Fugu, der kleine Sichaufpumper

auerverlag

Fugu, der kleine Sichaufpumper

Claus Claussen

Fugu, der kleine

Sichaufpumper

Ein Projekt aus der großen Erzählwerkstatt

für kleine Geschichtenerfi nder

Downloadauszug

aus dem Originaltitel:


Fugu, der kleine

Sichaufpumper

Ein Projekt aus der großen Erzählwerkstatt für

kleine Geschichtenerfi nder

Dieser Download ist ein Auszug aus dem Originaltitel

Die große Erzählwerkstatt für kleine Geschichtenerfi nder.

Über diesen Link gelangen Sie zur entsprechenden Produktseite im Web.

http://www.auer-verlag.de/best/06155


Fugu, der kleine Sichaufpumper

Projekt 7:

Fugu, der kleine Sichaufpumper

Abbildung 46: Titelblatt des fertig gebundenen Buches

1. Beschreibung

Dieses Projekt eignet sich gut für ein 3. oder ein 4. Schuljahr hr

… und sein Produkt eignet sich gut für ein erstes Schuljahr. huljahr.

Die Herstellung eines großformatigen Erzählbuches es ohne

Text (mit Ausnahme der Titelseite) unter einem em Rahmenthema

für alle Beteiligten gibt den Kindern einen gutüberschaubaren Gestaltungsrahmen mit zahlreichen hen Herausford

Herausforderungen,

die Kinder zu zahlreichen Lösungen ngen anregen.

Die detaillierte Darstellung des in der Unterrichtsp

Unterrichtspraxis entstandenen

Beispiels soll insbesondere sondere auch eine einer Übertragung

auf andere Themen men nützen, denn die

Art und Weise,

wie dieses Buch geplant ant und ausgeführt

wurde, lässt sich

unschwer auf andere Geschichten eschichten übe übertragen.

Es folgt nun die Geschichte, wie sie si seinerzeit entstanden, den,

gestaltet und erzählt worden

ist.

Zufälle, Einfälle und Ideen ka kamen da zusammen, men, wo zum

ersten Mal der Namen en „Fu „Fugu“ fi el. Einige hatten schon etwas

von ihm gehört, andere noch nie. Beim ersten Mal, aals

ein

Erzählbuch zu Fugu entstand (aus dem im Übrigen n au auch die

im Buch verwendeten Bilder stammen – es sind jeweils we Bilder

von Replikaten!), bekamen die Kinder einen Text mit allen

möglichen interessanten Fakten zu Fugu.

Beim zweiten Mal in einer anderen vierten Klasse war es eine

Sache der Kinder, im Internet zu „googeln“ bzw. zu recherchieren.

Sie fanden eine Menge Informationen und Bilder, fi lterten

das für sie Interessanteste heraus, entschieden sich

allerdings für ähnliche Merkmale: Farbe verändern, Größe

verändern.

Auch ihre Geschichte war völlig anders … es war eben auch

eine andere Klasse. (Sowohl bei Google wie auch bei Bilder-

Google wie auch bei Wikipedia fi ndet sich umfangreiches

Material für eine Recherche).

Ein kleiner Fisch namens Fugu (Anspielung auf einen bekannten,

sehr giftigen Kugelfi sch) schwimmt allein im Meer.

Wenn er blitzschnell sehr viel Wasser schluckt, kann er sich

zu erheblicher Größe aufpumpen.

Außerdem kann er seine Farbe verändern. Wird er zornig oder

oje

wütend, wird er gelb. Wird er jedoch neugierig, färbt er sich

grün. Und rot kann er auch werden. Aus dem weiten Meer

kommt Fugu in eine Bucht mit grünen Wasserpfl anzen, rotem

Tang, bunten Korallenriffen und gelben Steinen.

