CHRISTIAN WABER

schwengeler

CHRISTIAN WABER

CHRISTIAN WABER

BIANCA STRAUB

Er hat es zweifellos nicht leicht. Der bekennende Christ und Nationalrat

der EDU (Eidgenössisch-Demokratische Union), Christian Waber, eckt mit

seinen von der Bibel geprägten Überzeugungen an.Vielen ist er ein Dorn im

Auge, weil er die Menschen auf den hinweist, dem jedes Geschöpf letztlich

verpflichtet ist: Gott. Öffentlich, aber auch in Briefen und Mails wird er

lächerlich gemacht und teilweise aufs Übelste beschimpft.Waber lässt sich

dadurch nicht beirren. Er weiss sich Gott und seinem Wort verpflichtet.

Weil er vor ihm die Knie beugt, kann er vor Menschen geradestehen. Der

Politiker ist kein religiöser Fanatiker; er besitzt ein fröhliches Wesen und

liebt die Menschen. Für jeden hat er ein freundliches Wort, auch für die

Putzfrau, die sein Büro im Bundeshaus reinigt.Waber ist echt – durch und

durch.Wir haben ihn vor der Abstimmung zum Partnerschaftsgesetz im

Bundeshaus besucht und ihm einige Fragen gestellt.

Punkt 12 Uhr begrüsst uns der aufgestellt

wirkende Politiker und führt uns

stracks zu einem kleinen Restaurant

ganz in der Nähe. Seit 1997 ist er im

Nationalrat tätig, bis 1999 fraktionslos,

danach in der evangelischen Fraktion.

Noch weitere vier Jahre stehen auf dem

Programm. An vorderster Front kämpft

er gegen das Partnerschaftsgesetz, über

welches die Schweiz Anfang Juni abgestimmt

hat. Er steht stark unter Druck.

In öffentlichen Verkehrsmitteln wird er

als «borniert» beschimpft. Er sei «Hitler»

oder gar «Satan» persönlich. Doch

Waber wirkt überhaupt nicht frustriert

oder entmutigt. Schon nach kurzer Zeit

des Gesprächs haben wir das Gefühl,

wir würden uns schon lange kennen –

30 ethos 7 I 2005

– Mann mit Profil

eine Vertrautheit, die aufgrund der gemeinsamen

Grundlage des Glaubens

an Jesus Christus möglich ist.

Der Politiker kennt das Personal im

Restaurant mit Namen und fragt nach

ihrem Befinden. Wir tauschen unsere

Gedanken aus, sprechen über Familie

und Gemeinde. Doch die Zeit drängt,

da Christian Waber mitten in einer

Session steht. Ca. 150 Mal muss er sich

dieser Tage für ein Ja oder Nein entscheiden.

Er ist sich bewusst, dass es

ihm trotz Einsatz und Bemühen

schlicht und einfach nicht möglich ist,

bei allen Vorlagen genau zu wissen, was

richtig ist. Darum vertraut er sich Tag

für Tag der Führung Jesu an und bittet

Gott, ihn recht zu leiten.

Name,Vorname:

Waber Christian

Partei, Kanton:

Nationalrat, EDU (Eidgenössisch-

Demokratische Union), Bern

Alter:

57 Jahre

Zivilstand, Kinder:

verheiratet, 4 erwachsene Kinder

Wohnort:

Wasen im Emmental

Beruf, heutige Funktion:

Dipl. Baumeister, Unternehmer

und Berater

Hobbys:

reisen, wandern, lesen

zur Person

Herr Waber, seit 21 Jahren engagieren

Sie sich politisch.Welches Ziel

verfolgen Sie mit Ihrem Einsatz?

Christian Waber: Für mich ist Politik Alltag.

Damit meine ich nicht die Arbeit im

Gemeinde- oder Nationalrat. Politik im

Alltag ist so selbstverständlich wie Christsein

im Alltag. Ziel ist es, meine Auffassung,

meinen Lebensstil als Nachfolger

Jesu in der Öffentlichkeit klar zu leben.

Sie werten Ihr politisches Engagement

also gleich wie Ihr Christsein?

Ja. Ich sage nicht, es sei jedermanns Auftrag,

im Nationalrat mitzuarbeiten. Aber

es ist definitiv die Aufgabe eines jeden

Christen, sich irgendwie politisch zu engagieren.

