Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

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Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

ständen Tausende Kilometer voneinander

entfernten Standorten aus zeitgleich gearbeitet

wird.

All diese Möglichkeiten werden in der

Scientifi c Community ausgiebig genutzt.

Aber es ist wenig darüber bekannt, welche

Unterschiede zwischen Forschungsdisziplinen

und Ländern bestehen, welche Auswirkungen

die Nutzung von ICT auf die

Wissenschaft hat oder welche Anwendungen

besonders zentrale (oder problematische)

Ergebnisse nach sich ziehen.

Internet wird unterschiedlich genützt

Die Forschungsarbeit von SIBIS konzentrierte

sich daher auf Indikatoren, die

die Nutzung und Auswirkungen des

Internets in Forschung und Entwicklung

messen. Dafür wurde ein Indikatorensystem

entwickelt und durch Piloterhebungen

getestet. Die Indikatoren können in drei

breit gefasste Themen aufgeteilt werden:

(1) Bereitschaft: Diese Perspektive untersucht

die Ausstattung der Wissenschaft

mit Computer- und Netzwerkinfrastruktur

sowie die Fertigkeit und das Bewusstsein

der Wissenschaftler, Computer im Allgemeinen

und das Internet im Besonderen in

ihre Arbeit zu integrieren.

(2) Die Nutzung von Internetanwendungen:

Dies ist ein Bereich für die Daten- und

Informationssammlung, Kommunikation,

Forschungskooperation sowie Publikation

und Verbreitung der Ergebnisse. Hier

untersuchen wir den tatsächlichen Einsatz

des Internets.

(3) Ergebnis- oder Wirkungsindikatoren:

Diese dienen der Erfassung möglicher

Auswirkungen der Nutzung von Internetanwendungen

beispielsweise auf die

Resultate wissenschaftlicher Forschung,

Publikationen oder Erfi ndungen.

Wer hat eine Homepage?

Ein Beispiel für die Unterschiede in der

Internetnutzung zwischen Ländern und

unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen

zeigt Tabelle 1. Sie basiert auf

den schriftlichen Angaben von mehr als

1400 Wissenschaftlern in 7 Ländern und

5 Disziplinen, welche im Rahmen des

SIBIS-Projekts von der FHSO durchgeführt

wurde. Sie stellt dar, wie viele der

befragten Wissenschaftler eine eigene

und auf ihre Arbeit bezogene Webseite

haben. Wie sich unschwer erkennen lässt,

sind persönliche Webseiten in Dänemark

mehr und in den Niederlanden weniger

verbreitet. Auch Informatiker (computer

science) und Ökonomen verfügen relativ

häufi g über eine Webseite, Astronomen

dagegen seltener. Diese Ergebnisse haben

auch Bestand, wenn man sie hinsichtlich

Organisationszugehörigkeit, Position

und Geschlecht kontrolliert; dabei stellt

sich zusätzlich heraus, dass Forscher an

Fachhochschulen seltener als Forscher an

Universitäten, Jungforscher seltener als

etablierte Forscher und Frauen seltener

als Männer eine eigene Webseite haben.

Im Kern weist dies darauf hin, dass unterschiedliche

Gruppen von Wissenschaftlern

unterschiedliche Kommunikationsmittel

und -strategien verwenden. Dies muss berücksichtigt

werden, wenn man über die

bessere Verbreitung von Forschungsergebnissen

nachdenkt.

Publikationen:

Barjak, F.; Harabi, N. (2003): The Internet in public science. Deliverable

5.2 of the SIBIS project in the topic area of the Internet in

R&D. Olten, Switzerland.

SIBIS Consortium: New eEurope Indicators Handbook (in press

Ende 2003).

SIBIS Consortium: Measuring the Information Society in the EU,

the EU Accession Countries, Switzerland and the US. SIBIS Pocket

Book 2002/03. Bonn 2003.

(http://www.sibis-eu.org/sibis/publications/pocketbook.htm)

SIBIS Consortium: Towards the Information Society in Europe and

the US. SIBIS Benchmarking Highlights 2002. Bonn 2003.

(http://www.sibis-eu.org/sibis/publications/highlights.htm)

Partner im SIBIS-Projekt:

_empirica Gesellschaft für Kommunikationsund

Technologieforschung, Bonn

_Technopolis, Brighton

_Databank Consulting, Mailand

_Work Research Centre, Dublin

_Danish Technological Institute, Kopenhagen

_Rand Europe, Leiden

_Fachhochschule Nordwestschweiz Solothurn

Laufzeit: 01.01.2001–31.12.2003

Weitere Informationen:

www.sibis-eu.org/sibis

www.fhso.ch/_e/fue_e/unternehmertum_e/

sibis_e.htm

Informationstechnologie & Wissensmanagement

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