Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

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Forschungsbericht 2003 - Fachhochschule Nordwestschweiz

Optimale Wege für den Laster

Dank Mobilfunk und GPS-Ortung haben Transportunternehmen jederzeit vollständige Information über den Aufenthaltsort

ihrer Fahrzeuge und den Stand der Auftragserfüllung. Mit den technischen Möglichkeiten wachsen auch die Anforderungen an die

Flexibilität: Kurzfristig eingehende Aufträge sollen nachträglich eingeplant oder Verkehrsstörungen für eine optimale Neuplanung

der Fahrtrouten berücksichtigt werden. Zur optimalen Strategie im Umgang mit kurzfristigen Anforderungen für ein Transportunternehmen

können Tourenplanungen unter Einbezug unternehmensspezifi scher Modellparameter simuliert werden.

Lorenz Hilty

Bereich Wirtschaft

Ziel der Untersuchung war es, für die Weiterentwicklung

eines von der Circon AG

angebotenen Softwareprodukts zur Transportplanung

abzuschätzen, welche Strategie

zur Verarbeitung kurzfristiger Aufträge

oder Störungen für Transportunternehmen

am besten geeignet ist. Dabei hat sich gezeigt,

dass die räumliche und zeitliche Verteilung

der Aufträge eines Unternehmens

berücksichtigt werden muss.

Besser liefern

Weil in der hektischen Realität der Transportbranche

für Experimente keine Zeit

ist, wurde in Zusammenarbeit mit der

Fachhochschule Zentralschweiz und der

EMPA ein stochastisches Simulationsmodell

entwickelt, das auf der Grundlage

realer Auftragsdaten eines Transportunternehmens

den Ablauf der Tourenplanung

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Unternehmertum & Logistik

Strassengütertransport

Kommunikationstechnologie

Tourenplanung

Simulation

und -ausführung realistisch nachbilden

kann. So wird es möglich, wachsende

Anteile des Auftragsvolumens als «dynamisch»

in den Prozess einzuspeisen und

die Güte der Tourenplanung zu bestimmen.

Ein Gütemass ist zum Beispiel die

insgesamt von allen Fahrzeugen zurückgelegte

Strecke. Je kleiner die Gesamtstrecke

ist, desto besser die Tourenplanung.

Ein so genannter Dynamikanteil von Null

entspricht der herkömmlichen Situation:

Alle Aufträge sind am Vortag bekannt,

und die Touren aller Fahrzeuge können

vor Fahrtbeginn optimal geplant werden.

Formal ist dabei das klassische Vehicle

Routing Problem (VRP) zu lösen.

Gibt es jedoch Aufträge, die erst während

der laufenden Fahrten angenommen

werden, ist das Dynamic Vehicle Routing

Problem (DVRP) zu lösen. Dabei gibt es

unterschiedliche Strategien, wie mit den

zuvor geplanten und gerade in Ausführung

befi ndlichen Routen umgegangen wird. In

jedem Fall muss berücksichtigt werden,

was die Fahrzeuge aktuell geladen haben,

was vor allen wegen der begrenzten Kapazität

wichtig ist. Diese Information ist via

Bordcomputer, dem die Fracht gemeldet

wird, auch zentral verfügbar.

Anwendungsbeispiel

Zwei Extreme sollen beispielhaft besprochen

werden:

_Strategie 1: Die ursprüngliche (statische)

Planung wird beibehalten, jeder neu eingehende

Auftrag wird optimal in eine der

laufenden Touren integriert.

_Strategie 2: Die ursprüngliche Planung

wird bei jedem neu eingehenden Auftrag

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