis

zur Veredelung der Produkte und zum

Markenauftritt bzw. Design der Verpackung.

Bei der Verkostung der Produkte

kommt mir als Lebensmittelproduzent

sicher zugute, dass meine Mutter mich

von Kind an zu einem heiklen Feinspitz

erzogen hat. Was mir nicht schmeckt,

kommt auch nicht auf den Markt – und

das schätzen offensichtlich auch unsere

Kunden.

Apropos, wenn ich heute noch einmal

beginnen würde:

Mit den damaligen Mitteln (10.000

Schilling Kapital, ich selbst als mein

einziger Mitarbeiter) könnte ich heute

gerade noch als Konditormeister oder

als engagierte Bäuerin selbst gemachte

Marmelade herstellen und in der eigenen

Konditorei, im Hofladen oder am

Wochenmarkt verkaufen.

Wer heute allerdings Lebensmittel gewerblich/industriell

herstellen und

über den Lebensmittelhandel national

und international vermarkten will,

braucht Geld und Know-how. Mindestens

10 Millionen Euro Startkapital und

ein Team an Experten/Beratern sind

nötig, um die Vielzahl an gesetzlichen

Vorschriften zu erfüllen. Strenge Hygienevorschriften

in der Produktion, exakte

Lebensmitteldeklaration auf dem Etikett

und lückenlose Nachverfolgbarkeit

in den einzelnen Stufen – vom Saatgut

bis zum Supermarktregal – sind heute

State-of-the-Art. Und dazu immer anspruchsvoller

werdende Konsumenten,

die heute über moderne Informationstechnologien

jederzeit ihre Meinungen

öffentlich äußern können. Eine ganz

große Herausforderung für jeden Unternehmer,

keineswegs zu vergleichen

mit den Rahmenbedingungen vor 40

Jahren.

was ist das besondere an dem

wirtschaftsstandort wien?

Wien ist eine kleine, aber liebenswerte

Weltstadt. Wien hat Kultur, Charme,

Flair, Tradition und Geschmack. Wien

ist aber auch als Tourismus- und Wirtschaftsstandort

sehr gefragt, weil die

Menschen in der Stadtregierung etwas

von Wirtschaft verstehen und die Unternehmen

wie auch die Arbeitnehmer

wertschätzen und unterstützen.

Obwohl für Staud’s das Platzangebot am

Firmenstandort in Ottakring – mitten

im Wohngebiet – sehr begrenzt ist, wollen

wir dort bleiben und in den nächsten

Jahren die Produktionsstätte sogar

komplett modernisieren. Wien gehört

zum Markenimage von Staud’s genauso

wie der Stephansdom zur Mannerschnitte

– ein weiterer Traditionsbetrieb ganz

in unserer Nähe. n

junge wirtschaft wien 27


Der Weg zu Deiner

online-Strategie

für wen soll was wie kommuniziert werden? wenn man diese kernfrage gut

beantwortet, hat man das rüstzeug für seine optimale online-Präsenz.

Die Online-Welt wird kontinuierlich

komplexer und besonders junge Unternehmen

haben oft zu wenige Ressourcen,

um alle Bereiche zu beherrschen.

Gleichzeitig kann sich kein Unternehmen

heute leisten, den Bereich Online

halbherzig zu betreuen oder gar zu ignorieren.

Denn auch wenn man selbst

mit Social Media nichts am Hut hat,

potenzielle Kunden nicht die typischen

Facebook-Benutzer sein mögen oder der

Aufwand zu hoch sei: Praktisch alle Un-

28 junge wirtschaft wien

text: Jürgen haslauer

tersuchungen zeigen, dass die meisten

Kaufentscheidungen online getroffen

werden, aber auch Anbietersuche oder

die Meinungsbildung über ein Unternehmen

im Internet erfolgt.

Da aber die verfügbaren Mittel begrenzt

sind, muss man sich auf die relevanten

Schwerpunkte konzentrieren, um

online den gewünschten Eindruck bei

Interessenten und Kunden zu erzielen.

wie beginnen?

Vieles, was in einem klassischen Businessplan

steht, funktioniert auch

online: Zu Beginn sollte immer eine

gute Analyse der potenziellen Kunden

erfolgen. Durch das Anlegen von Kundenprofilen

bekommt man einen guten

Eindruck, wie und wo die KäuferInnen

agieren.

Mein Tipp: Erstelle drei bis fünf Profile

für Deine wichtigsten Kundentypen.

Mit detaillierten Lebensläufen, Hobbies,

konsumierten Medien und allem,

was Dir dazu einfällt. Gib diesen Profilen

einen Namen und ein Gesicht und

hänge Dir Kurzbiografien davon in Dein

Büro. Dadurch hast Du sehr schnell eine

gute Vorstellung davon, wo und wie der

jeweilige Kundentyp anzusprechen ist.

ziele deFiNiereN

Wohin soll die Reise gehen? Möchtest

Du online Produkte/Dienstleistungen

verkaufen? Neue Kunden gewinnen? Bestehenden

Kunden mehr Service bieten?

Deinen Status als Experte ausbauen?

storytelliNg

Was ist die Geschichte hinter Deinem

Unternehmen? Womit begeisterst Du

Deine Kunden? Was hat dazu geführt,

dass Du genau diese Firma gegründet

hast? Wenn Du das in wenigen Absätzen

zusammenfassen kannst, hast Du

auch die Geschichte, die online erzählt

werden sollte. Und zwar bei allen Gelegenheiten,

die sich bieten: Als Claim in

Deiner eMail-Signatur, in der Auswahl

der Bilder für die Fanpage, als Kernthemen

im Blog oder für Themen kostenloser

eBooks. Wichtig ist, dass die Geschichte

authentisch und schlüssig ist


und Deiner Zielgruppe Mehrwert und

Unterhaltung bietet.

die wiCHtigsteN KaNäle

Wo kann man nun die Geschichte erzählen?

Im Online-Marketing unterteilt

man in drei Gruppen: Owned, earned

und paid media.

1. owned media

Die eigene Website/das Blog/Mobile

Apps: Für beinahe jedes Unternehmen

unverzichtbare Bestandteile von Online-

Aktivitäten. Vorteil: Man kann beliebig

agieren, denn Design, Inhalte und Kommunikationswege

sind praktisch frei gestaltbar

und unterliegen hauptsächlich

dem vorhandenen Budget bzw. technischen

Rahmenbedingungen.

Social Media Präsenzen: Die eigene Facebook-Fanpage,

eine XING-Community,

der Twitter-Account oder ein YouTube-

Account. Es gibt hier weniger Freiräume

als bei der eigenen Website und darüber

hinaus besteht auch eine Abhängigkeit

zum jeweiligen Anbieter, die oft nicht

abzuschätzen ist.

e-Mail-Marketing: Regelmäßige Newsletter

gelten immer noch als eine der

attraktivsten Kommunikationslösungen.

Öffnungsraten von ca. 20% und

Klickraten von etwa 10% liefern viel

Potenzial zur Kundenbindung bei moderatem

Aufwand.

2. earned media

Entspricht der Mundpropaganda und ist

alles, was online in den unterschiedlichen

Kanälen über das eigene Unternehmen

gesprochen wird. Kommentare

bei Xing, Mitarbeiter-Beurteilungen auf

Bewertungsplattformen, Meinungen in

Blogbeiträgen, Presseartikel etc. Eine

gute Online-Reputation muss man sich

im wahrsten Sinne des Wortes erst verdienen.

