[Tarierjackets im Praxistest] Sechs brandneue ... - Unterwasser

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[Tarierjackets im Praxistest] Sechs brandneue ... - Unterwasser

p TECHNIK

[Tarierjackets im Praxistest]

Jungfernfl ug

Sechs brandneue Jacketmodelle haben wir für

Sie nach Ägypten transportiert. Unsere Mission:

Das »Sixpack« auf Flugtauglichkeit testen.

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Alle Fotos: Probst

JACKETTEST

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p TECHNIK

110 · u 4/06

Alle Fotos: Probst

W

ir waren nicht gerade

böse, dass wir für unseren

Jackettest dem deutschen

Matschwetter den Rücken

kehren, und das kalte heimische

Süßwasser gegen angenehme 23

Grad im Roten Meer eintauschen

konnten. Zudem sind die Bedingungen

für unser Vorhaben im

Club Robinson zu dieser Jahreszeit

gelinde ausgedrückt »super«.

Unter Wasser war mangels deutscher

Schulferien noch nicht viel

los, und so hatten wir freien Zugriff

auf die Basis und deren Infrastruktur,

nicht nur in Form von

Booten und Tauchlehrern als Aushilfs-Testern.

[ Cressi-sub

Aqualight R ]

Das neue Reisejacket

von Cressisub

ist trotz vieler

Ähnlichkeiten mit

dem Vorgänger eine

komplette Neukonstruktion.

Wie alle Softpack-Konstruktionen

kommt es mit zwei Flaschenspanngurten

daher. Rein optisch

betrachtet hat es allerdings wenig

mit einem abgespeckten Reisemodell

zu tun. Reichlich D-Ringe,

aus Gewichtsgründen alle aus

Kunststoff und weitere Befestigungsmöglichkeiten,

sowie eine

Bleiintegrierung im Frontbereich

sind vorhanden. Die Trimmbleitaschen

im Rücken sind wohl dem

Rotstift zum Opfer gefallen. Zwei

geräumige Fronttaschen bieten

Für den Popo

lässt sich sogar

eine Polsterung

hervorklappen

Platz für Reserve-Equipment.

Die Bedienung des Jackets funktioniert

problemlos, und der Inflator

bietet auch den richtigen

Dampf, um die Blase auch auf

Tiefe flott zu befüllen.

[ Mares Dragon MRS + ]

Auch Mares schickt ein neues

Modell in den Ring, das aus einem

Vorgängermodell weiter entwickelt

wurde. Das neue Dragon MRS+ ist

ein Ausbund an Komfort und fällt

mit seiner üppigen Ausstattung

etwas aus der Reisejacket-Rolle.

Wer im Urlaub am Popo mit einer

langen Flasche (lange 12er Stahl)

konfrontiert wird,

kann bei diesem

Jacket noch eine

Polsterung für

das Steißbein hervor

klappen. Die

vielen Wattekissen

bringen aber

auch ein »Meer«

an Packvolumen und Gewicht.

Letzteres vor allem bei der Abreise,

da das Dragon MRS+ recht lange

zum Trocknen braucht. Ganz

neu ist das Bleisystem. Es hält genauso

gut wie das alte, lässt sich

aber leichter einfädeln. Die Bleitaschen

sind jetzt inklusive. Auffällig

ist die Blase. Das Modell bezieht

Auftrieb auch aus einer eleganten

Schnittführung entlang der

Flasche. Wahlweise ist das Dragon

auch als Indeflator-Modell

mit dem Mares Airtrim-System

erhältlich.

