Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung ...

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Eidg. Anstalt für Wasserversorgung Abwasserreinigung ...

4.5 PROZESSE IN SEEN

Versuche im Baldeggersee über die künstliche Mischung und den Sauerstoffeintrag

ins Hypolimnion im Jahre 1982

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Ausgangspunkt für die Grossversuche im Baldeggersee bildeten ein Gutachten der

EAWAG über die Sanierungsmöglichkeiten der drei Mittellandseen Baldegger-, Hallwiler-

und Sempachersee, welches von den Kantonen Aargau und Luzern in Auftrag

gegeben worden war. Mit Hilfe eines mathematischen Seemodelles konnten die künstliche

Mischung (Zwangszirkulation) und der Sauerstoffeintrag ins Hypolimnion und,

zusätzlich für den Sempachersee, eine Tiefenwasserableitung als optimale Lösung

für See-interne Sanierungsmassnahmen vorgeschlagen werden.

Die technische Realisation des Projektes Tanytarsus der Ingenieurgemeinschaft

Schaffner-Jungo erfolgte anfangs 1982. Während der Zwangszirkulation erzeugt

Luft, welche an der tiefsten Stelle im See eingeblasen wird und in einem Blasenstrom

an die Seeoberfläche aufsteigt, einen Wassertransport, der hypolininisches

Wasser an die Seeoberfläche befördert, wo das Wasser atmosphärischen Sauerstoff

aufnimmt. Für den Sauerstoffeintrag ins Hypolimnion wird über spezielle Diffusoren

reiner Sauerstoff in kleinsten Bläschen in den Wasserkörper eingetragen. Die

Bläschen lösen sich während des Aufstieges auf. Damit wird erreicht, dass die

natürliche Dichteschichtung nicht zerstört wird.

Die Anlagen wurden im Jahre 1982 als Pilotversuch betrieben. Es galt dabei in

einer ersten Phase, die Einrichtungen auf ihre technische Funktionstüchtigkeit

zu testen und in einer zweiten Phase, welche im Herbst 82 begann, ihre Wirkung

im Sinne einer Seesanierung zu untersuchen. Die EAWAG erhielt von den Kantonen

Luzern und Aargau den Auftrag, diese Versuche limnologisch zu überwachen. Die

Ueberwachung umfasste einerseits die Messung der klassischen limnologischen Parameter

(Abt. Limnologie) und andererseits spezielle Messungen zur Mischung und

Abb. 4.14

Nach Einschalten der Zwangszirkulation

am 27.2.82 drang

das 0 2 -haltige Wasser innerhalb

von ca. 2 Wochen bis an

die tiefste Stelle vor. Dabei

wurde die in früheren Jahren

beobachtete, durch gelöste

Substanzen verursachte vertikale

Dichteschichtung vollkommen

zerstört.

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