Cop GUIDA_Perugia_TED C IV - Comune di Perugia

turismo.comune.perugia.it

Cop GUIDA_Perugia_TED C IV - Comune di Perugia

DAS GRÜNE HERTZ ITALIENS REISEFÜHRER Comune di Perugia Turismo PERUGIA


FREMDENVERKEHRSBÜROS UND TOURIST-INFORMATIONEN IN UMBRIEN IAT Perugia (Gemeinden Perugia, Corciano, Deruta, Torgiano) Loggia dei Lanari Piazza Matteotti, 18 - 06121 PERUGIA Tel. +39 075 5736458 - 5772686 Fax +39 075 5720988 Infopoint Porta Nova - Pian di Massiano Tel. +39 075 5058540 info@iat.perugia.it iat@comune.perugia.it http://turismo.comune.perugia.it IAT Fremdenverkehrsbüro Terni (Gemeinden Terni, Acquasparta, Arrone, Calvi dell’Umbria, Ferentillo, Montefranco, Narni, Otricoli, Polino, San Gemini und Stroncone) Viale Cassian Bon, 4 - 05100 TERNI Tel. +39 0744 423047 - Fax +39 0744 427259 info@iat.terni.it IAT Fremdenverkehrsbüro Alta Valle del Tevere (Gemeinden Città di Castello, Citerna, Lisciano Niccone, Monte Santa Maria Tiberina, Montone, Pietralunga, San Giustino und Umbertide) Piazza Matteotti - Logge Bufalini 06012 CITTÀ DI CASTELLO (PG) Tel. +39 075 8554922 - Fax +39 075 8552100 info@iat.citta-di-castello.pg.it Aussenstelle vonUmbertide Tel. +39 075 9417099 - Fax +39 075 9417952 IAT Fremdenverkehrsbüro Amerino (Gemeinden Amelia, Alviano, Attigliano, Avigliano Umbro, Giove, Guardea, Lugnano in Teverina, Montecastrilli und Penna in Teverina) Via Roma, 4 - 05022 AMELIA (TR) Tel. +39 0744 981453 - Fax +39 0744 981566 info@iat.amelia.tr.it IAT Fremdenverkehrsbüro Assisi (Gemeinden Assisi, Bastia Umbra, Bettona und Cannara) Piazza del Comune, 22 - 06081 ASSISI (PG) Tel. +39 075 812534 - Fax +39 075 813727 info@iat.assisi.pg.it IAT Fremdenverkehrsbüro Folignate-Nocera Umbra (Gemeinden Foligno, Bevagna, Gualdo Cattaneo, Montefalco, Nocera Umbra, Sellano, Spello, Trevi und Valtopina) Corso Cavour, 126 - 06034 FOLIGNO (PG) Tel. +39 0742 354459 - 354165 Fax 39 0742 340545 info@iat.foligno.pg.it IAT Fremdenverkehrsbüro Gubbio (Gemeinden Gubbio, Costacciaro, Fossato di Vico, Gualdo Tadino, Scheggia, Sigillo und Valfabbrica) Via della Repubblica, 15 - 06024 GUBBIO (PG) Tel. +39 075 9220693 - Fax +39 075 9273409 info@iat.gubbio.pg.it IAT Fremdenverkehrsbüro Orvietano (Gemeinden Orvieto, Allerona, Baschi, Castelgiorgio, Castel Viscardo, Fabro, Ficulle, Montecchio, Montegabbione, Monteleone di Orvieto, Parrano, Porano und San Venanzo) Piazza Duomo, 24 - 05018 ORVIETO (TR) Tel. +39 0763 341772 - Fax +39 0763 344433 info@iat.orvieto.tr.it IAT Fremdenverkehrsbüro Spoleto (Gemeinden Spoleto, Campello sul Clitunno, Castel Ritaldi und Giano dell’Umbria) Piazza della Libertà, 7 - 06049 SPOLETO (PG) Tel. +39 0743 218620-21-11 - Fax +39 0743 218641 info@iat.spoleto.pg.it IAT Fremdenverkehrsbüro Trasimeno (Gemeinden Castiglione del Lago, Città della Pieve, Magione, Paciano, Panicale, Passignano sul Trasimeno, Piegaro und Tuoro sul Trasimeno) Piazza Mazzini, 10 - 06061 CASTIGLIONE DEL LAGO (PG) Tel. +39 075 9652484 - 9652738 Fax +39 075 9652763 info@iat.castiglione-del-lago.pg.it IAT Fremdenverkehrsbüro Tuderte (Gemeinden Todi, Collazzone, Fratta Todina, Marsciano, Massa Martana und Monte Castello di Vibio) Piazza del Popolo 38/39 - 06059 TODI (PG) Tel. +39 075 8945416 - 8942526 Fax +39 075 8942406 info@iat.todi.pg.it IAT Fremdenverkehrsbüro Valnerina-Cascia (Gemeinden Cascia, Cerreto di Spoleto, Monteleone di Spoleto, Norcia, Poggiodomo, Preci, Sant’Anatolia di Narco, Scheggino und Vallo di Nera) Piazza Garibaldi, 1 - 06043 CASCIA (PG) Tel. +39 0743 71147 - 71401 - Fax +39 0743 76630 info@iat.cascia.pg.it Internet www.regioneumbria.eu E-mail info@umbria2000.it


FILIPPO SPROVIERO


Herstellung Quattroemme, Perugia © 2004 - Provinz Perugia Aktualisierung 2008 durch die Gemeinde Perugia Texte der Rundwege von Luigi Fressoia Leitung, Aktualisierungen und Vervollständigungen von Lorena Rosi Bonci Übersetzungen Itaca (Bastia - Pg) Photo-Dokumentation: Historisches Photo-Archiv der Gemeinde Perugia Giovanni Aglietti-Quattroemme Thomas Clocchiatti Sandro Bellu Franco Prevignano Nicola Milletti-Foto Puck Für die freundliche Zusammenarbeit danken wir: Stiftung Akademie der Schönen Künste Pietro Vannucci-Perugia, Verein Braccio Fortebracci, Institut Giancarlo Conestabile della Staffa und Luigi Piastrelli, Stiftung ONAOSI, Musik-Konservatorium Perugia, Historisches Museum Perugina, Città della Domenica, Theater Pavone


Perugia und seine Wehrdörfer Die Stadt war bereits in der Mitte des XI. Jahrhunderts in administrativer Hinsicht in fünf Rioni oder Stadtviertel unterteilt, die nach den mittelalterlichen Stadttoren bezeichnet wurden, die den ursprünglichen Toren aus der Epoche der Etrusker und der Römer entsprechen: Porta Sole, Porta Sant’Angelo, Porta Santa Susanna, Porta Eburnea und Porta San Pietro. Jede “Porta” entsandte ihre eigenen Vertreter in den Stadtrat, wie die Priori oder die Decemviri. Darüber hinaus saßen im Rat die öffentlichen Funktionäre, wie die Capitani delle Porte oder die Führer der Rioni. Die progressive städtische Ausdehnung bereits ab dem XIII. Jahrhundert führte zu einer Entwicklung der Wehrdörfer außerhalb der Stadttore hinein in die ländliche Umgebung. Dabei bildete sich entlang des antiken Straßennetzes auf den Hängen des Passes eine sternförmige Struktur heraus. Jedes Wehrdorf wurde so von einer fürstlichen Straße gequert, die außerhalb der jeweiligen Stadttore das abhängige ländliche Gebiet durchzog und dieses kontrollierte, um dann an das allgemeine Straßen-und Wegenetz anzuschließen. Jedes Stadtviertel identifizierte sich mit einer eigenen Farbe und einem eignen Symbol, bei dem es sich ursprünglich um ein Tier, dann um einen Heiligen oder ein Attribut desselben oder ein anderes Merkmal handelte. Jede Burg bestand aus einer Gruppe von Pfarreien und einer Ansiedelung der Bettelorden: die Karmeliter in Porta Sole, die Augustiner in Porta Sant’Angelo, die Franziskaner in Porta Santa Susanna, die Serviten in Porta Eburnea und die Dominikaner in Porta San Pietro. Aus diesem Grunde entsprechen die folgenden fünf Rundwege, die nach historischen, künstlerischen und architektonischen Gesichtspunkten entsprechend der wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten zusammengestellt wurden, den traditionellen Wegen und durchqueren die Wehrdörfer ausgehend vom historischen Kern in die Umgebung, um dann an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Die Rundwege folgen so entgegen dem Uhrzeigersinn aufeinander, vom Norden in den Süden der Stadt, und sind mit der Nummerierung ausgewiesen, die auch auf den Hinweisschildern der Gemeinde aufgeführt wird. PERUGIA 3


3. RUNDGANG PORTA SANTA SUSANNA Case Bruciate Linea Minimetrò 4. RUNDGANG PORTA EBURNEA Cupa Piazza Morlacchi


Piazza Matteotti 2. RUNDGANG PORTA SANT’ANGELO Pincetto Viale S. Antonio 1. RUNDGANG PORTA SOLE Die fünf vorgeschlagenen Rundwege, die mit 5 Farben unterschiedlich gekennzeichnet sind, entsprechen den kommunalen Beschilderungen mit 128 Messing-Schildern, die in den fünf Stadtvierteln jeweils vor den beschriebenen Sehenswürdigkeiten aufgestellt sind. Der Besucher kann seine Tour jedoch auch nach persönlichen Vorlieben gestalten. Für die Öffnungszeiten wird empfohlen, sich an die Fremdenverkehrsbüros (IAT Perugia) zu wenden: Loggia dei Lanari, Piazza Matteotti, 18 Tel. +39 075 5736458 - +39 075 5772686 Fax +39 075 5720988 Öffnungszeiten: 8.30-18.30 Uhr. Porta Nova - Pian di Massiano: Werktage: 8.30-18.30 Uhr. Feiertage: 8.30-13.30 Uhr. 5. RUNDGANG PORTA SAN PIETRO PERUGIA 5


A U G U S T A Stadt der Kunst Eine “erhabene” Stadt, aufgrund ihrer Geschichte, den Monumenten und der Kultur. Die Großartig keit der Zeugnisse aus der Epoche der Etrusker und der Römer.


Die Raffinesse der dreibogigen Fenster des Palazzo dei Priori. Der Reiz der unterirdischen Stadt. Und letztendlich die Süße der Schokolade und die außergewöhnlichen Klänge des Jazz. PERUGIA P E R U S I A Höhe 493 m ü. M. 160.724 Einwohner (2005) Die ersten Siedlungen gehen auf das IX. Jahrhundert vor Christus zurück. Ab dem VI. Jahrhundert v. Chr. entwickelt sich die Stadtstruktur, die in einem ständigen Anpassungsprozess im Laufe der Jahrhunderte die Verbindung zwischen der Stadt und dem Hügel herstellt und im Mittelalter ihre größte Ausdehnung erfährt. Das etruskische Perugia mit seinen mächtigen Mauern, einer der wichtigsten zwölf unabhängigen Stadtstaaten der damaligen Zeit, verläuft in seiner Ausdehnung zwischen dem Hügel Landone und dem Hügel Sole. Der etruskische Bogen und die Gruften von San Manno und der Volumni legen darüber beredtes Zeugnis ab. Im I. Jahrhundert vor Christus befindet sich Perugia unter der Herrschaft der Römer: Im Jahr 40 wird die Stadt in Folge der Ereignisse des Bürgerkrieges zwischen Oktavian und Marcus Antonius in Brand gesteckt; derselbe Oktavian, der sie “Augusta Perusia” nennt, um seine Herrschaft hervorzuheben, lässt sie anschließend restaurieren, weshalb das Bauwesen eine Zeit des Aufschwungs erlebt. In der frühchristlichen Zeit beginnt die Expansion außerhalb der Stadtmauern. Im Jahre 548 wird die Stadt von Totila zerstört. Nach der byzantinischen Herrschaft entstehen im XII. Jahrhundert die freien Städte: es folgt eine radikale Neuorganisation, sowohl bezüglich der Urbanistik durch die sternförmige Anordnung der Stadt und die Errichtung der Bauwerke, die heute die Schmuckstücke der Stadt sind, der Palazzo dei Priori und der Brunnen Fontana Maggiore, als auch im Bereich der Verwaltung durch die Strukturierung der befestigten Dörfer, die auch heute noch die Landschaft kennzeichnen. Die renommierte Universität wird gegründet. Es folgt eine unruhige Zeit unter der Herrschaft verschiedener Signori, darunter Biordo Michelotti und Braccio da Montone. Im Jahre 1425 unterwirft sich die Stadt der Kirche, tatsächlich jedoch wird sie von der Krypto-Signoria der Baglioni regiert. Im Jahr 1540 findet der so genannte Salzkrieg statt: Der Bau der Festung Rocca Paolina ist ein Zeichen der Niederlage, das Viertel der Baglioni wird zerstört und teilweise in die Festung eingefügt. Die Spannungen mit der Kirche dauern an: Als Reaktion auf den Aufstand der Bevölkerung und die teilweise Zerstörung der verhassten Rocca wird die Stadt 1859 von den Truppen des Papstes geplündert. PERUGIA 7


PORTA SOLE Das Symbol des Stadtviertels ist die Sonne, nach der topographischen Ausrichtung des Tors gen Osten, gemeinsam mit der Farbe Weiß. Der Schutzheilige ist San Romualdo. Von hier aus führte die königliche Straße zum Tiber, bis zur römischen Straße Via Flaminia. PERUGIA 9


RUNDGANG PORTA SOLE Cupa Pellini Cupa 1 4 26 21 23 Mercato 2 3 22 25 25 Pincetto S. An Brig


tonio lie 5 Viale S. Antonio 20 24 14 12 13 6 7 8 19 16 Palazzetto dei Notari Kirche Gesú Logge dei Lanari und Panoramaterrasse Via Volte della Pace Kirche und Kloster San Fiorenzo Porta Santa Margherita Arco dei Gigli Kirche und Konvent San Simone del Carmine Ehemalige Kirche und Hospital San Crispino 15 9 17 Monteluce 18 Kirche San Bevignate 10 Monumentalfriedhof 11 Kirche Santa Maria Nuova Konvent Santa Maria Nuova (der “Serviten”) Arco dei Tei Kirche Sant’Antonio Abate Porta (oder Festungswerk) Sant’Antonio Mittelalterliche Werkstätten Kirche Santa Maria di Monteluce Panoramaaussicht (Via del Cane) Ehemaliges Kloster San Tommaso Kirche Sant’Angelo della Pace Festungswerk Porta Sole (Überreste) Palazzo Conestabile della Staffa Kapelle San Severo Kirche Compagnia della Morte Etruskischer Brunnen PERUGIA PERUGIA 11


RUNDGANG PORTA SOLE 1. PALAZZETTO DEI NOTARI Erbaut in gotischer Form zwischen 1438 und 1446, ist zwischen den dreibogigen Fenstern der Fassade das Wappen des Notars-Kollegium abgebildet, ein Greif auf einem Tintenfaß. Im Jahre 1591 führte die Öffnung von Via Pinella – heute Via Calderini – zum Abriss des linken Flügels des Palazzo. 2. KIRCHE GESÚ Diese zwischen 1562 und 1571 erbaute Kirche gehörte bis zur Auflösung des Ordens zu den Jesuiten, danach wurde sie im Jahre 1775 den Barnabiten übergeben. Die Fassade wurde 1034 wiederhergestellt. Einzigartiges Gebäude mit vier übereinander liegenden Sälen. Die Kirche belegte den obersten Saal, bei den anderen handelt es sich um die Oratorien der Kongregationen des Adels, der Handwerker und der Bauern. Die vier Säle sehen von der Rückseite (Via Angusta) wie ein hoher Turm aus. Im Innenbereich und in der Sakristei finden sich wertvolle Werke aus Holz und Fresken von Andrea Carlone aus Genua und Andrea Pozzi aus dem siebzehnten Jahrhundert. Die Kirche wurde im Jahre 1989 durch einen schweren Brand getroffen. Hauptstrecke: nach links bis zur Einmündung von Via Volte della Pace. Umweg nach rechts: bei der Hausnummer 18 von Piazza Matteotti 3. LOGGIA DEI LANARI UND PANORAMATERRASSE Laubengang aus dem vierzehnten Jahrhundert, erbaut von der Woll-Gilde auf den jahrhundertealten Fundamenten der so genannten Piazza “del Sopramuro”, heute Piazza Matteotti. Lange Zeit verschlossen, wurde der Laubengang erst 1932 anlässlich des Baus der neuen Hauptmärkte wieder geöffnet und ist heute Sitz von URP (Büro für Öffentlichkeitsarbeit) und IAT (Fremdenverkehrsamt). Auf der Rückseite der großen Terrasse öffnet sich ein wundervolles Panorama in Richtung des Monte Subasio und der Stadt Assisi. Ende des Umwegs. Rückkehr auf die Hauptstrecke bis zur Einmündung von Via Volte della Pace 4. VIA VOLTE DELLA PACE Charakteristische Gasse, überdacht durch die Gewölbe der darüber stehenden Gebäude, in der Vergangenheit ein Laubengang, der sich auf das weite Tal des Tibers hin öffnete. Die Gasse folgt dem kurvigen Verlauf der etruskischen Mauer, die in vielen Ladenlokalen der darunter liegenden Via Alessi sichtbar ist. Weiter über die Gasse zur Piazza Danti und Piazza Piccinino an der Porta Sole (s. Nr. 22-26).


Andernfalls: Weiter auf der Via Alessi und Via Cartolari, bis diese in Via della Viola einmündet, dann nach rechts bis zur Kirche und zum Konvent San Fiorenzo 5. KIRCHE UND KLOSTER SAN FIORENZO Ein erstes sakrales Gebäude, das dem Heiligen geweiht ist, wird seit dem VIII. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Der Komplex gehörte erst den Kluniazensern (XI. Jahrhundert), dann den Zisterziensern (XIII. Jahrhundert) und schließlich den Serviten (seit 1444). Die Kirche, die ursprünglich in gotischer Form erbaut wurde, wurde zwischen 1763 und 1770 vollständig umgebaut. Im Innenraum befindet sich die Gruft des großen Architekten Galeazzo aus Perugia, der in einem nahe gelegenen Wohnhaus geboren wurde und gelebt hat. Zu sehen sind ein Banner von Benedetto Bonfigli (XV. Jahrhundert), manieristische Fresken und eine bemerkenswerte Orgel “Morettini” aus dem siebzehnten Jahrhundert. Hier befand sich auch die Madonna Ansidei von Raffaello, die heute in London besichtigt werden kann. Weiter auf der Via Bonaccia 6. PORTA SANTA MARGHERITA Tor der mittelalterlichen Stadtmauer, das im Jahre 1821 wiedereröffnet wurde, als im darunter liegenden Bereich die Pavillons der ehemaligen Irrenanstalt der Provinz (heute sind dort u. a. Schulen und Teile der Universität untergebracht) gebaut wurden. Nur wenig nach der tiefen Senke des Grabens von Santa Margherita befinden sich die mächtigen “Böschungsmauern von Braccio”, ein Werk aus dem fünfzehnten Jahrhundert, das Braccio Fortebracci da Montone zur Konsolidierung des Hügels von Perugia errichten ließ. Weiter auf der Via Baciadonne bis zur Via Imbriani, dann erst nach rechts, und dann nach links, weiter auf der Via della Madonna bis zur Via della Viola 7. ARCO DEI GIGLI Eines der fünf größten Tore der etruskischen Stadtmauer, mit Öffnung in Richtung Nordosten. Der Bogen wurde im Mittelalter umgebaut und mit einem Spitzbogen versehen, im Original erhalten sind die Torpfosten aus Travertin-Blöcken. Auf der äußeren Fassade der rechten Seite sind noch Überreste des ursprünglichen etruskischen Bogens erhalten. Der Name stammt vom Wappen mit den Lilien von Papst Paul III. Farnese, das die Pfeilerbogen verzierte. Ende des Umwegs. Die gesamte Via del Roscetto entlang laufen 8. KIRCHE UND KONVENT SAN SIMONE DEL CARMINE Obwohl die Kirche erst im Jahre 1285 als Pfarrei urkundlich erwähnt wird, bestand sie bereits 1233. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und bewahrt in ihrem Inneren interessante Überreste des PERUGIA 13


mittelalterlichen Gebäudes entlang der Flanke von Via Abruzzo. Die Kirche beherbergt eine monumentale Orgel (1602) mit im spätmanieristischen Stil geschnitzten Figuren. Sie war an das Karmeliter-Kloster (XIV. Jahrhundert) angebaut, das nach 1861 in Staatsbesitz überging. Nun kann in Richtung Porta Pesa gelaufen und der Rundgang mit der Besichtigung der Nr. 12, 13 und 14 fortgesetzt werden, um dann in Richtung Corso Bersaglieri zu laufen, oder der Umweg bis km 1,7 auf Via dell’Asilo und Via Enrico dal Pozzo bis zur Kirche San Bevignate und zum Monumentalfriedhof (Nr. 9-11) beschritten werden 9. EHEMALIGE KIRCHE UND HOSPITAL SAN CRISPINO Die Kirche wurde von der Zunft der Schuhmacher zwischen dem XIV. und dem XV. Jahrhundert erbaut. Angrenzend wurde, eventuell bereits im fünfzehnten Jahrhundert, das Hospital der Zunft errichtet, das dann im achtzehnten Jahrhundert die “Schwindsüchtigen und Schwachsinnigen” aufnahm. Dieses mittelalterliche Wehrdorf mit Namen “Fontenovo” wurde zu keiner Zeit mit einer Mauer umgeben, auch wenn auf einem historischen Grundrissplan deutlich ein Stadttor eingezeichnet ist, das nachfolgend verschwand. Weiter auf der Via Enrico dal Pozzo 10. KIRCHE SAN BEVIGNATE Erbaut zwischen 1256 und 1262 aus lokalem Sandstein, zeigt diese Kirche im Innenraum einen Freskenzyklus von außerordentlicher Bedeutung für die Geschichte des Ordens der Tempelritter und andere Fresken zur religiösen Bewegung der Flagellanten, gegründet von Ranieri di Fasano, die 1260 ganz Italien erreichte. Die Architektur im romanischen Stil ähnelt dem der zeitgenössischen Kirchen Monteluce und Montelabate. Das ursprüngliche Dach mit Hängewerken wurde dann ab 1400 durch große Kreuzgewölbe ersetzt. 11. MONUMENTALFRIEDHOF Eingeweiht im Jahre 1849 durch Bischof Pecci, dem späteren Papst Leo XIII., sind auf diesem Friedhof Grabmonumente im klassischen Stil bis hin zum Jugendstil zu sehen. Nicht weit dahinter liegt die Kirche Santa Maria delle Grazie von Monterone aus dem XIII. Jahrhundert, umgebaut im XVI. Jahrhundert, die ähnliche Formen wie die Kirche Madonna della Luce in Porta Santa Susanna aufweist. Ende des Umwegs, weiter in Richtung Piazza del Duca 12. KIRCHE SANTA MARIA NUOVA Diese bereits im Jahre 1285 erstmals urkundlich erwähnte Kirche wurde im Jahre 1568 fast vollständig neu gebaut, mit einem Portal und einer Freitreppe mit zwei Rampen und Brunnen. Auf der Seite befinden sich ein Portal und zwei Arkaden, die ursprünglich aus dem vierzehnten Jahrhundert stammen. Im Innenraum ein Chor aus dem XV. Jahrhundert, ein Banner von Benedetto Bonfigli (1471) und der


Altar der Gilde der Ultramontanen, einer Gemeinschaft von Franzosen und Deutschen, die in der Stadt ansässig waren, aus dem siebzehnten Jahrhundert. Hier befanden sich auch Werke des Perugino, die heute in London und in der Nationalgalerie Umbrien zu sehen sind, des “Alunno” sowie von Fiorenzo di Lorenzo und von Giannicola di Paolo, heute zu besichtigen im Pariser Louvre. Der Kirchturm aus dem Jahre 1644, der wahrscheinlich nach Plänen von Galeazzo Alessi errichtet wurde, ist vom Kreuzgang des angrenzenden Konvents aus sichtbar. 13. KONVENT SANTA MARIA NUOVA (DER “SERVITEN”) Erbaut nach 1540 als Ersatz für die ursprüngliche Kirche Santa Maria dei Servi in Porta Eburnea, die abgerissen wurde, um für den Bau der Festung Rocca Paolina Platz zu schaffen. Hier wurden die Säulen des Kreuzgangs wieder verwendet (Hausnummer 87 in Via Pinturicchio). Gemeinsam mit der Kirche war auch der Konvent von den Wirren um das Festungswerk von Porta Sole betroffen, das im Laufe des XIV. Jahrhunderts errichtet und dann zerstört wurde. Der Konvent ging nach 1861 in Staatsbesitz über. In der Hausnummer 21 in Via del Roscetto befindet sich das Oratorium San Benedetto, in wertvoller manieristischer Architektur von Valentino Martelli (1598) mit Dekorationen von Salvucci (1610). 14. ARCO DEI TEI Dieser Bogen gehört mit dem Arco di Santa Elisabetta im Viertel Porta Sant’Angelo zu einer ersten Stadtmauer, die außerhalb der etruskischen Ausdehnung lag und wahrscheinlich aus dem XII.-XIII. Jahrhundert stammt. Er wurde Porta Pesa genannt. Der davor liegende Bereich wurde als Porta Pesa bezeichnet, da dort seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts eine Zollgrenze verlief. Weiter auf dem Corso Bersaglieri 15. KIRCHE SANT’ANTONIO ABATE Als Pfarrkirche bereits 1285 erstmals urkundlich erwähnt, erhält sie ihr heutiges Aussehen zwischen 1624-1625 durch die Änderungen, die durch die Padres der Olivetaner vorgenommen wurden. Die Kirche beherbergt eine Orgel von Michele Buti (1665) und ein Fresko von Gerardo Dottori (ca. 1930). Sehenswert ist auch die antike Krypta. Wie viele andere Konvente an den Rändern der jeweiligen Wehrdörfer bildet sie die Stadtgrenze auf dieser Seite. Im Außenbereich befindet sich über einer Säulentrommel einer romanischen Säule ein Schweinchen aus Stein (XV. Jahrhundert), das sich auf den Kult von Sant’Antonio Abate bezieht, dem Beschützer des Ackerlandes, der Tiere und der Bauern, die durch das nahe gelegene Stadttor an den Markttagen über dieses Wehrdorf die Stadt betraten. PERUGIA 15


16. PORTA (ODER FESTUNGSWERK) SANT’ANTONIO Erbaut im Jahre 1374 auf den Fundamenten des Festungswerks Porta Sole, ersetzte dieses Tor ein früheres, bereits im Jahre 1273 vorhandenes Tor, das die mittelalterliche Ausdehnung der Stadt auf dem nördlichen Hang umschreibt. Beim äußeren Mauerwerk aus Ziegelstein handelt es sich hingegen um Befestigungen aus dem sechzehnten Jahrhundert. Durch dieses Tor kamen die Truppen Piemonts in die Stadt, die Perugia im Jahre 1859 der päpstlichen Herrschaft entrissen. Nur ein kleines Stück weiter, am Ende der Via Pompili, wurde 1983 eine wichtige etruskische Grabstätte der Cutu entdeckt, die heute in der Rekonstruktion im Archäologischen Museum zu sehen ist. Weiter auf der Via Cialdini 17. MITTELALTERLICHE WERKSTÄTTEN Überreste der antiken Werkstätten mit Leibung aus Sandstein auf die Straßen hinaus, die das Stadtzentrum mit Monteluce verband. Zu früheren Zeiten mit Wäldern bedeckt (wie die Bezeichnung besagt), wird dieses Gebiet nach dem ersten Jahrtausendwechsel dauerhaft und stark besiedelt. Dies gilt auch für die Bereiche außerhalb der Stadtmauern, wie die Werkstätten belegen. 18. KIRCHE SANTA MARIA DI MONTELUCE Die Kirche, eine heutige Pfarrkirche, gehörte zum Benediktinerinnen- Kloster, das sich hier im XIII. Jahrhundert angesiedelt hatte. Nachfolgend zogen hier die Franziskanerinnen von Santa Chiara ein, und schließlich ging das Gebäude mit der Einheit Italiens im Jahre 1861 in Staatsbesitz über. Nach einem mittlerweile fast vollständigen Umbau befand sich ab 1927 das Städtische Krankenhaus im Gebäude des Konvents, das aus dem antiken Sitz in Via Oberdan dorthin umzog. Heute befindet sich das Krankenhaus in Sant’Andrea delle Fratte in einem einheitlichen Krankenhauskomplex. Die Fassade der Kirche, verkleidet mit roten Marmortafeln in weißen Kassetten, geht auf das Jahr 1451 zurück. Aus dieser Epoche ist noch das doppelte Portal mit den Holzläden aus dem XVI. Jahrhundert erhalten. Im Innenraum ein bedeutender Freskenzyklus im Stil des Manierismus von Perugia. Hinter der Apsis ein gotischer Saal mit Fresken der umbrisch-sienesischen Schule des XIV. Jahrhunderts. Zurück bis zur Mitte von Corso Bersaglieri, dann nach rechts in Via del Cane 19. PANORAMAAUSSICHT (VIA DEL CANE) Öffnung von 1968 auf die mittelalterliche Stadtmauer, mit Blick auf das mittelalterliche Viertel Porta Sant’Angelo mit dem gleichnamigen frühchristlichen kreisförmigen Tempel. Weiter unten links das gewaltige Bauwerk des Palazzo Gallenga, Sitz der Universität für ausländische Studierende. Dieser Hang der Stadt wurde aufgrund der Ausrichtung nach Norden und des starken Gefälles nicht in die moderne Stadtentwicklung einbezogen.


Nach links entlang der Stadtmauer 20. EHEMALIGES KLOSTER SAN TOMMASO Im Jahre 1274 erstmals urkundlich erwähnt, geht dieses Kloster von den Zisterzienser-Nonnen in der Mitte des XVI. Jahrhunderts auf die Dominikaner-Nonnen über. Nach den umfassenden Umbauten nach der Verstaatlichung im Jahre 1861 sind der Laubengang des inneren Kreuzgangs (Eingang über Hausnummer 66 in Via Pinturicchio) und der Kirchturm aus Ziegelstein noch erhalten. Die Kirche wurde entweiht. Bis 1912 beherbergte sie ein industrielles Unternehmen. Auf der Rückseite des ehemaligen Klosters in Via del Melo 34 hat seit 2003 die Initiative POST (Perugia Officina per la Scienza e la Tecnologia, Werkstatt für Wissenschaft und Technologie von Perugia) ihren Sitz mit einem interaktiven Ausstellungsbereich mit unterhaltsamen Installationen für das spielerische Experimentieren einiger natürlicher Phänomene (Tel. +39 075 5736501, www.perugiapost.it). Über das Tor wird Via Pinturicchio erreicht und dann nach rechts abgebogen. Dann nach links in Via della Volpe und über die Via Scoscesa und Via delle Prome über eine starke Steigung bergan 21. KIRCHE SANT’ANGELO DELLA PACE Diese Kirche wurde im XVI. Jahrhundert auf Initiative des Kardinals Tiberio Crispo auf den Resten eines vorher vorhandenen Laubengangs errichtet. Der Name wird vom “Frieden” abgeleitet, der von Papst Paul III. Farnese nach dem Salzkrieg (1540) ausgesprochen wurde, und die Unterwerfung der Stadt mit sich brachte. Im Gebäude neben der Kirche befand sich vom Ende des sechzehnten Jahrhunderts an bis 1812 die Akademie der Zeichnung, aus der sich die heutige Akademie der Schönen Künste entwickelte. 22. FESTUNGSWERK PORTA SOLE (ÜBERRESTE) Mächtiger Militärbau inmitten der Stadt, auf Wunsch des Abtes von Monmaggiore erbaut von Matteo di Gattapone im Jahre 1373. Er verband die Kathedrale mit dem Cassero di Sant’Antonio und der Porta San Matteo, die sich in der Mitte des Corso Garibaldi befand, heute jedoch nicht mehr vorhanden ist. Dieser Bau wurde auf den Bereich der etruskischen Akropolis gesetzt, und brachte entsprechende Zerstörungen mit sich. Nach der vollständigen Zerstörung durch das wütende Volk im Jahre 1375 sind heute nur noch die mächtigen Bögen sichtbar, die die kleine Piazzetta delle Prome stützen. Links das Wehrdorf Porta Sant’Angelo, rechts Monteluce. Hier bietet sich eine der interessantesten und vielleicht die authentischste Panoramaaussicht der Stadt. Die darunter liegenden Gärten stellen eine natürliche Trennung zwischen der Akropolis und den mittelalterlichen Wehrdörfern dar. PERUGIA 17


23. PALAZZO CONESTABILE DELLA STAFFA Erbaut zwischen 1628 und 1629. In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts residierte hier die Prinzessin Maria Valentini Bonaparte, die aus dem Palazzo ein Zentrum des kulturellen Lebens der Stadt machte. Im Inneren Fresken von Giovanni Andrea Carlone (XVII. Jahrhundert) und Felice Giani (XVIII.-XIX. Jahrhundert). Heute hat dort die städtische Bibliothek Augusta ihren Sitz, die im Jahre 1582 von Prospero Podiani gegründet wurde. Die Bibliothek verfügt über 300.000 Bände, davon 3.325 Manuskripte, 1.326 Wiegendrucke, 645 Aldine und 16.550 Cinquecentine, sowie einen wertvollen Bestand antiker Kartographien. Nach links bis Piazza Michelotti, dann auf die Via dell’Aquila 24. KAPELLE DI SAN SEVERO Ursprünglich aus dem XV. Jahrhundert, überstand die Kapelle im achtzehnten Jahrhundert die Umbauten der angrenzenden Kirche und des Klosters der Kamaldulenser, die sich hier bereits im XI. Jahrhundert angesiedelt hatten. Im Innenraum ein Fresko, dessen oberer Teil die Dreifaltigkeit zeigt, und das zwischen 1505 und 1508 von Raffaello Sanzio geschaffen wurde, das einzige Werk des Mannes aus Urbino, das in Perugia verblieben ist. Das Fresko wurde im Jahre 1521 von “il Perugino” vollendet, der eine Heiligenprozession im unteren Teil hinzufügte. Abwärts auf der Via Raffaello bis zur Via Bontempi, dann nach rechts bis zur Piazza Piccinino 25. KIRCHE COMPAGNIA DELLA MORTE Die Gilde, die im Jahre 1570 entstand, um armen Verstorbenen ein würdiges Grab zu geben, förderte den Bau ab 1575. Die Arbeiten nach Plänen von Bino Sozi zogen sich bis über das siebzehnte Jahrhundert hinaus hin. Der Innenbereich mit einem Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes, der im achtzehnten Jahrhundert renoviert wurde, beherbergt Gemälde und Stuckarbeiten von Francesco Busti, Cristoforo Gasperi und Anton Maria Garbi(XVIII. Jahrhundert). Das Portal im manieristischen Stil geht auf das Jahr 1606 zurück. Weiter bis zur Piazza Danti 26. ETRUSKISCHER BRUNNEN Mit einer Tiefe von 37 Metern und einer Breite von 5,60 Metern wurde dieser Brunnen wahrscheinlich als Zisterne geplant und nachfolgend für die Sammlung des Wassers von unterirdischen Quellen benutzt. Gleichaltrig wie die etruskische Mauer (III. Jahrhundert v. Chr.), wurde der Brunnen für die Nutzung durch die Öffentlichkeit freigegeben, die von der Brunnenbrüstung auf der Piazza Piccinino Wasser schöpfen konnte. Gleiches gilt für andere Stellen in der etruskischen Akropolis. Der Brunnen weist ein einzigartiges und mächtiges Balkenwerk aus fünf monolithischen Elementen auf, die als Hängewerk angeordnet sind.


PORTA SANT’ANGELO Der Name dieses Viertels geht auf den antiken Tempel San Michele Arcangelo, des Erzengels Michael, zurück, wie auf dem Wappen zu sehen ist, auf dem zwei Flügel mit dem Schwert abgebildet sind. Die Erkennungsfarbe ist das Rot, wie das flammende Schwert des Kriegerengels. Von diesem Tor führte die königliche Straße in Richtung Norden nach Gubbio. PERUGIA 19


RUNDGANG PORTA SANT’ANGELO 24 Cupa 23 21 13 Pellini 22 Cupa 20 18 19 17 15 16 14 12 10 11 8 25 7 5 6 3 4 2 9 1 28 31 26 27 30 29 Mercato Pinc


etto S. Antonio Viale S. Antonio Monteluce PERUGIA Palazzo dei Priori (Nord-Fassade) Sala dei Notari Palazzo des Erzbischofs Fontana Maggiore Logge di Braccio Kathedrale San Lorenzo Via Maestà delle Volte Piazza Cavallotti Aquädukt aus dem dreizehnten Jahrhundert Römisches Mosaik von Santa Elisabetta Kirche San Sebastiano e Rocco Kirche und Konvent Montemorcino Nuovo Ehemaliges Kloster San Francesco delle Donne Kloster San Benedetto dei Condotti Kloster Santa Caterina Ehemaliges Kloster Sant’Antonio da Padova Kloster Beata Colomba Arco dello Sperandio Kloster Santa Lucia Kloster Sant’Agnese Tempel Sant’Angelo Festungswerk Porta Sant’Angelo San Matteo degli Armeni Kloster Monteripido Ospedale della Mercanzia Konvent und Kirche Sant’Agostino Oratorium Sant’Agostino Palazzo Gallenga Stuart Arco Augusto oder etruskischer Bogen Kirche San Fortunato Piazza Danti PERUGIA 21


RUNDGANG PORTA SANT’ANGELO 1. PALAZZO DEI PRIORI (NORD-FASSADE) Ergebnis zweier unterschiedlicher Bauphasen: die erste (1293-97) betraf den linken Bereich, der durch eine Reihe von dreibogigen Fenstern und dem mächtigen gotischen Portal charakterisiert ist, das zur Sala dei Notari führt. Später wurde dann der rechte Bereich an der Stelle der Kirche San Severo di Piazza mit einem Säulengang mit drei Arkaden errichtet (ca. 1335). Nach den umfangreichen Umbauten des Innenbereichs während der päpstlichen Herrschaft wurden die antiken Formen nach 1861 wiederhergestellt und restauriert. Die Fächer-Freitreppe stammt aus dem Jahre 1902 und ersetzt die mittelalterliche Treppe mit zwei Rampen. Über dem Portal befinden sich die Bronze-Kopien des Greifs von Perugia und des welfischen Löwen (die Originale, von 1271-81, die vom Brunnen von Arnolfo di Cambio stammen, befinden sich im Inneren des Palazzo). Von den Konsolen hängen die Ketten, die die Einwohner Perugias nach der Schlacht von Torrita im Jahre 1358 von den Toren Sienas raubten. 2. SALA DEI NOTARI Majestätischer Saal mit acht mächtigen Bögen, ursprünglich Sitz der Volksversammlungen der freien Stadt, ab 1582 Sitz der einflussreichen Gilde der Notare, auf die der heutige Name zurückgeht. Von den ursprünglichen Fresken des XIII.-XIV. Jahrhunderts sind nur noch wenige Fragmente erhalten. Der Großteil wurde von Matteo Tassi (1885) übermalt oder mit Legenden, Märchen, biblischen Geschichten und den verschiedenen Wappen, darunter denen der Capitani del Popolo e Podestà ergänzt. Auf einer Wand befindet sich das Wappen von Braccio Fortebracci. Entlang der Wände sind Sitze und Stühle aus dem sechzehnten Jahrhundert aufgereiht. Nach den umfangreichen Umbauten während der Jahrhunderte der päpstlichen Herrschaft wurde das Gebäude nach 1861 wiederhergestellt und restauriert. In der Sala della Vaccara, die über die Außentreppe zugänglich ist, ist ein Fresko von Tibero di Assisi von 1568 zu sehen. Von der Piazza aus nach recht abbiegen 3. PALAZZO DES ERZBISCHOFS Dieser Palazzo wurde an der Stelle wieder aufgebaut, an der der Palazzo dei Consoli und der angrenzende Palazzo del Podestà standen, die im Jahre 1329 und 1534 in Brand gesetzt wurden. Die Fassade stammt aus dem Jahre 1650. Das Portal von 1788 zeigt im Hintergrund eine perspektivische Szene. Weiter in Richtung Fontana Maggiore 4. FONTANA MAGGIORE Eines der schönsten Beispiele der italienischen Bildhauerei des Mittelalters (s. Karte Seite 24). Dieser Brunnen wurde zwischen 1278 und 1280 von Nicola und Giovanni Pisano nach Plänen von Fra Bevignate in Zusammenarbeit mit Boninsegna aus Venedig für den


hydraulischen Bereich anlässlich der Feier der Fertigstellung der neuen Wasserleitungen errichtet. Er besteht aus zwei konzentrischen polygonalen Wannen, über denen sich ein Brunnenbecken aus Bronze erhebt, das seinerseits mit einer Gruppe von drei weiblichen Figuren gekrönt wird. Die untere Wanne weist Abbildungen der zwölf Monate als Basreliefs auf, mit den Sternzeichen und anderen allegorischen Darstellungen. Die obere Wanne besteht aus vierundzwanzig Tafeln, die durch allegorische, heilige und historische Figuren unterbrochen werden. 5. LOGGE DI BRACCIO Im Jahre 1423 ließ Braccio Fortebracci da Montone, Söldnerführer und Signore von Perugia, diesen Laubengang errichten und verband ihn mit seiner angrenzenden Residenz, die jedoch leider nicht erhalten ist. Von diesem, Fioravante Fioravanti aus Bologna zugeschriebenen Bauwerk sind vier der fünf Arkaden, von denen eine teilweise geschlossen ist, auf oktagonalen Säulen erhalten. Unter der ersten Arkade auf der rechten Seite befinden sich Überreste der Basis des Kirchturms der primitiven Kathedrale sowie ein Mauerabschnitt aus Travertin- Blöcken aus der etruskischrömischen Epoche. Auf der linken Wand befindet sich die Pietra della Giustizia (im Original im Palazzo dei Priori), mit der die Stadt Perugia im Jahre 1234 die öffentliche Verschuldung für getilgt erklärte und eine Besteuerung entsprechend dem Einkommen der Bürger verordnete. Darüber hinaus sind die Maßeinheiten von Perugia, der Fuß und die halbe Rute, dargestellt. 6. KATHEDRALE SAN LORENZO Nach der Planung um 1300 als Ersatz für die frühere romanische Kathedrale zog sich der Bau bis ins folgende Jahrhundert. Die unvollendete Fassade, die auf die Piazza Danti hinaus geht, präsentiert sich mit dem barocken Portal von Pietro Carattoli aus dem Jahre 1729. Die Seite, die in Richtung des Brunnens zeigt und ebenfalls unvollendet ist, verfügt über ein Portal aus dem Jahre 1568, einem Werk von Galeazzo Alessi, eine wertvolle Kanzel aus dem fünfzehnten Jahrhundert und ein Kruzifix aus Holz von Polidoro Ciburri, das hier während dem Salzkrieg (1540) eine neue Heimat fand. Der Innenraum mit seiner charakteristischen Saalstruktur wurde im achtzehnten Jahrhundert vollständig umgebaut und dekoriert. In der Kapelle San Bernardino ist die Grablegung Christi von Federico Barocci (1569) zu sehen. In der Kapelle San Giuseppe befinden sich das kunstvoll verzierte Reliquienbehältnis des Santo Anello und eine von Wicar geschaffene Kopie des Sposalizio di Maria des Perugino, das zur Zeit Napoleons von den Franzosen entwendet wurde. Die Kirchenfenster stammen aus der berühmten Werkstatt Morettini-Caselli in Perugia. Der PERUGIA 23


Fontana Maggiore Die dekorative Ausschmückung, “eine der stärksten mittelalterlichen Expressionen des Lebens der Menschen” (Walter Binni), beschwört in seiner komplexen bildlichen Botschaft mit der Darstellung des universellen Wissens und der Geschichte der Menschheit, in der Perugia, die geheimnisvolle Gründung der Stadt und ihre Rolle im Gebiet gefeiert werden, das politische und kulturelle Programm der Stadt Perugia. Untere Wanne Die einzelnen Felder werden durch eine kleine gewundene Säule unterteilt, und ihrerseits durch eine weitere kleine Säule in jeweils zwei Teile geteilt. Auf 24 Tafeln werden die Berufe der Menschen anhand der Monate des Jahres und der Sternzeichen in Basreliefs dargestellt. Darüber hinaus sind der Löwe und der Greif von Perugia, die sieben freien Künste, die Philosophie, Episoden aus dem Alten Testament (Adam und Eva und die Vertreibung aus dem irdischen Paradies), sowie Geschichten von Samson, David, Romulus und Remus, und Märchen aus dem Äsop abgebildet. Obere Wanne Die obere Wanne lagert auf kleinen Säulen und zeigt glatte Füllungen, mit Ausnahme einer, die in Richtung Palazzo dei Priori zeigt und eine Inschrift in gotischen Schriftzeichen über die Arbeiten zur Wiederherstellung des Aquädukts im Jahre 1322 trägt. Entlang des oberen Randes und der Basis dieser Wanne verlaufen zwei weitere Inschriften über das Werk und seine Erbauer. In den Ecken zwischen den Füllungen stehen 24 kleine Statuen, die Symbole (Perugia, Trasimeno, Chiusi), Heilige, Persönlichkeiten des Alten Testaments oder aus der Geschichte Perugias darstellen. Das Brunnenbecken Das Bronze-Becken ist ein Werk von Rosso Padellaio, einem Gießer aus Perugia (1277). Darüber steht eine Bronze-Gruppe der Drei Nymphen, die eine Amphore tragen, aus der das Wasser herausschießt. Neben der Fontana Maggiore befindet sich ein Brunnen, der ursprünglich im etruskisch-römischen Zeitalter angelegt wurde (auch wenn er als mittelalterlicher Brunnen bezeichnet wird), mit einer Tiefe von 47 Metern, der die Stadt mit Wasser versorgte.


PERUGIA 25


Holzchor von Giuliano da Maiano und Domenico del Tasso (1491) in der Apsis wurde nach einem Brand im Jahre 1985 restauriert. In der Sakristei ist der Gemäldezyklus des Martyriums des San Lorenzo von Giovanni Antonio Pandolfi (1573-76) zu sehen. Hauptstrecke auf der Via Maestà delle Volte, nach dem Besuch des Kreuzgangs von San Lorenzo und des Kapitularmuseums in Hausnummer 8 der Piazza IV Novembre 7. VIA MAESTÀ DELLE VOLTE In der Antike war diese Straße eine enge, durch die Stützgewölbe des Palazzo del Podestà (durch die er mit dem Pfarrhaus verbunden war) nach oben hin geschlossene Gasse. Der Palazzo wurde im Jahre 1534 durch einen Brand zerstört und wird daher auch als “Palazzo abrugiato” (abgebrannter Palazzo) bezeichnet. Rechts der Palazzo del Seminario, aus dem späten sechzehnten Jahrhundert, in dessen Räumen sich das Kapitularmuseum San Lorenzo befindet (s. nebenstehende Karte). Im Hintergrund die Fassade der Kirche della Maestà delle Volte (1580-90), erbaut auf einem früheren Oratorium aus dem vierzehnten Jahrhundert. Von diesem Oratorium, das von Agostino di Duccio zwischen 1440 und 1475 restauriert und dekoriert wurde, sind einige wunderschöne Fragmente von Skulpturen erhalten, die in der Nationalgalerie ausgestellt werden. Die Kuppel wurde durch Pomarancio (1568) dekoriert. Heute wird das Gebäude gewerblich genutzt. Kapitularmuseum der Kathedrale San Lorenzo Gegründet im Jahre 1923 anlässlich des vierhundertsten Todestages von Pietro Perugino, wurde dieses Museum im Jahre 2000 mit einer neuen Einrichtung, die in 25 Sälen auf zwei Stockwerken in den suggestiven Überresten des Palazzo di Martino IV, des Palazzo dei Consoli und des Capitolo dei Canonici gezeigt wird, der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. In den unterirdischen Bereichen befindet sich ein Lapidarium, das zur urbanen Anlage der etruskisch-römischen Stadt gehörte. Eingerichtet mit Kunstwerken und li- turgischen Einrichtungsgegenständen aus Kirchen der Diözese, dem Dom und aus Schenkungen, zeigt dieses Museum zahlreiche Gemälde und Skulpturen, die zwischen dem XIV. und dem XIX. Jahrhundert entstanden sind, darunter Werke aus der Werkstatt von Arnolfo di Cambio und Agnolo Daddi, sowie Werke von Meo da Siena, Giannicola di Paolo und Bartolomeo Caporali. Der erste Manierismus und das siebzehnte Jahrhundert sind mit Arbeiten von Danti, Scaramuccia und Batini präsent. Von besonderer Bedeutung ist das Altarbild von Sant’Onofrio von Luca Signorelli (1484), das die Muttergottes mit dem Jesuskind, einen musizierenden Engel und seitlich die Heiligen Johannes den Täufer, Onofrio und Lorenzo sowie den Auftraggeber zeigt.


Weiter die gesamte Straße entlang, bis zu Piazza Cavallotti 8. PIAZZA CAVALLOTTI Von Felice Cavallotti (1842-98), Politiker, Anhänger Garibaldis und Schriftsteller. Die Piazza wurde zahlreiche Male umgestaltet, dabei wurde das architektonische Profil verändert. Dies geschah insbesondere nach dem Abriss (1876) der Kirche Santa Maria degli Aratri aus dem dreizehnten Jahrhundert und der Öffnung von Via Cesare Battisti (1904). Unter der Fußbodenebene können im archäologischen Bereich Strukturen aus den verschiedenen Bauphasen der Stadt seit der römischen Epoche besichtigt werden. Weiter nach rechts in Via Baldeschi, dann nach links in Via Appia bis zum ehemaligen Aquädukt 9. AQUÄDUKT AUS DEM DREIZEHNTEN JAHRHUNDERT Mit einer Länge von fünf Kilometern wurde dieser Aquädukt im XIII. Jahrhundert angelegt, um das Wasser vom Monte Pacciano zur Fontana Maggiore zu leiten. Die Arbeiten begannen zögerlich im Jahre 1255 und wurden unter der Leitung von Fra Bevignate und Boninsegna aus Venedig erst im Jahre 1280 abgeschlossen. Aufgrund der andauernden Probleme mit der Instandhaltung wurde im Jahre 1835 eine neue Wasserleitung gebaut. Der letzte Abschnitt des alten Aquädukts wurde in einen charakteristischen Fußgängerweg auf großen mittelalterlichen Bögen umgewandelt. Hauptstrecke entlang des ehemaligen Aquädukts. Umweg: nach der Treppe bis Via Santa Elisabetta, dann nach links bis zum römischen Mosaik. 10. RÖMISCHES MOSAIK VON SANTA ELISABETTA Eines der wichtigsten Denkmäler der römischen Epoche in Perugia, das zu einem großen Bäderkomplex aus dem II. Jahrhundert n. Chr. gehört. Hier stand die Kirche Santa Elisabetta, von der der Name stammt, die aber leider nicht erhalten ist. In den Farben Schwarz und Weiß stellt das Mosaik Orpheus dar, den geheimnisvollen griechischen Dichter, der auf einem Felsen sitzt, während er durch die Klänge des Liedes die Tiere, die um ihn herum sitzen, verzaubert. Seit 2005 befindet sich das Mosaik im Fachbereich Chemie und kann während der Öffnungszeiten der Universität besichtigt werden. Weiter in Via San Sebastiano bis zur gleichnamigen Kirche in Via dell’Eremita 11. KIRCHE SAN SEBASTIANO E ROCCO Diese Kirche wurde zu Beginn des XV. Jahrhunderts bei der Kapelle der Madonna della Pace errichtet, deren wundersame Erscheinung auf dem Hochaltar dargestellt wird. Im Innenraum Fresken aus dem siebzehnten Jahrhundert von Pietro Montanini, von dem auch das Gemälde in Sant’Onofrio stammt. PERUGIA 27


Entlang der Via del Pero und Rückkehr zur Hauptstrecke 12. KIRCHE UND KLOSTER MONTEMORCINO NUOVO Die im Jahre 1740 von Luigi Vanvitelli geplante Kirche steht neben dem mächtigen Komplex des ehemaligen Klosters, das ebenfalls nach Plänen von Vanvitelli und Carlo Murena für die Olivetaner-Mänche aus Montemorcino Vecchio erbaut wurde. Im Jahre 1811 wurde der Konvent von der napoleonischen Regierung an die Universität Perugia übergeben, die ihn bis heute als Sitz des Rektorats nutzt. Bemerkenswert sind der Kreuzgang, der Laubengang und der angrenzende hängende Garten. Auf den Wänden des weitläufigen Atriums, durch das man zur Aula Magna gelangt, ist ein mächtiger Korpus von Abdrücken etruskischer Inschriften zu sehen. Weiter auf der Via Innamorati, dann in Viale Faina und Via Berardi 13. EHEMALIGES KLOSTER SAN FRANCESCO DELLE DONNE Erste Präsenz der Franziskaner in der Stadt (1212), dessen Name auf die Übergabe an die Benediktiner- Nonnen von Sant’Angelo del Renaio im Jahre 1256 zurückgeht. Ab 1815 fungierte es als Zufluchtsstätte für arme Mädchen. Danach wurde es industriell genutzt, durch die Spinnerei Faina und, wie ein Kamin belegt, durch die Keramik-Fabrik La Salamandra. Seit 1996 hat hier eine Textil-Handwerkstätte ihren Sitz, die Webstühle von Hand herstellt. Das wertvolle Portal, das große Fenster der Apsis und der Kirchturm sind erhalten. Rückkehr auf die Hauptstrecke des Rundwegs über Via Faina in Via del Fagiano 14. KLOSTER SAN BENEDETTO DEI CONDOTTI Dieser Name stammt von den nahe gelegenen mittelalterlichen Wasserleitungen. Das Kloster wurde im Jahre 1421 vom Eremit Giovanbattista aus Gubbio gegründet. Es steht neben der Kirche, die zuerst Santa Maria Novella geweiht war, und im siebzehnten Jahrhundert umgebaut wurde. Im Innenraum umfangreiche Dekorationen aus dem XV. und dem XVI. Jahrhundert. Der Kirchturm (XVIII. Jahrhundert) zeichnet sich durch die Backstein-Dekorationen und die ungewöhnliche Zwiebelspitze aus. Zu sehen sind zwei kleine Chorstühle. Weiter auf der Via della Pietra, dann nach links auf den Corso Garibaldi 15. KLOSTER SANTA CATERINA Entworfen von Galeazzo Alessi im XVI. Jahrhundert für die Nonnen von Santa Giuliana, wurde das Kloster später von den Benediktinerinnen von Santa Caterina Vecchia übernommen, die sich im Jahre 1649 dort ansiedelten. Im neunzehnten Jahrhundert teilweise in Staatsbesitz übergegangen, hatte die Zündholzfabrik Saffa dort ab 1902 ihren Sitz. In der Kirche befinden sich Fresken (1718) und Gemälde von Mattia Batini und Benedetto Bandiera, sowie ein Marmor- Tabernakel aus dem siebzehnten Jahrhundert. Derzeit ist in einem Teil ein Klausur-Kloster untergebracht. Weiter auf dem Anstieg 16. EHEMALIGES KLOSTER SANT’ANTONIO DA PADOVA Dieses Kloster wurde im Laufe der Jahrhunderte fast vollständig abgerissen und um 1970 als Wohnheim für Studentinnen wieder aufgebaut. Bis 1810 befand sich dort das Polypthychon von Sant’Antonio, von Piero della Francesca vor 1468 im Auftrag von Ilaria Baglioni, Äbtissin des Klosters, erschaffen. Das Werk ist heute in der Nationalgalerie Umbrien zu sehen.


Weiter auf dem Anstieg 17. KLOSTER BEATA COLOMBA Äußerlich einfach und schmucklos, beherbergt dieses Kloster die Rekonstruktion der Zelle der Beata Colomba da Rieti, Mitglied des dritten Ordens der Dominikaner, gestorben in Perugia im Jahre 1501. Im Innenraum ein Gemälde, das den Kreuz tragenden Christus darstellt, und Giovanni di Pietro, benannt “lo Spagna” zugeschrieben wird (Beginn XVI. Jahrhundert). In der Kirche Dekorationen von Nicola Giuli und ein Gemälde von Francesco Appiani (XVIII. Jahrhundert). Ein Gedenkstein erinnert im Außenbereich an das Treffen von San Francesco und San Domenico (1220). Derzeit ist dort ein Klausur-Kloster ansässig. Hauptstrecke entlang des Corso Garibaldi. Umweg nach rechts zum Arco dello Sperandio (Nr. 18) 18. ARCO DELLO SPERANDIO Mittelalterliches Nebentor. Der Name stammt von dem nahe gelegenen Benediktiner-Kloster “dello Sperandio”, heute ein privates Wohnhaus. Der Gedenkstein auf dem Bogen erinnert an die Wiederherstellung im Jahre 1329. In diesem Bereich wurde im zwanzigsten Jahrhundert eine etruskische Gruft (Ende IV.-III. Jahrhundert v. Chr.) entdeckt, die zu einer Nekropole gehört, die vom VI. bis zum II. Jahrhundert v. Chr. benutzt wurde. Rückkehr auf die Hauptstrecke des Rundwegs 19. KLOSTER SANTA LUCIA Niederlassung der Augustiner- Nonnen, die nachfolgend (1816) auch das angrenzende Kloster Sant’Antonio da Padova übernahmen. Nachfolgend Sitz des Pensionats Antinori, das zwischen 1851 und 1970 ausgestoßene Mädchen aufnahm und für deren Berufsausbildung sorgte. Heute ist dort eine Grundschule untergebracht. In die Via Sant’Agnese einbiegen 20. KLOSTER SANT’AGNESE Dieses Kloster bestand bereits im Jahre 1318 und wurde abwechselnd von den Klarissinnen und dem dritten Orden der Franziskanerinnen genutzt. Im Inneren befindet sich ein Fresko von Pietro Perugino aus dem Jahre 1522, das die Madonna delle Grazie darstellt, zu deren Füßen sich zwei Franziskaner-Nonnen befinden. Rechts und links sind die Heiligen San Antonio Abate und Antonio da Padova abgebildet. Im Chorstuhl ein Fresko, das Eusebio da San Giorgio (1519) zugeschrieben werden kann. Derzeit ein Klausur-Kloster. PERUGIA 29


Einbiegen in Via del Tempio 21. TEMPEL SANT’ANGELO Dies ist die älteste Kirche der Stadt, die auf das V.-VI. Jahrhundert zurückgeht. Sie weist eine einzigartige frühchristliche Architektur auf, mit kreisförmigem Grundriss mit einer Schirmkuppel auf einer Trommel, die auf 16 Säulen lagert, die aus römischen Gebäuden stammen, und einem kreisförmigen Säulenhof. Von außen sind die Umbauten aus dem vierzehnten Jahrhundert sichtbar, darunter der verschlossene ursprüngliche Eingang und der derzeitige Eingang mit dem spitzbogigen Portal. Auf der davor liegenden Wiese eine Säule von der Piazza del Sopramuro (heutige Piazza Matteotti). Links die Treppen hinunter 22. FESTUNGSWERK PORTA SANT’ANGELO Das größte der mittelalterlichen Tore, als krönender nördlicher Abschluss der königlichen Straße von Porta Sant’Angelo, gehört zur Vollendung der Mauern im vierzehnten Jahrhundert. Von der Befestigung im Jahre 1326 von Ambrogio Maitani aus Siena, bis zum Aufsatz des Cassero im Jahre 1479 und der Wiederherstellungsarbeiten im XX. Jahrhundert erlebte dieses Bauwerk zahlreiche Änderungen. Sitz des Museums der Stadttore und der Stadtmauern, das auf der oberen Terrasse einen spektakulären Überblick über die Stadt und die umliegende Gegend bietet. Weiter außerhalb des Tors 23. SAN MATTEO DEGLI ARMENI Diese Kirche wurde um 1273 für die armenischen Mönche errichtet, die in den angrenzenden Gebäuden beherbergt wurden. Im Innenraum wichtige Fresken aus dem dreizehnten Jahrhundert und Votiv- Darstellungen, die zwischen dem XIV. und dem XV. Jahrhundert entstanden sind. Im XVI. Jahrhundert wird der Komplex in ein Lazarett umgebaut, dann bis 1820 in Erbpacht an die Oddi vergeben. Gegenwärtig finden Arbeiten zur Wiederherstellung statt. Weiter auf dem Kreuzweg, der zum Kloster Monteripido ansteigt 24. KLOSTER SAN FRANCESCO AL MONTE GENANNT MONTERIPIDO Niederlassung der Franziskaner, entstanden im ausgehenden XIII. Jahrhundert nach der Schenkung des Orts an die Brüder von San Francesco al Prato. Die Zugangsrampe wird von einem Kreuzweg aus Backstein (1633-36) flankiert. Im Jahre 1754 wurde der Block der Bibliothek in barocker Form nach Plänen von Pietro Carattoli angebaut. Ausgestattet mit mehr als 10.000 Bänden, wurde diese Sammlung mit Beginn der napoleonischen Konfiskationen auseinander gerissen. Erwähnenswert sind die Kreuzgänge, die Innenhöfe und der Panoramaausblick auf die Stadt.


Rückkehr auf den Corso Garibaldi und weiter bis zur Hausnummer 84. Umweg: nach links in Richtung Via del Canerino und den Park Sant’Angelo – Panoramaausblick. Hauptstrecke entlang des Corso Garibaldi 25. OSPEDALE DELLA MERCANZIA Die gesamte Häusergruppe bis zur Hausnummer 104 gehört ab dem XIV. Jahrhundert dem Collegio della Mercanzia, eine der größten Zünfte der Stadt Perugia. Anfangs ein Krankenhaus für die Armen, wie aus der Inschrift auf dem zentralen Portal (1507) hervorgeht, dann bis in die jüngere Zeit (1990) ein öffentlicher Schlafsaal. Über dem Eingang ist ein in Stein gehauenes Symbol der Zunft vorhanden, das einen mit den Hinterbeinen auf einem Wollballen stehenden Greif zeigt. Spuren der primitiven Dekoration sind in der kürzlich restaurierten Sala del Granaio zu sehen. Weiter bis zur Piazza Lupattelli 26. KONVENT UND KIRCHE SANT’AGOSTINO Bedeutende Niederlassung der Augustiner, entstanden zwischen 1256 und 1260, heute als Kaserne genutzt. Die ursprüngliche gotische Struktur der Kirche ist im unteren Teil der Fassade sichtbar, die mit weißem und rosafarbenem Steinen verkleidet ist. Die Kirche wurde im XVIII. Jahrhundert vollständig umgebaut. Der Innenraum wurde zwischen 1795 und 1803 wiederhergestellt. Erwähnenswert der Chorstuhl, ein Werk von Baccio d’Agnolo aus Florenz (1502), sowie eine polychrome Holzstatue aus der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts. Hier befand sich das Polypthychon Sant’Agostino (1512-23) von Pietro Perugino, das später auseinander gerissen wurde und heute teilweise wieder zusammen gesetzt in der Nationalgalerie Umbrien zu sehen ist. 27. ORATORIUM SANT’AGOSTINO Dieses Oratorium gehörte der Confraternita Disciplinata di Sant’Agostino, einem Verein von Laienbrüdern, die im karitativen und wohltätigen Bereich tätig waren und sich der Solidarität verschrieben hatten. Dieser Verein bezog sich auf das Kloster Sant’Agostino, von dem er auch die Inspiration übernahm. Der Komplex besteht aus zwei übereinander liegenden Oratorien, das untere wurde im XIV. Jahrhundert erbaut und dekoriert. Das obere Oratorium, das auf die Mitte des XVI. Jahrhunderts zurückgeht, wurde im siebzehnten Jahrhundert renoviert und stellt eines der umfassendsten Beispiele für die Dekoration und die Verzierungen des Barocks dar. Mit einer wundervollen Holzdecke mit Schnitzereien und Vergoldungen aus dem Jahre 1698 (Besuch auf Anfrage, Tel. +39 075 5724815). Weiter bis zur Piazza Fortebracci 28. PALAZZO GALLENGA STUART Der frühere Palazzo Antinori wurde im Jahre 1931 der Stadt Perugia als Geschenk übergeben und ist heute Sitz der Universität für ausländische Studierende. Er wurde zwischen 1740 und 1758 von Pietro Carattoli nach Plänen von Francesco Bianchi umgebaut. Erwähnenswert sind das PERUGIA 31


Vestibül und die Prunktreppe mit Stuckverzierungen und Büsten aus dem achtzehnten Jahrhundert. Nach dem gleichen Entwurf wurde der hintere Teil angebaut (1935-37), in dem die Aula Magna entstand, die von Gerardo Dottori dekoriert wurde. Nach links in Richtung Via Ulisse Rocchi 29. ARCO AUGUSTO ODER ETRUSKISCHER BOGEN Monumentaler, nach Norden ausgerichteter Bogen der mächtigen etruskischen Mauer, erbaut im III. Jahrhundert v. Chr., flankiert von zwei Wachttürmen mit trapezförmigem Grundriss. Die Inschrift AUGUSTA PERUSIA, die auf der gesamten Bogenwölbung verläuft, verweist auf den Wiederaufbau durch Augustus, nach dem Bellum perusinum des Jahres 40 v. Chr., der mit der Unterwerfung Perugias unter die Herrschaft Roms endete. Oberhalb des Bogens befindet sich die Inschrift COLONIA VIBIA zum Gedenken an Vibio Treboniano Gallo, einem aus Perugia stammenden Imperator, der seiner Stadt den römischen Titel einer “Colonia” verlieht. Auf dem linken Stützpfeiler ein Brunnen aus dem siebzehnten Jahrhundert und auf der Krönung eine Loggia aus dem Rinascimento. Zur Linken die Kirche San Fortunato. Hauptstrecke in Richtung Via Ulisse Rocchi 30. KIRCHE SAN FORTUNATO Vermutlich ursprünglich aus dem hohen Mittelalter, zeigt die Fassade aus dem siebzehnten Jahrhundert Spuren eines antiken Gebäudes. Ab 1634 Sitz der Silvestriner-Padres. Im Innenraum zwei vergoldete Holz- Altare aus dem XVII. Jahrhundert, mit Statuen von Leonardo Scaglia und einem Gemälde von Scilla Pecennini, das die Madonna mit San Fortunato darstellt (1585). Wieder aufwärts auf der Via Ulisse Rocchi bis zur Piazza Danti 31. PIAZZA DANTI Die Piazza wird vom mächtigen Komplex der Kathedrale dominiert, die auf dieser Seite die ursprüngliche Hauptfassade zeigt. Dieser Platz wurde bis 1899 als “Piazza del Papa” bezeichnet, dieser Name ist auf die Bronze-Statue des Papstes Julius, des III., zurückzuführen, einem Werk von Vincenzo Danti. Nach der Umsetzung der Statue, um Platz für die elektrische Straßenbahn zu schaffen, wurde der Platz in Piazza Danti, dem Namen des Künstlers, umbenannt. Seit dem Mittelalter fand auf diesem Platz der Markt der landwirtschaftlichen Erzeugnisse statt, wie die kleinen Reliefs an den Ecken des Palazzo del Turreno an der Via Bartolo und Via del Sole zeigen, die von Händen gehaltene Ähren abbilden. Auch heute findet hier noch ein kleiner Keramik-Markt statt.


PORTA SANTA SUSANNA Dieses Viertel ist benannt nach der Schutzheiligen, die auch als Symbol neben dem Bär und der Kette abgebildet wird. Die Farbe des “Rione” ist Hellblau und bezieht sich auf die Gewässer des Lago Trasimeno, der von diesem nach Westen blickenden Tor aus über die Straße in Richtung Cortona erreichbar ist. PERUGIA 33


RUNDGANG PORTA SANTA SUSANNA Cupa 13 12 11 14 10 9 15 8 Pellini 7 6 5 Cupa 16 17 4 19 18 3 1 2 Mercato 25 Pincetto


S. Antonio Briglie Viale S. Antonio PERUGIA Palazzo dei Priori Collegio della Mercanzia Kirche Santi Severo e Agata Kirche San Filippo Neri Kirche Santi Stefano e Valentino Rolltreppen “Cupa-Priori” und Kirche Santa Teresa degli Scalzi Torre degli Sciri Oratorium San Francesco dei Nobili Kirche Madonna della Luce und Kirche San Luca Evangelista Porta Trasimena oder auch Porta San Luca Porta Santa Susanna Oratorium San Bernardino Akademie der Schönen Künste Kirche San Francesco al Prato Etruskische Mauer - Via del Poggio Palazzo Florenzi - ehemaliger Palazzo Danzetta Teatro Morlacchi Kirche San Martino del Verzaro Oratorium Santa Cecilia PERUGIA 35


RUNDGANG PORTA SANTA SUSANNA 1. PALAZZO DEI PRIORI Der Sitz der freien Stadt wurde in mehreren Phasen erbaut: die erste Bauphase (1293-97), die den Saal der Notare (Sala dei Notari) umfasst, erfolgte unter der Leitung von Giacomo di Servadio und Giovannello di Benvenuto. In der zweiten Bauphase (1335-53) entstanden die Teile bis oberhalb des Bogens von Via dei Priori und Via della Gabbia. Die dritte Bauphase (1443) und weitere Bauarbeiten (bis zum XVIII. Jahrhundert) spielen sich entlang des Corso ab. Beim Bau wurden verschiedene, bereits vorhandene Gebäude integriert, darunter zwei Türme, die von Via della Gabbia und Corso Vannucci aus sichtbar sind (Hausnummer 21). Bemerkenswert sind das Atrium, der Glockenturm und das Portal aus dem vierzehnten Jahrhundert, mit den Statuen der Schutzheiligen Lorenzo, Ercolano und Costanzo, die in der Nationalgalerie Umbriens im Original aufbewahrt werden. Dieses befindet sich in den oberen Stockwerken des Palazzo und bietet eine der umfangreichsten Ausstellungen Italiens hinsichtlich der Anzahl und der Qualität der Werke aus dem Zeitraum vom XIII. bis zum XIX. Jahrhundert (s. Karte S. 37-38). 2. COLLEGIO DELLA MERCANZIA Als eine der wichtigsten Zünfte der Bürger hatte das mächtige Kollegium hier seit 1390 seinen Sitz. Der Versammlungssaal ist mit fein geschnitzten Tafeln aus Pappel-und Nussbaumholz verkleidet, die aus der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts stammen. Im historischen Archiv des Kollegiums werden die Register der Kaufmänner aufbewahrt, die reich an wertvollen Miniaturen sind.


Nationalgalerie Umbrien Die Nationalgalerie Umbrien zeigt die vollständigste Sammlung Umbriens von Werken, die zwischen dem dreizehnten und dem neunzehnten Jahrhundert entstanden und großteils kirchlicher Herkunft sind. Dennoch macht die enge Verbindung, die für das gesamte Mittelalter und das moderne Zeitalter zwischen dem religiösen und dem zivilen Leben bestand, den Rundgang durch das Museum zu einem der stärkstenkünstlerischen Zeugnisse sowohl für die Geschichte der Region wie des Landes. Die künstlerischen Strömungen des XVII. und des XVIII. Jahr hunderts werden durch Künstler wie Orazio Gentileschi, Pietro da Cortona, Valentin de Boulogne, Pierre Subleyras, Antonio Amorosi und Corrado Giaquinto repräsentiert. In der Pinakothek sind darüber hinaus verschiedene Spezialbereiche zu sehen, mit Stoffsammlungen, Dokumenten und topographischen Karten sowie einem Schatz wertvoller Gegenstände, die aus den Stadtmuseen und den Kirchen Perugias stammen. Corso Vannucci, 19 (Palazzo dei Priori) Tel. +39 075 5721009 - +39 075 5741400 www.gallerianazionaledellumbria.it PERUGIA 37


Sehenswert sind die Werke von Protagonisten der Kunst des Mittelalters und des Rinascimento, wie dem Meister von San Francesco, Arnolfo di Cambio, Duccio di Buoninsegna, Gentile da Fabriano, Beato Angelico und Piero della Francesca. Zahlreich sind die Meisterwerke von Pietro Vannucci, genannt “il Perugino”, seiner Schüler und lokaler Künstler, darunter Bernardino di Betto, genannt “il Pintoricchio”. Erwähnt werden soll auch die Kapelle der Priori, mit Fresken von Benedetto Bonfigli, die Episoden aus dem Leben von Sant’Ercolano und San Ludovico von Toulouse zeigen, und die ein Zeugnis der lokalen Geschichte und des Städtebaus darstellt.


In die Via dei Priori einbiegen 3. KIRCHE SANTI SEVERO E AGATA Diese Kirche wurde zu Beginn des XIV. Jahrhunderts als Ersatz für die Kirche San Severo di Piazza (auf der heutigen Piazza IV Novembre) erbaut, die für die Erweiterung des Palazzo dei Priori im vierzehnten Jahrhundert weichen musste und abgerissen wurde. Im Inneren sind interessante Fresken der umbrischen Schule zu sehen (XIV. Jahrhundert). Dieses Gebiet bietet viele suggestive Gassen, wie die Via Ritorta, Via dell’Orso oder Via Vermiglioli. Weiter auf der Via dei Priori 4. KIRCHE SAN FILIPPO NERI Diese Kirche entstand auf dem frühchristlichen Baptisterium von San Giovanni Rotondo, und wurde 1626 von den Padres der Kongregation des Oratoriums erbaut. Der Bau wurde im Jahre 1648 mit der Errichtung der Kuppel abgeschlossen. Das von Paolo Maruscelli geleitete Projekt trägt deutliche Zeichen der Inspiration durch die Architektur der römischen Gegenreformation. Grandios präsentiert sich die vignoleske Travertin-Fassade. Im Innenraum Fresken von Carlone und Appiani. Am Hochaltar ein Gemälde von Pietro da Cortona, das die Unbefleckte Empfängnis zeigt (1662). Weiter auf der Via dei Priori 5. KIRCHE SANTI STEFANO E VALENTINO Vom ursprünglichen Kern der Kirche Santo Stefano (XII. Jahrhundert) sind der Kappenturm und die Neben-Apsis erhalten. Bei den Umbauten im fünfzehnten Jahrhundert wurde die Ausrichtung der Kirche umgekehrt, deren Innenbereich sich mit zwei Schiffen (einem romanischen Schiff und einem Schiff aus dem XV. Jahrhundert) präsentiert. Links von der Kirche erhebt sich der Palazzo degli Oddi aus dem XVI. PERUGIA 39


Jahrhundert mit der strengen Fassade aus dem achtzehnten Jahrhundert. Im Inneren zeigen Fresken aus dem späten siebzehnten Jahrhundert Episoden aus dem Familienepos. 6. ROLLTREPPEN “CUPA-PRIORI” UND KIRCHE SANTA TERESA DEGLI SCALZI Die von der Gemeinde Perugia im Jahre 1989 angelegten Rolltreppen sind Teil eines innovativen Zugangssystem zur Akropolis der Stadt. Zur Rechten erhebt sich die Kirche Santa Teresa degli Scalzi, deren Bau nach Plänen von Alessandro Baglioni im Jahre 1718 abgeschlossen wurde. Die Fassade ist unvollendet, der Innenbereich in Form eines griechischen Kreuzes präsentiert sich mit einer zentralen Kuppel und kleineren Kuppeln an den vier Seiten. Das daneben liegende Kloster ging mit der Einheit Italiens (1861) in Staatsbesitz über und wird heute als Schulgebäude genutzt. Weiter auf der Via dei Priori 7. TORRE DEGLI SCIRI Dieser Verteidigungsturm wurde im XII.-XIII. Jahrhundert erbaut. Er ist als einziger der vielen Türme der gesamten Akropolis unversehrt geblieben, die abgerissen oder in angrenzende Gebäude integriert wurden. Seine Höhe beträgt 46 Meter und er ist von vielen Teilen der Stadt aus sichtbar. Er gehörte der Familie der Oddi und ging im XVI. Jahrhundert an die Familie Sciri über, deren Namen er bis heute trägt. Eine weitere Bezeichnung ist “Torre degli Scalzi” durch die Nähe zur gleichnamigen Kirche. Weiter auf der Via degli Sciri 8. ORATORIUM SAN FRANCESCO DEI NOBILI Das Oratorium wurde von der Bruderschaft gegründet, die aus der Flagellanten-Bewegung von Ranieri Fasani hervorging und im neunzehnten Jahrhundert in den Verein Sodalizio Braccio Fortebracci überführt wurde. Über das Marmor- Portal aus dem XVI. Jahrhundert gelangt man über das Vestibül, dekoriert mit barocken Stuckarbeiten, in den Ratssaal und das Oratorium. Als wertvolles Beispiel des Vorbarocks präsentiert das Oratorium eine Deckenverkleidung mit reichlich vergoldeten Schnitzereien (1570-74), Friesen und Ornamenten von Sciarra Bovarelli (1584), wertvollen geschnitzten Stühlen und Rahmen sowie einem bedeuteten Gemäldezyklus (1611) von Giovanni Antonio Scaramuccia (Besuch auf Anfrage, Tel. +39 075 5724815). Weiter bis zum Ende der Via dei Priori 9. KIRCHE MADONNA DELLA LUCE UND KIRCHE SAN LUCA EVANGELISTA Die Kirche Madonna della Luce wurde zwischen 1513 und 1519 für die Aufbewahrung einer wunderbaren Abbildung der Jungfrau Maria in Freskenmalerei von Tiberio di Assisi (XVI. Jahrhundert) erbaut, die über dem Altar zu sehen ist. Die Dekoration der Kuppel stammt von Giovanni Battista Caporali (1532). Die beiden


an der Basis der Stützpfeiler eingemeißelten Greife erinnern an die Intervention der Gemeinde Perugia für den Bau der Kirche. Daneben liegt die Kirche von San Luca, die im Mittelalter erstmals urkundlich erwähnt und im Jahre 1586 von Bino Sozi im Auftrag des Ordens der Malteserritter umgebaut wurde. Im Innenraum wird ein Gemälde von Giovanni Antonio Scaramuccia (1632) gezeigt. Daneben liegt das ehemalige Haus der Malteserritter mit geteilten Fenstern, datiert, laut Angaben auf dem Portal, auf das Jahr 1484. Hauptstrecke in die Via San Francesco. Umweg nach links über die Porta Trasimena (Nr. 10), bis zur Porta Santa Susanna (Nr. 11) 10. PORTA TRASIMENA ODER PORTA SAN LUCA Eines der fünf etruskischen Tore der Stadt, erhalten im Original bis zum Ansatz der Wölbung, im XIV. Jahrhundert umgebaut und mit einem Spitzbogen versehen. Dieses Tor ist in Richtung des Lago Trasimeno ausgerichtet, nach dem es benannt ist, es wird aber auch nach der nahe gelegenen gleichnamigen Kirche als Porta San Luca oder als Porta della Luna (Mond-Tor) bezeichnet. Auf dem Scheitel des Bogens ist im Außenbereich der Berg Golgatha und gleich darunter ein Halbmond eingemeißelt, der zu unterschiedlichen Interpretationen Anlass gab: im Zusammenhang mit den Kreuzzügen, den Tempelrittern oder dem der Sonne gegenüberstehenden Gestirn. Auf dem Kragstein der linken Seite präsentiert sich ein Löwen-Standbild (oder eine Sphinx) aus Travertin. Darüber hinaus sind Reste von Buchstaben vorhanden, die der römischen Inschrift AUGUSTA PERUSIA - COLONIA VIBIA zugeordnet werden können. Nach links weiter auf der Via della Sposa 11. PORTA SANTA SUSANNA Dieses Tor wird auch als Porta della Colombata oder Porta Sant’Andrea bezeichnet, nach den Namen der nahe gelegenen und gleichnamigen Kirchen. Es ist Teil der mittelalterlichen Stadtmauer (XIII.-XIV. Jahrhundert) und wurde im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts zerstört. Übrig geblieben sind der Spitzbogen und der spätere Überbau, der mit einem schönen Greif in rosafarbenem Stein dekoriert ist. Angebaut an das Tor, die antike Kirche des Apostels Sant’Andrea, die bereits im Jahre 1168 als Kapelle erstmals urkundlich erwähnt und im XIX. Jahrhundert mit wertvollen Backstein- Elementen auf der Fassade (Portal und Rosette) wiederhergestellt wird. PERUGIA 41


Rückkehr auf die Hauptstrecke in Via San Francesco, bis zur gleichnamigen Piazza 12. ORATORIUM SAN BERNARDINO Erbaut zwischen 1451 und 1461 zur Preisung des Heiligen aus Siena, schließt dieses Gebäude über einen Bogen aus dem Rinascimento an den Komplex von San Francesco an. Die elegante mehrfarbige Fassade mit feinsten Basreliefs, einem Meisterwerk des florentinischen Bildhauers und Architekten Agostino di Duccio (1457-61), stellt das wichtigste Beispiel der Kunst des Rinascimento in Perugia dar. Im Inneren wird ein frühchristlicher Sarkophag (Mitte IV. Jahrh.) mit den Reliquien des Seligen Egidius, einem Gefährten des Heiligen Franz, aufbewahrt, der als Altar dient. Bemerkenswert ist das dahinter liegende Oratorium der Heiligen Andreas und Bernardino (1537), Sitz der Bruderschaft der Gerechtigkeit, SANDRO BELLU Saal aus dem sechzehnten Jahrhundert, umgebaut im achtzehnten Jahrhundert, mit geschnitzter und vergoldeter Deckenverkleidung, wertvollen Stuckarbeiten und Gemälden. In der Sakristei des Oratoriums befindet sich die Kapelle Baldeschi, mit der Grabstätte des Rechtsgelehrten Bartolo di Sassoferrato (verstorben 1357). 13. AKADEMIE DER SCHÖNEN KÜNSTE Gegründet im Jahre 1537 von Orazio Alfani und Domenico Sozi, hat diese Akademie seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts ihren Sitz im ehemaligen Kloster von San Francesco, das im Jahre 1230 gegründet wurde und von dem der wertvolle Kreuzgang erhalten ist. Die Akademie besitzt eine Fachbibliothek, ein Kabinett mit Zeichnungen und Drucken, eine Gipsfigurensammlung mit Abdrücken der Werke von Bertel Thorwaldsen und Antonio Canova (derzeit geschlossen), sowie eine interessante Sammlung von Gemälden aus dem neunzehnten und dem zwanzigsten Jahrhundert, die sich heute im Museum des Palazzo della Penna befindet. 14. KIRCHE SAN FRANCESCO AL PRATO Angeschlossen an das gleichnamige Kloster wurde diese Kirche um die Mitte des XIII. Jahrhunderts als Ersatz für die antike Kapelle Santa Susanna erbaut, die dem gesamten


Stadtviertel den Namen gab. Die Kirche stürzte mehrmals ein und wurde umgebaut, dabei verlor sie den mittelalterlichen und den barocken Kirchturm aufgrund der Senkungen dieses Hangs des Hügels. Die Fassade wurde im Jahre 1929 nach Plänen von Benedetto Bonfigli nach dem Muster des Banners von San Bernardo (1464) im cosmatesken Stil mit Rauten und Intarsien mit weißem und rosafarbenem Stein wiederhergestellt. In der Kirche befanden sich die Gruften der wichtigsten Familien von Perugia und zahlreiche Kunstwerke, wie die Grablegung von Baglioni, die Krönung der Jungfrau von Raffaello Sanzio und die Auferstehung von “il Perugino” (heute zu sehen in der Galleria Borghese und der Pinacoteca Vaticana in Rom). Durch den Einsturz der Gewölbe und der Apsis fehlte dem Gebäude lange Zeit das Dach und die Inneneinrichtung. Nutzung als Hörsaal. Zurück in Via San Francesco, dann nach links weiter auf der Via della Siepe 15. ETRUSKISCHE MAUER - VIA DEL POGGIO Erhaltener Abschnitt der etruskischen Stadtmauer (III. Jahrhundert v. Chr.) zwischen der Porta Trasimena auf der rechten und dem Augustus-Bogen auf der linken Seite. (fortgesetzt mit Abschnitten in Via Cesare Battisti und Via del Verzaro). Von hier aus hat man einen schönen Ausblick auf die darunter liegende Piazza San Francesco. Nach links in Via Armonica abbiegen, bis zum Largo Ermini 16. PALAZZO FLORENZI - EHEMALIGER PALAZZO DANZETTA Erbaut im XVIII. Jahrhundert, schließt dieser Palazzo im Norden an einen großen Abschnitt der etruskischen Stadtmauer an, dem einzigen, der von Innen sichtbar ist, in der Fortsetzung des Abschnittes unter der heutigen Piazza Ermini und Via del Verzaro, und der Fortführung der Mauern von Via Cesare Battisti. Der Palazzo wurde 1840 von der Marchesa Marianna Florenzi (1802- 70), spätere Waddington, gekauft, die hier einen berühmten literarischen Salon abhielt. Ein Stück weiter, in der Hausnummer 7 der Via dell’Aquilone, in der Abteilung Klassische Studien der Fakultät der Literaturwissenschaften, befindet sich eine Gipsfigurensammlung mit Abdrücken etruskischer, griechischer und römischer Statuen (Besuch nach Terminabsprache). Weiter auf der Via dell’Aquilone bis zur Piazza Morlacchi 17. TEATRO MORLACCHI Dieses Theater wurde zwischen 1778 und 1780 nach Plänen von Alessio Lorenzini auf Initiative des Bürgertums der Stadt als Gegenstück zum Teatro del Pavone erbaut, das dem Adel vorbehalten war. Es wurde im Jahre PERUGIA 43


1781 unter dem Namen Teatro del Verzaro eröffnet und nur kurze Zeit später auf den Namen des Musikers Francesco Morlacchi (1774-1841) aus Perugia umbenannt. Im Jahre 1874 wurde es architektonisch durch Guglielmo Calderini umgestaltet, die Erneuerung der Dekorationen übernahmen Moretti, Tassi und Verga. Im Jahre 1942 ging das Theater in den Besitz der Stadt über. Unter den Hausnummern 30-32 findet man den Palazzo Stocchi aus dem vierzehnten Jahrhundert, in dem Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wichtige Funde gemacht wurden (antiker Brunnen und Fresken aus dem XIV. Jahrhundert). Hauptstrecke in Richtung Piazza Cavallotti und Via della Stella, bis zum Oratorium Santa Cecilia (Nr. 19). Umweg nach links auf die Via del Verzaro bis zur Kirche San Martino (Nr. 18) 18. KIRCHE SAN MARTINO DEL VERZARO Erbaut auf den etruskischen Mauern und seit 1163 urkundlich erwähnt, zeigt die Kirche im Innenraum Fresken, die Giannicola di Paolo zugeschrieben werden. Am Anfang der Straße, unter der Hausnummer 3, typischer Wohnturm des Mittelalters, FRANCO PREVIGNANO vermutlich aus dem XII.-XIII. Jahrhundert, der dann in die benachbarten Gebäude integriert wurde. Der Name Verzaro kommt von Viridiarum, d.h. begrünter Ort. Rückkehr auf die Hauptstrecke in Piazza Cavallotti und Via della Stella 19. ORATORIUM SANTA CECILIA Wertvolles kleines Barock-Theater, mit zentralem Grundriss in Form des griechischen Kreuzes, zwei Reihen kleiner Chöre und Kuppeldach, errichtet nach Plänen von Pietro Baglioni (1687-90). Angebaut an San Filippo Neri der Kongregation der Philipper im angrenzenden Komplex, wurde dieses Gebäude später der Accademia degli Unisoni übergeben. Nach Jahrzehnten des Niedergangs und der Verwahrlosung wurde das Oratorium restauriert und im Jahre 2001 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dort herrscht eine optimale Akustik. Entlang der Via Fratti Häuser und Türme aus dem Mittelalter. Weiter auf der Via Fratti zur Piazza IV. Novembre


PORTA EBURNEA Das Symbol des Stadtviertels ist der Turm über einem aufgezäumten Elefanten, von dessen Elfenbein sich der Name herleitet. Die Farbe Grün bezieht sich eventuell auf die Gärten entlang dieses Hangs. PERUGIA 45


RUNDGANG PORTA EBURNEA Cupa 8 Pellini 14 7 Cupa 6 18 9 11 5 17 16 15 13 4 12 10 Piazza Partigiani 3 1 2 Piazzale Europa Mercato 25 Pincetto Bri


glie PERUGIA Collegio del Cambio Palazzo Graziani Teatro del Pavone Ehemalige Kirche del Suffragio Kirche Sant’Angelo di Porta Eburnea Porta Eburnea oder Arco della Mandorla Porta San Giacomo Kirche San Prospero Kirche und Kloster Santo Spirito Rolltreppen Kirche und Kloster Santa Giuliana Kirche Santi Biagio e Savino Collegio Bartolino und Hospital San Giovanni di Dio Kloster der Mantellatinner und Kirche dell’Annunziata Sapienza Vecchia Kirche Santa Maria della Valle Giardini del Campaccio Ehemalige Kirche San Benedetto PERUGIA 47


RUNDGANG PORTA EBURNEA 1. COLLEGIO DEL CAMBIO Zwischen 1452 und 1457 siedelte sich die Zunft der Geldtauscher in diesem Flügel des Palazzo dei Priori an. Hier verzierte um 1500 Pietro Vannucci, genannt “il Perugino”, den Versammlungssal mit Fresken, die als außerordentlichste Zeugnisse des Rinascimento der Stadt gelten. Der Zyklus, vorgegeben vom Humanisten Francesco Maturanzio, feiert die Harmonie zwischen der klassischen Kultur und dem christlichen Glauben. Daneben liegt die Kapelle San Giovanni Battista, mit Malereien von Giannicola di Paolo (1513-28). Die Holzsitze in der Eingangshalle, dem Sitz des Collegio dei Legisti, sind ein Werk von Gianpietro Zuccari und seinen Gehilfen (1615-21). 2. PALAZZO GRAZIANI Entworfen von Vignola in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts. Ende des XIX. Jahrhunderts dekorierte Annibale Brugnoli den Versammlungssaal mit dramatischen Szenen des Risorgimento in Perugia, und interpretierte dabei sehr wirkungsvoll die damalige Geisteshaltung. Weiter auf dem Corso Vannucci 3. TEATRO DEL PAVONE Eines der drei größeren Theater der Stadt (dem Adel vorbehalten), neben dem Teatro Morlacchi (für die bürgerliche Schicht) und dem Teatro Turreno (für das gemeine Volk). Erbaut zwischen 1717 und 1723, wurde dieses Theater in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhundert nach Plänen von Pietro Carattoli umgebaut. Die Einweihung fand anlässlich des Karnevals im Jahre 1773 statt. Im Innenbereich finden sich Dekorationen von Francesco Appiani. NICOLA MILLETTI-FOTO PUCK


Weiter auf der Via Bonazzi 4. EHEMALIGE KIRCHE DEL SUFFRAGIO Erbaut im Jahre 1639 von der gleichnamigen Bruderschaft. Hier sind eine Szene der Geburt Christi von Francesco Bassotti und ein Kruzifix aus Holz von Gianpietro Zuccari, beide aus dem XVII. Jahrhundert, zu sehen. Heute wird die Kirche zivil genutzt. 5. KIRCHE SANT’ANGELO DI PORTA EBURNEA Die Kirche besteht bereits seit dem XI. Jahrhundert und wird im Jahre 1285 als Pfarrkirche urkundlich erwähnt. Das heutige neoklassizistische Aussehen ist das Ergebnis eines Umbaus im neunzehnten Jahrhundert. Im Inneren sind Gemälde von Cristoforo Gasperi (Mitte des XVIII. Jahrhunderts zu sehen). Nach links in Via Bruschi abbiegen, bis zur Porta Eburnea 6. PORTA EBURNEA ODER ARCO DELLA MANDORLA Der Namen wird vom Elfenbein des Elefanten, dem Symbol des Stadtviertels, hergeleitet. Etruskisches Tor, das bis zum Ansatz der Wölbung intakt geblieben ist, und im Mittelalter mit einem Spitzbogen wieder hergestellt wurde. Aus diesem Grunde wird dieses Tor auch als “Mandeltor” bezeichnet. Von hier aus führte die königliche Straße nach Orvieto. Einige Steine aus dem Schutt des Tors tragen Fragmente der Inschriften AUGUSTA PERUSIA und COLONIA VIBIA, die auch auf dem Augustusbogen vorhanden sind. Hauptstrecke: Weiter auf der Via San Giacomo und Via del Parione. Umweg: über Via del Paradiso und Via delle Forze, bis zur Porta San Giacomo (Nr. 7) und der Kirche San Prospero (Nr. 8) 7. PORTA SAN GIACOMO Tor aus dem dreizehnten Jahrhundert, das in Richtung Lago Trasimeno und Chiusi führt. Das Viertel umfasst das mittelalterliche Dorf, das an den Rändern des etruskisch-römischen Kerns gewachsen ist. Es führt zu den Quellen “Fonti di Veggio”, am heutigen Bahnhof, und nach San Prospero. Nachfolgend wurde dieses Tor durch das Tor Porta Eburnea Nuova oder Porta Crucia ersetzt, das nach dem päpstlichen Legat Santacroce benannt ist, der den Neubau im Jahre 1576 in der nahe gelegenen Via Eburnea in die Wege leitete. Nachdem das Tor fast das gesamte neunzehnte Jahrhundert geschlossen war, wurde es in den ersten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wieder geöffnet. Die Viale Pellini überqueren und nach rechts die Treppen bis zur Via San Prospero und der gleichnamigen Kirche (Nr. 8) hinabsteigen. Mit den Rolltreppen wieder bis zur Piazza del Circo hinauffahren 8. KIRCHE SAN PROSPERO Diese Kirche wurde im VII.-VIII. Jahrhundert auf einem etruskischrömischen Gräberfeld erbaut und im Jahre 1285 als Pfarrkirche erstmals PERUGIA 49


urkundlich erwähnt. Für das Jahr 1436 ist ihre Abhängigkeit von der Abtei Pomposa belegt. Sie erlebte im Laufe der Jahrhunderte mehrere bauliche Veränderungen, die letzte Wiederherstellung fand 1927 statt. Im Inneren sind ein Tabernakel aus dem VIII. Jahrhundert, eine Statue von San Prospero im Stile des Arnulfs vom ausgehenden XIII. Jahrhundert und Fresken, die auf 1255 datiert werden, zu sehen. Rückkehr auf die Hauptstrecke des Rundwegs in Via del Parione 9. KIRCHE UND KLOSTER SANTO SPIRITO Der Wiederaufbau der Kirche, der ab dem Jahre 1579 begann, wurde nach Plänen von Francesco Vezzosi aus Pistoia im Jahre 1689 abgeschlossen. Im Inneren befinden sich gemalte perspektivische Architekturelemente aus dem XVIII. Jahrhundert. Der Konvent, dessen Existenz ab dem XIII. Jahrhundert belegt ist, hat ältere Ursprünge, wahrscheinlich im XI. Jahrhundert, und ging mit der Einheit Italiens in Staatsbesitz über. Er beherbergte die erste öffentliche Schule der Stadt (1863). Weiter auf der Via del Parione, nach rechts über die Rolltreppe nach unten 10. ROLLTREPPEN Diese Rolltreppen wurden im Jahre 1983 durch die Gemeinde Perugia angelegt, um ein innovatives Zugangssystem zur Akropolis der Stadt als Alternative zum Autoverkehr anzubieten. Auf der rechten Seite befanden sich zwei mittelalterliche Klöster, die im neunzehnten Jahrhundert in ein Männer- und ein Frauengefängnis umgebaut wurden. 11. KIRCHE UND KLOSTER SANTA GIULIANA Das Nonnenkloster der Zisterzienserinnen, das im Jahre 1253 auf Wunsch von Kardinal Giovanni von Toledo gegründet wurde, hat im Laufe der Zeit verschiedene Änderungen erfahren. Aus dem XIV. Jahrhundert ist die Fassade der Kirche in rosafarbenem und weißem Stein mit gotischem Portal und Rosette erhalten. Reste der ursprünglichen gemalten


Dekoration sind in der Kirche und im Kapitelsaal erhalten. Der Kreuzgang, der als der schönste der Stadt gilt, wird Matteo di Gattapone (1376) zugeschrieben. Im Bogengang des zweiten Stocks befinden sich wertvolle Freskenelemente, die aus dem Refektorium stammen. Das Kloster wurde mit der Einheit Italiens (1861) enteignet und ging in Staatsbesitz über. Das gleichnamige Dorf, das Santa Giuliana mit der Stadt verband, wurde abgerissen, um Platz für die Festung Rocca Paolina (1540-43) zu schaffen. Mit den Rolltreppen wieder bis zur Piazza del Circo hinauffahren 12. KIRCHE DER SANTI BIAGIO E SAVINO Sitz eines antiken Oratoriums von 1036, wurde diese Kirche nach der Zerstörung der Kirchen von San Savino und San Cataldo durch den Bau der Festung Rocca Paolina zur Pfarrei. Ihre Bezeichnung wurde nun auf die Kirche San Biagio im modernen, darunter liegenden Viertel übertragen. Der Bau der Festung Rocca Paolina führte zum Abriss von sieben Kirchen, einer Basilika, zwei Klöstern, sieben Türmen und den Palazzi der Baglioni mit ca. dreihundert Häusern. THOMAS CLOCCHIATTI Weiter auf der Via Fatebenefratelli 13. COLLEGIO BARTOLINO UND HOSPITAL SAN GIOVANNI DI DIO Den linken Bereich des Gebäudes widmete Marcantonio Bartolini im Jahre 1575 der Unterbringung von jungen Studenten aus Perugia, Genua und Lucca. Nur wenige Meter neben der Straße liegt, erweitert und umgebaut, das antike Hospital, das zum Kloster San Giovanni di Dio (ca. 1584) gehörte, dessen Kirche an der gleichnamigen, dahinter liegenden Piazza emporragt. Im Gebäude sind seit 1859 die Werkstätten für Glaskunst Moretti-Caselli untergebracht (Besuch auf Anfrage, www.studiomoretticaselli.it). Weiter auf der Via Fatebenefratelli, nach rechts hinauf in Via San Giacomo und Via Bruschi, bis zur Piazza Mariotti 14. KLOSTER DER MANTELLATINNEN UND KIRCHE DELL’ANNUNZIATA Das Kloster, das auch als Kloster der Bedürftigen oder der Serviten bezeichnet wird, wurde im vierzehnten Jahrhundert auf etruskischem Mauerwerk errichtet (das in einem Saal noch gut sichtbar ist) und im sechzehnten Jahrhundert erweitert. Heute hat das Konservatorium für Musik von Perugia dort seinen Sitz. Daneben befindet sich die Kirche (Mittwochs geöffnet, 15,30-18,30 Uhr), die bereits im Jahre 1334 erstmals urkundlich erwähnt und 1641 restauriert wurde, mit der Fassade aus dem XIX. Jahrhundert. Die Dekoration des Innenbereichs besteht aus Werken von Domenico Bruschi, u. a. das Gemälde Anna (1901), mit einem Selbstbildnis des Malers (letzter von rechts). PERUGIA 51


Weiter auf der Via della Cupa 15. SAPIENZA VECCHIA Kollegium, das zwischen 1361 und 1369 vom Kardinal Nicolò Capocci für die Unterbringung junger ausländischer Studenten errichtet wurde. Seit 1825 ist dort das Collegio della Sapienza Nuova untergebracht, dessen Gründungsjahr im XV. Jahrhundert liegt. Im Innenhof ein wertvoller Brunnen mit Säulengang mit 6 Säulen, der im Jahre 1596 errichtet wurde, ein kürzlich restauriertes Theater und die antike Kapelle San Gregorio Magno, die eine Kreuzigungsszene aus der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts enthält (Besuch nach Terminabsprache). 16. KIRCHE SANTA MARIA DELLA VALLE Antike Einsiedelei, nachfolgend ein Karmeliter-Kloster (Anfang XII. Jahrhundert), dann Pfarrei (XIII. Jahrhundert), später Kapelle der Maurergilde (XVIII. Jahrhundert), heute der Salesianerinnen. Erwähnenswert sind auf der Rückseite die kleine kreisförmige Apsis und der kleine zweibogige Kappenturm aus dem XIII. und dem XIV. Jahrhundert. 17. GIARDINI DEL CAMPACCIO Öffentlicher Park unterhalb der mächtigen etruskischen Stadtmauer aus Travertin-Blöcken aus dem III. Jahrhundert v. Chr. Der steile Abhang dieser Seite (teilweise Aufschüttung erst ab der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhundert) bildet die einzige Stelle der Stadt, an der die mittelalterliche Mauer in der etruskischen Mauer aufgeht. Die beiden Mauern unterscheiden sich jedoch durch die unterschiedliche Form der im oberen Abschluss (Mittelalter) verwendeten Steine. Eingefasst zwischen den unteren Blöcken eine Schlupfpforte aus der Zeit der Etrusker. Nach rechts hinunter auf die Via della Canapina 18. EHEMALIGE KIRCHE SAN BENEDETTO Bereit im Jahre 1207 erstmals urkundlich erwähnt, ist diese Kirche an die etruskische Mauer angebaut, und übernimmt von dieser die charakteristische Struktur mit übereinander liegenden Sälen (die so sowohl von der Akropolis als auch vom Tal aus zugänglich ist). Die kleine überstehende und erhöhte Apsis bildet ein wertvolles Detail. Die Kirche gehörte seit dem XIII. Jahrhundert zum Johanniterorden (Malteserritter), und wurde dann 1777 vom nahe gelegenen Mädchenpensionat “Benincasa”, das sich um Waisenmädchen und Mädchen aus armen Familien kümmerte und diese mit einer Mitgift ausstattete, übernommen. Wieder aufwärts über die Via Boncambi und Via della Luna in Richtung Corso Vannucci oder über die nahe gelegenen Rolltreppen


PORTA SAN PIETRO Dieses Stadtviertel, als “borgo bello” bezeichnet, ist nach Südosten ausgerichtet und nach seinem Schutzheiligen benannt. Es bietet umfangreiche Kunstschätze und viele grüne Oasen. San Pietro ist auch das Symbol des Rione, gemeinsam mit den gekreuzten Schlüsseln, die im Laufe der Zeit den Löwen und den Stein verdrängt haben, in Erinnerung an die Steinschlacht auf dem Campo di Battaglia (heute Via XIV Settembre). Die Farbe des Stadtviertels ist Gelb, von der Farbe des Weizens, der durch das Tor in die Stadt kam. PERUGIA 53


RUNDGANG PORTA SAN PIETRO Palazzo del Capitano del Popolo Alte Universität Cupa Bögen in Via della Rupe Hospital Misericordia Arco Sant’Ercolano Kirche Sant’Ercolano Kirche San Giuseppe oder Santa Croce Basilika San Domenico Kirchturm von San Domenico Kloster San Domenico Case Bruciate Palazzetto dell’Inquisizione Ehemaliges Hospital der Bruderschaft von San Domenico Ehemaliges Kloster der Beata Colomba Ehemaliges Kloster Santa Maria Maddalena Ehemalige Kirche Santa Maria di Colle Porta San Pietro Kloster und Porta San Girolamo Kloster San Pietro Kirche und Kirchturm San Pietro Mittelalterlicher Garten, Porta di Braccio und Botanischer Garten Giardini del Frontone Porta San Costanzo Kirche San Costanzo Porta dei Ghezzi Ehemaliges Collegio Sant’Anna Tre Archi und Arco dei Funari Palazzo della Penna Rocca Paolina Porta Marzia Piazza Italia Ehemalige Kirche Sant’Isidoro Ehemalige Kirche Santa Maria del Popolo Linea Minimetrò Pellini Cup


a Piazza Partigiani Piazzale Europa Mercato Briglie Pincetto PERUGIA PERUGIA 55


RUNDGANG PORTA SAN PIETRO 1. PALAZZO DEL CAPITANO DEL POPOLO Dieses Gebäude wurde von Gasperino di Antonio und Leone di Matteo aus der Lombardei zwischen 1473 und 1481 für die Magistratur, die vorher in Piazza Grande ihren Sitz hatte, auf dem Platz errichtet, der Piazza del Sopramuro genannt wurde, die heutige Piazza Matteotti, von der seinerzeit der Ausblick auf Assisi und den darunter liegenden freien Platz des “Campo di Battaglia” möglich war. Die Erweiterung erfolgte auf den im Jahre 1247 fertig gestellten Terrassierungen (murus civitatis), die die etruskischen Maueren einschlossen, und den Terrassierungen aus dem vierzehnten Jahrhundert, die auf mächtigen Gewölben ruhten, die im fünfzehnten Jahrhundert als Lager genutzt wurden und in denen sich heute Gerichtssäle befinden. Am Palazzo fanden nach dem Einsturz des zweiten Geschosses nach dem Erdbeben von 1741 Wiederherstellungsarbeiten statt. Das fein dekorierte Portal wird von einem Lünettenbild gekrönt, das eine Statue der Justitia zeigt, die beidseitig von zwei Greifen eingerahmt ist, die sich mit ihren Klauen auf eine Wölfin, das Symbol des Bösen, stürzen. Im ersten Stockwerk vier verzierte zweibogige Fenster und der Laubengang, von dem die Ausrufer die Edikte und Verordnungen verlasen. Weiter nach rechts, entlang dieser Seite der Piazza 2. ALTE UNIVERSITÄT Werk aus dem ausgehenden XV. Jahrhundert von Gasperino di Antonio und Bartolomeo Mattioli aus Torgiano, bis 1811 Sitz der Universität von Perugia. Im Endbereich des Palazzo befindet sich der älteste Monte di Pietà Italiens (1462). Bemerkenswert sind die geteilten Fenster und die eingehauenen Monogramme – O.M. – des Hospitals Santa Maria della Misericordia, dem Auftraggeber des Gebäudes. Gemeinsam mit dem Palazzo del Capitano del Popolo lagert es auf mächtigen, darunter liegenden Bögen (s. Nr. 3). Hauptstrecke entlang Via Oberdan. Umweg ab Via Oberdan nach links in Richtung Via della Rupe (Nr. 3) 3. BÖGEN IN VIA DELLA RUPE Die vier Bögen mit einer Höhe von mehr als 15 Metern reichen im Fundament bis auf die Höhe der darunter liegenden Via XIV. Settembre, früher Campo di Battaglia. Sie wurden zwischen 1337 und 1338 errichtet, um die zweite Terrassierung abzustützen, die auf geringerer Höhe die darüber liegende Piazza del Sopramuro flankierten. Vermutlich waren diese Bögen in der Vergangenheit sichtbar. Sie sind an die dahinter liegende Mauer aus dem dreizehnten Jahrhundert angebaut, die ihrerseits hinter der etruskischen Mauer verläuft, die in verschiedenen Abschnitten in unterirdischen


Räumen des Gebiets sichtbar ist. Im XV. Jahrhundert entstanden über den Bögen große Räume, die als Magazine genutzt wurden, und über diesen, so gegen 1450-70, eine Reihe von Werkstätten und Geschäftslokalen. Nachfolgend entstanden auch der Palazzo del Capitano del Popolo und der Palazzo der Universität (s. Nr. 1 und 2). In diesem Gebiet befindet sich der Bahnhof der Minimetro. Zurück in Via Oberdan 4. HOSPITAL MISERICORDIA Errichtet im Jahre 1303, blieb diese wichtigste soziale Einrichtung der Stadt bis 1923 an diesem Ort. Der Komplex, der sich entlang der linken Seite von Via Oberdan erstreckt, stützt sich auf Abschnitte der etruskischen Stadtmauer, die in einigen Sälen im Innenbereich sichtbar ist. Die Gebäude erlebten zahlreiche Umbauten, wie beispielsweise an der Fassade der Kirche Santa Maria della Misericordia, mit ihrem barocken Portal, einem Ergebnis der Wiederherstellung durch Pietro Carattoli im Jahre 1760. In den Nischen Fresken von Giovan Battista Caporali (XVI. Jahrhundert) und Marino da Perugia (XIV. Jahrhundert). Weiter auf der Via Sant’Ercolano 5. ARCO SANT’ERCOLANO Eines der Tore der etruskischen Stadtmauer (III Jahrhundert v. Chr.), auch Arco Cornea, Arco Berarda oder Arco der Comitoli genannt, mit Ausrichtung nach Südwesten. Dieser Bogen ist in der ursprünglichen Struktur mit großen Travertin-Blöcken in den Pfosten erhalten, auf die im XIV. Jahrhundert ein Spitzbogen gesetzt wurde. Im oberen Bereich ist ein Löwe eingehauen, datierbar auf den Beginn des dreizehnten Jahrhunderts, ein antikes Symbol des Stadtviertels und der welfischen Partei. Die Treppen des Weges wurden im Jahre 1581 angelegt. An dieser Stelle begann die königliche Straße San Pietro. 6. KIRCHE SANT’ERCOLANO Erbaut zu Beginn des XIV. Jahrhunderts an dem Ort, an dem sich vermutlich das Martyrium von Sant’Ercolano abspielte, das sich während der Belagerung durch Totila im Jahre 548 n. Chr. ereignete, präsentiert sich diese Kirche in der ungewöhnlichen Form eines achteckigen Turms. Ursprünglich mit zwei Stockwerken errichtet, wurde der obere Stock zur Zeit des Baus der nahe gelegenen Festung Rocca Paolina (1540-43) abgetragen. Im Jahre 1604 wurde die ursprüngliche halbkreisförmige Treppe durch die PERUGIA 57


noch heute erhaltene doppelte Freitreppe ersetzt. Auf das siebzehnte Jahrhundert geht auch der Umbau der Innenräume mit Fresken von Andrea Carlone und Nicola Giuli, und Stuckarbeiten in den Bilderstöcken von Jean Regnaud, genannt “lo Sciampagna” (1682) zurück. Erwähnenswert ist, als Basis des Hochaltars, ein römischer Sarkophag, (III Jahr. n. Chr.) mit eingehauenen wellenförmigen Rillungen und Jagdszenen, der die Reliquien von Sant’Ercolano enthält. Die Kirche dient heute als Gedenkstätte für die Gefallenen der Kriege. Zu Füßen der Freitreppe ein Garten aus dem neunzehnten Jahrhundert, mit einem Neptun-Brunnen, der ursprünglich in Piazza del Sopramuro (heute Piazza Matteotti) stand. Nach links auf dem Corso Cavour 7. KIRCHE SAN GIUSEPPE ODER SANTA CROCE Erstmals urkundlich im Jahre 1187 erwähnt, gehörte diese Kirche dem Ritterorden von Santo Sepolcro, und später, ab dem XIX. Jahrhundert, diente sie als Sitz der Tischlergilde von San Giuseppe. Im Jahre 1857 wurde die Fassade der Kirche, die ursprünglich an der Via Papale (heute Corso Cavour) lag, mit dem Bau der Porta di Santa Croce (heute Tre Archi) auf die heutige Via Marconi versetzt. Im Innenraum Fresken aus dem XV. Jahrhundert und ein Gemälde von Antonio Scaramuccia (ca. 1632). Weiter auf dem Corso Cavour 8. BASILIKA SAN DOMENICO Die mächtigste Kirche der Stadt und ganz Umbriens (Länge 96 Meter, Breite 30 Meter zwischen den Schiffen und 60 Meter im Querschiff, Höhe von 30 Metern) wurde in zwei Phasen zwischen 1304 und 1458 errichtet und nahm einen großen Bereich des Wehrdorfs und des antiken Sprengels von Santo Stefano del Castellare ein. Nach umfangreichen Einstürzen wurde sie von Carlo Maderno (1632) wiederhergestellt und zeigt oberhalb der Gewölbe einzigartige Deckenansichten (Besichtung auf Anfrage). Im Innenraum das wertvolle Grabmonument von Papst Benedikt, dem XI., der am 7. Juli 1304 in Perugia verstarb. Mit toskanischen Einflüssen (XIV. Jahrhundert) die Fresken, die Cola Petruccioli und Allegretto Nuzi (XIV. Jahrhundert) zugeschrieben werden, die Decke von Agostino di Duccio (1459), das Banner von Giannicola di Paolo (1494), der hölzerne Chorstuhl aus dem sechzehnten und die Orgel aus dem siebzehnten Jahrhundert. Das große Fenster der Apsis mit einer Höhe von 23 Metern stammt von Bartolomeo di Pietro aus Perugia und Mariotto di Nardo aus Florenz und wurde 1411 gefertigt. Viele der Werke befinden sich heute in der Nationalgalerie Umbriens, wie das Polypthychon der Dominikaner oder Guidalotti von Beato Angelico. 9. KIRCHTURM SAN DOMENICO Errichtet von Gasperino di Antonio aus der Lombardei im XV. Jahrhundert, präsentiert dieser Turm eine Reihe von gotischen Fenstern, die seinerzeit mit marmornen Spitzen verziert waren und von denen lediglich eines erhalten ist, das im Jahre 1949 mit originalen Materialien rekonstruiert wurde. Die äußerst hohe, mit vielen Statuen besetzte Guglia wurde zur Zeit des Baus der nahe gelegenen Festung Rocca Paolina (1540-43) abgerissen.


10. KLOSTER SAN DOMENICO Der Bau des Kloster wurde 1233 aufgenommen, mit verschiedenen Gebäuden, die bis ins achtzehnte Jahrhundert hinein entstanden sind (ehemalige Bibliothek, Kapitelsaal, Schlafsäle) und sich um die beiden Kreuzgänge gruppieren. Der größere Kreuzgang (1455-1579) zeigt Überreste der ersten Dominikaner- Kirche und in der Mitte einen Brunnen aus dem Palazzo dei Priori. Nach 1861 wurde das Kloster enteignet und ging in Staatsbesitz über. Heute sind dort das Staatsarchiv und das archäologische Nationalmuseum Umbriens mit den prähistorischen und den etruskisch-römischen Bereichen sowie die lokalen Sammlungen untergebracht (s. Karte Seiten 60-61). Weiter auf der Via del Castellano bis zur Apsis der Basilika von San Domenico 11. PALAZZETTO DELL’INQUISIZIONE Dieser Palazzo wurde ab 1632 nach Plänen von Domenico Grotti in enger Verbindung mit dem Kloster von San Domenico erbaut und erst im Jahre 1710 fertig gestellt. Hier hatte das kirchliche Sondergericht der Inquisition seinen Sitz. Durch das Portal, das das Datum 1667 trägt, erfolgt der Zugang zur Sala delle Abiure. Das ursprüngliche Portal mit seinen Holzschnitzereien ist bis heute erhalten geblieben. Bis 1950 war hier das Militär ansässig (keine Besichtungsmöglichkeit). Weiter auf Via del Castellano und wieder auf den Corso Cavour 12. EHEMALIGES HOSPITAL DER BRUDERSCHAFT VON SAN DOMENICO Erbaut in der Zeit um 1333-49 auf Bestreben der Bruderschaft der Flagellanten von San Domenico, ist die ursprüngliche Fassade mit den abwechselnden Lagen aus weißen und rosafarbenen Steinen erhalten. Der Innenbereich, mit einer doppelten Pfeilerstruktur, die kleine Kreuzgewölbe trägt, wurde im siebzehnten Jahrhundert umgebaut. Heute unterbricht eine Zwischenwand den langen Innenraum, in dem eine Handwerks-Werkstatt ansässig ist. 13. EHEMALIGES KLOSTER BEATA COLOMBA Das Kloster entstand am Ende des XV. Jahrhunderts aus einer früheren Niederlassung der Nonnen des dritten Dominikaner-Ordens, auf Bestreben der seligen Colomba aus Rieti, die großen Einfluss auf die politischen Angelegenheiten des fünfzehnten Jahrhunderts nahm. Aus dem ausgehenden siebzehnten Jahrhundert stammt die wertvolle Innendekoration der Kirche, ein Werk von Paolo Brizi und Francesco Appiani. Nach der Einheit Italiens wurde das Gebäude nach dem Umzug der Nonnen nach Porta Sant’Angelo durch das Militär genutzt. Heute ist dort die Feuerwehr ansässig (derzeit keine Besichtigungsmöglichkeit). Weiter auf dieser Seite des Corso Cavour PERUGIA 59


Archäologisches Nationalmuseum Umbrien Das Museum hat seinen Sitz seit 1948 im ehemaligen Kloster von San Domenico, wo es aus der Sammlung von Fundstücken aus Perugia und ganz Umbrien und aus der Schenkung der Sammlungen Friggeri und Bellucci entstanden ist. Im als Eingang dienenden Kreuzgang unter dem Bogengang sind Steinmaterialien ausgestellt, die überwiegend aus Ascheurnen aus Travertin aus dem griechischen Zeitalter und aus römischen Grabinschriften bestehen. In den unterirdischen Ausstellungsräumen neben dem Eingang wurde das Grab der Familie Cai Cutu (III.- I. Jahrhundert v. Chr.) rekonstruiert. Das 1983 in Monteluce entdekkte Grab mit drei Kammern enthielt fünfzig Ascheurnen und einen bestatteten Toten, den Stammvater der Familie. Die Grabbeigaben dieses Stammvaters bestanden aus der Rüstung (dem Schild, dem Schwert, einem Beinschutz und dem Wangenschutz des Helms), dem rituellen birnenförmigen Krug und dem Kottabos, einem typischen Bankett-Spiel der Etrusker. Im Rundgang des oberen Bogengangs werden im etruskisch-römi- Piazza Giordano Bruno, 10 (ehemaliges Kloster San Domenico) Tel. +39 075 5727141 www.archeopg.arti.beniculturali.it


schen Bereich hellenistische Urnen aus den Nekropolen Perugias gezeigt. Auf der Nordseite befindet sich die “Sala dei Bronzi“, der Saal der Bronzestücke, die im Jahre 1812 in San Mariano di Corciano gefunden wurden und von drei Paradewägen stammen. Diese Stücke gehören zu den wichtigsten Werken der Bronzefiguren aus dem archaischen etruskischen Zeitalter (570-520 v. Chr.). (Die derzeitige Anordnung des Museums ist lediglich provisorisch) Darüber hinaus führt der Rundgang durch die Säle mit den etruskischen Funden in Perugia, darunter die Stele von Montegualandro (Ende VII.- Beginn VI. Jahrhundert v. Chr.), der Sarkophag des Sperandio (510-500 v. Chr.) und der Säulenstumpf von Perugia, mit einem langen und bedeutenden epigraphischen Text aus der Etruskerzeit. PERUGIA 61


14. EHEMALIGES KLOSTER SANTA MARIA MADDALENA Erbaut durch die Benediktiner-Nonnen im Jahre 1382 anstelle eines Instituts für die Aufnahme von Frauen, die als “repentute” bezeichnet wurden (ehemalige Prostituierte). Das Gewölbe der ehemaligen Kirche ist mit Fresken von Cesare Sermei (1632) geschmückt. Mit kleinem Kreuzgang aus dem Rinascimento. Nach der Enteignung und dem Übergang in Staatsbesitz nach 1861 wurden radikale Umbauten vorgenommen. Heute hat dort das örtliche Kommando der Carabinieri seinen Sitz (derzeit keine Besichtigungsmöglichkeit). Weiter auf der anderen Seite des Corso 15. EHEMALIGE KIRCHE SANTA MARIA DI COLLE Diese Pfarrkirche, die bereits im Jahre 1285 erstmals urkundlich erwähnt und im XIV. und im XV. Jahrhundert erweitert und umgebaut wurde, wurde im Jahre 1771 von Alessio Lorenzini wiederhergestellt. Im Innenbereich befindet sich ein Altarbild von Benedetto Bandiera (1614). Seit geraumer Zeit Sitz einer musikalischen Einrichtung. Weiter auf dem Corso 16. PORTA SAN PIETRO Auch als Römisches Tor bezeichnet, gibt dieses Tor als Öffnung in der mittelalterlichen Stadtmauer dem gesamten Stadtviertel seinen Namen. Die Innenansicht zeigt die ursprüngliche Struktur aus dem vierzehnten Jahrhundert mit zwei Gewölben sowie eine Nische mit einem Fresko von 1765, übermalt im Jahre 1817, das die Madonna del Rosario und Heilige darstellt. Die Außenansicht zeigt ein wertvolles und elegantes Werk des Rinascimento, unvollendet in der Krönung, von Agostino di Duccio und Polidoro di Stefano (1475-80), nach einem albertinischen Modell des Tempels der Malatesti von Rimini. Ein Gedenkstein im Innenraum erinnert an den Widerstand der Bevölkerung von Perugia gegen die päpstlichen Truppen am 20. Juni 1859. In der Via Bonfigli grenzt das ehemalige Pilgerhospital aus dem vierzehnten Jahrhundert an, das sich im Besitz des Collegio del Cambio befindet. Hauptstrecke entlang des Borgo XX. Giugno. Umweg über Via Bonfigli (Nr. 17) 17. KLOSTER UND PORTA SAN GIROLAMO Erbaut zwischen 1485 und 1490 wurde das Kloster von den Amadeiten-Brüdern genutzt. Nach deren Auflösung im Jahre 1568 zogen hier die Minori Francescani ein und widmeten sich der Aufnahme und der Pflege der Pestkranken. Das Gebäude wurde in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts mit dem Anbau eines halbrunden Bogengangs, der als Via Crucis genutzt wurde, von Pietro Carattoli wieder aufgebaut. Nach 1861 wurde das Kloster enteignet und ging in Staatsbesitz über. Ein kleines Stück weiter bildete das gleichnamige Tor, ursprünglich aus dem Mittealter, das im Jahre 1582 von Kardinal Alessandro Riario nach Plänen von Valentino Martelli umgebaut wurde, den Hauptverbindungsweg in Richtung Assisi und Rom bis in Jahre 1843: Aus diesem Grunde wird das Tor auch als Porta Romana und Porta Alessandrina bezeichnet.


