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Zur Information des Patienten

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Zur Information des Patienten 30. November 2006 Zusatz-Krankenversicherungen Wie berücksichtigen diese die Leistungen der Komplementärmedizin in der ambulanten Therapie? ______________________________________________________________________________________________________ Zusatz-Krankenversicherungen sollen die Möglichkeit geben, sich ergänzend zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eine Absicherung ganz nach den eigenen Bedürfnissen maßzuschneidern. Ist das jedem Interessierten auch wirklich möglich? Werden die ambulanten Leistungen der Komplementärmedizin (wie Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie, Akupunktur) berücksichtigt? Gibt es eventuell andere Formen der Vorsorge für den Krankheitsfall? Unter diesen Blickwinkeln wollen wir Orientierungshilfen geben. Rahmenbedingungen Persönliches Risiko statt Solidarität Während in der GKV das Solidaritätsprinzip (Umlagefinanzierung) gilt, zählt in privaten Krankenversicherungen allein das „persönliche Risiko“, das der einzelne Versicherte mit sich bringt (Prinzip der Kapitaldeckung). Deshalb ist z.B. jedes Familienmitglied einzeln zu versichern, unterscheiden sich Tarife für Männer und Frauen und wird das Lebensalter berücksichtigt. Eine Gesundheitsprüfung entscheidet darüber, ob man in die Versicherung aufgenommen und bei einer bereits bekannten Vorerkrankung ein Risikozuschlag erhoben bzw. die Behandlung evtl. von der Versicherung ausgeschlossen wird. Fehlende, falsche oder bagatellisierende Angaben bei der Gesundheitsprüfung können dazu führen, dass im „Schadensfalle“ die Versicherung nicht zahlt und den Vertrag beendet. Für Ältere, chronisch Kranke, Behinderte, Menschen und Familien mit geringem Einkommen wird es nicht leicht sein, die schmaler werdende gesetzliche Krankenversicherung durch eine Zusatz-Krankenversicherung zu ergänzen. Hier kann eventuell ein Krankenkassenwechsel oder auch ein Beitritt zu einer Solidargemeinschaft eine Alternative sein, siehe Seite 3. Leistungsumfang Das Spektrum der in die Zusatzversicherung einbezogenen Leistungen ist groß und variiert von Anbieter zu Anbieter. Versichert werden insbesondere � die zum 1. Januar 2004 eingeführte Mehrbelastung durch Zuzahlungen (für Medikamente, Heilmittel, Krankenhausbehandlungen, Krankentransport, Zahnersatz) sowie Mehrbelastungen für die aus der GKV ausgegliederten Aufwendungen für Sehhilfen, nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel und das Krankengeld, � Leistungen, die bisher nicht zum Leistungsumfang der GKV zählten: Eigenanteil beim Zahnersatz, Heilpraktiker- und privatärztliche Behandlungen, erweiterte naturheilkundliche Leistungen (z.B. Heileurythmie, Anthroposophische Kunsttherapien), bestimmte Vorsorgeuntersuchungen, das Ein- oder Zweibettzimmer und die Chefarztbehandlung im Krankenhaus, die Auslandsreise-Krankenversicherung usw. Begrenzte Erstattungen Die Zusatz-Krankenversicherungen begrenzen ihre Zahlungen für bestimmte Leistungsbereiche: Für Brillen und Kontaktlinsen erhält man z.B. bis zu € 300,00 innerhalb zweier Kalenderjahre. Auch erreicht man evtl. erst nach einer Übergangszeit den maximal möglichen jährlichen Erstattungsbetrag: Eine der Zusatz-Krankenversicherungen zahlt für naturheilkundliche Leistungen im 1. Versicherungsjahr maximal € 80,00, im 2. Jahr maximal € 160,00 und erst ab dem 3. Jahr dann die Obergrenze von maximal € 400,00 bzw. € 800,00 (je nach Tarif). Vertragslaufzeiten Bei vielen Versicherungen hat man sich für mehrere Jahre, z.B. 3 Jahre, zu binden. Beitragserhöhungen Ein bei Abschluss günstiger Versicherungsbeitrag kann sich schnell ändern. Private Versicherungen müssen sich „rechnen“. Nehmen viele der Versicherten die Leistungen in Anspruch, sind Beitragserhöhungen unausweichlich.

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