3. paid media

Geschaltete Werbeanzeigen gegen Geld:

Ob mittels Google AdWords, Facebook

Ads, Werbebanner auf Websites oder in

e-Mails, oder über Partnerunternehmen

(sogenannte Affiliate-Programme) geworben

wird, ist im Wesentlichen von

der Zielgruppe und dem vorhandenen

Budget abhängig.

die sCHNittmeNge

Kombiniert man nun die Zielsetzungen

mit den Profilen der potenziellen Kunden

und den vorhandenen Ressourcen,

sieht man, worauf man sich fokussieren

könnte:

Wer einen Online-Shop für mittelalterliche

Brautkleider startet, sucht und findet

seine Zielgruppe wahrscheinlich in

Diskussionsforen von Hochzeitsmagazinen

oder dem bildlastigen Social Media-

Kanal Pinterest. Ergänzend dazu wären

Werbeanzeigen bei Facebook denkbar,

um dort frisch verlobte Personen anzusprechen.

Ein Beratungsunternehmen wird vermutlich

versuchen, durch den Aufbau

eines Expertenstatus zu punkten und

sich auf ein Unternehmens-Blog, das

Betreuen einer Expertengruppe bei

Xing, sowie e-Mail-Marketing konzentrieren.

Eine Fahrschule legt den Schwerpunkt

auf zielgruppengerechte Präsenz in

Social Media: Ein YouTube-Kanal mit

Techniktipps und Erlebnissen von Fahrschülern;

aktive Kommunikation über

Facebook und Twitter. Ergänzt mit regionaler

Werbung bei Google und Facebook,

um dort auch die Eltern der

Fahrschüler zu erreichen, die oft die

Ausbildung bezahlen.

Und das kinderfreundliche Hotel konzentriert

sich auf das eigene Blog mit

Informationen zu familienfreundlichen

Ausflugszielen, um dadurch auch über

Suchanfragen zur Region gefunden

zu werden. Mittels eines monatlichen

Newsletters informiert man Stammkunden

und konzentrierte Werbeaktionen

via Facebook und in Online-Portalen

von Elternzeitschriften sollen für Neukunden

sorgen. Diskussions- und Bewertungsplattformen

werden durch gezieltes

Monitoring im Auge behalten. n

Jürgen Haslauer

Juergen.haslauer@

online-stratege.at

über den Autor

zur person:

Jürgen Haslauer berät Unternehmen

in den Bereichen Online-Marketing/

Social Media, erarbeitet komplexe

Internet-Lösungen und ist im Social

Media-Team der Jungen Wirtschaft

Wien tätig.

„Your brand isn‘t what

you say it is - it‘s what

google says it is“

chris anderson, ehem.

chefredakteur wired Magazine

junge wirtschaft wien 29


Auf

Personalsuche

am 18. März 2013 haben wir frau Magister heißenberger, Professorin an der

fh wien wkw und consultant bei hiLL woltron Management Partner gmbh,

zu tipps und tricks der Personalsuche aus unternehmersicht interviewt.

was sind die wichtigsten Faktoren,

die sich ein unternehmer

vor der personalsuche überlegen

soll?

Grundsätzlich: Nicht auf Bewerbungen

warten, sondern selbst aktiv werden.

Dies bedeutet, dass Sie als attraktiver

Arbeitgeber überzeugen und offensiv

auf die Mitarbeiter eingehen müssen.

Viele Arbeitnehmer tauchen gar nicht

mehr „offiziell“ am Arbeitsmarkt auf,

sie wollen gefunden werden. Gleichzeitig

kämpfen viele Branchen mit einem

Fach- und Führungskräftemangel. Als

Konsequenz müssen Unternehmen ihre

klassischen Recruitingformate (Jobmessen

oder Absolventenbetreuung) mit

neuen Ansätzen versehen, wie zum Beispiel

Social Media oder Netzwerkarbeit.

Hinzu kommt, dass ein Arbeitsplatzwechsel

schnell vollzogen ist – die neuen

Generationen sind ungeduldiger und

weniger loyal. Das Briefing ist einer der

wichtigsten Faktoren. Elementar sind

das klare Verständnis für die zu besetzende

Position, die Anforderungen und

die spezifische Unternehmenskultur.

was sind die wesentlichen punkte

einer erfolgreichen stellenanzeige?

Anzeigen sind dann erfolgreich,

wenn sie ein klares Profil beschreiben.

Jede Zielgruppe braucht ein

passendes Inserat.

Sprache dient als Dialog - sowohl

mit dem Kunden als auch mit dem

Bewerber - und muss professionell

gehandhabt werden.

Worte wie „möglichst, nicht, vielleicht,

könnte“ sollen vermieden

werden.

Der Bewerber entwickelt beim Lesen

30 junge wirtschaft wien

des Inserates Emotionen. Er soll sich

darauf freuen, im Unternehmen zu

arbeiten. Es soll ein positives Bild

vom Unternehmen und dem angebotenen

Arbeitsplatz vermittelt werden.

In der Kürze steckt die Würze – wobei

dies auch von der Position abhängig

ist.

worauf ist bei der auswahl der

Kandidaten vorrangig zu achten?

Einmal abgewiesene Kandidaten sind

in der Regel für den Arbeitgeber verloren.

Also ist die gründliche Vorauswahl

das Fundament des Erfolges.

Gründe für die Bewerbung – Was bewegt

den Bewerber zum Jobwechsel?

Qualifikation für die Bewerbung – Erfüllt

der Bewerber alle Anforderungen?

Achtung: Fehlende Angaben zu

den Anforderungen sind oft ein Indiz

dafür, dass ein Bewerber diese nicht

erfüllt!

Stil der Bewerbung – Es geht um

grundlegende formale und stilistische

Anforderungen. Aber Achtung:

Ein CV muss nicht unbedingt vom

Bewerber selbst formuliert worden

sein. Ratgeber und Muster im Internet

führen dazu, dass viele CVs gut

gestaltet sind. Die Formalanalyse

sollte aus diesem Grund nicht übertrieben

werden.

Es sollte darauf geachtet werden,

dass die Zeitangaben im CV mit den

Zeitangaben in den Zeugnissen übereinstimmen

und der Werdegang lückenlos

dargestellt wird.

Wie oft hat der Bewerber in der kurz-

und mittelfristigen Vergangenheit

das Unternehmen gewechselt?

Kann durch die Einstellung des Be-

werbers das Kern-Know-how des Unternehmens

weiter gestärkt sowie

das Know-how-Portfolio erweitert

werden?

Kann durch den Bewerber Wissen

über die Konkurrenz gewonnen werden?

Können durch den Bewerber neue

Kunden gewonnen werden?

Thema Lichtbild: Die äußere Erscheinung

beeinflusst Entscheidungsträger

der Personalauswahl, macht sie

aber nicht blind für substanziellere

Auswahlkriterien. Bei der Besetzung

von Außendienstpositionen mit Neukundengewinnung

oder bei Beratertätigkeiten

wird auf das Äußere

geachtet.

wie bereiten sie sich auf ein bewerbungsgespräch

vor?

