Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

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Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

Hindernisse für Behinderte

Viele Betriebe haben nach eigenen Angaben

keine Möglichkeit, Arbeitsplätze mit

behinderten Personen zu besetzen. Eine

Anstellung von behinderten Personen

schliessen sie aus, da es aus ihrer Sicht an

baulichen Vorkehrungen mangelt oder

die Behinderten ihrer Meinung nach die

Anforderungen der täglichen Arbeit nicht

erfüllen können. Besonders skeptisch zeigen

sich die Betriebe gegenüber Menschen

mit einer geistigen oder psychischen Behinderung.

Personen mit einer solchen Behinderung

können auf wenig Bereitschaft

zur Anstellung zählen, da Zweifel an der

Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft

stark akzentuiert sind. Finanzielle Unterstützung

ist aus der Sicht der Betriebe

durchaus eine förderliche Massnahme,

aber bei Entscheidungen über eine konkrete

Anstellung kaum von Belang.

Projektpartner

Bundesamt für Sozialversicherung (BSV)

Homepage: www.fhso.ch/fue/iws/_iws.htm

Publikationen

Baumgartner, E., Greiwe, S. & Schwarb, T. (2003): Der Umgang

der Betriebe mit Behinderung. Schlussbericht im Auftrag des

Bundesamts für Sozialversicherung (BSV). Olten: Fachhochschule

Nordwestschweiz Olten.

Baumgartner E. (in press): Ohne das Engagement der Wirtschaft

geht es nicht. Pro Mente Sana aktuell

Nötig sind mehr Informationen

IV-Stellen, Regionale Arbeitsvermittlungszentren (RAV) oder zuweilen

auch private Arbeitsvermittlungen unterstützen behinderte Personen

beim Eintritt in den primären Arbeitsmarkt. Welcher Erfolg diesen Bemühungen

beschieden ist, darüber gibt eine Befragung von rund 850

Institutionen Auskunft, die wir durchgeführt haben. Es zeigt sich, dass

neben der eigentlichen Vermittlung des Kontaktes mit einem Arbeitgeber

auch die Begleitung der Behinderten bei der Einarbeitung, eine genaue

Arbeitsplatzanalyse oder der Aufbau von geschützten Arbeitsplätzen

zu den gängigen Angeboten von Vermittlungsinstitutionen zählen.

Die Betriebe können damit auf eine breite Palette von Dienstleistungen

oder fi nanzieller Unterstützung zählen, welche ihnen die Beschäftigung

von behinderten Personen erleichtern.

Diese Angebote sind jedoch unter den Schweizer Betrieben kaum

bekannt. So weiss weniger als ein Viertel der Betriebe, dass behinderungsbedingte

bauliche Anpassungen am Arbeitsplatz von der IV

vergütet werden. Notwendig ist also vor allem eine Verstärkung der

Informationen über Hilfestellungen, um die Bekanntheit von Unterstützungsmassnahmen

zu vergrössern. Es ist auch wichtig, den Betrieben

aufzuzeigen, dass die Beschäftigung von Behinderten in vielen Fällen

eben doch möglich ist. Denn die durchgeführte Befragung von Vermittlungsinstitutionen

zeigt eindrücklich auf, dass mit externer Unterstützung

auch in kleinen Betrieben Personen aller Behinderungsarten

und auch mit schwerer Behinderung einer regulären Arbeit nachgehen

können.

Grösse Beschäftigung

von Behinderten

Betriebe mit 2 bis 49 Angestellten 6%

Betriebe mit 50 bis 249 Angestellten 30%

Betriebe mit 250 oder mehr Angestellten 54%

Durchschnitt 8%

Tabelle 1: Anteil der Schweizer

Betriebe , die Behinderte

beschäftigen.

Mensch, Gesellschaft, Organisation & Arbeitsgesellschaft

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