Dies tun wir ja bereits, indem


wir den Zug oder die Strasse benützen

oder Brot einkaufen. Wir leben schliesslich

nicht allein auf einem einsamen Planeten.

Persönlich bin ich enttäuscht darüber,

dass sich Christen so lange aus der

Politik herausgehalten haben.

Worin sehen Sie die Chance, wenn

Christen öffentliche Ämter belegen?

Christen sollen sich in ihrem Amt an die

Vorgaben der Bibel halten und somit eine

gute Arbeit verrichten.Das heisst,sonntags

keinen anderen Lebensstil zu pflegen als

unter der Woche. Christen haben die Verpflichtung,

sich in allen Fragen an Gottes

Wort zu halten.Ich bedaure es,wenn Christen

glauben, sie könnten politisieren, ohne

ein Dossier zu lesen. Da muss man sich

wirklich engagieren, muss Vorlagen studieren

und eigene Argumente aufbauen.

Es reicht einfach nicht, mit blossen Bibelversen

zu politisieren. Wir müssen Bibelverse

mit Argumenten füllen.

Wichtig ist mir auch, als Christ ein

Vorbild der Freude zu sein. Ich habe

Freude daran, ein Kind Gottes zu sein.

Das darf ich auch andern sagen. Ich habe

Freude, weil ich weiss, woher ich komme

und wohin ich gehe. Mein Nächster soll

das spüren – dies ist enorm wichtig.

Denken Sie, Christen sollten

vermehrt öffentliche Ämter

übernehmen?

Eindeutig. Die Aufforderung, sich öffentlich

zu engagieren, finden wir sowohl im

Alten als auch im Neuen Testament. Denken

wir zum Beispiel an Daniel, Josef, Josua

oder Elia. Alles Gottesmänner, die politisch

aktiv waren. In Jeremia 29,7 lesen

wir ja auch, dass wir «der Stadt Bestes»

suchen sollen. Auch das Neue Testament

zeigt uns unseren Auftrag in dieser Welt

als Vorbilder. Christen tun einem Land

gut, das ist historisch bewiesen. Gerade

zur Zeit des Pietismus sind ganze Landstriche

zum Glauben gekommen und

Christen haben sich für ihre Nation eingesetzt.

Christian Waber war Gemeinderat von

Sumiswald (Kanton Bern), danach im

Grossrat des Kantons Bern und ist seit

1997 Nationalrat.

Er ist tätig in der Geschäftsprüfungskommission,

der Legislaturkommission

und ist seit 2003 in der Gerichtskommission

aktiv.

Was ist das Problem, dass relativ

wenige Christen politisch aktiv

sind?

Ganz klar ein dogmatisches. Viele Christen

denken, Politik sei etwas «Weltliches»,

und fügen an, sie seien nicht von dieser

Welt, sondern suchen die zukünftige.

Politik bringt hin und wieder auch

Unruhe in eine Gemeinde. Selbst ein

Christ kann in manchen Dingen politisch

unterschiedliche Auffassungen haben.

Ich denke hier zum Beispiel an die Abstimmung

zu Schengen-Dublin. Da ist

für mich klar, dass ein Christ zu einem Ja

oder einem Nein kommen kann. Der kulturelle

Hintergrund eines jeden Einzelnen

spielt hierbei eine grosse Rolle. Beim

Partnerschaftsgesetz hingegen ist dies

nicht möglich, da die Bibel klare Leitlinien

vorgibt.

Persönlich lasse ich auch Meinungen

von Christen stehen, die anderer Ansicht

sind. Natürlich diskutiere ich darüber.

Aber ich sage, «jeder sei sich seiner Meinung

gewiss», wie es schon der Apostel

Paulus formulierte. Für mich bedeutet

das keine Trennung. Im Gegenteil.

Unterschiedliche Auffassungen können

manchmal auch sehr befruchtend

wirken.

ethos 7 2005 31

I

PORTRÄT


Christian Waber ist dankbar. Er weiss

mit Sicherheit, dass Jesus ihn liebt. Und

zwar nicht wegen seines politischen Engagements,

sondern weil Jesus Christus

ihn erlöst hat. Sein Leitvers heisst: «Du

hast mir kundgetan die Wege des Lebens,

du wirst mich erfüllen mit Freude

vor deinem Angesicht», aus Apostelgeschichte

2,28.

