33. Spielzeugauktion - Antico Mondo

anticomondo

33. Spielzeugauktion - Antico Mondo

33. Spielzeugauktion

15. September 2007


Highlights

der 33. Spielzeugauktion

15. September 2007


Auktionszeiten

AUKTION TEIL 1

Vorbesichtigung (Preview):

8.00 - 9.00 Uhr

Versteigerungsbeginn (Auction Begin):

9.00 Uhr - ca. 12.00 Uhr

1000er Modellautos

2000er Puppen, Teddybären

3000er Bücher, Leerkartons, Varia

4000er Eisenbahnen

AUKTION TEIL 2

Vorbesichtigung (Preview):

12.00 - 13.00 Uhr

Versteigerungsbeginn (Auction Begin):

ca. 13.00 Uhr

6000er Blechspielzeug

7000er Konvolute, Blechspielzeug

Außerdem ist eine Vorbesichtigung nach Absprache

in der Woche vor der Auktion möglich.

Auktions GmbH

Geschäftsführer: Christian Gärtner

Sürther Hauptstraße 143, 50999 Köln

Tel: 0 22 36/96 18 94, Fax: 0 22 36/96 18 95

E-Mail: anticomondo@netcologne.de

Internet: www.anticomondo.de

Impressum

Redaktion, Text und Foto:

Christian Gärtner, Arthur Marder, Annika Osenberg

Gestaltung: Corinna Böckmann, Bergheim

Inhalt

1000er

2000er

3000er

4000er

6000er

7000er

Inhalt

33. Spielzeugauktion

15. September 2007

Inhalt 5

Magazin:

Der Märklin Schnelldampfer 6

Nostalgische Schokoladenautomaten 8

Selten und kaum bekannt 12

James Bond Autos 14

Die Firmgeschichte von JNF 18

Katalog:

Modellautos 22

Puppen, Teddybären, Lego, Steiff 40

Bücher, Leerkartons, Varia 46

Auktionsablauf 47

Eisenbahnen 48

Blechspielzeug 52

Konvolute, Blechspielzeug 92

Kauforder 98

Versteigerungsbedingungen 99

5


6

In letzter Sekunde eingetroffen –

der Märklin Schnelldampfer!!

Es handelt sich um ein Exemplar der legendären Märklin

Schnell-Dampfer aus den 20er Jahren. Seit 40 Jahren in

Familienbesitz und nun erstmals in einer Auktion, bietet der

Dampfer alles, was das Sammler-Herz begehrt:

Vollständig und, bis auf eine farbliche Überholung des

Rumpfes in den 60er Jahren original, stellt der Kreuzer mit

einer Länge von 117 cm einen wahren Riesen dar. Das angebotene

Exemplar ist ein Schaufenster-Modell mit 4 Schrauben

ohne Antrieb. Die Bullaugen sind durchbrochen um das

Schiff von Innen zu beleuchten.

Damals wurden diese wunderschönen und äußerst seltenen

Stücke von Märklin lediglich auf Bestellung hergestellt und

somit existiert nur eine sehr geringe Anzahl dieser Dampfer

überhaupt. Unser Exemplar verfügt sogar über alle dazugehörigen

Rettungsboote, bei denen Märklin immer automatisch

ein Ersatzboot mitlieferte.

Generell wurden Schiffe in dieser Größe und prunkhaftem

Stil lediglich in der Zeit von 1890 bis 1930 hergestellt;

Deutschland kann hier wohl, neben Radiquet in Paris, als

weltweit führend gelten.

Das Modell unserer Auktion wird mit 23.500 EURO ausgerufen

und wir sind alle sehr gespannt auf den weiteren

Verlauf!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Mitfiebern!


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Nostalgische

Schokoladenautomaten

Sammlerträume werden wahr

Als die Kölner Schokoladen-Firma Stollwerck im Jahre 1887

mit der Aufstellung von Schokoladenautomaten begann,

ahnte sie nicht, welche Begeisterung sie damit auslösen

würde:

Waren die hübschen Automaten zunächst lediglich als Werbemittel

gedacht um Probepackungen unter die potenziellen

Kunden zu bringen, wurden sie in kürzester Zeit so beliebt,

dass der Firmengründer Ludwig Stollwerck beschloss,

sie als vollwertige Verkaufsform zu nutzen. So wurden bis

zum Ende des Jahres 1887 über 1600 Automaten deutschlandweit

aufgestellt; überwiegend an Bahnhöfen, in Restaurants

oder Verkaufsläden. Ludwig Stollwerck legte viel Wert

auf Gestaltung und so zierten die Automaten hübsche

Lithografien, Spiegel sowie gothische Elemente in Anlehnung

an den gerade vollendeten Dom-Bau.