c

∑ GRUNDWISSEN 331

c Heute taucht jeder Taucher mit einem Jacket. Was aber so selbstverständlich

erscheint, war vor ein paar Jahren noch längst nicht eingeführt. Vor den

ersten Jacketmodellen waren die meisten Taucher mit einem Kragen unterwegs,

im Volksmund auch »Klodeckel« genannt. Diese ohnmachtssicheren

Modelle waren allerdings sehr unbequem zu tragen. Die Taucher, die vor dieser

Zeit schon die Unterwasserwelt erkundeten, oder sich mit dem »Kragen«

nicht anfreunden konnten, hatten somit keinerlei Einrichtung zum Tarieren

dabei. Ihrer Gewichtsvariabilität zwischen Oberfläche und Tauchtiefe zuliebe

mussten sie sich in der Tiefe manchmal mit einer luftgefüllten Einkaufstüte

und beim Dekostopp mit Steinen (sogenannte Dekosteine, die an den Einstiegsstellen

häufig auf drei Meter Wassertiefe zu finden waren) helfen.


Kraftvoll: Der

Cressi-Inflator

gehört nicht zu

den schönsten,

dafür aber zu

den stärksten

Ergonomisch: Die

Mares-Inflator-

Variante liegt sehr

gut in der Hand –

und im Mund. Verwechslungsgefahr

der Knöpfe ausgeschlossen

Futuristisch: Das

modernste Design

bietet der Inflator

von Oceanic. Das

Mundstück läuft

recht spitz zu

Klassisch: Die

klassische Lösung

bei Ralf Tech

entspricht dem

amerikanischen

Standard

Vertauschbar: Der

Scubapro-Inflator

ist zwar ein Handschmeichler,

Aus-

und Einlassknopf

liegen aber nah bei

einander. Da droht

Verwechslungsgefahr!

Bedienbar: Der

Seemann-Inflator

verrichtet brav

seine Arbeit und

ähnelt stark der

Oceanic-Variante

JACKETTEST

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p TECHNIK

Spitze: Der Scubapro-typische Flaschenspanngurt

gilt als der beste im gesamten

Tauchausrüstungsbereich

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[ Oceanic Probe LX ]

Auch bei Oceanic erwartet uns

eine Weiterentwicklung aus einem

bereits bestehenden Jacket.

Das amerikanische Modell kann

durchaus als Ganzjahres-Jacket mit

Reiseambitionen bezeichnet werden.

Die gekröpften Stahl-D-Ringe

bringen zwar Gewicht, tragen

allerdings nicht dick auf. Schwer

wird es erst, wenn es ordentlich

aufgerüstet wird. Ausgestattet mit

dem passenden Oceanic-Westenautomat,

einem Retractor und dem

Tauchermesser, die sich nahtlos in

das Jacket an den entsprechenden

Punkten integrieren lassen, bringt

es zwar deutlich mehr Gewicht auf

die Waage, das allerdings an anderer

Stelle eingespart wird (das

fällt dann unter Milchmädchenrechnung).

Als Material kommt

das hautsympathische Bioflex zum

Einsatz. Die Trageschale ist nach

innen gut gepolstert.

Kontakt: Bei Seemann-Sub wird der Inflatorschlauch

eng an den Faltenschlauch gekoppelt – eine schwierige

Fingerübung

Alle Fotos: Probst

[ Ralf Tech Travellight Tech ]

Das in Deutschland ab dem

Frühjahr angebotene Reisejacket

von Ralf Tech ist mit nur 2,5 Kilogramm

unser Leichtgewicht in der

Runde. Außer dem Harness und

der in Kreisform geschlossenen

Wingblase ist an diesem Modell

auch nichts dran. Eine Bleiintegrierung

kann mit separaten Taschen,

die man auf den Bauchgurt

fädelt, nachgerüstet werden. Dank

des Softpacks kann das Travellight

Tech auch auf engstem Raum zusammen

gepackt werden und passt

so in jeden sich ergebenden Zwischenraum

einer Tauchtasche.

Unter Wasser hat es unbefüllt allerdings

die wingtypische Blasenschwäche.

