Jahresbericht Eawag 2008

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Jahresbericht Eawag 2008

2 WORT DER DIREKTORIN

Lehre Beratung

Unterricht

Betreuung

von Doktoraten

Weiterbildung

Forschung

Herausforderungen annehmen

und Brücken schlagen

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser erfordert eine

ganzheitliche Sicht. Diese muss Qualität und Menge der Wasservorräte

ebenso einschliessen wie die Wasserversorgung und die

aquatischen Ökosysteme. Das ist eine grosse Herausforderung

und sie betrifft zudem auch Fragen in Zusammenhang der

Versorgung mit Energie und sicheren Nahrungsmitteln. Mit

Fachkompetenz in Ingenieur-, Natur- und Sozialwissenschaften

sowie vielfältigen Aktivitäten in Forschung, Lehre und Beratung

nehmen wir an der Eawag diese Herausforderungen an.

Die Welt hat 2008 eine ganze Reihe Krisen erlebt. Anzahl,

Ausmass und Breite dieser Krisen machen deutlich, dass

sie nicht unabhängig sind voneinander. Sie können nicht

mehr länger isoliert oder von Land zu Land gelöst werden.

Vielmehr müssen die verschiedenen Aspekte einer

globalen Stabilität – dazu gehören die Versorgung mit

Energie, Nahrung und Wasser ebenso wie eine intakte

Wirtschaft, die öffentliche Gesundheit oder der Schutz

vor Naturgefahren – ganzheitlich betrachtet werden. Nur

so führt die Lösung des einen Problems nicht zu neuen

Problemen oder verschärft bestehende.

Forschen mit einer ganzheitlichen Sicht

An der Eawag setzen wir uns mit entscheidenden Wasserfragen

auseinander, und zwar exakt mit der erwähnten

ganzheitlichen Sicht. Gleichzeitig verknüpfen wir diese

Wasserfragen mit anderen Aspekten, die für eine globale

Stabilität von Bedeutung sind. So ist das Zusammenspiel

zwischen Wasser und Energieversorgung

in mehreren Projekten offensicht-

Angewandte

Forschung

lich – etwa in den Untersuchungen

zur Biogasproduktion in Entwicklungsländern

(S. 14), zur Wärmerückgewinnung

aus Abwasser (S. 15) oder zu

den ökologischen Folgen der Wasserkraftnutzung

(S. 29).

Die Auswirkungen der Wasserqualität

auf die Gesundheit von Mensch und

Umwelt sind Hintergrund für einen

wesentlichen weiteren Bereich der Eawag-Forschung. So

entwickeln wir speziell für Entwicklungsländer Methoden

zur raschen Bestimmung von krankheitserregenden Mikroorganismen

(S. 16) oder für die Kartierung von Gebieten,

in denen ein erhöhtes Risiko durch geogene Schadstoffe

wie Arsen oder Fluorid besteht (S. 44). In Industriestaaten

stehen andere Fragen im Fokus: Eawag-Forscherinnen

und -Forscher haben wegweisende Beiträge geleistet zu

hormonaktiven Substanzen in den Gewässern (S. 36).

Besonderes Augenmerk richten wir auf neu auftauchende

Stoffe, ihr Verhalten und ihre Effekte in der Umwelt – zum

Beispiel Nanomaterialien (S. 41). Diese Forschungsarbeiten

unterstützen auch das neue Zentrum für angewandte

Ökotoxikologie an der Eawag und an der ETH Lausanne.

Austausch zwischen Theorie und Praxis

Die Eawag erforscht aktuelle und herausfordernde wissenschaftliche

Fragen, die im Zusammenhang stehen mit

wichtigen gesellschaftlichen Problemen. So verknüpft

ein Projekt die genetische Vielfalt unter den Fischen mit

deren Anpassung an Umwelteinflüsse. Es legt damit eine

wissenschaftliche Basis für Massnahmen zum Erhalt

der Biodiversität (S. 22). Mit Projekten wie «Wave21»

(Wasserversorgung im 21. Jahrhundert) setzen wir unser

Ziel um, zwischen Theorie und Praxis Brücken zu schlagen.

Das Vorhaben bringt Forschende zusammen mit

Praxisvertretern aus Privatwirtschaft, Fachorganisationen

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