Abbildung 47: 47 Fugu im roten Tang

Er fi ndet n eine ruhige Schlafhöhle, afhöhle, drei dre Krabben bewachen

seinen ein Schlaf. Aber dann:

Nacheinander N

greifen ihn ein ggroßer

Fressfi sch, ein roter

Hummer, ein Sägefi ägefisch fisch

und eine Beißmuräne an.

Muster zu

Ansicht

Abbildung 48: Fugu und die Beißmuräne

Fugu pumpt sich auf, wird gelb vor Zorn und vertreibt sie.

Eine Qualle macht ihn neugierig; er wird grün.

Abbildung 49: Fugu und die Qualle

Claus Claussen: Die große Erzählwerkstatt für kleine Geschichtenerfi nder. Das Praxispaket zur Entwicklung von Erzählkompetenz und Kreativität

© Auer Verlag GmbH, Donauwörth � 06155

Projekt 7


Projekt 7

jek

Dann begegnet Fugu einem Fisch, der (fast) genauso aussieht,

wie er selbst. Dieser Fisch schwimmt auf ihn los und

küsst ihn. Fugu pumpt sich auf, wird knallrot, küsst zurück

und hat Fuga gefunden. Bald schwimmen in der Meeresbucht

kleine Fugus und Fugas herum.

Abbildung 50: Fugu und Fuga

Abbildung 51: Die Nachkommen von FFugu

und Fuga

Derartige Reihen- oder Ketteng Kettengeschichten, bei denen nen eeine

prägnante Situation der an anderen folgt, sind d generell typisch

für Kinder dieser ser Altersstu Altersstufe. Sie zeigen eine ne lineare Struktur.

Allseits bekannte annte Bilderbücher für Kinder er folgen eben

falls solche Strukturen, z. B. die Bilderbücher von EEric

Carle.

2. Praktische Ergebnisse

Im Zusammenhang mit der Geschichte eines Handlungsträgers

– in diesem Falle Fugu – soll ein großformatiges Erzählbuch

entstehen, anhand dessen seine Geschichte frei erzählt

werden kann. Ein zusätzlicher Gedanke war, zum einen mit

dem Erzählbuch nacheinander alle Klassen der Schule zu

„besuchen“, um allen Schülern solch ein Erzählbuch vorzustellen.

Ein weiterer Gedanke war, dass die ältere Jahrgangsstufe

(4. Schuljahr) das Erzählbuch herstellt und es dann als

Geschenk an eine 1. Klasse übergibt und dabei die ganze

Geschichte erzählt. Diese beiden Gedanken haben – in Realität

umgesetzt – die Motivation zum Erzählen erheblich gefördert.

Beispiel: Als die Schulanfänger – im Kreise sitzend – beim

Umblättern der einzelnen Seiten jeweils in „Ahs!“ und „Ohs!“

ausbrachen und abschließend einen großen Beifall zollten,

Fugu, der kleine Sichaufpumper

erfuhren die „Autorinnen und Autoren“ eine Anerkennung,

die keine Note je geschafft hätte und zeigten es auch deutlich

in ihren Reaktionen.

3. Durchführung

Mit der Methode des „roten Fadens“ kann von Kindern eine

Geschichte wie die von Fugu für alle übersichtlich geplant,

d. h. von A wie Anfang bis E wie Ende entworfen (als Merkzettelfolge

mit ersten Ideen und Hinweisen), in einer Reihe

geordnet werden.

Mit der ersten Reihe e vvon

Merkzetteln am „roten Faden“

liegt bereits ein Expos Expose für jede Seite und für das ganze

Buch vor.

Die einzelnen Seiten werd werden nun an Partner- oder Kleingruppen

„vergeben“. Be Bei etwa 20 Seiten müssten alle Gruppen

die Verantwortun

Verantwortung für mehrere Seiten übernehmen.

Neue eue Einfälle, die in den Arbeitsbesprechungen vorgestellt

und d dort akzep akzeptiert werden, können leicht eingefügt werden.

