Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

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Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

Steuerungskonzept für Offene Kinder- und

Jugendarbeit im Kanton Bern

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit bewegt sich in den Spannungsfeldern zwischen kantonalem Steuerungsauftrag und Gemeindeautonomie,

zwischen Handlungsbedarf und Ressourcenknappheit sowie zwischen Wirkungsorientierung und Inputsteuerung. Eine

Ist-Analyse, basierend auf einer schriftlichen Befragung aller Berner Gemeinden und Interviews mit Schlüsselpersonen auf allen Steuerungsebenen,

gibt einen Überblick über die Jugendarbeit im Kanton und zeigt Stärken und Schwächen des bisherigen Steuerungsmodells

auf. Unter Miteinbezug relevanter Akteure auf der Strategieebene sowie von Fachleuten aus der Praxis wurden in einem

iterativen Prozess die Grundpfeiler für das neue Steuerungskonzept ausgearbeitet.

Beat Uebelhart

Günter Ackermann

Bereich Soziales

Das neue Sozialhilfegesetz (2002) beauftragt

die Gemeinde- und Fürsorgedirektion

des Kantons Bern mit der wirkungsorientierten

Steuerung der offenen Kinder- und

Jugendarbeit.

Die gesetzlichen Grundlagen sehen vor,

dass sich zwei Departemente auf kantonaler

Ebene zusammen mit den Gemeinden

die Zuständigkeit für den Bereich der

Offenen Kinder- und Jugendarbeit teilen.

Von der Erhebung und Analyse des Bedarfs

über die Bereitstellung der institutionellen

Angebote, der Wirkungskontrolle

bis hin zur Umsetzung versorgungspolitischer

Strategien seien hier nur einige Aufgaben

dieser Instanzen erwähnt.

Viele Angebote vorhanden

Aufgrund einer Befragung aller bernischen

Gemeinden und mit Interviews mit

relevanten Akteuren und Akteurinnen

der offenen Jugendarbeit im Kanton Bern

wurde durch das Team der Fachhochschule

Nordwestschweiz Solothurn der Ist-Zustand

in Bezug auf das bestehende Dienstleistungsangebot,

hinsichtlich der Akteure

und Akteurinnen mit ihren Rollen und

formalen und informellen Beziehungen

sowie in Bezug auf die bisherige Finanzierung

und Steuerung erhoben.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen dabei

bezüglich Grundverständnis und Defi -

nition von Jugendarbeit ein heterogenes

Bild und lassen erkennen, dass im Kanton

66

Steuerung

Soziale Arbeit

Kinder- und Jugendarbeit

Mensch, Gesellschaft, Organisation & Arbeitsgesellschaft

Bern eine grosse Vielfalt verschiedener

Dienstleistungen unter den Begriffen offene

Jugendarbeit und offene Kinder- und

Jugendarbeit angeboten wird. Die Heterogenität

zeigte sich ebenfalls bezüglich

der Organisationsstrukturen, zum Beispiel

durch unterschiedliche Dienstleistungsbesteller,

-erbringer und -fi nanzierer.

Auf der Basis der Ist-Analyse und unter

Einbezug unterschiedlichster Akteure

und Akteurinnen wie des Grossen Rats,

der kantonalen Verwaltung, Gemeinden

und Trägerorganisationen wurde in einer

Strategie- und Fachgruppe das eigentliche

«Steuerungskonzept Offene Kinder- und

Jugendarbeit Kanton Bern» erarbeitet.

Dabei wurden nebst dem strategischen

Rahmen, den Steuerungsgrundsätzen und

dem Steuerungsmechanismus auf der ope-

Tabelle 1: Leistungs- und

Wirkungsziele sowie Indikatoren

der offenen Kinder- und

Jugendarbeit.

rativen Ebene das Dienstleistungsangebot,

die Qualitätskriterien wie Leistungs- und

Wirkungsziele, wichtige Indikatoren sowie

die Gesuchstellung und das Reporting

defi niert.

Bedarf ist ungedeckt

Das neue Steuerungskonzept steht im

Kontext eines grossen, bisher ungedeckten

Handlungsbedarfs im Bereich der Offenen

Kinder- und Jugendarbeit und den fi nanziellen

Möglichkeiten des Kantons Bern.

Im Steuerungskonzept werden zwei Steuerungskreisläufe

unterschieden: zum einen

derjenige der direkten Steuerung durch

die Gemeinden und zum anderen derjenige

der indirekten Steuerung der Offenen Kinder-

und Jugendarbeit durch den Kanton

(Tabelle 1).

Leistungsziele Indikatoren

Wirtschaftlichkeit Leistungsgrössen

Auslastungsgrad (in %)

Kontaktstunden

Wirkungsziele Indikatoren

Integration Geschlechterquote

Zielgruppenkonformität

Partizipation Partizipationsgrad

Prävention Beschreibende

Einschätzung der

präventiven Wirkung

Zusätzliche

Wirkungsziele Wirkungsgrad

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