Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung

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Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung

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Cresol, para-Hydroxybenzoesäure) unter denitrifizierenden Bedingungen abbaut und es wird nun

abgeklärt, ob einzelne dieser Verbindungen beim anaeroben Toluolabbau als Zwischenprodukte

auftreten.

(J. Zeyer, J. Dolfing, Petra Eicher und R. Schwarzenbach)

Anaerober Abbau von Kalkseife

Der Nutzeffekt natürlicher Seifen wird durch deren Reaktion mit den Calcium-Ionen des Wassers in

technischer und oekologischer Hinsicht erheblich beeinträchtigt. Die hierbei ausflockenden

unlöslichen Kalkseifen bedingen nicht nur einen namhaften Verlust waschaktiver Substanz sondern

stellten auch die biologische Abbaubarkeit dieser Produkte in Frage. Der aerobe Abbau des

Calciumstearats, einer typischen langkettigen Kalkseifen-Verbindung, konnte jedoch von uns

nachgewiesen werden und wurde im Jahresbericht 1987 beschrieben. Da ein bedeutender Anteil

dieser Flocken zusammen mit dem Vorklärschlamm in die Faultürme unserer Kläranlagen gelangt,

war es wichtig, die Abbaubarkeit auch unter den dort herrschenden anaeroben Bedingungen zu

untersuchen. Wir erinnern in diesem Zusammenhang daran, dass z.B. die nach amtlicher

Messmethodik scheinbar gut abbaubaren "linearen Alkyl-Benzolsulfonate: LAS" in erschreckend

hohen Konzentrationen (5-15 mg LAS / kg Schlamm) im ausgefaultem Klärschlamm nachgewiesen

wurden, da sie offensichtlich anaerob nicht degradierbar waren.

Der Versuch in einem Labor-Bioreaktor, der mit Faulwasser beimpft und zur Erzielung anoxischer

Verhältnisse mit Stickstoff begast wurde, zeigte, dass die vorgelegten 50 mg Calciumstearat pro Liter

innerhalb von 33 Tagen zu 90%, d.h. praktisch maximal, abgebaut wurden (s.Abb. 3.13). Die relativ

lange Abbauzeit von gut 30 Tagen ist mit der versuchstechnisch bedingten sehr dünnen

Biomassekonzentration in unserem Ansatz zu erklären. Im praktischen Betieb der Faultürme mit ihren

hohen Schlammkonzentrationen stellt die Abbauzeit sicherlich keinen begrenzenden Faktor dar.

(K1.Mechsner)

Abb. 3.13

Anaerober Abbau von Calciumstearat

Als Mass dienen die durch Abbauvorgänge

freigesetzten "Calcium"-Ionen sowie gelöste

und anschliessend eliminierte organische Zwischenprodukte:

"DOC". T = 25° C, Anfangskonz.:

50 mg/1 Calciumstearat, entsprechend

35,6 mg/1 DOC resp. 3.3 mg/1 Calcium.

0 I I ï

0 4 8 12 16 20 24 28 32 36 40

Tage

Charakterisierung des Abbaus von Nitrilotriacetat durch eine denitrifizierende

Reinkultur

Seit der Einführung von Nitrilotriacetat(NTA) als Komplexbildner in Waschmitteln ist nicht nur der

aerobe Abbau dieser Polycarbonsäure in Belebtschlammbecken von Kläranlagen und in Vorflutem

von Interesse, sondern auch ihre Mineralisierung in anaeroben Kompartimenten von Flüssen und

Seen.

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