Bei einem em gemeinsamen Produkt „Erzählbuch“ müssen gemeinsame

Bedingungen gen ge gesetzt und verabredet werden.

Dazu D gehören z. B. vorgeschnittene orgeschnitte Seiten, vorgegebene

Seiteneinteilungen.

S ilungen.

Die gemeinsame same Gestaltung Gestaltungsarbeit braucht einen gemeinsamen

Gestaltungsrahmen, staltungsrahme wie z. B. Seitenlayout, wiederkehrende

nde Bildzeichen Bildzeiche bzw. auch einmalig notwendige

Bildzeichen und gemeinsam geme verabredete Farben.

Die gemeinsame Pl Planung und Realisierung folgt der weiter

oben im Teil 1 gekennzeichneten g

Projektstruktur (siehe Sei-

te 20 f.) und führt f von der Idee, vom gemeinsamen Vorsatz

bis hin zum z arbeitsteilig erreichten Ergebnis, und zwar ent-

lang von von vier dazu notwendigen Linien:

• dem fabulierenden Entwerfen der Story und ihrer

Notierung in Stichworten;

der Gestaltung der Handlungsträger und der Bilder als

einzelne Seiten des Buches;

der präzisen Überprüfung der einzelnen Seiten und

ihrer Einordnung in die „Reihe“ bzw. in die Seitenfolge;

der Herstellung bzw. Bindung des Buches als Zusammenfassung

aller verabredeten Teilergebnisse zu

einem gemeinsamen Arbeitsergebnis.

Da die denkbare Alternative des Bilddruckens mit gleichen

Druckstöcken aus technischen und zeitlichen Gründen zu

aufwendig ist, wird hier eine Faltschnitttechnik, verbunden

mit Schablonieren und Collagieren empfohlen.

Um gleich aussehende Figuren und Bildzeichen (z. B. Fugu

normal und Fugu aufgepumpt) zu erhalten, werden nach

Vorschlägen und Entwürfen der Kinder Schablonen aus festem

Zeichenkarton hergestellt; diese können dann von allen

Kindergruppen entsprechend genutzt werden.

Alle Figuren werden anhand ihrer gedachten Symmetrieachse

entwickelt und zwar als Halbschablonen, die zum

Vorzeichnen an den Falz eines Papierbogens (weißes, gelbes,

grünes Papier) gelegt werden können.

Die Technik des Faltschnittes war im Übrigen maßgebend

für eine ganze Reihe von Fischen, für einen Hummer und

für Krabben … diese Technik löste Ideen und Einfälle aus.

Muster zur

Ansicht

Claus Claussen: Die große Erzählwerkstatt für kleine Geschichtenerfi nder. Das Praxispaket zur Entwicklung von Erzählkompetenz und Kreativität

© Auer Verlag GmbH, Donauwörth � 06155


Abbildung 52: Anleitung für Faltschnitte

Mit Schere und Papierskalpell (Einübung unbedingt notwendig!)

werden die immer noch gefalteten Figuren sorgfältig

ausgeschnitten, dann aufgeklappt (mit einem Auge

versehen), auf die vorgesehene Bildfl äche gelegt und später

aufgeklebt.

Ein Seitenlayout, das alle Gruppen für das gemeinsame

Produkt benutzen, sollte vom Lehrer bzw. der Lehrerin vorgegeben

werden. Es zeigt die Größe der Seite und die Grööße

der darin sichtbaren Bildfl äche.

Die Bildfl ächen sollten auch alle vorgeschnitten sein; ein; dies

konzentriert die Arbeit auf Gestaltungsfragen. en.

Am linken Rand – so zeigt es die Zeichnung ng – sind noch

Markierungen für eine mögliche Lochung und die damit mmög

liche „Japanbindung“ angebracht (siehe e weiter unten) unten).

