Le Forum d´Vinyl Ausgabe Januar 2013 - Da capo

dacapo.records.de

Le Forum d´Vinyl Ausgabe Januar 2013 - Da capo

Le Forum d’Vinyl 1,00 €

Da capo...

Werner Meyers nächster

Streich. Eine der besten

Blues-LPs in letzter Zeit!

Le Forum d’Vinyl 01/13

Die besten Vinyl-Neuheiten

www.dacapo-records.de

Die Highlights in diesem Heft:

- Aerosmith ist zurück

nach 8 Jahren Pause erreichen sie mit Ihrem neuen, rockigen

Album auf Anhieb Platz 5 der US-Billborad-Charts

- die neue Akustik-LP vonJohn Mayer

eine grandios Scheibe, mit nur 5 Songs leider viel zu kurz

- Berliner Meister Schallplatten!

das neue Label mit klasse Direktschnitt-Aufnahmen

u.v.m.


Highlight des Monats

Roland Van Campenhout - Acoustic

Bourgeois guitar, Tri-Cone-Slide-

Guitar, harmonica, raagini & vocals

Pascale Michiels - da ruan, zhongruan,

chinese bamboo fl ute, vocals

Steven De Bryn - harmonicas, vocals

Live-Aufnahmen am 26. März 2012

im Theater Der Keller in Köln durch

Reinhard Kobialka, Topaz Audio

Studios.

Metal Mastering durch Günter Pauler

bei Pauler Acoustics, Northeim

Design & Photos von Meyer Originals.

Produziert von Roland Van Campenhout

und Werner Meyer für Meyer

Records.

Pressung bei Optimal in Röbel an der

Müritz auf 180 g-schwerem Vinyl

Roland Van Campenhout wurde 1945

in Boom in Flandern, Belgien, geboren

und gilt als einer der besten Blues-

Musiker Europas. Das Gitarrespielen

hat er sich selbst beigebracht. Seit

1967 nimmt er Platten auf, seit Ende

der 60er Jahre hat er sich hauptsächlich

dem Blues verschrieben. Die hier

vorliegende Live-Aufnahme von Roland

Van Campenhout gilt als sein bestes

Akustik-Blues-Album überhaupt und ist

sicherlich ein Blue-Highlight 2013!

Bewertungsschema:

Roland Van Campenhout - Dah blues iz-a comming ... (180 g)

So tief und ausdruckstark wie die Furchen in dem von Labelchef Werner

Meyer höchstpersönlich geschossenem Portraitfoto, dass das Cover unseres

Highlights ziert, ist auch die Musik. Die Rede ist von der aktuellen

Live-LP der belgischen Blues-Legende Roland Van Campenhout, die im

kleinem, legendären THEATER DER KELLER aufgenommen wurde. Dass

Van Campenhout Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre in der Band

von Rory Gallagher spielte und auch zusammen mit Tim Hardin arbeitete,

ist erwähnenswert, aber nicht wichtig. Van Campenhout muss sich und der

Welt nichts mehr beweisen. Er hat seine Brötchen schon lange gebacken.

Umso wichtiger aber ist, dass wir dabei sein dürfen und sofort spüren, wie

der Künstler auf der Konzertbühne seine Seele öffnet. Dass dies so gut

gehört und mitgefühlt werden kann, liegt auch an der Top-Aufnahme, für die

Reinhard Kobialka verantwortlich zeichnet.

Mystisch, archaisch schleicht sich mit meditativen Flötenklängen – meisterlich

gespielt von Pascale Michiels, indischem Raagini und Van Campenhouts

Akustik-Gitarrenspiel „Black Girl“ dem Zuhörer ins Ohr. Die Tragödie dieses

Songs kann hier beklemmend nachgespürt werden. Es ist eine der besten

Cover-Versionen dieses Titels, die man auf LP fi nden kann. Mit „Going

Down Slow“ verneigt sich der Meister vor der Geschichte des Blues, die

er auch mitschrieb. Sensibel-brüchig singt er sich die Melancholie von der

Seele. „The Truth“, eine wunderschöne Eigenkomposition, erzählt von den

Weiten der Herzenslandschaften. Das Mundharmonika-Solo von Steven De

Bryn muss an diesem Konzertabend noch lange in die Kölner Nacht hinein

geklungen haben.

Die B-Seite der Langspielplatte beginnt energetisch mit dem Leadbelly-

Klassiker „There‘s A Man Goin‘ ‚Round Takin‘ Names“. Gitarre und Harp

verschmelzen hier zu einem gußeisernen Rhythmus-Hammer, der seinesgleichen

sucht. „Eyesight To The Blind“ kommt direkt von den staubigen,

verlassenen Straßen der amerikanischen Südstaaten. Der Song steht so im

Raum, dass man - wenn man die Augen schließt - den Komponisten Sonny

Boy Williamson vor den Stereo-Boxen tanzen sehen kann. Nur 2:28 Minuten

lang, aber umso nachhaltiger ist das lyrische Instrumental „Blue Azul“, das Van

Campenhout mit sehr viel Sehnsucht geschrieben haben muss. Dieses Lied

allein ist schon die gesamte Platte wert! Mit Van Campenhouts „Kosher Kama

Sutra“ schließt das im wahrsten Sinne runde Werk. Die Tri-Cone-Slide-Guitar

tanzt einen aberwitzigen Tanz eng umschlungen mit der Mundharmonika,

während der Gesang den Zuhörern mit den Worten „Let It Shine, Let It Shine

All Night Long...“ einen gern zu erfüllenden Wunsch mitgibt.

Diese Blues-Session wurde von Reinhard Kobialka perfekt aufgenommen

und von keinem geringeren als Günter Pauler in brillianter Qualität gemastert

und auf LP gebracht. Nur ganz ganz selten gelingt eine Live-Aufnahme derart

transparent, dynamisch und bleibt dabei doch hochmusikalisch, so dass

man diese Live-Session auch daheim perfekt geniesen kann. Klanglich und

musikalisch Blues auf allerhöchstem Niveau!

No 188 K 1/P 1 29,00 €

Die LP gibt es auch, solange der Vorrat reicht, als von Roland Van Campenhout

selbst handsignierte Edition.

No 188sig K 1/P 1 29,00 €

Klang: 1 = exzellent Pressung: 1 = sehr gut, ohne nennenswerte Fehler

2 = gut 2 = gut, kleine, nicht hörbare Mängel möglich

3 = durchschnittlich 3 = durchschnittlich, keine makellose Oberfl äche

4 = mäßig 4 = eher schlecht, teilweise hörbare Preßfehler

5 = mangelhaft 5 = miserables Vinyl am Rande des Erträglichen

Alle Angaben ohne Gewähr. Wir behalten uns ausdrücklich Preisänderungen vor. Lieferungen gegen Nachnahme (zzgl. 6,90 Euro Nachnahmegebühr),

Lastschrift oder Vorkassse. Bis 75 Euro Warenwert der Rechnung berechnen wir innerhalb Deutschlands 4,90 Euro Versandkosten.

Lieferkosten ins Ausland auf Anfrage. Es gelten unsere AGBs. Gerichtsstand ist Fürth, Bayern.


Neuheiten

Aerosmith (2 LP, 140 g, rotes Vinyl)

- Music From Another Dimension!

2012 scheint ein gutes Jahr zu sein

für die Rock-Legende, sich nach

einer längeren Schaffenspause

zurückmelden - man denke nur an

ZZ Top oder Neil Young with Crazy

Horse. Totgesagte leben länger!

So sind auch Aerosmith nach acht

Jahren zurück und veröffentlichen

ihr 15. Studioalbum. Nach dem eher

Rock bluesigen Vorgänger „Honkin‘ On

Bob“ gehen Aerosmith nun wieder rockiger ans Werk.

Die meisten der 15 Stücke sind schnelle, hardrockige

Nummern im klassischen Aerosmith-Sound, doch auch

Balladeskes fi ndet sich, mal rockig wie „What Could Have

Been Love“, mal bluesig wie „Can‘t Stop Lovin You“ -

Steven Tyler im Duett mit der Country-Sängerin Carrie

Underwood. Apropos, neben Underwood gibt es noch

weitere bekannte Gäste: so ergänzt z. B. beim Opener

„LUV XXX“ John Lennons Sohn Julian den Background-

Chor, beim swamp-rockigen „Freedom Fighter“ der

Schauspieler Johnny Depp. Mit „Music From Another

Dimension!“ ist Aerosmith ein frisches und stimmiges

Album gelungen, das vollkommen verdient auf Anhieb

Platz 5 der US-Billboard-Charts erreichte. Aber auch

hierzulande werden Freunde des US-Rocks ihre helle

Freude daran haben.

Das Doppelalbum kommt im Klappcover und auf rotem

Vinyl. Die Innenhüllen sind bedruckt (Lyrics) und es liegt

eine CD-Version des Albums bei.

544.281 K 2/P 2 25,50 €

Bon Jovi

- Rockin‘ In Cleveland 1984 (2 LP, 180 g)

Rock

Tosender Applaus begleitet einen

der ersten Tour-Auftritte von Bon

Jovi am 17. März 1984 im Agora

Ballroom in Cleveland. Bon Jovi

machten diese Tour, um ihr Debutalbum

„Bon Jovi“ zu vermarkten,

das sich bis heute 3,5 Millionen

Mal verkaufte und in den USA sogar

Doppelplatin-Status erreichte.