Wie ein Cape »schlabbert«

der leere Auftriebskörper um

des Tauchers Rücken. In diesem

Zustand leidet auch – mangels Stabilität

– die Bedienung der drei

Schnellablässe.

c

Höhenverstellbar: Oceanic bietet einen in der Höhe

verstellbaren Brustgurt und denkt dabei auch an

die weiblichen Taucher sowie an die Trocki-Ventile


Prima: Das

Seemann Reef

Rider hat eine

sinnvolle Einteilung

in Blei- und

Taschenbereich

Neu konstruiert:

Dank des neuen

Bleisystems bei

Mares kann die

befüllte Tasche

leichter eingefädelt

werden

Ablasshandlung:

Im Ansatz des

Faltenschlauchs

kann bei Scubapro

auch Luft abgelassen

werden

Inside: Der in der

Tasche verankerte

D-Ring dient der

zusätzlichen Sicherung

des Inhalts

Verlustig: Die

Bleitaschen des

Aqualight R sind

simpel aufgebaut,

aber verlustsicher

und hocheffektiv

JACKETTEST

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p TECHNIK

Handlungsbedarf: Solche Details (hier das Scubapro T-

Force) machen das Handling einfacher

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Bleiweste: In das Scubapro T-Force passen auch größere

Gewichte in die Trimmblei-Taschen

Spitzenreiter: Die Bleitaschen des Seemann Reef Rider packen

auch große Stücke und sind sogar abnehmbar

Après Dive: Nach den Tauchgängen und vor dem abendlichen

Vergnügen wartet noch etwas Arbeit am Spülbecken

Alle Fotos: Probst

[ Scubapro T-Force ]

In der neuen Modell-Linie

von Scubapro ist das T-Force für

den ambitionierteren Sporttaucher

gedacht. Durch sein absolut

wind- und wetterbeständiges Material

(100 Prozent UV-geschützt)

und die ebenfalls recht aufwändige

Polsterung kommt es allerdings

etwas steif daher. Trotzdem trocknet

es relativ schnell. Das ADV-

Modell glänzt mit dem besten

Flaschenspanngurt im Vergleich

und seiner Verarbeitung. Bleitaschen,

Schnellablässe und andere

Bedienungselemente arbeiten

einwandfrei zusammen. Sogar an

eine Griffverstärkung am Tragegurt

wurde hier gedacht.

[ Seemann Sub Reef Rider ]

Das letzte Jacket im Alphabet

hat bei uns den ersten Platz

belegt. Das Reef Rider vereinigt

gleich mehrere gewichtige Vorteile

in sich. Da ist das geringe Gewicht,

zudem die kleinen Packmaße bei

guter Ausstattung sowie die Tragegeometrie.

Der Taucher schwebt

hier in einem Hauch von nichts

und hat die völlige Bewegungsfreiheit

– fast wie beim Schnorcheln.

Das Bleisystem ist von oben zu befüllen,

ähnlich wie bei Cressi-sub,

und dementsprechend verlustresistent.

Die Trimmbleitaschen sind

in den Spanngurt integriert und

nach Belieben abnehmbar.Und da

hier auch ein Mini-Hardpack verbaut

ist, liegt die Flasche immer

stabil im Rücken.

Und auch das Äußere gefällt.

Der Innenbereich ist mit Velour

ausgeschlagen, was nicht nur gut

aussieht, sondern auch mit T-Shirt

angenehm zu betauchen ist.

[ Fazit ]

Es gibt viele Aspekte, die zum

Kauf eines Jackets führen. Aufgrund

unserer Angaben müssten

Sie jetzt den Favoriten für Ihre Ansprüche

heraus filtern können.

