Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

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Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

Tele-Healthcare – Medizin der Zukunft

Die Webfähigkeit von eingebetteten Systemen wird in Zukunft eine immer grössere Bedeutung gewinnen. Im Rahmen eines

soft[net]-Projektes wurde an der Fachhochschule Nordwestschweiz Solothurn mit den von den Projektpartnern entwickelten webfähigen

Devices eine konkrete Anwendung in Tele-Healthcare realisiert. Die Lösung erlaubt es Patienten, ihre EKG- und Blutdruckmessungen

zuhause durchzuführen, und erspart ihnen so den Weg zum Arzt oder Spital. Die Applikation zeigt die Möglichkeiten, aber auch

die Grenzen der neuen Web-Services-Technologie bei kleinsten webfähigen Devices auf.

Martin Kropp

Markus Degen

Fabio Uechi

Nalaka Withanage

Bereich Technik

Die Miniaturisierung von elektronischen

Geräten bei gleichzeitig erhöhter Leistungsfähigkeit

erlaubt es, Geräte mit immer

mehr Intelligenz auszustatten. So können

die eingebetteten Geräte zum Beispiel

internetfähig gemacht werden (webfähige

Devices), um eine permanente Konnektivität

und Erreichbarkeit zu erzielen. Dies

öffnet in verschiedensten Anwendungsgebieten

völlig neue Möglichkeiten – so auch

in der Telemedizin.

In vorliegendem Gemeinschaftsprojekt im

Rahmen des Kompetenznetzwerks EDi-

SoN wurden kleinste eingebettete Devices

und anschliessend von der FHSO eine

Anwendung für das Tele-Monitoring von

Patienten entwickelt.

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Informationstechnologie & Wissensmanagement

Konnektivität

Web-Services

Tele-Healthcare

Ubiqitous Computing

Mobilität

Die realisierte Anwendung erlaubt es

Patienten, bequem von zuhause aus ihre

EKG- und Blutdruckmessungen durchzuführen

und die Daten direkt ihrem Hausarzt

oder Spezialisten zur Verfügung zu

stellen. Es ist für den Arzt auch möglich,

online eine Diagnose durchzuführen.

Der Patient kann zu einem beliebigen

oder vereinbarten Zeitpunkt seine EKG-

Messungen durchführen. Er verbindet

hierzu sein Messgerät einfach mit dem

Internet. Das Gerät hinterlegt seine Adresse

in einer Art Gelbe Seiten auf

dem Internet (Registry), aus dem der Arzt

die Adresse herauslesen kann. Nun kann

der Arzt die Daten direkt online vom

Gerät des Patienten abrufen. Will der Patient

seine Daten dem Arzt oder Spital

einfach nur übermitteln, so kann er dies

per Knopfdruck tun und die Daten direkt

in eine zentrale Datenbank speichern,

deren Adresse ebenfalls in der Registry

abgelegt ist.

Gang zum Arzt kann überfl üssig sein

Der Nutzen der Methode ist vielfältig:

Dank der internetfähigen Messgeräte kann

der Patient die Messungen in seiner vertrauten

Umgebung durchführen. Da der

zeitraubende Gang zum Arzt oder ins

Spital entfällt, können die Messungen wesentlich

häufi ger durchgeführt werden. So

entsteht eine dichtere Messreihe, die die

Diagnosemöglichkeiten des Arztes verbessert.

Der Patient kann die Geräte

zudem auch in die Ferien oder auf

Geschäftsreisen mitnehmen, wodurch er

weniger in seiner Bewegungsfreiheit

eingeschränkt ist. Durch eine Reduktion