Jahresbericht Eawag 2008

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Jahresbericht Eawag 2008

4 ERÖFFNUNG ÖKOTOxZENTRUM

Ökotoxzentrum nimmt Betrieb auf

Das neue vom Bund geforderte Zentrum für Ökotoxikologie erarbeitet Methoden, um

Umwelt risiken von Chemikalien zu erfassen, zu beurteilen und zu minimieren. Es bildet

eine Schnittstelle zwischen der Forschung und dem praktischen Einsatz ökotoxikologischer

Bewertungsverfahren. Eine unabhängige Einrichtung dieser Art hat in der Schweiz

bisher gefehlt. Ihre weiteren Schwerpunkte sind Beratung, Ausbildung und Vernetzung

im Bereich der Ökotoxikologie. Angesiedelt ist das Zentrum im ETH-Bereich, getragen

wird es von der Eawag und der ETH Lausanne.

Mit einer gut besuchten Eröffnungsveranstaltung und

einem Kurzsymposium zum Thema Nanopartikel in der

Umwelt ist am 30. Oktober 2008 das Zentrum für angewandte

Ökotoxikologie eingeweiht worden. Der Anlass

bot eine Informations- und Diskussionsplattform für Vertreter

aus Industrie, Forschung sowie Politik und Behörden.

Für Nationalrätin Maya Graf füllt das Ökotoxzentrum

eine Lücke. Das Zentrum solle die Quelle werden für

unabhängige Expertisen, angewandte ökotoxikologische

Forschung und zielgerichtete Weiterbildung zum Thema

Umwelttoxikologie in der Schweiz, sagte sie in ihrer Ansprache.

Graf hat 2002 mit einer Motion zur Toxikologieforschung

wesentlich dazu beigetragen, dass Bundesrat

und Parlament dem ETH-Bereich 2007 den Aufbau des

Zentrums übertragen haben.

Experten und Expertisen

Das Zentrum nimmt innerhalb der Schweiz eine Drehscheibenfunktion

wahr und es unterstützt den Dialog

über die Entwicklungen in der Ökotoxikologie. Es arbeitet

eng mit universitären und behördlichen Fachstellen zusammen.

Mit dem Aufbau einer Expertendatenbank kann

es bei Umweltproblemen breit abgestützte Handlungsempfehlungen

erarbeiten. Vertreter des Ökotoxzentrums

engagieren sich in nationalen und internationalen Fachgremien,

so zum Beispiel im Rahmen des OECD-Programms

für Testrichtlinien oder in der EU-Fachkommission, welche

für die Wasserrahmenrichtlinie Umweltstandards zur

Chemikalienbewertung entwickelt. Dank einer Vertretung

im Beirat der Europasektion pflegt das Ökotoxzentrum

gute Kontakte zur Setac, der weltweit aktiven Vereinigung

für Umwelttoxikologie und Umweltchemie.

Angewandte Forschung

Bereits sind verschiedene angewandte Forschungsprojekte

lanciert. Im Folgenden drei Beispiele:

Multisens: In diesem Projekt entwickelt das Ökotoxzentrum

Sensoren für eine ganze Reihe von chemischphysikalischen

und biologischen Tests. Sie sollen eine

integrale Bewertung der Wasserqualität eines Gewässers

oder von Abwasser erlauben. Dies auf ganz verschiedenen

Ebenen, vom Molekül bis zum Ökosystem. Schlüsselorganismus

des in einzelne Module aufgeteilten Pakets

Fassadenpanele, deren Anstrich Silbernanopartikel enthält, werden der Witterung ausgesetzt. Das abfliessende Regenwasser wird aufgefangen und mit Hilfe der Bachflohkrebse

ökotoxikologisch beurteilt. Überwacht werden insbesondere Auswirkungen auf Schwimmaktivität und Atmung.

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