Z e i t s c h r i f t f ü r i n n o v a t i o n - Lemmens Medien GmbH

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Z e i t s c h r i f t f ü r i n n o v a t i o n - Lemmens Medien GmbH

6 news & facts

Dr.-Ing. Bernd Bohr ist seit 1. Juli 1999 Geschäftsführer

der Robert Bosch GmbH. Er zeichnet verantwortlich

für die zentrale Funktion Qualität sowie für

die Geschäftsbereiche Benzinsysteme, Dieselsysteme,

Chassis Systems Brakes und Chassis Systems Control.

Seit Mitte 2003 ist Bohr Vorsitzender des Unternehmensbereichs

Kraftfahrzeugtechnik. Des Weiteren

trägt er die Länderverantwortung für Indien.

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wissenschaftsmanagement 5 • september/oktober • 2006

die Zwänge von Tagesgeschäft und Kosten-

druck gebunden ist.

Wo sehen sie den unterschied, wo die vor-

züge amerikanischer universitäten, wenn

sie deutsche und amerikanische hochschu-

len als Kooperationspartner vergleichen?

Bohr: Die jeweiligen inhaltlichen Schwer-

punkte bilden die Grundlage für die Auswahl

der Partneruniversitäten. In den USA ist zum

Beispiel das Thema „Passive Sicherheit“ ein

Schwerpunkt. In Europa geht es eher um „Ak-

tive Sicherheit“, also ABS und ESP. Unser Ziel

ist es, mit führenden Wissensknoten effizient

zusammenzuarbeiten. Die geographische

Lage spielt da eine eher untergeordnete Rolle.

Wenn es beispielsweise um die Produktions-

technik geht, engagieren wir uns nach wie vor

stark in Deutschland.

Wie sehen sie den anteil dessen, was hier

in Deutschland im eigenen unternehmen

bottom-up an neuen ideen entsteht?

Bohr: Viele neue Ideen von Bosch sind weiterhin

„made in Germany“. Dies liegt unter

anderem daran, dass ein Großteil unseres

Forschungs- und Entwicklungsetats von mehr

als drei Milliarden Euro den deutschen Standorten

zugutekommt. Aber der Anteil der Innovationen

aus Wachstumsmärkten nimmt deut-

Ada Pellert (Hrsg.)

einführung in das hochschul- und Wissenschaftsmanagement

Ein Leitfaden für Theorie und Praxis

2006, broschiert, 216 Seiten, 25,- Euro, ISBN 3-932306-80-5

lich zu. Dies hat neben der zunehmend guten

Ausbildung auch mit kulturellen Aspekten zu

tun. Wenn Sie einem deutschen Ingenieur das

Produkt eines Wettbewerbers auf den Tisch

legen, dann wird er ihnen wahrscheinlich als

erstes erzählen, was daran nicht gut gelöst

ist. Ein Japaner hingegen würde eher erst

versuchen zu verstehen, was sich der andere

bei der Konstruktion gedacht hat. Dann wird

er nach Elementen suchen, die besser gelöst

sind und dann noch seine eigenen guten Ideen

hinzufügen. Deswegen existiert in Japan auch

ein sehr ausgeprägtes Vorschlagswesen. Hier

müssen wir in Deutschland noch aufholen.

Bosch ist Patentmeister in Deutschland.

Welche rolle spielen Patente in ihrem unternehmen?

Bohr: Eine wichtige, weil sie unser Know-how

über eine gewisse Zeit sichern und zweifelsohne

Ausdruck unserer Innovationskraft sind.

Im vergangenen Jahr haben wir innerhalb

der Bosch-Gruppe mehr als 2.800 Patente

angemeldet. Damit sind wir in der Automobilindustrie

führend – nicht nur in Deutschland

und Europa, sondern auch in den USA. Bosch

ist und bleibt ein technologiegetriebenes Unternehmen,

das langfristig agieren kann und

auch in Zukunft stark in Forschung und Entwicklung

investieren wird.

neuerscheinung

Der Band liefert einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Aspekte des

Hochschul- und Wissenschaftsmanagements, von Qualitätsmanagement über Organisationsentwicklung

bis zu Gender-Kompetenz. Eine der Kernfragen ist die nach der Übertragbarkeit

von Erfahrungen aus der Wirtschaft hinein die Wissenschaft.

www.lemmens.de