„Das Interview” gibt es nicht, jedes Gespräch

ist anders. Nach der Analyse des

CVs werden anhand der vorliegenden

Kriterien Fragen überlegt. Der Unternehmer

muss das Gespräch an die Position

und den Bewerber anpassen.

gibt es einen gesprächsleitfaden

für ein interview? wenn ja, wie

sieht der aus?

Die Zahl der Fragen legt indirekt fest,

wie viel Zeit den einzelnen Themen gewidmet

wird.

1. Warming up

2. Einstieg: offene Fragen zum beruflichen

Werdegang

3. Motivation

4. Gezielte Fragen

5. Präsentation der Position/Firma

6. Information über die weitere Vorgehensweise

7. Abschluss


gibt es Fragen, die der interviewer

auf jeden Fall stellen/nicht

stellen sollte? gibt es spezielle

Fragen, bei denen man einen tieferen

einblick in den bewerber

bekommt?

Ziel ist es, eine stressfreie Gesprächsatmosphäre

zu schaffen, man muss

ausreichend Zeit für die Aufwärmphase

einplanen. Geben Sie dem Bewerber die

Möglichkeit, sich selbst zu präsentieren!

Warten Sie ab, welche Akzente er

setzt. Unterbrechen Sie nur, wenn Ihnen

etwas unklar ist.

Beispielfragen:

„Beschreiben Sie mir bitte einen typischen

Arbeitstag.“

„Was sind die Schwachstellen in Ihrem

Lebenslauf?“ (Wie argumentiert

der Kandidat?)

„Was gefällt Ihnen an der derzeitigen

Tätigkeit, was nicht?“ (Zufriedenheit,

Kritik - berechtigt? Verhalten

gegenüber Kollegen und Vorgesetzten)

„Das ist ja eine erfolgreiche Karriere.

Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen

Zutaten für diesen Erfolg?“

(fachliche, soziale und Führungskompetenz,

persönliche Eigenschaften)

„Geben Sie mir bitte einen Überblick

über Ihre derzeitige Stelle und beschreiben

Sie das größte Vorhaben/

die größte Veränderung, die Sie

durchgeführt haben?“ (Begeisterung,

Schwung, Ehrgeiz)

wie wird das bewerbungsgespräch

bewertet? wie wird es

nachbereitet?

Nach den Interviews werden die Kan-

didaten verglichen. Es empfiehlt sich,

die beiden besten Kandidaten zu einem

Finalgespräch einzuladen, um nochmals

bestimmte Eckdaten, wie z.B. Gehalt,

Kündigungsfrist, Einarbeitungsphase

etc. im Detail zu klären. Wichtig ist,

allen Bewerbern eine Rückmeldung zu

geben.

sollte man beim ehemaligen

arbeitgeber des bewerbers informationen

über den bewerber

einholen?

Referenzen sind ein Mosaikstein im Bild

eines Bewerbers. Der Verfasser einer Referenz

ist meist eine vom Bewerber ausgewählte

Person und somit als objektiver

Beurteiler nur von bedingtem Wert.

Für kleine unternehmen: Führe

ich ein Vorstellungsgespräch im

privaten wohn-/arbeitszimmer

oder in einem Café?

Empfehlenswert sind: Besprechungszimmer,

in dem Gespräche ohne unbeteiligte

Dritte und ohne Störungen

durchgeführt werden können. Gespräche

in Großraumbüros oder Hotelfoyers

können sogar gegen das Gebot der

Vertraulichkeit verstoßen. Wichtig: Ein

Schreibtisch ist immer eine Barriere.

Sitzen die Gesprächspartner an einem

runden Tisch oder „übers Eck“, so wirkt

dies gleichberechtigt und entspannter.

Das trägt zum Gelingen des Interviews

bei.

wenn der unternehmer trotz

mehrerer Vorstellungsgespräche

keinen passenden bewerber

findet – abwarten oder die zweite

wahl einstellen?

Der Unternehmer muss sich folgende

v.l.n.r. barbara havel,

Martina Pfluger, Matthias grill,

Mag. heißenberger

Fragen stellen: Suche ich die „eierlegende

Wollmilchsau”? Wenn ja: Kann

ich auf bestimmte Anforderungen verzichten

und so den Kreis der Kandidaten

erweitern?

Ist bei einer freien Stelle eine 1:1 Ersatzbesetzung

überhaupt relevant? Soll

die vakante Position unverändert bestehen

bleiben? Eine freie Position bietet

auch immer die Chance zu einer Organisationsentwicklung.

Wenn nein: Habe

ich die richtige Suchstrategie gewählt?

Habe ich die richtigen Bewerber angesprochen?

was sind die größten Fehler bei

der personalauswahl – vor allem

bei kleinen und mittleren unternehmen?

Viele Personalsuchprozesse werden

ohne klar definiertes und einheitliches

Profil bezüglich Stelle und Anforderung

durchgeführt.

Oft besteht das Briefing nur aus einer

Liste von erwünschten Eigenschaften.

Zum Teil werden Interviews ohne jegliche

Vorbereitung „aus dem Stand heraus“

geführt.

welche tipps würden sie unternehmern

mit auf dem weg

geben?

Talente zu suchen und zu finden ist Arbeit,

die Zeit, Ressourcen und Erfahrung

braucht. Profis wie die von Hill-Woltron

können Ihnen helfen, Ihre Suche schnell

und erfolgreich abzus chließen. n

junge wirtschaft wien 31


32 junge wirtschaft wien

Hast Du ein passendes

Image?

sieht man Dir Deine kompetenz an?

kannst Du auch mit Deiner äußeren erscheinung überzeugen?

Voraussetzung für Deinen Erfolg ist

nicht nur Dein fachliches Wissen und

Können, bzw. das Produkt, das Du vermarktest,

sondern auch Dein äußeres

Erscheinungsbild.

Schneller als Leistung, Wissen und Verlässlichkeit

bewertet werden können,

wird Dir schon in den ersten Sekunden

Deines Auftretens durch Deine visuelle

Kommunikation ein Image zugeordnet.

Die Frage lautet deshalb nicht: „Brauche

ich ein Image?“ Sondern: „Passt das

Bild, das andere von mir haben?“

es geHt NiCHt,

NiCHt zu wirKeN

Also überlege Dir, WIE Du wirken willst,

bevor andere diese wichtige Entscheidung

für Dich treffen. Das richtige Zusammenspiel

von Inhalt, Verpackung

und Marketing wird in der heutigen,

schnelllebigen Welt immer wichtiger.

Und das gilt für Produkte ebenso wie

für uns Menschen. Anliegen, Botschaften,

Sprache und Bild ergänzen einander

zum wirkungsvollen Ganzen.

persoNal Corporate

ideNtity

Positive Ausstrahlung, gepflegtes Aussehen

und die perfekte Inszenierung

der eigenen Person gehören untrennbar

zu einer/m erfolgreichen Frau/

Mann von heute. „Mir fällt auf, dass

sich Jungunternehmer/innen sehr gut

auf ihre Selbständigkeit vorbereiten,

Businesspläne erstellen und auch Marketing-Strategien

überlegen. Was dabei

oft vergessen wird, ist die Darstellung

der eigenen Person!“ erzählt Eva Köck-

text: eva köck-eripek

Eripek, Imageberaterin, aus ihrer Praxis.