¢ Thomas Gögl C Norbert Probst


Die Tarier-Jackets in der Übersicht

Cressi-sub Aqualight R

Vertrieb: Cressi-sub

Preis in Euro: 365,–

Web: www.cressi-sub.de

e TECHNISCHE DATEN e TECHNISCHE DATEN e TECHNISCHE DATEN

Material: 210er Nylon

Rückentrage: Softpack gepolstert

Größen: XS – XL

Auftr. l. Herst.: 10,7 Liter in Gr. M

Bleiintegriert: ja, max. 8 kg

Aufbau: ADV, einschalig

Schnellablass: 3

Fronttaschen: 2

Gewicht: 2,8 kg

Fazit: Das Aqualight R kommt gut an – vereint

es doch einen geringen Preis mit gutem Design,

sinnvollen Features und wenig Gewicht.

Ralf Tech Travelight Tech

Vertrieb: Marlin Tauchservice

Preis in Euro: 490,–

Web: www.marlin.de

Mares Dragon MRS +

Vertrieb: Mares

Preis in Euro: 449,–

Web: www.mares-tauchsport.de

Material: 1000er Cordura/Alutex 3D

Rückentrage: Hardpack gepolstert

Größen: XS – XL

Auftr. l. Herst.: 18,5 Liter in Gr. M

Bleiintegriert: ja, max. 16,5 kg

Aufbau: ADV, einschalig

Schnellablass: 3

Fronttaschen: 2

Gewicht: 4,2 kg

Fazit: Das Mares Dragon stellt hier die S-Klasse

dar. Es ist aufwändig gearbeitet und bietet

maximalen Tragekomfort.

Oceanic Probe LX

Vertrieb: Oceanic

Preis in Euro: 459,–

Web: www.oceanic.de

Material: Bioflex mit Kevlarverstärkung

Rückentrage: Hardpack gepolstert

Größen: S – XXL

Auftr. l. Herst.: 13,5 Liter in Gr. M

Bleiintegriert: ja, max. 10 kg

Aufbau: ADV, einschalig

Schnellablass: 3

Fronttaschen: 2

Gewicht: 3,9 kg

Fazit: Das Oceanic Probe fühlt sich auch im

Kaltwasser wohl, ist gut ausgestattet und

kann sogar noch weiter aufgerüstet werden.

e TECHNISCHE DATEN e TECHNISCHE DATEN e TECHNISCHE DATEN

Material: 1000er Cordura

Rückentrage: Softpack gepolstert

Größen: S – XL

Auftr. l. Herst.: 20,5 Liter in Gr. M

Bleiintegriert: ja, max. 8 kg

Aufbau: ADV-Wing, einschalig

Schnellablass: 2

Fronttaschen: keine

Gewicht: 2,5 kg

Fazit: Ein reinrassiges Reisejacket mit in sich

geschlossener, großvolumiger Wingblase, geringstem

Gewicht und Packmaßen.

Scubapro T-Force

Vertrieb: Scubapro

Preis in Euro: 450,–

Web: www.scubapro-uwatec.de

Material: 500er Cordura

Rückentrage: Hardpack gepolstert

Größen: XS – XXL

Auftr. l. Herst.: 17,5 Liter in Gr. M

Bleiintegriert: ja, max. 11 kg

Aufbau: ADV, einschalig

Schnellablass: 3

Fronttaschen: 3

Gewicht: 3,8 kg

Fazit: Ein sauber verarbeitetes Ganzjahres-

Jacket, das auch gerne mit auf Reisen geht.

Durch die Materialwahl wirkt es etwas steif.

Seemann Sub Reef Rider

Vertrieb: Seemann Sub

Preis in Euro: 359,–

Web: www.seemannsub.de

Material: 500/1600er Nylon/Cordura

Rückentrage: Travel-Hardpack gepolstert

Größen: S – XL

Auftr. l. Herst.: 11 Liter in Gr. M

Bleiintegriert: ja, max. 10 kg

Aufbau: ADV-Wing, einschalig

Schnellablass: 2

Fronttaschen: 2

Gewicht: 2,65 kg

Fazit: Das Reef Rider glänzt durch seinen Tragekomfort,

geringes Gewicht, viele sinnvolle

Features und durch günstigen Preis.

JACKETTEST

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