Eine neue Idee waren später die Miniatur – Schokoladenautomaten

für die Kinder zu Hause, die als Spardosen

funktionierten. Mit kleinen Täfelchen nachfüllbar, konnten

sich die Kinder gegen den Einwurf von ein paar Pfennigen

ein Schokolädchen ziehen und gleichzeitig ihr Taschengeld

sparen. Auch diese Automaten erfreuten sich höchster

Beliebtheit und waren besonders hübsch und originell

gestaltet.

Neben der Firma Stollwerck produzierten auch Unternehmen

wie Hartwig & Vogel, Droste, Ambrosia Devonshire, Cailler,

und andere diese Spardosen-Automaten für Kinder.


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Bei anticomondo gibt es in der Reklame-Sonder-Auktion am

13. Oktober 2007 einige der wunderschönen Spardosen-

Automaten zu ersteigern. Sie stammen aus den Jahren 1900

– 1925. Die Lithografien sind überwiegend im Jugendstil

gehalten, andere zeigen verspielte Kinder-Motive.

Einige der mit Gold verschnörkelten, besonders aufwändigen

Exemplare, zählen bei Sammlern zu den begehrtesten

Stücken.


Wie läuft eigentlich eine Auktion ab,

wie kann ich mitbieten?

Die Saalauktion

Beim Auktionsbesuch erhalten Sie am Empfang gegen Vorlage

Ihres Personalausweises die Bieterkarte mit Ihrer Bieternummer.

Diese ist bis zum Auktionsende gut aufzubewahren. Hiermit wird

nicht nur geboten, sondern anschließend auch abgerechnet.

Gesteigert wird in der Regel plus ca. 10%, zum Beispiel 120-130-

140-150-170-190...

Wenn Sie mitsteigern möchten, können Sie durch deutliches

Heben Ihrer Bieterkarte ein Gebot abgeben. Bietet jemand höher

als Sie, so ruft der Auktionator die berühmten Worte „zum

Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“! Geht nach Ihrem, kein

weiteres Gebot ein, erhalten Sie den Zuschlag. Bitte halten Sie

dann nochmals kurz Ihre Bieterkarte hoch, damit das Auktionsteam

Ihre Nummer registrieren kann.

Sollten Sie Ihre Hand einmal versehentlich heben, keine Angst.

Machen Sie darauf aufmerksam und die Position wird im

Zweifelsfall neu aufgerufen.

Haben Sie die für Sie interessanten Stücke ersteigert, geht´s

zurück zum Empfang. Gegen Rückgabe Ihrer Bieternummer erhalten

Sie nun die Rechnung. Diese ist sofort in bar zu begleichen.

An der Ausgabe erhalten Sie Ihre ersteigerten Positionen. Bitte

überprüfen Sie sofort, ob alle Stücke in Ordnung sind. Spätere

Reklamationen können nicht berücksichtigt werden.

Das schriftliche Gebot

Haben Sie keine Gelegenheit, persönlich zur Auktion zu kommen,

können Sie gerne schriftliche Vorgebote abgeben. Tragen Sie auf

beiliegendem Zettel „Kauf-Order“ Ihre Adresse, Katalognummer,

Beschreibung und Ihr Höchstgebot ein und senden Sie dieses per

Brief oder Fax an unsere Geschäftsadresse. Ferngebote müssen uns

spätestens bis 12.00 Uhr des Vortages der Auktion vorliegen.

Schriftliche Gebote werden von uns interessenwahrend behandelt,

das heißt, wir schöpfen Ihre schriftlichen Gebote nur soweit

aus, um das Höchstgebot eines anderen um genau eine Steigerungsrate

zu überbieten. Es kann daher vorkommen, daß Sie zwar

351,- € geboten haben, das zweithöchste Gebot jedoch lediglich

bei 200,- € liegt, sodaß Sie den Zuschlag bereits bei 220,- € erhalten.