Gerade beim Start in ein neues Unternehmen

kann man Image noch bewusst

bilden, sowohl das der Firma als auch

der eigenen Persönlichkeit. Sobald man

im direkten Kundenkontakt steht, sollte

ein klar erkennbares Image vorhanden

sein. Denn nur wenn uns der Verkäufer

mit seiner Ausstrahlung erreicht

und uns sympathisch ist, kaufen wir

gerne bzw. kommen wir gerne wieder.

Was aber passt zum/r neuen Unternehmer/in?

In erster Linie sollten Dresscodes beachtet

werden. Hier gibt es große Unterschiede

in den branchenspezifischen,

anlassabhängigen wie auch territorialen

Bekleidungsvorschriften. Die meisten

davon sind nicht schriftlich festgehalten

– für viele eine Hürde, sich optimal

zu präsentieren. Während die territorialen

Dresscodes zwischen städtischem

und ländlichem Bereich im Business

sehr unterschiedlich sein können, sind

bei den anlassabhängigen Bekleidungsvorschriften

die Eckdaten der Veranstaltung

ausschlaggebend, wie Du gekleidet

sein solltest.

beaCHte die braNCHeNspeziFisCHeN

dressCodes!

Bei diesen gilt es die Art der Tätigkeit,

Deine Position, den Anlass und ebenso

die Schwerpunkte der Firmenphilosophie

zu berücksichtigen, wie Du Dein

Outfit gestaltest. Je eher Du sichtlich

erkennbar auch in diese Branche gehörst,

desto leichter vertraut man Dir.

Beispielsweise: Einem Handwerker, der

in edlem Anzug erscheint, mutet man

nicht zu, dass er sich in seiner Materie

auskennt und auch „anpacken“ kann.

Unabhängig davon gibt es einige Stilsünden,

die nie gut aussehen. Dazu gehören

z.B. Modeschmucküberladungen,

tiefe Dekolletés, zu kurze Miniröcke

oder abgesplitterter Nagellack bei Damen.

Bei Herren sind es zu kurz oder

spannend: Die entwicklung von der Person zur

Persönlichkeit - nutze die regeln des

imagedesigns für Deinen erfolg!

lang gebundene Krawatten als auch

schlampig rasierte Gesichter. Für beide

Geschlechter gilt: Mit z.B. schlechten

Markenimitationen, zu enger bzw. weiter

Kleidung oder ungepflegtem, abgewetztem

Outfit erreichst Du nie ein

überzeugendes Auftreten. Signale, die


10 tIPPS

FüR DIE OPTIMIERUNG DEINER

PERSöNLICHEN WIRKUNG

1 Arbeite

2 Unterstreiche

3

Finde

4

Definiere

5

Betone

6

Achte

7

Bewege

8 Lerne

9

Unterstreiche

10

bewusst an Deinem Image!

Deine Fähigkeiten mit Deinem Aussehen!

ein persönliches Wieder-Erkennungsmerkmal

an Dir.

Deinen Stil und stimme Deine Garderobe

darauf ab.

diesen Stil durch Deine Körpersprache,

Haltung und Gangart.

auf Deine Stimmlage und Betonung -

sie sollte zu Dir passen.

Dich auch auf unbekanntem Terrain

sicher und selbstbewusst.

Dresscodes und Etikette-Regeln kennen.

die Werte Deines Unternehmens auch mit

Deiner Persönlichkeit!

Präsentiere Dich authentisch und überzeugend:

und begeistere die Menschen!

mit falscher Kleidung gesendet werden

können, erklärt uns Eva Köck-Eripek:

„Zum Beispiel, dass Du keinen Wert auf

Dein Äußeres legst. Die Frage drängt

sich auf: Wie viel Wert legst Du dann

auf andere Dinge? Diese und andere Unachtsamkeiten

untergraben Deinen positiven

Auftritt auf allen Linien.“

Die Expertin ist überzeugt: Angemessene

Kleidung unterstreicht die Persönlichkeit

und die Kompetenz eines Menschen.

Sie zeigt: Hier ist jemand in der

Lage, zwischen verschiedenen Lebenssituationen,

Kulturen und Gesellschaften

zu differenzieren. Harmonisch gekleidete

Menschen wirken stets attraktiver.

Das Outfit sollte die Persönlichkeit unterstreichen

und nicht davon ablenken.

wie erreiCHt maN NuN eiN

HarmoNisCHes äusseres?

Die Gegebenheiten einer Person - von

der Körperlichkeit bis zum Charakter

und den eigenen Werten - sind aus-

schlaggebend für die weitere Vorgangsweise.

Jegliche Gestaltung im Sinne der

Harmonielehre, der Proportionslehre

und der Stylingregeln geben uns Perspektiven,

wie man das Optimale bei

jedem hervorheben kann. Bei der Farb-

und Stilberatung wird die Ganzheitlichkeit

erfasst - von den vorteilhaften

Farben über die richtige Schnittlinie für

Kleidungsstücke bis zu den passenden

Accessoires. Auch die Frisur und das

Make-up bei den Damen zählen dazu.

Dies wird oft vernachlässigt, was aber

das Gegenüber sofort erkennen kann.

Gerade die Gestaltung des Gesichtes,

dem ausdrucksstärksten Teil des Körpers,

gehört besondere Beachtung geschenkt.

Individuelle Merkmale sind

hier von Vorteil – Du solltest ja wiedererkennbar

sein.

Nutze die Möglichkeit als „Einzelstück“,

als etwas Besonderes wahrgenommen

zu werden: Kreiere ein Markenzeichen,

das zu Dir passt! Das kann das Tragen

von bestimmten Farbkombinationen

sein, ebenso wie die Kennzeichnung

mit passenden Formen - zum Beispiel

bei einer Brille. Auch ein kräftiger Lippenstift,

passend zum eigenen Farbtyp,

lässt eine Frau aussagekräftiger wirken.

Dabei ist aber nicht eine künstliche,

unrealistische „Verpackung“ einer Person

gemeint.

„Authentizität steht immer an erster

Stelle! Eine Person, deren Outfit, Bewegung

und Ausdruck stimmig ist und die

sich wohl fühlt, strahlt Charisma aus -

und das kommt bei anderen besonders

gut an!“ erzählt die Imageberaterin mit

jahrzehntelanger Erfahrung.

Nun gilt es noch, die Präsentation der

Persönlichkeit sowie Marketing in eigener

Sache zu praktizieren, um sich bei

der Zielgruppe optimal zu positionieren.

Auch hier treten viele Jungunternehmer/innen

zu wenig professionell auf.

Eine noch so perfekte Visitenkarte

nützt nichts, wenn der Auftritt des Protagonisten

nicht überzeugend wirkt.

„Arbeite auch an Dir selbst, wenn Du

den Schritt in die Selbständigkeit

gehst!“ rät Eva Köck-Eripek. „Selbst das

beste Produkt wird in einer schlechten

Verpackung bzw. mit unprofessionellem

Marketing nicht verkauft! Investiere in

Deine Persönlichkeit und in Deinen Auftritt

und nutze Marketing-Methoden,

um Dein junges Unternehmen perfekt

ins rechte Licht zu setzen. Mit einer

zielorientierten Inszenierung positionierst

Du Dich optimal am Markt und

erhöhst Deine Kundenfrequenz! Strahle

vom Anfang an Erfolg aus - dann wirst

Du ihn auch erreichen!“ n

eva Köck-eripek

über die Autorin

Eva Köck-Eripek ist international

zertifizierte Imageberaterin & Präsentationstrainerin,

führende Expertin in

Sachen Imagegestaltung, Outfit und

Corporate Design.

junge wirtschaft wien 33


Familientradition

34 junge wirtschaft wien

auf dem Prüfstand?

seit 1720 ist die schwäbische Jungfrau ein begriff für erlesene tisch-, bett-

und frotteewäsche. Die Philosophie des hauses begründet sich auf hochwertige

Qualität, geschmackvolles niveau sowie bestes service.

