Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

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Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

ung ausgewählter Berufsgruppen).

_Gruppenbefragungen von Fachpersonen

und Vertreterinnen der Migrationsbevölkerung.

Innensicht:

_Umfassende interne Erhebungen der

Fachstelle.

_Workshops und Interviews mit den

Fachstellenmitarbeitenden.

Allgemeine Ergebnisse und Empfehlungen

Die Fachstelle hat während der Untersuchungszeit

einen hohen Bekanntheitsgrad

erlangt. Dass sie gut die Hälfte der schriftlich

befragten Fachpersonen kennt, ist

zu einem grossen Teil auf den weit verbreiteten

und in seiner Qualität gut bewerteten

Newsletter zurückzuführen. Die Fachstelle

insgesamt ist nicht allen Berufsgruppen

gleich bekannt: Psychiaterinnen und

Psychotherapeuten kennen sie weitaus

häufi ger als beispielsweise die Ärzteschaft.

Trotz hoher Bekanntheit werden die

einzelnen Angebote der Fachstelle mit

Ausnahme des Newsletters noch wenig

genutzt. Die durchschnittliche Nutzung

durch einen sehr geringen Teil der

Fachpersonen zeigt, dass die Reichweite

der Fachstelle begrenzt ist. Die Qualität

der Dienstleistungen wird allerdings

durchwegs als gut beurteilt. Knappe Ressourcen

wirken sich demnach in erster Linie

auf den Leistungsumfang und nicht auf

die Qualität der Leistungen aus.

Die Caritas-Fachstelle muss sich – so eine

wesentliche Schlussfolgerung – generell

profi lieren, was eine Konzentration von

Angebot und Zielgruppe mit sich bringt.

Aufgrund der Bedarfslage und erster deutlicher

Erfolge wurden zur Weiterführung

der Fachstelle Empfehlungen in folgenden

Bereichen abgegeben:

_Die Fachstelle soll die thematische

Vielfalt erhalten, aber konzentrieren.

_Die Fachstelle soll sich verstärkt als

Fach- und nicht als Beratungsstelle positionieren.

_Die Fachstelle soll sich konsequent auf

medizinische Fachpersonen im Gesundheits-,

Sozial- und Bildungswesen sowie

auf Sozialarbeitende an der Schnittstelle

zwischen Sozial- und Gesundheitsbereich

konzentrieren und dies insbesondere hinsichtlich

deren Qualifi zierung. Migranten

sollen demnach indirekt erreicht werden,

d.h. über die Qualifi zierung von Fachpersonen.

_Im Bereich der Organisation bedeuten

Konzentration und Profi lierung bei

zwingender Erweiterung der Ressourcen

eine Aufteilung der Aufgabenbereiche

zwischen Geschäfts- und Regionalstellen.

Erstere soll sich mit dem Ziel der Breitenwirkung

auf die Sensibilisierung der

Fachpersonen konzentrieren, während

die Hauptaufgabe der Regionalstellen in

der Qualifi zierung migrationsspezifi sch

bereits sensibilisierter Fachpersonen vor

Ort besteht (d.h. Tiefenwirkung).

_Fachpersonen in der Migrationsbevölkerung

sind als Experten und Expertinnen

besonders zu berücksichtigen.

Literatur

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Publikationen, Referat

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Ackermann, G., Fritze, A. (2002): Evaluation der Pilotphase der

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Unveröffentlichtes Dokument. Olten.

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Fritze, A., Stuker, R.: «Caritas-Fachstelle Gesundheit und Integration:

Umsetzung eines Projekts im Austausch zwischen Projektpraxis

und Begleitevaluation.» Referat anlässlich des 8. VeSAD-Symposiums

«Soziale Arbeit und Migration», Nov. 2001 in Bern.

Mensch, Gesellschaft, Organisation & Arbeitsgesellschaft

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