Unmittelbar nach der Auktion wird Ihnen die Rechnung per

Post zugestellt.

Das Telefongebot

Um an der Auktion auch von zu Hause oder unterwegs aktiv teilnehmen

zu können, haben Sie die Möglichkeit, telefonisch mitzubieten.

Tragen Sie dazu die Positionsnummern in das Formular

„Kauf-Order“ ein und lassen die Felder „Gebot bis“ frei.

Während der Auktion werden Sie dann von uns angerufen, kurz

bevor die gewünschte Position aufgerufen wird.

Voraussetzung zum telefonischen Mitbieten; Von uns unbekannten

Bietern benötigen wir vorab eine Bankreferenz bzw. eine Vorleistung

in Form eines bankbestätigten Schecks. Telefongebote nur

bei Stücken mit einem Limit über 150,- €!

Bieten im Internet

Auktionsablauf

Sie haben vier Möglichkeiten, um an unserer Versteigerung teilzunehmen;

als Saalbieter, schriftlicher Fernbieter, als Telefonbieter oder auch über Internet.

Über den Button „Liveauctioneers/Ebay” auf unserer Homepage

www.anticomondo.de können Sie auf alle Objekte mitsteigern.

Alle Internetbieter müssen sich dafür bis spätestens 24

Stunden vor Auktionsbeginn anmelden.

Für Zuschläge im Internet beträgt das Aufgeld 20 % plus 19%

Mehrwertsteuer = 23,8%.

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12

Selten und kaum bekannt

Außergewöhnliches in der 33. Spielzeugauktion

In dieser 33. Spielzeug-Auktion bei anticomondo finden sich

drei besonders extravagante und seltene Exemplare, die wir

für Sie in diesem Artikel genauer beleuchten wollen!

Zum ersten finden Sie unter der Artikelnummer 6278 das

sogenannte Überfall-Auto von Distler. Es ist mit „EssDee“

gemarkt, da es für den ausländischen Markt produziert

wurde. Etwa 26 cm groß und mit Uhrwerk versehen, verfügt

es über einige ungewöhnliche Funktionen:

Zunächst als unauffälliger Transporter getarnt, lassen sich

auf Knopfdruck die Seitenteile des Autos herunterklappen,

auf denen die polizeilichen Mitglieder des Überfallkommandos

mit Maschinengewehren zum Einsatz bereit stehen.

Insgesamt sind lediglich zwei Exemplare des Überfall-

Kommando-Autos bekannt; somit ist es eine extrem seltene

Rarität.

Zeitgeschichtlich äußerst interessant ist das nächste Exemplar:

Der Artikel mit der Nummer 6648 , ein Podest mit zwei

Soldaten, stellt ein wahres Unikat aus der Zeit des ersten

Weltkrieges dar.

Die Szenerie zeigt die Begrüßung oder das Kräftemessen

zwischen einem deutschen und einem schottischem Soldaten.

Der Deutsche schleudert seinen Kameraden über die


Schulter und am Sockel des Podestes sagt die Aufschrift:

„So uas haben uir nich gekonnt, das kommt von Germans

to the front. Unsere Muskeln schwächt man nie. Die sind

made in Germany. „

Weiterhin ist der Sockel mit einer feinen Lithografie versehen

und die Soldaten tragen authentische Uniformen mit

Ausrüstungen wie Säbeln etc. Aufgrund der aufgedruckten

Nummer „135“ wird vermutet, dass der Hersteller Kellermann

sei, aber sichere Fakten gibt es hierzu nicht. Es ist das

einzig bekannte Stück überhaupt.

Last but not least möchten wir Ihnen das alte „american yellow

cab“ Taxi aus den 30er Jahren vorstellen:

Auch hier besteht Unklarheit über den Hersteller, vermutlich

ist es „Lenox“. Authentisch und nostalgisch mutet das hübsche

Blechspielzeug an; der Fahrer trägt eine Uniform und es

ist im Stile Bings gestaltet.

Das antikomondo-Team wünscht Ihnen viel Freude an den

ungewöhnlichen Highlights dieser Auktion.