Um alle erdenklichen Sonderwünsche

anbieten zu können, ist dem Geschäft

in der Wiener Innenstadt ein Atelier

angegliedert. Dort werden individuelle

Wünsche, Maßanfertigungen aus besonders

hochwertigen Materialien sowie

Stickereien und Monogramme nach

eigenen Entwürfen verwirklicht. Für

ihre Verdienste wurde die Schwäbische

Jungfrau mit dem Österreichischen

Staatswappen ausgezeichnet.

JuNge wirtsCHaFt: wie ist es

dazu gekommen, dass sie in ihren

Familienbetrieb eingestiegen sind

und diesen jetzt gemeinsam mit

ihrer tante führen?

In unserer Familie war die „Schwäbische

Jungfrau“ immer ein wichtiger Teil, sei

text: Patricia tomek

es am Samstag beim Flanieren durch

die Stadt oder bei den Erzählungen von

meiner Tante. Unser Familienbetrieb hat

schon immer eine große Faszination auf

meine Brüder, meine Cousine, meinen

Cousin und natürlich auch auf mich

gehabt - im Herzen Wiens und dann

noch mit einer Tradition von fast 300

Jahren. Jedoch muss ich sagen, dass

von klein auf immer eine Sportkarriere

mein Traum gewesen ist. Aus heutiger

Sicht muss ich aber froh gestehen, dass

ich zwar den Fleiß, aber nicht genug

Talent für eine Sportkarriere hatte. Die

Nachfolge bei uns im Geschäft war bis

vor sechs Jahren noch nicht geklärt.

Am Silvestertag 2006 habe ich meine

Tante gefragt, ob sie es nicht mit mir

probieren will. Sie war (zum Glück) sehr

begeistert und heute sind wir beide sehr

froh, dass ich diesen Schritt gewagt

habe.

seit wann sind sie bei ihrem unternehmen

dabei?

warum haben sie sich entschieden,

gemeinsam mit ihrer Familie

zu arbeiten?

Dieses Jahr im März waren es sieben

Jahre. Eine lange und wirklich auch

wunderschöne Zeit. Ich habe immer

sehr viel Unterstützung und viel Wissen

im Textilbereich von meiner Tante bekommen.

Da die Nachfolge eigentlich

nie richtig entschieden wurde und die

„Schwäbische Jungfrau“ doch fast eine

300-jährige Tradition vorweisen kann,

wäre es natürlich sehr traurig, wenn es

unser Geschäft eines Tages nicht mehr

geben würde. Dies war auch eine große

Hilfe bei der Entscheidung, mit meiner

Tante zu arbeiten.


waren sie vorher in anderen unternehmen

tätig und konnten dort

erfahrungen sammeln?

Vor meiner jetzigen Tätigkeit hatte ich

das große Glück, im Familienbetrieb

„Nora Pure Sports“ drei Jahre lang jedes

Wochenende den Umgang mit Kunden

und Mitarbeitern zu erlernen. Dieser

Betrieb existiert auch schon seit einigen

Generationen und ist noch immer

in Familienhand. Von Harald und Marion

Sauer habe ich viel über Mitarbeiterführung

lernen dürfen. Sie sind mir

noch heute Freunde geblieben. Während

meines Studiums habe ich auch ein

Praktikum bei einem Interior Designer

in München machen dürfen.

wie erleben sie den harten unternehmeralltag?

Ich liebe meine Arbeit! Wir haben ein

super Team und ich bin wirklich sehr

dankbar, so eine großartige Chance bekommen

zu haben. Wer hat denn schon

die Möglichkeit, Nachfolger eines gut

eingeführten und bekannten Geschäfts

in der Wiener Innenstadt zu werden!

Natürlich muss man fleißig sein und seinen

Job mit bestem Gewissen erledigen,

aber ich denke, es gibt viel härtere und

weniger besondere Jobs als den meinen.

Ich glaube, wenn man seine Arbeit gerne

macht, ist sie nicht hart, sondern eigentlich

eine große Freude. Es gibt auch

Tage, an denen nichts funktioniert, an

denen alles schief geht. Aber zum Glück

sind diese sehr selten.

gibt es besonderheiten in ihrem

betrieb?

Das Besondere an unserem Betrieb ist,

dass alle Mitarbeiter, von meiner Tante

begonnen, ihren Job lieben und gerne

in die Arbeit kommen. Wir haben

im Textilbereich sicherlich die höchste

Qualität, die man bieten kann. Mein

Großvater hat immer gesagt: „Orientiere

Dich an dem Schönen.“ Ich glaube, dass

diese Worte auch immer der Antrieb

meiner Tante waren. Deswegen führen

wir heute die qualitativ besten Textilfirmen

der Welt und haben ein eigenes

Atelier, wo wir jeden erdenklichen Kundenwunsch

realisieren können - von

Spitzenbett- und –tischwäsche über

Monogramme nach alten Vorlagen bis

hin zu Damast-Tischwäsche, Bodenland

und den feinsten Daunendecken.

was gefällt ihnen an ihrer arbeit

besonders?

Die Abwechslung! In der Früh mache

ich meistens Büroarbeit, administrative

Planung und arbeite das Programm

aus. Nachmittags bin ich fast immer im

Geschäft um Kunden zu betreuen und

Offerte auszuarbeiten. Zirka einmal pro

Woche bin ich direkt vor Ort bei einem

Kunden, um Details und Muster zu besprechen.

wie werden in ihrem unternehmen

oder in der Familie probleme/schwierigkeiten

gelöst?

Meine Tante führt unser Unternehmen

schon seit langer Zeit und hat schon

viele Fragen und aussichtslose Situationen

gelöst. Darum ist sie auch immer

der Ansprechpartner für alle kleinen

und großen Probleme. Wir versuchen,

jeden Tag in der Früh unseren täglichen

Ablauf zu besprechen und zu koordinieren,

um Schwierigkeiten schon vorab

aus dem Weg zu gehen. Wenn wirklich

einmal größere Probleme auftreten oder

wir unterschiedlicher Meinung sind,

versuchen wir diese während unserer

täglichen Besprechung zu lösen. Das ist

natürlich leichter gesagt als getan, aber

wir haben uns in den letzten sieben

Jahren zusammengerauft und sind doch

meistens derselben Meinung.

möchten sie ihren betrieb im

Familienverband weitergeben?

