Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung ...

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Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung ...

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eine Absage erteilt worden ist. Tatsächlich ist dieses Projekt trotz der sehr

umfassenden Planung in vielen Teilen ein unverwobenes Werk, ein "Häufchen Erdnüsschen"

geblieben. Eine ähnliche Entwicklung könnte sich beim Forschungsschwerpunkt

"Fliessgewässer" anbahnen, falls es uns nicht gelingt, entsprechende

Kapazitäten für die interdisziplinäre Arbeit frei zu machen.

Auch dürfen wir uns nicht allein darin beurteilen, ob das, was wir machen, gut

und echt multidisziplinär ist, sondern auch, ob die dringendsten Probleme des

Gewässerschutzes rechtzeitig erkannt worden sind. Das Büchlein "Gewässerschutz

2000" zieht hier Bilanz; wir möchten daraus ein typisches Beispiel eines "blinden

Flecks" erwähnen, den quantitativen Gewässerschutz. Wir meinen, dieses Problem

sei an der EAWAG deswegen lange unterschätzt worden, weil es zwischen die

etablierten Disziplinen fiel, niemand in Fortsetzung seiner eigenen Arbeit sozusagen

automatisch darauf gestossen ist. Das Erkennen zukünftiger Probleme ist

oft eine multidisziplinäre Aufgabe.

Die EAWAG muss bei konstantem Personalbestand eine wachsende Zahl von Aufgaben

übernehmen

Es ist uns bewusst: Das Problem der begrenzten personellen Mittel ist nicht neu;

es trifft alle Institutionen des Bundes. Und doch, vergleichen wir das heutige

Spektrum der EAWAG-Aktivitäten mit demjenigen vor etwa acht Jahren, so müssen

wir notgedrungen zum Schluss kommen, die wachsende Zahl von Fragestellungen

habe zu einer quantitativen Verdünnung bei den einzelnen Aufgaben geführt. Diese

Feststellung erklärt auch teilweise, wieso das Neue oft nur im Zusammenhang

mit Aufträgen oder fremder Forschungsfinanzierung entstehen kann. Damit sollen

die etablierten Gruppen nicht kritisiert werden; diese sind meist mit Arbeiten

überlastet, auf welche nicht verzichtet werden kann. Eine besondere Rolle spielt

dabei auch die Lehrverpflichtung innerhalb der ETHZ, auf welche die Schule zum

Einhalten ihres Lehrplanes unbedingt angewiesen ist und welche einzelne Abteilungen

sehr stark beansprucht.

Und doch, langfristig müssen wir - gerade weil kaum Aussicht auf eine Lockerung

des Personalstopps besteht - Prioritäten setzen, jeder Wissenschafter für sich

und die EAWAG als Ganzes. Wir plädieren für vermehrten Einsatz multidisziplinärer

Methoden, auch wenn das monodisziplinäre Forschen oft kurzfristig erfolgreicher,

sicherer, bequemer ist.

Die Rolle der MLF innerhalb der EAWAG

Die Abteilung für Multidisziplinäre Limnologische Forschung (MLF) ist eine aus

Vertretern der Chemie, Biologie, Physik, Geologie und Radiologie bestehende,

weitgehend auf das Objekt "See" orientierte Gruppe. Sie ist nicht die einzige

Abteilung an der EAWAG, an der multidisziplinär geforscht wird, aber sie ist

als einzige von allem Anfang an als objektorientierte Gruppe konzipiert worden.

Innerhalb der Abteilung werden die Arbeiten durch ein Gremium koordiniert, in

welchem die einzelnen Disziplinen vertreten sind. Die formelle Abteilungsleitung

und die Vertretung gegenüber der EAWAG-Leitung rotiert im zweijährigen

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