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14

Goldfinger lässt grüßen

James Bond Autos

Sie alle erinnern sich sicherlich an die

Anfänge der James Bond Ära: Als

1962 der erste Film mit dem Titel

„Dr. No“ über die Leinwände flackerte,

begann ein neuer Abschnitt im

Genre der Actionfilme: Effekte wie in

diesem Film hatte es bis dahin noch

nie gegeben und neben den zahlreichen,

von „Q“ entwickelten technischen

Raffinessen wie Uhren mit

Sprengfunktion, sehr starken Magneten,

Laserstrahlern, Seilwinden,

Mini-Sägen oder Videobildschirmen

waren es vor allem die Autos, die in

jedem einzelnen der James Bond

Filme zur Überlistung der Schurken

beitrugen und somit neue Trends

setzten.


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So gab es in Autos integrierte Waffen,

Wagen mit Tauchfunktion oder

den berühmten Schleudersitz, der

dem Schurken den Garaus machte.

Eines der berühmtesten Autos der

Filmgeschichte ist der Aston Martin

DB 5 aus dem dritten Film „Goldfinger“.

Dieser Wagen wurde aufgrund

seines legendären Erfolges

außerdem später noch in 3 weiteren

Filmen verwendet („Feuerball“,

„GoldenEye“, „Der Morgen stirbt

nie“). Für die Dreharbeiten von

„Goldfinger“ wurden vorsorglich

gleich 3 Exemplare des Wagens produziert

um allen Eventualitäten vor

zu beugen. Unfälle und dergleichen

hätten nämlich zu starken finanziellen

Einbußen führen können.

Bemerkenswert ist, dass die meisten

der im Film benutzten Tricks und

Spezialeffekte tatsächlich auch bei

diesen 3 Wagen funktionieren; wie

z. B der Schleudersitz, das drehbare

Nummernschild, die „Nebelwand“,

die Reifen-Sense oder das kugelsichere

Schutzschild.

Heute ist der Aston Martin DB 5 das

beliebteste aller DB-Modelle und

wird mit über 100.000 Euro gehandelt.

Aufgrund des legendären Erfolges

des James Bond-Wagens dauerte es

natürlich nicht lange bis auch die

Spielzeug-Hersteller funktionsreiche,

originalgetreue Versionen des Aston

Martins DB 5 produzierten. 1965

brachte Corgi Toys einen Wagen in

Silber auf den Markt, der mit allen


Funktionen wie das Original ausgestattet

war. Zum 30-jährigen Jubiläum

von „Goldfinger“ erschien bei gleicher

Marke der Wagen in gold.

1966 brachte GAMA verschiedene

Aston Martin heraus. In zwei Größen,

in Blech sowie aus Kunststoff bieten

die GAMA-Modelle alle bekannten

Funktionen: 4,5 V Elektro-Motor,

Fernbedienung, automatisches Wendewerk,

2 ausfahrbare Maschinengewehre

inklusive Schussgeräusch,

ausfahrbares Rammhorn, Katapultsitz,

versenkbarer Kugelfang und ein wechselbares

Nummernschild.

Aus Japan kamen drei bis vier Wagen,

die von der Ausstattung her

identisch sind, auf den Markt.

Bei anticomondo gibt es in dieser

Auktion gleich 6 verschiedene Modelle

zu ersteigern. Neben 3 sehr seltenen

GAMA-Modellen (alle mit original Box)

stehen noch 3 weitere von Lincoln,

ASC und Gilbert zur Verfügung. Die

Autos finden Sie unter den Katalognummern

6317, 6318, 6319, 6384,

6422, 6589.

Der Film

Gert Fröbe spielt den fiesen und

steinreichen Gangster Goldfinger. Mit

einem genialen Plan möchte er die

Goldvorräte in Ford Knox in seinen

Besitz bringen. Bei der Durchführung

schreckt er selbst vor Morden nicht

zurück. Doch wozu gibt es Bond? Er

nimmt es mit dem Bösewicht auf –

und gewinnt natürlich wieder sämtliche

Frauenherzen.

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Die Firmengeschichte und Blechspielzeugproduktion

der Firma JNF - Josef Neuhierl Fürth

Gründerunternehmen der legendären Carrera Rennbahnen

Josef Neuhierl wurde am 13. Juli 1895 geboren.