Das ist natürlich der Traum eines jeden

Familienbetriebes. Allerdings haben wir

bei der Übergabe an mich schon die

größten Probleme vor uns. Wir haben

einen der besten Plätze Wiens und werden

es nur sehr schwer schaffen, die astronomische

Miete bei einer Übernahme

zu stemmen. Wir sind kein großer Modekonzern,

der sich jede Miete leisten

kann. Wir werden aber alles versuchen,

um auf diesem Standort zu bleiben und

weiterhin unseren Kunden die schönste

Bett- und Tischwäsche anbieten zu

können. n

iNFo-box

theodor Vanicek

geboren in wien am 22. november

1983, seit März 2006 im familienunternehmen

Verheiratet seit 2007 mit claudia

Vanicek-wixinger (auch selbstständig

in der kosmetikbranche mit eigenem

geschäft in der börsegasse 12;

www.firstbeautyspa.at)

zur schwäbischen Jungfrau

graben 26, 1010 wien

tel.: +43 1 535 535 6

www.schwaebische-jungfrau.at

office@schwaebische-jungfrau.at

junge wirtschaft wien 35


36 junge wirtschaft wien

Burn-out

Interview mit Dr. Ilse Gund-Jung

Dr. ilse gund-Jung ist Ärztin für allgemeinmedizin und Psychotherapeutin

in wien

was versteht man unter

burn-out?

Noch gibt es keine eindeutige Krankheitsdefinition.

Burn-out wird als Syndrom

definiert. Das heißt, unterschiedliche

körperliche, psychosomatische

und psychische Beschwerden ergeben

einen Symptomenkomplex, der zu

Chronifizierung neigt und durch einen

Zustand körperlicher und geistiger Erschöpfung

gekennzeichnet ist.

welche symptome sind das?

Kardinalsymptome sind:

Zustand, Fatalismus, Zynismus, Depression,

Überforderung, „Ausgebrannt

sein“

Sozialer Rückzug: Oft schon sehr

früh beginnend, mit stark verminderter

Konzentrationsfähigkeit, die

auch dazu führt, dass alltägliche gesellschaftliche

Interaktionen als zu

anstrengend erlebt werden. Resultiert

in Vereinsamung, die Depression

nimmt zu.

Körperliche Erschöpfung: Patienten

meinen, den Alltag nicht mehr bewältigen

zu können, den halben Tag

schlafen zu müssen. Die Arbeit wird

zum Martyrium. Dauerstress entsteht.

Dies belastet die Herz-Kreislaufsituation,

der Hormonhaushalt

verändert sich, das Schmerzempfinden

wird gesteigert.

Verminderung der geistigen Leistungsfähigkeiten:

Die Konzentration

sinkt, das deklarierte Erinnerungsvermögen

(Fach- und Allgemeinwissen)

und Kreativität lassen drastisch

nach.

wer ist besonders gefährdet?

Menschen mit hohen Ansprüchen und

Leistungsvorstellungen an sich selbst,

die ihre Arbeit überidealisieren. Perfektionisten,

Menschen die sich keine

Schwächen, Ängste, kein Versagen erlauben,

ihre Grenzen nicht wahren, ihre

eigenen Bedürfnisse hintanstellen. Unstrukturierte

Menschen. In der Vergangenheit

findet man oft Erziehungssysteme

und eine Umgebung die meint: „Sei

stark. Das kannst Du schon. Du wirst

doch jetzt nicht aufgeben! Streng Dich

an. Mach es den anderen Recht,“ etc.

wie kann man burn-out

vorbeugen?

Durch das Erkennen der eigenen

Grenzen und Belastbarkeit.

Indem man Schwächen wahrnimmt

und eingesteht, darüber spricht.

Arbeit darf nicht der alleinige Lebensinhalt

sein.

Strukturiertes Arbeiten hilft.

Durch das Pflegen sozialer Kontakte

(Familie, Freunde, Vereine).

Durch Sport, Ausdauersport allein

und in Gruppen.

Durch Hobbies.

wie sehen behandlungsmöglichkeiten

aus?

Selbstbehandlung: Eingestehen der Eigensituation,

den eigenen Ängsten ins

Auge schauen (nicht über Schwächen

sprechen heißt nicht, dass man keine


hat). Nein sagen lernen, delegieren, abgeben,

abgrenzen, sich selbst wahrnehmen,

Stress vorbeugen (man hat nicht

Stress, man macht sich Stress), strukturiertes

Arbeiten, optimales Handeln

statt optimiertes Handeln, Ressourcen

zur Energiegewinnung aktivieren, Müßiggang

erlauben, positives Denken.

Behandlung durch Psychotherapeuten,

Coaching: Einzel-, Gruppen-, Firmencoaching;

systemische Therapie; Entspannungstherapien;

etc.

Behandlung durch Ärzte: Medikamentöse

Versorgung, Burn-out Kliniken

welche begleiterkrankungen gibt

es?

Häufiger Alkoholmissbrauch (Männer),

Medikamentenmissbrauch (Frauen),

Drogenmissbrauch (Schlafmittel, Tran-

quilizer, Kokain), Angst-/Panikattacken,

Depressionen, Schlafstörungen,

Bluthochdruck, Herz-Kreislaufprobleme,

Magen-Darmbeschwerden, Schmerzsyndrome.

wenn man an burn-out erkrankt

ist und erfolgreich therapiert

wurde, ist man dann geheilt?

Wenn der Patient wirklich gelernt hat,

seine Persönlichkeit und sein Leben neu

zu gestalten, möglicherweise ja. Der

Krankheitsbegriff besteht erst seit zirka

zehn Jahren. Wie weit völlige Heilung

erzielt werden kann, wird sich erst in

Zukunft weisen.

welche unterschiede gibt es

zwischen burn-out und

überlastungsreaktion?

Ich glaube, Menschen die unter einer

Überlastungsreaktion leiden, wüssten

GENUG IST GENUG

ZU VIELE

STEUERN

GEFAHRDEN JOBS

UND DAMIT

UNS ALLE!

Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut.

wko.at/klartext

was sie in ihrer Freizeit anfangen würden

(wenn sie welche hätten). Menschen

mit Burn-out können Freizeit

nicht mehr erleben und leben, da sie

ihre körperlichen Symptome wie Erschöpfung,

körperlicher und sozialer

Rückzug, Fatalismus, Depression etc.

daran hindern.

Vorbeugen heißt:

Eigene Grenzen und Ängste erkennen

Nein sagen können

Eigene Schwächen und Bedürfnisse

zulassen

Genügend positive Ausgleichsaktivitäten

neben Beruf stellen, auch

wenn das manchmal schwierig erscheint

Eigene Ressourcen finden und aktivieren

Lebensfreude kultivieren n

junge wirtschaft wien 37


Euer Vorstand

der Jungen wirtschaft wien

Florian Mückstein

verantwortlich für Projektgruppe tourismus und

freizeitwirtschaft

Doris Grussmann

verantwortlich für Projektgruppe

Marketing und kreativwirtschaft

38 junge wirtschaft wien

Alexander

Ottmann

verantwortlich für Projektgruppe

internationales und finanzmanagemen


t

Martin Puaschitz

Landesvorsitzender der Jw wien

verantwortlich für Projektgruppe it

Markus Kostistansky

verantwortlich für Projektgruppen

handel & handwerk und immobilien

Veronika

Klimaschewski

Landesgeschäftsführerin der Jw wien

junge wirtschaft wien 39


Was wurde aus …

40 junge wirtschaft wien

Rainer trefelik

Persönliche einblicke und erlebnisse

was die Junge wirtschaft für Dr. rainer trefelik war... und nach wie vor ist

was ist, auf den punkt gebracht,

die Junge wirtschaft für dich?

Ein sehr wichtiges Netzwerk für Jungunternehmer

und junge Führungskräfte,

das sowohl in Österreich als auch

international ausgezeichnete Möglichkeiten

zur fachlichen und persönlichen

Weiterentwicklung bietet.

wie kam es zu deinem engagement

in der Jungen wirtschaft?