Interessant ist die Abfolge der

Songs, die nicht komplett der auf dem Studioalbum

entspricht, sondern auf die Dramaturgie eines Konzerts

zugeschnitten ist. So folgt auf das Intro „Breakout“ als

furioser erster Song, „Runaway“ wird dagegen erst

als letzter Song gespielt, obwohl er das Studioalbum

eröffnete. Wohlgemerkt: als letzter Song im offi ziellen

Programm, denn das schreiende Publikum verlangt

nach einer Zugabe. Die wird an dieser Stelle aber noch

nicht verraten

Was diese Platte, abgesehen von einem virtuosen

Gitarrensolo Richie Samboras einzigartig macht, sind

die Anmoderationen der Songs und die Reaktionen des

Publikums, die einen wahrlich in Rockkonzert-Stimmung

versetzen. Liebhaber des Außergewöhnlichen dürfen

sich zusätzlich auf transparentes Vinyl freuen!

RCV 081 K 2-3/P 2 27,00 €

John Cale (2 LP, 180 g)

- Shifty Adventures In Nookie Wood

John Cale, nunmehr 70 Jahre

jung, ist eine lebende Legende.

So gründete der studierte Musiker

(Klavier und Viola) zusammen mit

Lou Reed 1965 die Kultband Velvet

Underground, veröffentlichte unzählige

Soloalben und produzierte eine

Reihe anderer Künstler wie The

Stooges, Patti Smith oder Happy

Pop Mondays. (Seine schon Ende der

60er große Bekanntheit war übrigens der Grund, warum

ein anderer John Cale es vorzog, seine Karriere

unter dem Namen J. J. Cale zu starten.) Nun ist nach

sieben Jahren seine 15te Solo-LP erschienen. „Shifty

Adventures In The Nookie Wood“, so der Titel, wurde

vollständig in Cales Studio in Los Angeles aufgenommen

und ist nach der EP „Extra Playful“ seine zweite Veröffentlichung

für Domino Records. Die zwölf Songs des

Albums sind typisch John Cale, der Sound erstaunlich

elektronisch und 80er-lastig. Als besonderes Highlight

sei der Opener „I Wanna Talk 2 U“ erwähnt, der aus einer

gemeinsamen Session mit Brian Burton aka Danger

Mouse entstand. „Shifty Adventures In Nookie Wood“

zeigt, daß bei John Cale noch lange nicht Schluss ist.

Ihm ist ein erfrischendes Album gelungen, das nicht

nur John Cale-Fans begeistern wird. Klappcover mit

separatem Textblatt und MP3-Download-Gutschein.

DS 047 K 2/P 2 26,00 €

Can - Lost Tapes

(5 LPs, 180 g, Limited Edition)

Die Kölner Gruppe Can existierte

von 1968 bis 1979 und veröffentlichte

zahlreiche Alben und Singles.

Gründer Irmin Schmidt (Keyboard)

und Holger Czukay (Bass), die

beide an der Musikhochschule

Köln bei Karl-Heinz Stockhausen

Komposition studierten, scharten

bewusst Musiker der unterschied-

Rock lichsten Genre um sich, um so einen

neuen Sound zu kreieren. Es entstand eine repetitive,

hypnotische Musik, die im Rock fußte, dann aber eher

der freien Improvisation des Jazz nahestand und aus

heutiger Sicht häufi g wie eine Blaupause elektronischer

Musik wirkt. Der große kommerzielle Erfolg war naturgemäß

der experimentellen Musik Cans verwehrt, doch

ihr Einfl uss war gewaltig. Generationen von Musikern

berufen sich auf sie als wichtigen Einfl uss und heute

gehören Can sicherlich zu den deutschen Gruppen mit

dem weltweit größten Bekanntheitsgrad. Nun sind 30

bislang unveröffentlichte Stücke aus dem Can-Archiv,

auf fünf LPs verteilt, in einer schmucken Kartonbox

erschienen. Aufgenommen in den Jahren 1968-1977 fi nden

sich neben Studioaufnahmen darunter auch diverse

Live-Tracks. Eine Offenbarung für jeden Can-Liebhaber.

Die limitierte stabile Kartonbox enthält fünf 180 g-LPs,

ein 28seitiges Booklet u. a. mit Linernotes von Irmin

Schmidt und Ian Harrsion sowie ein Poster.

Spoon 55 K 2/P 2 69,50 €


Ray Charles - Rhythm & Blues (180 g)

Soul

Mit dieser Platte feierte im Jahr

1957 ein Mann sein Album-Debüt,

der knapp 50 Jahre später vom

Rolling-Stone-Magazin in die Top

Ten der wichtigsten Musiker aller

Zeiten gewählt werden sollte. Ob

die Verantwortlichen von Atlantic

Records damals geahnt haben, was

für ein Juwel sie da mit Ray Charles

in Händen hielten? Nun, eine Überraschung

war der Erfolg von Ray Charles‘ erstem Album

sicher nicht, enthielt die Platte doch mit „Mess Around“,

„A Fool For You“, „I Got A Woman“, „Drown In My Own

Tears“, „Lonely Avenue“ und „Halleluja I Love Her So“

sechs Songs, mit denen Ray Charles in den Jahren zuvor

bereits Nummer-Eins-Hits gelandet hatte. Auch heute

noch dürfen die Songs dieser Platte in keiner Best-Of-

Ray-Charles-Collection fehlen. Bereits zu Beginn seiner

Karriere begeisterte Ray Charles mit seiner enorm ausdrucksvollen

Stimme, seinem stilsicheren Umgang mit

Blues und Gospel, dem groovenden Pianospiel, und vor

allem mit einer Präzision und Perfektion, die auch heute

noch ihresgleichen sucht. Ein musikalischer Meilenstein.

DOX 877 K 2/P 1-2 19,00 €

Brian Eno - LUX (2 LP, 180 g)

Dance

Eno, der „Ambient Music“ in den

70er Jahren wenn nicht erfunden,

dann doch zumindest salonfähig

gemacht hat, ist ein Garant für

Tiefgang und Komplexität. „Lux“,

sein neuestes, 2012 erschienenes

Album, ist eine knapp 75-minütige

Komposition in vier Teilen (verteilt

auf vier LP-Seiten), die einen staunenswerten

Mut zu Langsamkeit

und Zurückhaltung zeigt, wie er selbst in diesem Genre

selten ist. Enos grammgenau austarierte Synthie- und

Sample-Konstruktionen mischen sich mit punktuellen

Klavier-Tupfern und kaum merklich hervortretenden

Geigen-Tönen. Über die vier Abschnitte des Stückes

zieht sich eine subtile Dramaturgie hinweg, die nie

nach der Aufmerksamkeit des Hörers heischt, sondern

so vorsichtig Schritt für Schritt die Textur des Klangs

verändert, dass man gar nicht anders kann, als sich im

Sog von Brian Enos minimalistischem Universum zu

verlieren. Langsame Musik für schnelllebige Zeiten. Das

braucht Mut, der sich aber bezahlt macht.

WARP 231 K 1-2/P 1-2 21,50 €

Beth Hart - Bang Bang Boom Boom (180 g)

Ganz klar: was an Beth Hart zu allererst

beeindruckt, ist ihre kraftvolle,

rockig raue Stimme. Aber auf ihrem

neuesten Album „Bang Bang Boom

Boom“ hinterlässt die vierzigjährige

Amerikanerin auch in anderen

Bereichen starke Eindrücke. Gutes

und originelles Songwriting etwa bestimmt

das Album, dessen elf Tracks

Rock allesamt aus Beth Harts Feder stammen.

Zudem zeigt die Sängerin und Pianistin auf diesem

Album auch ein großartiges Gespür für verschiedene

Stimmungen und Genre. Zwischen Folkrock und Blues

fi nden sich viele fein herausgearbeitete Facetten auf

dieser Platte, und besonders die Balladen nehmen einen

mit: wenn Beth Hart ihre Wahnsinnsstimme mal einen

Gang runterschaltet, und die sonst so massiv rockende

Backing Band sich plötzlich von ihrer einfühlsamen Seite

zeigt, dann fängt „Bang Bang Boom Boom“ richtig an

zu glänzen. Tolles, vielseitiges Album.

PRD 7393 K 2/P 2 19,50 €

Joan Jett - Bad Reputation (180 g, Clear Vinyl,

Limited Edition mit Bonus-CD)

Rock

Gut gelaunter, klassischer Rock

mit einer kernigen, bisweilen auch

zarten Frauenstimme und bunt gemixten,

einprägsamen Songthemen

gefällig? Dann ist die Neuaufl age

von „Bad Reputation“ genau das

Richtige! 1980 wurde es als Joan

Jetts erstes Soloalbum nach ihrem

Ausstieg bei „The Runaways“ von ihr

und dem Produzenten Kenny Laguna

herausgebracht. Wegen des großen Erfolgs erschien

das Album 1981 zuerst bei Boardwalk Records. In den

folgenden Jahren wurde die Platte mit leicht veränderter

Tracklist auch bei Ariola Records und als CD aufgelegt.