Abbildung 53: Seitenlayout

oje

Fugu, der kleine Sichaufpumper Projekt 7

Collagieren bedeutet utet in diese diesem Zusammenhang, dass Figuren

auch teilweise übereinande

übereinander auf eine Seite geklebt werden,

sodass s der jeweilige

Untergrund bzw. die anderen

Bildzeichen en durchscheine

durchscheinen.

Die grünen rünen Pfl anzen si sind im Übrigen auch Faltschnitte, indes

frei ei geschnitten. geschnitten Sowohl die angezielte Pfl anzenform wie

auch der weggeschnittene wegges „Rest“ können zur Bildgestaltung

verwendet werden. we

uster zur

Abbildung Abbil 54: Grüne Wasserpfl anzen

Ansicht

Farbpapiere gibt es relativ preiswert im Papierhandel. Tonpapiere

und farbiges Kopierpapier werden empfohlen.

Die einmal getroffene, relativ enge Farbauswahl sollte durch

das ganze Erzählbuch hindurch beibehalten werden.

Entsprechende feste Verabredungen mit den Kindern erleichtern

die Herstellung; sie dienen insgesamt einem gelungenen

und im Ergebnis vor allem die Kinder zufriedenstellenden

Produkt.

Noch ein Hinweis auf den Klebstoff. Empfohlen werden

Klebstifte. Kleben mit diesen Stiften sollte unbedingt vorher

eingeübt werden. Insbesondere für Kinder dieser Altersstufe

ist das Einschätzenkönnen der richtigen Klebstoffmenge

sehr wichtig; sie neigen dazu, Klebstoff zu verschwenden

… und dabei die Ansehnlichkeit des hergestellten Bildes zu

beeinträchtigen.

Die mündlichen Texte zum Erzählbuch entstehen zuletzt.

Zum einen können auf diese Weise immer – bis zuletzt –

Ideen in die Geschichte einfl ießen.

Erst anhand der fertigen Buchseiten am „roten Faden“ entstehen

dann in den jeweiligen Arbeitsgruppen „Sprech- oder

Spickzettel“ fürs mündliche Erzählen.

Claus Claussen: Die große Erzählwerkstatt für kleine Geschichtenerfi nder. Das Praxispaket zur Entwicklung von Erzählkompetenz und Kreativität

© Auer Verlag GmbH, Donauwörth � 06155


Projekt 7

jek

Da die Kinder in ihren Gruppen erfahrungsgemäß ständig

über den Inhalt ihrer Seiten kommunizieren, ist die Herstellung

eines Sprechzettels kein Problem und oftmals

überfl üssig.

Wenn alle Seiten fertig sind, beginnt mit dem richtigen Aufeinanderlegen

das Buchbinden.

Buchseiten mit Schablone lochen!

Buchseiten genau aufeinanderlegen!

Mit farbigem Bast und Drahtstück zusammenbinden!

Abbildung 55: Buchbinden

4. Mögliche Fortsetzung

Diese Art der kollektiven Buchplanung und Herstellung kann

auf viele Themen bzw. Geschichten übertragen werden, die

Kinder in der Klasse erfi nden, natürlich auch auf solche Geschichten,

die nicht neu erfunden, sondern nur aufgegriffen

werden. Dies ist aber nicht Schwerpunkt dieses Buches.

Fugu, der kleine Sichaufpumper

Muster z

Die einfachste Lösung ist, das fertige Produkt in einem Copyshop

mit einer Kunststoffspirale oder einer Metallspirale

zusammenbinden oder mit einer sogenannten Klebebindung

versehen zu lassen.

Eine schönere Lösung ist die sogenannte „Japanbindung“,

die in der Zeichnung „Buchbinden“ dargestellt ist. Sie ist

im Übrigen auch auf dem Foto mit dem fertigen Erzählbuch

zu sehen.

Ansicht

Claus Claussen: Die große Erzählwerkstatt für kleine Geschichtenerfi nder. Das Praxispaket zur Entwicklung von Erzählkompetenz und Kreativität

© Auer Verlag GmbH, Donauwörth � 06155

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine