abgedruckte Postkarte auf Seite 27 - Menschen für Tierrechte ...

animal2000

abgedruckte Postkarte auf Seite 27 - Menschen für Tierrechte ...

Ausgabe 02 Dezember 2008

BLICKPUNKT

... denn Mitleid ist zu wenig!

Rodeo Deutschland aktuelle Situation

Weltvegetarierkongress in Dresden

Hunderettung Ungarn

Delfin soll eingeschläfert werden

„Ein Tierfreund zu sein, gehört zu den größten

seelischen Reichtümern des Lebens.“

Richard Wagner

Tauben in München

Interview mit Roland Straller

Tiertransporte nach der EU-Osterweiterung

Jagd in Niederbayern


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Inhalt

02 Inhalt + Impressum

03 Vorwort

04 Tierversuchszahlen auf Rekordhoch

05 Anti-Rodeo-Kampagne

06/07 38. Weltvegetarierkongress in Dresden

08 Fischertag 2008

09 19. Tierrechtstag in München

10 Repression gegen Tierrechtler

11 Rechtshilfekonto / Peta Progress Award

12 Tierschutz im Unterricht

Aktion „Vegetarische Weihnachten“

Hinweis: Wir verzichten in diesem Heft auf die Schreibweise wie „die

TierrechtlerInnen“ und verwenden statt dessen die grammatikalisch

männliche Form „die Tierrechtler“, wenn es sich um gemischte Gruppen

handelt. Wir hoffen, dass Sie auch diese Schreibweise als politisch

korrekt empfinden.

Impressum

Herausgeber/V.i.S.d.P. animal 2ooo

Menschen für Tierrechte Bayern e. V.

Landesverband gegen Tierversuche,

Intensivtierhaltung und sonstige Formen

der Ausbeutung von Tieren

Anschrift:

Fürstenrieder Str. 143

80686 München

Telefon und Fax: 089/5469050

Redaktion:

M. Steck, T. + C. Könker,

H. Rudolph, S. Westermaier

Gestaltung:

Mitglieder von animal 2ooo

Blickpunkt ist die Mitgliederzeitung von

animal 2ooo Menschen für Tierrechte

Bayern e.V.

www.animal2000.de

13 Tauben / animal 2ooo Kinowerbung

14/15 Hunderettung aus Gyula

16 Buchtipp / Zirkus Voyage

17 Die Landtagswahl und der Tierschutz

18/19 Interview mit Roland Straller

20/21 Tiertransporte

22 Kurzberichte

23 Delfinarien in Deutschland

24/25 Jagdszenen in Niederbayern

26 Historischer Erfolg

27 Postkarten – Bitte mitmachen!

Druck:

WDS Druck Bohlinger, Kempten

Auflage: 1.000 Stück

Bezugspreis:

im Mitgliedspreis enthalten

Erscheinungsweise: 2 mal jährlich

Mitglied bei:

Menschen für Tierrechte Bundesverband

der Tierversuchsgegner e.V.


Liebe Mitglieder und Freunde,

Weihnachten steht vor der Tür und ich hoffe,

das ausklingende Jahr war ein gutes für Sie

und Ihre Familien. Arbeitslosigkeit, Geldnöte

oder gesundheitliche Sorgen – wir wissen,

einige von Ihnen haben mit diesen Problemen

zu kämpfen. Aus diesem Grund freue ich mich,

dass Sie alle uns auch in diesem Jahr unterstützt

haben. Es wird damit deutlich, dass Sie

neben Ihren Problemen auch die Schwächeren

nicht vergessen.

animal 2ooo war in den verschiedensten Bereichen

für die Tiere aktiv, einen kleinen Querschnitt

darüber in diesem Heft: Zum Beispiel waren

wir beim fünftägigen Weltvegetarierkongress

in Dresden oder – wieder mal – beim Fischertag

in Memmingen vor Ort. Unsere Anti-Pelz-Modenschau

in München beim Aktionstag und der anschließende

Demozug sorgten für Aufsehen. Ein

Zirkusbetrieb, dessen Missstände bereits behördlich

dokumentiert sind, wurde von uns kontrolliert

und angezeigt. Auch Tiertransporte wurden wieder

begleitet, im Schulunterricht wurde versucht,

bei Kindern ein besseres, konkretes Verständnis

für die Tiere zu wecken. Im ungarischen Tierheim

in Gyula schufteten unsere Aktiven weiter, um dort

noch immer nötige Verbesserungen für die Tiere

voranzutreiben. So mancher Hund durfte sich auf

der Rückfahrt der Helfer über ein neues Zuhause

in Deutschland freuen.

Über die aktuelle Escada-Kampagne oder den zähen

Kampf für die Tauben in München und einiges

mehr lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Wenn ein Jahr zu Ende geht, kommt man mitunter

ins Grübeln, was man auf den Weg gebracht

hat, wo man erfolgreich war oder wo eben nicht.

Mein Ergebnis dieser Grübelei war letztendlich:

Mit unserer ehrenamtlichen Arbeit, neben normalem

Beruf und anderen Verpflichtungen können

wir zufrieden sein, wohl wissend, dass nicht alles

klappte und die Tierrechtsarbeit von uns und

den anderen Verbänden weiterhin nötig sein wird.

Erfolgsnachrichten wie die vermehrte Ablehnung

von Affenversuchen per Gericht (in München, Berlin

und jüngst auch in Bremen) können darüber

nicht hinwegtäuschen, stimmen uns aber auch

hoffnungsvoll.

In Bayern dagegen ist

leider nichts Gutes zu erahnen,

wenn man weiß,

dass unser jetziger Ministerpräsident

Horst Seehofer

als Bundeslandwirtschaftsminister

durch die

Verlängerung der Käfighaltung

für Legehennen

(nichts anderes bedeuten

seine Kleinvolieren!) nicht

nur die Hühner im Stich

gelassen hat!

Eine Bitte habe ich an

Sie persönlich: Versuchen

Sie, Ihren Freunden und Bekannten Ihre und unsere

Einstellung zu den Tieren auch beim bevorstehenden

Fest des Friedens näher zu bringen:

Weihnachten ohne Tierleid, das heißt ohne Weihnachtsbraten,

ohne Pelzbesatz am geschenkten

Wintermantel, ohne Tiere unter’m Weihnachtsbaum!

Seien Sie sicher, dass auch wir unsere Arbeit

weiterhin ernst nehmen. Dies umso mehr, da wir

wissen, Sie, unsere Mitglieder und Unterstützer,

als solidarische Mitstreiter hinter uns zu haben! In

diesem Sinne: Bleiben Sie uns gewogen, verbringen

Sie ruhige, erholsame, tierleidfreie Feiertage,

bis bald im neuen Jahr 2009,

Ihre

Margit Brücklmeier

03


04

Tierversuchszahlen auf Rekordhoch

So viele Tierversuche wie vor 20 Jahren

Mehr als 2,6 Millionen Tiere wurden im Jahr 2007 in Deutschland für Tierversuche verwendet, etwa

100.000 mehr als im Vorjahr. Damit erreichen die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft

und Verbraucherschutz herausgegebenen Statistiken einen Wert wie vor 20 Jahren. Dies ist ein

„skandalöser Rückschritt“.

Seit Beginn der offiziellen Statistiken im Jahr 1989

hatte die Zahl der im Labor getöteten Tiere zunächst

von 2,6 Millionen auf 1,5 Millionen Tiere im

Jahr 1997 abgenommen. Seither ist ein kontinuierlicher

Anstieg zu verzeichnen. Dies ist vor allem

auf die Gentechnik zurückzuführen, in der immer

mehr Mäuse ihr Leben lassen müssen. 2007 wurden

498.269 gentechnisch verändert Mäuse verwendet,

32 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche fordert

von der Bundesregierung endlich konkrete

Schritte einzuleiten, um den Aufwärtstrend zu

stoppen. „Die Politik muss endlich erkennen, dass

die medizinischen Probleme unserer Zeit nicht

durch noch so viele Tierversuche zu lösen sind“,

ist Dr. med. vet. Corina Gericke von Ärzte gegen

Tierversuche, überzeugt. Mit einem ungeheueren

Aufwand werden Millionen Tiere und Milliarden

Steuergelder verforscht, doch die Durchbrüche

bei der Bekämpfung menschlicher Erkrankungen

bleiben aus. „Es ist Zeit, endlich eine Kehrtwende

einzuleiten und modernen, tierversuchsfreien

Forschungsmethoden den Vorzug zu geben“, so

Gericke weiter.

Als besonders alarmierend bezeichnet der Ärzteverband

den drastischen Anstieg bei den Primaten.

Im Jahr 2007 wurden 2.487 Affen verwendet,

636 mehr als im Jahr zuvor.

Auch stieg die Zahl der Katzen von 586 auf 802,

die Zahl der Hunde von 4.260 auf 4.794 und die

der Pferde von 641 auf 2.546.

Verwenden Sie die abgedruckte Postkarte auf Seite 27 um gegen die Tierversuche zu demonstrieren.

Ärzte gegen Tierversuche ist eine Vereinigung von mehreren Hundert Medizinern und Wissenschaftlern,

die den Tierversuch aus ethischen und medizinischen Gründen ablehnen.

Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Landsbergerstr. 103 · 80339 München · Tel: 089 / 359 93 49 · Fax: 089 / 35 65 21 27

info@aerzte-gegen-tierversuche.de · www.aerzte-gegen-tierversuche.de


Aktuelle Situation –

Rodeo in Deutschland

Wer im Tierschutz etwas bewegen möchte, muss

Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit zeigen.

Und so beobachteten wir auch dieses Jahr wieder

die Rodeoveranstaltungen in Deutschland.

Unterstützt wurden wir dabei erfreulicherweise

auch von Mitgliedern anderer Vereine, denn immer

mehr Menschen wollen zum Ende dieser Tierquälerei,

die einzig zur Unterhaltung eines kleinen

Personenkreises stattfindet, beitragen. Leider

wurden wir – wie in den Vorjahren – fündig. Immer

wieder werden Pferde – auch ohne den verbotenen

Flankengurt – zum Buckeln gebracht. Einige

der Bullen zeigten angst- und stressbedingten

Durchfall, sobald sie in die engen Startboxen gesperrt

wurden.

Leider verfielen die Möchtegern-Cowboys in diesem

Jahr einer neue Idee: Luftballons werden

mit einem Revolver vom Pferderücken aus abgeschossen.

Selbst Laien können leicht erkennen,

wie erschrocken die Pferde reagieren, wenn so

nahe an ihren empfindlichen Ohren eine Waffe

wiederholt abgedrückt wird. Einer der Teilnehmer

dieser „Disziplin“ schlug sein Pferd brutal ins Gesicht,

weshalb er von uns mit einer Strafanzeige

bedacht wurde. Der Ritt eines Kindes auf einem

Kälbchen wurde ebenso in die Strafanzeige aufgenommen.

Das Kälbchen war derart verängstigt,

dass es praktisch aus der Startbox herauskroch

(s. Foto).

Im Jahr 2006 hatten sich die Tierschutzreferenten

der Bundesländer auf eine bundeseinheitliche

Reglementierung von Rodeoveranstaltungen

geeinigt. Dabei wurden der Flankengurt und die

Sporen, sowie das Wild Horse Race und das Bullenreiten

verboten. Doch leider zeigt die Praxis,

Total verängstigt kam das Kälbchen aus der Startbox

dass diese

Verbote vor einigen Verwaltungsgerichten nicht

standhalten. Von einem bundeseinheitlichem Vorgehen

kann keine Rede sein, solange in einigen

Bundesländern noch alles erlaubt ist und in anderen

Ländern ein eingeschränktes Verbot besteht.

Amtstierärzte fordern uns immer wieder auf, beim

Bundesverbraucherministerium auf eine entsprechende

Änderung des Tierschutzgesetzes zu

drängen, denn auch sie benötigen eine eindeutige

Handhabe.

Bitte schreiben Sie an:

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner

Postfach 14 02 70

D-53107 Bonn.

Telefax: 0228/99529-3179

poststelle@bmelv.bund.de

und fordern Sie eine entsprechende Änderung

des Tierschutzgesetzes, damit Deutschland bald

rodeofrei ist.

Und wenn Sie sowieso schon zum Stift oder zur

Tastatur greifen, können Sie auch gleich ein gutes

Wort für die Ochsen einlegen, die zunehmend

zwangsgeritten werden. Die Anzahl der Ochsenrennen

ist leider steigend. In Bayern fanden

manchmal zeitgleich Veranstaltungen an mehreren

Orten statt. In diesem Sommer gab es sogar

das erste Ochsenrennen nach bayrischem Vorbild

in Niedersachsen.

05


„Die Welt ist kein Machwerk,

und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch.

Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit

ist man den Tieren schuldig.“

Arthur Schopenhauer


38. Weltvegetarierkongress

in Dresden

„Ein Erlebnis“ dachten wir, als wir die Einladung zum Weltvegetarierkongress vom Vegetarierbund

Deutschland e. V. (VEBU) erhielten. Für uns war klar, dass wir diese Veranstaltung nicht versäumen

wollten, zumal sie im geschichtsträchtigen Dresden geplant war. In der Stadt, in der der erste Weltkongress

stattfand und die Internationale Vegetarier Union vor genau 100 Jahren gegründet wurde.

Schnell stand fest, dass wir nicht nur die Vorträge

am Kongress besuchen, sondern mit einem Infostand

präsent sein würden, zusammen mit drei

befreundeten Vereinen, den „Ärzten gegen Tierversuche

e. V.“, den „Tierversuchsgegnern Berlin

und Brandenburg e. V.“ sowie den „Tierversuchsgegnern

Saar e. V.“ Auch alle anderen Infostände

wurden gut besucht, leider gewannen wir den Eindruck,

dass interessierte Personen aus der „normalen“

Bevölkerung nicht allzu zahlreich waren.

Bei den fast 100 Vorträgen war für jeden was dabei.

Es wurden Ernährungszusammenhänge aufgezeigt,

die sich auf die menschliche Gesundheit

auswirken, aber auch auf das Klima und die Umwelt.

Spiritualität und weitere Strategien für die

Zukunft waren ebenfalls Themen. Manche Vorträge

waren voll gepackt mit vielen bekannten, aber

auch neuen Informationen, Daten und Fakten.

Andere Beiträge zeigten deutlich auf, wie automatisiert

unser alltägliches Handeln ist und wie

festgeschrieben dadurch auch die (untergeordnete)

Rolle der Tiere gegenüber den Menschen ist

– und dass es diese Automatismen durch ständiges

Hinterfragen zu durchbrechen gilt.

Der größten Zerstörung der Natur – insgesamt

gesehen der Tierhaltung und dem Verzehr von

tierischen Produkten - entgegenzuwirken, war

zudem ein Vortrag mit vergleichsweise neuen

Denkanstößen. Es wurde dargelegt, nicht vom

„Gewohnheitstier Mensch“ eine Änderung zu erhoffen,

sondern Alternativen für die Menschen zu

entwickeln, ohne dass sie auf Gewohntes und Geliebtes

verzichten müssen. Imitationsfleisch (z. B.

Seitan) ist die eine bekanntere Antwort. Tierleidfreies

Laborfleisch, das künstlich produziert wird,

aber den gewohnten Geschmack, Preis, Haltbarkeit

für die Verbraucher garantiert, wurde als neuere

Alternative zukunftsweisend dargestellt.

Die englischsprachigen Vorträge am Vormittag

wurden im Festsaal simultan übersetzt, die zahlreicheren

Nachmittagsvorträge verteilten sich

auf die vielen Räumlichkeiten des Kulturpalastes

– schwer war manchmal, sich für einen Vortrag zu

entscheiden.

Doch auch der Kultur wollten wir in dieser wunderschönen

Stadt einen Platz einräumen und nahmen

als „Touris“ an einer dreistündigen Stadtrundfahrt

teil. Den letzten Teil ließen wir allerdings für die

spontan organisierte Demo vor dem österreichischen

Konsulat sausen, um die über Wochen

eingesperrten Tierrechtsaktivisten solidarisch

zu unterstützen. Es war klasse, wie viele sich an

dem einzig „freien“, da vortragsfreien Nachmittag

für die Solidaritätskundgebung einfanden – eine

beeindruckende Veranstaltung für die mittlerweile

freigelassenen Gefangenen.

Die vegane Versorgung während des Kongresses

ließ keine Wünsche offen.

Wir – und den anderen knapp 800 Teilnehmern

ging es ähnlich - empfanden die komplette Veranstaltung

als gelungen, wohl wissend, was sie

für einen immensen Aufwand für die Aktiven des

VEBU bedeutete!

07


08

Fischertag 2008

Bereits im vergangenen Jahr engagierte sich

animal 2ooo dafür, tierschutzgerechtere Bedingungen

am Memminger Fischertag durchzusetzen

und sorgte damit für eine Menge Aufsehen in

dem kleinen Städtchen im Allgäu (wir berichteten).

Zudem kamen Verstöße zur Anzeige, deren Ausgang

noch aussteht.

Trotz massiver Anfeindungen von vielen Seiten

ließen wir uns auch in diesem Jahr nicht davon

abbringen, den Fischen eine Stimme zu geben,

um Sorge zu tragen, dass es Verbesserungen für

die Tiere gibt.

Zwar haben sich der Fischertagsverein und die

Stadt Memmingen auf ein paar wenige Veränderungen

eingelassen, dennoch sehen wir auch in

den kommenden Jahren dringend Handlungsbedarf.

So wurden beispielsweise 2008 neue Gefäße eingeführt.

Diese sind größer und haben Rollen, um

den Transport zu den Tötungszelten zu erleichtern.

Leider sind diese zum einen nicht zwingend

vorgeschrieben und zum anderen bezweifeln nicht

nur wir, sondern auch das Bayerische Landesamt

für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL),

dass der Transport in rollenden Behältnissen auf

Kopfsteinpflaster für die Fische gut ist.

Des Weiteren wurden Vorkehrungen getroffen, um

ein schnelleres und schmerzfreieres Töten in den

Tötungszelten zu gewährleisten. animal 2ooo fordert,

die Anzahl der Tötungszelte zu erhöhen, um

Warteschlangen und weite Wege zu vermeiden,

und die Pflicht, die Fische von kundigen Personen

vor Ort töten zu lassen. So entfällt ein langes qualvolles

Leiden im Eimer auf dem Weg zu den Fischern

nach Hause und vermeidbare Schmerzen

bei unsachgemäßer Tötung.

Die Beobachtungen vor Ort zeigen jedes Jahr aufs

Neue, wie wenig das Leben eines fühlenden Lebewesens

wert ist. Fische können Schmerzen nicht

durch Laute äußern, wie es andere Tiere können.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass diese keinen

Schmerz empfinden. Studien belegen eindeutig,

dass Fische wie wir Menschen Schmerzen erleiden.

Der Stress, verursacht durch die Masse an

Menschen, die auf einmal über den Bach herfällt,

kommt hinzu.

animal 2ooo würde es natürlich begrüßen, wenn

auf diese unzeitgemäße Tradition verzichtet wird.

Der Sinn dieser Veranstaltung aus dem Mittelalter

ist längst überholt - ein Ausfischen ist heute nicht

mehr nötig. Die Feierlichkeiten würden auch ohne

ein Ausfischen auskommen. Solange dieser traurige

Brauch aber noch nicht gänzlich abgeschafft

werden kann, setzen wir uns weiterhin für Verbesserungen

für die Tiere ein!


Leserbrief zur Berichterstattung

über den Fischertag 11.11.2008


Ein Besuch bei Memminger Freunden ließ mich zufällig

den „Fischertag“ miterleben. Doch wo war ich

da hingeraten?

Eine grölende, aufgeheizte Menschenmenge, zum

Teil deutlich alkoholisiert, drängte sich durch Memmingens

Straßen. Mit wild entschlossenem Blick, als

gelte es in eine Schlacht zu ziehen, sprangen Männer,

mit Keschern bewaffnet, in den Stadtbach und

fischten aus der aufgewühlten, schlammigen Brühe

Fische, die einem Leid tun konnten. Zum Teil bereits

verletzt und mehr tot als lebendig mussten sie in engen

Eimern auf ihren Abtransport zum endgültigen

Sterben warten.

Kinder schauten zu und lernen so, wie man, wenn´s

Spaß macht, mit Tieren umgehen darf. Die Stadt

Memmingen, so höre ich, ist unglaublich stolz auf

ihren „Fischertag“. Na ja, alles Geschmacksache!

Tierschützer hätten sich bereits der Sache angenommen,

so erzählt man. Ihnen kann man nur viel

Glück und Durchhaltevermögen wünschen.

Hannelore Jaresch, Habach


19. Tierrechtstag

in München

Unter dem Motto „Stoppt den Pelzhandel“ demonstrierte

das „bündnis tierrechte“ am 4. Oktober

(Welttierschutztag) mit einer Kundgebung auf

dem Marienplatz in München für den Ausstieg aus

dem Pelzhandel. Anschließend führte ein Demozug

durch die Innenstadt. Die Organisatoren der

Kundgebung wählten das Thema Pelzhandel um

auf die ESCADA-Kampagne (www.antifur-campaign.org)

des „Global network against the fur

industry“ aufmerksam zu machen und sie zu unterstützen.

Starker Wind und einsetzender Regen konnte

die Aktiven nicht davon abhalten, die Passanten

erneut über die gravierenden Missstände in den

Pelzfarmen aufzuklären. Pünktlich um 10.00 Uhr

startete die Kundgebung. An zahlreichen Ständen

gab es wie gewohnt Informationen zu allen

Tierrechtsthemen, veganer Ernährung und tierversuchsfreien

Produkten. Die Firma Radix war

mit einem eigenen Verkaufsstand vertreten. Interessante

Redebeiträge und unsere Performance

„Die Anti-Pelz-Modenschau“ wechselten sich ab

und veranlassten unzählige Passanten zum Verweilen.

Während der Vorführung erhielten die zahlreichen

Schaulustigen über Lautsprecher Informationen

über die Zustände in den Pelzfarmen und über die

grauenvollen Tötungsmethoden.

Eine Aktivistin berichtete vom Verlauf der ESCA-

DA-Kampagne. Ausführlich ging sie auf die Repressionen

durch Polizei und Behörden ein, welchen

die Aktivisten zunehmend ausgesetzt sind.

Chris Moser, einer der 10 Tierrechtler, welche in

Österreich über drei Monate zu Unrecht inhaftiert

waren, berichtete über seine ganz persönlichen

Erfahrungen in der U-Haft.

Die Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter

(Die Linke) forderte ein Verbot der so genannten

„Pelztierfarmen“ und setzte sich für weitere Verbesserungen

im Tierschutz ein.

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Repression gegen Tierrechtler

Bericht eines Tierbefreiers

Im Herbst 2007 bildete sich in München eine Gruppe

Tierbefreier, die gegen den Echtpelzverkauf

der Escada AG kämpfen. Mit über 150 Aktionen

zeigen wir der Öffentlichkeit, dass auch namhafte

Firmen wie Escada eine gesellschaftspolitische

Verantwortung!

Vor allem zu Beginn partizipierte eine große Anzahl

von Demonstranten an den Kundgebungen

gegen Escadas Pelzverkauf. Leider änderte sich

dies schnell, als die Polizeipräsenz selbst an Infoständen

so enorm war, dass wir bei unserer Aufklärungsarbeit

permanent überwacht wurden. Von

allen Beteiligten wurden stets die Personalien verlangt.

Leider hielten diese Kriminalisierung und die

unbestreitbare Gefahr wiederholt in Polizeiakten

geführt zu werden, viele Aktivisten davon ab, sich

weiterhin an der Kampagnenarbeit zu beteiligen.

Demos gegen Escada durften wir nur in 150m

Entfernung vom Laden durchführen, obwohl laut

Versammlungsgesetz, solche Veranstaltungen in

Hör- und Sichtweite stattfinden dürfen. Wir haben

hier selbstverständlich nicht resigniert! Im Februar

wurde von uns eine Fahrradkarawane zur Fur &

Fashion initiiert, bei der wir eine Woche lang in verschiedensten

Städten gegen Echtpelzverkauf bei

der Escada und Biba demonstrierten und mit dem

Fahrrad unser nächstes Ziel ansteuerten! Auch

modifizierten wir unsere Proteste und begannen

mit nahezu täglichen Flugblattverteilungen vor

den Filialen. Durch das gezielte Ansprechen von

potentiellen Kunden wurden viele Menschen vom

Einkaufen abgehalten. So oft wir vor Ort waren, so

oft wurden wir auch durch die Polizei aufgefordert

unsere Personalien preiszugeben, außerdem des

Platzes verwiesen, mit Ingewahrsamnahme bedroht,

beleidigt und durch die Mitarbeiter verleumdet.

Minderjährige wurden beim Flugblattverteilen

von der Polizei ohne Begründung sogar verhaftet,

was zur Folge hatte, dass die Beamten angesichts

ihres unfassbaren Vorgehens von Anwohnern mit

Eiern beworfen wurden! Nicht selten mussten wir

uns Aussagen anhören: „Sind Sie geistig minderbemittelt?“

„Weil du so süß mitschreibst“ (als Begründung

für einen Platzverweis)- „Selber Schuld,

wenn ihr euch für so`nen Scheiß einsetzt“ „Ihr

kommt in Gewahrsam, wenn ihr euch noch mal

hier blicken lasst!“ „Wollen wir

mal hoffen, dass hier nicht das gleiche passiert

wie in Österreich“. Unfassbar für uns: die Polizisten

kommen mit kleinen Präsenten aus dem

Verkaufsladen herausspaziert und sprechen explizit

davon, dass sie uns davon abhalten wollen,

das Geschäftsgebaren zu beeinträchtigen.

Durch das seit Oktober in Kraft getretene, neue

Versammlungsgesetz verschärfte sich die Situation

weiter: seit neuestem erhalten wir Briefe vom

Kreisverwaltungsreferat wegen „grob ungehöriger

Handlungen“ mit der Ankündigung von Ordnungswidrigkeitsverfahren

anlässlich unserer Flugblattaktionen

nach §118 OWi. Bei unserem letzten Infostand,

bei dem Menschen darauf aufmerksam

gemacht wurden, dass Kunden eine große Macht

auf Konzerne ausüben können, werden durch die

Polizei Personalien von Menschen aufgenommen,

die ihre gesellschaftspolitische Verantwortung

wahrnehmen und sich direkt im Verkaufsladen

von Escada über den Pelzverkauf beschweren.

Den Betroffenen wurde von der Polizei mit einer

Anzeige wegen Hausfriedensbruch gedroht, den

Aktivisten ebenfalls mit Anzeige wegen Instrumentalisierung

von Pasanten. Für unsere Filmvorführungen

wurde der Ton untersagt, da dadurch

die Interessen Dritter beeinträchtigt werden

könnten. Trotz dieser zum Teil wirklich massiven

Repression werden wir weiterkämpfen, denn wir

sind überzeugt, dass nur effektive Arbeit eine solche

Gegenwehr provoziert. Allerdings erfordern

Staatseingriffe gegen erfolgreiche Kampagnenarbeit

(shac7, Österreich) eine entschlossene Opposition

und absolute Solidarität der gesamten Tierrechtsbewegung.


Solidarität muss praktisch werden!

Soliaufruf von Tierrechtlern/Tierbefreiern

Die Forderungen der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung

stehen im starken Widerspruch

zu den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen.

Daher wird versucht, Aktivisten mit Bußgeldern,

Strafverfahren und sogar Freiheitsstrafen

mundtot zu machen und weiteres Engagement zu

unterbinden. Die Betroffenen ziehen sich oft aus

Furcht vor weiterer Repression zurück. Mit dieser

Angst dürfen sie nicht allein gelassen werden!

Warum Rechtshilfe?

Durch ein solidarisches Miteinander kann dem

entgegen gewirkt werden. Neben Aufklärung und

zwischenmenschlicher Unterstützung spielt Geld

eine oft unterschätzte Rolle. Durch finanzielle

Hilfe kann den Betroffenen direkt geholfen werden.

Durch diese Entlastung sinkt auch der übrige

Druck auf die Aktivisten. Daher ist Rechtshilfe

ein unerlässlicher Bestandteil von Tierrechts- und

Tierbefreiungsarbeit.

Herzlichen Glückwunsch!

Spedition Barth

Seit zwei Jahren verleiht Peta Deutschland den

“Peta Progress Award” und zeichnet damit tierfreundliche

Errungenschaften und Engagement in

Wirtschaft und Kultur aus.

So wurden unter anderem vegetarische Gerichte,

tierfreundliche Bücher oder Produkte ohne Tierversuche

prämiert. Unter den Gewinnern 2008

waren das Modehaus C&A, welches seit langem

keine Bekleidung mit Pelz anbietet und seit

kurzem ebenso australische Wolle aufgrund des

„Mulesings“ aus den Regalen genommen hat. Neben

Thomas D., dem Radix-Versand konnte sich

auch ein langjähriges Mitglied von animal2ooo

über den Award freuen.

Was können wir tun?

Mit ein paar Euro im Monat kannst du dafür sorgen,

dass Rechtshilfe dauerhaft gewährleistet

werden kann. Wir sind nicht viele, aber gemeinsam

können wir uns gegenseitig helfen. Die Logik

ist ganz einfach: Wenn 100 Personen jeden Monat

3 Euro auf das Rechtshilfekonto einzahlen, stehen

jeden Monat mindestens 300 Euro zu Verfügung,

die in sinnvolle Unterstützung fließen können. Jeder

regelmäßige Beitrag hilft - egal wie hoch er

ausfällt! Aber 3 Euro sind für die meisten bezahlbar

und tun nicht weh. Mit einem Dauerauftrag auf

folgendes treuhänderisch verwaltete Rechtshilfekonto

des tierbefreier e.V. kannst du praktische

Solidarität leisten und dafür sorgen, dass unsere

Bewegung handlungsfähig bleibt.

Rechsthilfekonto die tierbefreier e.V.

Rechtsanwalt Loukidis

Betreff: Rechtshilfe-Soli

Kto.-Nr.: 0255180901, BLZ: 14080000

Dresdner Bank

„Tiere achten statt schlachten“ steht gut lesbar

auf den Transportlastwagen der Spedition Barth,

über die wir bereits berichtet hatten. Geschäftsführer

Markus Barth und seine Familie sind seit

vielen Jahren Vegetarier und verbreiten diese

tierfreundliche Aussage mit Hilfe der Lastwagen

in ganz Europa. An dieser Stelle wollen wir allen

Gewinnern und besonders der Familie Barth ganz

herzlich gratulieren!

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12

Tierschutz im Unterricht

Bericht von Dr. Martina Kuhtz-Böhnke

Wer als Kind Tiere quält, misshandelt später oft

auch Menschen. Deshalb ist es wichtig, schon

früh mit Kindern über die Bedürfnisse der Tiere

zu diskutieren. Bereits im Kindergartenalter ist es

Kindern leicht verständlich zu machen, dass z.B.

auch Insekten ein Recht auf Leben haben und

nicht gequält werden dürfen. Später in der Schule

sollte der Tierschutz in den Unterricht integriert

werden; er ist nicht zuletzt Gewaltprävention, ein

in unserer Zeit immer wichtiger werdender Aspekt.

Häufig ist es für die Lehrer schwierig, Entsprechendes

vorzubereiten. Es kann Vorteile haben,

einen externen Referenten einzuladen. Im Prinzip

kann jeder Tierschutzlehrer werden. In Österreich

werden für Interessierte jährlich gute Seminare

angeboten. Wir Tierschutzlehrer bauen unseren

Unterricht in der Regel ähnlich auf: Nach einem

ethischen Einstieg kommt ein Informationsteil, zum

Schluss werden Lösungsmöglichkeiten diskutiert.

Je nach Alter der Kinder können unterschiedlichste

Medien wie Filme, Hörspiele, Dias zum

Einsatz kommen. Auch das Aufführen von kleinen

Theaterstücken durch die Kinder selber kann die

Problematik spielerisch näher bringen. Die Kinder

können entscheiden, wie viel Einfluss sie selber

nehmen können. Bei der Diskussion um die Haltung

von Legehennen beispielsweise verstehen

schon Grundschüler, dass sie als Konsumenten

Aktion „Vegetarische Weihnachten“ – Vebu

Der VEBU startet auch 2008 seine Weihnachtsaktion

für vegetarische Weihnachten, bei der alle

zum Mitmachen eingeladen sind.

Das Herzstück ist ein zu verteilender oder zu verschickender

„Weihnachtsbrief“, in dem erklärt

wird, weshalb das Weihnachtsfest für viele Tiere

kein Grund zur Freude ist. Ergänzend gibt`s ein

Rezept für einen Seitan-Pilzhackbraten als Fleischalternative

für die Feiertage. Weitere Infos,

Brief zum Ausdrucken oder Bestellen unter

www.vegetarische-weihnachten.de

Verantwortung tragen. Bei der

Wahl von Süßigkeiten können

sie sich überlegen, ob sie die

darin enthaltenen Käfigeier

mitkaufen oder zu einem

anderen Produkt greifen

wollen. In diesem Alter kann

als weiteres Thema gut die

Heimtierhaltung gewählt werden. Bei der Auswahl

des Bildmaterials muss gerade in den niedrigeren

Klassen sehr behutsam umgegangen werden.

Wichtig ist uns beim Unterricht, den Kindern keine

vorgefertigte Meinung aufzudrücken, sondern sie

durch Information über bestehende Sachverhalte

zum Nachdenken anzuregen.

Tierschutz im Unterricht kann in jeder Klassenstufe

stattfinden. Das Thema und der Verlauf des

Unterichts sollte mit dem betreffenden Lehrer besprochen

werden. Eine Doppelstunde sollte mindestens

zur Verfügung stehen. In den Ferien ist es

möglich, ganze Tage zusammen mit interessierten

Schülern dem Thema Tierschutz zu widmen.

Auch Berufsschulen sind teilweise sehr offen für

entsprechende Projekte.

Bei Interesse bitte melden bei:

Dr. Martina Kuhtz-Böhnke

Mozartring 27, 84405 Dorfen

Tel.: 08081 / 954560

email: mkuhtz@gmx.de

VEBU – Vegetarier Bund Deutschland e.V.

Telefon: 05 11 / 363 20 50

www.vebu.de


Tauben in München –

ein „Ewigkeitslied“!

Seit vielen Jahren wird in München über Tauben

diskutiert. In dieser Zeit haben sich Gewinn orientierte

Betriebe eine „goldene Nase“ an den Taubenvergrämungsanlagen

(Drähte und Stacheln)

verdient.

Als sich animal 2ooo vor Jahren bei diesem Thema

„einklinkte“, kämpften bereits andere Verbände

und Einzelpersonen. Lange wurde in München

rigoros das durchdachte Taubenkonzept von

Herrn Reichart aus Augsburg (Initiative gegen

Tierversuche) abgelehnt. Dieses Konzept beinhaltet,

dass in kostengünstig zu bauenden Taubenschlägen

(z. B. in Dachböden) 90 % des Taubenkotes

verbleibt und entsorgt werden kann. Auch

die Geburtenkontrolle durch Eiaustausch findet

sich in diesem Konzept wieder.

Nach nun jahrelanger Überzeugungsarbeit fand

endlich dieses Konzept in München Gehör, mit

dem Ergebnis, dass der Stadtrat per Beschluss

im Februar 2008 die Stadtverwaltung beauftragte,

geeignete städtische Gebäude für solche Taubenschläge

zu finden. Tja, das war’s dann wieder

mal. Nun wird erneut auf der Stelle getreten,

da geeignete Gebäude - zumindest in München

– anscheinend Mangelware sind. Was deutschlandweit

in über 40 Städten funktioniert, klappt

in unserer Landeshauptstadt nicht! Ob es an den

vielen zuständigen Referaten und Ämtern liegt, die

sich gegenseitig offensichtlich nicht wohl gesonnen

sind, oder an einzelnen „Betonköpfen“ dort?

Für uns bedeutet dies weiterhin dranbleiben, für

die Tauben, überall verscheucht und schlecht versorgt

ein trauriges Dasein fristen!

animal 2ooo macht

Kinowerbung

Um den Tieren eine Stimme geben zu können,

brauchen wir Menschen, die uns zuhören. Heutzutage

wird es aber immer schwerer, Menschen

zu erreichen.

Konnten vor ein paar Jahren noch Bilder von blutigen

Tieren in engen Käfigen schocken, ist der

Großteil der Bevölkerung - abgestumpft durch Internet

und Fernsehen - bei dessen Anblick eher

gelangweilt. Aus diesem Grund hat sich animal

2ooo entschlossen, einen neuen Weg zu gehen.

Wir wollen Neugierde wecken und dabei auf

blutige Bilder verzichten. So entstand nach jahrelanger

Arbeit die Homepage www.ich-liebees-nicht.de.

Um die Seite bekannt zu machen,

haben wir uns als Medium fürs Kino entschieden.

Der Spot kann bis März 2009 in folgenden Kinos

gesehen werden:

Colosseum Center Kempten (Saal 1,4,5),

Sendlinger Tor und Leopold in München (Saal 1,3).

Wir freuen uns auf Reaktionen unserer Mitglieder

auf den Spot oder die Homepage.

animal 2ooo

spendet Öl

animal 2ooo spendete der Igelstation Memmingen

e. V. 3.000 Liter Heizöl, damit in diesem Winter die

Tiere nicht frieren müssen.

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14

Hunderettung

aus Gyula

Ein dringender Hilferuf erreichte uns im Juli diesen

Jahres von unserer langjährigen Freundin

Aniko Tolgyesi, der Gründerin und Leiterin des

Tierheimes in Gyula.

Sie füttert ihre rund 300 Hunde vorwiegend mit

Küchenabfällen des Krankenhauses in Gyula, das

ihr mehrmals die Woche in Plastiktonnen angeliefert

wird. Ohne Kühlmöglichkeit, bei 40 Grad im

Schatten werden die Abfälle natürlich sauer und

sogar die ewig hungrigen Hunde im Heim essen

sie nicht mehr. Eine wohlmeinende Tierfreundin

schlug bei diversen deutschen Tierschutzvereinen

Alarm. Leider eskalierte die gut gemeinte Aktion

dann dahingehend, dass einige Tierschützer bei

Behörden der Stadt Gyula anriefen und die dortigen

Mitarbeiter beleidigten und beschimpften.

Der Erfolg war, dass eine 27köpfige Untersuchungskommission

im Tierheim auftauchte, dort

jeden Stein umdrehte, eine Fülle bürokratischer

Beanstandungen erarbeitete (z.B. waren Tierarzneimittel

aus Deutschland vorhanden, die noch

dazu nicht unter Verschluß gehalten wurden)

und die Schließung des Heimes androhte. Gott

sei Dank half, wie so oft, die Bürgermeisterin

der Stadt, die Aniko in ihrer Not um Hilfe bat. Sie

schüttelte nur den Kopf über die Bürokraten und

sagte lediglich ein Wort: “Männer!“ Mit ein paar

Anrufen der resoluten Dame waren alle Probleme

vom Tisch – bis auf das Hauptproblem – das fehlende

Futter.

Ganz spontan und unbürokratisch half jedoch das

Ehepaar Lackner vom „Tierschutzverein Franz

von Asissi“, das uns Futterspenden zur Verfügung

stellte, Geld für Futter und Kastrationen

spendete und einige ganz arme kranke Tiere auf

Pflegestellen übernahm. Georg Schultheiß, von

ATTIS Augsburg stellte sich als Fahrer für den

Hilfstransport zusammen mit einem Mitglied von

animal 2ooo zur Verfügung.

Ganz herzlichen Dank an die „Macher“ in beiden

Vereinen für die große Hilfe.


Lazerus sucht noch ein

liebevolles Zuhause.

Von der Ungarntour Anfang August brachten wir

u.a. einen ganz jämmerlich aussehenden Hund

mit – Lazarus. Er war spindeldürr, fast haarlos und

hatte einen tennisballgroßen Hodentumor und ein

weiteres, großes Geschwür am After. Eigentlich

hatten wir vor, das Tier hier einschläfern zu lassen

– aber unsere Tierärztin räumte ihm noch reelle

Chancen ein. Nach 2 Operationen ist Lazy nun

wieder völlig gesund und genießt im Moment sein

Leben auf einem Pflegeplatz bei der „Zuflucht für

Tiere im Allgäu e.V.“ (www.zuflucht-fuer-tiere.de).

Ein ruhiges Einzelplätzchen wäre für ihn halt nun

ganz wunderbar, vor allem weil er sehr anhänglich

und ein richtiger Schmusebär geworden ist.

2008 waren wir von animal 2ooo fünf mal für jeweils

eine Woche in Ungarn. Jedes Mal war unser

Bus samt großem Anhänger vollgepackt mit

Decken, medizinischen Hilfsgütern und natürlich

jeder Menge Futter. Insgesamt dürften wir heuer

rund 15 Tonnen Futter nach Guyla gekarrt haben

– das klingt nach viel, ist aber angesichts der vielen

Tiere ein Tropfen auf den heißen Stein.

Vor Ort hat sich insbesondere Günther Merrath

verdient gemacht. Neben einer jetzt bestens funktionierenden

Stromversorgung (jedes Freigehege

hat eine wetterfeste Beleuchtung und einen

Stromstecker) wurde auch die Wasserversorgung

so weit ausgebaut, dass man mit dem Schlauch

-ohne große Mühe- in allen Gehegen fließendes

Wasser hat. Außerdem wurde von uns der Bau

von Ausläufen weiter finanziert. Micha – unser

Handwerker vor Ort – hat vier weitere Gehege mit

dem Maschendraht von den Tierfreunden Pulheim

fertig gestellt.

Nicht vergessen dürfen wir Herrn Gunther Buck,

der sich für die Beschaffung von Hundefutter eingesetzt

hat. So konnten wir bereits zweimal große

Ladungen Hundefutter mit der Memminger Spedition

Gebr. Weiß nach Gyula verfrachten.

In der Tierklinik Gyula wurden weitere Rüden kastriert

und zum ersten Mal konnten wir weibliche

Tiere zu einem Vorzugspreis sterilisieren lassen.

Dank gilt auch hier der Familie Lackner aus Augsburg,

die dafür die Anschubfinanzierung geleistet

haben.

„Viele, die ihr ganzes Leben der Liebe

widmen, können uns weniger über sie

sagen, als ein Kind, das gestern

seinen Hund verloren hat.“

Thornton Wilder

Nach jeder Fahrt nahmen wir immer die jämmerlichsten

beziehungsweise schwer kranken Hunde

mit nach Deutschland. Allen mitgebrachten Tiere

konnte medizinisch geholfen werden und sie erholten

sich erstaunlich schnell.

Ein Beispiel hierfür ist Django, vom Tierschutzverein

Franz von Asissi übernommen und gesund gepflegt.

Worte erübrigen sich. Die Bilder sprechen

für sich.

Jetzt steht der Winter vor der Tür – der in Ungarn

mit einem eisigen Wind und ebensolchen Temperaturen

auftritt. Dann ist das Abfallfutter aus dem

Krankenhaus in Gyula gefroren, da vor Ort ja keinerlei

feste Gebäude, geschweige denn Heizmöglichkeit

vorhanden sind. Wir brauchen also für den

Winter große Mengen von Trockenfutter.

Bitte lassen Sie die hungernden und frierenden

Hunde in Ungarn nicht im Stich und helfen Sie

mit einer großzügigen Weihnachtsgabe. Ein

ganz herzliches Dankeschön dafür im Voraus.

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Buchtipp: „Wovon

Schafe träumen“

Vermutlich wissen die meisten, dass

ein Schaf sicher nicht davon träumt,

seiner Wolle beraubt zu werden oder

als Stück Fleisch auf unserem Teller

zu landen. Dennoch rechtfertigen

viele Menschen ihren Fleischkonsum

damit, dass die Tiere kein Gefühlsleben

haben.

Jeffrey M. Masson hat mit „Wovon

Schafe träumen“ (Heyne Verlag, 350

Seiten, broschiert, 8,95 Euro) ein mitreißendes

Werk verfasst, das uns beweist,

wie komplex das Seelenleben

unserer sog. „Nutztiere“ ist. „Dumme

Sau“ und „blöde Kuh“ haben sich zu

Unrecht in unseren Wortschatz eingeschlichen,

wo doch Schweine und

Kühe ebenso neugierig, intelligent,

selbstbewusst sein können wie wir

Menschen.

Masson schildert von Erstaunlichem,

was ihm von Menschen, die eng mit

Schafen, Rindern oder Schweinen

zusammen leben, zugetragen wurde.

Er erzählt von Hühnern, die ihm völliges

Vertrauen entgegen bringen,

von um ihre Kälber trauernden Mutterkühen

und von einem Schwein,

welches sich nach einem Jahr noch

an den Tierarzt erinnerte, der ihm

durch eine Spritze Schmerzen zugefügt

hatte. Und dies ist nur ein kleiner

Auszug aus über 300 Seiten voll mit

beeindruckenden Geschichten und

Informationen zu unseren Mitlebewesen,

die zeigen, wie wenig Ahnung

Ottonormalverbraucher von seinem

„Schnitzel“ hat.

Zirkus:

„Vorbildliche Tierhaltung???“

Im Sommer 2008 gastierte der

Zirkus „Voyage“ in Kempten. Wie

so viele, wirbt der Zirkus auf seiner

Homepage mit „vorbildlicher

Tierhaltung“. Zwei Mitglieder von

animal 2ooo besuchten am 19.

Juli Vorstellung und Tierschau,

um sich ein Bild zu machen. Der

Zirkus hält unter anderem eine Giraffe,

ein Nashorn und ein Zebra in

Einzelhaltung, was in keiner Weise

artgerecht ist. Diese Tiere leben

in Freiheit in großen Herden zusammen

und müssen sich hier mit

einem kleinen Auslauf auf hartem

Boden begnügen. Hinzu kommt

der Stress des Transportes und

der Vorstellung. Ganz abgesehen

von dem nicht artgerechten Klima,

welchem die Tiere in Deutschland

ausgesetzt sind.

animal 2ooo fand heraus, dass gegen

den Zirkus Strafanzeige gestellt

wurde, dass die §11-TschG-Genehmigungsbehörde

Probleme sah

und im Rechtsstreit mit dem Zirkus

„Voyage“ steht. Zudem verstarben

zwei Giraffen. Dennoch darf der

Zirkus weiterhin eine Giraffe und all

die anderen Tiere halten. Die Kontrollen

der Veterinärbehörde am

Gastspielort sind unzureichend.

Oft kennen sich die Amtstierärzte

mit Wildtieren nicht aus und drücken

lieber zwei Augen zu, um der

Schreibarbeit aus dem Weg zu gehen.

Zudem ist es schwer, am Ball

zu bleiben, da sich ein Zirkus in der

Regel nur wenige Tage an einem

Ort aufhält.

Wir setzen uns für ein Wildtierverbot

im Zirkus ein, wie es bereits

in anderen europäischen Ländern

üblich ist. Die „vorbildliche“ Tierhaltung

kann es nur im Heimatland

der Tiere geben und nicht auf einer

nie endenden Reise mit dem Zirkus

quer durch Deutschland. Wir hoffen

für die Tiere, dass das längst

überfällige Gesetz kommt, welches

die Haltung von Wildtieren im Zirkus

verbietet. Eine artgerechte Haltung

ist weder im Zirkus „Voyage“,

noch in sonst einem Zirkus möglich.

Deswegen setzen Sie sich mit

uns für ein Wildtierverbot ein und

besuchen Sie keine Zirkusvorstellung

mit Tierdressuren!


Die Landtagswahl und der Tierschutz

Der von uns aufgrund der Rücknahme des Legehennenkäfig-Verbots

zum „Tierquäler der Nation“

ernannte Seehofer trat als Bundesminister

für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

zurück. Der Bundesverband „Menschen

für Tierrechte“ erklärte, dass ihm die Tiere keine

Träne nachweinen würden. Seine Nachfolgerin

Ilse Aigner kann es eigentlich nur besser machen.

Es besteht zudem eine kleine Hoffnung, dass sie

es mit dem Verfassungsrang des Tierschutzes

ernster nehmen wird: Beim ersten Versuch, den

Tierschutz in der Verfassung zu verankern (am 13.

April 2000), war die CDU/CSU-Fraktion als einzige

fast geschlossen dagegen. Es gab sehr wenige

Unionsabgeordnete, die sich durch Zustimmung

oder Enthaltung der Parteidisziplin entgegensetzten.

Ilse Aigner gehörte mit ihrer Stimmenthaltung

dazu. Es wäre sicher hilfreich, wenn SIE, lieber

Leser, Frau Aigner zum neuen Amt gratulieren

und die Hoffnung ausdrücken würden, dass sie

(als gelernte Rundfunk- und Fernsehtechnikerin)

auch eine Antenne für die Tiere hat.

In Bayern dagegen haben wir wenig Hoffnung auf

bessere Zeiten für den Tierschutz. Seehofer hat

zwar in einem Fernsehinterview zu seinen neuen

Aufgaben das Motto „Leben und leben lassen“

genannt, also das Berücksichtigen auch fremder

Lebensinteressen, aber das gilt bestimmt nicht

für Tiere. Auch wenn der neue für den Tierschutz

zuständige Umweltminister Söder durchaus fähig

wäre, eigene Akzente zu setzen, muss sich erst

zeigen, wie groß die Spielräume der Minister in

einem Kabinett Seehofer sind (Stichwort „Geschlossenheit

der Partei“).

Auch ein Blick in die Koalitionsvereinbarung zwischen

CSU und FDP lässt nichts Gutes ahnen. Im

Vertrag der großen Koalition von 2005 in Berlin war

noch gestanden „Wir werden uns auf EU-Ebene

für die Festlegung von hohen Tierschutzstandards

einsetzen, die diesem Anspruch genügen, damit

darüber hinaus gehende nationale Regelungen

möglichst nicht erforderlich werden.“ Damit ist

indirekt gesagt, dass eine 1:1-Umsetzung von

EU-Richtlinien unter Umständen bei uns rechtlich

nicht möglich ist. Nun heißt es für Bayern wörtlich:

„Wir werden EU-Richtlinien ausnahmslos 1:1 umzusetzen,

damit für die heimischen Bauern keine

Wettbewerbsnachteile entstehen.“ Das ist zwar

kein richtiges Deutsch, aber es zeigt ganz deutlich,

dass die wirtschaftlichen Interessen der Bauern

vor dem Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz

und in der Bayerischen Verfassung Vorrang haben

werden. Interessant ist, dass die Koalitionsvereinbarung

an dieser Stelle die Handschrift der FDP

trägt, heißt es doch im Liberalen Programm zur

Landtagswahl 2008 „Die bayerische FDP will (…)

eine 1:1-Umsetzung von EU-Richtlinien, damit

den heimischen Bauern keine Wettbewerbsnachteile

entstehen“. Da ist uns ein Zitat aus dem CSU-

Grundsatzprogramm von 2007, an dem Söder

mitgewirkt hat, wesentlich lieber: „Die CSU setzt

sich in Deutschland und auf europäischer Ebene

für den Tierschutz ein. In Europa muss eine artgerechte

landwirtschaftliche Tierhaltung gemeinsam

verwirklicht werden.“ Wenn etwas erst verwirklicht

werden muss, dann heißt das, dass es noch

nicht da ist. Wir sind gespannt, wie der jetzt für

den Tierschutz zuständige Umweltminister Söder

seine Verbindungen als früherer Europaminister

hierzu einsetzen wird. Wir werden ihn jedenfalls

dazu auffordern.

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www.avenging-animals.com

Interview mit

Roland Straller:

Roland Straller, 1978 geboren, gehört zu den

begnadensten Illustratoren unserer Zeit. In seinen

Bildern lässt er die Tiere zu Wort kommen.

01. Wie kamst du zum Tierschutz/Vegetarismus?

Gab es einen Auslöser?

Ich bin aufgewachsen auf dem Lande, mitten in

der Oberpfalz und als Kind verbrachte ich die meiste

Zeit auf dem Bauernhof meines Onkels. Da

bekommt man von klein auf mit, wie „normal“ es

doch ist, dass Kühe nur im Stall angebunden stehen

und liegen, Schweine und Kaninchen vor deinen

Augen geschlachtet werden und „Fleisch als

ein Stück Lebenskraft“ gefeiert wird. Es dauerte

schließlich 20 Jahre, bis ich die Ungerechtigkeit

und den Wahnsinn hinter dem Ganzen erkannte.

Dank solcher (Hardcore-)Bands wie EARTH CRI-

SIS und SNAPCASE freundete ich mich zuerst mit

dem STRAIGHT EDGE Gedanken an und später

war mein veganer Kumpel Tobias Graf - (Gründer

von Deutschlands erstem rein veganen Grosshandel

„AVE - absolute vegan empire“ & Geschäftsfüher

von AVENGING ANIMALS) die entscheidende

Person, die mir die Augen am Samstag den

22. Mai 1999, öffnete und mich durch sachliche

Argumentation zum Vegetarier und Tierschützer

machte. Seitdem bestimmt dieses Thema

mein künstlerisches Schaffen und ich bin ständig

auf der Suche nach neuen Ideen, das paradoxe

Verhältnis zwischen „nicht-menschlichen und

menschlichen Tieren“ in Konzepten und Bildern

zu reflekTIERen.

02. Vom Fleischesser zum Veganer ... war die

Umstellung auf vegan für dich sehr schwer?

Vegetarisch auf vegan war ein Prozess, indem

ich zuerst versuchte, immer mehr Alternativen für

„Tierprodukte“ zu finden. Schließlich benötigte ich

für den nächsten Schritt auch diesmal Hilfe, weil

vor allem die Angst vor sozialer Ausgrenzung mich

lange davon abhielt noch konsequenter zu sein.

Im Mai 2004 lernte ich meine Frau Yvonne kennen,

die auch nur „vegetarisch“ lebte und damit

bereits auch „schwarzes Schaf“ genug war. Zusammen

haben wir uns dann innerhalb kürzester

Zeit komplett auf vegan umgestellt. Mittlerweile

leben wir („wir“, das sind unserer zweijähriger

Sohn, eine Hunde-Dame, ein Kater, eine Katze

und drei Kaninchen) glücklich und munter wieder

in meinem Heimat-Dorf und erwarten im Februar

2009 das nächste vegane Baby :-).

03. Was inspiriert dich für deine Bilder? Wie

entstehen deine Bilder?

Nachdem ich während meines Studiums als Kommunikations-Designer/Illustrator

fast in jedem

Projekt die Tierrechts-/Veggie Thematik habeeinfließen

lassen und ich keinen Verlag für meine

Buchideen und Konzepte finden konnte, habe ich

mir 2006 mit „AVENGING ANIMALS - the vegan

brand mark“ eine Plattform geschaffen, auf der ich

mich kreativ austoben kann. Die IGNORANZ oder

besser gesagt, die ARROGANZ der Gesellschaft

treibt mich dabei nach wie vor am meisten an. Wo

andere Veggies vielleicht Freude haben z.B. am

Infostand mit Worten für die Rechte der Tiere zu

kämpfen, zücke ich am liebsten den Bleistift als

meine „Waffe“ und arbeite die Ideen meist digital

aus... inspirieren lasse ich mich dabei von allen

Seiten wie zum Beispiel bei der aktuellen ICH BIN

DA Kollektion von der Musik & den genialen Texten

des THOMAS D...

04. Das neue Projekt „ICH BIN DA“ the VIPcollection

inspired by Thomas D. Wie kam es

zu der Zusammenarbeit mit Thomas D.?

AVENGING ANIMALS definiert sich vor allem als

eine vegane MARKE, die reflektiert, „unmenschliche

Tiere“ provoziert und kreativ den „veggie-

lifestyle“ zelebriert. Es gehörte von Anfang an

zu unserem Konzept, andere Veggie-Künstler zu

supporten, die wiederum uns repräsentieren, indem

sie unsere Shirts tragen und dadurch eine

ernst zu nehmende Veggie-Subkultur mit etablieren.

Für unsere erste, doch sehr provokante Kollektion

A LESSON IN COMPASSION, konnten wir

für unsere „V-amily“ angesagte Metal-Bands wie

HEAVEN SHALL BURN, MAROON, DEADLOCK,

Punkbands wie ZSK & KAFKAS und sogar aus

dem Gothic-Umfeld SAMSAS TRAUM gewinnen.

Auf‘s Geradewohl fragten wir dann einfach auch

THOMAS D, der durch sein Engagement mit PeTA

wohl der bekannteste Veggie-PROMI in Deutschland

sein dürfte. Erfreulicherweise checkte er unsere

Homepage und ließ ausrichten, dass er das

Ganze zwar sehr cool findet, aber ihm persönlich

alles etwas zu „schwarz“ sei (die erste Kollektion

bestand in der Tat nur aus schwarzen Textilien!)

...und ob wir nicht Lust hätten, was eigenes, positveres

mit ihm zu machen. Ich kann mich noch gut

daran erinnern, wie für mich in diesem Moment

ein großer Traum wahr wurde. So traf man sich


ald darauf in der Eifel auf seinem M.A.R.S.-Hof

und tauscht erste Ideen aus. Der Titel: ICH BIN

DA - THE VIP COLLECTION stammt übrigens von

THOMAS D.

05. Für was steht „ICH BIN DA“?

Die drei kleinen Worte „ICH BIN DA“ meinen zum

einen, „ich bin da für dich, setze mich für dich ein,

lasse dich nicht im Stich“, zum anderen verdeutlichen

sie „ich bin da, habe auch als Tier das Recht

hier zu sein, respektiert zu werden und zu leben“.

„VIP“ - Kollektion deshalb, weil es sich bei THO-

MAS D natürlich um eine berühmte Persönlichkeit

handelt, aber vor allem war der Gedanke dabei,

dass wir alle als Veggies „very important persons“

sind und auch jedes einzelne „nicht menschliche

Tier“ mit seinem einzigartigen Schicksal unglaublich

wichtig ist und wichtig sein sollte.

06. Warum ein Kartenspiel?

Mir ist wichtig, das hinter jeder Kollektion ein

stimmiges Konzept steckt. AA-Shirts sollen eine

Geschichte erzählen. Und so ist das eigentliche

Herzstück der neuen Kollektion das „ICH BIN DA

Karten-Spiel“, hier werden nach bekannter Auto-

Quartett Manier Tierpersönlichkeiten vorgestellt,

kombiniert mit ernüchternden Fakten aus deren

vom Menschen benutztem Leben. Das Quartett

symbolisiert ein Spiel, das keines sein sollte und

viele werden diese Perversion spüren, wenn sie

das Kartenspiel in die Hand nehmen.

07. Was sagst du zu dem Problem, dass viele

Leute nicht hinsehen und die Wirklichkeit lieber

verdrängen?

Ich kann es nachvollziehen, weil es einfach mit

„Anstrengung“ verbunden ist, wenn man das Leid

erkennt und sein gewohntes Leben umstellen

müsste. Und so lange es auch noch legal ist, Tiere

auszubeuten, zu töten und zu essen, können sie

getrost und „mit gutem Gewissen“ in der breiten

Masse schwimmen. Die persönlichen Rechtfertigungen

und Ausreden für ihr verantwortungsloses

Verhalten sind ja jedem Tierrechtler zu Genüge

bekannt.

08. Wen erreichst du mit deiner Kunst?

Veggies, die stolz darauf sind und selbstbewusst

ihre Lebensphilosophie anderen zeigen wollen.

(Vegetarier(-innen) und Veganer(-innen) sollen

gleichermaßen angesprochen werden, denn wir

wollen keine Gräben ziehen, sondern bei allen

das Gefühl der Gemeinsamkeit wecken, die etwas

in unserer Gesellschaft bewegen wollen.) Mein

Traum ist es natürlich, wenn meine Arbeit nachdenklich

und betroffen macht und Konsequenzen

gezogen werden, die das Leid der Tiere verringern.

09. Wie siehst du die Zukunft für den Tierschutz?

Zum einen denke ich, dass aktuell die Zusammenhänge

von Massentierhaltung/Fleischverzehr mit

Welthunger, Klimaerwärmung & Krankheiten dem

Tierschutz/Vegetarismus am meisten förderlich

sind, und dass deshalb sehr positiv in die Zukunft

gesehen werden darf. Andererseits ist es erschreckend

wie China und Indien im Moment gerade

erst damit anfangen. Aber ich denke, ich werde

es noch erleben, dass Speziesismus genauso verächtlich

und als Unrecht angesehen wird wie Sexismus

oder Rassismus... oder wenigstens, dass

Tier-Kadaver essen so uncool wird, wie Rauchen

oder Kinder schlagen ;-)

10. Gibt es schon neue Ideen und Pläne ...

Gibt es bereits ein neues Projekt, an dem du

arbeitest?

Wir sind voraussichtlich bei der aktuellen „Kennzeichen

D“ Tour von Thomas D im Dezember mit

unserer neuen Kollektion dabei, um ein deutliches

„Kennzeichen V“ zu setzen. Wenn Leser des

„blickpunkt“ auch an einem der Dates anwesend

sind, würden wir uns sehr freuen, euch persönlich

am Stand kennen zu lernen. Mehr Infos zur Tour

unter [ » www.thomasd.net ]

11. Zu guter Letzt ... Da es sich ja um eine

Weihnachtsausgabe handelt: Wenn du einen

Wunsch frei hättest, was würdest du dir für die

Tiere wünschen?

LIEBE, RESPEKT UND MITGEFÜHL = VEGANIS-

MUS für alle menschlichen Tiere.

Frohe Weihnachten wünscht Roland Straller &

die gesamte AVENGING ANIMALS V-amily!

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Tiertransporte – die Situation

nach der EU-Osterweiterung

Mit der Erweiterung der Europäischen Union hat

sich die Situation für die Transporttiere nicht verbessert,

im Gegenteil: Die EU-Außengrenzen haben

sich weiter nach Osten verschoben. Es gibt

keine Grenztierärzte mehr, die auf die Einhaltung

der Tierschutzbestimmungen achten und den Zustand

und die weitere Transportfähigkeit der Tiere

bei den oft mehrtägigen Transporten kontrollieren.

Die Europäische Kommission ist stolz auf die EU-

Verordnung 1/2005, die seit Januar 2007 Gültigkeit

hat und zu einer Verbesserung der Tierschutzbedingungen

beitragen soll.

In der Diskussion um strengere Vorschriften wurden

allerdings zentrale Bereiche wie Transportzeiten,

Ruhepausen und Ladedichten ausgeklammert,

um frühestens 2010 wieder neu zu beraten.

Wie schon bei einem früheren Besuch einer EUanerkannten

Versorgungsstation an der polnischtschechischen

Grenze, bei der auch die Versorgung

der Tiere drastisch zurückging, habe ich eine

weitere Versorgungsstation an der ungarisch- slowenischen

Grenze aufgesucht, um mir ein Bild

über die derzeitige Situation vor Ort zu machen.

Bereits auf dem Weg dorthin wurde ich wieder mit

der traurigen Realität konfrontiert.

Auf einem Autobahnparkplatz in Ungarn stand ein

italienischer Tiertransporter, beladen mit ca. 600

polnischen Lämmern. Was soll ich sagen, immer

die gleichen Probleme: Die Tiere stießen mit ihren

Köpfen oder Rücken gegen die Decke der Ladeebene,

die Tränkeanlage funktionierte teilweise

nicht, Einstreu war verbraucht.

Als ich auf der rechten LKW-Seite nach den Tieren

sah, fand ich in der zweiten Ebene ein Lamm, das

mit einem Hinterbein zwischen LKW-Wand und

Zwischenboden eingeklemmt war.

Der Fahrer war zwar nicht besonders erfreut über

meine Anwesenheit, trotzdem machte er das, was

ich wollte. Gemeinsam befreiten wir zuerst das

Tier und Gott sei Dank war das Bein nicht verletzt.

Noch nicht, bis nach Italien hätte es vielleicht anders

sein können. Weiter versuchte er das, was

ich zu beanstanden hatte, zu beheben, soweit

dies möglich war. Ich fragte ihn, ob er die Tiere

in Ungarn versorgen würde. Das wurde verneint,

er würde das in Gorizia/Italien machen. Angeblich

wäre eine Versorgung in der ungarischen Versorgungsstation

teurer als in Italien. Ich fuhr dem

Transporter noch einige Zeit nach, doch mein Ziel

war ja die Versorgungsstation.

Als ich gegen 19:00 Uhr dort ankam, war kein Tiertransporter

da. Ich suchte zuerst das Gespräch

mit den beiden Arbeitern. Der Betreiber der Anlage

wurde telefonisch über meine Anwesenheit

verständigt und kam dazu. Ich hatte viele Fragen,

unter anderem was sich durch die EU-Osterweiterung

geändert hat, Anzahl der Transporte, welche

Tiere, Kosten der Versorgung, wann hauptsächlich

Transporte kommen... Der Betreiber beklagte

auch den enormen Rückgang der Versorgungen

seit der EU-Osterweiterung. Die Tiertransporte

würden ohne Versorgung durchfahren, da es keine

Kontrollen gäbe. Davon konnte ich mich auch

selbst überzeugen. Bis 5.00 Uhr früh beobachtete

ich die Straße Richtung slowenischer Grenze.

Eine Vielzahl von beladenen Tiertransportern fuhr

an der Versorgungsstation

vorbei.

Die Station ist täglich 24

Stunden geöffnet. Je zwei

Angestellte arbeiten im 12-

Stundentakt. Durch meine

Begleitfahrten kenne ich

diese Station und ich kann

nichts Negatives sagen,

was den Umgang zwischen

Mensch und Tier betrifft.


Um 0.33 Uhr dann der Erste, der die Station anfuhr.

Ein italienischer Transporter mit 23 rumänischen

Schlachtpferden. Die Tiere, die in Arad/Rumänien

verladen wurden, waren bereits achteinhalb Stunden

unterwegs und hatten noch ca. 20 Stunden

Transport bis zum Schlachthof in Ruvo/Süditalien

vor sich. Die Versorgung mit Heu und Wasser

dauerte etwa 1 Stunde. Doch durch den Transportstress

tranken nicht alle Tiere. Gerade für

Pferde sind lange Transporte sehr belastend und

sie dürften lebend überhaupt nicht mehr transportiert

werden.

Eine weitere Versorgung sollte nach Auskunft

des Fahrers in Italien erfolgen. Was mich wieder

besonders bewegte und selbst Tage danach gedanklich

nicht los ließ: Auf dem LKW befand sich

eine Mutterstute mit ihrem ca. 3 Monate alten

Fohlen.

Die Stute war sehr nervös und legte immer wieder

die Ohren zurück. Ich denke, sie wollte nur ihr

Junges beschützen und das Fohlen schmiegte

sich schutzsuchend ganz eng an „seine Mama“...

Ein kleines junges Wesen, das geboren wurde, um

in einem süditalienischen Schlachthof zu sterben!

Der Fahrer war mir gegenüber höflich und zeigte

mir auch die Transportpapiere. Als er in den LKW

stieg, um weiterzufahren, sagte er zu mir „bene

trasporto“. Ich konnte und wollte nichts mehr sagen

und ging weinend zum Auto zurück.

Um 2:20 Uhr kam nochmal ein Tiertransporter zur

Station, beladen mit 40 polnischen Jungrindern (35

Kühe und 5 Bullen), bestimmt für einen Schlachthof

in Neapel. Diese Tiere wurden abgeladen, im

Stall versorgt und sollten vor dem Weitertransport

eine 24-stündige Ruhepause bekommen.

Abschließendes Fazit: Die Europäische Union

macht es sich, was Tierschutz betrifft, zu einfach.

Eine EU-Verordnung „zum Schutz von

Tieren beim Transport“ zu erlassen und die so

notwendigen und erforderlichen Kontrollen den

Mitgliedsstaaten zu überlassen, ist sinnlos. Die

südlichen Mitgliedsländer waren schon von je her

gegen strengere Tiertransportbestimmungen. Die

neuen osteuropäischen Mitgliedsländer fürchten

diese wegen ihrer schlechten geografischen

Lage. Keine Kontrollen – keine Aufdeckung von

Missständen!

Ein Gesetz ist nur so gut, wie die Kontrollen sind!

Werden Sie aktiv und schicken Sie die abgedruckte

Postkarte auf Seite 27 an die zuständige

EU-Kommissarin ab:

Androulla Vassiliou

EU-Kommissarin für Gesundheit

GD Gesundheit und Verbraucherschutz

B-1049 Brüssel, Belgien

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Der VEBU

informiert:

Der Vegetarische Kinder- und Jugendpreis

2008

Die Stiftung VEGETERRA hat den mit

insgesamt 5.000€ dotierten Vegetarischen

Kinder- und Jugendpreis

2008 (KIJU) an AnimalsUnited aus

München vergeben. Die Gruppe hat

eine Umfrage zum Fleischkonsum in

München durchgeführt, einen veganen

Backnachmittag für Kinder organisiert

und betreut im Rahmen einer

Patenschaft Kühe, die ihr Leben

lang Milch geben mussten. Je einen

Anerkennungspreis erhielten die

Tierschutz-AG der Bienwaldschule

in Wörth, die Tierschutzjugend in

Erding und die „kids for animals“ in

Berlin. Die Preise wurden im Rahmen

des Welt-Vegetarier-Kongresses in

Dresden überreicht.

Über die Webseite www.jugendfuer-tiere.de

oder die E-Mail-Adresse

united4animals@gmail.com kann

Kontakt zu der Gewinnergruppe aufgenommen

werden.

www.vegeterra.de, www.vebu.de

Neues Aquarium im Kinderhort

Vor einiger Zeit hatten die Leiterin des

Hortes, Frau Seibold und die „Aktionsgruppe

Biber“ vereinbart, dass

im Rahmen einer Arbeitsgruppe Tierschutz

den Fischen ein neues, schöneres

Zuhause eingerichtet werden

sollte. Bei der Auswahl eines Aquariums

, das finanziell im Rahmen des

Möglichen bleibt und dennoch den

Ansprüchen der Fische gerecht wird,

erklärte sich der Fressnapf Neu-Ulm

spontan dazu bereit, uns ihre Aquaristik-Fachfrau

zur Einrichtung der

neuen Wasser-Wohnung ohne Aufpreis

„auszuleihen“.

Ursprünglich waren für die Arbeitsgruppe

zwei bis drei ältere, interes-

Hund muss für die

Kunst verhungern

Im Jahr 2007 hat der Künstler Guillermo

Vargas Habucuc einen Straßenhund

aufgelesen, hat ihn mit

einer kurzen Leine an eine Mauer

in einer Kunstgalerie angebunden

und langsam verhungern und

verdursten lassen. Mehrere Tage

sind der Autor dieser grauenvollen

Grausamkeit und die Besucher der

Galerie teilnahmslose Betrachter

des Todeskampfes dieses armen

Tieres gewesen, bis endlich der

Tod es nach einem schmerzlichen,

absurden und unverständlichen

Leidenseg erlöst hatte.

Das ist aber noch nicht alles: diese

ansehnliche „Biennale Centroamericana

di Arte“ hat unverständlicherweise

beschlossen, dass die

von diesem Mensch begangene

Grausamkeit Kunst sei und Guillermo

Vargas Habucuc ebenso

unverständlicherweise eingeladen,

dasselbe im Jahr 2008 zu wiederholen!

sierte Kinder als Teilnehmer geplant.

Als jedoch in den Herbstferien die

Aktion „Schöner wohnen auch für

Fische“ startete, schnellte die Anzahl

der Teilnehmer innerhalb von

Minuten auf acht hoch. Mit Feuereifer

wuschen die Kinder Kies aus,

wässerten Wurzeln, suchten in Verstecken

nach Baby-Welsen, damit

ja keiner beim Umzug verloren geht,

bewachten die Fische im Umzugs-

Eimer, wuschen die neuen Steine

und Pflanzen und vergruben diese

im Kies. Nach einigen Stunden Arbeit

waren sich Erwachsene und

Kinder einig, dass es die Fische jetzt

viel schöner haben, in ihrem Becken,

Im Internet unter www.petitiononline.com/13031953/petition.

html kann man eine Petition unterschreiben.

Versuchen wir zu verhindern, dass

ein weiteres unschuldiges Tier

unter der grausamen und sadistischen

Neigung schutzlos leiden

muss.

das mehr als doppelt so groß ist wie

das alte, im unteren Bereich schön

ausgestattet ist mit vielen Verstecken

für die kleinen Fische und im oberen

Bereich freien Platz zum Schwimmen

für die Schleierschwänze hat.

Bleibt zu wünschen, dass die Fische

den Umzugsstreß gut überstehen

und dass dies nur der Auftakt war für

eine aktive Jugendgruppe. Das Engagement

der Kinder läßt auf jeden

Fall viel hoffen.


Delfin wird eingeschläfert

Heide-Park Soltau schläfert Delfin ein – Verbleibende

Delfine sollen „in Betonloch“ nach Nürnberg

(Soltau/Nürnberg/Hagen) Nachdem der Vergnügungspark-Betreiber

Merlin Entertainments (ME)

die Schließung des Delfinariums im Heide-Park

Soltau im April angekündigt hatte, wurde drei

Tage später der Delfin „Fritz“ aus angeblichen Altergründen

eingeschläfert. Nun schließt der Park

am Sonntag, den 2. November, saisonbedingt

seine Pforten und die beiden verbleibenden Delfine

kommen nach Angaben von ME „ sobald wie

möglich“ in das umstrittene Delfinarium des Tiergartens

Nürnberg.

Ric O’Barry, Ex-Fernsehtrainer von „Flipper“ und

Mitbegründer des Wal- und Delfinschutz-Forum

(WDSF), vermutete bereits nach dem Tod des

Delfins „Fritz“, dass das Schicksal der beiden

verbliebenen Meeressäuger in weiterer Gefangenschaft

enden wird. Der Vorsitzende des WDSF in

Deutschland, Jürgen Ortmüller, hatte über Monate

versucht, den Tod des Delfins „Fritz“ aufzuklären.

Weder die Pressestelle des Heide-Parks noch

der Landkreis Soltau-Fallingbostel fühlten sich jedoch

zuständig. Auch von Merlin Entertainments

in England war bis heute keine Stellungnahme zu

erhalten.

Ein Antrag des WDSF an den Niedersächsischen

Landesbetrieb in Hannover (NLWKN) als Aufsichtsbehörde

für den Landkreis Soltau auf Herausgabe

der artenschutzrechtlichen Beweisdokumente der

Einschläferung und des Tierbestandes wurde mit

der Begründung abgeschmettert, dass „die begehrten

Informationen keine Umweltinformationen

darstellen“.

WDSF-Vorsitzender Ortmüller: „Hier wird offenbar

etwas verschleiert, was nicht an die Öffentlichkeit

gelangen soll. Merlin Entertainments als Großeigner

etlicher Vergnügungsparks, wie auch Sea Life

und Lego-Land, stellt nach außen hin den angeblichen

Artenschutz in den Vordergrund, tatsächlich

werden aber offensichtlich Tiere wie Delfine,

mit denen Millionen verdient wurde, heimlich entsorgt.

Dass die beiden überlebenden Delfine nun

in das nächste Betonloch nach Nürnberg gebracht

werden sollen, stellt die Fortführung der Tierquälerei

dar.“

In Nürnberg soll nach Auflagen des Umweltamtes

bis spätestens 2011 eine 24-Millionen-Delfinlagune

entstehen. Zoo-Direktor Dag Encke hatte kürzlich

noch erklärt, dass aufgrund der Bauarbeiten

drei Delfine aus dem Nürnberger Delfinarium nach

Holland verbracht wurden. Der Tiergarten hat seit

10 Jahren keine Delfin-Zuchterfolge vorzuweisen.

Sieben tote Delfinkälber und 34 verstorbene Delfine

insgesamt sind die traurige Bilanz des Zoos.

Das WDSF kündigte zusammen mit dem Wal- und

Delfinschützer und Buchautor Andreas Morlok

rechtliche Schritte und umfangreiche Proteste gegen

die „Delfinverschiebung“ an und fordert alle

Tierschützer in Deutschland auf, dem Management

von Merlin Entertainments in London ihren

Protest zu übermitteln (Par@thefirmcomms.com).

Auch bei dem Zoo-Direktor Dag Encke im Nürnberger

Tiergarten sollte interveniert werden (tiergarten@stadt.nuernberg.de).

Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)

Jürgen Ortmüller (Vorsitzender)

Möllerstr. 19, 58119 Hagen

Tel.: 02334/9190-22, Fax: 02334/9190-19

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Jagdszenen in Niederbayern

Ein Beitrag der Bürgerinitiative Haarbacher Trommel

NS-Gesetz – tagtäglich im Jahr 2008 in Deutschland

angewandt. Im Jahr 1934 verabschiedete

das Nazi-Regime ein Jagdgesetz. Dieses Gesetz

wurde von der Bundesrepublik fast unverändert

übernommen und gilt heute noch.

Unter den haarsträubenden Bestimmungen gehören

insbesondere:

· die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft:

jeder Grundeigentümer wird gezwungen,

das Jagen auf seinem Grund zuzulassen,

und darf weder verbieten noch verhindern, dass

Tiere auf seinem eigenen Grund sinnlos gequält,

verletzt und getötet werden;

· der mutwillige Abschuss von Haustieren: Art 42,

Bayerisches Jagdgesetz: „Die zur Ausübung des

Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt,

(...) wildernde Hunde und Katzen zu töten. Katzen

gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier in einer

Entfernung von mehr als 300 Meter vom nächsten

bewohnten Gebäude angetroffen werden. (...)“

Also: haben Sie ein Grundstück, das 300 Meter

von Ihrem Haus entfernt ist (auf dem Land keine

Seltenheit), so dürfen Ihre eigenen Katzen auf Ihrem

eigenen Grundstück erschossen werden!

Katzenparadies? Von wegen.

Tatort Oberthambach, ein kleiner Weiler in Niederbayern.

Anscheinend ein Paradies für Katzen:

Wiesen und Wälder vor der Tür, weit und breit keine

Schnellstraßen, die für Katzen gefährlich sein

können, sondern Kieswege mit Schlaglöchern, auf

denen Autos höchstens 40 km/h fahren.

Nichtsdestotrotz: von einer achtköpfigen Katzenfamilie

sind innerhalb von 2 Jahren sechs spurlos

verschwunden und eine schwer verletzt worden.

Dank all den PolitikerInnen, die seit Jahrzehnten

das Nazi-Jagdgesetz nie in Frage gestellt haben

bzw. es verteidigen, und Jägern, die es anwenden

und auch mal darüber hinaus gehen.

Praktische Anwendung des Bayerischen Jagdgesetzes

am Beispiel einer Katzenfamilie

Die folgende Indizienkette lässt kaum noch Zweifel

daran, dass alle sechs o.g. Katzen Opfer von

schießwütigen Jägern wurden:

Indiz Nr. 1: In mehreren Fällen können sich die

Katzenhalter erinnern, einen Schuss gehört zu

haben, nachdem die vermisste Katze zum letzten

Mal gesehen wurde.

Indiz Nr. 2: Das spurlose Verschwinden der o.g.

Katzen beginnt, kurz nachdem ein neuer Jagdpächter

das betreffende Jagdrevier übernimmt

und ein Orthopäde aus Bad Griesbach sich als

Jäger in Oberthambach herumtreibt.

Indiz Nr. 3: Angeblich auf der Suche nach wildernden

Hunden lässt der o.g. Arzt und Jäger Dr.

R. im März 2008 seinen Hund in Oberthambach

frei laufen, während er Hunderte von Meter davon

entfernt in seinem Auto sitzt. Der Hund wildert auf

fremder Terrasse, zerreißt fast eine Katze der o.g.

achtköpfigen Familie und verletzt die Frau, die

ihre Katze aus dem Maul des Hundes befreit. Ob

es dem Herrn Doktor Leid tut? Fehlanzeige! Bis

heute keine Spur von Entschuldigung. Statt dessen

startet der Jagdpächter und Freund von Dr.

R. einen Kleinkrieg gegen die Oberthambacher

Tierfreunde.

Indiz Nr. 4: Kurze Zeit danach verschwindet die

sechste Katze der o.g. achtköpfigen Katzenfamilie.

In diesem Fall wurde aber nicht nur der Schuss

gehört, sondern der Jäger beobachtet, als er die

Katze mutwillig erschoss. Vergeltung für die Anzeige

gegen Dr. R.? Tat eines Psychopathen, der

seine Befriedigung darin findet, Katzen zu erschießen?

Egal, dieser Katzenmord ist dank Nazi-

Gesetz völlig legal, denn die Katze war mehr als

300 Meter von einem bewohnten Haus entfernt

und den Jägern und deren Lust am Töten somit

straffrei ausgeliefert.

Indiz Nr. 5: Jagdpächter H. aus Wolfakirchen (Gem.

Haarbach), der für das Jagdrevier um Oberthambach

verantwortlich ist, droht der Halterin der o.g.

Katzen unumwunden: „Ich werde alle Ihre Katzen

abschießen“. Kurze Zeit später schießt er tatsächlich

vor ihren Augen auf eine ihrer Katzen (glücklicherweise

daneben) und entfernt sich fluchtartig,

als er merkt, dass er beobachtet wurde.


In Bayern ist Spazierengehen eine Ordnungswidrigkeit

Auch wenn der o.g. Schuss auf die Katze nicht

zulässig war, weil die Katze in diesem Fall weniger

als 300 Meter von einem bewohnten Haus

entfernt war, hat Jagdpächter H. nicht viel zu befürchten.

Das Jagdgesetz und die ausführende

Jagdbehörde sorgen dafür, dass dies nur eine

Ordnungswidrigkeit ist, die in den meisten Fällen

eingestellt wird.

Jagdgesetz und Jagdbehörde sorgen allerdings

auch dafür, dass ein Spaziergang ebenso eine

Ordnungswidrigkeit sein kann wie der o.g. Schuss

auf eine friedliche Katze.

Wehe, wenn Sie als Spaziergänger sich auch

nur laut unterhalten, gar lachen, oder etwa in die

Hände klatschen, um eine lästige Mücke zu erschlagen,

oder wenn ein dringendes Bedürfnis

Sie dazu bringt, die Wege zu verlassen! Denn all

diese harmlosen Handlungen können von Jägern

bzw. von der Jagdbehörde zur Jagdstörung umgemünzt

werden. Dies ist keine realitätsfremde

Spinnerei, sondern voller Ernst beim Landratsamt

Passau! Derzeit ist dort ein solcher Fall gegen die

o.g. Katzenhalterin anhängig.

Tierschutzgesetz für die Einen, Nazi-Gesetz für

die Anderen

In etlichen Ländern der Welt wird das willkürliche

Töten eines Haustiers unter Strafe gestellt, auch

in Deutschland. Hierzulande gibt es allerdings

Menschen, die legal gegen das Gesetz verstoßen

dürfen! Laut § 17 Tierschutzgesetz wird mit

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe

bestraft, wer „ein Wirbeltier ohne vernünftigen

Grund tötet“. Aber wenn der Täter ein Jäger

ist, gilt nicht das Tierschutzgesetz, sondern das

Nazi-Gesetz. Im Gegensatz zu Millionen von Menschen,

die als vernünftig gelten, sehen bayerische

Gesetzgeber und Richter einen „vernünftigen

Grund“ darin, eine Katze zu töten, nur weil sie sich

300 Meter von einem bewohnten Haus entfernt

hat. Bei einer solchen Vernunft brauchen Politiker

und Richter sich nicht zu wundern, dass kaum ein

Mensch sie noch ernst nimmt.

Den meisten Menschen in Deutschland ist es unverständlich

bzw. weitgehend unbekannt, dass

die nationalsozialistische Denkweise in Deutschland

– über immer noch gültige Gesetze – in manchen

Bereichen noch das Sagen hat. Menschen

im Ausland sind bestürzt, wenn sie davon hören.

Wollen Sie sich gegen die Zwangsbejagung eigener

Grundstücke wehren? Infos und Hilfe unter:

www.zwangsbejagung-ade.de

„Jagd ist doch immer eine Form

von Krieg“

(Johann Wolfgang von Goethe)

Bürgerinitiative Haarbacher Trommel, Oberthambach

13, 94542 Haarbach, Tel. 08543/91 99 00*

V.i.S.P: Werner Ernst, Oberthambach 13, 94542

Haarbach

* Die Bürgerinitiative Haarbacher Trommel macht

Missstände vor allem aus der Haarbacher Region

bekannt und veröffentlicht Infos, die weder im

Haarbacher Gemeindeblatt noch in der Passauer

Neuen Presse zu finden sind. Jeder, der mitmachen

will, ist willkommen.

www.haarbachertrommel.de

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Historischer Erfolg

Historischer Erfolg für Tierschutz in den USA

Mitteilung der Albert-Schweitzer-Stiftung:

Vergangenen Dienstag wurde in den USA nicht

nur ein neuer Präsident gewählt. In Kalifornien

fand gleichzeitig mit „Proposition 2“ eine Volksabstimmung

darüber statt, ob die drei grausamsten

Praktiken der Massentierhaltung verboten werden

sollen: Legebatterien, Abferkelanlagen und die

Anbindehaltung für Kälber.

Die Agrarindustrie aus den gesamten USA hatte

neun Millionen US-Dollar investiert, um mit irreführenden

TV-Spots die kalifornische Bevölkerung

davon abzuhalten, sich für das Richtige zu

entscheiden – wohl wissend, daß eine neue kalifornische

Gesetzgebung früher oder später von

vielen anderen US-Staaten übernommen werden

würde.

Auf der Gegenseite hat unsere befreundete Organisation

Humane Society of the United States

(HSUS, www.hsus.org/farm/news/ournews/

prop2_california_110408.html) federführend die

Kampagne „Yes on Prop 2“ geleitet, um Kalifornier

über die grausamen Praktiken der Massentierhaltung

aufzuklären. Bis vor kurzem war den

meisten US-Bürgern nicht klar, unter welchen

Bedingungen tierische Nahrungsmittel produziert

werden. Das hat sich jetzt dank einer starken Medienresonanz

grundlegend geändert.

Seit einigen Tagen ist es offiziell: „Yes on Prop 2“

war ein Erfolg! Wir gratulieren allen Beteiligten zu

diesem Ergebnis, das indirekt auch Auswirkungen

auf Europa haben könnte: Sobald die Tierschutzgesetze

in den USA sich unseren Standards annähern,

haben wir umso mehr Gründe, weitere

Fortschritte zu machen.


!

!

Werden Sie aktiv ... denn Mitleid ist zu wenig!

Postkarten bitte ausschneiden und verschicken!

Sehr geehrte Frau Vassiliou,

durch die Verlagerung der EU-Außengrenzen

weiter nach Osten gibt es innerhalb der EU keine

Grenztierärzte mehr, die auf die Einhaltung der

Tierschutzbestimmungen achtenbei den oft mehrtägigen

Transporten kontrollieren. EU-anerkannte

Versorgungsstationen werden nur noch selten

angefahren.

Keine Kontrollen - keine Aufdeckung von Verstößen!

Ein Gesetz ist nur so gut wie seine Kontrollen.

Setzen Sie sich deshalb bitte für folgende Punkte

ein:

· Für ein verstärktes Kontrollsystem zur Einhal

tung der Tierschutzbestimmungen während

des Transportes, bindend für alle EU-Mitglieds

länder

· Für tierärztliche Kontrollen am Ort der Abfahrt

und am Ort der Ankunft innerhalb der Europä

ischen Union

· Für eine Verkürzung der bisherigen Höchst

transportzeiten

Ich bitte Sie, sich für die Tiere zu engagieren und

deren unnötiges Leid auf Tiertransporten zu lindern.

Exzellenz, Sehr geehrter Herr Botschafter Dr. Chem,

mit Entsetzen habe ich erfahren, dass in Ihrem Land

Affen in freier Wildbahn gefangen werden, um sie

oder ihre Nachkommen an die weltweite Tierversuchsindustrie

zu verkaufen.

Eine aktuelle Untersuchung der britischen Organisation

BUAV hat gezeigt, unter welch grausamen

Bedingungen Affen aus ihrer natürlich Umgebung

gefangen werden. Mütter und ihre Babys werden von

einander getrennt, was für beide extrem traumatisch

ist. Die Zustände in den Zuchtstationen in Kambodscha

sind katastrophal und werden den komplexen

sozialen Bedürfnissen der hochintelligenten Tiere in

keiner Weise gerecht.

Langschwanzmakaken sind zudem eine geschützte

Art, die im Anhang II des Washingtoner Artenschutz-

Übereinkommens geführt werden.

Kambodscha ist ein Land mit wunderschöner Natur

und einer vielfältigen Tierwelt. Ich bitte Sie dringend,

die einheimische Affenpopulation zu schützen und

den Handel mit gefangenen und gezüchteten Affen

zu verbieten.

Mit freundlichen Grüßen

An

Androulla Vassiliou

EU-Kommissarin für Gesundheit

GD Gesundheit und

Verbraucherschutz

B-1049 Brüssel

S.E. Herrn

Dr. Widhya Chem

Königliche Botschaft von

Kambodscha in Berlin

Benjamin-Vogeldorff Str. 2

13187 Berlin

Bitte

mit Marke

frei

machen!

Bitte

mit Marke

frei

machen!

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... denn Mitleid ist zu wenig!

Keine Kontrollen –

keine Aufdeckung von Verstößen!

Der Wildnis entrissen – Affen aus

Kambodscha fürs Versuchslabor

Werden auch

Sie Mitglied!

animal 2ooo

Menschen für Tierrechte

Bayern e. V.

Landesverband gegen Tierversuche,

Intensivtierhaltung und

sonstige Formen

der Ausbeutung von Tieren

Anschrift:

Fürstenrieder Str. 143

80686 München

Telefon und Fax: 089/5469050

Bankverbindung:

animal 2ooo –

Menschen für Tierrechte e. V.

Spardabank München

Konto-Nr.: 26 55 900

BLZ: 700 905 00

www.animal2000.de

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