Nun kommt sie in neuer Aufmachung (Clear Vinyl) in

limitierter Aufl age und mit individueller Nummerierung

daher. Als Zuckerl gibt es eine CD mit Bonustracks und

Filmmaterial, die unter anderem „Hanky Panky“ und eine

Live-Version von „Bad Reputation“ enthält.

“I don‘t give a damn ‘bout my bad reputation, (),a girl

can do what she wants to do and that‘s what I‘m gonna

do“. Oh ja, so klingt es, wenn ein Mädchen macht, was

es will, nämlich wirklich groovigen Rock!

Mastering durch Bob Bob Ludwig und Greg Calbi.

375.295 K 1-2/P 2 23,50 €

TIPP!

Rolf Kühn Quintett

- Kühn Rolf Quintett Solarius (150 g)

Rolf Kühn - clarinet; Joachim Kühn

- piano; Michael Urbaniak - soprano

& tenor saxophone; Klaus Koch -

bass; Czeslaw Bartkowski - drums.

Aufnahmen 29. & 30. November

1964 in Berlin.

Die Klarinette ist aus dem klassischen

New Orleans-Jazz nicht

wegzudenken und besaß durch

Jazz Benny Goodman auch in der Swing-

Ära eine enorme Popularität. Indes im modernen, eher

durchs Saxofon geprägten Jazz fristet sie ein Schattendasein.

Der 1929 in Köln geborene und heute 83jährige

Klarinettist Rolf Kühn gehört zu den wenigen, die sich

dem entgegensetzten. Der stilistisch sehr vielseitige

Kühn zeigte sich stets sehr an modernen Spielarten

interessiert und zählte in den 60er sicherlich zu den

namenhaftesten europäischen Free Jazzern. 1964 -

Kühn war gerade zwei Jahre von einem sechsjährigen

Aufenthalt in den USA zurück, wo er u. a. im Orchester

von Benny Goodman spielte - entstand das Album

Solarius seines Quintetts, dazugehörend (neben Michal

Urbaniak, Klaus Koch und Czeslaw Bartowski) auch sein


in der damaligen DDR lebender Bruder Joachim am

Klavier, im Rahmen einer Ost-West-AMIGA-Produktion.

Stilistisch mag das Album mit seinen freien Formen

(jedoch nicht freien Harmonien) wohl am ehesten dem

Third Stream zugerechnet werden und befi ndet sich

spieltechnisch auf international höchstem Niveau.

Lange war „Solarius“ nur als begehrtes Sammlerobjekt

zu astronomischen Preisen zu haben. Nun wurde es

dankenswerterweise auf Vinyl wiederveröffentlicht. Ein

Meilenstein des (europäischen) Modern-Jazz, der in

keiner Jazz-Sammlung fehlen sollte.

590.843 K 2/P 2 17,00 €

Alicia Keys - Girl On Fire (2 LP)

Mit ihrem neuesten Album „Girl On

Fire“ praktiziert R‘n‘B-Ikone Alicia

Keys thematisch demonstrativ die

Kehrtwende: „Brand New Me“,

ein brandneues Ich, so heißt nicht

zufällig gleich der erste Track der

LP (natürlich nach dem bei Keys inzwischen

obligatorischen klassisch

angehauchten Solo-Piano-Opener).

Soul Nicht nur textlich wendet sich die

Pianistin und Songwriterin mit der umfangreichen Soul-

Stimme von den popverträglichen mehrheitsfähigen

Themen ihrer früheren Alben ab, auch musikalisch

wird‘s interessanter: die lässigen Beats, die das Album

prägen, sind alles andere als Schema F, und zu Keys

klassischem Pianospiel, dem souligen Gesang und

dem samtweichen R‘n‘B-Background gesellen sich

noch Einfl üsse aus Reggae, Jazz, Hip-Hop und Elektro.

Defi nitiv ein Highlight in der Diskografi e von Alicia Keys.

94.182 K 2/P 2 21,00 €

Aaron Lewis - Road

Country

Diese Platte klingt nach Heimat.

Man fühlt sich von guten Freunden

umarmt, muss an vergangene

Sternennächte am Lagerfeuer oder

an Kinderträume denken. Was ist

es, das das erste Soloalbum von

Aaron Lewis, dem Frontman und

Gitarristen von „Staind“, zu solch

einem Ohrenschmaus macht?

Vermutlich die gelungene Mischung

aus geschmeidigem Country, rockigen Elementen

und Texten, die einen zum Nachdenken anregen und

Sehnsucht wecken. „The Road“ ist nicht nur wörtlich

zu verstehen. Auf dieser Platte geht es nicht nur um

den klassischen Roadtrip auf realen Straßen, sondern

auch um Um- und Rückwege der Liebe und Sackgassen

des Lebens. Die Texte schrieb Lewis, der schon für

drei Grammys nominiert war, alle selbst. Es lohnt sich,

genau hinzuhören und mitzulesen! Ein durch und durch

gelungenes Solodebüt! Innenhülle mit allen Songtexte.

249.491 K 2/P 2 26,50 €

John Mayer - The Complete 2012

Performances Collection (12“)

Schwungvoll und leicht startet die neue Platte „The

Complete 2012 Performances Collection“ von John

Mayer, auf der vier Titel seines Vorgängeralbums „Born

Pop

and raised“ in akkustischer Live-

Version sowie ein neuer Song zu

hören sind. Der Sound ist greifbar

und authentisch. Mit geschlossenen

Augen meint man fast, John Mayer

im Wohnzimmer sitzen zu haben,

so sehr lassen diese Aufnahmen mit

Akkustikgitarre die Grenze zwischen

Vinyl und dem eigenen musikalischen

Herzen verschmelzen.

Ein besonderer Leckerbissen ist der letzte Song - und

einzige Neuerscheinung auf dieser Platte - „Go easy on

me“, der, untermalt von sanft-verträumten Mundharmonikasoli,

bittet, Nachsicht zu üben, weil die Nacht lang

war und das Herz noch immer gebrochen ist. „See, my

heart barely works and its covered in dirt, it still kind of

hurts, so go easy on me. Kein Problem, John Mayer, mit

diesem Song im Gepäck darfst du uns um alles bitten!

40.413 K 1-2/P 1-2 12,50 €

TIPP!

Mississippi Fred McDowell & Johnny Woods

- Mama Says I‘m Crazy (180 g)

Blues

In seinen Liner-Notes zu dieser

Platte aus dem Jahr 1967 erzählt

Produzent George Mitchell eine

Geschichte, die sich heutzutage

aus der Perspektive einer durch und

durch zum „Business“ gewordenen

Musikszene beinah wie Märchen

liest: wie er den legendären Delta-

Blues-Gitarristen Fred McDowell an

der Tankstelle auftrieb, wo dieser

seinen Lebensunterhalt verdiente. Wie sie zu zweit

McDowells alten Kumpel Johnny Woods, den Mundharmonikaspieler

suchten, ihn schließlich betrunken und

nahezu bewusstlos auf seiner Veranda fanden. Wie sie

ihn dann vor ein Mikrofon zerrten, und die zwei Männer,

die seit acht Jahren keinen Ton zusammen gespielt hatten,

begannen, aufzunehmen - was dabei herauskam,

ist diese geniale LP, die einen längst ausgestorbenen

Blues noch einmal zum Leben erweckt, der noch so

tief in den Sümpfen, Blechhütten und Lagerfeuern des

Südens verwurzelt ist, dass er wirklich auf märchenhafte

Weise nichts mit dem zu tun hat, was heutzutage im

Musikbusiness so geschieht. Hier gibt‘s noch echte

Musik, handgemacht und mit Herzblut. Und sonst nichts.

80.364 K 2/P 2 19,50 €

Liza Minnelli - Results (180 g)

„On this album, two worlds collide“,

sagen die Pet Shop Boys über ihre

einzige musikalische Zusammenarbeit

mit Liza Minnelli. Eigentlich

sollte nur ein gemeinsamer Song

entstehen, weil den drei Künstlern

die Zusammenarbeit aber so viel

Spaß machte, wurde 1989 ein

ganzes Album daraus.

Pop Dass Liza dieser Ausfl ug in die Welt

des Synthiepop Vergnügen bereitete, hört man den

Songs an: sie packt so viel Energie und gleichzeitig

zärtliche Hingabe in ihre Interpretationen von älteren

Songs der Pet Shop Boys oder Coverversionen anderer

Künstler, dass dem Zuhörer nichts anderes übrig


leibt als fasziniert zu sein. Besonders empfehlenswert

ist Lizas Coverversion von Tanita Tikarams „Twist in

my sobriety“, in der ihre bezaubernd zarte Stimme,

Gospel-angehauchte Backgroundvoices und metallener

Synthieklang eine äußerst reizvolle Synthese eingehen.

Dieses Album ist keine Kollision, sondern Inspiration!

VIN 050 K 2-3/P 2 20,50 €

New Order - Lost Sirens

Seit 1980 aus Mitgliedern der Band

„Joy Division“ die alternative Rock/

Electro-Band „New Order“ entstand,

ist viel Zeit vergangen. Zwischenzeitlich

waren „New Order“ mit ihrem

unverkennbaren Mix aus Rock und

Dancefl oor-Electro zu einer der einfl

ussreichsten Bands der 80er Jahre

geworden, aber auch zahlreiche

Pop Trennungen und Reunions prägten

das Gesicht der Band immer wieder neu.

Aufgenommen wurden die acht Tracks nämlich bereits

2005, im Zuge der Aufnahmen zum Album „Waiting

For The Sirens‘ Call“, aber die kurz darauf erfolgte

Aufl ösung der Band ließ die Aufnahmen, die auf diesem

Album keinen Platz mehr fanden, ins Regal wandern.

Aber nach der Reunion 2012 erschien dieser qualitativ

hervorragende Nachschlag nun als Album, auf dem auch

Bassist Peter Hook noch zu hören ist, der mittlerweile

nicht mehr zur Band gehört. „Lost Sirens“ bietet den neworder-typischen

Mix aus elektronischen und akustischen

Drums, geschickt verwebten Synthie-Klängen und

poppigem Songwriting auf exzellentem Niveau. Dazu

ein Album-Cover und eine Aufmachung in dem von der

Band perfektionierten minimalistischen Stil, der allein für

sich schon ein ästhetisches Erlebnis ist, und zusätzlich

zur Platte gibt es nochmal das ganze Album als CD.

466.271 K 2/P 2 17,00 €

Smashing Pumpkins

- Mellon Collie And The Infi nite (4 LP, 180 g)

Nach den beiden Alben „Gish“ und

„Siamese Dream“ schufen The Smashing

Pumpkins mit „Mellon Collie

And The Infi nite Sadness“ 1995 ihr

Magnum Opus und begeisterten

sowohl Kritiker als auch Publikum.

Das Album erhielt unzählige

Auszeichnungen (darunter sieben

Grammy-Nominierungen und der

Rock erste Platz der US-Billboard-Charts)

und gilt weithin als komplexestes und vielseitigstes

Werk der Band.

Eingespielt noch in der Urbesetzung (Corgan/Iha/Wretzky/Chamberlin),

gehörte diese spätestens mit jenem zur

Speerspitze des Alternative-Rocks der Neunziger und

befand sich auf dem Zenit ihrer Karriere. Nun wurden die

28 Stücke, darunter Hits wie „Bullet With Butterfl y Wings“

oder „1979“, erstmalig klanglich richtig gut remastered in

einer liebevoll gestalteten Box als Luxus-Edition wiederaufgelegt.

Die Gelegenheit sich diesen einfl ussreichen

Meilenstein der neueren Rockgeschichte in der wohl

defi nitiven Ausgabe zu sichern.

Das Album kommt auf vier 180 g-Vinyl-LPs in separaten

Covern mit bedruckten Innenhüllen in einer stabilen

Kartonbox und einem Booklet mit Photos und Linernotes

sowie einem weiteren, welches die Lyrics enthält.

978.553 K 1-2/P 1-2 186,00 €

Hans Söllner - SoSoSo (2 LP)

Seit den 80er Jahren stellt sich Hans

Söllner grundsätzlich quer: quer zum

Musikbetrieb, quer zum Staat, quer

zu allen Erwartungen. Bayerischen

Reggae machte Söllner, um nicht

zu sagen, er hat ihn erfunden. Auf

seiner neuen Platte „SoSoSo“ gibt

es neben den bewährt lässigen

Reggae-Beats mit Band auch eine

Deutsch unerwartete Rückkehr zu Söllners

eher bayrisch traditionellen musikalischen Wurzeln; aber

so direkt nebeneinander gestellt klingt die spartanisch

gezupfte Gitarre im langsamen bayrischen Walzer wie

in „Unterberg“ gar nicht so sehr anders wie die Reggae-

Gitarre im Groove des Titeltracks. Und textlich bleibt sich

Söllner ohnehin treu. Der Mann, der schon seit Jahren

immer wieder beteuert, eigentlich sei alles schon gesagt,

redet und singt sich hier in manchen Songs regelrecht

in Rage: Texte wie die von „SoSoSo“, „Ihr Seids Alle

Gleich“ oder „Der Rudi“ sind wahre Wortkaskaden im

bayrischen Dialekt, poetisch gefügt, ohne Atemholen

vorgetragen, und vor allem mit Söllners unermüdlicher

Wut auf alles was schlecht läuft im „System“. Unverblümt

und zorniger denn je, so klingt Söllner auf „SoSoSo“,

aber auch unerhört witzig - so dass einem manchmal

das Lachen fast im Hals stecken bleibt.

804.411 K 2/P 2 23,00 €

TIPP!

Neil Young & Crazy Horse

- Psychedelic Pill (3 LP, 180 g)

Beinahe ein Jahrzehnt hat es gedauert:

Neil Young ist zurück, dabei sein

getreues „verrücktes Pferd“. Und

es wird nicht gekleckert, sondern

geklotzt. Gut 85 Minuten verteilt auf

fünf LP-Seiten enthält dieses Dreifach-Album

(die sechste Seite ist

nicht spielbar, sondern enthält eine

Gravur, die sich an das Albumcover

Rock anlehnt). Der 27-minütige Opener

„Driftin‘ Back“ erstreckt sich über zwei LP-Seiten. Neil

Young schien die zeitlich Einschränkung einer Langspielplatte

nicht weiter gekümmert zu haben. Passend für

zeitlose Musik. Es ist ein klassisches Neil Young-Album

geworden - doch nicht nur ein weiteres, sondern eines

seiner besten. Trockener Folk-Rock, scheinbar endlose

Soli, Neil Youngs unverkennbarer Gesang, der dreckige

Sound der Crazy Horse - es ist eine wahre Freude. Dem

Songwriting des Meisters ist die Erfahrung anzumerken

ohne dabei etwa an Frische einzubüßen. Als besonderes

Highlight oder Anspieltipp sei auf das großartige „Walk

Like A Giant“ verwiesen. „Psychedelic Pill“ kann jedem

nur wärmstens ans Herz gelegt werden, für den Neil

Young-Fan dürftes es ohnehin Pfl icht sein.

Das Dreifach-Album kommt in einem buchartigen Cover

aus festem Karton. Mastering bei Bernie Grundman

Mastering durch Chris Bellman. Gepresst bei Pallas

auf 180 g-schwerem Vinyl.

49.486 K 1-2/P 1-2 42,50 €


audiophile LPs

Aurora (180 g)

Memento - Solo Works (180 g, Limited Edition)

Jakob Kullberg - cello; Szymon

Bywalec - conductor; New Music

Orchestra.

Jakob Kullbergs Aufnahmen nordeuropäischer

Cello-Konzerte und

Solowerke auf dieser Platte sind

wirklich bestens geeignet, eine

Lanze für die so vielgescholtene

und gemiedene avantgardistische,

Klassik zeitgenössische Kunstmusik zu

brechen. Die klanglich herausragende LP beginnt mit

einer Aufnahme des zweiten Cellokonzerts, betitelt

„Momentum“, des dänischen Komponisten Per Nørgard

(geb. 1932), und wird durch zwei Solokompositionen

Nørgards, einmal für Cello und einmal für Klavier,

abgerundet. Auf der beiliegenden CD fi ndet sich die

gleiche Aufnahme des Cellokonzerts, abgerundet

durch zwei weniger umfangreiche Cellokonzerte des

Norwegers Arne Nordheim (geb. 1931) und der Finnin

Kaija Saariaho (geb. 1952). In sämtlichen dieser Werke

bestechen die Kompositionen durch einen fantastischen

modernen Umgang mit dem altvertrauten orchestralen

Klangkörper, durch originelle Formen und dialogische

Strukturen, und durch eine mitreissende Dramatik, die

sämtliche Vorwürfe prätentiöser Modernismen von sich

weisen kann. Zeitgenössische, anspruchsvolle Musik,

die aber nicht nur den Intellekt herausfordert, sondern

wirklich zum Verweilen und auch zum Genießen einlädt.

Nummeriert und limitiert auf 300 Stück.

ACD 5075 K 1/P 1 33,00 €

Analogue Productions

Tommy Flanagan - Overseas (200 g, Mono)

Tommy Flanagan - Piano; Wilbur

Littl - Bass; Elvin Jones - Schlagzeug.

Aufnahmen 1957.

Der Titel dieser Platte (auf dem

Cover wortspielend bildlich dargestellt)

aus dem Jahr 1957 ist

ganz wörtlich zu nehmen. Pianist

Tommy Flanagan befand sich

wirklich „Overseas“, in Übersee, als

Jazz sich ihm die Gelegenheit zu seiner

ersten Studio-Session als Bandleader bot, nämlich

in Schweden. Dorthin hatte ihn eine Tour mit Jay Jay

Johnson geführt, und die damals schon jazzbegeisterten

Skandinavier sahen sofort das Potential in Johnsons

Sideman, und luden ihn ins Aufnahmestudio. Zusammen

mit Bassist Wilbur Little und Drummer Elvin Jones,

gleichfalls beide Mitglieder der Combo vom Jay Jay

Johnson, legte Flanagan hier den Grundstein für eine

lange und erfolgreiche Karriere. Der gut gelaunte Mix

aus Standards und Eigenkompositionen bietet ihm und

seinen perfekt auf ihn eingestimmten Sidemen reichlich

Raum, ihre Originalität und ihr fantastisches Swing-Feel

zur Schau zu stellen. Vor allem Flanagans fi ligraner

Anschlag, und sein rhythmischer Einfallsreichtum machen

„Overseas“ zu einer ausnehmend gut gelungen

Debüt-Platte.

Die LP wurde vom analogen Masterband durch Kevin

Gray geschnitten und bei Quality Record Pressing auf

200 g-schwerem Vinyl gepresst.

APRJ 7134 K 1/P 1 34,00 €

Red Garland Quintet

- All Mornin‘ Long (200 g, Mono)

Red Garland - piano; John Coltrane

- tenor sax.; Donald Byrd - trumpet;

George Joyner - bass; Arthur Taylor

- drums. Aufnahmen 1958.

Dieses Quintett unter der Leitung

von Pianist Red Garland, das im

Herbst 1957 durch die New Yorker

Jazzclubs zog, und sich schließlich

1958 für eine Aufnahmesession im

Jazz Studio einfand, hatte damals wahrscheinlich

schon die Zuhörer für sich gewonnen noch

bevor ein Ton gespielt war, wenn sie nur die Namen der

Musiker lasen: Red Garland, John Coltrane, Donald

Byrd, Arthur Taylor - einzig Bassist George Joyner war

damals nicht gerade einer der bekanntesten Musiker

der ganzen amerikanischen Jazzszene. Aber allein sein

Solo im Titeltrack dieser Platte macht klar, dass er sich

hinter seinen berühmten Kollegen nicht zu verstecken

braucht. Überhaupt, verstecken muss sich die Musik

auf dieser Platte nicht, und das tut sie auch nicht: satte

20 Minuten dauert der coole Hard-Bop-Blues „All Morning

Long“, da folgt ein unerschöpfl iches Solo auf das

nächste, und auch die beiden Nummern der B-Seite,

„They Can‘t Take That Away“ und „Our Delight“ strotzen

nur so vor musikalischem Selbstbewusstsein. Zu Recht!

Hier sind Meister ihres Fachs am Werk, die niemandem

mehr etwas beweisen müssen. Ein echter Genuss.

Die LP wurde vom analogen Masterband durch Kevin

Gray geschnitten und bei Quality Record Pressing auf

200 g-schwerem Vinyl gepresst.

APRJ 7130 K 1/P 1 34,00 €

Billie Holiday

- All Or Nothing At All (2 LP, 180 g, 45rpm)

„All Or Nothing At All“ ist, um mit musikhistorischen

Termini zu sprechen,

in das „Spätwerk“ Billie Holidays

einzuordnen. Die große „Lady

Of Song“, die Jazzstimme aller

Jazzstimmen, ist hier schon hörbar

brüchig geworden, gesundheitliche

Probleme eines wechselvollen

Musikerlebens haben ihre Spuren

Jazz hinterlassen. Aber das hindert die

Dame mit der unverwechselbaren Diktion nicht daran,

ihr ganzes Wesen vermittels ihrer Stimme in die Geschichten

ihrer Songs fl ießen zu lassen. Der besondere

Reiz dieses 1957 entstandenen Albums besteht im

kongenialen Zusammenspiel zwischen Holiday und

ihrem langjährigen Freund und musikalischen Partner

Lester Young am Tenorsaxofon. Der subtile, leicht raue

Sound, und der locker gefügte, wie gesprochen wirkende

Rhythmus lassen sein Spiel wie eine nur minimal unter-


schiedliche Facette von Billie Holidays Gesang wirken.

Dieses musikalische Gespräch zu belauschen, macht

große Freude. Jetzt erscheint dieses großartige Album

remastert und auf zwei LPs mit 45 rpm verteilt - dem

Genuss sind keine Grenzen gesetzt.

Gepresst bei Quality Record Pressings auf 200 gschwerem

Vinyl. Mastering durch George Marino bei

Sterling Sound in den USA. Inklusive hochwertiger,

antistatischer Reispapier-Innenhülle. Klappcover.

AVRJ 8329 K 1/P 1 61,00 €

Arthaus Musik (180 g)

Jutta Hipp - Lost Tapes

- The German Recordings 1952 - 1955 (Mono)

Jutta Hipp - piano; Franz „Shorty“

Roeder, Harry Schell - bass; Karl

Sanner, Rudi Sehring - drums; Hans

Koller, Joki Freund - tenor sax.; Albert

Mangelsdorff - trombone; Attila

Zoller - guitar. Aufnahmen am 30.

November 1952 im SWF Jazztime

Koblenz, am 2. Juni 1953 im SWF

Studio in Baden Baden und am 28.

Jazz Juni1955 im SDR Studio Villa Berg

in Stuttgart.

Jutta Hipp war nicht nur eine Frau am Klavier, sie war “Europas

First Lady im Jazz und nach ihrer Auswanderung

in die USA das “Frauleinwunder“. Während des zweiten

Weltkriegs spielte sie in einer Amateur-Jazzband, nach

dem Krieg fl oh Hipp in den Westen, wo sie sich als Jazz-

Pianistin unter anderem mit dem „Jutta-Hipp-Quintett“

etablierte. 1955 siedelte sie in die USA über, wo sie als

erster europäischer Jazz-Musiker einen Vertrag bei „Blue

Note Records“ bekam. Bis zu ihrem Tod 2003 kehrte

sie nie wieder in ihre deutsche Heimat zurück. Umso

wertvoller ist diese Zusammenstellung aus Stücken

drei verschiedener Aufnahmesessions aus Jutta Hipps

frühen Jahren in Westdeutschland. Sie geben Zeugnis

von Hipps präzisem und sensiblem Spiel, das gleichzeitig

unendlich gelassen und groovy klingt. Jeder Ton sitzt,

die Stimmen ihrer Soli sind so kunstvoll miteinander

verstrickt, dass sie teilweise wie eine Bach-Invention

anmuten. Diese Platte ist ein Juwel!

Aufwendig restauriert und in erstklassiger Tonqualität.

Inklusive Download-Code.

IO 1721 K 1/P 1 29,00 €

Audio Fidelity (180 g)

Marianne Faithfull - Broken English

In den 60er Jahren hatte sich Marianne

Faithfull zwar einen gewissen

Ruf als Singer-Songwriterin der

Flower-Power-Ära erworben, aber

schon bald machte sie eigentlich nur

noch Schlagzeilen durch ihr Verhältnis

mit Mick Jagger, Drogenexzesse

und Selbstmordversuche. Erst 1979

gelang es der Sängerin, die von den

Pop meisten schon völlig abgeschrieben

worden war, mit „Broken English“ endlich auch mit ihrer

Musik in die Schlagzeilen zu kommen. Kritiker lobten das

verstörend provokative Album, Faithfull selbst nannte es

viele Jahre später ihr „Meisterwerk“. Ihr zerstörtes Image

und die von Drogen- und Alkoholkonsum arg ramponierte

Stimme erwiesen sich keineswegs als Handicap, sondern

als die heimlichen Glücksbringer dieses Albums.

Faithfull ließ ihre kaum wiederzuerkennende heisere

Stimme in ein Gewand aus düsterem New-Wave und

Punk-Rock einhüllen, und sang in unverblümten Worten

von Verlassen und Betrügen, von Krieg und Terrorismus,

vom Zerfallen der Illusionen. Von der ehemaligen

Flower-Power-Ikone kommend, traf ein solches Album

den Nerv der Zeit mit der Wucht einer Abrissbirne, und

auch heute noch hat es von seiner zynisch ehrlichen

Wirkung kaum etwas eingebüßt.

Remastering durch von Kevin Grey bei Cohearent Audio.

Limitierte Ausgabe mit fortlaufender Seriennummer.

AFZ 148 K 1/P 1 35,00 €

Sade - Promise

Pop

1984 war die Band „Sade“ mit ihrem

Debütalbum „Diamond Life“ und der

unvergessenen Single „Smooth

Operator“ auf einer ungeahnten

Welle des Erfolgs geritten, und nicht

einmal ein Jahr später kam mit „Promise“

ein richtig starker Nachfolger

heraus. Zwar stürmte dieses zweite

Album nicht mehr ganz so rasant

die Charts empor wie „Diamond

Life“, schließlich war der neuartige Sound zwischen

Smooth-Jazz und Soft-Pop jetzt keine Überraschung

mehr für die Fans der Band - aber auf lange Sicht sollte

„Promise“ sich sogar als kommerziell erfolgreicher als

das gefeierte Debüt-Album erweisen. Deutlich jazziger

klingt so manches auf „Promise“, Songs wie „Jezebel“

oder „Is It A Crime“ leben von überreichen harmonischen

Wendungen und lyrischen Melodien. Die exotische

Stimme von Sängerin Sade Adu ist herrlich eng mit

den Arrangements der Band verwoben - im Ganzen

bietet „Promise“ den auf „Diamond Life“ etablierten

typischen Sade-Sound, aber noch eine Spur perfekter,

ausgereifter und jazziger.

Limitierte Aufl age mit fortlaufender Seriennummer. Das

Mastering übernahm Kevin Gray.

AFZ 139 K 1/P 1 35,00 €

Decca / Speakers Corner (180 g)

Igor Stravinsky - Symphony In C,

Symphony In Three Movements

Ernest Ansermet dirigiert das

L‘Orchestre de la Suisse Romande.

Aufnahmen April 1960 in der

Victoria Hall in Genf, Schweiz durch

Roy Wallace.

Das Musik des Neoklassiszismus,

deren hauptsächlichen Vorzug

der Musikphilosoph Theodor W.

Adorno darin sah, das Zerfallen der

Klassik klassischen Musik zu verdeutlichen,

hatte in Wahrheit gänzlich andere Zielsetzungen, und

kaum ein Komponist ging kreativer mit diesen Zielsetzungen

um als Igor Stravinsky: die Klarheit der Form

und der Struktur, die Konzentration auf Melodien, Motive

und Themen, das waren zentrale Gedanken in Strawins-


kys mittlerer Schaffensperiode der vierziger Jahre, zu

der auch die beiden Symphonien auf dieser Platte zu

rechnen sind. Komponiert in den Jahren 1940 und 1945,

zeigen diese beiden Werke eine kompositorische und

stilistische Herangehensweise, die eigentlich mit einem

dürftigen Epochenbegriff wie „Neoklassizismus“ gar

nicht mehr zu fassen ist. Der Strawinsky der vierziger

Jahre ist zwar harmonisch nach wie vor hemmungslos

experimentierfreudig, doch stehen Harmonik und

Rhythmik nicht mehr im Zentrum seines Stils. Vielmehr

ist es ein zwar tonaler, aber doch höchst eigenwilliger

melodischer Gestus, der eingekleidet in ein ebenso

schillerndes wie kantiges orchestrales Klanggewand

das Wesen dieser beiden Symphonien bestimmt. So

schwebt Strawinskys Klangsprache reizvoll zwischen

moderner Kargheit und überschwänglichem Orchestersatz.

Beide Aspekte werden von Ernest Ansermet und

dem Orchestre de la Suisse Romande transparent und

mit viel Verve umgesetzt.

SXL 2237 K 1/P 1 26,00 €

Jazz Workshop (180 g)

Carmell Jones - The Remarkable Carmel Jones

featuring Harold Land

Jazz

Ermutigt durch seinen Erfolg bei

einem Bandwettbewerb an der

Universität brach der 1936 in Kansas

City geborene Jazz-Trompeter Carmell

Jones im Alter von 25 Jahren

sein Studium ab und zog nach Los

Angeles, um noch im selben Jahr

seine Debüt unter eigenem Namen

aufzunehmen. Mit von der Partie

Tenorsaxofonist Harold Land (bei

dessen Band Jones auch spielte) sowie Gray Peacock

(Bass), Leon Pettis (Schlagzeug) und Frank Strazzeri

(Piano). Jones‘ an Clifford Brown erinnerndes Spiel ist

vielschichtig und technisch auf höchstem Niveau. Das

leider etwas in Vergessenheit geratene Album besticht

durch enorme Spielfreude und Lebhaftigkeit. 1964

schloss sich Carmell Jones übrigens der Horace Silver-

Band in New York an, verließ diese jedoch bereits 1965

wieder und ging nach Europa (zunächst Berlin), wo er

bis in die 80er Jahre blieb, bevor er schließlich nach

Kansas City zurückkehrte. Limitiert auf 500 Exemplare.

JW 033 K 1/P 1 30,00 €

Rene Thomas Quintet - Guitar Groove

Rene Thomas - guitar; J.R. Monterose

- tenor sax.; Hod O‘Brien

- piano; Teddy Kotick - bass; Albert

Heath - drums. Aufnahmen am 7.

und 8. Spetember 1960 in den Nola

Penthouse Studios in New York

City, USA.

Der belgische Jazz-Gitarrist Rene

Thomas gehört sicherlich zu den

Jazz größten Jazz-Gitarristen der 60er

Jahre, blieb aber einem größeren Publikum eher verborgen.

Seinen Ruf in Jazzmusikerkreisen als virtuoser

Gitarrist baute er in den frühen 50er Jahren in Paris auf,

wo er u. a. mit Chet Baker spielte. Mitte der Fünziger

zog er in die USA und spielte mit zahlreichen Jazz-

Größen wie Miles Davis, Sonny Rollins, Zoot Sims oder

Jackie McLean, bevor er 1962 nach Paris zurückkehrte.

Während seiner Amerika-Phase entstand sein wohl

bekanntestes Album „Guitar Groove“ zusammen mit

dem Tenorsaxofonisten J. R. Monterose. Die sieben

Stücke darauf strotzen nur so vor Spielfreude, Thomas

und Monterose harmonieren in beeindruckender Weise,

besonders bei den drei von Monterose geschriebenen

Nummern. Die Mehrzahl der Stücke sind temporeich

und swingend, wie der Standard „Like Someone In

Love“, aber auch langsamere und sehr lyrische, wie

die Thelonious Monk-Ballade „Ruby My Dear“, befi nden

sich auf dem Album. Dieses muss leider immer noch als

Geheimtipp bezeichnet werden und sei daher besonders

dem Jazz-Gitarren-Liebhaber ausdrücklich empfohlen.

Limitiert auf 500 Exemplare.

JW 032 K 1/P 1 30,00 €

Naim (180 g)

TIPP!

Neil Cowley Trio - The Face Of Mount Molehill

Neil Cowley - piano; Rex Horan -

bass; Evan Jenkins - drums; Leo

Abrahams - guitar; & strings. Aufnahmen

2012 in den RAK Studios

durch Dominic Monks.

Ein gewitzter Kritiker beschrieb das

Neil-Cowley-Trio einmal als „das

Esbjörn-Svenson-Trio auf Speed

mit der Attitüde von Motörhead“. Da

Jazz ist was dran. Wie die schwedischen

Jazzer vom „E.S.T.“ schlägt auch die Truppe um Pianist

Neil Cowley mit klassischer Piano-Trio-Besetzung

gänzlich unklassische Wege ein. Aber anders als „E.S.T.“

suchen Neil Cowley und seine Mannen nicht die Nähe

zum smoothen Popsound, sondern lassen eher Cowleys

Wurzeln als Rock‘n‘Roll-Keyboarder mit reichhaltiger

Kneipenerfahrung hörbar werden. Wohlgemerkt, das

ist nach wie vor Jazz, ganz klar. Guter, technisch hoch

versierter, instrumentaler Jazz. Aber mit viel Rocksound

im Blut. Vor allem Drummer Evan Jenkins tut hier einiges

für die gänzlich unjazzige Härte. Dazu kommt noch eine

Prise musikalischer und irgendwie typisch britischer,

trockener Humor, aber auch ein Hauch fast skandinavisch

anmutender Melancholie - und so reizt „The Face

Of Mount Molehill“ (zu deutsch etwa: Die Steilwand des

Maulwurfshügels) zum Erklimmen.

Naim 182 K 1/P 1 26,00 €

Huey And The New Yorkers - Say It To My Face

“I wanted to take all the music I love

and put it into one record. Can you

do a straight-up funk song mixed

with country-western, mixed with

rock‘n‘roll, mixed with a ballad and

a Bob Dylan-esque song? Yeah,

you can. Its called Huey and the

New Yorkers, Say It To My Face.“

Das sagt Huey Morgan, Frontman

Pop der Fun Lovin Criminals, selbst über

sein Solo-Debut. Und wenn man die Platte hört, weiß

man sofort, was er meint: er schuf einen belebenden Mix

aus Rock, Funk und Countryelementen, bei dem man

zwar oft nicht weiß, wie man ihn einordnen soll, aber


andererseits: wer braucht schon eindeutige Kategorien,

um gut gemachte Musik zu erkennen?

Man kann fast von Glück reden, dass sich die „Fun Lovin

Criminals“ gerade eine Pause gönnen, die Huey sehr

kreativ für seine musikalische Lebenscollage genutzt

hat. Bleibt zu hoffen, dass dies erst der Anfang ist und

noch viele so inspirierte Soloalben folgen!

Naim 181 K 1/P 1 26,00 €

Original Recordings Group (180 g)

Duke Ellington - Jazz Party in Stereo

(2 LP, 45 rpm, 180 g, Limited Edition)

Aufnahmen 19. Februar 1959.

Nicht viele Jazzplatten sind so

hervorragend wie diese hier dazu

geeignet, dieses eine besonders

faszinierende Merkmal des Jazz

zu demonstrieren: wenn eine Reihe

guter Jazzer zusammenkommt,

dann brauchen sie nicht viel, nur

ein paar Noten und ein paar kleine

Jazz Absprachen, und schon können

Sie zusammen spielen. Egal welcher Stil, egal welche

Besetzung, egal welches Stück. Und so kommt es mitunter

zu so kuriosen Zusammentreffen wie der „Ellington

Jazz Party“: mehr oder minder spontan und ungeplant

trafen 1959 im Studio Duke Ellingtons berühmte Big

Band und ein von ihm ins Leben gerufenes Ensemble

aus neun klassisch ausgebildeten Percussion-Spielern

zusammen. 28 Musiker sind zwar nicht leicht zu koordinieren,

aber ein Meister-Arrangeur wie Ellington macht

so etwas mit links. Und was man mit einer Big Band,

Vibrafon, Marimbafon, Xylofon und einem riesigen

Sammelsurium aus Triangeln, Trommeln und allerlei

anderem Schlagwerk veranstalten kann, das zeigt diese

Platte mit Wucht und Swing. Und als ob noch nicht genug

Musiker im Studio stünden, gesellen sich auch noch

namhafte Gaststars wie Jimmy Jones (Piano), Jimmy

Rushing (Vocals) und Meistertrompeter Dizzy Gillespie

hinzu! Diese Jazzparty ist Gott Sei Dank nicht nur für

geladene Gäste. Und in der remasterten Fassung auf

zwei LPs mit 45 rpm kommt nicht nur der satte Sound

des Ellington-Orchestra, sondern auch die originelle

Raumaufteilung fantastisch zum tragen.

Gemastert von Bernie Grundman für ORG von den

original Analog-Masterbändern, gepresst bei RTI.

Klappcover mit fortlaufender Seriennummer. Limitiert

auf 2.500 Exemplare.

ORG 131 K 1/P 1 75,00 €

Charles Mingus - Mingus Ah Um

(2 LP, 45 rpm, 180 g, Limited Edition)

Charles Mingus - Kontrabass;

John Handy - Saxofon, Klarinette;

Booker Ervin - Tenorsaxofon; Shafi

Hadi - Saxofon; Willie Dennis &

Jimmy Knepper - Posaune; Horace

Parlan - Klavier; Dannie Richmond

- Schlagzeug. Aufnahmen 1959 in

den Columbia 30th Street Studio in

New York City, USA.

Jazz Vielen Fans des Bassisten Charles

Mingus gilt „Mingus Ah Um“ aus dem Jahr 1959 schlecht-

hin als das ultimative Jazz-Album. Und diese Haltung

hat auch viel für sich: Dienst nach Vorschrift wird auf

„Mingus Ah Um“ sicher nicht gespielt. Schon die ersten

beiden Stücke zeigen Mingus als originellen Komponisten

und Arrangeur: der lebendige, gospel-inspirierte

Jazz-Waltz „Better Git It In Your Soul“, und gleich darauf

das tieftraurig bluesige „Goodbye Pork Pie Hat“, eine

Elegie auf den kurz zuvor verstorbenen Lester Young

- beide Stücke sind zu Recht zu Legenden geworden.

Mingus schafft es in jedem Stück dieser Platte, seine

persönliche Klangsprache als Komponist mit dem individuellen

Sound seiner sieben Mitmusiker in perfekte

Harmonie zu bringen.Kein Jazzfan, der etwas auf sich

hält, sollte diese LP in seiner Sammlung fehlen lassen.

Klanglich ist diese feine Scheibe eine Wucht. Die analogen

Bänder dieser Aufnahme wurden von Schnittlegende

Bernie Grundman überarbeitet und auf zwei 180

g-LPs mit 45 rpm umgeschnitten. Das Album erscheint im

schweren Klappcover mit der Rückseite der Originalaufnahme

im Inneren. Man sollte sich jedoch nicht zu sehr

vom Hinweis auf die notwendigen 33 Umdrehungen für

die stereophone Wiedergabe der Columbia-Stereo-LP

beeindrucken lassen. Mit 45 Umdrehungen klingt es

wirklich viel, viel besser.

ORG 130 K 1/P 1 75,00 €

TIPP!

Premium Records (180 g)

Various Artists - Best Audiophile Oldies

Pop

Wenn sich jemand fragt, welchen

Zweck Remastering-Prozesse

haben, dann möge er sich diese

Platte anhören. Sie enthält 14

exquisit ausgewählte Liebeslieder

(XRCD-Remastering) von Nat King

Cole über Connie Francis bis Paul

Anka, die allesamt ein unglaublich

perfektes, glanzvolles Klangerlebnis

bieten. Durch das Remastering

wird der akustische Spielraum zwischen den zartesten

Geigenklängen, inbrünstigem Gesang und einer einzelnen,

quengelnden Gitarrensaite bis aufs Äußerste

ausgelotet. Kein verwaschener „Alt“-Klang, nein, die

Songs wirken, als seien sie gerade eben aufgenommen

und hochwertigst auf LP geschnitten worden. Wunderbar

die stimmungsvolle Melancholie, mit der Andy Williams

seine Gefühle in „Autumn Leaves“ beschreibt oder auch

die deutlich hörbare Mehrstimmigkeit bei „Silence is

Golden“. Wer so noch nie das Tremolo in Ray Petersons

Stimme bei „Tell Laura I Love Her“ gehört hat, wird

hier vor Überraschung sprachlos sein. Diese Platte ist

„sealed with a kiss“, ein Kuss für die Ohren. Klappcover.

PR 27961 K 1/P 1-2 65,00 €

Pure Pleasure (180 g)

Etta James - dto. (Mono)

Etta James - vocals & band.

Bevor Etta James 1961 mit „At Last!“ bei Chess Records

ihr legendäres Debüt-Album herausbrachte und eine

Weltkarriere als R‘n‘B-Sängerin begann, hatte sie 1955

einen heute noch unvergessenen Nummer-1-Hit mit

„Roll With Me Henry“. In den sechs Jahren zwischen

diesem Hit und ihrem ersten Album entstanden bei


Rock

verschiedenen Labels diverse Aufnahmen,

die es auf dieser schlicht

„Etta James“ betitelten Kompilation

zu hören gibt. Die zehn Songs

(natürlich darf auch hier „Roll With

Me Henry“ nicht fehlen) zeigen die

junge Etta James noch weniger

als Rhythm-and-Blues-Sängerin,

sondern eher im Rock‘n‘Roll angesiedelt.

Als Frontfrau so mancher

routinierten Studio-Rock‘n‘Roll-Band wusste Etta James

im überwiegend männlich dominierten Musikbetrieb

der 50er-Jahre trotz ihrer Jugend schon souverän zu

überzeugen, und die Musik auf diesem Album klingt

einfach nach einer tollen, unbeschwerten Sängerin,

die frei vom Erfolgsdruck späterer Jahre einfach einen

Riesenspaß an ihrer Musik hat. Und den kann man

auch nachvollziehen.

CLP 5360 K 2/P 1 26,00 €

Cassandra Wilson - Belly Of The Sun (2 LP)

Cassandra Wilson - sardo, guitar;

Kevin Breit - vocals, mandolin,

guitar, banjo, bouzouki; Olu Dara -

trumpet; Rhonda Richmond - vocals,

piano; Mark Peterson - bass; Xavyon

Jamison - drums; Jeffrey Haynes -

percussion; u.a.

Für ihr 2002 erschienenes Album

„Belly Of The Sun“ ging Cassandra

Blues Wilson zurück zu ihren Anfängen,

und auch zu den Anfängen der Musik, die sich macht:

nach Mississippi, ins „Delta“, wo der Blues geboren

wurde. Die Jazzsängerin bezog mit ihren Musikern eine

verlassene Bahnstation irgendwo im tiefen Süden, und

fi ng an, ein Blues-Album zu machen. Aber wie immer bei

Cassandra Wilson lagerten sich wie von selbst allerlei

andere Genres an die mystisch hypnotische tiefe Samtstimme

an, und bald sprossen aus dem Blues wieder

Jazz, Folk, Country und ein wenig Latin. So sind auf

„Belly Of The Sun“ nicht nur Songs von Mississippi Fred

McDowell oder Robert Johnson vertreten, sondern auch

Bob Dylan oder The Band, und sogar Antonio Carlos

Jobim. Und auch viele Eigenkompositionen. Aber was

sich zunächst wie eine wirre Zusammenstellung anhört,

wird von Wilson und ihrer originellen Akustik-Band so

glaubwürdig und subtil an den Blues angebunden, dass

man ganz intuitiv begreift, warum man ein solches Album

nur in Mississippi aufnehmen kann: hier kommt alles

her. Ein tolles, eigenwilliges und vielseitiges Album.

BST 35072 K 1/P 1 38,50 €

Reference Recordings (200 g)

Mozart - Piano Concertos (2 LP)

Gerhard Schwarz dirigiert das Seattle Symphony Orchestra;

Eugene Istomin - piano. Aufnahmen am 10. Oktober

1955 im St. Thomas Center in Bothell, Washington, USA.