Sein Vater, Joseph Neuhierl, war Beschäftigter

der Reichsbahn und im Staatsdienst

tätig. Nach Abschluß der Volksschule

begann Josef Neuhierl eine Mechanikerlehre

in Bad Aibling, die er kurz vor dem

ersten Weltkrieg mit der Gesellenprüfung

abschloss.

Im Jahre 1914 meldete er sich als Freiwilliger

zum Kriegsdienst. Nach Beendigung

des Krieges legte er die Meisterprüfung ab

und gründete im Jahr 1920 im Alter von

25 Jahren in Räumlichkeiten der Albrecht-

Dürer-Strasse 19 in Nürnberg einen Betrieb zur Herstellung

von mechanischen Spielwaren und Laufwerken.

Die Firma Neuhierl stellte in den frühen 20er und 30er Jahren

zunächst mechanische Laufwerke und Fahrzeuge ohne

direkte Vorbilder her; diese Blechfahrzeuge gaben die realen

Modelle wie zu dieser Zeit üblich nur sehr ungenau wieder.

Im Laufe der Zeit verfeinerte die Firma die Blechspielwaren

immer mehr zu modellgetreuen Abbildern von Limousinen,

Cabrios, Flugzeugen, Lastwagen und Rennwagen.

Wohl aus Platzgründen zog die Firma im Jahr 1934 von

Nürnberg in das benachbarte Fürth. In der Zeit zwischen

1934 und 1939 entstanden bei Neuhierl unter vielen anderen

einige der vermutlich schönsten und ausdrucksvollsten

Rennwagen aus Blech. In dieser Zeit wurde der Rennsport in

Deutschland immer populärer und die deutschen Automobilhersteller

fuhren von Sieg zu Sieg.

Dies spiegelte sich auch der Spielzeugproduktion der Firma

Neuhierl wider. Der JNF Auto – Union Rennwagen, der Mercedes

– Rekord Rennwagen und der 12 – Zylinder Rennwagen

zählen heute mit der Originalschachtel zu den gesuchten

und begehrten Sammlerstücken. Gerade die eindrucksvolle

Größe, die schöne Bauart und das lang laufende

Uhrwerk sind hier bestechend. Wenn die Möglichkeit besteht

solch einen Wagen mit Originalschachtel zu bekommen,

sollte man nicht zögern.

Wie alle Vorkriegsprodukte sind auch die Flugzeuge von

Neuhierl selten und gesucht. Das bekannteste Flugzeug, die

JU 52 von Neuhierl, die lange Zeit Tipp& Co zugeschrieben

wurde, ist in einem guten bis sehr guten Zustand heute

praktisch nicht mehr zu bekommen.


Um mit der Zeit zu gehen und dem damaligen Zeitgeist zu

folgen, gehörten auch Militärspielzeuge in den späten 30er

Jahren zum Produktionsprogramm der Firma. Der Wehrmachtswagen

wurde in verschiedenen Farben und in zwei

Varianten hergestellt. Diese Fahrzeuge wurden mit und

ohne Kanone produziert. Die Produktionszeit dieser Fahrzeuge

betrug nur wenige Jahre beginnend ab dem Jahr

1939 bis etwa 1941.

Nach einer sehr schwierigen und bewegten Nachkriegszeit

wurde im April 1954 der Spatenstich für einen Fabrikneubau

in der Waldstraße in Fürth gesetzt. Als der Neubau im Jahre

1954 fertiggestellt und bezogen wurde, wurde bekannt,

dass der damalige Bundeskanzler Adenauer während eines

Amerikabesuches dem Enkel von Präsident Eisenhower einen

Spielzeugporsche schenkte, der von der Firma Neuhierl

hergestellt worden war. Dies ist mit Sicherheit einer Gründe,

dass die Firma JNF unter amerikanischen Sammlern vor

allem durch den Porsche Prototyp bekannt ist. Auch die Lizenz

von Porsche die Porsche Spielzeugautos exklusiv herzustellen,

brachte der Firma den gewünschten Aufschwung

und natürlich auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber

anderen Spielzeugherstellern. Im darauffolgenden Jahr, also

1955, trat der Sohn Hermann nach erfolgreicher Promotion

zum Chemiker in das elterliche Geschäft ein.