Im Leitbild der EDU heisst es:

«Im politischen Engagement wollen

wir auf die Aussagen der Bibel

als Wort Gottes aufmerksam machen.»

Diese klare Haltung stösst

bestimmt oft auf Widerstand ...

Ja. Das stösst auf viel Widerstand. Wir berufen

uns auch in der Politik ganz klar auf

die Bibel als unabänderliche Wahrheit.

Das passt vielen überhaupt nicht. Im Nationalrat

wurde auch schon gesagt, dass

von fundamentalen Christen noch nie etwas

Gutes gekommen sei. Diese Leute

kennen die Geschichte nicht. Wenn wir

zum Beispiel sagen, der Islam sei nicht

die Wahrheit, werden wir als absolut intolerant

abgestempelt.

Gibt es denn Politiker, die diese

Haltung akzeptieren, oder haben

Sie und Ihre Partei überall nur

Gegenwind?

Es gibt sehr wohl Politiker, die unsere

Haltung akzeptieren. Sie bewundern unsere

Werte und Einstellungen und glauben

im Herzen dasselbe, aber öffentlich

haben sie nicht den Mut, sich auf unsere

Seite zu stellen. Aber es trifft mich doch

tief, dass so viele absolut ablehnend sind,

wenn wir uns zum Evangelium von Jesus

Christus als einzige Wahrheit bekennen.

War es für Sie anfänglich schwierig,

sich in der Öffentlichkeit so

klar zu positionieren?

Das ist schwierig zu sagen, da ich vor 21

Jahren im Gemeinderat und somit in der

Exekutive tätig war. Als politischer Nobody

musste ich mich zuerst einmal zurechtweisen

lassen, weil ich mich nicht

ans Kollegialitätsprinzip hielt. Dies ist ja

auch heute wieder ein Thema im Bundesrat.

Damals sagte ich einfach meine Mei-

32 ethos 7 I 2005

nung und trat mit dieser auf. Die Arbeit

im Grossrat oder heute im Nationalrat ist

etwas ganz anderes. Ich habe jedoch immer

klar meine Ansichten vertreten – das

war es eigentlich auch, was mich in den

Nationalrat gebracht hat. Ich habe meine

«Karriere» nicht geplant; für mich ist

es einfach nur selbstverständlich, meine

Überzeugung kundzutun.

Wie gehen Sie mit dem Druck der

Medien auf Ihre Person um?

Medien haben heute einen unglaublich

grossen Einfluss auf Politiker. Die Ansichten

vieler Politiker werden von den

Medien bestimmt! Sie haben Angst, sich

gegen Medienschaffende zu äussern. Bei

mir ist das anders. Denn was ein Journalist

über mich schreibt, liegt in seiner Eigenverantwortung.

Ich bin keinem gram,

der mich in die Pfanne haut. Es ist seine

Verantwortung und seine Auffassung. Ich

erlebe es aber auch immer wieder, dass

Journalisten mich ernst nehmen und

mein Anliegen verstehen.

In der Facts-Ausgabe vom 19. Mai 2005

schrieben Herbert Lanz und Christoph

Zimmer: «Das Partnerschaftsgesetz ist

Christian Waber ein Dorn im Auge. Er

habe nichts gegen Schwule und Lesben,

wiederholt er immer wieder, und irgendwie

glaubt man es ihm auch.»

Trotz eines tendenziell negativen Artikels

nahmen die Journalisten Wabers

Herzenshaltung wahr. Seine aufgeschlossene

und freundliche Art lässt wenig

Spielraum, ihn auf der persönlichen

Ebene anzugreifen.

Medien merken, dass ich meine Ansichten

wenigstens nicht ständig wechsle.

Einmal meinte ein Journalist: «Wissen

Sie, Herr Waber. Eines ist schön bei Ihnen:

Sie vertreten im Studio wenigstens

dieselbe Meinung wie ausserhalb.»

Werte, die wir seit 30 Jahren vertreten,

sind heute in der Medienwelt zu einem

Thema geworden, denn wir sind berechenbar.

Die Medien kontaktieren mich

zu den verschiedensten Aktualitäten, so

z. B. zu Harry Potter oder zum Klonen.

