Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung

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Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung

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- Es wurde Einsitz in den leitenden Ausschuss für das generelle Entwässerungsprojekt der

Agglomeration Luzern genommen, das gibt die Gelegenheit aktuelle Probleme mitzubearbeiten.

- Es wurden drei Diplomprojekte betreut, die aufzeigen, wie neue Elemente der Siedlungsentwässerung

gestaltet werden können (Siebanlagen, Meteorwasserretention, Flachdachbegrünung

und Abwasserversickerung).

- Es wurden eine Reihe von Weiterbildungskursen geplant und ein Forschungsprogramm erarbeitet.

Die personelle Situation dieser Gruppe konnte entscheidend verbessert werden, sodass ab Mitte 1989

eine intensive Forschungstätigkeit einsetzen kann.

(Vladimir Krejci, Willi Gujer)

Ausbildungskurse zur Simulation von Belebungsanlagen - Ein neues Werkzeug

fasst Fuss

An Belebungsanlagen werden immer höhere Ansprüche gestellt. Nach mehrjärigem

Forschungsaufwand wurde in den letzten Jahren, in Zusammenarbeit mit einem privaten Ingeniuerbüro,

ein Simulationsprogramm für komplexe Belebungsanlagen erstellt, getestet und in der Praxis

eingeführt.

Die praktische Anwendung dieses neuen Werkzeugs im Entwurf und im Betrieb bedingt eine

sorgfältige Einführung des Praktikers in die theoretischen Grundlagen und deren praktische Umsetzung.

1988 wurden durch Mitarbeiter der EAWAG, z.T. in Zusammenarbeit mit ausländischen

Fachleuten, 6 dreitägige Einführungskurse durchgeführt, zwei davon in der Schweiz, unter Mithilfe

des Verbandes Schweizerischer Abwasserfachleute, vier im Ausland, unter Mithilfe der International

Association for Water Pollution Research and Control (im Rahmen des Technology Transfer

Programmes) sowie einzelner Hochschulen. Total wurden ca. 100 Praktiker und Hochschulangehörige

in den Gebrauch der Simulation eingeführt.

Bereits sind erste positive Auswirkungen dieses Aufwandes zu erkennen, viele neue Projekte in der

Schweiz und im Ausland basieren heute auf den differenzierten Optimierungsüberlegungen, die die

Simulation ermöglicht.

Willi Gujer, Hansruedi Siegrist, Markus Bolier

3.3 Technische Prozesse

Verhalten von LAS in mechanisch-biologischen Kläranlagen

Die linearen Alkylbenzolsulfonate (LAS) sind die am meisten verwendeten waschaktiven Substanzen

(Tenside) in Wasch- und Reinigungsmitteln. Bedingt durch den lipophilen Teil des Tensidmoleküls

zeigt LAS eine hohe Affinität zu Fettsubstanzen. Mehr als 25 % der LAS-Zulauffracht im Rohabwasser

sind daher an die Schwebstoffe adsorbiert und gelangen ü ber das Vorklärbecken (VKB) direkt in

den Faulraum (Abb. 3.1). Die Resultate aus den Untersuchungen an der Kläranlage Zürich-Glatt

zeigen, dass LAS in Gegenwart von Sauerstoff biologisch gut abbaubar ist (Abb. 3.2). Durch den

biologischen Abbau von gelöstem LAS wird das anfänglich an die Biomasse adsorbierte LAS

desorbiert und der Biotransformation zugänglich gemacht. Die LAS-Fracht, die über den Überschussschlamm

ins VKB umd von dort in den Faulraum gelangt ist daher klein im Vergleich zur adsorbierten

Zulauffracht. Anaerob wird LAS nicht eliminiert, was zu entsprechend hohen LAS-

Konzentrationen (2-9 g LAS/kg TS) im Klärschlamm führt. Fettlösliche Verbindungen, die speziell

für die Verwendung im Wasser produziert werden, sollten deshalb sowohl aerob als auch anaerob

abbaubar sein.

(H. Siegrist, A. Alder, P. Brunner und W. Giger)

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