Gerade die Blechspielzeuge aus der unmittelbaren Nachkriegszeit

und den 50er Jahren brachten der Firma den endgültigen

Durchbruch. Diese Fahrzeuge wurden bei den Kindern

immer beliebter, da sie sehr modellgetreu gestaltet

wurden. Die Produktpolitik der Firma war auch darauf aus-

gerichtet, möglichst alle Käuferkreise anzusprechen. D. h. es

gab in dieser Zeit vom gleichen Modell meist verschiedene

Ausführungen vom einfachen Friktionsmodell über ein

Modell mit Uhrwerkantrieb bis hin zur Luxusausführung mit

Batterieantrieb und Beleuchtung. So war für jeden Geld-

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20

beutel etwas zu haben. Diese Diversifikation war sicherlich

auch ein Mittel, sich von großen Konkurrenten wie Schuco,

Gama oder Arnold zu behaupten. Auch die Detailtreue, die

technische Ausgereiftheit und die Qualität trugen dazu dabei,

dass die Firma Neuhierl sich gegen alle namhaften

Blechspielzeug – Hersteller im In- und Ausland gut behaupten

konnte. Die Reihe dieser 50er Jahre JNF Spielzeugklassiker

beginnt beim VW Käfer, demToto - Mobil und geht

über den Version und Perfekt über den Standard, Super,

Indikator, Favorit, Telecar, Duplex, bis zum Porsche Prototyp,

Gigant, Condor, M190, M300 und die großen Mercedes

Rennwagen. Zu den großen Raritäten der 50er Jahre zählt

auch der JNF – Lastwagen „Lastomatic“, der wiederum in

drei verschiedenen Ausführungen hergestellt wurde.

Ende der 50er Jahre machte die Firma bereits erste

Erfahrungen mit der Kunststoffverarbeitung. Als eines der

ersten Unternehmen begann Neuhierl die Produktion von

Fahrzeugen aus Kunststoff und brachte 1960 die STRUXY-

Serie auf den Markt. Diese zerlegbaren Fahrzeuge boten

dem kindlichen Spieltrieb die Möglichkeit, die Fahrzeuge


ohne Beschädigung zusammen- und wieder auseinander zu

bauen. Weitere Entwicklungen aus der Kunststoffproduktion

beinhalteten neben Spielzeug für den Sandkasten auch

Haushaltsgeräte wie Staubsauger und Küchenmixer für die

kleinen weiblichen Kunden.

Vermutlich wäre die Firma Neuhierl in den Folgejahren, wie

viele andere Spielzeugfirmen in dieser Zeit, vom Markt verschwunden,

wäre nicht die Erfindung der sogenannten

Carrera-Rennbahn gewesen. Es war wohl seine Bestimmung,

dass der damals 23 jährige Hermann Neuhierl während

einer seiner zahlreichen Auslandsreisen in den USA auf die

sogenannten Slot-Cars (Fahrzeuge werden durch einen

Schlitz in der Fahrbahn geführt) aufmerksam wurde und

daraus in der Folgezeit sein eigenes Konzept entwickelte

und sehr erfolgreich umsetzte.

Über die Ära der Carrera–Bahn gibt es weiterführende Literatur,

die ich dem interessierten Leser empfehlen kann.

Ziel dieser Zusammenfassung ist es jedoch, dem Leser einen

kleinen Überblick über die JNF Blechspielwaren der Vor- und

Nachkriegszeit zu vermitteln. Als Fazit kann man sagen, dass

das Sammeln von sehr gut erhaltenen und unbespielten JNF-

Fahrzeugen (möglichst mit der Originalschachtel) eine kluge

und sinnvolle Investition ist. JNF-Fahrzeuge in diesem Erhaltungszustand

sind immer seltener zu bekommen und

sind eine Kapitalanlage, die einen kontinuierlichen und vor

allem risikolosen Wertzuwachs bedeuten.

Josef Neuhierl (JNF) Spielwaren von 1920 - 1963

-Gründerunternehmen der legendären Carrera Bahnen-

Sofort lieferbar bei:

� 136 Seiten mit über 430 farbigen Abbildungen Tin-and-Toys Verlag

� Mit aktuellen Sammlerpreisen in Euro Rathausstrasse 6 - D – 79227 Schallstadt

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� Autor: Ulrich Schweizer Email: info@tinandtoys.de

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