Ich erlebe auch Erfreuliches. Es gibt

immer wieder Journalisten, die offen

über den Glauben sprechen. Natürlich

schreiben sie nicht darüber. Aber sie sehnen

sich eigentlich nach dieser Sicherheit,

zu wissen, woher sie kommen und

wohin sie gehen. Das ist bei den Politikern

übrigens genau dasselbe. Im persönlichen

Gespräch spürt man oft eine

grosse Einsamkeit.

Die EDU hat durchwegs Erfolge

erzielt. So geht die Partei gestärkt

aus den Nationalratswahlen hervor,

bei denen Sie das beste Resultat

ihrer 25-jährigen Geschichte im

Kanton Bern erreichen konnten.

Als Spitzenkandidat haben Sie

durch Ihre prägnante und schlagfertige

Art viel Zusatzstimmen für

die Partei geholt.Was für Qualitäten

muss ein christlicher Politiker

Ihrer Meinung nach haben?

Schwierige Frage. Erstens muss er sich gewiss

sein, dass er von Gott in dieses Amt

gerufen ist. Gemäss dem Neuen Testament

soll derjenige, der regiert, dies sorgsam

tun.

Zweitens darf man um Weisheit bitten.

Genau wie Salomo dürfen auch wir dies

tun. Ich bitte Gott beispielsweise oft um

Weisheit, im Umgang mit meinen Nächsten

oder welche politischen Themen ich

angehen soll.

Drittens muss man in einem Umfeld

leben, von dem man sich getragen weiss.

Man braucht Freunde, die einen ermahnen

und ermutigen.

Die Schweiz ist das einzige Volk auf der

Welt, welches mit seinen direkten Volksrechten,

Referendum und Initiative, spezifisch

Verantwortung übernehmen

muss. Wir erlebten Segen, weil wir uns

auf das (Schweizer)-Kreuz und Gott den

Allmächtigen in der Präambel beriefen.

Wenn ein Volk jedoch ganz bewusst einen

anderen Weg wählt – so wie das Volk Israel

–, akzeptiert Gott das. Aber die Konsequenzen

muss das Volk selbst tragen.

Ich weise immer wieder darauf hin, dass

bei uns nicht einfach das Parlament mit

seinen 246 Mitgliedern eine Entscheidung

trifft, sondern das Volk. Im Alten

Testament begegnet uns die Frage Gottes


immer wieder: «Ich lege dir vor Segen

oder Fluch» (5. Mose 28). Die Wahl liegt

bei uns, auch heute!

Wie gehen Sie mit dem immensen

Druck um, der gerade jetzt,

vor der Abstimmung, auf Ihrer

Person lastet?

Aufgrund der Verheissungen in der Bibel

Selbstverständnis

Die EDU versteht sich als eine wirtschaftlich

unabhängige politische Partei

mit sozialer Ausrichtung. Ihre Mitglieder

und Sympathisanten betrachten

Gottes Wort, die Bibel, als Massstab

für ihr Reden und Handeln.

Grundsätze

Wir wollen Mitverantwortung für

Gesellschaft und Umwelt übernehmen.

Politik darf nicht dem Machtmissbrauch

dienen. Im politischen

Engagement wollen wir auf die Aussagen

der Bibel als Wort Gottes aufmerksam

machen.Wir wollen unsere

Mitmenschen höher als uns selbst

achten. Gemäss unserem Selbstverständnis

können wir deshalb falsche

Prägungen und Fehlverhalten nicht

gutheissen.Wo immer möglich, weisen

wir auf Alternativen hin. In unserem

Engagement streben wir eine

Gesundung der Schweiz und ihrer

Bevölkerung an, vorab im geistlichen

Bereich.

«Ich politisiere auf dem Fundament

der Wahrheit Jesu Christi.»

EDU Leitbild

Wir proklamieren

• dass das Wohl der Allgemeinheit

vor Eigeninteressen und

Ideologien gestellt wird

• dass Gerechtigkeit ein Volk erhöht

• dass die Selbstverantwortung

gestärkt und Lasten gemeinsam

getragen werden

• dass Probleme mit Tatkraft und

Sachverstand angegangen werden

• dass die zeitlosen Anweisungen

Gottes mutig umgesetzt werden.

weiss ich ganz gewiss: Jesus Christus ist

Sieger. Auch in harten Zeiten darf ich auf

der Seite des Siegers stehen. Dann gibt es

aber auch noch die menschliche Seite.

Natürliche Emotionen, Gefühle von

Traurigkeit, weil man abgelehnt wird.

Wenn ich nicht gegrüsst werde, geht mir

das sehr nah. Auch wir Christen benötigen

«Streicheleinheiten». Diese bekomme

ich vor allem von meiner Familie.

Von meiner Frau, die politisch zwar nicht

immer mit mir einig ist, mich aber uneingeschränkt

liebt.Von meinen Kindern, die

jeweils mit mir fiebern. Bestätigung erlebe

ich aber auch von Christen, die für mich

beten. Ich bekomme sehr viele E-Mails

mit Segenswünschen. Dies ermutigt mich

sehr. Kürzlich war ich in Basel und sprach

vor 300 Homosexuellen. Eine einzige

gläubige Frau war extra angereist, um für

mich zu beten und völlig allein bei meinen

Statements zu applaudieren. Das war

ein gewaltiges, ermutigendes Erlebnis.

Wie verarbeitet Ihre Frau die

Tatsache, dass Sie momentan von

der Öffentlichkeit teilweise brutal

angegriffen werden?

Meine Frau ist der ruhende Pol. Sie leidet

natürlich mit mir. Aber sie hinterfragt

mich auch kritisch in meiner impulsiven

Art. Wenn ich nach Hause komme, weiss

ich mich völlig geliebt und angenommen.

Am meisten Mühe macht es ihr, wenn

unsere Kinder die Ablehnung zu spüren

bekommen.

Dank dem von der EDU initiierten

Referendum konnte die Schweiz

am 5. Juni das Partnerschaftsgesetz,

durch welches gleichgeschlechtlicheLebensgemeinschaften

zivilrechtlich auf die gleiche

Ebene wie die Ehe zwischen Mann

und Frau gestellt werden, zur Abstimmung

bringen.Wie beurteilen

Sie das Resultat?

Toleranz, Liebe und liberale Gesellschaft

waren die Hauptargumente der Befürworter

des Partnerschaftsgesetzes. Toleranz

bedeutet Abweichung von einem

festgesetzten Wert, das Partnerschaftsgesetz

ist aber Wert-los! Liebe wird heute

vor allem mit individuellem Ausleben

von Sexualität gleichgestellt, Gottes Liebe

ist aber viel umfassender! Die liberale Gesellschaft

hat Gott als Schöpfer aller

Dinge abgesetzt und den Menschen zum

Mass aller Dinge erklärt. Die Auswirkungen

des Gesetzes sind heute schon deutlich

festzustellen, die «staatlich anerkannte

Homosexualität» wird stark an

Akzeptanz zunehmen. Unsere Jugend hat

neu die Wahl zwischen heterosexueller

Ehe und homosexueller Eintragung der

Partnerschaft. Eine grosse Verunsicherung

und Identitätskrise wird die Folge

sein. Das Thema Homosexualität wird

unsere Gesellschaft immer intensiver bewegen

und erregen.

Was wünschen Sie sich persönlich

für die Zukunft der Schweiz?

Ich wünsche mir, dass unsere Nation wieder

zur Einsicht kommt und der Präambel

unserer Verfassung «Im Namen

Gottes des Allmächtigen» wieder Gewicht

beimisst. Heute ist das überhaupt

nicht mehr der Fall. Es wird nur noch auf

Artikel Bezug genommen, Artikel des

Menschenrechts, Artikel der Ehe oder der

Umwelt. Das ist zwar wichtig, aber ich

glaube, dass jeder Verfassungsartikel

nutzlos ist, wenn Gott nicht dahinter

steht. Ich vergiesse so manche Träne und

bete, dass unser Volk wieder sagen kann:

«Gott der Allmächtige steht hinter unserer

Verfassung und hinter uns als Nation.»

Wenn wir darauf zurückkommen

und seine Gebote, die zu unserem Schutz

sind, ernst nehmen, werden wir wieder

Segen empfangen. Nicht den Segen von

Europa, aber den Segen von Gott, weil wir

das Kreuz in unserem Wappen wieder in

den Mittelpunkt stellen und bekennen,

dass Christus in die Welt kam, um uns zu

erlösen. Das ist mein grösster Wunsch.

Herr Waber, wir wünschen Ihnen

Gottes Segen, Kraft und Weisheit

für Ihre wichtige Aufgabe.

ethos 7 2005 33

I

PORTRÄT

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine