Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung ...

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Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung ...

1. Wassertemperatur über 20°C während mehrerer Monate im Jahr.

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2. Genügend Wassertiefe (mind. 1 m) oder Wasserdurchsatz für die Winterung.

3. Wasserpflanzen, die von den Fischen gerne gefressen werden.

4. Genügend hohe Besatzdichte. Ein Erfolg innert 2 bis 4 Jahren benötigt

einen Anfangsbesatz von 100-200 kg/ha; ein Erfolg schon im ersten Jahr gar

200-800 kg/ha. Derart hohe Besatzdichten sind jedoch unökonomisch und

führen im 2. Jahr zu Ueberbesatz und Nahrungsmangel.

Tabelle 2: Besatzversuche mit Silberkarpfen

Exp.

Nr. Gewässer

mittl.

Tiefe

m

Fläche

ha

Sommer-

C

Bestandesdichte

kg/ha

zu Beginn

Start

Gr. Moossee Kt. BE 11 31 18-25 125 1976

2 Grundwasseranreicherungsanlage

Aesch

Kt. BL

l,5 0,5 14-19 150-190 1976

3 Schlossweiher l,0 0,54 16-22 52 1980

Bottmingen Kt. BL

4 Laaxer See Kt. GR 4,0 2,0 18-23 137 1980

Bisherige Ergebnisse

Gutes Wachstum der Fische, Abnahme

der Trübung und der P-KDnz., Zunahme

der 0 2 -Konz. in der Tiefe.

Schlechtes Wachstum, da Temp. zu

tief, sonst kein Effekt sichtbar.

Kein Veralgungsprobtem.

Mässiges Wachstum, sonst keine

Effekte sichtbar. Kein Problem

mit Planktonalgen.

Langsames Wachstum; 1982 weniger

Trübung, 0 2 -Konz. am Grund allg.

steigend.

Der Einfluss von Silberkarpfen auf das Oekosystem Wasser ist schwieriger zu

quantifizieren als jener von Graskarpfen. Obschon für eine abschliessende Beurteilung

der Nützlichkeit von Silberkarpfeneinsätzen das Ende aller Versuche

abgewartet werden muss, zeigen sich bereits heute einige positive Aspekte bei

der Teilsanierung eutropher Kleinseen wie beispielsweise Abnahme der Algendichte

im Epilimnion und Zunahme der Sauerstoffkonzentration in der Tiefe.

Eine natürliche Fortpflanzung der pflanzenfressenden Fischarten und damit ein

unkontrollierbares Ueberhandnehmen ist bei uns praktisch ausgeschlossen, da

die hiezu erforderliche Faktorenkombination von Temperatur, Strömung, Trübung

und Wasserstandsschwankung nicht erfüllt ist.

4. Schlussfolgerungen

Unsere bisherigen Kenntnisse über die pflanzenfressenden Fische aus China lassen

es als angebracht erscheinen, den nutzbringenden Einsatz dieser interessanten

Arten auf eutrophe stehende Kleingewässer zu beschränken, die im Sommer genügend

warm werden, stark verkrauten oder veralgen und die befischt werden.

Naturschutzweiher eignen sich hiefür nicht. Graskarpfen gehören auch nicht in

Fliessgewässer oder grosse Seen, da sie weite Wanderungen unternehmen und zusätzlichen

Schaden an der bereits bedrohten Ufervegetation anrichten könnten.

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