Eigentlich war es Zufall! Als ich meine

Dissertation über Unternehmensnachfolge

an der WU Wien geschrieben habe,

kam ich bei einem Seminar mit dem

damaligen Geschäftsführer der Jungen

Wirtschaft Österreich, Alfons Helmel,

ins Gespräch. Ich war damals bereits

Mitglied, aber nicht aktiv engagiert.

Nach dem Gespräch ging es schnell, und

schon kurze Zeit später flog ich als Leiter

der internationalen Agenden nach

Japan. Eine spannende Zeit!

wovon hast du in deinem engagement

in der Jungen wirtschaft

am meisten profitiert?

Diese Liste ist umfangreich. Es war

wirklich ein breites Spektrum mit einer

engagierten, ehrenamtlichen Truppe,

die etwas voranbringen wollte. Dennoch

stechen für mich die internationalen

Erfahrungen heraus. Verhandlungsführung

in Fremdsprachen und multikulturelle

Erlebnisse der besonderen Art

haben bis heute einen bleibenden Eindruck

hinterlassen.

was waren deine Highlights in

der Jungen wirtschaft?

Dazu gehört eindeutig meine erste Seminarwoche,

damals in Japan. Ich wurde

ins kalte Wasser geworfen, habe es


aber von Anfang bis Ende genossen!

Im Herbst 2000 war ich dann als österreichischer

Delegationsleiter bei der

Weltkonferenz wieder in Sapporo. Und

schlussendlich 2005 die JCI-Weltkonferenz

in Wien – sie war für mich als

Landesvorsitzender der JW Wien quasi

die Krönung der internationalen JW-

Arbeit. Neben diesen intensiven und

herrlichen Erlebnissen war ich auch

immer vom Wachstum der Organisation

begeistert. Zu meinen Anfängen waren

wir vielleicht zu zehnt bei unseren monatlichen

Treffen. Ende 2005 hatten wir

schon Schwierigkeiten, Räume zu finden,

weil zum Jour fixe bereits 40-100

engagierte junge Menschen kamen. Und

nicht zu vergessen: Wir hatten immer

das Gefühl, von den „Großen“ in der

JETZT

MITMACHEN!

WIR SUCHEN LEIWANDE CHEFS!

Echte Teamplayer machen Unternehmen

noch erfolgreicher! Verraten Sie uns,

warum Sie und Ihr Chef ein unschlagbares

Team sind. Einfach originelles Foto samt

Begründung hochladen und mit etwas

Glück gewinnen!

Und das gibt‘s zu gewinnen:

Unter allen Einsendungen verlosen

wir 3 Firmenfeiern, 10 iPad mini

und 80 Überraschungspreise.

Kammer gehört und ernst genommen zu

werden, was uns stets ermutigt hat. Ein

sehr gutes Beispiel dafür ist der Erfolg

„unseres“ Jungunternehmertages!

was hat die zeit in der Jungen

wirtschaft mit deiner gegenwart

zu tun?

Nachdem ich bereits die Altersgrenze

überschritten habe, offiziell nicht mehr

sehr viel. Dennoch bin ich natürlich

mit vielen Kollegen von damals in Kontakt

und wenn es erwünscht ist, helfe

ich immer gerne weiter. Und selbstverständlich

verfolge ich unsere Nachfolger

mit großem Interesse. Außerdem kommen

mir die Fähigkeiten, die ich damals

erlernt habe, heute immer noch zugute

– und dafür bin ich sehr dankbar. n

Teilnehmen unter:

facebook.com/LeiwandeChefInnen

und LeiwandeChefInnen.at

Infos unter: 0800 12 1234

!

iNFo-box

dr. rainer trefelik, geb. 1970, ist

Präsident des fonds der wiener

kaufmannschaft, geschäftsführer

von Popp & kretschmer und war

von 2000 - 2002 stv. bundesvorsitzender

der Jw Österreich und

von 2003 - 2006 Vorsitzender der

Jungen wirtschaft wien. seit 2001

ist er zudem obmann der „interessengemeinschaft

kaufleute

kärntnerstraße“. er ist träger des

rudolf-sallinger-Preises 1998,

stephan-koren-Preisträger des

Jahres 1997 und Mitglied des „center

of excellence“ der wu wien.

Eine Initiative der

WIRTSCHAFTSKAMMER junge wirtschaft wien WIEN 41


Zahlungsverzug

42 junge wirtschaft wien

teil II

am 20. März 2013 wurde das zahlungsverzugsgesetz im bundesgesetzblatt

kundgemacht. bereits in der letzten ausgabe wurden die Änderungen

betreffend zahlungsfristen und Verzug kurz dargestellt. im folgenden soll das

bereits erwähnte ergänzt werden.

Im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch

(ABGB) wurde die Bestimmung

über die Erfüllung von Geldschulden

geändert. Bei Banküberweisungen muss

der Gläubiger am Tag der Fälligkeit auf

seinem Bankkonto bereits über den Betrag

verfügen können. Im Konsumentenschutzgesetz

wurde eine Ausnahme

dazu vorgesehen, wonach Verbraucher

bei bargeldlosem Geschäftsverkehr immer

dann rechtzeitig bezahlen, wenn

der Überweisungsauftrag am Fälligkeitstag

erteilt wurde. Das ist insbesondere

auch für Unternehmer relevant, die in

regelmäßigem Geschäftskontakt mit

Verbrauchern stehen.

§ 457 UGB regelt, dass die Dauer von

Abnahme- oder Überprüfungsverfahren

mit höchstens 30 Tagen ab Empfang der

Ware oder Erbringung der Dienstleistung

vereinbart werden kann. Eine längere

Frist muss ausdrücklich vereinbart

werden

text: christina Drösler

und darf für den Gläubiger nicht grob

nachteilig sein. Für Geschäfte, die den

Bestimmungen des Bundesvergabegesetzes

unterliegen, ist diese Regelung

nicht anzuwenden.

Für Mietverhältnisse wurden Sonderregelungen

erlassen, wonach die Fälligkeit

des Mietzinses nicht mehr am

Ersten eines Kalendermonats ist. Der

Mieter hat im Vollanwendungsbereich

des MRG den Mietzins nun am Fünften

eines Kalendermonats im Vorhinein zu

entrichten, wobei diese Bestimmung

auch auf vor dem 16. März 2013 abgeschlossene

Verträge anzuwenden ist.

Die entsprechende Bestimmung, nämlich

§ 15 Abs MRG lautet nun wie folgt:

„(3) Der Mieter hat den Mietzins, sofern

kein späterer Zahlungstermin vereinbart

ist, am Fünften eines jeden Kalendermonats

im Vorhinein zu entrichten.

Der Ver-

GUT ZU

WISSEN!

mieter hat ihm dafür ein verkehrsübliches

Bankkonto bekanntzugeben.“

Im ABGB wurde für Mietverhältnisse,

die in den Anwendungsbereich dieses

Gesetzes fallen, geregelt:

„Bei der Raummiete ist der Zins monatlich,

und zwar jeweils am Fünften des

Monats, zu entrichten.“

Dieses Gesetz ist bereits seit 16. März

2013 in Kraft, wobei hinsichtlich der

Mietzinsfälligkeit ausdrücklich im Bundesgesetzblatt

festgehalten wurde, dass

diese Regelung auch auf schon früher

abgeschlossene Verträge gilt. n

Christina drösler

über die Autorin

zur person:

Christina Drösler ist Rechtsanwältin

in Wien. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte

liegen im Immobilien- und Unternehmensrecht,

sowohl im privatrechtlichen

als auch im öffentlich-rechtlichen

Bereich.


Zubereitung

1. Die Gurke schälen, der Länge nach halbieren

und die Kerne mit einem Löffel herausschälen.

Das Fruchtfleisch in feine Scheiben schneiden.

Die Paprikaschote halbieren, entkernen und in

Würfel schneiden. Die Tomaten ebenfalls würfeln.

Das Gemüse und die Zwiebeln in eine Schüssel

geben.

2. Die Hälfte des Olivenöls mit dem Essig und

dem Knoblauch verrühren, mit Salz und Pfeffer

würzen und über den Salat träufeln. Vorsichtig

untermischen.

Freitags nie!

Kreative Rezepte ohne Fleisch und

Fisch

ISBN 978-3-99011-052-2

Euro 24,99

Edition Styria

aus dem Buch

Toskanischer Brotsalat

Zubereitungszeit: 30 Minuten

Für 4 Portionen

1 kleine Salatgurke

1 gelbe Paprikaschote

400 g Eiertomaten

2 weiße Zwiebeln, fein gehackt

125 ml Olivenöl

2 EL Weißweinessig

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

Salz

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

4 Scheiben toskanisches Brot

1 Bund Rucola

3. Das Brot in mundgerechte Stücke zerteilen.

Das restliche Öl in einer großen Pfanne erhitzen

und die Brotstücke unter mehrmaligem Wenden

goldbraun braten. Noch heiß unter den Salat

heben und 10 Minuten ziehen lassen.

4. Die Rucola verlesen, grobe Stiele und welke

Blätter entfernen. Die Rucola waschen, trocken

schleudern und vier Teller damit auslegen.

Den Salat darauf anrichten.

Variante: Die Brotscheiben unter dem heißen Grill

im Ofen auf beiden Seiten goldbraun rösten.

Den Salat portionsweise auf dem Brot anrichten

und mit gehackter Petersilie garnieren.

Gewinnspiel

Koche einfach das Rezept nach, fotografiere

es (es kommt nicht darauf an, es hochprofesionell

zu fotografieren) und lade es auf unsere

Facebook-Seite:

jungewirtschaftwien

Die ersten fünf Bilder gewinnen das Kochbuch

„Freitags nie!“ von Styriabooks.

junge wirtschaft wien 43


Handel und Handwerk

handelhandwerk@jwwien.at

Barbara

Havel

Matthias

Grill

44 junge wirtschaft wien

Martina

Pfluger

Internationales

internationales@jwwien.at

Ulrich

Radscheit

Reinhard

Manzl

Magazinteam

Barbara V.

Ederer

Wolfgang

Sieh

Die Projektgruppe Handel &

Handwerk spricht alle innovativen

Händler & Handwerker

aber auch Dienstleister aus

anderen Bereichen an, für die

außergewöhnliche Ideen auf

hohem Niveau selbstverständlich

sind.

Die Projektgruppe Internationales ist

ein Zusammenschluss international

tätiger und interessierter Unternehmer.

Ziel ist neben dem regelmäßigen

Erfahrungsaustausch der Kontakt zu

unserem internationalen Partnernetzwerk

Junior Chamber International

(JCI www.jci.cc).

Alexandra

Schlömmer

Juliane

Schmidt

Social Media Team

socialmedia@jwwien.at

Katherina

Voss

Mirjam

Tauber

Irene B.

Stöckl

Jürgen

Haslauer

facebook.com/jungewirtschaftwien

twitter.com/jwwien

Claudia

Pöckl

Informationstechnologie

informationstechnologie@jwwien.at

Thomas

Frierss

Alexander

Kollin

DIE Ansprechstelle für externe und interne

Anfragen an die Junge Wirtschaft mit

IT-Bezug. Neben gemeinsamen Aktivitäten

werden auch Betriebsbesichtigungen

und interessante Vorträge mit entsprechendem

Wissenstransfer organisiert.

Vor allem der Wissenstransfer erfolgt im

Rahmen des Jour fixe durch Networking.

Daniela

Steiner

Tamara

Bogner

Hast auch du lust zu schreiben, dann melde dich unter: jungewirtschaftwien@wkw.at


ProjektgruPPen

Angelehnt an die Sparten der Wirtschaftskammer haben

wir unsere Projektgruppen mit UnternehmerInnen aus

den jeweiligen Bereichen für DICH installiert. In Fachvorträgen,

Netzwerkveranstaltungen und Betriebsbesichtigungen

kannst Du Dich mit Gleichgesinnten austauschen

und vernetzen.

www.jungewirtschaft.at/Wien

Marketing und

Kreativwirtschaft

marketingkreativ@jwwien.at

Jürgen

Tarbauer

Claudia

Pöckl

Die Projektgruppe Marketing & Kreativwirtschaft

ist die Plattform, wo Kontakte zu

anderen engagierten Spezialisten aus der

Branche geknüpft werden können. Darüber

hinaus werden bei jeder Veranstaltung Referenten

zu relevanten Themen und Trends

eingeladen, denn topaktuelles Wissen ist

ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Tourismus und

Freizeitwirtschaft

tourismusfreizeit@jwwien.at

Vincenz

Leichtfried

Emir

Hrvo

Immobilien

immobilien@jwwien.at

Christina

Drösler

Martina

Onitsch

Hier wird eine über die klassischen

Immobilienberufe hinausgehende Kommunikations-

und Informationsplattform

aller in und um die Immobilienbranche

tätigen Berufsgruppen aufgebaut, um

eine Verständigung/Zusammenarbeit

berufsübergreifend zu ermöglichen.

Die Projektgruppe widmet sich touristischen

Bereichen wie Hotellerie,

Reiseunternehmen, Kulturveranstaltern,

aber auch Freizeiteinrichtungen

und der Touristik. Hauptziel ist das

Netzwerken (Erfahrungsaustausch,

Geschäftspartner etc.) innerhalb der

Branche.

junge wirtschaft wien 45


exklusiv über den Dächern

wiens

leadersClub

9. april 2013

zu gast: hans staud

Fotos: © B.V.Ederer/Photosandmore

46 junge wirtschaft wien


Gemeinsam Ideen verwirklichen.

Für die Wiener Wirtschaft.

Unser Partner: Motto am Fluss

junge wirtschaft wien 47


48 junge wirtschaft wien

wie hart ist Dein unternehMeraLLtag?*

* schreib uns Dein erlebnis an: jungewirtschaftwien@wkw.at

impressum: herausgeber, Medieninhaber (Verleger), sitz der redaktion: wirtschaftskammer wien,

arge Junge wirtschaft, stubenring 8-10, 1010 wien, wko.at/wien/offenlegung

Layout: Philipp M. sandpeck, Verlags- und herstellungsort: wien, Verlagspostamt: 1010 wien, gz 02z032350 M.

namentlich gekennzeichnete artikel müssen nicht mit der Meinung der redaktion übereinstimmen.

für etwaige Druck- und satzfehler wird keine haftung übernommen.

ausgabe 02/2013. P.b.b.

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