Das Programm dieser Platte ist opulenter als es zunächst

erscheinen mag: die späten Klavierkonzerte Mozarts

gehören nicht nur zu den umfangreichsten Werken

dieser Gattung in Mozarts Schaffen, sondern auch

zu denen, die nach der größten Orchesterbesetzung

verlangen. Aus dieser letzten Gruppe von Mozarts

Klavierkonzerten griff man für diese

Aufnahme mit Eugene Istomin und

dem Seattle Symphony Orchestra

unter Gerard Schwarz mit Nr. 21

in C-Dur und Nr. 24 in C-Moll die

beiden bekanntesten und zugleich

kontrastierendsten heraus. Während

das C-Moll-Konzert (eines von

nur zwei Klavierkonzerten Mozarts

Klassik in Moll) durch einen profunden düsteren

Charakter besticht, der fernab jeder Theatralik

zu Hause ist, stellt das C-Dur-Konzert eine Meisterleistung

Mozarts in Eleganz, Majestätik und Heiterkeit

dar. Eugene Istomin, der Pianist dieser Aufnahme aus

dem Jahr 1995, nennt das Besondere dieses Konzerts

„seinen Gebrauch von Klischees zur Erzeugung von

Wundern. Man weiß, was passieren wird, aber wenn es

passiert, ist es wunderbar überraschend, frisch und für

die Ewigkeit.“ Das Seattle Symphony Orchestra scheut

sich nicht vor einem für Mozart sonst eher unüblichen

großen Orchesterklang, Istomin bewegt sich souverän

im Grenzgebiet zwischen Werktreue und Verspieltheit.

Und besonders hervorzuheben ist die reiche und warme

Klangqualität des Remasterings durch Paul Stubblebine.

Opulenter geht Mozart kaum.

Verantwortlich für die Aufzeichnung war Toningenieur

„Prof.“ Keith Johnson, das Half-Speed Mastering für

die 200 g-Doppel-Vinyl-LP übernahm Paul Stubblebine.

RM 2506 K 1/P 1 52,00 €

TIPP!

Yarlung Records (180 g)

Petteri Iivonen - Art Of The Violin

Petteri Iivonen - violin; Kevin Fitz-

Gerald - piano. Aufnahmen vom

9. bis 16. Juni 2008 in der Alfred

Newmann Hall in Los Angeles, USA.

Das Debüt-Album des fi nnischen

Geigen-Virtuosen Petteri Iivonen

aus dem Jahr 2009 begnügt sich

mit einer kleinen und eleganten,

aber gerade in ihrer Treffsicherheit

Klassik umso spektakuläreren Stückauswahl.

Im Zentrum stehen zwei Monumente des Violin-

Virtuosentums: J. S. Bachs Chaconne aus seiner Partita

Nr. 2 für Solo-Violine, eine wahrer Prüfstein für jeden

Geiger, und Claude Debussys letzte Komposition, seine

Sonate für Violine und Klavier in g-moll. Eingerahmt

werden diese beiden Werke von Kompositionen neueren

Datums, geringeren Bekanntheitsgrads aber von

enormer Wirkung: den Auftakt macht Eugne Ysayes

Sonate in a-moll für Solo-Violine aus dem Jahr 1923 -

unverkennbar von Bachs Partiten inspiriert, aber voller

faszinierender Einfälle moderner Klangsprache. Den

Schlussstein schließlich bildet eine speziell für Petteri

Iivonen in Auftrag gegebene Komposition von David

Lefkowitz, Variationen über ein hebräisches Volkslied.

In diesen vier so unterschiedlichen Kompositionen zeigt

Iivonen eine solche Bandbreite an Klangfarben, Timbres,

Stimmungen und Dynamik, dass einem die musikalische

Zeitreise von Bach bis Lefkowitz ebenso mühelos wie

aufregend erscheint.

Rein analoge Aufnahme. Mastering durch Steve Hoffmann

und Bob Attiyeh. Vinyl-Mastering durch Doug Sax

und Sangwook Nam.

95.990 K 1/P 1-2 35,50 €

TIPP!


Berliner Meister Schallplatten (180 g, Dirketschnitt, Limited Edition)

Mit dem Label “Berliner Meister-

Schallplatten” hat 2012 ein neuer

Akteur die Bühne des Musikmarkts

betreten, der Freunden der Vinyl-

Kultur sicher noch viel Freude machen

wird. In den eigenen Tonstudios

der “Berliner Meisterschallplatten”,

werden diese Schallplatten im

Direktschnittverfahren hergestellt,

was für eine überragende Klangqualität bürgt.

Bolivar Soloists - Musica De Astor Piazolla

Efrain Oscher - flute, arrangeur,

conductor; Rhodri Clarke - piano;

Juan Manual Gonzles - violin; Pablo

Bercellini - violoncello; Johane

Gonzles - bass. Aufnahmen am 17.

Januar 2012 in den Emil Berliner

Studio, Berlin.

Die „Bolivar Soloists“, ein fünfköpfiges

lateinamerikanisches Kam-

Klassik mermusikensemble, machten erst

in jüngster Zeit als Begleiter des spanischen Tenors

Rolando Villazon auf sich aufmerksam. Auf dieser Platte

begeistern die fünf Musiker mit Instrumentalwerken von

Astor Piazzolla. Die Musik des König des Tango Nuevo

liegt den „Bolivar Soloists“ hörbar im Blut. Besonders die

anspruchsvollen konzertanten Werke wie „Oblivion“ oder

die „Fuga y Misterio“ aus Piazzollas Tango-Oper „Maria

De Buenos Aires“ werden mit ebenso viel Herzblut wie

Präzision und einem großartigen Gespür für Dynamik

und Klangfarben dargeboten. Hervorzuheben sind auch

die sehr gut gemachten Arrangements, die Piazzollas Orchesterwerke

auf die Besetzung mit Violine, Cello, Bass,

Flöte und Klavier herunterbrechen, ohne dabei merklich

an Wirkung einzubüßen. Die Direktschnittaufnahme

wird nur vom - zu Recht! - begeisterten Applaus des

Studiopersonals und der Musiker selbst unterbrochen.

Von klassisch zugeknöpfter Zurückhaltung keine Spur.

Und das tut dieser Musik sehr gut.

BMS 1202 K 1/P 1 35,00 €

Paavali Jumppane - Piano Recital

Jean Sibelius - Impromptu in B minor, op. 5 No.5

Wagner - Isoldens Liebestod (transcr. Franz Liszt)

Beethoven - Piano Sonata No. 30 in E major, op. 109

Paavali Jumppanen - piano. Aufnahmen am 10. Januar

2012 im Meistersaal, Emil Berliner Studio, Berlin, von

Stephan Flock und Maarten de Boer.

Als das junge deutsche Label „Berliner Meister Schall-

Da capo...

Schallplatten

Karolinenstraße 36

90763 Fürth

Tel. : 0911 / 785 666

Fax.: 0911 / 785 650

Klassik

platten“ für seine Direct-To-Disc-Reihe

Musiker suchte, fand es in dem

fi nnischen Pianisten Paavali Jumppanen

einen begeisterten Partner:

Jumppanen fand große Freude an

der Vorstellung dieser so speziellen

und fordernden Aufnahmesituation,

die den Nervenkitzel des Live-Konzerts

mit den ursprünglichsten und

fasziniernendsten Besonderheiten

der Vinyl-Aufnahme kombiniert. So stellte er für seine

Aufnahmesession ein Programm von Soloklavierstücken

zusammen, das an die goldene Ära der Schallplatte

erinnern sollte: Liszts Wagner-Transkriptionen, Sibelius‘

Impromptus, Beethovens späte Klaviersonaten - mit

dieser traditionellen aber feingeistigen Stückauswahl

macht sicher Finne auf dieser Platte schnell Freunde,

denn nur wenige Pianisten beherrschen es so wie

er, den Gestus der romantischen Klaviermusik ohne

Kitschgefahr und doch enorm gefühlvoll darzubieten.

Zum Genießen.

BMS 1201 K 1/P 1 35,00 €

Mendelssohn Kammerorchester Leipzig

- Occident & Orient

Klassik

Kinan Azmeh - clarinet; Mendelssohn

Kammerorchester Leipzig

dirigiert von Aurlien Bello.

Die reizvoll fremdartige Musikkultur

des Orients und deren Kontrast

zur Musik Europas hat schon seit

Jahrhunderten Komponisten beider

Kulturkreise fasziniert und angeregt.

Diese Historie der vertonten Kontraste

wurde auf dieser herrlichen

Platte durch das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig

unter Arelien Bello ausschnittsweise eingefangen. Neben

den charmant klischeehaften türkischen Märschen

von Lully und Beethoven stehen hier zeitgenössische

Kompositionen des deutschen Perkussionisten Peter A.

Bauer und des syrischen Klarinettisten Kinan Azmeh,

die beide auch als Solisten in ihren Werken auf dieser

Platte zu hören sind. Wie immer beim Label „Berliner

Meister Schallplatten“ entstand auch diese Aufnahme im

aufwändigen Direct-To-Disc-Verfahren: jede Seite wurde

komplett in einem Take aufgenommen. Die konzertante

Anspannung ist dabei vor allem in Kinan Azmehs halb

improvisierten Soli beinah mit Händen zu greifen, und

sorgt gemeinsam mit der fantastischen Klangqualität

für ein ganz besonderes Musikerlebnis.

BMS 1203 K 1/P 1 35,00 €

Unsere Öffnungszeiten:

täglich 1200 - 1800 Uhr

Sa. 1030 - 1300 Uhr

letzter Samstag im Monat geschlossen

www.dacapo-records.de

e-mail: info@dacapo-records.de

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