Rückkehr in die Borgo XX. Giugno und weiter in Richtung Kloster San Pietro 18. KLOSTER SAN PIETRO Erbaut, wie die Benediktiner-Abtei, im Jahre 966 auf Bestreben des Adligen Pietro Vincioli aus Perugia, an dem Ort, an dem nach San Gregorio Magno die primitive Kathedrale stand, außerhalb der etruskischen Mauern im Bereich einer antiken Nekropole. Im Laufe der Zeit wurde zahlreiche Umbauten vorgenommen. Verschont von den Verstaatlichungen des neunzehnten Jahrhundert, wie der Gedenkstein im ersten Kreuzgang erwähnt, ist dieses Kloster seit 1896 Sitz des “Regio Istituto Agrario Sperimentale”, heute Fakultät für Agrarwissenschaften. Das Kloster verfügt über drei Kreuzgänge: den Eingangs-Kreuzgang von Valentino Martelli (1614); den größeren Kreuzgang (XVI. Jahrhundert), der Francesco di Guido aus Settignano zugeschrieben wird, mit einem von Galeotto di Paolo d’Assisi im Jahre 1530 errichteten Brunnen; der kleinere Kreuzgang, oder auch Chiostro delle Stelle entstand nach Plänen von Galeazzo Alessi im Jahre 1571, ist jedoch unvollendet geblieben. Hier befinden sich ein umfangreiches historisches Stadtarchiv, eine wertvolle Bibliothek, sowie das Erdbeben- Überwachungszentrum Bina. 19. KIRCHE UND KIRCHTURM SAN PIETRO Der Legende nach wird die Basilika im Jahre 969 geweiht. Der Innenraum besteht aus drei Schiffen sowie Säulen mit Kapitellen aus der Römerzeit aus Marmor und Granit. Die Gegenfassade und das Mittelschiff tragen Dekorationen von l’Aliense, einem Schüler des Tintoretto (1592). Unter anderem befinden sich dort Werke von Eusebio da San Giorgio, Pietro Perugino, Sassoferrato, Vasari, Conca, Cerrini und Wicar. Erwähnenswert der hölzerne Chorstuhl (1523-35), der große bemalte Baldachin und der Hochaltar (s. Karte Seiten 64-65). In der Sakristei ein wertvoller Fußboden aus Maiolika aus Deruta (1563-64). Der elegante Kirchturm, der auf Überresten eines römischen Monuments errichtet wurde, wurde im gotischen Stil im Jahre 1347 wieder aufgebaut und im Jahre 1463 von Bernardo Rossellino mit einer Spitze versehen. PERUGIA 63


Kirche San Pietro Der ursprüngliche Grundriss der Basilika ist im Innenraum mit den drei Schiffen, die durch 18 Säulen aus grauem Marmor und Granit strukturiert werden, erhalten. Darüber die ionischen Kapitelle. Das Baumaterial stammt aus der römischen Epoche, mit Ausnahme der korinthischen Kapitelle aus dem Rinascimento der letzten beiden Säulen links und rechts vor dem Altar und der ersten Säule links nach dem Eingang, die romanischen Stils ist. Auf der zweiten Säule von links ist das Bildnis des Gründers, San Pietro Vincioli, aufgemalt. Die einfache mittelalterliche Architektur wurde mit einer reichen Dekoration verbunden, die aus dem XVI. und dem XVII. Jahrhundert stammt: von der prunkvollen Holzdecke mit geschnitzten, vergoldeten und farblich gestalteten Kassetten (1564), über die zehn großen Gemälde, die das Alte und das Neue Testament darstellen und von Antonio Vassillachis, genannt l’Aliense (1592-94), auf den Wänden des Mittelschiffs gemalt wurden, bis zum enormen Gemälde mit den Heiligen des Benediktinerordens auf der Gegenfassade von der Hand des selben Künstlers. Hier präsentiert sich ein wahres Museum mit Gemälden und Skulpturen von lokalen und anderen Künstlern. Im Chorstuhl und in den Seitenschiffen befinden sich Fresken aus dem späten Manierismus. Unter den verschiedenen Werken des rechten Schiffes befindet sich die Madonna con Bambino e santi, die Eusebio da San Giorgio zugeschrieben wird, das Miracolo di San Mauro von Cesare Sermei, die Vergine lattante und der Battista von Giovanni Domenico Cerrini, während der Innenbereich der Kapelle von San Giuseppe von Domenico Bruschi dekoriert wurde (ca. 1870). Im linken Schiff befindet sich die Kapelle Vibi, ein Werk von Francesco di Guido da Settignano, mit dem Altar von Mino da Fiesole (1473), und die Kapelle Ranieri, ebenfalls von Francesco di Guido, mit Fresken von Annibale Brugnoli (1863), mit dem Gesù nell’orto von Guido Reni. In der Kapelle des Sacramento, die Santi Pietro e Paolo von Jean-Baptiste Wicar (1825) neben einer Madonna der Schule von Perugia (Beginn XVI. Jahrhundert). Und auch hier Arbeiten von Vasari und Alfani: die Annunciazione, eine Kopie des Sassoferrato von Raffaello und die Pietà, ein Spätwerk des Perugino aus der Kirche Sant’Agosti-


no. Im Presbyterieum der Triumphbogen mit Szenen von Mäharbeiten und der Weinlese, der Giovanni Fiammingo (1592) zugeschrieben wird, sowie das Gewölbe und die Lünettenbilder, die wahrscheinlich von Scilla Pecennini stammen. Der große Baldachin wurde von Benedetto Bandiera bemalt, während der Hochaltar, in dem sich das Grab von San Pietro Vincioli befindet, von Valentino Martelli (1592- 1608) mit Marmor und hartem Stein verziert wurde. Das Tabernakel aus Jaspis und grünem Marmor stammt von der Hand des Sante Ghetti aus Carrara (1627). Auf den Seiten befinden sich die geschnitzten Sitze von Benedetto di Giovanni und Benvenuto da Brescia (1555-56). Der Holz- Chorstuhl mit seinen eleganten und fein gearbeiteten Schnitzereien und Einlegearbeiten wurde im Jahre 1526 von der lombardischen Schule begonnen und dann ab 1535 von Stefano Zambelli vollendet. Das Gewölbe in der Sakristei trägt Fresken von Scilla Pecennini, die Dekoration der Wände stammt von Giulio Danti. Auf der Eingangwand befinden sich kleine Gemälde des Perugino, die zum Podest der Tafel der Ascensione gehören, einem der wichtigsten Werke des Malers (1496), das von den Franzosen konfisziert wurde. Auf dem Altar ist ein schönes Kruzifix aus Bronze von Alessandro Algardi zu bewundern (erste Hälfte des XVIII. Jahrhunderts). Vom Innenraum erfolgt der Zugang zur unter der Apsis gelegenen Krypta aus dem hohen Mittelalter, die im Jahre 1979 entdeckt wurde und einen kreisförmigen Grundriss sowie einen interessanten Wandelgang und verputzte Wänden, die mit geometrischen und figurativen Motiven bemalt sind, aufweist. PERUGIA 65


20. MITTELALTERLICHER GARTEN, PORTA DI BRACCIO UND BOTANISCHER GARTEN Angeschlossen an den Komplex von San Pietro und an die Fakultät für Agrarwissenschaften, entstanden an der Stelle des antiken Fischteichs der Benediktiner, zeigt der Mittelalterliche Garten seit 1996 die im Mittelalter angebauten Spezies nach ihrer symbolischen Bedeutung. Der Rundgang durchquert die Porta di Braccio Fortebracci, die im XVI. Jahrhundert wiederhergestellt wurde und durch die die Strasse nach Rom führte. Außerhalb des Tors, zwischen San Costanzo und Via Romana, befinden sich seit 1962 die Anlagen des Botanischen Gartens. Mit seinen ca. 3000 Spezies bietet der Botanische Garten didaktische Programme und Forschungsbeiträge. 21. GIARDINI DEL FRONTONE Diese Gärten wurden auf dem Gebiet einer etruskischen Nekropole angelegt. Im XV. Jahrhundert schuf Braccio Fortebracci dort einen Exerzierplatz, im achtzehnten Jahrhundert fand dort die Vereinigung der Accademia degli Arcadi statt. Die heutige Anlage mit parallel ausgerichteten Wegen mit monumentalen Steineichen stammt aus dem XVIII. Jahrhundert. Zwischen 1778 und 1780 wurde das Amphitheater errichtet, im Zentrum durch den Triumphbogen geschlossen, der nach Plänen von Baldassarre Orsini (1791) gebaut wurde und dessen “Frontone” (Giebel) dem Park den Namen gab. Die sechs Statuen, die die Künste darstellen, stammen aus der Zeit Mussolinis. Auf dem Platz vor den Gärten steht das Denkmal des 20. Juni 1859, ein Werk von Giuseppe Frenguelli (1909), das an die Blutbäder erinnert, die die Schweizer Garden unter den Aufständischen gegen die päpstliche Herrschaft anrichteten, ein bedeutender Moment des Risorgimento in Perugia. 22. PORTA SAN COSTANZO Benannt nach der Kirche, der diesem Tor gegenüber steht. Auch verächtlich als “la portaccia” bezeichnet, da durch dieses Tor die Schweizer Garden am 20. Juni 1859 einmarschierten. Das Tor besteht aus einem Travertin- Bogen und Halbpfeilern aus Backstein. Es wurde zwischen 1586 und 1587 nach Plänen von Valentino Martelli nach der Erweiterung des Klosters San Pietro erbaut. Auf der Fassade trägt es das Wappen von Papst Sixtus, dem V. Weiter über die Freitreppe bis zur Kirche San Costanzo 23. KIRCHE SAN COSTANZO Eine der ältesten Kirchen Perugias, dem Heiligen Costanzo geweiht, einem jungen Bischof und Martyrer, einer der drei Schutzpatrone der Stadt, der am 29. Januar gefeiert wird. Die Kirche besteht bereits seit 1027, wurde 1205 geweiht und im XVI. und im XVIII. Jahrhundert


mehrmals umgebaut. Nach dem Umbau im neo-romanischen Stil im Jahre 1894 durch Guglielmo Calderini verblieben von der ursprünglichen Struktur lediglich die Skulpturen des Portals und der äußere Teil der Apsis. Dort werden die Reliquien des Heiligen aufbewahrt, die im Jahre 1781 wiederentdeckt wurden. Auf der gegenüber liegenden Seite der Straße befindet sich das Gebäude des Fachbereichs Tiermedizin der Universität von Perugia aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Zurück in Richtung Zentrum auf der Viale Roma 24. PORTA DEI GHEZZI Der Name stammt von den drei über dem Tor eingemeißelten Mohrenköpfen. Das Tor wurde anlässlich der Erweiterung der mittelalterlichen Stadtmauer während der Herrschaft unter Braccio Fortebracci (1416-24) errichtet. An dieser Stelle gabelten sich die Mauern: ein Abschnitt, der heute noch gut sichtbar ist, verlief in Richtung des “Frontone“; ein zweiter Abschnitt, als “Antemurale“ bezeichnet, zweigte in Richtung Santa Giuliana ab. Weiter auf der Viale Roma 25. EHEMALIGES COLLEGIO SANT’ANNA Das frühere Kloster Santa Maria degli Angeli wurde Ende des achtzehnten Jahrhunderts in ein Waisenhaus und später in ein Mädchenpensionat mit hohem Ansehen bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhundert umgewandelt. Die Fassade im neoklassizistischen Stil stammt von Giovanni Santini (1802-68). Im Innenbereich befindet sich ein wertvoller Kreuzgang (1495-1505). Unterirdisch liegt hier der Bahnhof Sant’Anna (1910) der Ferrovia Centrale Umbra (von Terni nach Sansepolcro). Weiter auf der Viale Roma, in der Kurve (Hausnummer 6) über die Treppen hinauf in Via Marconi bis zum Arco dei Funari in Via Vibi 26. TRE ARCHI UND ARCO DEI FUNARI Die Tre Archi, früher Porta Santa Croce, ein neoklassizistisches Werk von Giovanni Santini, wurden im Rahmen der städtebaulichen Umstrukturierung (1857) in der Folge der neuen Verkehrsplanung des neunzehnten Jahrhundert errichtet. Nur wenig entfernt, auf dem heutigen Largo Cacciatori delle Alpi, befand sich die Zollschranke von Santa Croce. Durch diesen Umbau verlor der angrenzende Bogen Arco dei Funari seine ursprüngliche Bedeutung und wurde PERUGIA 67


unter die derzeitige Straßenhöhe verlegt. Das Tor, eines der vielen Tore der mittelalterlichen Stadtmauer aus weißem und rosafarbenem Stein, wird auch als Porta dei Vibi und Porta dei della Penna (aufgrund des nahe gelegenen, gleichnamigen Palazzo) bezeichnet. Vor den Tre Archi die Viale Marconi überqueren, bis zum Arco dei Funari, dann die Stufen hinauf in Via Vibi 27. PALAZZO DELLA PENNA Früherer Palazzo Vibi, dann in den Besitz der Opera Pia der Penna-Ricci übergegangen, heute in Gemeindeeigentum. Erbaut im XVI. Jahrhundert auf den Überresten eines römischen Amphitheaters, die noch heute sichtbar sind, präsentiert sich dieser Palazzo mit einem runden Turm, der mit einem Aussichtspunkt abschließt, und einem Portal aus dem Rinascimento. Nach dem Umbau zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts beherbergt er zahlreiche, mit Fresken von Antonio Castelletti (1812) geschmückte Säle, die als Museum genutzt werden (mit dem Bereich “L’Accademia e Perugia”). Im Palazzo sind neben den Ausstellungsräumen die Sammlung barocker Kunst “Collezione Martinelli“ und die Sammlungen zeitgenössischer Kunst mit Werken von Gerardo Dottori und Joseph Beuys untergebracht (s. Karte Seiten 69-70). Nach links bergauf in Richtung Viale Indipendenza, dann nach rechts auf die Via Marzia 28. ROCCA PAOLINA Mächtige Festung, erbaut auf Wunsch von Papst Paul, dem III. Farnese, nach Beendigung des Salzkrieges (1540). Nach Plänen von Antonio da Sangallo dem Jüngeren (1540-43) umfasste die Festung Häuser, Türme und Straßen eines gesamten Stadtviertels, die im Innenbereich erkennbar sind. Ihr Bau führte zum Abriss der Häuser der Baglioni, des Wehrdorfs Santa Giuliana, der Kirche Santa Maria dei Servi und vieler anderer Gebäude aus dem Mittelalter. Die Festung erhob


Museum Palazzo della Penna Im Museum kann die Collezione Valentino Martinelli besichtigt werden, die die Hinterlassenschaft des aus Rom stammenden Kunsthistorikers (1923-99) mit Gemälden, Skulpturen und Graphiken aus dem Barock und dem Spätbarock umfasst. Erwähnenswert sind einige Entwürfe, die Gian Lorenzo Bernini und dessen Kreis zugeschrieben werden, darunter die schöne Terrakotta-Figur des gekreuzigten Christus, sowie Werke von Mattia Preti, Claude Mellan, Pierre Le Grosse und anderen. Neben der Kunstsammlung bestand das Erbe Martinellis auch aus einer umfangreichen Fachbibliothek, deren Bestand sich auf mehr als tausend Bände beläuft. Seit dem 11. Oktober 2003 kann die Sammlung von Joseph Beuys (1921-86), die sich im Eigentum der Stadt Perugia befindet, besichtigt werden. Diese besteht aus sechs Tafeln des deutschen Künstlers, die er anlässlich seines Aufenthalts in der Stadt im Jahre 1980 geschaffen hat. Seit dem 14. Dezember 2003 ist die Sammlung von Gerardo Dottori, einem Meister des Futurismus aus Perugia (1888- 1977), öffentlich zugänglich. Diese Sammlung umfasst Werke aus dem kommunalen Eigentum, darunter das Tryptichon Trittico della velocità, Incendio città und Flora, die der Künstler der Stadt im Jahre 1957 schenkte, sowie andere, die in PERUGIA 69


verschiedenen Perioden erworben wurden. Der Bereich L’Accademia e Perugia präsentiert Werke (Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen) über die künstlerische Kultur der Stadt vom Ende des XVIII. Jahrhunderts bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts aus dem Bestand der Akademie der Schönen Künste und aus den Lagern des Palazzo della Penna. Im Bereich, der der akademischen Lehre des neunzehnten Jahrhundert gewidmet ist, sind bedeutende Werke, wie das Original der Gipsfigur Tre Grazie von Antonio Ca- nova, und Werke von Bertel Thorvaldsen, sowie der etruskische Waffenmeister von Federico Faruffini zu besichtigen. Im Bereich der sakralen Gemälde werden der Sposalizio della Vergine von Jean-Baptiste Wicar und zwei Entwürfe von Domenico Bruschi ausgestellt. Der folgende Bereich widmet sich den Landschaften und den Veduten, unter denen die Miniaturen von Napoleone Verga besonderes herausragen. Darüber hinaus ist eine umfangreiche Serie von Zeichnungen der Schule von Ornato zu sehen.


sich auf fünf Stockwerken, verfügte über eine Befestigung auf dem Hügel Landone und war durch einen langen Korridor mit der Rocca Minore, der so genannten “Tenaglia”, verbunden. Sie war das Symbol der päpstlichen Herrschaft und wurde im Jahre 1848 teilweise zerstört. Nach dem Wiederaufbau durch Papst Pius, dem IX. im Jahre 1860 wurde sie dann noch im gleichen Jahr vollständig abgerissen. Verblieben sind die noch immer nicht vollständig ausgegrabenen, unterirdischen Katakomben, die einzigartig und außergewöhnlich suggestiv sind, in denen sich heute Ausstellungsräume sowie das Museums- und Dokumentationszentrum “Rocca Paolina und die Stadt” befinden. Hier wurde auch die Rolltreppe angelegt. 29. PORTA MARZIA Monumentaler Bogen der etruskischen Stadtmauer (III. Jahrhundert v. Chr.), wichtiger südlicher Zugang zur Stadt gegenüber dem etruskischen Bogen von Piazza Fortebracci. Anlässlich des Baus der Festung Rocca Paolina baute Sangallo den oberen Teil des Tors ab und versetzte dieses um vier Meter nach hinten in die Front der Bastion. Errichtet aus Travertin wie die Stadtmauer, weist diese einen Rundbogen auf, der oberhalb mit einer Loggia mit fünf überstehenden Skulpturen dekoriert ist, die wahrscheinlich Zeus zwischen den Dioskuren mit den jeweiligen Pferden darstellen. Oberund unterhalb der Loggia verläuft die römische Inschrift COLONIA VIBIA und AUGUSTA PERUSIA. In die Rocca und mit der Rolltreppe in die Piazza Italia oder über Via Marzia 30. PIAZZA ITALIA Symbol der Stadt nach der Einheit Italiens, wurde dieser Platz gegen Ende des XIX. Jahrhunderts auf dem durch den Abriss der Rocca Paolina freigewordenen Gelände nach Plänen von Alessandro Arienti gebaut. An der Ecke des Corso Vannucci stehen der Palazzo Antinori (heute Hotel La Rosetta) und der Palazzo Donini, elegante Residenz einer Adelsfamilie mit reichen Dekorationen in den Innenräumen (1716-24), in der heute die Regionalverwaltung Umbriens ihren Sitz hat. Beide Palazzi stammen aus dem achtzehnten Jahrhundert. Gegenüber steht der barocke Palazzo Montesperelli (XVII. Jahrhundert). Zwischen 1870 und 1904 entstanden, mit den typischen Grundrissen des neunzehnten Jahrhunderts und dem eklektischen Geschmack dieser Epoche, um das Denkmal von Vittorio Emanuele II., einem Werk von Giulio Tavolini (1890), einige weitere Palazzi. Zuerst im Jahre 1872 der Palazzo del Governo oder della Provincia, mit Fresken von Mariano Piervittori, Matteo Tassi und Domenico Bruschi aus dem Jahre 1875, dann der Palazzo Calderini im Jahre 1872, der den Namen des Architekten trägt PERUGIA 71


und ein Beispiel für das Wohnhaus des Bürgerturms darstellt, sowie die Banca d’Italia aus dem Jahre 1873 und das international bekannte Hotel Brufani, erbaut zwischen 1882 und 1883, in dem auch häufig illustre Gäste absteigen. Schließlich wurde 1897 der Palazzo Cesaroni von Guglielmo Calderini errichtet, ein Beispiel für den Aufstieg des neureichen Bürgertums, in dem heute das Regionalparlament Umbriens seinen Sitz hat. Im angrenzenden Park der Giardini Carducci bietet sich ein wundervolles Panorama, das den Dichter Giosué Carducci bei seinem Besuch im Jahre 1877 zur Ode Canto dell’Amore inspirierte. Weiter auf der rechten Seite vom Corso Vannucci bis zur Piazza della Repubblica 31. EHEMALIGE KIRCHE SANT’ISIDORO Diese auf dem Hügel Landone stehende Kirche wurde bereits im XII. Jahrhundert urkundlich erwähnt und im XVI. Jahrhundert nach Plänen, die Giulio Danti zugeschrieben werden, umgebaut. Heute ist nur noch die Fassade erhalten. Davor, im südlichen Teil der antiken Piazza Grande, in der Pfarrei Santa Maria del Mercato (s. Nr. 32) zwischen Via Mazzini und Via Danzetta, befand sich der Brunnen “des Greifs und des Löwens”, auch als “Fontana degli Assetati” bezeichnet, von Arnolfo di Cambio, der etwa 20 Jahre nach seinem Bau im Jahre 1281 zerstört wurde. Fünf Skulpturen dieses Brunnens sowie die beiden berühmten Bronze-Statuen des Greifs und des Löwen werden heute in der Nationalgalerie Umbriens ausgestellt. Weiter auf dem Corso Vannucci bis in Via Mazzini 32. EHEMALIGE KIRCHE SANTA MARIA DEL POPOLO Diese Kirche ersetzt die Pfarrkirche Santa Maria del Mercato aus dem dreizehnten Jahrhundert, die im Rahmen der radikalen städtebaulichen Umstrukturierung gemäß der neuen architektonischen Vorgaben des Kirchenstaates abgerissen wurde. Das Gebäude, das nach Plänen des Architekten Galeazzo Alessi (1545-48) aus Perugia wieder aufgebaut wurde, zeigt heute nur noch die Front, die sich zwischen den Adels-Palazzi entlang der Via Nuova, der heutigen Via Mazzini, erhebt, und auf Wunsch des päpstlichen Legats Crispo (1547) errichtet wurde, um die beiden wichtigsten Plätze miteinander zu verbinden. Ein Werk klassischer Eleganz, bestehend aus einem Vestibül mit zentralem, auf Säulen lagerndem Bogen, eines der am besten erhaltenen Werke des Alessi in Perugia.


Universitätsstadt Perugia Perugia hat eine besondere Verbindung zu seiner Universität. Die Universität, deren Ursprünge bis ins XIII. Jahrhundert zurückreichen, hat bereits im Mittelalter Studenten aus ganz Europa für das “Studium Generale” aufgenommen. Università per Stranieri di Perugia (Universität für ausländische Studierende) Piazza Braccio Fortebracci, 4 Tel. +39 075 57461 www.unistrapg.it Diese Universität ist die älteste und renommierteste italienische Institution für die Erforschung des Lernens und der Lehrens der italienischen Sprache und der Verbreitung der italienischen Kultur. Ihre Geschichte beginnt 1921 und seit 1927 hat die Universität ihren Sitz im aufwendig gestalteten Palazzo Gallenga. Dieser war lange Zeit die Residenz der Adelsfamilie Antinori, die den römischen Architekten Francesco Bianchi zwischen 1740 und 1750 mit dem Bau beauftragt hatte. Università degli Studi di Perugia (Universität Perugia) Piazza dell’Università, 1 - Tel. +39 075 5851 www.unipg.it Derzeit gehören die Fakultäten Jurisprudenz, Politikwissenschaften, Wirtschaft, Literaturwissenschaften und Philosophie, Bildungswissenschaften, Medizin und Chirurgie, Veterinärmedizin, Agrarwissenschaften, Pharmazie, Mathematik, Physik und Naturwissenschaften sowie Ingenieur-Wissenschaften zur Universität von Perugia. Conservatorio di Musica di Perugia (Musik-Konservatorium Perugia) Piazza Mariotti, 2 - Tel. +39 075 5733844 www.conservatorioperugia.it Das Konservatorium ist die wichtigste Institution der hohen Kultur in Umbrien, sie bietet erweiterte Ausbildungsmöglichkeiten, Spezialisierungskurse, Forschung und Produktion im Bereich Musik an. Der Sitz befindet sich in einem monumentalen Gebäude aus dem sechzehnten Jahrhundert, das sich als Festungswerk über der etruskischen Mauer erhebt, die die antike Stadt umgibt. Das suggestive Auditorium beherbergt eine große Konzert-Orgel mit 5 Klaviaturen mit mechanischer Übertragung, 58 Registern und mehr als 6000 Pfeifen. Accademia di Belle Arti (Akademie der Schönen Künste) “Pietro Vannucci” Piazza San Francesco, 5 - Tel. +39 075 5730631 www.abaperugia.org Mit Sitz in den Sälen des Konvents San Francesco al Prato, ist dies das älteste der weiterführenden Institute für die künstlerische Ausbildung in Italien. Die Akademie wurde 1573 vom Maler Orazio Alfani und vom Architekten Raffaello Sozi als ‘Akademie der Zeichnung’ gegründet. Die umfangreiche Bibliothek bietet mehr als 14500 bibliographische Einheiten. Das Museum der Akademie, mit der Gipsfigurensammlung, dem Kabinett mit Zeichnungen und Drucken und der Gemäldegalerie wurde 1998 für Konsolidierungsarbeiten geschlossen. Der Bereich der Kunst aus dem neunzehnten Jahrhundert wird im Museum des Palazzo della Penna gezeigt. Perugia und seine Partnerstädte Perugia verbindet eine Städtepartnerschaft mit vier Städten in Europa und zwei Städten in den Vereinigten Staaten von Amerika, mit denen ein reger Austausch zum gegenseitigen Kennenlernen stattfindet. Dabei handelt es sich um folgende Partnerstädte: Bratislava (SR) - Aix-en-Provence (F) - Tübingen (D) - Potsdam (D) Seattle (USA) - Grand Rapids (USA) PERUGIA 73


Museen • Nationalgalerie Umbrien (Rundgang Porta Santa Susanna, Seiten 37-38) • Archäologisches Nationalmuseum Umbrien (Rundgang Porta San Pietro, Seiten 60-61) • Antiquariat des Palazzone und Hypogäen der Volumni (Seite 75) • Museum Palazzo della Penna (Rundgang Porta San Pietro, Seiten 69-70) • Kapitularmuseum der Kathedrale San Lorenzo (Rundgang Porta Sant’Angelo, Seite 26) • Museum der Stadttore und der Stadtmauer (Rundgang Porta Sant’Angelo, Seite 30) • POST Perugia Werkstatt für Wissenschaft und Technologie (Rundgang Porta Sole, Seite 17) • Historisches Museum der Perugina (s.u.) CONSORZIO Museo Storico della Perugina Eingeweiht im Jahre 1997 anlässlich der 90-Jahr-Feier des Schokolade- Unternehmens Perugina, bietet dieses Museum einen Rundgang in vier Bereichen der industriellen Geschichte, die auch die Geschichte der Sitten und Gebräuche in Italien zeigen. Photographien, Dokumente, Maschinen, Verpackungsmaterial und Verpackungen, technische und historische Filme und die Geschichte der Werbung in Italien, von Carosello bis hin zu den modernen Werbespots. Eine faszinierende Reise durch das Universum der Schokolade, der im Besuch der Fabrik gipfelt. Buchungen und Informationen Tel. +39 075 5276796 Mit der Karte “Perugia Città Museo” können die Orte der Kunst von Perugia besichtigt werden. Dabei können die Gestaltung und die Dauer der Rundgänge selbst festgelegt und Nachlässe und Sonderkonditionen genutzt werden. Der Eintritt mit der Karte ist für folgende Einrichtungen gültig: KAPELLE SAN SEVERO - MUSEUMSZENTRUM ROCCA PAOLINA – NATIONALGALERIE UMBRIA - HYPOGÄEN DER VOLUMNI – ARCHÄOLOGISCHES NATIONALMUSEUM UMBRIEN – KAPITULARMUSEUM – MUSEUM DER STADTTORE UND DER STADTMAUER - NOBILE COLLEGIO DEL CAMBIO - NOBILE COLLEGIO DELLA MERCANZIA - PALAZZO BALDESCHI AL CORSO - PALAZZO DELLA PENNA – ETRUSKISCHER BRUNNEN. INFORMATION: Consorzio Perugia Città Museo Via Podiani, 11 Tel. +39 075 5772805 / 2834 – Kostenlose Service-Nummer 800.961.993 infomusei@comune.perugia.it http://turismo.comune.perugia.it


Antiquariat des Palazzone und Gruften der Volumni Die Gruften befinden sich etwa 5 km außerhalb von Perugia, in Ponte San Giovanni, und dienen als Grabstätte der Volumni, einer mächtigen etruskischen Adelsfamilie aus Perugia. Das Grab, das im Jahre 1840 entdeckt wurde, stellt eines der wichtigsten Monumente Etruriens dar und ist Teil einer größeren Nekropole, die als Palazzone bezeichnet wird und sich um die Hypogäen erstreckt, mit zahlreichen Grabkammern, die zwischen der archaischen Zeit (VI. Jahrhundert v. Chr.) und dem hellenistischen Epoche (III. - I. Jahrhundert v. Chr.) entstanden sind. Die Gruften wurden tief in den Boden eingegraben, der Zugang erfolgt über eine steile Treppe. In der Zugangshalle befinden sich zahlreiche Ascheurnen aus der umliegenden Nekropole, die auf einem geführten Rundgang besichtigt werden kann. Der Name der Familie geht aus den zahleichen Inschriften auf den Ascheurnen und der Inschrift auf dem Pfosten der Zugangstür hervor, die an die Gebrüder Velimna (lateinisch Volumni) erinnert, die Eigentümer der Grabstätte. Die Grabstätten ähneln der architektonischen Struktur eines römischen Hauses. Diese bestehen aus einem Vestibül, einem Atrium und einer Reihe von Räumen, die sich zum Atrium hin öffnen, mit Gebälk-Decken und Kassettendecken. Im Tablinium sind sieben Ascheurnen angeordnet, davon sechs aus Via Assisana, 53 - Ponte San Giovanni, Tel. +39 075 393329 www.archeopg.arti.beniculturali.it mit Stuck verziertem Travertin und eine aus Marmor. Die Verzierung der Urne von Arunte, dem Stammvater, zeigt ein mit Drappen geschmücktes Bett, auf dem der Verstorbene in der Position des Festmahls ausgestreckt liegt. Auf den Seiten des Gestells bewachen zwei geflügelte Dämonen das Tor zum Jenseits, das zwischen den Bewachern als Gemälde dargestellt wird. Die Datierung der Grabstätte kann zwischen der zweiten Hälfte des II. und der ersten Hälfte des I. Jahrhundert v. Chr. angesetzt werden. Gemeinsam mit der Nekropole kann auch das Antiquariat besichtigt werden, das zeitgenössische Themenausstellungen mit Fundstücken aus dem gleichen Gebiet zeigt. PERUGIA 75


Natur Die grünen Hügel und das heitere Dahinfließen des Tibers, eingefasst in die Wälder am Fuße der ansteigenden Berge, charakterisieren die Landschaft. Der Monte Malbe erhebt sich westlich von Perugia auf einem Teil des kommunalen Gebiets von Corciano. Vom Colle della Trinità (652 m) erstreckt sich ein weites Panorama vom Lago Trasimeno bis nach Subasio: gemeinsam mit dem Monte Lacugnano wird dieser als “Gebirge von Perugia” bezeichnet. Mit einer Fläche von 25 km 2 stellt er fast eine naturalistische Oase dar. Die Bewaldung besteht aus Eichenwäldern (Sommereichen, Steineichen), typischem Strauchbewuchs der mediterranen Macchia und Kastanienwäldern. Sie beherbergt Vögel und Säugetiere in einer großen Artenvielfalt. Der Monte Tezio, der sich mit seinen 1000 m an der Peripherie von Perugia erhebt, stellt ein Habitat von großem landschaftlichen und naturalistischem Interesse dar: eine grüne Oase mit einer großen Pflanzenvielfalt, von der mediterranen Macchia über die Koniferen-Wälder bis hin zu den natürlichen Wiesen in den Höhenlagen. Ein intaktes Habitat, in dem der Flug des Schlangenadlers, des Mäusebussards, des Turmfalken und vielen anderen Vögeln zu den häufig zu beobachtenden Naturschauspielen zählt. Für Spaziergänge, Ausritte mit dem Pferd oder mit dem Mountainbike. Der Tiber fließt langsam in der Ebene unterhalb von Perugia zwischen bebauten Feldern und mäandert durch breite Windungen. Zu Füßen des Hügels befinden sich antike “Furten”, die in der Vergangenheit die Stadt mit anderen umbrischen Zentren wie Torgiano, Assisi, Valfabbrica und den Orten entlang der Via Flaminia verbanden: Ponte San Giovanni, Ponte Valleceppi, Ponte Felcino und Ponte Pattoli.


Spaziergänge im grünen Gürtel von Perugia WANDERROUTEN Die beliebtesten Strecken liegen in Pian di Massiano, einem Park, der entlang des Wildbachs Genna im Westen des Hügels von Perugia im Grünen verläuft. Andere Routen folgen auf einer Länge von ca. 20 Km dem Tiber und können auf einigen Abschnitten zwischen Ponte Pattoli und Ponte San Giovanni auch mit dem Fahrrad und dem Mountainbike befahren werden. Das Wegenetz entlang dem Fluss bietet dem Wanderer die Entdeckung wertvoller naturalistischer Schätze, von den botanischen Aspekten der Ufervegetation über die vielfältige Fauna, bis hin zu den landschaftlichen schönen Ausblicken in Richtung Subasio oder auf den Fluss mit seinen Stromschnellen und Sandbänken. Bei der Furt Ponte Felcino befinden sich der historische Pinienwald und der Waldlehrpfad mit ca. 2000 Exemplaren von Bäumen, Sträuchern und Gräsern aus über 100 botanischen Familien, zu denen sich in letzter Zeit umfangreiche Rosengärten gesellt haben. Kartographie Topographische Karte Perugia-Deruta (K663) – Maßstab 1:50.000, Hrsg. Kompass Fleischmann Srl, Bozen 1991. BEREICH PARK “MONTE MALBE - LA TRINITÀ” (652 m ü.M.) Nur wenig außerhalb des historischen Zentrums liegt ein großes Waldgebiet mit einem Netz von Saumpfaden, Karrenwegen und Wanderpfaden, darunter 4 markierte Wanderwege der Berggemeinde. Einen großen Teil des Hügels nimmt der Park “Città della Domenica” ein, bekannt auch unter dem Namen “Spagnolia”, vom Namen der Unternehmerfamilie Spagnoli aus Perugia, der die Einrichtung zu verdanken ist (s. Karte, Seite 78). Kartographie Führer für Ausflüge am Monte Malbe und der Trinità, 1994. MONTE TEZIO (ca. 1000 m ü.M.) Die umfangreiche Gebirgsformation erhebt sich über das Tiber-Tal und dominiert dieses. Sie bietet ein großartiges Panorama auf die Ausläufer des Apennins der Marken und Abruzzen sowie des Beckens des Lago Trasimeno. Das Netz des Bergwanderwege, mit Markierungen der italienischen Alpinistenvereins, windet sich durch den kommunalen Park, der einen großen Teil des oberen Bereichs des Monte Tezio umfasst. Der Parkeingang liegt in etwa 2 km Entfernung von der Ortschaft Compresso. Für Informationen zu den Ausflügen und Aktivitäten am Monte Tezio wird der Besuch der Website der Associazione Monti del Tezio empfohlen: www.montideltezio.it Kartographie Topographische Karte Perugia-Deruta (K663) – Maßstab 1:50.000, Hrsg. Kompass Fleischmann Srl, Bozen 1991. WALD BOSCO Dl COLLESTRADA Mit seiner Größe von ca. 63 Hektar weist er die Eigenschaften der in unserer Region mittlerweile rarer Reliktenwälder auf, die von besonderem geo-botanischen Interesse sind. Es handelt sich um einen Wald, der überwiegend aus Eichen besteht, insbesondere aus Exemplaren der Stieleiche, der Sommereiche und der Zerreiche. Er wird von einer Reihe von Wegen durchzogen, der Hauptweg verläuft im mittleren Bereich des Waldes. Kartographie Topographische Karte Perugia-Deruta (K663) – Maßstab 1:50.000, Hrsg. Kompass Fleischmann Srl, Bozen 1991. Informationen Berggemeinde “Associazione dei Comuni Trasimeno Medio Tevere” Via Dante Alighieri, 2 - Magione (PG) Tel. +39 075 847411 - Fax +39 075 8474120 Die oben genannten Orte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln des Verkehrsunternehmens “Azienda Perugina della Mobilità” (APM) erreichbar: Service-Nummer 800 512141 - www.apmperugia.it PERUGIA 77


Città della Domenica Bekannt auch als “Spagnolia”, wurde dieser Park für Naturliebhaber von der Familie Spagnoli, bekannte Unternehmer aus Perugia, eingerichtet. Er liegt vor der Stadt (2 km vom Zentrum) auf dem Monte Pulito (600 m). Die Welt der Fabeln und der Abenteuer wurde an der Peripherie von Perugia neu erschaffen und nimmt den gesamten Hügel des Monte Malbe ein. Die Hauptattraktivität besteht aus einer Reihe von Umgebungen, die Szenen der Fabeln wiedergeben. Dann die Rekonstruktion der faszinierenden Welt der Abenteuer, insbesondere die großen natürlichen Landschaften des Wilden Westens, mit den Cowboys und Indianern. Im zoologischen und im botanischen Garten sind u. a. geschützte Tiere zu sehen, ein umfangreiches Reptilienhaus und seltene Spezies der Flora. Hier wird in konkreter Weise das Wissen über die Natur gefördert und Erwachsene und Kinder werden für die Notwendigkeit der Erhaltung und den Schutz unserer direkten Umgebung sensibilisiert. Aus diesem Grunde beteiligt sich an dieser Initiative auch der Verband der zoologischen Gärten und Aquarien Europas. Via Col di Tenda, 140 – Tel. +39 075 5054941 Fax +39 075 5054942 info@cittadelladomenica.com - www.cittadelladomenica.com


Events • 29. Januar Fest von San Costanzo Tradition, Kunst, Kultur und Spiritualität auf dem Fest von San Costanzo, einem der Schutzpatrone der Stadt, dessen Martyrium am 29. Januar gedacht wird. www.comune.perugia.it • Juli Umbria Jazz – Internationales Jazz-Festival Gegründet 1973, ist das Festival von Perugia heute eine der wichtigsten Jazz-Veranstaltungen in Europa. Das Festival dauert 10 Tage: ein umfangreiches Programm mit Konzerten, die die Strassen der Stadt von morgens bis abends beleben und an denen die wichtigsten Vertreter des Genres teilnehmen. Im gleichen Zeitraum finden Jazz- Seminare, die “Umbria Jazz Clinics”, unter der Leitung der renommierten “Berklee School” aus Boston statt. www.umbriajazz.com • 30. Juli Jahrhunderte altes Fest des Santo Anello della Vergine Kathedrale San Lorenzo Das wertvolle Reliquienbehältnis, das den Trauring der Mutter Gottes beherbergt, wird den Gläubigen gezeigt. • Ende August-Anfang September “Figuratevi” - Internationales Festival des Marionetten- und Puppen-Theaters Eines der größten Festivals in Europa, mit Truppen aus der ganzen Welt, für alle Genres des Puppenund Marionetten-Theaters. www.tieffeu.com www.figuratevi.it • September Sagra Musicale Umbra Dieses Musikfestival, das 1937 erstmals stattfand, gehört zu den ältesten Italiens. An dieser regionalen Veranstaltung nehmen viele Orte Umbriens teil und bieten maßgebende Aufführungen des umfassenden symphonisch-choralen Repertoires mit religiöser Prägung. Neben der “antiken” Musik finden auch die modernen und zeitgenössischen Produktionen wie auch das volkstümliche Genre ihren Platz. An der Veranstaltung nehmen auch Chöre und Singgruppen teil. www.perugiamusicaclassica.com PERUGIA 79


• September Perugia Classico Historisches Zentrum, Rocca Paolina Die wichtigste italienische Ausstellung für akustische Musikinstrumente. In den suggestiven Räumen der Festung Rocca Paolina können Manufakte des Kunsthandwerks bewundert werden. Die Ausstellung, die durch Kongresse und didaktische Initiativen flankiert wird, findet an den historischen Orten der Stadt und im Theater statt, mit Konzerten und Master Classes von weltberühmten Musikern. • Oktober Eurochocolate Internationale Ausstellung für die Schokolade, für die Liebhaber der Speise der Götter. Diese Veranstaltung verwandelt Perugia jedes Jahr in eine animierte Schokoladenfabrik unter freiem Himmel. Amateur- und halbprofessionelle Workshops, Verkostungen, Ausstellungen und Treffen finden im historischen Zentrum der Stadt statt. Ein einzigartiges und vielfältiges Festival, auf dem die bekanntesten italienischen und internationalen Unternehmen der Branche im Mittelpunkt stehen. www.eurochocolate.com • 1.-5. November Jahrhunderte alte Messe der Toten (früher Allerheiligen oder der Heiligen) Pian di Massiano www.comune.perugia.it • November Umbria Libri Rocca Paolina, ehemalige Warenbörse Verkaufsmesse des umbrischen Verlagswesen. Wichtige Veranstaltung im kulturellen Panorama der Region. Verlagsneuheiten, Treffen mit Autoren, Debatten, Seminare mit Schriftstellern, Philosophen sowie italienischen und internationalen Intelektuellen. www.umbrialibri.com • Dezember Batìk - Perugia Film Festival Rocca Paolina, Theater Morlacchi Festival der Kinokultur aus mehr als siebzig Ländern, mit Vorführungen und Treffen mit den Regisseuren. www.batikfilmfestival.it • Dezember Weihnachten in... der Rocca Paolina und anderen Orten der Stadt Verkaufsausstellung mit typischen Lebensmittelprodukten und dem Kunsthandwerk. www.akantho.it • erster Sonntag im Monat Umbria Terra Viva Piazza Piccinino Monatlicher Markt für biologische und natürliche Produkte. • letztes Wochenende im Monat Nationaler Verkaufsmarkt des Antiquariats und des Sammlertums. Rocca Paolina, Giardini Carducci, Laubengang Palazzo della Provincia Monatlicher Markt für Einrichtungen, Hausrat und Kuriositäten.


Una metropolitana leggera, realizzata con tecnologie innovative uniche nel proprio genere, che consente ai cittadini e ai turisti di salire sulla collina del Centro storico di Perugia, di muoversi nella città in modo rapido ed ecologico e di godere di piacevoli panorami.


Unione Europea SERVIZIO TURISTICO TERRITORIALE ASSOCIATO (REGIONALER FREMDENVERKEHRSVERBAND) (Gemeinden Perugia, Corciano, Deruta, Torgiano) Via Mazzini, 6 - 06121 Perugia Tel. +39 075 5728937 Fax +39 075 5739386 IAT PERUGIA (Gemeinden Perugia, Corciano, Deruta, Torgiano) Loggia dei Lanari Piazza Matteotti, 18 - 06121 Perugia Tel. +39 075 5736458 - 5772686 Fax +39 075 5720988 Öffnungszeiten: 8.30-18.30 Uhr. Porta Nova - Pian di Massiano Werktage: 8.30-18.30 Uhr. Feiertage: 8.30-13.30 Uhr. info@iat.perugia.it iat@comune.perugia.it http://turismo.comune.perugia.it Hergestellt mit Beiträgen der Europäischen Union Agenzia Regionale Repubblica Italiana di Promozione Turistica Comune di Perugia Dezentrale Informationsstellen • Infopoint Portanova Pian di Massiano Tel. +39 075 5058540 SERVICE FREMDENFÜHRER Cooperativa Guide in Umbria (Fremdenführer- Genossenschaft) Tel. +39 075 5732933 Fax +39 075 5727235 www.guideinumbria.com info@guideinumbria.com Fremdenführer-Verband Umbrien Tel. +39 075 815228 Fax +39 075 815229 www.assoguide.it info@assoguide.it Consorzio Perugia Città Museo via Podiani, 11 - Perugia Tel. +39 075 5772805-2834 Service-Nummer 800.961.993 infomusei@comune.perugia.it http://turismo.comune.perugia.it

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine