Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

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Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

KM-SISO – Wissensmanagement in

Bauprojekten

Bauprojekte sind kostspielig sowie in Planung und Durchführung aufwändig. Dies gilt ganz speziell für Grossprojekte wie den

Lötschberg- oder den Gotthard-Basistunnel. In solchen Fällen ist es daher besonders wichtig, auf Erfahrungen und Wissen

aktueller und abgeschlossener Projekte zurückgreifen zu können. Da Wissen vor Ort auf der Baustelle entsteht und benötigt wird,

stellen Bauprojekte besondere Anforderungen an Informationssysteme. Im Projekt KM-SISO wurden Technologien auf ihre

Eignung für den Wissenstransfer auf Baustellen untersucht

Knut Hinkelmann

Fabian Probst

Daniela Zbinden

Bereich Wirtschaft

Die Firma LO-PERSS hat mit dem

System SISO ein integriertes Managementwerkzeug

für die Steuerung und Überwachung

von Bauprojekten entwickelt.

Es ist speziell auf die Anforderungen von

Tunnel-, Strassen- und Brückenbauten

zugeschnitten und wird unter anderem bei

den Alp-Transit-Projekten Gotthard- und

Lötschberg-Basistunnel eingesetzt.

Im SISO-Baujournal wird der Baufortschritt

täglich dokumentiert. Es enthält

alle Projektdokumente, Aktivitäten,

Termine und dergleichen und bildet

die Basis für Berichte und Auswertungen

sowie die Kostenkontrolle.

Projektdaten werden dokumentiert

Da das Baujournal bereits viele wichtige

Informationen enthält und bei den Benutzern

auf hohe Akzeptanz stösst, liegt es

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Informationstechnologie & Wissensmanagement

Wissensmanagement

Projektmanagement

Informationssystem

Tunnelbau

nahe, es auch als Basis für das Wissensmanagement

zu nutzen.

Die grundsätzlichen Ziele des Wissensmanagements:

_Wichtige Erfahrungen sollen einfach

gespeichert und so anderen zur Verfügung

gestellt werden.

_Bei Problemen oder Schwierigkeiten soll

man schnell auf Lösungen ähnlicher

früherer Situation zurückgreifen können.

_Bei der Planung und Einrichtung neuer

Baustellen sollen Erfahrungen früherer

Projekte genutzt werden.

Nach der Auswertung von Interviews

mit verschiedenen Anwendergruppen

(Auftraggeber, Bauleiter, Bauunternehmen)

am Gotthard- und Lötschbergtunnel haben

sich folgende Anforderungen ergeben:

Abb. 1: Tunnelbau.

_Die Eingabe von Informationen und

der Zugriff auf das System müssen vor

Ort möglich sein.

_Eine doppelte Erfassung – handschriftliche

Notizen vor Ort und anschliessendes

Eintragen ins System – ist unbedingt zu

vermeiden.

_Die Eingabe soll ergonomisch möglichst

ähnlich zur traditionellen Dokumentation

erfolgen – ohne aufwändiges

Blättern in langen Menüs.

_Alle Einträge in das System müssen

den jeweiligen Projektphasen und Bauabschnitten

zugeordnet werden können.

Unter diesen Rahmenbedingungen

wurden Technologien für die Eingabe,

die Verwaltung und den gezielten Zugriff

auf Informationen untersucht.

Abb. 2: Tablet-PC, digitaler

Stift.

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