Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung ...

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Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung ...

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Aus dem Datenmaterial werden nun Bemessungsgrundsätze erarbeitet, um Nitrifikationstropfkörper

im Anschluss an bestehende Kläranlagen auszulegen. Zusammenfassend

lässt sich feststellen, dass eine hohe hydraulische Belastung um

3-4 m/h mit Rezirkulation im Verhältnis ca. 1:1 und spezifischen NH4-Flächenbelastungen

von 0.35 - 0.4 g NH 4 -N/m 2 .Tg auch im Winter zu wünschbaren Ablaufkonzentrationen

von unter 2 mg NH 4 -N/1 führen.

Aufgrund der Versuche eignen sich dazu selbsttragende Troppfkörperplatten (keine

Schüttgüter) mit spezifischen Oberflächen um 140-180 m 2 /m3 . Ein wesentlicher

Beitrag zur Stabilität des Verfahrens stellt eine ausgeglichene NH 4 -Fracht-

Ganglinie dar, die zu einem möglichst konstanten Nährstoffprofil für die Biomasse

führt.

Die kaum vermeidbaren Variationen der Nitrifikationsleistung, verursacht durch

predative Vorgänge, die oft saisonale Schwankungen aufweisen, und NH 4 -Durchbrüche,

bedingt durch NH 4 -Belastungsspitzen, können durch einen nachgeschalteten

Schnellfilter aufgefangen werden. Versuche mit einem Zweischichtfilter haben

gezeigt, dass durch Filtration nicht nur eine weitgehende Suspensa-Entnahme

erfolgt, sondern auch nach intensiver Spülung stets die volle Nitrifikationskapazität

von 1.5 bis 2.0 mg NH 4 -N/1 - limitiert durch den Sauerstoffgehalt im

Tropfkörperablauf - ausgeschöpft wird.

Mit der Verfahrenskombination Kunststofftropfkörper und nachgeschaltete Raumfiltration

kann somit unter Einhaltung der neu erarbeiteten Bemessungsgrundsätze

den Gewässerschutzpraktikern die Erweiterung bestehender Reinigungsmassnahmen

zur Nitrifikation auf diese wirtschaftliche und betriebsfreundliche

Weise empfohlen werden.

(M. Boller, W. Gujer, J. Eugster, A. Weber, V. Pracek, R. Möhr, U. Brändle,

F. Zürcher)

Abb. 3.8 Baustelle der neuen Belebungsbecken auf der ARA Werdhölzli

zum biologischen Abbau organischer Stoffe und zur Nitrifikation

des stadtzürcherischen Abwassers. Als Dimensionierungsgrundlagen

dienten die Pilotversuche der EAWAG in der

Versuchsstation Tüffenwies. (Foto: Tiefbauamt Zürich)

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